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61

Friday, March 1st 2019, 12:56am

Inzwischen habe ich einen Bauteile Tester GM328A bekommen und mal an ein paar Kondensatoren ausprobiert, die ich auch schon mit dem PicoScope ausgemessen habe.
Hier ein paar Beispiele, bei denen es sich um bipolare bzw. "Tonfrequenz"-Elkos handelt:

Der "Transistor-Tester" gibt an:C=84.4 uF, ESR=0.12 Ohm, VLoss=5.6 %
Im rechten Bild sind 84 uF in der Nähe von 20 Hz zu sehen. Einen ESR von 0.12 Ohm gibt es im linken Bild etwas über 5 kHz, bei 20 Hz sind es dagegen mehr als 10 Ohm.


GM328A: 1103 uF, 0.06 ... 0.09 Ohm, VLoss=1,9 %
1100 uF gibt's im Bild bei 4 Hz, ESR<0.09 Ohm oberhalb 200 Hz.


GM328A: C=7.4 uF, ESR=1.5 .. 1.7 Ohm, VLoss=3,1%
7 uF sind oberhalb 10 Hz nicht zu sehen, ESR=1.7 Ohm gibt es bei 20 kHz.


GM328A: 11.8 uF, 0.18 Ohm, 1.7 %
Die Kapazität kommt vielleicht unterhalb 10 Hz vor, 0.18 Ohm bei etwa 4.5 kHz


GM328A: 18.7 uF, 0.28 Ohm, 2.6%
Auch hier die Kapazität höher als oberhalb 10 Hz zu sehen, 0.28 Ohm bei etwa 3 kHz.


GM328A: 24 uF, 0.64 Ohm, 2.5%
Die Kapazität mag es unter 10 Hz geben, 0.64 Ohm bei etwa 3 kHz.

Es zeigt sich dabei ein prinzipieller Unterschied:
Während die Messung mit dem PicoScope für ein Bauteil Wertepaare der komplexen Impedanz als Funktion der Frequenz ausgibt (zB in der Form Serien-Kapazität und Serien-Widerstand oder Betrag und Phase oder Serien-Induktivität und Serien-Widerstand oder was auch immer gerade zweckmäßig erscheint), liefert der "Transistor Tester" bei Kondensatoren eine Kapazität, die bei "recht" tiefen Frequenzen zutreffen mag, und einen ESR, der zB bei 3 ... 4 kHz angeńommen wird, aber nicht bei der Frequenz, wo die Kapazität stimmt. Man bekommt also kein Wertepaar, das bei einer nicht näher bekannten Frequenz das Bauteil beschreibt.
Das ist ähnlich wie bei den Hersteller-Angaben von tan(delta), Kapazität und ESR.
Bei Panasonic wird der tan(delta) idR bei 120 Hz angegeben, der ESR irgendwo zwischen 100 ... 300 kHz (weil für Schalt-Netzteile von besonderem Interesse) und die Kapazität bei mittleren Frequenzen, wenn die Cs für Audio-Anwendungen gedacht sind. Zwischen den 3 Größen gilt also nicht die Beziehung, die man bei zu einer Frequenz gehörenden Werten erwarten könnte: R = tan(delta)* Xc=tan(delta)/(2 pi f C),
und die Aussage "dieser Kondensator hat eine Kapazität C und einen Widerstand R, ich weiß bloß nicht, bei welcher Frequenz" wäre auch nicht richtig, aber sonst stimmt alles irgendwo.

MfG Kai

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Friday, March 1st 2019, 8:23am

Wieder mal Danke, Kai. Dann kann ich das Gerät ein wenig besser einschätzen. Das ein Taschenmeßgerät für ein Taschengeld keine hochpräzisen Messergebnisse liefert, war mir schon klar. Aber das die Größen so zusammenhanglos dargestellt werden, ist schon interessant. Da ich aber keine Schaltungen neu entwickle, reicht mir der Tester, Vergleichsgrößen zu bestimmen. Dafür tut er seinen Zweck.

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Friday, March 1st 2019, 1:44pm

Ja, danke Kai,

hat mir sehr geholfen bei meinen Überlegungen :)

Gruß Helmuth

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Friday, March 1st 2019, 2:46pm

Jetzt habe ich den GM328A Bauteile-Tester mal an ein paar Halbleitern ausprobiert.
Dabei ergibt sich ein merkwürdig gemischtes Bild. Allerdings habe ich die über 100-seitige Beschreibung noch nicht im Detail gelesen, bin deshalb nicht sicher, ob beliebiges Einstecken der Bauteile-Pins erlaubt ist.
Ein paar alte Germanium PNP Transistoren (AC151VII, AC128, AF136, 2SB324, SFT228 ) wurden richtig erkannt und mit plausibel erscheinenden Werten beschrieben.
Verwunderlich war aber das Verhalten bei einigen Germanium-Dioden: Es wurden Flußspannungen um 900 mV angezeigt, einige wurden egal, wie rum reingesteckt, als 26 pF Kondensator eingestuft. Bei den Dioden zeigte ein normales Multimeter die typischen Flußspannungen von etwas unter 300 mV. Ich fand auch welche, bei denen der GM328A um 300 mV anzeigte. Bei der klassischen OA85 waren es aber unglaubwdige >900 mV. Auch bei Silizium-Dioden ala 1N4148 wurden knapp 900 mV statt der typischen 700 mV angezeigt. Da ist wohl irgendwas "faul".
Liegt das vielleicht an einer "unvorteilhaften" Bestückung der China-Version ?

MfG Kai

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65

Wednesday, March 6th 2019, 12:15am

Inzwischen habe ich erfahren, daß der "Transistor-Tester" Dioden durch Messung mit einem so niedrigen Vorwiderstad charakterisiert, daß ein Strom von etwa 7 mA fließt. Übliche Multimeter messen bei Strömen unter bis etwa 1 mA. Dann ist es nicht mehr verwunderlich, daß der TransistorTester bei Germanium-Dioden wesentlich höhere Flußspannung meldet und bei einigen besonders hochohmigen Typen mit Spannungen > 1V nicht glaubt, daß das eine Diode sein könnte und sie deshalb als defekt oder als Kondensator ausgibt.
Wer also Dioden einerseits mit einem Multimeter und zusätzlich mit so einem Tester überprüft, sollte sich nicht wundern, wenn er da zwei uU recht unterschiedliche Ergebnisse präsentiert bekommt.

MfG Kai