You are not logged in.

Posts: 60

Date of registration: Mar 10th 2013

Location: Gmund am Tegernsee

Occupation: Heizungsbaumeister

  • Send private message

31

Saturday, May 18th 2013, 6:48pm

Irgendwann kann sich sowas verselbstständigen und dann wird aus einer Sammlung eben eine ANsammlung mit der man eigentlich seiner Lebtag nichts mehr anzufangen weiß.
Ich hab das ganze mit meiner Oldtimerei durch. Da kauft man um 1984 einen Opel und findet den toll. Mein Kumpel auch und sogleich muss noch einer her. Kaum war der auf dem Hof kam die Überlegung: Opel und Ersatzteile ... vergiss es. Daraufhin sind wir fast jedes WE losgezogen und haben uns ein ET Lager auf 4 Rädern geholt. Die Dinger gingen so für ne halbe Bier bis 50.-DM her. Zuletzt füllte das Lager 800m² nur mit Teilen für den Fahrzeugtyp. Von den 4. bis 8. Wagen red ich besser nicht mehr. Was ich deswegen (sinnlos?) an Zeit verbracht habe, will ich lieber nicht so genau nachrechnen. Irgendwann vor 4 Jahren hab ich dann meinen Fuhrpark reduziert auf einen Opel und nachdem ich mir die besten ET`s aus dem Lager geholt hatte, verschenkte ich den Rest (also die restlichen 799m²) an meinen Kumpel, der das bis jetzt noch nicht einsieht, dass er die Teile niemals brauchen wird.
Ich fühle mich deutlich freier jetzt.

MfG Fred

Posts: 802

Date of registration: May 4th 2005

  • Send private message

32

Saturday, May 18th 2013, 8:47pm

Nachdem das ursprüngliche Thema in den jüngsten Beiträgen erweitert wurde in Richtung der Fragen
„Sammlung oder Ansammlung“ und „Roter Faden durch die Sammlung“, möchte ich dazu auch ein paar Gedanken beisteuern.

Was könnte denn eine Sammlung gegenüber einer bloßen Ansammlung auszeichnen? Was könnte ein roter Faden durch eine Privatsammlung sein?

Würde man von einer Sammlung reden, wenn – sagen wir mal – sämtliche jemals von deutschen Herstellern angebotenen
Modelle versammelt wären? Vielleicht.
Zumindest wäre ein roter Faden leicht erkennbar. Aber dieses Ziel dürfte für den durchschnittlichen Privatsammler
kaum zu erreichen sein. Andererseits: Besaß das Deutsche Rundfunkmuseum in Berlin jemals ein Exemplar sämtlicher in
Deutschland gebauten Radioempfänger? Vielleicht nicht. Auf jeden Fall besitzt das Pariser Picasso-Museum längst nicht
jedes Werk dieses Künstlers. Trotzdem spricht man dort von einer „Sammlung“ und deren Besichtigung gibt einen guten
Überblick über die diversen Schaffensperioden des Künstlers von Anfang bis Ende.

Als Privatsammler wird man sich beschränken müssen. Zeit, Geld, Platz – alles nur begrenzt vorhanden.
Magnetische Aufzeichnung allgemein ist wohl schon zu umfangreich. Da gehört so viel dazu:
Ton, Bild, Daten, analog, digital – kaum zu schaffen. Also sagen wir: Tonbandgeräte. Noch spezieller: Amateurgeräte.

Wenn eine Geräte-Ansammlung die technische und stilistische Entwicklung von den ersten
Geräten der frühen Fünfziger bis zu den letzten der Neunziger anhand ausgewählter Beispiele dokumentieren kann,
von Vollspur zu Viertelspur, von Mono zu Stereo, von Röhre zu Halbleiter, vom einfachen Ein-Motoren-Antrieb zum
Drei-Motoren-Gerät mit elektronischer Regelung, dann wäre für mich da schon ein
roter Faden erkennbar und der Begriff „Sammlung“ angebracht. Wenn dann auch
noch Begleitmaterial vorhanden ist, Prospekte, Werbung, Mikrophone, Bandmaterial in Originalverpackung, ...

Vielleicht sollte der eine oder andere hier seine „Ansammlung“ mal unter diesem Aspekt betrachten?

Bei mir ist es zwecklos. Ich bin ziemlich allergisch gegen in Plastik verpackten Sand (sprich: Halbleiter).
Ich bevorzuge stark das in Glas verpackte Vakuum. Damit fallen die letzten Dekaden schon mal weg.


Gruß
TSF

Posts: 2,099

Date of registration: Dec 8th 2004

Location: Berlin

  • Send private message

33

Saturday, May 18th 2013, 10:58pm

Ist jetzt offtopic...

Gereinigte Sandkörnchen dotiert gibt es auch in Glasgehäusen, bekanntester Vertreter dürfte die Diode 1N4148 sein. Auch gibt es erste Transistoren in Glasgehäusen, OCxxx. Kurz danach kamen die Metallgehäuse für Transistoren, international sehr bekannt der damalige Leistungstransistor 2N3055. Als die ICs aufkamen, spendierte man ihnen gern ein Keramikgehäuse, nicht selten mit vergoldeten Anschlüssen. In der Zeit zwischen Röhre und "Sandkörnchen" war übrigens Germanium sehr beliebt.

Andreas, DL2JAS
Was bedeutet DL2JAS? Amateurfunk, www.dl2jas.com

Posts: 802

Date of registration: May 4th 2005

  • Send private message

34

Saturday, May 18th 2013, 11:41pm

Auch gibt es erste Transistoren in Glasgehäusen, OCxxx.
Da hast Du natürlich recht. Und zu meiner Schande (so viel zu meiner Prinzipientreue!) muß ich gestehen, daß sich einige dieser OCxxx bei mir eingefunden haben. Im Telefunken Magnetophon 76 z.B., einem der ersten Viertelspur-Geräte wenn ich recht informiert bin, dient ein OC603 oder OC604 von Telefunken als erste Verstârkerstufe, bevor es mit den Röhren EF86, ECC83 und EL95 weitergeht. Solche Geräte z. B. würde ich auch als technische Meilensteine betrachten, da sie die Übergangsphase repräsentieren. Folglich sollte sowas in einer Sammlung auch vertreten sein.

Gruß
TSF

Posts: 5,270

Date of registration: Mar 16th 2006

  • Send private message

35

Tuesday, May 21st 2013, 6:56pm

Hallo!

Lange habe ich überlegt, hier meinen Senf in Sachen "Jäger & Sammler" hinzuzufügen.
Ja, ich mach´s. Auch wenn praktisch schon alles Wesentliche dazu geschrieben wurde.

Anmerkungen zu Steigerungen (Ausuferungen):
Ich habe ca. 600 LP und habe meine Platzgrenze fast erreicht. Vor einiger Zeit besuchte
ich einen Musikfreund. Der hat ca. 3500 LP. Auf mein Staunen hin, meinte er nur lapidar:
"Ich kenne einen, der hat >30000 LP..."
Oder, hier wurde von 8 Oldtimern berichtet. Was die Schmerzgrenze war. Nun hatte ich
(mit einem Freund zusammen) Anfang der 70iger >60 Oldtimer. Davon 8 auf meinen
Namen ständig zugelassen. Ganz schön viel. Wenn da nicht diverse Oldtimerkollegen
wären, die >100/>200/etc. ihr eigen nennen.
Das gilt m. E. für Sammelgebiet aller Art. Es gibt also immer jemanden, der mehr zu-
sammengerafft hat, als man selbst.

Was ich so alles heimkarre? Nun, außer Oldtimern (aktuell nur noch 1) trug ich (aus
Sentimentalität zu Vater´s Drogerien) Artikel der 50-/60-iger Jahre zusammen. Da
alle Vitrinen mehr als gut gefüllt sind, und auf die Küchenoberschränke keine Blech-
dosen mehr passen, ist hier praktisch Stillstand (hin und wieder noch etwas kurioses
Kleines). Das Kapitel EXACTA-Photoapparate & Zubehör ist Geschichte. Bis auf das
EXACTA-Buch (Werner Wurst) habe ich alles einem Freund zum 50. Geburtstag ge-
schenkt, weil er seine Ausrüstung auf einem Parkplatz am Gotthardpaß stehen ge-
lassen hatte (gemerkt in Stuttgart!). Bleibt als "lebend" nur das Hobby Tonband-
und Cassettengeräte übrig.

Hier liegt der Schwerpunkt eindeutig bei UHER. Auch wenn ich von ASC die meisten
Geräte habe. Die beiden Tandberg´s (20A; 20A SE) sind die Großspuleralternative zu
den AS6002S/AS6004S. "UHER´s" habe ich ca. 70. Hier liegt wiederum der Schwerpunkt
auf den Report-Modellen (40 verschiedene + 8 Teileträger/doppelte). Die CR´s sind
inzwischen auf 11 angewachsen. Der Rest sind Universal (1); 500 (1); 784S (1); 782E (1);
784E (1), 22 special (2); 24 special (2); RdL (1); RdL C (1).

Zu jedem Gerät gibt es BDA, Serviceheft und Pläne (manche auch mit Rechnung/Garantie-
karte/Frequenzschrieb/OVP/Prospekte). Alle mobilen Geräte haben ihr eigenes (und
passendes) NT, sowie die passende Bereitschaftstasche und (bei den Report) die richtige
Leerspule. Abgerundet durch ca. 30 UHER-Mikrophone (diverser Zulieferer), diverse UHER-
Zusatzgeräten und (gefühlt) hunderte UHER-Kabel. Bei einigen Report kenne ich auch deren
"Lebensgeschichte", weil ich immer danach frage. Meist leider ohne Erfolg.

Ach, übrigens - alle Geräte sind voll umfänglich einsatzfähig und durchgewartet. Bei mir
muß auch das "Alteisen" funktionieren. Selbst die PFAFF-Nähmaschine (1906) und die
elektrische ELNA-Nähmaschine (1948) sind OK und werden häufiger genutzt.
Zieht sich nun ein "roter Faden" durch die aufgehäuften UHER-Geräte? Oder nicht? Es
mögen Andere darüber urteilen. Mir ist es egal. "Roter Faden", hin oder her. Ich freue
mich an meiner Beute und lasse fast jeden Tag ein anderes Report schalmeien. Oder
eines der 18cm-Klasse, bzw. ein Großspuler tönt in meine Ohren. Oder auch eines der
wackeren "CR-Backsteine" kommt zum Einsatz (wenn mich die Faulheit übermannt).
So muß ich manchmal fast schon zwingen den Plattendreher anzuwerfen, bevor er
Spinnweben ansetzt...

Fazit:
Sammler oder nicht?
Auf jeden Fall "reif und bekloppt"!

Und noch etwas: "Ich löse meinen Krempel nicht auf. Da können sich später Andere drum
kümmern..."

Grüße
Wolfgang

PS.: Und natürlich gibt es Leute die mehr Report als ich haben. Einer davon lebt in Köln...

36

Tuesday, May 21st 2013, 10:01pm

Hallo Wolfgang,

da es Dir egal ist, schreibe ich Dir hier natürlich nicht, daß ich denke, daß sich auf jeden Fall ein Roter Faden durch Deine Sammlung zieht. Ich finde es schon recht "museal" im absolut positiven Sinn, wenn dann noch die Bereitschaftstasche, Plan und sogar die Lebensgeschichte greifbar ist. Damit dokumentierst Du ja ein Stück Tonbandgeschichte.
Und Du schränkst die Sache ein und konzentrierst die Aufmerksamkeit auf ein Gebiet.
Finde ich bei so einem Hobby sinnvoll, auch wenn es Dir vielleicht auch egal ist.

Deinen letzten Satz finde ich ziemlich treffend. Man sollte das eigene Leben nicht (nur) mit Blick auf die möglichst einfache Entsorgung seiner Hinterlassenschaften leben...

Gruß von Ralf

Posts: 5,270

Date of registration: Mar 16th 2006

  • Send private message

37

Wednesday, May 22nd 2013, 9:07am

Hallo Ralf!

Vielen Dank für Deine Zeilen, die mir natürlich nicht egal sind.

Die Begriffe "Hobby" und "sinnvoll", passen die überhaupt zusammen?
Da bildet sich sicher jeder seine eigene Meinung dazu.

Für mich gehörten und gehören Hobbies einfach zu meinem Leben
und sind eine Bereicherung meiner Lebesqualität. Teilnehmer der
Nordtreffen, die unsere Wohnung kennen, haben eine kleine Vorstellung
davon. Denn die Bude hängt voller Kunst und Mitbringseln der zahlrei-
chen Rucksackreisen (Asien, Afrika). Und zu jedem Stück gibt es eine
Geschichte. Eigentlich leben wir in einem "Gesamtkunstwerk" (so der
Tenor vieler Besucher). Und darüber freuen wir uns jeden Tag auf´s
Neue.

Natürlich gibt´s auch genügend Kritker. Aber die müssen hier ja nicht
wohnen. Und wenn es sie zu sehr stört, auch nicht wieder kommen.
Jedermann hat das Recht, so zu leben, wie´s ihm gefällt. Nur seine
Lebensweise Anderen überstülpen oder sie zu missionieren, das geht
zu weit.

Gruß
Wolfgang

  • "mx1000" started this thread

Posts: 570

Date of registration: Nov 7th 2009

Location: Umkreis Frankfurt

Occupation: Techniker

  • Send private message

38

Saturday, May 25th 2013, 11:36am

Jeder schätzt die vorhanden Mengen an Geräten unterschiedlich ein. Ich denke das folgendes einfach zuviel ist:
35 CD-Player
13 Plattenspieler
9 Tonbandgeräte
7 Videorecorder
3 DVD Recorder
1 CD Recorder
22 Cassettendecks
9 Tuner
12 Vollverstärker
3 Vor- Endstufen
13 Paar Lautsprecher
Gruß von

Rüdiger

39

Saturday, May 25th 2013, 2:37pm

Hallo Wolfgang und Rüdiger,

durch den letztlichen Forenausfall konnte ich noch nicht früher antworten......

Wolfgang, Du hast ein paar Gedanken geäußert, die mich auch wieder zum Nachdenken anregen.
Warum vermittelt ein und dieselbe Sache (Sammeln von Dingen) bei dem einen Charakter und Stil.....-...und bei dem anderen ist Messietum zu befürchten? Liegt es an der Person, die dahinter steht?
Du hast natürlich recht: Beim Hobby lassen wir uns nicht missionieren (Mission=Sammlung verkleinern, weil jemand anderes es will)
Ich ließe mir das auch nicht anweisen.

Der Thread ging aber von Selbstzweifeln aus, ob manches Maß noch sinnvoll wäre.
Somit ist eigentlich mehr danach gefragt, was man selbst für sinnvoll erachtet.
Ist es für mich sinnvoll, 100 Bilder im Jahr zu malen, die am Ende weder in den Louv__re noch in die National__galerie kommen werden?
Vermutlich werden die Jungs dann einen Container bestellen.
Sollte ich vielmehr nur an einem arbeiten, welches den Menschen den Boden unter den Füßen wegreißt ;) ?
Und so muß man sich nach dem Sinn eines jeden Hobbies fragen.
Der Modellbahnfritze kann seine Anlage in einem Koffer bauen, oder er baut das ganze Haus damit voll, so daß die Familie zur Tante ziehen muß...
Also kommt es auch unter Umständen zu Familienproblemen mit Streit...vielleicht Trennung, wenn man es übertreibt.


Auf jeden Fall bin ich nach wie vor auch der Meinung, daß es ab einer bestimmten Zahl der "Exponate" zu einer Ermüdung kommt, die sogar zum Desinteresse am Hobby führen kann.


Rüdiger, bei dem von Dir aufgeführten Technikparadies würden mir genau diese Anwandlungen kommen.
Was tust Du mit 35 CD-Playern???
Um der Sache einen Sinn zu geben, müßte wenigstens einmal pro Woche ein technikliebender Mensch bei Dir auftauchen, staunen, sich die Dinger vorführen lassen, um dann beseelt nach Hause zu wackeln.
Aber zur reinen Selbstbeglückung ist es doch sehr viel, was da bei Dir steht.


Was ich jedoch nachvollziehen kann, ist die Entdeckerfreude, wenn was neu und unbekannt nach Hause kommt...das habe ich ja auch erlebt.


Vielleicht ist es für unsereins auch ein Hauptproblem, daß nach Reparatur und Reinigung soviel "Herzblut" dran klebt, daß man sich von dem Zeug nicht mehr trennen mag......Vielleicht der Hauptgrund für Ansammlungen?


Nebenbei: Es regnet bei uns den ganzen Tag lang schon. Man bräuchte mal wieder ein völlig verwahrlostes Tonbandgerät, was man etwas herrichten könnte....gibt`s denn eigentlich die Bucht noch....und die Kleinanzeigen.......? :pinch:


Beste Grüße von Ralf