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1

Donnerstag, 13. Mai 2010, 18:46

Hallo zusammen,

ich hab' hier eine LP (Robby Lutter - In Is Out - 1985) mit einem aussermittig aufgeklebtem "Label".

Das Label ist ca. 2 cm versetzt aufgeklebt und ragt über die Auslaufrillen bis in den letzten Titel hinein.

Frage: wie und mit welchem Mittel bekomme ich den Aufkleber möglichst zerstörungsfrei abgelöst?

Gruß Bernd


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2

Donnerstag, 13. Mai 2010, 19:29

Schwierig.

Das Meiste, was den Kleber löst, schadet auch den Farben des Druckes.
Du kannst mal versuchen, ob die Druckfarbe empfindlich auf Reinigungsbenzin reagiert.
Falls nicht, kannst Du das mal versuchen:

Das Etikett erst reichlich mit Speiseöl einsalben und dann einige Stunden (oder Tage) zwecks Vermeidung von Verharzung in eine dichte Plastiktüte packen und das anschließend abgzogene Teil in Waschbenzin legen, wo sich Öl und Kleber durch leichtes Schwenken vom Papier lösen.
Dabei öfter mal die Spüllösung wechseln.

Ist nicht viel Arbeit.
Aber Du brauchst etwas Geduld.
Das eingeweichte Papier ist sehr empfindlich beim voreiligen Abziehen.


Alternativ:
Plattenettikett auf Scanner abfotografieren und das alte Etikett einfach abkratzen.
Bert

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3

Donnerstag, 13. Mai 2010, 20:36

Hallo Bert,

Reinigungsbenzin beeindruckt den Klebstoff in keinster Weise!
Wasser, Spülmittel, Glasreiniger und 2-Propanol ebenfalls nicht!
Ausser, dass der Papieraufkleber sich jetzt im Korb des Papieres
befindet und der Kleber eisern seinen Platz verteidigt.

Was tun?

Gruß Bernd


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4

Donnerstag, 13. Mai 2010, 20:41

Zitat

besoe postete
Reinigungsbenzin beeindruckt den Klebstoff in keinster Weise!
Wasser, Spülmittel, Glasreiniger und 2-Propanol ebenfalls nicht!
Versuch's mal mit Fett. Wie oben schon geschrieben: Speiseöl wirkt bei Aufklebern oft Wunder.

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5

Freitag, 14. Mai 2010, 07:35

Hallo Bert und Timo,

mit Speiseöl oder Fett lässt sich der Kleber nicht
anlösen. Selbst Restteile des Aufklebers (Papier)
haben sich nicht gelöst. Das Zeug ist immer noch steinhart!

"Schärfere" Lösungsmittel wie Aceton (Nagellackentferner), Terpentinersatz (Pinselreiniger), o. ä. traue ich mich nicht zu testen.

Ich werde als nächstes eine "Datensicherung" der noch vorhanden
Rillenmodulation durchführen, dann sieht man weiter. Vieleicht hat
noch jemand einen Tipp für mich parat?

Gruß Bernd


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6

Freitag, 14. Mai 2010, 10:00

Hallo Bernd,

versuche es doch mit dem ganz normalen Etikettenlöser den es als Spray zu kaufen gibt.
Mit diesem Zeug hab ich bisher alle Aufkleber schadlos entfernen können.
Einfach richtig einsprühen und weichen lassen, notfalls wiederholen, dann kannst Du das Etikett abnehmen und trocknen lassen.

Gruß, Bernd

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7

Freitag, 14. Mai 2010, 10:07

Dann könnte es sich möglicherweise um einen Dispersionskleber handeln.
Manchmal hat man Glück, daß die Tinktur sich mit normalem Wasser wieder anlösen läßt. Man kann zum besseren Benetzen einen Tropfen Spüli mit hinzugeben.

Glücklicherweise ist das Trägermaterial von Platten , PVC, relativ beständig gegen die meisten chemischen Angriffsversuche.
Nur leider führen ja auch schon kleinste Oberflächenbeschädigungen der Rille zu hörbaren Störungen in Form von Knistern.

Solltest Du mit dem Wassertrick nicht weiterkommen, kannst Du deshalb mal Aceton versuchen.
Das dringt aber in den Kunststoff ein und läßt bei längerer Einwirkung PVC quellen.
Also nur partiell mit gut getränktem Lappen wischen und sehen, ob sich da was tut.
Keinesfalls Lappen drauflegen und ziehen lassen.


Es gibt halt nicht "den" Kleber.
Bert

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8

Freitag, 14. Mai 2010, 16:58

Der Inhalt der Platte befindet sich in Kopie auf
der Festplatte (Datensicherung).

Wasserlöslich ist der Klebstoff auch nicht. Gegen heisses Wasser (ca. 60° C) bewirkt - ausser das sich da Vinyl langsam verzieht - auch nichts.

Mit Brennspiritus komme ich auch nicht ins Ziel.
Aceton und Terpentinersatz habe ich gerade nicht zur Hand.
Nagellackentferner ist zur Zeit wegen einer Baustelle (Badrenovierung) nicht auffindbar.

Der Klebstoff lässt sich auch mit einem scharfen Messer kaum abkratzen. Dies würde natürlich auch kaum zum Ziel führen,
da das Zeug dann immer noch in der Rille sitzen würde.

Wenn man die Oberfläche unter starker Vergrösserung betrachtet,
könnte man meinen, das der Aufkleber während des Plattenpressens,
also im heissen Zustand, eingelegt war und sich so mit dem Etikett
verbunden hatte. Das heisst, da befindet sich kein Klebstoff mehr
auf dem Vinyl, sondern das sind Restpartikel des Etiketts die sich
in der Oberfläche eingelagert haben. Selbst das Mittelloch und der
Etikettenrand haben sich in die Oberfläche eingeprägt.

Fazit: Da gibt es nichts mehr abzulösen. Die ganze Arbeit war für
die Katz'.

Trotzdem Danke für die Unterstützung!

Robby Lutter, kennt den jemand?

Die Platte stammt "aus dem Hause JETON, Stuttgart DMM LP 2186031 - 1985. Die Preßqualität und der Sound ist super!

Im Cover fand sich noch eine INFO-Beileger für den Radio-Moderator mit Kurzbiografie.

Wenn es jemand interessiert, kann ich den Inhalt abtippen und
hier einstellen, da per guugel kaum Infos zu finden sind.

Gruß Bernd


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Freitag, 14. Mai 2010, 17:45

Hallo Bernd,

Deine Vermutung das die Aufkleber schon beim pressen der Platte eingelegt sind ist richtig. Ich habe mal einen Bericht über das Plattenpressen gesehen. Zuerst wird das untere Etikett eingelegt (Druck nach unten), dann kommt der Vinyl-Rohling und obendrauf das obere Etikett (Druck nach oben). Danach wird die Platte gepresst.

Gruß
Friedhelm
der ab Januar 2009 zur A77Hs , 2x 4400 Report Monitor und TK46 sowie Tk47 noch eine M15a in sein Pflegeprogramm aufgenommen hat. Nicht zu vergessen 2 Uher CR1600, 1 Uher CR1600TC und die 2 Thorens TD 124 II :-)

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10

Freitag, 14. Mai 2010, 18:43

Hallo Friedhelm,

diese Platte muss so hergestellt worden sein, da wie beschrieben
sich das Etikett in die Oberfläche eingeprägt hat und somit
auch die überdeckte Rille platt gemacht wurde.

Gab es da nicht hierzuforen einen Link zu einem Video,
ich meine TELDEC, in der die Produktion von LP zu sehen war?

Gruß Bernd