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  • "kaimex" started this thread

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Thursday, August 30th 2018, 3:49pm

DLFs Rückzug von UKW per Antenne

Im Editorial des DLF Programm-Heftes für September 2018 schreibt dessen Hauptabteilungsleiter "Technik und Infrastruktur" Dr. Chris Weck:
Zitat:
"zum Herbst 2018 wird Deutschlandradio ... in zwei bisherigen UKW-Verbreitungsgebieten vollständig auf eine rein digitale DAB+ Hörfunkverbreitungstechnik umstellen. Im bayerischen Mittenwald und ... Helgoland werden dann die Programme Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und auch Deutschlandfunk Nova sowie der Sonderkanal 'Dokumente und Debatten' ausschließlich digital über Antenne empfangbar sein." ... "Nach einem einmonatigen Simulcastbetrieb wird anschließend die gleichzeitige UKW-Ausstrahlung der bisherigen zwei Deutschlandradio-Programme in den beiden Regionen eingestellt."
...
"Die weiteren Planungen sehen vor, ab dem Jahr 2021 sukzessive die terrestrische Simultancastausstrahlung zu reduzieren und weitere UKW-Sender außer Betrieb zu nehmen. Das Ziel ist, nach 2025 den vollständigen Umstieg auf das terrestrische Digitalradio DAB+ abzuschließen."
Zitatende
... markiert Auslassungen

MfG Kai

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2

Friday, August 31st 2018, 8:08am

...jetzt geht es also auch schon bei UKW über Antenne los. :cursing: Die haben echt ein komplettes Rad ab...

verärgerte Grüße, Rainer

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3

Friday, August 31st 2018, 9:04am

Unser öffentlich rechtlicher hier vor Ort (SWR), macht gerade auch verstärkt Werbung für DAB+
Gruß
Manfred

2 x Grundig TS 1000. Jeweils wahlweise als 2Spur, 4Spur oder Autoreverse. Beide mit Dolby, drahtloser Fernbedienung, mit Op-Amp Ausgang und Hinterbandanzeige. In täglicher Verwendung: Grundig SXV 6000, Grundig ST 6000, CF5500-2,TS 1000, Grundig A5000 und Dual 731Q an Canton Plus E Subwoofersystem. Werkstatt: Proline 3000 Endstufe , Grundig T6500 und Sony TC 377. Im Esszimmer: Grundig V5000, T5000, CF 5500 und Grundig CF 5500-2 an Canton Plus C Subwoofer.

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4

Friday, August 31st 2018, 10:33am

ja, das ist bei MDR- Info ganz genau so. Die machen normalerweise keine Werbung, was sehr angenehm ist. Umso mehr wird dafür für DAB+ getrommelt. Total nervig.

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5

Saturday, September 1st 2018, 1:57am

NDR-Info macht es genauso, wie alle ARD-Anstalten.
Das Schlimme an der Sache sind die völlig überzogenen Behauptungen die da genannt werden und im Nebensatz gleich wieder relativiert werden:
Mehr Programme, zum Beispiel, in vielen Fällen. Sieht man sich dann die DAB+ Programmliste an, dann sind es nur Unterprogramme der Programme vom NDR.
Dabei wird einem suggeriert das man dann den MDR in Hamburg hören kann.

Dann wird einem erzählt das man dann Radio völlig rauschfrei hören kann und das zukünftig alle Neu verkauften Pkw mit DAB Radios ausgestattet sind.
Wann ist es in Hamburg schon mal windstill?
Von den anderen Nebengeräuschen im Auto mal ganz zu schweigen.
Das mit den Autos ist ein ganz mieser Dreh diese Technik zwangsweise durchzusetzen: Werden genug Fahrzeuge verkauft kommt irgendwann der rechnerische Punkt das genügend Haushalte mit DAB+ Empfängern ausgestattet sind um Bundesweit UKW abzuschalten.

Volkmar

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Friday, September 27th 2019, 3:55pm

Bei mir ist gerade das Programmheft Oktober 2019 des Deutschlandradio eingegangen.
Auf Seite 11 wird unter dem völlig daneben formulierten Titel "Rauschangriff in Bayern" berichtet: "In Amberg, Füssen und Kempten hat Deutschlandradio deshalb von UKW auf DAB+ umgestellt und sendet seine Programme nicht mehr über das analoge Rauschradio."

Im Text werden außerdem folgendes Ansichten vorgetragen:
(1): "Außerdem: Für Konzerte, Klangkunst und Hörspiele im 5-zu-1-Stereoton sollte die beste Übertragungsqualität gerade gut genug sein. Das gelingt mit DAB+."
(2): "Wir sind uns sicher: Ihre Ohren bestätigen, dass sich der Kauf eines neuen DAB+ Radios gelohnt hat. Nur mit DAB+ hören sie- und Sie auch - das volle Programm."

Dazu ist nach meinem Kenntnisstand anzumerken:
Zu (1): Beste Übertragungsqualität erreicht man derzeit mit dem beim Satelliten-Rundfunk angewandten digitalen Übertragungsverfahren. Sehr gute Qualität kann auch mit dem vereinzelt noch (HR ?, BR ?) angewandten "alten" DAB-Verfahren (AAC-LC) bei ausreichend hohen Bitraten (zB 192 kbps) erreicht werden. Die Übertragungsqualität von DAB+ (genauer AAC-HE v1) ist deutlich schlechter, hat nicht die gleiche "Transparenz". Darüber gibt es objektive Fachberichte.

Konkret zu DAB+ : Die Deutschlandradio-Programme werden im Hamburger Raum mit 112 kbps (DLF-Kultur) und 104 kbps (DLF & DLF-Nova) übertragen. Der Frequenzumfang des Audio-Signals wird nach Digitalisierung mit 48 kHz Sampling-Rate in ein Low-Band und ein High-Band unterteilt. Das Low-Band wird intern mit einem Verfahren sehr ähnlich AAC-LC mit einer Samplingrate von nur 24 kHz weiterverarbeitet und codiert. Dazu wird nötigerweise das Low Band auf 11,2 kHz Bandbreite begrenzt. Über den Pegelverlauf im High-Band werden ein paar Bits an Zusatz-Informationen hinzugefügt. Das High-Band wird aber nicht codiert. Bei Wiedergabe wird das Low-Band decodiert, auf 48 kHz Sample-rate umgesetzt, hat dabei immer noch 11,2 kHz Bandbreite. Das ursprüngliche High-Band (der Bereich über den 11,2 kHz des Low-Band bis zur typischen Audio-Obergrenze von 16...17 kHz) wird durch künstliches "Gezischel" ersetzt, das man aus dem Low-Band "nach oben transponiert", falls da eine Korrelation bestand, oder durch künstliche diskrete Signale ersetzt. Da kann es also gar keine echte "Transparenz" geben, sondern nur insoweit, wie die Ohren sich täuschen lassen.

Als ich vor einiger Zeit mal im Programmheft Dolby 5 Kanal Konzertübertragungen angekündigt sah, habe ich beim Hörerservice angefragt, wie man die empfangen kann. Die Anwort war:
"Die im Programmheft mit dem "Dolby Digital 5.0" Symbol gekennzeichneten Sendungen im Deutschlandfunk Kultur können momentan nur via Satellit in Dolby Digital 5.0 empfangen werden: DVB , ASTRA 1, Transponder 77 , ZDF.vision"
Von DAB+ war keine Rede.

Zu (2): Statt
"Nur mit DAB+ hören sie- und Sie auch - das volle Programm." müßte es richtiger heißen
"Nur per Satelliten-Radio hören Sie das volle Programm."

MfG Kai

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Friday, September 27th 2019, 10:01pm

Hallo Kai,

Danke für die Informationen und Deine Bewertung.

Mich würde interessieren, wie sich die Hörerzahl von den DLF-Sendern insgesamt und über die verschiedenen Übertragungsarten in den letzten Monaten entwickelt hat.

Es würde mich wundern, wenn da keine fallende Tendenz zu beobachten wäre...

Schöne Grüße
Frank

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Friday, September 27th 2019, 11:22pm

Hallo Frank,

man kann immer versuchen, seine Frage(n) an den Hörer-Service zu richten:
hoererservice@deutschlandradio.de

Man bekommt sofort eine automatische Empfangsbestätigung und dann gehen die Tage ins Land...
Manchmal bekommt man eine inhaltliche Anwort, manchmal auch nicht.
Manchmal bekommt man Antworten, die der Frage eher ausweichen und Nebel werfen (zB wenn man nachfragt, wieso auf ihren Internetseiten, auf denen mitgeteilt wird, daß Unity Media die Übertragung von Deutschlandradio eingestellt hat, nicht mitgeteilt wird, daß Deutschlandradio einige Zeit vorher die Verträge gekündigt hatte...).
Manchmal bekommt man Antworten von gut informierten Mitarbeiten (zB aus den Bereichen Betriebstechnik), die wirklich nützlich sind (sowohl die Antworten als auch die Mitarbeiter :D ) und die auch zu weiterer Kommunikation bereit sind, soweit es ihre Arbeit zuläßt.

MfG Kai

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Saturday, September 28th 2019, 10:02am

Ich find es nur traurig das einfach so per se über die Interessen und Meinungen der Hörer entschieden wird und man zum Kauf neuer Gerätschaften getrieben wird.

Das ist reiner Kommerz.
Ich möchte gerne weiter mit meinem alten analogen Receiver hören.
VG
Wolfgang

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10

Saturday, September 28th 2019, 11:08am

Das ist reiner Kommerz.

Das kann man so nicht sagen. Deutschlandradio verdient damit nichts sondern reduziert damit seine Betriebskosten.

Allerdings ist unübersehbar, daß die Argumentation in dem Aufsatz zweier Mitarbeiter des "Digitalradio Büro Deutschland" logisch nicht schlüssig ist. Vorgetragen wird, daß die Verbreitung per DAB+ der am schnellsten und stärksten wachsende Radio-Empfangsweg sei. Mit UKW seien nicht alle Hörer bundesweit erreichbar. Zitat: "Die dürftige Ausstattung mit UKW-Frequenzen steht uns dabei im Weg, Wir brauchen DAB+, um gehört zu werden." Es ist offensichtlich, daß es keine logische Konsequenz daraus ist, bestehende UKW-Sender nicht mehr zu nutzen. Daß eine von Seiten der Hörerschaft nur zögerlich akzeptierte Verbreitungstechnik, die nun fast zwangsweise gepusht wird, dadurch zur am stärksten wachsenden Modalität wird, ist ein Selbstgänger aber kein Beleg für die Qualität dieser Technik.
Die Argumentation wird sogar widersprüchlich, Zitat: ""Vielfalt ist da meistens gut, wo man sie auch hören tut" Die im DAB+ Sinne umformulierte Allgäuer Weisheit war dann auch tonangebend für eine breit angelegte Kommunikations-Kampagne in Bayern ...". Wieso der Wunsch nach Vielfalt dann zur Reduktion derselben durch Abschalten der UKW-Sender führt, bleibt Geheimnis der Autoren. Vermutlich haben die aber nicht an die Vielfalt der Übertragungswege, sondern an die per DAB+ in dürftiger Qualität zusätzlich empfangbaren Dudel-Programme gedacht.
Traurig ist vor allen Dingen, daß die technisch Verantwortlichen, offenbar so wenig Durchblick hinsichtlich der Eigenheiten des DAB+ AAC-HE v1 Verfahrens haben, daß nur das Promotion-Gejubel der Lizenzgeber kritiklos kolportiert wird.
Hinter dem Wechsel von UKW zu DAB+ steht im Grunde nur der eigene Wille gepaart mit dem Bestreben, Betriebskosten zu minimieren (Die UKW-Sender Betreiber wollen Geld verdienen).

MfG Kai
Nachtrag: Hier kann ich mir auch einen Seitenhieb auf die Medienanstalten (auf deren Digitalisierungsbericht sich die Autoren beziehen) nicht verkneifen: Die fühlen sich nicht zuständig für technische Übertragungsqualität, aber für Programmvielfalt. Deshalb werden die per DAB+ zusätzlich empfangbaren (privaten/kommerziellen) "Dudel"/etc-Programme sehr positiv bewertet. Die geringe Übertragungsqualität dort und die auf 13,5 kHz bzw neuerdings auf 13 kHz beschnittene Bandbreite der DVB-C Radioprogramme von Vodafone/KD werden anscheinend als belanglos akzeptiert. Bei DAB+ möglicherweise sogar durch Zuweisung von Kanalkapazität gesteuert.
Diese Anstalten werden nahezu 100 %ig finanziert durch die Rundfunkbeiträge.

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Tuesday, October 1st 2019, 1:22pm

Gerade wollte ich das Deutschlandradio-Programmheft für den Monat September 2019 zum Altpapierstapel entsorgen, habe aber nochmal reingeblättert, ob es darin einen aufbewahrenswerten Aufsatz gab.
Da entdecke ich auf Seite eine Antwort zu Franks Frage in Beitrag #7
Mich würde interessieren, wie sich die Hörerzahl von den DLF-Sendern insgesamt und über die verschiedenen Übertragungsarten in den letzten Monaten entwickelt hat.

Es würde mich wundern, wenn da keine fallende Tendenz zu beobachten wäre...

Dort schreibt der "Referent für Grundsatzfragen" der Intendanz unter dem Titel "Viele Wege führen zu Deutschlandradio", Zitat:
"Am 10. Juli wurde ... die aktuelle Media-Analyse veröffentlicht. Zwei Mal im Jahr werden rund 70000 Menschen nach ihren Hörgewohnheiten befragt. Ihre Ergebnisse sind so etwas wie ein Akzeptanz-Gradmesser für Radio-Sender.
Für Deutschlandradio mit seinen drei Programmen Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur und Deutschlandfunk Nova brachte diese 'Sommer-MA' Rekordwerte - dank Ihnen, liebe Hörerinnen und Hörer. Obwohl die allgemeine Radionutzung leicht gesunken ist, konnten unsere Programme aus Köln und Berlin erneut mächtig zulegen. Insgesamt 2,82 Millionen Menschen in Deutschland hören werktäglich unsere Sender. Vor einem Jahr waren es noch 2,59 Millionen und im Sommer 2017 2,13 Millionen."
Hier wurde also irgendwie von einem Bruchteil von 70000 Befragten auf 2,82 Millionen hoch-extrapoliert. Die statistische Unsicherheit dieser Rechnung wird nicht verraten. Es soll schließlich ein positiver Eindruck erweckt werden. Es wird noch erläutert:
"Dabei befragt sie" (die Media-Analyse) "unabhängig vom Verbreitungsweg - entscheidend ist, etwas vereinfacht gesagt, welche Programme wann, wo und wie lange gehört wurden." Es geht also um Inhalte und nicht die Modalitäten.
Zur Entscheidung für DAB+ wird noch Folgendes vorgetragen, Zitat:
"Unseren Programmen Deutschlandfunk und Deutschlandfunk Kultur wurden seit der Gründung von Deutschlandradio im Jahr 1994 nicht überall UKW-Sender zur Verfügung gestellt (Deutschlandfunk Nova sendet seit seinem Sendestart 2010 ausschließlich digital). Als bundesweiter Anbieter wollen wir aber natürlich möglichst im ganzen Land zu empfangen sein. Deshalb hat sich Deutschlandradio schon früh für DAB+ ausgesprochen und dessen Ausbau vorangetrieben."
Auf obiges "deshalb" kommt man nicht durch Anwendung von Logik. Ebenso hätte man den Ausbau bzw. die Nutzung weiterer UKW-Sender/Frequenzen begründen können.

Für mich selbst kann ich sagen, ich höre immer noch viel DLF und DLF Kultur aber weniger als früher, seit ich per Internet-Radio Programme zur Verfügung habe, die jederzeit Musik passend zu meinem Geschmack spielen.

MfG Kai