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Tuesday, February 26th 2019, 9:53pm

Was mich ein bischen wundert, ist das bislang keine Aufnahmen aus der Schellackplatten-Zeit aufgetaucht sind, die mit SBR wenigsten auf Vodafone Bandbreite von 13,5 kHz gebracht wurden.

Ich kann mich noch schwach an eine alte Rgel aus der Übertragungstechnik erinnern, dass die obere Grenzfrequenz zu unteren "passen" muss, um einen harmonischen Gesamteindruck zu vermitteln.

Da es bei der unteren Grenzfrequenz bei Schellackplatten ebenso hapert, würde die nötige Anhebung auch das mehr oder weniger breitbandige Rumpeln einschließen.

Grüße, Peter

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62

Tuesday, February 26th 2019, 11:12pm

Ich habe bislang nur HD Tracks von den Beatles untersucht, hauptsächlich vom White Album und Sgt Pepper's . Das mit der technisch verringerten Dynamik stimmt, es sind auch klare Anzeichen digitaler Begrenzung erkennbar, doch der Frequenzbereich endet nicht durchweg abrupt bei 22 kHz. Die Abmischung von 2018 gefällt mir übrigens subjektiv besser, sie wirkt auf mich nicht "auf Lautheit geprügelt". Einige Beispiele:

Aber so wirklich Dynamik ist da 2018 nicht mehr übrig.
Und wenn noch etwas Dynamik da ist, sind die Impulse oft total weichgespült - dank digitaler Bearbeitungsmöglichkeiten.

Da mir Dynamik sehr wichtig ist, kaufe ich aktuell gar keine Musik mehr und digitalisiere Schallplatten und höre alte CDs.
Schade, wie eine Industrie ihre Produkte verstümmelt und sich dann wundert, daß der gleichlaute Brei niemanden mehr begeistert.


Viele Grüße

96k

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63

Tuesday, February 26th 2019, 11:17pm

Ich kann mich noch schwach an eine alte Rgel aus der Übertragungstechnik erinnern, dass die obere Grenzfrequenz zu unteren "passen" muss,
Da untertreibst du wohl gewaltig und könntest mich sofort korrigieren, wenn ich jetzt die Produktregel von unterer und oberer Frequenzgrenze falsch zitiere.
Ist aber auch kein technisches Hindernis für den Profitwilligen: Dann werden eben Bass- und Drum-Synthesizer-Klänge hinzugemischt oder Subharmonische aus dem vorhanden Spektrum erzeugt. SBR geht zur Erweiterung nach oben ähnlich vor. Bei DAB+ wird selbst bei den höchsten Datenraten (hier im Norden bei den DLF-Programmen) nur bis 11,2 kHz Waveform-kodiert per mpeg. Alles darüber sind künstliche per SBR erzeugte Höhen nach einer parametrischen Beschreibung des Originalspektrums mit wenigen Bits. Daher kommt (neben AAC) die gegenüber mp3 erhöhte Kompressionsrate.

MfG Kai

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64

Tuesday, February 26th 2019, 11:26pm

Die klassischen Beatles-Aufnahmen wurden mit Bandgeräten gemacht. Wo sollen da denn Frequenzanteile > 22 kHz herkommen ?

Die B77 mach bei 19cm/s schon 25 kHz. Wo siehst Du da ein Problem?



Davon abgesehen ist die Ur-Dynamik ja auch völlig künstlich durch Studio-Arbeit erstellt worden und unterliegt damit der Willkür von Produzent und Künstlern .

Glaubst Du, die Künstler würden gefragt werden (wenn es noch möglich wäre) ob sie mit den Re-Master-Versionen einverstanden sind?



Der technische und algorithmische Fortschritt macht es heutzutage möglich, auch das Upsamplen älterer Aufnahme durch Hinzufügen künstlicher Höhen (mittels dem von DAB+ bzw HE-AAC v1 bekannten SBR) zu verschleiern und für den Nicht-Profi schwer bis garnicht mehr erkennbar zu machen.

Das war schon zu analogen Zeiten möglich und üblich, gab es in 19"-Breite zu kaufen.



Was mich ein bischen wundert, ist das bislang keine Aufnahmen aus der Schellackplatten-Zeit aufgetaucht sind, die mit SBR wenigsten auf Vodafone Bandbreite von 13,5 kHz gebracht wurden.

Zieht sich dieses Vodafone-Genörgel jetzt durch jeden Thread hier im Forum?
In der gleichen Zeit hättest Du auch einen offiziellen Beschwerdebrief an Vodafone schreiben können, das würde vielleicht etwas ändern.


Viele Grüße

96k

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Wednesday, February 27th 2019, 1:14am

Hier ist eine Beschreibung der Studer J37, die in den Abbey Road Studios installiert und von den Beatles benutzt wurden: https://www.waves.com/behind-the-j37-tape

Zitat: "...The frequency response of the machine was outstanding, reaching 18 kHz at the high end EQ which, along with its 52 vacuum tubes, enabled it to produce a rich spectrum of tonal colors..."

Anscheinend wurde für diese Platte eine andere Bandmaschine benutzt, aber dies war der Stand der Technik damals.

Gruß

Nelson