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421

Sunday, February 17th 2019, 2:05pm

Ein Update zu Erfahrungen mit DVB-C Empfängern:

Zur Zeit verwende ich 2 TELESTAR DIGISTAR T2 IR.
Bei der Kanalsuche kann man zwischen 3 Optionen wählen: "Automatische Suche", "Manuelle Suche", "Alle Kanäle".
Die automatische Suche geht recht schnell. In ca. 3,5 Minuten fanden die Geräte 128 Radio-Programme und 272 TV-Programme im Kabel von Vodafone/KD in Süd-Holstein (etwas westlich außerhalb Hamburgs).
Einmal habe ich aus Versehen "Alle Kanäle" gestartet. Damit wurden nach ca. 45 Minuten 112 Radio-Programme und 288 TV-Programme gefunden, also 16 Radio-Programme weniger, stattdessen 16 TV-Programme mehr.
Das ist nicht das, was man unter "Alle" versteht. Es fehlten die 16 Radio-Programme im Multiplex auf 122,0 MHz, die in der Mehrzahl vorher vorhandenen UKW-Programme ersetzen sollen. Wo die 16 zusätzlichen TV-Programme gefunden wurden, habe ich nicht mitgekriegt.
Zusätzliche "Manuelle Suche" direkt auf 122,0 MHz war erfolglos. Ein zweiter Versuch mit "Alle Kanäle" zeigte, daß dabei die Frequenz 122,0 MHz übersprungen wird. Beide Geräte zeigen gleiches Verhalten. Die Signal-Qualität am Kabel wird mit 100% gemeldet.
Eine Anfrage bei TELESTAR, wie man die Geräte dazu bringt, alle TV- und alle Radio-Kanäle zu finden führte bislang nur zur Rückfrage, ob ich schon mal einen anderen Anschluß ausprobiert hätte.
Die beiden Geräte laufen an zwei gleichwertigen Anschlüssen mit jeweils 100 % Signalqualität. Das habe ich denen vor ca. einer Woche mitgeteilt, worauf keine weitere Reaktion kam
Die Frage, wie man per Suchlauf alle Kanäle findet, ist also weiterhin unbeantwortet.

MfG Kai

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422

Sunday, February 17th 2019, 2:22pm

Ein Update zu Erfahrungen mit DVB-C Empfängern:

Zur Zeit verwende ich 2 TELESTAR DIGISTAR T2 IR.
Bei der Kanalsuche kann man zwischen 3 Optionen wählen: "Automatische Suche", "Manuelle Suche", "Alle Kanäle".
Die automatische Suche geht recht schnell. In ca. 3,5 Minuten fanden die Geräte 128 Radio-Programme und 272 TV-Programme im Kabel von Vodafone/KD in Süd-Holstein (etwas westlich außerhalb Hamburgs).
Einmal habe ich aus Versehen "Alle Kanäle" gestartet. Damit wurden nach ca. 45 Minuten 112 Radio-Programme und 288 TV-Programme gefunden, also 16 Radio-Programme weniger, stattdessen 16 TV-Programme mehr.
Das ist nicht das, was man unter "Alle" versteht. Es fehlten die 16 Radio-Programme im Multiplex auf 122,0 MHz, die in der Mehrzahl vorher vorhandenen UKW-Programme ersetzen sollen. Wo die 16 zusätzlichen TV-Programme gefunden wurden, habe ich nicht mitgekriegt.

Welche Signalqualität und Pegel haben die Programme auf 122,0 MHz? Evt. noch alte Dosen mit Filter für den Flugfunkbereich verbaut?
Wenn nicht, wäre der Kauf eines besseren Empfängers vielleicht die bessere Alternative. Zumindest spart es Lebenszeit und der könnte dann auch direkt auf SD-Karte oder USB-HDD aufzeichnen.


Viele Grüße

96k

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423

Sunday, February 17th 2019, 3:32pm

Die Geräte geben nur einen Wert für Pegel und Qualität aus, besagte 100% .
Der alte PACE Receiver hatte noch separat Pegel und Qualität.
Die Dosen sind Breitband-Dosen mit durchgehendem Bereich von mindestens 50 MHz bis 862 MHz.
Da steckt nur ein Leistungsteiler drin.

Der Kauf eines besseren Empfängers scheint ja ein Glücksspiel zu sein.
Ich habe nun schon einige Empfänger ausprobiert.
Allein bei conrad habe ich drei Stück zurückgegeben wegen fehlerhafter Funktion.
Diese Geräte haben einen UVP bei 120 € (werden aber zu deutlich niedrigeren Preisen verkauft).
Deshalb war die Erwartung, daß sie besser funktionieren als die Geräte am unteren Ende der Preisskala von etwa 35 €.
Sie haben auch außer analog Audio-Ausgängen noch S/PDIF optisch und HDMI.
Insofern erscheint es schon möglich, ausreichend hohe Tonqualität herauszubekommen.
Mir sind bislang keine (verläßlichen) Testzeitschriften für solche Geräte bekannt, habe ich auch noch nicht gesucht, weil ich naiv annahm, alle Geräte könnten alles empfangen und tun das, was versprochen wird (statt mitten in der Nacht, während Aufnahmen laufen, auf standby zu schalten, obwohl das "feature" in den System-Einstellungen abgeschaltet wurde).

MfG Kai

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424

Monday, February 18th 2019, 12:36pm

Heute morgen sprang während der 9 Uhr Nachrichten, die ich auf Kanal A016 meines DIGISTAR T2IR DVB-C Empfängers von "NDR Info" hörte, das Gerät plötzlich um zu Nachrichten von "Bayern 1". Als ich erstaunt zum Gerät schaute, wurde dort Kanal A001 angezeigt, auf dem sich bisher "106acht Alsterradio" befand. Ein Durch-Steppen der Kanäle zeigte, daß die Programm-Zuordnung ganz anders als vorher war.
Genaueres konnte ich erst nach Anschluß eines VGA-Monitors erforschen.. Es stellte sich heraus, daß alle Radio-Programme aus dem 122,0 MHz Multiplex verschwunden waren (die bislang ersten 16 Kanäle) und alle anderen Programme von bisher A017 bis A128 nun auf A001 bis A112 lagen.
Mein zweites Gerät war zu der Zeit ausgeschaltet. Nach Einschalten und Booten verhielt es sich so, als sei nichts gegenüber gestern verändert.
Beim ersten Gerät habe ich dann einen automatischen Suchlauf gestartet. Es fand nach kurzer Teit 270 TV und 130 Radio-Programme (vorher 270 & 128 ). Im Detail zeigte sich daß jetzt 18 statt vorher 16 Programme im 122 MHz Multilplex untergebracht sind. Es sind zusätzlich "radio B2 Schlager" (A001) und Klassik Radio" (A007) , die es bisher bereits auf dem Gerät bei A118 und A123 gab, jetzt bei A120 & A125. Man hat nun die Wahl, die beiden Programme dort mit etwas mehr als 15 kHz Bandbreite zu hören oder in A001 & A007 mit 13,5 kHz Bandbreite.
Der Sinn erschließt sich mir nicht. (Es sei denn, es ist der Beginn eines allgemeinen Zusammenschiebens aller Radio-Programme zur 13,5 kHz Bandbreite, um Platz für neue gebührenpflichtige Dienste zu schaffen).
Die andere Frage ist, ob das Verhalten meines Empfängers durch Vodafone/KDs "Umschalten bei hellichtem Tag" provoziert wurde und zu entschuldigen ist, oder ob das ein fehlerhaftes Verhalten ist. Das zweite Gerät hatte jedenfalls kein Problem, danach NDR Info auf dem "alten" Kanal A016 zu Gehör zu bringen (jetzt Kanal A018 ).

Es ist ziemlich unerfreulich, was man mit diesen DVB-C Empfängern erlebt, wie sie einem Zeit klauen und um welchen Sch... man sich kümmern muß.

MfG Kai

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425

Tuesday, February 19th 2019, 1:19pm

Anbei die aktualisierte Liste der tatsächlich übertragenen Audio-Bandbreiten der freien DVB-C Radio-Programme im Kabel von Vodafone/KD in Süd-Holstein.
Die Reihenfolge ist die, die mein aktueller Empfänger verwendet.
Die ersten 18 Programme befinden sich im Multiplex bei 122 MHz. Vor dem 18.02.2019 waren darin nur 16 Programme.


MfG Kai
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426

Sunday, March 3rd 2019, 6:33pm

Hallo Radiohörer,
vor einiger Zeit, als das in D anfing mit dem DABxyz hatte ich schon einmal über meine Erfahrungen mit dem Digitalradio in GB berichtet. Nun sind die Kabel-UKW-Stationen in D abgeschaltet und wir müssen, soweit wir auf Kabel angewiesen sind, mit dem Digitalisiten leben.
Heute habe ich durch Zufall auf YouTube einen Bericht über den Zustand im Vereinigten Königreich gefunden der uns zeigt wie auch unsere Radio-Zukunft aussehen wird. https://www.youtube.com/watch?v=27w3quNTP84
Rosig ist sie nicht - aber was können wir tun?
Gruß, Jürgen

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427

Sunday, March 3rd 2019, 7:08pm

aber was können wir tun?

Man kann sich an die regionalen Landes-Medien-Anstalten wenden und dort das Thema "Technische Übertragungs-Qualität" zur Sprache bringen. Das haben die dort bislang nicht im Fokus, sondern kümmern sich mehr um die Inhalte der Sendungen. Je mehr Leute sich an die wenden, und beklagen, daß zB bei Vodafone mit weniger Bandbreite als vormals UKW übertragen wird, daß bei DAB+ nur maximal die unteren 11,2 kHz Waveform-codiert übertragen werden und darüber mehr oder weniger künstliche Höhen hinzugefügt werden, um so weniger können sie dies Thema einfach ignorieren. Es gibt eine "Technische Kommissionn der Landes-Medien-Anstalten" (TKLM), die sich um technische Belange kümmern soll. Bislang haben die sich damit nicht befasst. Die sitzt in Berlin und ist per EMail erreichbar. Je mehr Leute ihren Unmut dort vortragen, um so mehr dürfte das als Beschwerde gegenüber einem technischen Rückwärtstrend aufgefasst werden. Es fehlt aber auch teilweise am technischen Sachverstand. Deshalb fallen solche Eingaben nicht unbedingt sofort auf fruchtbaren Boden. Bislang hat man anscheinend nur kritiklos die Lobpreisungen der Promoter der Datenreduktionsverfahren als bahre Münze verinnerlicht.
Wenn man einfach alles nur passiv erträgt, wird sich an dem Trend zur weiteren Datenreduktion auf Kosten der Qualität sicher nichts ändern.

MfG Kai

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428

Sunday, March 3rd 2019, 8:25pm

Kai, ich gratuliere dir zu Deinem Optimismus!
Allerdings muß man sich fragen warum das so ist wie es ist. Bei unseren britischen Nachbarn geht es ums Geld und um nicht viel mehr. Bei uns geht es um Propaganda und die möglichst unauffällig, es muß doch pluralistisch, demokratisch aussehen. Beispiel: Framing!
Gruß, Jürgen

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429

Sunday, March 3rd 2019, 8:59pm

Bei uns geht es um Propaganda und die möglichst unauffällig, es muß doch pluralistisch, demokratisch aussehen.
Die Landes-Medien-Anstalten formulieren das anders: Zu ihrem Auftrag gehört, dafür zu sorgen, daß die Meinungsvielfalt in den Medien auch angemessen repräsentiert wird. Dazu gehört auch die Unterstützung lokaler Sende-Projekte von Minderheiten.
Du könntest also den Antrag stellen, einen lokalen UKW-Sender bzw. ein solches Programm verbreiten zu dürfen. Wenn du dich dann selbst um die Technik kümmerst, bzw. Leute deines Vertrauens damit beauftragst, könntest auch für eine deinen Ansprüchen genügende Übertragungsqualität sorgen. Wenn genügend Gleichgesinnte zuammenkommen, läßt sich das vielleicht finanziell stemmen. So etwas gab und gibt es in Hamburg.
Bei den kommerziellen Anbietern geht natürlich ums Geld, nicht nur in Britannien. Die Landes-Medien-Anstalten sollen dem eigentlich korrigierend entgensteuern. Leider sieht es so aus, daß sie statt den Kommerziellen Schranken zu setzen oder vorzugeben, wo es lang geht, sich von denen erzählen lassen, was angeblich möglich bzw nicht möglich sei.

MfG Kai

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430

Monday, March 18th 2019, 6:35pm

Es gibt Neuigkeiten für die Freunde des BBC Worldservice.
Nach Abschalten der analogen UKW-Übertragung im Kabel von Vodafone in Hamburg und Umgebung fiel einigen auf, daß entgegen der Zusage der Landes-Medien-Anstalt Hamburg-Schleswig-Holstein (MA-HSH) BBC nicht frei digital empfangbar war.
Seit etwa Mitte Dezember 2018 habe ich bei der MA-HSH mehrfach angefragt, "was los ist".
Anfang des Jahres bekam ich die Nachricht, das sei ein vorübergehendes Problem gewesen, BBC sei nun frei empfangbar.
Eine Überprüfung ergab, daß das nicht der Realität entsprach.
Heute bekam ich von der MA-HSH diese Information:
"Vodafone hat uns mittlerweile mitgeteilt, dass das Programm BBC World Service auf Wunsch des Veranstalters selbst seit dem 16.09.2018 nur noch im englischen Pay Paket empfangbar ist. Da es sich um eine Entscheidung des Veranstalters handelt, die auch so vertraglich vereinbart ist, gilt auch hier, dass die Durchsetzung einer unverschlüsselten Verbreitung rechtlich nicht möglich ist."

MfG Kai

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431

Wednesday, March 20th 2019, 3:40pm

Im Beitrag #420 hatte ich auf die Nachricht von Deutschlandradio verwiesen, daß Unitymedia die Verbreitung der DLF-Programme eingestellt habe. Das wird dort immer noch so berichtet:
https://www.deutschlandradio.de/wichtige…ng.3859.de.html

Die Landes-Medienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein (MA-HSH) sagt dazu:
"Deutschlandradio hat im Gegensatz zu den ARD Programmen aus eigenen Stücken und aus freiem Willen die Einspeiseverträge bei Unity Media gekündigt. Von daher liegt eine zu eigenen Kosten realisierende Einspeisung im Ermessen des Netzbetreibers. Eine Verpflichtung zur Einspeisung gegen den Willen des Veranstalters besteht nach Auffassung der Gerichte und auch nach unserer Auffassung nicht."

MfG Kai

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432

Wednesday, March 20th 2019, 5:33pm

Hallo Kai,

danke für Deine Beharrlichkeit bezüglich des Verschwindens des BBC-Senders; damit ist der Fall geklärt.

Ich werde die „Tante BBC“ in London anschreiben, nachfragen und Argumente für eine Wiederaufnahme der freien Verfügbarkeit anbieten.

Wer mag, kann mich hier mit Stichworten unterstützen; eine Antwort der BBC werde ich hier veröffentlichen.

Gruß
Hannes
Meine Elektronik-Kenntnisse: Ich löte nach Zahlen :)

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433

Wednesday, March 20th 2019, 5:54pm

Hallo Hannes,

weißt du, daß es einen freien (kostenlosen) BBC TV-Nachrichten-Kanal bei Vodafone im Kabel gibt ?
Du könntest dir damit behelfen, daß du das Programm über deinen DVB-C Empfänger einfach ohne angeschlossenen Bildschirm anhörst.
Du must ja nicht gucken :D .
Bei den Info-Sendern sind die Bilder ja meist sowieso nur schmückendes Beiwerk. Ich hab vor Jahrzehnten mal aufgehört Spiegel zu lesen, als die Bilder hauptsächlich Politikern zeigten, die gerade ein Flugzeug verließen oder bestiegen (nur etwas überspitzt formuliert).

MfG Kai

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434

Friday, March 22nd 2019, 12:56pm

Vor geraumer Zeit habe ich bei der lokalen Landesmedienanstalt MA-HSH und Anfang Februar auch bel der "Technischen Komission der Landesmedienanstalten" (TKLM) in Berlin angefragt, welche Haltung man dort gegenüber der bei Vodafone beobachteteten Bandbreiten-Reduktion der digitalen Hörfunk-Programme einnimmt.
Ein Mitarbeiter der TKLM teilte mir dazu vor kurzem folgendes mit:
"Hinsichtlich der unterschiedlichen Qualitäten wurde allseits berichtet, dass es vertragliche Einigungen zwischen den Veranstaltern und den Kabelnetzbetreibern gibt, die jeweils die Zuführung und die daraus resultierende Verbreitungsqualität umfassen. Je nachdem, welche Zuführungsvariante vom Veranstalter angeboten wird, hat dies Auswirkungen auf die im Kabel verfügbare Qualität. Es ist mir nicht bekannt, dass Kabelnetzbetreiber absichtlich und zum Zwecke der Bandbreiten- oder Qualitätsreduktion in das Signal eingreifen und es verschlechtern. Dazu ist nun wahrlich genug Platz im digitalen Kabel vorhanden. "
Gleichwohl hat man bei Vodafone dazu angefragt und wartet auf eine Antwort.
Eine weitere Aussage gab es dazu als:
"Zu Ihrer Frage hinsichtlich der Qualität im Kabel möchte ich folgendermaßen antworten: Es gibt keine Rechtsgrundlage, die eine Mindestqualität für Hörfunkprogramme im digitalen Kabel vorschreibt. Die Reduktion von 320kbit/s auf 192 kbit/s ist, wenn sie Gegenstand des Vertrages zwischen Programmanbieter und Kabelnetzbetreiber ist, legitim und wird von den Landesmedienanstalten nicht überwacht oder kontrolliert. "

Beim Deutschlandradio habe ich mich nach der technischen Übertragungsqualität ihrer Programme erkundigt mit Hinweis auf die bemerkten Unterschiede hinsichtlich Bandbreite und Amplitudendynamik zwischen Mitschnitten aus dem Kabel und Downloads aus der Mediathek.
Ein zuständiger Ingenieur im Bereich Distributionsmanagement, Abt. Programmverbreitung des Deutschlandradio, hat mir mitgeteilt:
"DVB-S über Astra 19,2°:
Dlf, Dlf Kultur, Dlf Nova je 256 kBit/s Abtastrate 48kHz
"Dokumente und Debatten" 128 kBit/s Abtastrate 48kHz
Ich habe gerade die Audiobandbreite auf Astra für Dlf Kultur gemessen. Das Spektrum endet bei etwa 16,5 kHz."
Ein weiteres Zitat:
"Alles was Sie per Antenne und direkt über Astra empfangen geschieht in unserem Auftrag und an einigen Stellen mit eigenem Zutun. Was dann im Kabel daraus gemacht wird ist Sache der Kabelnetzbetreiber. Wir liefern den Kabelbetreibern nicht direkt zu. In der Regel nutzen die Kabelbetreiber den Satellitenempfang als Quelle. Bis vor kurzem wurde das gesamte Ensemble des ZDF (SD Auflösung) unverändert und mit den darin enthaltenen Radioprogrammen des Deutschlandradios in DVB-C umgesetzt.
Seit wenigen Monaten scheint Vodafone (haben wir hier in Berlin auch) die Programme neu zu kodieren. Seitdem ist die Surround-Variante von Deutschlandfunk Kultur verschwunden und die Datenrate der Stereoprogramme ist geringer als auf dem Satelliten. Vielleicht möchte Vodafone Bandbreite sparen.
Für die Wege UKW, DAB+ DVB-S machen wir die Audioaufbereitung und Kodierung selbst, für die Internet-Streams bald auch. Über den Satelliten Astra 19,2°Ost senden wir mit 256kBit/s je Programm im "alten" MPEG-1 (MUSICAM)-Format. Das ist weder in der Dynamik komprimiert und auch die Datenkompression ist sehr konservativ und derzeit für den Hörer die höchste Qualität, die wir rausspielen. "

Die drei Programme des Deutschlandradio finde ich im Kabel von Vodafone mit 13,5 kHz Bandbreite, nicht mit den 16,5 kHz, mit denen sie rausgegeben werden.

In der wissenschaftlichen Welt ist es so, daß ein einziges Gegenbeispiel ausreicht, eine Hypthese zu "falsifizieren". Die Hypothese ist hier die Ansicht der Landesmedienanstalten, Vodafone würde keine Bandbreiten-Reduktion durchführen. Das Gegenbeispiel die Diskrepanz zwischen der vom Deutschlandradio rausgegebenen technischen Qualität und dem, was man bei Vodafone vorfindet.
In der Medienwelt gelten die gleichen Logik-Regeln wie in der Wissenschaft.

MfG Kai

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435

Saturday, March 23rd 2019, 9:22am

Hai Kai,
traurig. Aber es entspricht der heutigen Denke. Die Qualität wird soweit abgesenkt, dass die Masse gerade noch nicht nörgelt. Wer genauer hinschaut/-hört, gilt schnell als Querulant oder Spinner.
Hier verlässt sich eine Aufsichtsbehörde ohne eigene Prüfung auf die Aussage des Kabelnetzbetreibers. Es ist auch ein Witz, dass es keine Vorgaben und Mindeststandards für die weitere Verbreitung für den Netzbetreiber gibt.
Kopfschüttelnd
VG Stefan

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436

Tuesday, March 26th 2019, 8:40pm

Im April-Programmheft des Deutschlandradio (Deutschlandfunk, Deutschlandfunk Kultur, Deutschlandfunk Nova) meldet sich der Verwaltungs- und Betriebsdirektor im Editorial auf Seite 2 zu Wort.
Er teilt u.a. mit: "Im Januar verkündete ein privater Kabelnetzbetreiber, dass er die Programme von Deutschlandradio nicht weiter verbreitet".
Genauso wenig wie auf den Info-Seiten
https://www.deutschlandradio.de/wichtige…ng.3859.de.html
erfährt man, daß Deutschlandradio vorher die Verträge mit dem Kabelnetzbetreiber gekündigt hatte.
Er teilt weiter mit, daß man sich auf die Verbreitung per DAB+, Internet, "sogenannte Plattformen" und Satelliten konzentriert.
Zu UKW und Kabel äußert er sich so:
"In den nächsten Jahren werden wir aber auch in vielen Gebieten weiter über UKW zu hören sein. Die Nutzung über die Kabelverbreitung haben bisher nur wenige Hörerinnen und Hörer genutzt. Künftig ist hierfür fast überall ein Zusatzgerät notwendig. Da man für denselben Preis ein DAB+ Empfangsgerät (ggf. mit Internetradio) anschließen kann, hat Kabel als Verbreitungsweg keine Priorität mehr."

MfG Kai

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437

Wednesday, March 27th 2019, 7:46pm

Gruß Ulf

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Wednesday, March 27th 2019, 9:22pm

Ich fürchte, das ist nur noch gut gemeint aber schon keine Realität mehr:
Hier meine ich insbesondere die nahezu Echtzeit von wegen Übertragung mit Lichtgeschwindigkeit.
In der Realität werden aus Kostengründen die Audio-Signale nicht mehr per Post-Standleitung aus dem Studio zum UKW-Sender übertragen, sondern ebenfalls komprimiert, wahrscheinlich mpeg-codiert, über ein geeignetes Medium, vielleicht sogar wie bei Voadfone hausintern über IP, und dann am Sender umgewandelt in ein zeitgemäßes Modulations-Signal. Das ist heutzutage auch nicht unbedingt etwas Analoges wie im vorigen Jahrhundert, sondern die Signal-Aufbereitung passiert in DSPs oder FPGAs digital. Die Verarbeitung von mpeg-Strömen, egal ob über IP oder anderswie, geschieht in Blöcken bestimmter Größe. Da immer erst ein ganzer Block oder zwei vorliegen müssen, entstehen verfahrensbedingte Verzögerungen und vorbei ist es mit der vermeintlichen Lichtgeschwindigkeit.

MfG Kai

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439

Thursday, April 25th 2019, 5:51pm

In Beitrag #434 hatte ich berichtet, daß die drei Deutschlandradio-Programme, die für Sat mit ~16,5 kHz Bandbreite ausgegeben werden, im Kabelnetz von Vodafone/KD in Süd-Holstein (am Stadtrand Hamburgs) mit 13,5 kHz Bandbreite angeboten werden. Deutschlandradio erzeugt selbst kein Signal für DVB-C.
Vom NDR gibt es eine ganze Reihe von Programmen im Kabel. Die finde ich mit folgenden Bandbreiten:
1. NDR 1 Niedersachsen, ...Radio MV Schwerin, ...Welle Nord Ost, ...Welle Nord Süd, NDR 2, NDR Info
alle im Multiplex, der die zuletzt abgeschalteten UKW-Programme ersetzt, mit 15,1 kHz (NDR 2 und Schwerin teils bis 16 kHz)
2. NDR 2 NDS, NDR Kultur, NDR Info NDS, N-Joy, NDR 90,3, NDR 1 Welle Nord Ki, ...Radio MV S2, ...Nieders.Han, NDR Info Spez., NDR Blue, NDR Plus
alle mit 13,5 kHz
Vorgestern habe ich beim NDR angefragt, mit welcher Bandbreite die Hörfunk-Programme ausgegeben werden.
Heute bekam ich eine detaillierte Anwort.
Drei Zitate daraus:
"Bei UKW (analog Radio) beträgt die obere Grenzfrequenz 15 kHz.
Bei DAB+ ist es abhängig vom Codec und Datenrate. Es kann bis zu 20 kHz übertragen werden.
Bei Radio über Satellit nutzen wir ebenfalls 15 kHz.
Beim Fernsehton sollte auf allen Übertragungswegen bis zu 20 kHz übertragen werden."
"Die von ARD/ZDF verwendeten Datenraten in DVB erlauben üblicherweise die Übertragung von Signalfrequenzen bis 20 kHz."
"Was die Kabelnetzbetreiber mit unseren Signalen machen, können wir leider nicht nachvollziehen."
Die Diskrepanz von beobachteter Bandbreite und ausgegebener Bandbreite läßt die Ansicht der TKLM der Medienanstalten
Zitat:
"Hinsichtlich der unterschiedlichen Qualitäten wurde allseits berichtet, dass es vertragliche Einigungen zwischen den Veranstaltern und den Kabelnetzbetreibern gibt, die jeweils die Zuführung und die daraus resultierende Verbreitungsqualität umfassen. Je nachdem, welche Zuführungsvariante vom Veranstalter angeboten wird, hat dies Auswirkungen auf die im Kabel verfügbare Qualität. Es ist mir nicht bekannt, dass Kabelnetzbetreiber absichtlich und zum Zwecke der Bandbreiten- oder Qualitätsreduktion in das Signal eingreifen und es verschlechtern."
mindestens äußerst merkwürdig erscheinen.
Übrigens:
"Die Landesmedienanstalten werden überwiegend aus den Mitteln des Rundfunkbeitrages finanziert. Derzeit erhalten die Anstalten insgesamt 1,8989 Prozent der durch den Rundfunkbeitrag erzielten Einnahmen." Zitat aus Wikipedia von https://de.wikipedia.org/wiki/Landesmedienanstalt, siehe auch https://de.wikipedia.org/wiki/Die_medienanstalten
Man sollte also eigentlich erwarten können, daß sich die Medienanstalten für die Durchsetzung der Interessen der Radio-Hörer bei den Kabelnetz-Betreibern einsetzen. Das ist jedoch in dieser Angelegenheit bislang nicht der Fall. Erstens wird behauptet, die reduzierte Bandbreite beruhe auf einer Abmachung mit den Programmanbietern, zweitens betrachtet man sich als für die technische Qualität der Programme nicht zuständig, da es dafür keine gesetzliche Regelung/Vorgaben gäbe.

MfG Kai

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Monday, April 29th 2019, 1:27pm

Auf Rückfrage präzisierte die "Technische Teilnehmerberatung des NDR" wie folgt:

"die Kabelnetzbetreiber können die Signale per Satellit, DVB-T2 HD, UKW oder am Playout-Center in Frankfurt übernehmen.
Wo sich die einzelnen Netzbetreiber bedienen, wissen wir nicht.
Wir empfehlen für die beste Tonqualität den Radioempfang per Satellit. Auf diesem Übertragungsweg stellen wir die Programme mit MPEG 2, 320 kbit/s, 48 kHz zur Verfügung."

Es kann also keine Rede davon sein, wie die Medienanstalten behaupten, daß die auf 13.5 kHz reduzierte Bandbreite etlicher der NDR-Programme im Kabelnetz von Vodafon/KD auf einer vertraglichen Absprache von Netzbetreiber und Programm-Anbieter beruht.

MfG Kai