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Ralf B

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1

Friday, January 20th 2012, 10:12pm

Hallo an die Interessierten(?),

diese Rubrik des Forums liegt ja sehr verwaist darnieder, vielleicht wird gar niemand antworten.....
Trotzdem mal folgendes "Problem":

Sammle mit zwei M15A Klassik, aber die Sache nähert sich langsam einem verrückten Zustand.
Obwohl ich selten zu Hause bin und dann noch äußerst knauserig mit den teuren Bändern umgehe, ist für mich Klassik der "Bandfresser Nr. 1".
Ich liebe es, ganze Werke aufzunehmen, beschränke mich auf 19cm/sec, aber auch das bedeutet schlicht:
1 Sinfonie = fast ein ganzes Band
2 Klavierkonzerte = wieder ein ganzes Band

Dazu kommt die Tatsache, daß es unendlich viele Einspielungen eines Werkes gibt, von denen sehr viele auch sehr gut sind.
Nimmt man ein Klavierkonzert....ist es ein völliger Unterschied, eine Aufnahme von Barenboim, Kissin, Bronfman oder Helfgott zu haben, ganz zu schweigen von den jungen chinesischen Pianisten.
Das gipfelt darin, daß ich mittlerweile das 3. Klavierkonzert von Beethoven ca 10x aufgenommen habe, und der Bandvorrat schmilzt zusehends dahin.

Lange Rede, gar kein Sinn:
Gibt es bei Euch welche, die stabil Klassik auf Bändern sammeln?WIE macht Ihr das? Und nach welchen Kriterien sucht Ihr das aus, WAS auf Eure Bänder kommt?
Wie kommt Ihr mit der Vielzahl der Interpreten und Einspielungen zurecht?
Hauptsächlich geht es mir darum, System in die Sammlung zu bringen, denn ich kann ja nicht Bänder kaufen, bis es keine mehr gibt.(Habe seit Ostern 2011 bereits 80 Bänder verbraten und langsam ertönt der Hausalarm)

Hatte mal den Tip bekommen, Platten zu sammeln, aber das möchte ich ausdrücklich nicht, weil es mir ja um die Nutzung der 15As geht...

Schöne Grüße von Ralf

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2

Friday, January 20th 2012, 10:42pm

Mann, Ralf... ....Du machst Dir`n Kopp über Sachen.:)

Im Ernst - dieses "Problem" trifft natürlich in der geschilderten massiven
Form vornehmlich auf E-Musik (insbesondere Klassik) zu.

Um zum Punkt zu kommen: ich höre Klassik, ja... ...aber "stabil" sammeln
tue ich sie nicht. Sie muss sich meine Ohren mit Rock,Jazz und "gutem,
intelligenten" Pop teilen (natürlich nicht zeitgleich, manno!)
Durch Übernahme einer kleinen erlesenen LP-Sammlung bin ich allerd.
kürzl. in den Besitz solcher Klassik-"Doubletten" gekommen und das hat auch seinen
Reiz, diese unterschiedlichen Interpretationen anzuhören. Und ich denke,
das ist es: Du musst Spaß daran haben und so lange Dir der nicht ausgeht,
kannst Du Dir Dvoraks "Symphonie aus der neuen Welt" (eines meiner Liebl.-
Themen...) dutzende Male mit unterschiedl. Orchestern / Dirigenten in den
Schrank stellen. Solange Du die Unterschiede hörst und daraus Genuss
schöpfen kannst ist es doch OK.
Für das geschulte E-Musik-Ohr hört sich "billig" gemachte U-Musik auch
durch die Bank gleich an... ;)

Mein Fazit: Wenn GELD, SPASS und PLATZ vorhanden... ...weiter machen!
(Wobei: 80 Bänder in knapp 9 Monaten "vollzudampfen" - das ist schon was, die
Zeit hätte ich gar nicht... ...vom Geld ganz zu schweigen)

Gruß

Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)

Ralf B

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3

Saturday, January 21st 2012, 3:26am

Hallo Peter,

es waren mehr Gedanken zu später Stunde, während ich die fünfte Variante der "Alpensinfonie" von R.Strauss aufnahm (ca 45min) und und den kleiner werdenden Reserve-Bandstapel anschaute.
Nun lernte ich noch den Unterschied "gleicher Dirigent - verschiedene Orchester" kennen...

Dvorak mag ich auch sehr!(besonders "Die Waldtaube")

Und da diese Musik sehr dicht bei der Malerei liegt, kann ich gar nicht genug kriegen....aber irgendwo muß ich mich einschränken (...vom Geld ganz zu schweigen)
Deswegen hatte ich schon den Gedanken, die Sammelei auf zwei bis drei Komponisten zu begrenzen....aber das ist auch falsch.

Schuld ist der Sender BR-Klassik, der diese Vielfalt an kompletten Werken sendet und dazu in exzellenter Qualität.
Und schuld sind auch die 15As, bei denen ich gar nicht drumrum komme, Musik zu "archivieren" und immer wieder zu hören.

Du hast recht, wenn Du schreibst, daß es ein Problem der klassischen Musik ist, deswegen wird es kaum jemand als "Problem" erkennen, der nicht um die Vielzahl der "Dubletten" weiß.

Naja, manchmal ist es ja interessant, bis zu welchem Stadium jemand anders das so treibt...

Grüße von Ralf

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4

Saturday, January 21st 2012, 10:40am

Quoted

Ralf B postete
...diese Vielfalt an kompletten Werken sendet....
Das Problem ist, dass während einer Stilepoche dutzende bekannte Komponisten gearbeitet haben. Und noch viele andere, die seinerzeit nicht zu Ruhm kamen, aber heute neu entdeckt werden.

Dann kommt hinzu, dass man mit den neuen technischen Möglichkeiten etwa ab den 1920er Jahren in die Lage versetzt wurde, die bis dahin vergängliche Musik zu konservieren. Also spielte man die Werke ein, teils sogar noch vom Komponisten dirigiert.

Dann kommen immer wieder neue Generationen von Musikern und Dirigenten, die einen anderen Stil pflegen, die Werke anders interpretieren. Und das wird auch aufgenommen und veröffentlicht oder gesendet. Es dürfte für einen Privatmann fast unmöglich sein, hier Schritt zu halten und ein allumfängliches in fast neunzig Jahren gewachsenes Archiv anzulegen. Selbst wenn man sich auf Neueinspielungen beschränkt, eine unübersehbare Vielzahl an Aufnahmen käme zusammen. Beim Rundfunk ist man im Zuge der Digitalisierung dazu übergegangen, Musik auf Festplatten zu speichern. Dennoch wage ich zu bezweifeln, dass irgendwo auf dieser Welt alle jemals eingespielten Aufnahmen auch nur aus dem Bereich der ernsten Musik an einem Ort archiviert sind - und gestern kam und heute und morgen kommt wieder Neues hinzu.

Vielleicht beschränkst Du Dich auf eine Epoche, Barock, Klassik Romantik oder was auch immer. Vom Mittelalter bis zur Moderne verschiedene Aufnahmen einzelner Orchester unter den verschiedenen Dirigenten mit zahllosen Solisten zu sammeln - erstens finanziell kaum zu stemmen und zweitens vom Platz nicht machbar.

Schade, aber nicht zu ändern.

Und was bringt es, ein Archiv mit tausenden von Bändern zu haben, wenn man nicht die Zeit hat, diese angemessen zu hören? Du wirst Dich irgendwie beschränken müssen, worauf wird Dir niemand raten können.

Oder steige um auf populäre Musik, die hat geringere Halbwertszeiten; wer redet heute noch von Lena?
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.

Ralf B

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5

Saturday, January 21st 2012, 11:13am

Auweia, da hast Du recht...wer redet noch von Lena...

Frank hat einen ganz entscheidenden Punkt für mich angesprochen:
Je mehr Aufnahmen in diesem "Archiv" stehen, desto weniger hört man sie aus Gründen der nicht vorhandenen Zeit.
Noch ist es so, daß ich manchmal denke: Jetzt mußte mal Bruckner donnern lassen ! Dann renne ich ins Nachbarzimmer und hol den Bruckner und freu mich, ihn zu haben.

Aber Ihr habt zweifellos recht: Die Lösung liegt wohl wie immer in der Beschränkung.
Ich könnte mich beschränken auf:
a) Lieblingskomponisten
b) unverzichtbare Stücke

...aber eigentlich mach ich das ja schon...

Sag mal Frank, Du magst doch auch klassische Musik...aber worauf beschränkst Du Dich denn ?

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6

Saturday, January 21st 2012, 12:39pm

´
Das ist schwierig einzugrenzen, meist Barock und Romantik, aber auch Violinkonzerte und Kammermusik querbeet. Und auch noch Jazz bis er elektrifiziert wurde.

Mitschnitte eher seltener, eben aus Platzgründen und weil man es sich dann doch nicht mehr anhören kann. Außerdem habe ich schon so viel Tonträger, dass ich teilweise schon den Überblick verloren habe. Meist setze ich mich hin, höre und genieße die Musik und am Wochenende noch ein Glas Rotwein - das ist Entspannung pur.
Frank


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Ralf B

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7

Saturday, January 21st 2012, 1:23pm

Ich sitze auch gerade so, wie Du es beschreibst...nur ohne Rotwein.

Sie spielen gerade Alexander Glasunow "Die Jahreszeiten", auf dem Fünkchen dreht sich ein PER528 von Darklab (hihi), draußen ist das ekligste Wetter von der Welt....das Leben kann richtig schön sein.

Violinkonzerte bzw. Streicherstücke mag ich mittlerweile auch am meisten.

Jazz und alles andere halte ich getrennt auf den "kleinen" Maschinen. Da sammel ich natürlich nicht so krass...

Den Überblick kann ich nicht verlieren.Habe einen fetten Ordner mit verzeichnissen in Klarsichtfolien.
Wird mal ein Band überspielt, fliegt das beschriebene Blatt einfach raus und eins mit dem neuen Inhalt wird stattdessen eingeschoben.
Bei dieser Methode findet man alles wieder.

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8

Saturday, January 21st 2012, 2:39pm

Quoted

Ralf B postete
Ich sitze auch gerade so, wie Du es beschreibst...nur ohne Rotwein...
Ist auch noch zu früh für Alkohol..... Käffchen und Gebäck ist um diese Zeit besser.

Quoted

Ralf B postete
.... draußen ist das ekligste Wetter von der Welt....das Leben kann richtig schön sein.
Ja, besonders wenn man drinnen warm und trocken sitzt.

Quoted

Ralf B postete
Den Überblick kann ich nicht verlieren.Habe einen fetten Ordner mit Verzeichnissen in Klarsichtfolien.....
Wenn ich nur nicht zu faul wäre, das nachzuhalten. Ich habe die Inhalte auf / im Karton; zu einem System mit Archivkarten und numerierten Bändern konnte ich mich nicht aufraffen - der Geist ist willig, doch das Fleisch ist schwach.
Frank


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Ralf B

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9

Saturday, January 21st 2012, 3:02pm

Frank,

dazu solltest Du Dich aufraffen...dann hast Du in Sekundenschnelle Zugriff auf ein konkretes Stück...das kann Spaß machen !

(Kostet mich aber auch Durchhaltevermögen .... gute Disziplinübung für mich)

Wollte Dir ein Bild hochladen...geht aber im Moment wohl grad nicht....

GXNet

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10

Saturday, January 21st 2012, 3:24pm

Hallo Ralf,

o ja! Dein Problem kennen wir alle. Obwohl ich keine Klassik höre, habe ich mich seiner Zeit genau aus diesem Grund gegen die Großspuler entscheiden und begnüge mich mit 18cm (Durchmesser meine ich). Aber auch hier bin ich mit reichlich hunderten von Bändern (habe keinen Überblick) mehr als Überversorgt. Ich habe es aufgegeben, mir darüber Gedanken zu machen, ob das Sinn macht oder nicht. Ich denke derzeit darüber nach, die Sortenvielfalt einzuschränken. Das würde erst mal etwas "Linderung" verschaffen. Aber wenn es notwendig wird, wird halt im Keller angebaut. Ob ich jemals alle Bänder oder Sendungen abhören kann überlasse ich dem Zufall. Statistisch gesehen, wird die Chance ein Band mehr als einmal zu hören immer geringer. Das haben wir mit allen Jägern und Sammlern gemein. Mein Rat: Mach einfach weiter und weniger Gedanken darüber. Letztendlich ist es nur ein logistisches Problem. Der Genuß rechtfertigt die Lösung!

VG
Michael

Ralf B

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11

Saturday, January 21st 2012, 4:04pm

Hallo Michael,

habe ja auch schon immer gestaunt, wie oft bei Dir der "rote Knopf" leuchtet !

Und auch wieder ein Kerngedanke:
Wie manche immer neue Maschinen jagen und sammeln, geht es auch mit der Jagd nach bestimmten Stücken.

Ist für mich schön, auch mal zu hören, wie das bei manchen von Euch so abgeht.

Aber glaub mir: Die Klassik ist der Gipfel des Wahnsinns aufgrund erwähnter Vielfalt und Länge.
Mein Lieblingsstück ist die Alpensinfonie von Richard Strauss, und die Einspielungen sind absolut unterschiedlich interpretiert, jede, die gesendet wird, landet auf einem Band, und jede ist ziemlich genau 53 min lang !

Aber ich mache mir keine schweren Gedanken. Finde nur schade, daß ich den Ausverkauf mancher Rundfunkbestände nicht mehr miterleben konnte...

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12

Sunday, January 22nd 2012, 1:59pm

=> Ralf B

Schön, daß jemand mal den Musikbereich belebt ... der dümpelt so vor sich hin.

Die Frage ist: auf was kommt es Dir in der Hauptsache an?:

a) einen Grund zu haben, deine Maschinen zu bewegen
b) einen Grund zu haben, etwas zu sammeln
c) Dich mit Musik zu beschäftigen, im Sinne von
- das passende Stück Musik dann "zur Hand" zu haben, wenn man Lust darauf hat, etwas bestimmtes zu hören
- unterschiedliche Interpretationen vergleichen,

oder gar

d) Dich mit Musik zu beschäftigen im Sinne von
ETWAS NEUES ZU ENTDECKEN

im Falle c) und d) solltest Du dich nicht so sehr mit dem Medium an sich beschäftigen und durch dieses die Auswahl vorgeben lassen sondern bereit und gerüstet sein, alle Medien zu akzeptieren, sowohl die liefernden als auch die aufzeichnenden. Das Medium ist dann schlicht und ergreifend ein Mittel zum Zweck, so wie eine Bandmaschine auch. Die wurde nicht als Hausaltar entwickelt - auch wenn sie heute so verwendet wird - sondern als Arbeitstier für den Zweck der Musikproduktion.

Für dich wäre dann, auch wenn Du es sicher nicht hören willst, ein Kalbel-/Sat-Receiver und Aufzeichnung auf Festplatte nebst Verwaltung per PC das richtige. Niemand zwingt dich, deine M15 still zu legen, nur verwendest Du sie heute zeitgemäß - als gelegentliche Spielerei (siehe weiter unten), nicht mehr als Notwendigkeit.

Gerade die üblichen Standardwerke in den verschiedensten Interpretationen gibt es für kleines Geld als Vinyl oder CD auf dem Flohmarkt, und für den Preis eines einzigen Bandes kannst Du ein Vielfaches von dem an Musik mit nach Hause nehmen, was auf so ein Band drauf passt.

Positiver Nebeneffekt - es wird auch einiges "angeschwemmt", was man sich nicht selber ausgesucht hätte, ein Überraschungseffekt ist also gegeben. Man sollte allerdings auch etwas Neugierde mitbringen und die Bereitschaft, abseits der sorgsam selber ausgetretenen Pfade zu wandeln. Hätte mir vor, sagen wir mal, 10 - 15 Jahren auch nicht träumen lassen, daß ich mal auf Bert Kämpfert abfahre, James Last nicht mehr verabscheue, Caterina Valente nicht nur als Schlagersternchen sehe und mich für Bach zu interessieren beginne.

So wie Du dich mit Musik beschäftigst bzw. vorhast dich zu beschäftigen sehe ich eine Gefahr: Du wirst über deine Lieblingsmusik nicht groß herauskommen. Im Grunde hast Du ja, wenn ich das mal überspitzt darstellen darf, jetzt schon entschieden, was Du für den Rest deines Lebens hören willst. Malst Du - bitte nehme mir den provokativen Vergleich nicht übel - auch immer die selben Bilder????

Das fände ich schade. Ich schätze es sehr, wenn mir, sei es durch Zufall oder planvolles "intrigieren :-)" von Freunden etwas neues, spannendes über den Weg läuft und ich meinen Horizont erweitere. Meine Nachbarn können ein mitunter genervtes Lied davon singen, denn auf meinen Geschmack ist einfach keinen Verlass. Kashmir von Led Zeppelin nach einer LP Udo Jürgens kann durchaus vorkommen.

Wenn Du nun "umfassend einsammelst", also per Vinyl, CD und auch durch häufiges betätigen des roten Knopfes an einer Aufnahmemaschine, die nicht teures Band verbraucht sondern preiswerte Festplattenkapazität, dann schaffst Du dir einen Fundus, aus dem du schöpfen kannst und der auch einfacher zu verwalten ist, als eine Blättersammlung.

80 Bänder mögen zwar eine Menge Holz sein, und 80 Seiten sind auch in einem Ordner in absehbarer Zeit durchzublättern, aber verglichen mit z.B. 10 Regalmetern an Vinylplatten, bei Musikjunkies keine Seltenheit, sind 80 Bänder durchaus überschaubar.

Deine Bandmaschinen brauchst Du trotzdem nicht einzumotten. Du kannst Dir ja, wenn Du genug gesammelt, Bänder selbst zusammenstellen zu denen Du dir ein Thema setzt. Wie in Radiosendungen (mich interessiern mittlerweile mehr die Wortbeiträge, die Musi bekommt man schon von irgendwo her) könnte man bestimmte Stellen eines Werks in unterschiedlichen Interpretationen gegenüber stellen. Oder Du stellst dir die große Aufgabe, jemandem, der wenig Ahnung hat, ein Portrait eines Komponisten - oder Interpreten - zu zeichnen, sagen wir mal innerhalb der Länge von ein oder zwei Bändern.

Klar brauchst Du dazu keine Bandmaschine - das geht auf PC viel besser. Aber wenn Du Spieltrieb und Sammelleidenschaft im Interesse der Musik verbinden willst, dann wäre das eine kosten- und platzsparende Lösung:

- Einsammeln auf allen verfügbaren, möglichst ressourcenschonenden Medien mit dem großen Käscher
- Extrahieren nach selbstgesetzen Gesichtspunkten auf das Lieblingsmedium.

Es spricht auch nichts dagegen, die aktuelle Lieblingsmusik, die man der Hap- und Optik wegen nicht von HardDisc sondern von Band hören will, auf ein Band zu ziehen - das kann man auch mal wieder löschen, wenn die heavy rotation vorbei ist.

Ich denke, das wäre auch die bestimmungsgemäße Verwendung einer Studiomaschine, mit der ja im Sinne des Erfinders neues geschaffen werden sollte. Das Konservieren des vorhandenen mit den üblichen Verlusten war eigentlich stand nicht so sehr im Focus. Oder um mal wieder einen schrägen Vergleich zu wagen: Das Magnetband entspricht des Malers Leinwand. Sollen darauf nur 1:1-Kopien verewigt werden?
Michael(F)

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13

Sunday, January 22nd 2012, 4:37pm

Quoted

Michael Franz postete
.... Das Magnetband entspricht des Malers Leinwand. Sollen darauf nur 1:1-Kopien verewigt werden?...
Darauf läuft es aber in den meisten Fällen hinaus: Es gibt nicht viele Gelegenheiten, selber eine musikalische Darbietung auf einen wie auch immer gearteten Tonträger aufzunehmen. Davon ab bedarf es auch einer gewissen Technik, dies zu tun. Man braucht mindestens zwei Mikrofone und eine halbwegs mobiles Aufnahmegerät.

Darum wird es in der Regel beim überspielen, also kopieren bleiben.
Frank


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Sunday, January 22nd 2012, 4:42pm

Moin, moin,

wenn ich mir das Eingangsposting von Ralf anschaue, dann empfinde ich es als wohltuend, daß er eben nicht auf der Jagd, der Jagd wegen zu sein scheint, sondern Musik hört um etwas zu entdecken, um Musik zu hören.

Die Organisation der Jagd und die Verwaltung von Musik sind der Feind des Musikhörens. Die praktischen Erwägungen, kleinere oder billigere Datenträger zu sammeln, führen nicht dazu, mehr Musik zu hören, sie besser genießen zu können, mehr Erkenntnisse zu bekommen, sondern Zeit mit Jagd und Ordnung zu verbringen. Die Folge würde sein, die Frustration wächst, denn durch die Zunahme des Archivs wächst auch die Erkenntnis, es nicht beherrschen zu können. Am Ende würde Ralf weniger Musik hören.

Freiheit entsteht nicht durch die Abwesenheit von Grenzen und Zwängen, sondern durch deren Akzeptanz und Kontrolle.
Wenn die Quelle der Musik BR3 bleibt, dann ist der Zufluß begrenzt. Als weitere Grenze würde ich unbedingt darauf achten, daß nur die Musik Eingang in das Archiv findet, die auch gehört wurde. Nichts ist schlimmer als damit anzufangen, beispielsweise Sendungen aufzunehmen, die liefen, als man Anderes vor hatte, und sie später nicht abhören zu können, weil die Zeit für's Abhören vom Alltag oder der nächsten Live-Sendung blockiert ist. Und das Archiv der ungehörten Musik wächst, und wächst, und wächst....

Wenn Ralf heute sagt, BR3 und die M15 sind für ihn das Medium, dann ist das eine gute Entscheidung, weil sie bestimmte Fragen beantwortet. Momentan bleibt ja nur noch eine Frage, nämlich ob die Zukunft in der Anschaffung neuer Bänder liegt, oder in dem Überspielen alter.

Mein Vater hatte eine Technik der Lagerverwaltung, wegen der ich ihm nachträglich am liebsten in den Hintern treten würde, denn erklärt sie doch, wo meine Bayerdynamik-Mikrofone geblieben sind: Was drei Monate nicht benutzt wird, wandert in den Keller, drei Monate später auf den Dachboden, sechs Monate später in den Müll.

Man kann das ja auch abwandeln: Zu jedem Band führst Du eine Liste, wann Du es aufgenommen, und wann Du es gehört hast. Du wirst irgendwann feststellen, welche Bänder Du wenig oder garnicht hörst und dann entweder den Drang entwickeln, es genau deswegen abzuhören. Entwickelst Du den Drang nicht, kannst Du es überspielen. Hörst Du es ab, dann weißt Du hinterher möglicherweise, warum Du es lange nicht gehört hast, und kannst deshalb entscheiden, ob es im Archiv weiter nach vorne wandert, oder überspielt werden kann.
Du darfst nur nicht anfangen zu realtivieren: Man könnte in zehn Jahren anderer Meinung sein... Dann würdest Du vom Musik-Hörer zum Lagerverwalter.

Letztlich habe ich den Eindruck, bei Dir überwiegt noch die Freude an der Musik der Freude am Archivieren. Sollte sich das Ändern, dann wirst Du erleben, die Freude an der M15 wird der an dem MP3-Format unterliegen. Das passiert dann automatisch.

Momentan drücke ich Dir die Daumen, daß Du noch ganz lange Zeit mehr mit der Musik und weniger mit Computertabellen zu tun haben wirst.

Tschüß, Matthias


... und die, die häufiger bei mir sind, hören jetzt! bitte auf zu lachen.
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

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15

Sunday, January 22nd 2012, 5:19pm

Bert Kaempfert :musik:, schöne Musik.
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Ralf B

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16

Sunday, January 22nd 2012, 7:29pm

Hallo Micha,

ich dachte, mein Thema interessiert kaum einen, doch Du schreibst soviel, daß ich eine ebenso lange Antwort verfassen müßte.
Dabei wird sich nicht vermeiden lassen, Persönliches zu schreiben, sonst kann ich nicht antworten...

Ich habe seit meiner Jugendweihe (erster Kassettenrecorder) stets und ständig Musik aufgenommen, erst auf Bänder, später mal auf Kassetten.
Und ich habe sie ständig gehört.
Damals gab es wenig zu kaufen ohne Beziehungen, also hab ich mir die Musik aus dem Radio geholt.Das werden ja viele hier kennen.

Es treffen fast alle Deiner Punkte zu außer b).

Daß wir Freude an den Maschinen haben, ist ja schon oft beredet worden, und somit ist auch klar, daß sich was auf den Spulen drehen muß.
Andere hatten das auch schon so beschrieben: Ich muß was dabei anfassen können, es muß sich was drehen, wenn Du Musik hörst.Ich laber darüber nicht weiter, zumal hier jeder dieses Gefühl kennt.
Klar läßt sich heute alles anklicken, auf endlosen Festplatten abspeichern, kopieren und irgendwo hinschicken.

Das ist für mich völlig reizlos.

Der Reiz entsteht durch das Zusammenspiel vieler Deiner Punkte.
Für mich entsteht ein "Zauber", wenn die Musik vom Band kommt.Ich höre ständig, wenn ich zu Hause bin. Wohne auf einem Gewerbehof so einsam, daß der Wolf sich erschreckt und habe somit kaum Einschränkungen beim Musikhören.

Nun habe ich ja einige "normale" Bandmaschinen. Mit denen höre ich alles, was mir Spaß macht, ohne ernsthaft tausend Bänder vollzuspielen. Jazz, Country,Heavy,Pop....Konzerte...völlig zwanglos.Da steht vielleicht am meisten das Benutzen der Maschinen im Vordergrund.Denn diese ganze Musik gibt es ja im Internet relativ leicht zu erhaschen.Jetzt könnte ich noch spinnen, daß mir jede Maschine für eine bestimmte Musikrichtung prädestiniert scheint...die Dokorder sieht am besten aus, wenn sie Jazz spielt...bitte um Verzeihung, aber so geht es mir eben.

Was anderes ist es mit den 15As. Habe schon als Kind von Studiomaschinen geträumt und geschwärmt und blöderweise immer in Verbindung mit langen klassischen Werken.
Und nun kommt alles zusammen: Reiz der Maschinenarbeit, Anfassen der großen Bänder, Sammeln, Gegenüberstellen, Vergleichen, genauer Hören, ein Stück viermal hören....
Durch die beiden Maschinen ist es ja auch wunderbar möglich, Stücke hintereinander zu hören, die ich nicht auf einem Band habe.

Ich möchte nochmal betonen, daß ich keine einzelnen Sätze oder Ausschnitte aus Werken sammle, sondern immer komplette Werke.

Nun ist bei diesem Hobby für mich unerläßlich, ein handgeschriebenes (!) Verzeichnis anzulegen, denn ich möchte nicht zB. ein langes Klavierkonzert von 45 min doppelt aufnehmen, bedeutet gleiches Orchester, gleicher Dirigent, gleiche Aufnahme usw.

Natürlich gucke ich mir die Programme des BR oder Kulturradio gründlich an, damit ich weiß, wann "ich auf Jagd gehe".
Und diese Jagd macht mir auch absolut Spaß, aber nur, weil ich weiß, daß ich mir die Musik dann sehr oft anhören kann.

Wahrscheinlich mache ich es genau andersrum als die meisten hier:
Ich kaufe fast keine CD mehr und niemals Platten.Die mochte ich auch noch nie auf Bänder "rüberziehen", die sind ja schon "perfekt"...

Ein bißchen kreativ ist ja die Bandzusammenstellung auch, vieles paßt gar nicht zueinander...Du kannst kaum ein Kammermusikstück hinter eine gewaltige Sinfonie quetschen, da verpufft jede Wirkung.

Wären die verdammten Bänder nicht so teuer, könnte ich mehr schneiden...aber es ist eben nicht alles zu haben.

Heute hatten sie von Kulturradio das 3. Klavierkonzert von Rachmaninow und danach eine riesenlange Orchestersuite von Tschaikowski gesendet.....es wurde ein perfektes Band!

Und es gibt ein Wahnsinns-Kribbeln, weil Du ja nie weißt, ob das Band für diese Mammut-Stücke auch reicht.

Micha, Du bringst einen Vergleich zwischen Bildern und Musik...
Darauf ist schwer zu antworten.
Ja, ich male diesselben Bilder, und zwar fast ausschließlich Landschaften hier aus der Gegend, die alle authentisch sind, weil draußen vor Ort entstanden.
Und trotzdem gibt es innerhalb dieser Einschränkung eine ungeheure Vielfalt.

Und so ist es auch mit der klassischen Musik. Ich sammel sie, weil ich mittlerweile glaube, sie ist immerwährend und beständig. Gerade weil Dir kaum einer vorgibt, was Du dabei empfinden sollst.Und sie paßt sehr gut zu Landschaftsbildern.

Beides ist aber nicht beschlossene Sache für den Rest des Lebens!
Sollte ich morgen auf die Idee kommen, nur noch nackte Frauen zu malen, werde ich das mit Freude tun.
Und ich kann auch jederzeit alle Bänder löschen und nur noch Werbespots aufnehmen.

Also nichts Erstarrtes, was gähnend langweilig wird.

Es ist übrigens für mich gar nicht erstaunlich, wenn Du erst Zeppelin und dann Udo Jürgens hörst...ich mache das genauso.
Bei mir läuft Mary Manson genauso wie gestern abend die Pet Shop Boys und heute morgen das Rach3.

Habe nebenbei gesagt noch eine gute CD-Sammlung von richtig guter Countrymusik...

Aber die Klassik hat sich eben mit größerer Macht in mein Leben geschoben.
BR-Klassik als Quelle ist sehr gut, wenn auch, wie es der Name ankündigt, sehr Bayern-lastig (Symphonieorchester der BR ist der Matador).

Und ich denke, es ist auch ein Entwicklungsprozeß...ohne damit behaupten zu wollen, ich sei reifer geworden.

Weswegen ich hier nun mal etwas rumgepostet hatte, war:
a) wirklich um diese Forenabteilung mal ein bißchen zu entstauben
b) um zu sehen, ob es noch andere hier gibt, die in meinem Sinne sammeln.

Und eins habe ich noch vergessen:
Die 15A scheint mir aufgrund ihrer Robustheit (mag sie lange halten) durchaus für eine solche Sammlung geeignet, was die Teac-Tascam vorher gar nicht war....

Michael, ich hoffe, alle Deine Fragen beantwortet zu haben.
Hauptsache, ich kriege den Text auch heile rüber....

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17

Sunday, January 22nd 2012, 7:45pm

Bald kann ich mir Deine Sammlung ansehen und die schönen Maschinen, ich freue mich schon :kopfstand:.
Gruß
Peter
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Ralf B

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18

Sunday, January 22nd 2012, 7:52pm

Hallo Matthias,

was Du geschrieben hast, trifft so ziemlich den Nagel auf den Kopf im positiven Sinne.
Ja, ich stehe daneben, wenn ich aufnehme, bin begeistert.
Stilistisch bildet sich mit der Zeit auch eine Vorliebe für bestimmte Sachen raus (zB. Streicherstücke).
Ich programmiere nichts, bin immer bei der Sache, nehme sozusagen "bewußt" auf. Und eh das Band dann als "fertig" gilt, wird es noch mindestens zweimal gehört.

Du hast auch recht, die Auswahl schränkt sich auch ein.Viele Werke kommen morgens, und auch ich renne ja regelmäßig arbeiten.
Nur im Moment beobachte ich bei mir zu Hause, ob ein liebes Antibiotikum anschlägt.....da ist Zeit für den roten Knopf.

Andererseits wenn man nur mal das Programm der Sendung Klassik-Stars (18:00 in der Woche) verfolgt.....da gibts oft was Ordentliches aufs Band.

Zum Verzeichnis habe ich eine andere Meinung.
Ich brauche es, um bei Wunsch auch sehr schnell ein bestimmtes Stück zu finden.
Möchte sagen, ich kriege innerhalb von fünf Minuten eine gewünschte Aufnahme aufs Gerät!

Und so macht es für mich Spaß, die Sammlung auch wirklich zu nutzen.
Sollte ich erst die Karton-Rückseiten durchsuchen müssen, wäre ich viel zu träge, mir ein bestimmtes Stück rauszusuchen.
Nun habe ich aber meist auch nur zwei-drei Stücke auf einem Band, und das macht das Führen einer Liste recht einfach.
Natürlich ist meine Liste handgeschrieben, Komponist rot, Musikstück unterstrichen, Orchester, Dirigent, Solist....Anfangszeit des Stückes, das war es dann schon!

Also der Zweck ist, was Konkretes sofort zu finden und zu hören und nicht immer mal was anderes auf die Maschine u legen.
Und das nicht im Sinne von bürokratischer Hobby-Übertreibung.....

Ich kann wirklich sagen, daß auf jeden Fall die Freude an der Musik alles andere überwiegt.

Dankeschön auch für Deine Meinung!

---Hallo Peter!---
Diesmal wird es ganz sicher klappen, ich werde wohl nicht mehr ansteckend sein....Bis dann!

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19

Monday, January 23rd 2012, 7:25am

Quoted

Frank postete
(...) Darauf läuft es aber in den meisten Fällen hinaus: Es gibt nicht viele Gelegenheiten, selber eine musikalische Darbietung auf einen wie auch immer gearteten Tonträger aufzunehmen. Davon ab bedarf es auch einer gewissen Technik, dies zu tun. Man braucht mindestens zwei Mikrofone und eine halbwegs mobiles Aufnahmegerät.

Darum wird es in der Regel beim überspielen, also kopieren bleiben.
Ich wollte - aus den von dir genannten Gründen - weniger darauf hinaus, selber eine musikalische Darbietung aufzuzeichnen, sondern darauf, sich ein "mixed tape" zu einem bestimmten Thema zusammen zu stellen. Das ist zeitaufwendig, das Bandarchiv wächst nicht so schnell, man ist gezwungen, die Musik nicht nur zu hören sondern sich detailierter damit zu beschäftigen, muss evtl. auf die Jagd nach bestimmten Stücken gehen, kann seine Maschinen bewegen ... und das Archiv wächst im verborgenen des Festplattengehäuses. Das ist, zugegebenermaßen, in der U-Musik einfacher als in der E-Musik.

=> Ralf B
Dann bin ich mal gespannt, wie es mit deiner Sammlung weiter geht. Im Schnitt sind das ca. 2 Bänder pro Woche. Auch wenn das Sammeltempo zwangsweise abnimmt - irgendwann hat man das Wichtigste - und die Anzahl der Stücke überschaubar bleibt - bei U-Musik kämst du mit einem handgeschriebenen Index sicher bereits an die Grenzen des Verwaltbaren - so wirst Du dich, wenn Geld und Platz eine Rolle spielen, drastisch einschränken müssen. Sei es im Sinne von Matthias M, daß Du nur die Top 100 behälst und den Rest immer wieder löscht oder sei es in dem von dir angedachten Sinn, Neuzugänge nur auf einem eng umrissenen Sammelgebiet zuzulassen.
Michael(F)

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20

Tuesday, September 11th 2012, 9:02pm

Auch wenn der thread nicht mehr so ganz taufrisch ist, mal ein wenig Senf meinerseits:

- Klassik ist ein zu großer Bereich, als dass sich allgemein verbindliche Empfehlungen geben ließen. Da hilft nur selber rumschnuppern. Bänder lassen sich ja löschen. Da muss man mal hart sein. ;)

- Die Empfehlung, Platten zu sammeln, würde ich nicht von der Hand weisen. Platten lassen sich hervorragend auf Tonband überspielen, wie in den guten alten Zeiten. Wenn denn die Bandmaschine bewegt werden soll...

- und eine unqualifizierte Zwischenfrage: Was nehmt ihr denn eigentlich auf? Ich frage deswegen, weil der UKW-Empfang bei mir einfach nur grottenschlecht ist und eine Aufnahme nicht lohnt. Das, was von Satellit kommt, kommt mir aber nicht auf's Band, weil ja schon digitalisiert. Das kann auch auf der Festplatte landen. Heißt also: Eigentlich brauche ich kein Bandgerät mit Aufnahmeknopf.
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21

Wednesday, September 12th 2012, 12:51pm

Quoted

outis postete
Eigentlich brauche ich kein Bandgerät mit Aufnahmeknopf.
Kein Mensch braucht heutzutage wirklich ein Bandgerät. :D Wenn man sich darüber mal im Klaren ist und man sich selbst nicht lebenslang dem technischen Fortschritt verweigert, lebt es sich viel leichter.

Ich habe leider auch viele Tonbänder mit Klassik-Aufnahmen. Immer dann, wenn ich sehr gut erhaltene, alte Tonbandware erhalte, ist meistens Klassik darauf zu hören. Leute, die solche Musik mögen, sind offenbar gleichzeitig Leute gewesen, die ihre Sachen pfleglich behandelt haben. Da ich das Medium Tonband schon lange nicht mehr für eigene Aufnahmen verwende, lösche ich die uralten Aufnahmen nicht. Jedoch anhören werde ich es mir wohl auch nie. :D

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22

Wednesday, September 12th 2012, 3:31pm

Ein Fehler. ;)
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Ralf B

Unregistered

23

Wednesday, September 12th 2012, 4:30pm

Hallo Jochen,

das Thema ist so allumfassend....schwer kurz zu antworten!
Für mich steht im Vordergrund, daß meine Maschinen sinnvoll und täglich im Einsatz sind.Ich bin 10 Minuten wach, der erste Weg ist zu den 15A`s...und....Sinfonie!!!
Heute morgen "Die Planeten"-Suite von Gustav Holst = Einzelband wegen Rarität!

Was mir am meisten Spaß macht, ist eben das "Jagen und Sammeln".
Ich bin ein eiserner Fan von BR-Klassik, da dieser Sender absolut mitschneidefreundlich ist. Besser geht es nicht mehr.
Desweiteren gibt`s komplette Werke ohne Ausblendung oder Reingerede.

Ich nehme ausschließlich von Satelit auf, die Qualität ist für mich sehr befriedigend (Klar...besser geht es wohl immer), in Vergleich mit Original-Studio-Bändern können M15A-Aufnahmen mit 19 absolut mithalten.

Bezüglich digital wende ich ein, daß doch auch im Rundfunk heute großteils CDs gespielt werden, die zumindest digital speichern......(?)
Auch wenn ich mir Feinde mache....ich mag eben das Geknistere von Platten bei Klassik nicht, da es in den sehr vielen leisen Passagen für mich störend ist (Geschmackssache eben).

Ich habe inzwischen eine Klassiksammlung von mehr als 100 Studiobändern und langsam kristallisiert sich auch die Richtung Beethoven, Bruckner, Schubert, Dvorak und vor allem Mendelssohn heraus.

Mein Problem war von Anfang an hier die Vielzahl der Einspielungen.
Das Violinkonzert von Mendelssohn gibt es eben mal von tausend verschiedenen Geigern, und jedes ist ein anderes Erlebnis.
Hinzu kommen historische Aufnahmen, die sehr selten gespielt werden (Samstag 17:00 BR-Klassik "Starke "Stücke"!!!).
Somit kann man es locker auf 15 wunderbare Varianten dieses Konzertes bringen, was immerhin eine Menge Bandmaterial verschlingt.

Ich liebe am meisten das Aufnehmen aus dem Radio, weil es dann sehr schön sein kann, alle Klavierkonzerte von Beethoven zu haben und diese zu vergleichen.Und auch hier ist der Weg das Ziel!
Die Gefahr besteht bei so einer Anhäufung von Klassikaufnahmen, daß man sie irgendwann nicht mehr hört, weil es zu viele sind.

Mit dem Löschen-Können ist es gar nicht so einfach, denn meistens sitzt auf dem Band auch immer eine Aufnahme, die unersetzlich ist.
Deswegen verwende ich Halbspur und kann so die Sinfonien oder Konzerte seperat auf Bobbies tun. Oder die Bänder neu zusammenfügen.
Habe auf diese Art einige Aufnahmen von Edward Elgar "sortiert", die dann obendrein auch noch vom selben Orchester stammen, das ist dann ein perfektes Band.
Und da solche Werke dann locker mal 45 min dauern, werden es nicht gaaaanz soviele Klebestellen.

Man muß sich nur dabei hüten, einen gleichbleibenden Musikgeschmack zu behalten, sonst hat man bei dieser Variante irgendwann Schnippelbänder.

Musiktip für heute abend: 19:15-20:00 Dvorak - Sinfonie Nr. 6 :)

Falls ich mich jetzt wiederholt habe....sorry....wollte nicht oben alles nochmal lesen.

Gibt es denn noch jemand anders hier, der "mit einem gewissen System" Klassik sammelt???

Gruß Ralf

Edith: Ach so, was ich noch sagen wollte:
Immer steht natürlich das Hören im Vordergrund, wer hier war, kann es bestätigen, die 15A´s laufen ständig, wenn ich da bin.
Meistens höre ich jetzt aber ein neues Band auf der "Dudel-15A" ca. 4-5mal, ehe es dann in die "Sammlung" kommt.

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24

Wednesday, September 12th 2012, 4:36pm

Hallo,

wie wär's denn mal mit bespielten Kassetten?

Kassetten sind relativ preiswert, das Bespielen kostet nicht die Welt.

Es gibt auch fertig bespielte Kassetten, auch mit Klassik. Und da fällt mir das ehem. DDR - Label ETERNA ein.
Hier gibt es m.E. ganz hervorragend klingende Aufnahmen, die interpretatorisch ebenfalls erstklassig sind.

Z.B. gibt es auf eBay einen VK, der den gesamten!!! Ring des Nibelungen auf Kassetten anbietet. Der Preis: 15,-€ in original verschweißter 4er Box.

Habe den Ring auch noch auf ETERNA Platten und auf CD mit Karl Böhm. Der Ring auf Cassetten gefällt mir interpretatorisch am besten und klanglich habe ich selbst mit Kopfhörern nichts auszusetzen.

Beim selben VK gerade in OvP Mozarts Krönungsmesse für 2,99€ gekauft. Super Aufnahme und über den Preis müssen wir wohl nicht diskutieren.

Also: nicht nur Tonbandaufnahmen sind interessant (und sehr teuer), sondern auch die Kassetten haben unbedingt unsere Aufmerksamkeit verdient.

Gruß aus Bärlin,
Peter
Man sieht nur mit dem Herzen gut, das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.

Ralf B

Unregistered

25

Wednesday, September 12th 2012, 4:46pm

Hallo Peter,

da hast Du unbedingt recht, zumal ja mein Thema sich ziemlich allgemein auf Klassik-Sammeln bezog!
Da sind Kassetten natürlich sehr geeignet, handlich und viel überschaubarer als diese Riesen-Bänder.
Und diese Preise sind ja wirklich ein Witz.
Muß Dir aber gestehen, daß ich kein Kassettenteil mehr besitze.
Und der "Prickel" bei meiner Variante besteht eben darin:
Ich arbeite bis 17:00Uhr, rase nach Hause, weil 18:00 Uhr die Sinfonie kommt, die ich "will", 17:50 treffe ich zu Hause ein, wimmel ein Telefonat ab und dann "findet ES statt"!

Das erinnert mich an meine Jugend, als es keinen Timer gab und ich wegen einer "einmaligen" Sendung eine ganz bestimmte "Maßnahme" geschwänzt habe....

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26

Wednesday, September 12th 2012, 4:56pm

Hm, mag sein, dass ich bislang damit Pech gehabt habe. Aber meine vorbespielten wenigen (!) Klassik-Kassetten ziehen regelmäßig den Kürzeren (flach in der Abbildung, meist leicht verwaschen) gegenüber der inhaltsgleichen LP oder zumeist auch gegenüber prerecorded tapes.
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LG, Jochen

Ralf B

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27

Wednesday, September 12th 2012, 5:07pm

Ich wollte auch den Peter nicht ärgern, weil er doch so wenig Platz hat.
Als er bei mir war, hatte ich dummerweise noch keine Ahnung vom Studiopegel und habe viel zu gering ausgesteuert (Habe ihm praktisch an 0db ausgesteuerte Aufnahmen serviert)
Jetzt, wo ich wacker an +6db steuere, wird jede Aufnahme zum Erlebnis.
Da habe ich bei meiner "Alpensinfonie" das Gefühl, das Gewitter bricht über mein Wohnzimmer herein!
Hatte stillschweigend schon über mich gelacht, weil ich nur hätte gründlicher lesen müssen:)

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28

Wednesday, September 12th 2012, 9:04pm

Hi Ralf,

Quoted

Bezüglich digital wende ich ein, daß doch auch im Rundfunk heute großteils CDs gespielt werden
Nicht nur daß, fast alle Klassiksender senden digital bzw. sind nur noch digital zu empfangen. Der Analogempfang in deutschen Kabelnetzen wird aus den jeweiligen Digitalstreams umgesetzt, deshalb sind sie auch oft so grottenschlecht in der Qualtät.

Quoted

Ich habe inzwischen eine Klassiksammlung von mehr als 100 Studiobändern und langsam kristallisiert sich auch die Richtung Beethoven, Bruckner, Schubert, Dvorak und vor allem Mendelssohn heraus.
Ist bei mir ähnlich, nur, daß ich alle große Komponisten der Romantik schätze. Beim Radiohören/Aufzeichnen besteht bezüglich Riesenarchiv noch eine große Gefahr: Man hört oft auch Kompositionen von Autoren kennen und schätzen, die noch nicht sooo in aller Munde sind: Bei mir sind es aktuell "die Engländer": C. V. Stanford, R. Vaughan-Williams, E. Elgar usw.

Höre Dir mal bspw. die "Sea-Symphonie" von Vaughan-Williams an ...!

Ich lösche nach einiger Zeit meine Bänder, Titel, die ich sicher mehr als dreimal hören werde, landen auf CD. So bleibt es noch überschaubar.

Heribert

Ralf B

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29

Wednesday, September 12th 2012, 9:39pm

"Sea-Symphony" habe ich noch nie gehört, da werde ich besonders drauf achten!(Leider liegt mein Notebook fast darnieder und ich kann es mir nicht einfach so anhören...)
Elgar hatte ja jetzt eine gute Zeit im Rundfunk, habe aber vieles durch meine "0db-Pleite" wieder eingebüßt
Ich höre im Moment die "Enigma-Variationen" rauf und runter, besonders gut gefällt mir das Royal Philharmonic Orchestra London unter Andrew Litton.
Und danach hab ich die Sinfonie Nr.2 Es-Dur op.63 mit gleichem Orchester, aber Yehudi Menuhin...(das ist mein perfektes Elgar-Band)

Im Moment werden bei BR-Klassik sehr viele Festival-Mitschnitte gesendet, bei denen sich die Leute zwischen den verschiedenen Sätzen richtiggehend freihusten und - niesen....da kommt mir das Grausen.

Ich freue mich auf den Herbst, dann kommen die schönen Studioaufnahmen, bzw die "gereinigten" Konzertmitschnitte, und dann wird das Aufnehmen wieder zur Freude.

Deine Heribert-Variante finde ich gut, habe aber in letzter Zeit immer mehr den Gedanken, die "ewigen Stücke" werden auf Band besser bewahrt als auf CD.
Habe letztens Bänder bekommen (LGR30), die sind ganz schön in die Jahre gekommen und haben einen so guten Kla.......Wiedergabequalität...man kann es mit Worten nicht beschreiben!

Ich habe es mir zum positiven Ereignis des Tages gemacht, mich auf eine bestimmte Aufnahme zu freuen, die gesendet wird. So hab ich immer was, worauf ich mich freuen kann!

Und Du hast völlig recht, man kann auch vieles wieder löschen!

Ralf B

Unregistered

30

Wednesday, September 12th 2012, 9:47pm

Jetzt habe ich natürlich die Russen vergessen (Rachmaninow, Tschaikowsky,Borodin,Glasunow) und völlig vergessen den Brahms und Max Bruch!

Und ich bin am meisten betrübt, daß ich das Nachtprogramm nicht aufnehmen kann....ich glaube, das ist die beste Quelle...

Sollte ich mir einen DAT-Recorder mit Timer anschaffen? Wirds dann noch digitaler??