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31

Saturday, February 12th 2005, 11:29am

Nachdem die Erstausgabe der "LP" meine vielleicht zu hohen Erwartungen nicht erfüllt hat, wollte ich keinen zweiten Versuch mehr starten. Als ich aber, auf der abendlichen Suche nach Lesestoff, über die zweite Nummer stolperte, wurde ich schwach, diesmal mit deutlich niedrigeren Erwartungen.

Im Editorial schneidet der Blattmacher Holger Barske ein interessantes Thema an: Die mangelnde Kommunikation zwischen solchen High-Endern, die HiFi als Selbstzweck und Geräteschau sehen, und den Musikliebhabern, die keinerlei apparativen Aufwand betreiben, um ihre Tonträger zu geniessen. Dabei schießt Barske allerdings einen Bock. Er redet von Klangfarben und davon, daß dadurch Musik zur Kunst wird. Eine sehr fragwürdige Aussage! Ist ein gutes Musikstück keine Kunst, nur weil es aus einem Henkelmann erklingt? Entstanden ist dieser Lapsus vielleicht deshalb, weil dieses Editorial nicht nur aus Überzeugung sondern auch zu einem bestimmten Zweck geschrieben wurde: Als Kommunikationsplattform empfiehlt Barske am Ende des Artikels die unvermeidliche AAA und deren Analog-Forum in Düsseldorf.

Für ein simples Inhaltsverzeichnis zwei Seiten Farbdruck zu verschwenden ist leider Usus geworden. In den darauf folgenden Kleinartikeln mit vermischten Themen findet sich manches nützliche und interessante. So zum Beispiel der Hinweis auf ein gut ausgestattetes analoges Tonstudio, leider kein weiterer konkreter Kommentar über das dort versammelte Equipment. Da hätte man mehr draus machen können.

Es folgt ein Test über die ProJect-Plattenspieler der Einsteigerklasse, und damit wird - sehr begrüßenswert - auch über das untere Preissegment berichtet, dies durchaus positiv. Das wird wohl harsche Kommentare derer zur Folge haben, die die HiFi-Technik vor allem als Materialschlacht begreifen.

Eine Alternative zum Neukauf eines preiswerten Plattenspielers folgt auf dem Fuß: Ein Bericht über den Wiederaufbau zweier alter Plattenspielermodelle. Erfreulicherweise beschränkt man sich nicht auf den obligatorischen Thorens, sondern nimmte auch einen Dual hinzu. Hier sogar ein Butter-und-Brot-Modell der Dual-Palette und man schreckt auch vor der in diesen Kreisen üblicherweise verpönten Vollautomatik nicht zurück. Respekt, hätte ich dem Blatt nicht zugetraut! Es gibt ein paar nützliche Adressen und Links, die aber allgemein bekannt sein dürften. Die omnipräsente AAA darf natürlich nicht fehlen, aber auch die HP von StormyMonday wird genannt. Leider gibt es auch ein paar sehr nonchalant dahergeworfene Tips über die Pflege der Lager. Der Dual sei "hermetisch gekapselt", da brauche man nix machen, beim Thorens reiche Nähmaschinen- oder Motorenöl, so wird kolportiert. Daß es zu diesen Punkten auch andere Meinungen gibt, hätte zumindest erwähnt werden sollen, vor allem weil die entsprechenden Fachleute durchaus auch in der AAA vertreten sind.

Ein Bericht über klassische Tonabnehmer rundet den Phonoteil ab. Ebenfalls ein Thema, das interessiert, vor allem, wenn man der Meinung ist, daß das. was früher sehr gut war, auch heute nicht ganz schlecht sein kann.

Eine Einseitigkeit in Richtung Phonotechnik wird vermieden durch einen Test der Castle Richmond, einer kleinen 2-Wege-Box ganz nach meinem Geschmack. Zwar würde ich nach dem doch recht oberflächlichen Test nicht blind kaufen, aber zumindest wird auf das Produkt hingewiesen und es gibt ein paar Hintergrundinformationen zu Entstehung und Entwicklung.

Ebenso interessant der Hinweis auf den aktiven Studio-Monitor der Fa. Quad, der so gar nicht ins althergebrachte Klischee des altmodisch-extzentrischen Herstellers von Elektrostaten passt. Daß diese Firma, nicht zu ihrem Nachteil, in chinesischer Hand ist, wie verschiedene andere renommierte Marken auch, wusste ich bislang nicht.

Nach wie vor überflüssig die Rubrik "Der Wein zur Platte", auch die Glosse über das High-End-Gebaren mancher audiophilen Zeitgenossen ist nicht gelungen. Zutreffend zwar, aber auch platt und bar jeglichen Humors. Der Autor, Uli Zauner, hat mit seinem Plattenspielerbuch bewiesen, daß er schreiben kann. Daß es ihm hier nicht gelingt liegt vielleicht daran, daß allzu bemüht versucht wurde, sich aus der High-End-Ecke zu manövrieren.

Der Musikteil ist nicht ganz so trostlos wie beim letzten Mal, es wird auf Aktivitäten des Audite-Labels hingewiesen, auch die Auswahl der rezensierten Platten war, obschon nicht top, doch zumindest interessant. Wenn es Barske gelingt, noch ein paar Kritiker zu gewinnen, die wenigstens ansatzweise das Format eines Franz Schöler erreichen, könnte diese Rubrik sehr gewinnen.

Für den Plattenfan gibt es Hinweise auf Läden und Börsen, für den Sammler ein Artikel über Schallplatten mit nicht jugendfreiem Inhalt oder besser gesagt dem, was man vor 40 Jahren dafür gehalten hat. Wie beim letzten Mal gibt es auch ein Porträt, so was wie eine Homestory, diesmal über einen Sammler von antiken Musikreproduktionsgeräten.


Fazit: Bei aller Kritik über die Oberflächlichkeit der Artikel und der mangelnden Qualität der Schreiber - mir macht das Lesen wenig Spaß - gewinnt diese Ausgabe gegenüber der Erstausgabe deutlich. Der Auftritt wirkt dezenter und dafür souveräner. Der analoge Oberlehrer-Zeigefinger bleibt ungezückt und es gibt auch keine abstrusen Herleitungen am untauglichen Objekt dahingehend, daß die Analogtechnik die einzig richtige sei. Das Magazin versucht deutlich, auch die normalen HiFi-User zu erreichen und auch für jene zu schreiben, die 300.-- für einen Plattendreher als angemessenen Betrag ansehen. Ich kann mir sehr gut vorstellen, daß die etablierte analoge High-End-Gemeinde dies mit Murren zur Kenntnis nehmen wird, vor allem, weil die in diesen Kreisen so beliebten mysteriösen Voodoo-Phänome weitestgehend aussen vor bleiben. Sieht man von der Kaufempfehlung für einen "bestimmten" Ikea-Tisch ab, der aber schon seit vielen Jahren nicht mehr im Programm ist und der bei den ersten Auftritten des Linn LP 12 durch die Presse geisterte, kann man dieses Heft auch als "Normali" mit einem gewissen Wert lesen.

Indes, mit Publikationen wie der HiFi-Stereophonie darf man das Blatt nicht vergleichen, und auch der ähnlich angelegten HiFi & Records kann die LP nicht das Wasser reichen, was die Umsetzung anbelangt. Bei der Themenauswahl schon. Bleibt zu hoffen, daß die Blattmacher genug Atem haben, um ein eigenes, interessantes Profil zu finden und dessen handwerkliche Umsetzung besser auf die Reihe kriegen.
Michael(F)

StormyMonday

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32

Saturday, February 12th 2005, 12:31pm

Hallo Michael (F),

>>Er redet von Klangfarben und davon, daß dadurch Musik zur Kunst wird.<<
Hätte HB es tatsächlich so geschrieben, dann wäre die Aussage (teilweise) fragwürdig, ja.
Er schreibt aber : >>Ausdruck erschließt sich im Detail, in dynamischen Abstufungen, in farblichen Nuancen – da, wo Musik zur Kunst wird.<<
Und da hat er doch den Punkt getroffen !
Wodurch wird denn ein Alfred Brendel oder ein Glenn Gould zum Künstler ?
Bestimmt nicht, weil er Beethoven oder Bach spielen kann, das können recht viele. Nein, er wird zum Künstler durch die Art, WIE er es kann, durch Ausdruck, dynamische Abstufung, farbliche Nuancen – so, wie HB es schreibt.
Nebenbei schreibt er es m. E. nicht, um damit gekonnt auf das kommende Analog Forum der „unvermeidlichen AAA“ überleiten zu können, auf unsere Veranstaltung wird auch so auf S. 96 groß genug hingewiesen.
Und ist es nicht gut, dass wir so „unvermeidlich“ sind ?
Was sonst bleibt denn Plattenspielerfreunden, wenn sie mal mit vielen Gleichgesinnten zusammenkommen wollen und ausgiebig und entspannt viele faszinierende Laufwerke sehen und hören wollen ?
Die High End und die World of Music kann man ja direkt vergessen – bei dem Trubel um Home Cinema und Multi-Room und Digital_von_A_bis_Z sind wir eine Minderheit, die, wenn sie denn überhaupt mal eine liebevoll installierte Analogkette findet, garantiert vom neuesten Basswunder im Raum rechts daneben oder der hundertsten Star_Wars_meets_Jurassic_Park-Vorführung im Raum links daneben (natürlich in Original Kino-Lautstärke) am Lauschen gehindert wird.
Bei unseren Veranstaltungen passiert das garantiert nicht.

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33

Saturday, February 12th 2005, 2:36pm

=> Holger

Natürlich werden Brendel und Gould nicht alleine dadurch zu Künstlern, weil sie fehlerarm Beethoven oder Bach spielen können, sondern vor allem dadurch, daß sie auf eine ganz bestimmte - besondere - Art und Weise interpretieren. Das tun sie aber unabhängig vom Wiedergabemedium.

Der Zusammenhang war wie folgt: Barske weist auf die Plattenfreaks hin, die zwar "zu jeder ihrer 10.000 Platten den Vornamen der Schwiegermutter des Drummers nennen können", ihre Schätze aber über einen Phonovorverstärker wiedergeben, der an einem PC eingestöpselt ist, an dem coladosengroße Brüllwürfel hängen. Er nennt das: Sich der Illusion hingeben, Musik zu hören. Diesen "Nur-Musik-Hörern", wie er sie nennt, weil sich keinerlei Aufwand für HiFi-Equipment betreiben, bescheinigt er, daß sie sich kompositioneller Originalität und spieltechnischer Virtuosität erfreuen können, aber nur durch ein kleines Fenster auf die Musik blicken, weil Details fehlen. Danach kommt der von Dir zitierte Satz: >>Ausdruck erschließt sich im Detail, in dynamischen Abstufungen, in farblichen Nuancen – da, wo Musik zur Kunst wird.<<

Nun kann man das so lesen: Höre ich Gould über ein Mittelwelle-Transistor-Taschenradio, so ist das zwar Musik, aber noch lange keine Kunst. Als solche kann dieses Werk erst dann wahrgenommen werden, wenn es über ein Equipment gehört wird, das bestimmte Mindestanforderungen erfüllt. So habe ich es verstanden, und so zweifle ich diese Aussage auch an.

Sie steht in krassem Gegensatz zu den Gepflogenheiten vieler Musikschaffender und auch einfach nur Musikinteressierter, bei denen sich die Musik als Kunst im Kopf abspielt, und denen die Qualtiät ihres Equipments ziemlich wurscht ist. Ich selber habe das Musikhören mit einem "Greatz Flirt"- AM -Taschenradio begonnen und glaube nicht, daß ich damals "nur Musik" aber keine Kunst gehört habe. Ein interessantes Stück Musik als schlechte MP3 aus den Weiten des Internets empfinde ich durchaus als Kunst, denn diese erschöpft sich nicht in ein paar Details, die eine gute Anlage reproduziert. Wäre es so, hätten wir ein ernstes Problem mit der Klärung der Frage, ab wann denn eine HiFi-Anlage "kunsttauglich" ist. Interessieren würde mich auch die Meinung der Analoggemeinde, ob denn die CD kunsttauglich sein kann.

Für mich ist Musik an sich schon Kunst. Es mag bei schlechter Reproduktion einiges verloren gehen, aber in der Regel bleibt auch dann noch der Löwenanteil davon übrig.

Ich verstehe, was Barske sagen will, es ist so banal wie richtig: HiFi ist kein Selbstzweck, sondern ein Hilfsmittel, um möglichst hochwertig Musik zu hören. Wer hier unter einem bestimmten Level bleibt, verzichtet. So weit, so gut. Daß aber reproduzierte Musik keine Kunst sei, sondern erst dann zu solcher wird, wenn ein bestimmter Mindestaufwand getrieben wird, halte ich für fragwürdig.

Es war, um auch auf die restlichen Aussagen Deines Posts einzugehen, mein persönlicher Eindruck, daß dieses Editorial mit heisser Nadel gestrickt wurde, um beiden Lagern das AAA-Analog-Forum als gemeinsame Kommunikationsplattform zu empfehlen. "Sprechen tut Not" war auch die Überschrift, "wir müssen uns unterhalten...." der erste Satz des Textes. Das (scheinbare?) Hauptanliegen hätte er auch vortragen können, ohne Werbung für das AAA zu machen, welche er am Ende des Artikels quasi als "Retter aus der Not" präsentierte.

Dabei spricht meiner Meinung nach nichts gegen so eine Werbung bwz. gegen solche Hinweise - ich finde es aber schade, daß nicht auf Alternativen hingewiesen wird. Die Stereo z. B. hat als regelmäßige Rubrik eine Sammlung von Internetauftritten. Diese Vielseitigkeit würde der Zeitschrift besser zu Gesicht stehen. Den Wert der AAA-Veranstaltungen wollte ich damit nicht in Frage stellen. Dies würde ich mir, wenn überhaupt, erst dann erlauben, wenn ich mir ein Bild davon gemacht habe.
Michael(F)

StormyMonday

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34

Saturday, February 12th 2005, 7:22pm

Hallo Michael (F)

>>Ich verstehe, was Barske sagen will, es ist so banal wie richtig: HiFi ist kein Selbstzweck, sondern ein Hilfsmittel, um möglichst hochwertig Musik zu hören. Wer hier unter einem bestimmten Level bleibt, verzichtet. So weit, so gut.<<

So weit, so gut.

>>Daß aber reproduzierte Musik keine Kunst sei, sondern erst dann zu solcher wird, wenn ein bestimmter Mindestaufwand getrieben wird, halte ich für fragwürdig.<<

Ich finde, dass da jetzt etwas zu viel in seine Worte hineininterpretiert wird. Ich glaube nicht, dass das so gemeint ist.

>>Interessieren würde mich auch die Meinung der Analoggemeinde, ob denn die CD kunsttauglich sein kann.<<

Klar kann sie das, ist doch ein gutes Medium. Wenn man aber die CD nur vom PC aus über Brüllwürfel hört, so hat man auch hier nur ein kleines Fenster, durch das man auf die Musik blicken kann. Und die volle Pracht (oder Kunst) wird man so eben nicht er"hören" können.

>>ich finde es aber schade, daß nicht auf Alternativen hingewiesen wird.<<

Welche Alternativen gibt es denn ? Wo kann man noch Musik erleben, hören und fühlen ? Und massenweise Gleichgesinnte treffen ? Mit eigenen Platten, ohne Verkaufsdruck, ohne speziellen „Workshop“-Charakter, mit einer Vielzahl an Anlagen ?
Und ein Internet-Forum als Beispiel ist da keine Alternative, deshalb organisieren wir ja Analog-Stammtische und treffen und in kleinerem Kreis (Mini-Analog-Foren sozusagen ;), heute gerade z. B. wieder bei Jürgen Heiliger), weil’s dafür eben keine Alternative gibt.

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35

Sunday, February 13th 2005, 5:28pm

Diese Editorial kann man sicher auf verschiedene Weise interpretieren. Daß ich das so tue, wie es vielleicht gar nicht gemeint war zeigt den Konkretisierungsbedarf.

Kunst ist für mich der Oberbegriff, Musik eine Teilform der Kunst, ein durch HiFi-Equipment definierter Schwellenwert an Detailreichtum, an dem Musik zur Kunst wird, erschien mir spontan abstrus.

Aber das Editiorial ist ja nur ein Punkt unter mehreren. Die mir unbekannten Veranstaltungen der AAA will ich nicht herabwürdigen, es gibt aber auch im kleinen Kreis das Bestreben, sich zu treffen und gemeinsam zu hören. Dies ist auch erforderlich. Wenn jemand, sehr bildlich, den Klang eines Tonarmes mit einem englischen Roadster vergleicht, so wird diese Aussage nur dann zu einem griffigen Bild, wenn man gehört hat, was der andere mit dieser Aussage meint. Klang zu beschreiben ist schwierig, vieles hängt unverständlich in der Luft, dies ist dann noch der bessere Fall. Im Schlechteren wird eine Aussage komplett mißverstanden. Völlig undurchsichtig wird es, wenn Abstufungen beschrieben werden, also wie deutlich sich die eine oder andere Änderung auswirkt. Das Voodoo-Image der HiFi-Branche führe ich auch auf diese Kommunikationsprobleme zurück.

Dies meinte ich übrigens auch mit meiner Anspielung auf die "....wenig fundierten Aussagen ..." im thread von Jürgen mit dem Thema "VS Plattenspieler Tonabnehmer".

Ich hätte mir, um auf die LP zurück zu kommen, in einem Editorial, in dem es über die Kommunikation gehen soll, auch ein Eingehen auf diese Problematik gewünscht. Ich empfand es, subjektive Wahrnehmung, als Werbung ohne Tiefgang.
Michael(F)

hermes

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36

Thursday, March 10th 2005, 11:00am

Quoted

highlander postete
So eine Zeitschrift ist heute fast unmöglich! Die Werbebranche wird dich ausbluten lassen, klappt das nicht, hetzt sie dir die Abmahnmafia auf den Hals oder versucht dir sonstwie das Genick zu brechen. Du mußt die Testgeräte selber kaufen, wie Stiftung Warentest auch, hast aber das Geld dafür kaum. Die Audioindustrie wird dich wohl kaum beliefern wollen. Überdies ist das viel zuviel Einsatz, sprich unwirtschaftlich: gut verkaufen läßt sich auch mit weniger Aufwand :( Die stereophonie wurde nicht umsonst zu Grabe getragen...

hermes

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37

Thursday, March 10th 2005, 11:01am

Hallo...
auf der Suche nach einer unabhängigen Hifi-Zeitschrift? Die gibt es! Sie nennt sich Hörerlebnis ( www.hoererlebnis.de ) erscheint einmal im Quartal in gebundener Taschenbuchform (dies seit über 10 Jahren) und ist: WERBEFREI!

Leider müssen sich die Redakteure die Geräte selbst kaufen. Sie schreiben aber trotzdem fundiert und berufen sich auf physikalische Grundlagen. Natürlich gibt es auch Voodoo-Artikel (damit die Leser etwas zum Lachen haben...).
Die Zeitschrift verfügt über ein eigenes Tonstudio nach reiner ARD-Norm (also nichts mit PC und so) und produziert auch eigene Tonträger.
Neugierieg geworden?
Dann schaut mal...

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38

Thursday, March 10th 2005, 12:27pm

Quoted

hermes postete
Hallo...
auf der Suche nach einer unabhängigen Hifi-Zeitschrift? Die gibt es! Sie nennt sich Hörerlebnis (www.hoererlebnis.de) erscheint einmal im Quartal in gebundener Taschenbuchform (dies seit über 10 Jahren) und ist: WERBEFREI!

Leider müssen sich die Redakteure die Geräte selbst kaufen. Sie schreiben aber trotzdem fundiert und berufen sich auf physikalische Grundlagen. Natürlich gibt es auch Voodoo-Artikel (damit die Leser etwas zum Lachen haben...).
Die Zeitschrift verfügt über ein eigenes Tonstudio nach reiner ARD-Norm (also nichts mit PC und so) und produziert auch eigene Tonträger.
Neugierieg geworden?
Dann schaut mal...
Ja, habe ich gerade. Aber auch hier werden in den Internet-Beispielen keine nachvollziehbaren Messergebnisse präsentiert. Ob das in den Heften anders ist, wage ich zu bezweifeln. Scheint heutzutage wohl die Regel zu sein, dass alles mit dem Ohr getestet wird. Nur vergleichbar ist da nichts mehr. Was hat man sich zu Hifi-Stereofonie-Zeiten für Mühe gemacht, die Abtastfähigkeiten bei Tonabnehmern zu protokollieren. Das waren noch Zeiten...
Gruß,
Michael/SH

Eigentlich bin ich ganz anders, nur komme ich so selten dazu (Ö v. Horvath)

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39

Thursday, March 10th 2005, 6:11pm

Scheint - auf den ersten Blick - etwas sorgfältiger gemacht zu sein als die LP, auch keine dogmatische Abgrenzung gegen Digitales.

Meßen und Physik leider nicht zu finden, nur das übliche Beschreiben.

Die Artikel kommen als klotzige Bleiwüste daher - in einem Forum würde man darum bitten gelegentlich eine Leerzeile einzufügen.

Trotzdem eine Alternative, mit der man sich ruhig mal beschäftigen kann, auch wenn ganz bestimmt keine HiFi-Stereofonie dabei herauskommen wird.
Michael(F)

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40

Thursday, March 17th 2005, 11:12am

Ich habe nun auch eine Ausgabe des Magazins und sehe (zumindest diese Ausgabe) durchaus positiv:

'LP - Magazin für analoges HiFi & Vinyl-Kultur', mit diesem Titel behält man sich alles vor, setzt jedoch einen Schwerpunkt auf Phono & LP. Die nunmehr dritte Ausgabe des Magazins überzeugt durch ihren klaren und professionellen Aufbau sowie seinen hervorragenden Druck. Tatsächlich liegt das Hauptaugenmerk auch in dieser Ausgabe auf den geliebten Plattendrehmaschinen, auch wenn die Zunft der Boxenbauer immer wieder versucht, sich in den Vordergrund zu drängen ;)

Besonders interessant fand ich den Artikel über die Restauration eines praktisch schrottreifen Thorens-Drehers. In einem anderen Artikel wird die Justage von Systemen besprochen. Abschließend werden ein paar Wandhalter vorgestellt und eine Anbauanleitung gegeben. Insgesamt also mehr als nur eine Vorstellung von neuesten Boliden nebst Ausmessen der technischen Daten.

Das Thema LP an sich wird im wesentlich durch eine umfangreiche und fundierte Abhandlung Caterina Valentes sowie einer LP-Kritik bestimmt. Dabei werden sowohl alte als auch neue Veröffentlichungen vorgestellt - ich habe das durchaus genossen!

Nun müsste man eigentlich zum üblichen 'Pferdefuß' kommen: dem Preis. Jedoch erscheinen 4,80 Euro gemessen an Umfang und Gehalt durchaus fair. Wenn von meiner Seite her Kritik erlaubt sei: ich hätte gern öfter größere Bilder gesehen :)

Es ist erstaunlich, wie viel es zum Thema Phono und -zubehör heute zu schreiben gibt und wie viel Werbung zu diesem Thema geschaltet wurde. Der Chefredakteur Holger Barske hatte offenbar den richtigen Riecher und präsentiert uns, was wohl sonst in dieser Darbietung nie an uns herangetragen worden wäre...

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41

Thursday, March 17th 2005, 6:23pm

Du schreibst von der 3, Ausgabe - ist die denn schon draussen? Hier lag gestern noch die Nummer 2 in der Auslage.

Nachdem die 2. Ausgabe schon ein Fortschritt zur ersten war, werde ich bestimmt wieder schwach, wenn ich eine sehe.
Michael(F)

Jürgen Heiliger

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42

Thursday, March 17th 2005, 9:57pm

Hallo Michael F,

da ist wohl Dein Zeitschriftenhändler etwas langsam. Heft 3 ist seid gestern draußen.

Gruß
Jürgen

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43

Sunday, July 17th 2005, 4:29pm

Heft 5 ist eingetroffen.

Endlich werden wir über den Sinn der Herzschlagkurve nebst Zahlenangabe informiert :)

Es gibt viele interessante Geräteneuvorstellungen, kurz und prägnant beschrieben. Daneben wird ausführlich ein Messebesuch abgehandelt inkl. Bildmaterial vieler edler Geräte.

Im Mittelpunkt des Interesses dürfte der große Tonabnehmervergleichstest stehen.

Wieder kann man sich durch eine Vielzahl von Plattenrezensionen wühlen. Das kurze Fazit am Ende der Kritik ist dabei sehr hilfreich.

Für die Macher der LP sicher wichtiger als der Tonabnehmervergleich: das Interview mit Leo Sayer! Da kommt so ein bißchen Stolz bei den Machern durch ;) Hier wird u.a. geklärt, welchen Plattenspieler Leo besitzt und was er von Revox-Bandmaschinen hält. Insgesamt gibt es aber auch einige recht merkwürdiger LP-Fragen - daran sollte man noch arbeiten.

Insgesamt ist die Zeitschrift irgendwie professioneller im positiven Sinne geworden. Mittlerweile ist sie eine Institution geworden und leidet nicht mehr unter der Anfangs-Paranoia, wo es von allen Seiten Kritik hagelte, ob positive oder negative sei dahingestellt - damit muss man sich nun nicht mehr belasten. Das neue Selbstbewußtsein hat der Zeitschrift sicher gut getan. Es ist auch eine leichte Zunahme der Anzeigenwerbung zu verzeichnen - auf die nächsten Ausgaben darf man gespannt sein.

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44

Sunday, July 17th 2005, 4:45pm

Entgegen meiner Ursprünglichen Absicht habe ich Heft 5 doch gekauft, weil auf dem Cover ein Artikel über EMT angekündigt wurde. Diesen Artikel habe ich auch gelesen. LP-typisch kratzt man an der Oberfläche ohne in die Tiefe zu dringen und ist damit zufrieden, ein paar Gesichter zu präsentieren, auf das die Technik nicht überhand nehme. Immerhin setzt sich fort, was ich schon bei den früheren Ausgaben festgestellt hatte: Das Gespür für die Themen ist da, wennauch keinerlei Fähigkeiten und Ausdauer, sich dieser kompetent anzunehmen.

Die Plattenkritiken haben zugelegt, erfreulich. Das Interview mit Leo Sayer habe ich nach den ersten blöden Fragen seitens der LP angebrochen zu lesen. Werde ich noch nachholen müssen.

Ein Highlight diesmal die Kolummne "Der Wein zum Vinyl". Gesoffen wird diesmal ausgerechnet zu Ry Coooders "Bob 'til you drop", eine der ersten Platten, die digital produziert worden sind. Nun geht man sehr souverän mit dieser Tatsache um: Man schwelgt in den höchsten Tönen über diese Platte, bemerkt beiläufig, daß die digitale Herkunft der einzige Mangel an der Scheibe sei, erspart sich aber jegliche nähere Ausführung dahingehend, worin sich denn dieser Mangel bemerkbar mache. Es scheint keine bemerkenswerten Mängel zu geben, und dies bei einer Produktion aus den digitalen Pioniertagen. Warum man dann, wenn diese Technik zu solchen Produkten führt, die Technik ablehnt bleibt Geheimnis der Schreiber.

Mit breiter Brust und großem Selbstvertrauen etabliert sich die LP ungeniert an der Spitze der audiophilen Regenbogenpresse, quasi als das "Goldene Blatt" des schwarzen Goldes. Man muss der LP zugute halten, daß sie ehrlicherweise gar nicht mehr versucht, sich einen seriösen, technisch fundierten Anstrich zu geben, wie man das halbherzig und misslungen bei der Konkurrenz beobachten kann, es geht ganz offenkundig nur um die öffentliche Diskussion des eigenen Geschmacks.

Interessante Beobachtung am Rande: Während sich die "Stereo" vor einiger Zeit ziemlich offen von der Meßtechnik lossagte, gab es an gleicher Stelle in der Stereoplay ein Bekenntnis zum Versuch, Zusammenhänge zwischen Gehörtem und Gemessenem aufzuzeigen. Nicht, daß das überzeugend gelingen würde, jedoch scheint man es für opportun zu finden, mit dem Hinweis auf Messungen ein Gegengewicht zur Konkurrenz zu setzen.
Michael(F)

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45

Sunday, July 17th 2005, 5:41pm

Quoted

Michael Franz postete
...
Das Interview mit Leo Sayer habe ich nach den ersten blöden Fragen seitens der LP angebrochen zu lesen. Werde ich noch nachholen müssen.

...
Lieber Michael,

das ist alles schön und gut, aber bevor ich morgen in meinem Plattenladen nach der neuesten LP-Ausgabe fragen kann, mußt Du mir/uns dringend weitergeben, was Leos Bandmaschinenansichten sind.

DAS ist es doch, was hier interessiert, wir sind ja nicht im Vinyl-Forum!

Gruß Pit

Markus Berzborn

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46

Sunday, July 17th 2005, 6:12pm

Hallo Michael,

Wie Du sicher weißt, sind nahezu alle Zeitschriftenveröffentlichungen zielpublikumsgebunden. Und da scheint die LP recht gut anzukommen, wenn ich mir Meinungen verschiedener Leser so anhöre. Unter dem Strich geht es ja darum, die Publikation zu verkaufen und nicht Michael Franz zu gefallen. :D Ich finde, dass sich die LP auf jeden Fall gemacht hat seit der ersten Ausgabe. Sicher ist noch viel Verbesserungspotential da. Das traue ich den Autoren aber durchaus zu.
Als hervorragend erachte ich das russische Audio Magasin - sehr breites Themenspektrum und auch jede Menge Messwerttabellen, was ja hier immer so gewünscht wird, aber zum Glück ohne die Engstirnigkeit der alten Hifi-Stereofonie. Denn seien wir mal ehrlich: Wenn es nach denen gegangen wäre, würden wir heute noch mit Dual-Drehern hören - deren Gleichlauf war ja schon gut genug laut Messschrieb. :rolleyes:

Gruß,
Markus

StormyMonday

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47

Sunday, July 17th 2005, 6:21pm

Mir gefällt die aktuelle Ausgabe sehr gut – nachdem die Zeitschrift jetzt in schützender Hülle verschickt wird, habe ich sie natürlich auch abonniert und wie versprochen eine interessante LP als Geschenk erhalten (Spyro Gyra).

Was mich aber wirklich mal interessieren würde, Michael (F) :
>>Das Gespür für die Themen ist da, wenn auch keinerlei Fähigkeiten und Ausdauer, sich dieser kompetent anzunehmen.<<
SEHR heftig ! Woher bitte nimmst du die Fähigkeit, dies kompetent zu beurteilen ?

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48

Sunday, July 17th 2005, 6:48pm

Quoted

Michael Franz postete
...Während sich die "Stereo" vor einiger Zeit ziemlich offen von der Meßtechnik lossagte...
So ist es eben. Warum sollte die 'LP' sich in trockenen Messorgien verlieren für die paar wissenschaftlich orientierten Leser, die noch übrig sind? Die 'LP' entspricht dem Zeitgeist, d.h. sie unterhält vor allem. Im Grunde darf man sie fairerweise nur mit zeitgleich erschienenen Zeitschriften ähnlicher Ausrichtung vergleichen, alles andere ist Nachtrauern - die gute alte Stereophonie kommt nicht zurück. Es würde sie auch kaum jemand mehr haben wollen. Unter dieser Prämisse ist die 'LP' nicht soo schlecht.

Der EMT-Bericht war tatsächlich etwas dürftig, die Fragen an Leo... sprechen wir besser nicht darüber ;) Aber man merkt deutlich, dass die Macher hinter der Zeitschrift bei Erkundung von Neuland ernste Probleme haben, die sie jedoch im Laufe der Zeit in den Griff bekommen...zumindest war das in der jüngsten Vergangenheit der Fall.

Und selbstverständlich verrate ich nicht, was Leo über Tonbandgeräte sagt, solange die 'LP' noch frisch unter den Theken liegt ;)

Matze

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49

Sunday, July 17th 2005, 11:40pm

Quoted

highlander postete
Und selbstverständlich verrate ich nicht, was Leo über Tonbandgeräte sagt, solange die 'LP' noch frisch unter den Theken liegt ;)
Wer ist das überhaupt?

Egal, wenn er Techniker ist, wird er sagen das dieses oder jenes bei anderen Geräten besser ist, wenn er Realist ist wird er sagen das Revox alles in allem immer die richtige Wahl ist und wenn er Highender ist kauft er sowieso kein Revox -weil das viel zu popelig für diese Zielgruppe ist- sondern bevorzugt irgendwelchen überteuerten Krempel für den es keine Ersatzteile gibt.

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50

Sunday, July 17th 2005, 11:56pm

Quoted

StormyMonday postete
>>Das Gespür für die Themen ist da, wenn auch keinerlei Fähigkeiten und Ausdauer, sich dieser kompetent anzunehmen.<<
SEHR heftig ! Woher bitte nimmst du die Fähigkeit, dies kompetent zu beurteilen ?
Diese Fähigkeit ist nichts besonderes, die hat jeder, der liest, sich informiert und die LP mit anderen Publikationen vergleicht, und sich objektiv eine Meinung bildet.

In Artikeln zu durchaus interessanten Themen, so zum Beispiel EMT und Catereina Valente, bleiben viele Infos aussen vor. Man kratzt an der Oberfläche, drapiert das, was man leicht findet und verzichtet auf das, was man mühevoll zusammentragen, recherchieren und verifizieren müsste.

Lese zum Vergleich mal in der "Good Times", die wesentlich mehr Sorgfalt im Detail an den Tag legt, wenn es darum geht, ein Porträt eines Musikers zu zeichnen.

Die lapidare Beurteilung von "Bop 'till you drop" habe ich ja schon erwähnt: Die Platte ist gut, schlecht ist nur, daß sie durch die Digitaltechnik so gut ist. Oder was soll das?

Wie Andreas völlig richtig geurteilt hat: Es ist ein Hochglanz-Lifestyle-Magazin ohne jeglichen Anspruch an umfassende, korrekte Information und technische Richtigkeit. Das entspricht durchaus dem Geschmack der Leser, und bevor man gar nichts über Caterina Valente oder EMT liest, so liest man wenigstens diese Brocken. Gut finden muss man das noch lange nicht, es gibt ja genug andere, die damit zufrieden sind, und auf die kommt es letztendlich an.

=> Andreas
Bitte verrate mal die Meinung von Herrn Sayer, ich komme an mein Exemplar erst morgen Abend wieder ran...
Michael(F)

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51

Monday, July 18th 2005, 12:03am

=> Matze

Leo Sayer ist ein Musiker, der Mitte der 70er seine größten Erfolge feierte, z. B. mit "When I Need You".

Hier ist seine HP
http://www.leosayer.com/

War nicht schlecht, für meinen Geschmack. Heute mehr etwas für Insider, war in der Summe keine Riesennummer, was nicht gegen ihn als Künstler spricht. Man hat ihn wohl interviewt, weil man ihn gerade interviewen konnte. Kann nicht erkennen, daß diese Interview zwingend zum Konzept dieses Heftes gehören würde. Das wäre dann der der Fall gewesen, wenn es ein Porträit zu diesem Musiker gegeben hätte.

Ach ja, wem der Name Albrecht Mezger noch ein Begriff ist und sich an die dämlichen Fragen erinnert, die er im Rahmen des Rockpalasts an die Künstler abfeuerte, der hat in etwa eine Vorstellung, auf welchem Niveau sich das Interview bewegt.
Michael(F)

StormyMonday

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52

Monday, July 18th 2005, 1:21am

==>Michael(F)

>> der liest, sich informiert und die LP mit anderen Publikationen vergleicht, und sich objektiv eine Meinung bildet. <<

Naja, das tue ich zwar auch – ich glaube aber nicht, dass mich das in die Lage versetzt, anderer Leute Fähigkeiten auf Gebieten, die nicht meine sind, anzuzweifeln.

>> In Artikeln zu durchaus interessanten Themen, so zum Beispiel EMT (…), bleiben viele Infos aussen vor. <<

Das ist doch normal – schließlich ist das nur ein Artikel unter vielen. Wer alles wissen möchte, soll sich das Buch von Stefano Pasini kaufen. Und mit immerhin 8 Seiten ist der Bericht ziemlich umfangreich, würde ich sagen.

>> Lese zum Vergleich mal in der "Good Times", die wesentlich mehr Sorgfalt im Detail an den Tag legt, wenn es darum geht, ein Porträt eines Musikers zu zeichnen. <<

Ich glaube nicht, dass dieses Interview als „Musiker-Porträt“ gedacht ist.

>> Die lapidare Beurteilung von "Bop 'till you drop" habe ich ja schon erwähnt: Die Platte ist gut, schlecht ist nur, daß sie durch die Digitaltechnik so gut ist. <<

Nein.
Schlecht ist, dass man ohne Not das letzte Quäntchen Qualität verschenkt hat – weil man nur mit Digitaltechnik aufgenommen hat ;) .

>> ohne jeglichen Anspruch an umfassende, korrekte Information und technische Richtigkeit. <<

Zu „umfassend“ habe ich ja schon etwas geschrieben. Womit begründest du denn die anderen Kritikpunkte ?

Markus Berzborn

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53

Wednesday, July 27th 2005, 9:07pm

Quoted

Michael Franz postete
Das Gespür für die Themen ist da, wennauch keinerlei Fähigkeiten und Ausdauer, sich dieser kompetent anzunehmen.
Da sieht man doch die verschiedenen Prioritäten, denn die Themen im Heft, die ich am interessantesten finde, erwähnst Du erst gar nicht, z.B. Koetsu-Tonabnehmer, Raven-Laufwerk, Grundmann-Interview...
Meines Erachtens ist das Magazin auf einem guten Weg, ich sehe deutliche Fortschritte zur ersten Ausgabe.

Gruß,
Markus

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54

Wednesday, July 27th 2005, 9:21pm

Da gebe ich Dir recht. Ob diese Artikel kompetent und vollständig abgehandelt wurden, kann ich nicht sicher beurteilen, weil mich diese Themen nicht so grausig interessieren und ich die Artikel nur überflogen haben. Aber das Heft liegt noch neben dem Bett ;)

Caterina die Große, leider auch die Unkkomplette, ganz entgegen der Ankündiugung auf dem Cover und auch die EMT-Story, das waren die Themen, deretwegen ich die Hefte gekauft habe.

Beim Koetsu-Artikel fand ich den Absatz interessant, wo über die Ausbildung der "Lehrlinge" durch den Meister berichtet wurde. Da geht es darum, daß das Wissen nicht offensiv vom Meister zum Stift transportiert wird, sondern das der Lehrling abgucken muss und dadurch lernt, ohne große Erläuterungen. Er muss sich das Wissen förmlich holen. Das ist völlig abweichend von unserem Ausbildungssystem.
Michael(F)

Markus Berzborn

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55

Wednesday, July 27th 2005, 9:31pm

Quoted

Michael Franz postete
Das ist völlig abweichend von unserem Ausbildungssystem.
Ja, erinnert mich sehr an das Lehrer/Schüler-Verhältnis im Zen-Buddhismus.
Aber so viele "Auszubildende" wird Koetsu ja auch nicht haben bei den Stückzahlen, denke ich mal.
Sugano ist ohnehin sehr geheimniskrämerisch, er gibt auch kaum oder nur sehr vage Infos an seine Kunden heraus (z.B. empfohlene Tonarmmasse: mittel bis hoch :D). Vorsicht oder bewusstes Stricken am eigenen Mythos?
Wie dem auch sei, die Tonabnehmer sind fantastisch. Ich will nicht mehr darauf verzichten.

Gruß,
Markus