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61

Wednesday, October 15th 2014, 11:16pm

Hallo Wolfgang,

ich habe noch keine solche Sendung erhalten, also mit Verdacht auf Blutegel. Aber ich freue mich immer ungemein, wenn ein Verkäufer mal tatsächlich gut verpackt.
Was bei mir bisher an Bruch angekommen ist, konnte man den Versandfirmen nicht vorwerfen, es war schlicht schlecht verpackt.
Zuletzt ein Dualplattenspieler mit Klapp-Schiebehaube. Das Gerät in ausreichend großem Karton, aber da lag der Hase eben im Pfeffer. Wenn zuwenig Polsterung drum herum ist, fliegt die ganze Fuhre eben durch den Karton. In diesem Fall war dann auch das Chassis nicht mittels den angebrachten Transportsicherungen fest gezogen, so daß Tonarm, Haube und das Gegengewicht Totalschaden waren.
Allerdings habe ich auch mal einen Hitachi Plattendreher bekommen, zwischen dessen Haube und dem Karton kein Butterbrot gepasst hätte, also auch keine Polsterung vorhanden war. Das Gerät ist ohne jeden Schaden angekommen.

Gruß Tom

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62

Thursday, October 16th 2014, 9:11am

Hallo Matthias!

Was für eine ausführliche Beschreibung eines eigentlich "profanen" Themas.
Deine Anmerkungen werde ich (und andere Leser) beherzigen. Vielen Dank!

Gruß
Wolfgang

PS.: ...und dabei wollte ich nur über die seltsame Beschriftung berichten...

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63

Thursday, October 16th 2014, 11:04am

Hallo Matthias,

vielen Dank für Deine außerordentlich ausführliche, detaillierte und interessante "Dissertation" :thumbup:! Habe mir schon überlegt, falls ich mal wieder was "Großes" von Privat ersteigere, diese Anleitung zur Bedingung für den Versand zu machen (natürlich wird keiner drauf eingehen!).

Nachdem ich aber auch schon schlechte Erfahrungen mit dem Versand bzw. Empfang schwererer Artikel gemacht habe (Bsp. 2 x Uher SG 561, 2 x RdL) schaue ich immer gleich nach der Erreichbarkeit des Versandortes und hole so etwas persönlich ab (bzw. lasse es abholen), ansonsten wähle ich die von Dir auch erwähnte Alternative: einfach nicht mitbieten...
Liebe Grüße
Mecki

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64

Thursday, October 16th 2014, 2:17pm

Da hat Matthias zeitgleich mit mir etwas zum Thema geschrieben. Ein super Bericht Matthias. Was mir aber am besten gefallen hat und was kaum ein Ebay Verkäufer zu wissen scheint ist folgender Satz: "Für einen Plattenspieler wiederholt Jürgen Heiliger jedem, der es hören
will - oder auch nicht -, er müsse den Plattenteller abnehmen und extra
legen und abdämmen.
"
Das Problem ist häufig das hören wollen! Und wer nicht hören will, ob auf Jürgens Ratschläge oder sonstige, muß eben fühlen. Im von mir geschilderten Fall des Dualdrehers hat der Käufer noch gemeint sich bei DHL zu beschweren, aber dort hat man dann wohl genau gesagt, was Matthias da so aufgeführt hat. Das nicht hören wollen, ich hatte ihn auf die Problematik des Falschverpackens hingewiesen, hat ihn dann neben dem Kaufpreis auch die Versandkosten gekostet. Wenn ich funktionierend bestelle, dann noch mehr Geld überweise mit dem Hinweiß auf Verpackungsprobleme, aber dann Schrott geliefert bekomme, dann zahle ich auch den Versand nicht. Wäre ein Schaden entstanden, weil der Motor zu sehr im Chassis gewackelt hat, wäre das etwas anderes gewesen. So aber hat der VK sich an nichts gehalten was ich ihm geschrieben habe.

Gruß Tom

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65

Thursday, October 16th 2014, 5:41pm

... So aber hat der VK sich an nichts gehalten was ich ihm geschrieben habe. ...


Moin, moin,

auf die Gefahr hin, das ich hier als "Erbsenzähler" rüberkomme, eine kleine Anmerkung.

Die Leute wollen verkaufen, wollen Geld akquirieren. Arbeiten wollen sie nicht. Geld für qualifizierte Verpackungsmittel ausgeben, wollen sie auch nicht.

Wer von so manchem Versandhaus prominenten Namens ein Paket bekommt, der erlebt, das die es oftmals nicht für nötig halten, ordentlich zu verpacken. Da wird ein großer Karton genommen, etwas hinein geschmissen. Dämmung? Was ist das? Das Ersetzen chinesischer Industrieprodukte zum Einkaufspreis ist billiger als der Arbeitslohn, der für qualifizierte Verpacker anfällt. Jedenfalls in der Mischkalkulation, weil ja nicht alles kaputt geht, was auf diese Weise verschickt wird.
Nur dies erfahren die Leute als "normal". Und das ist die Referenz für den, der sowieso keinen Bock auf Verpacken und zudem keine Ahnung hat. Wenn wir ehrlich sind, betrifft das das Gros der Anbieter im Netz. Wenn ich nachfrage: "Verpackst Du auch richtig?", dann denkt der Verkäufer an die Sendung, die er selber grad bekommen hat und sagt "ja", und meint eigentlich "garnichts": Geistige Leere. Was können wir von solch "Leere" beim Anbieter erwarten?

Ein Problem ist aber auch, das kaum ein Käufer bereit ist, eine ordentliche Verpackung zu bezahlen!
Kartonage, die für den Versand eines Plattenspielers angemessen wäre, bekommt man nicht im Paketshop und nicht im Baumarkt. Man bekommt sie auch nicht aus dem Müll eines Supermarktes oder RF-Betriebes. Die großen Kartons von Röhren-Fernsehgeräten oder -Monitoren gibt es nicht mehr. Wer also Kartonage haben will, die angemessen ist, der muss entweder Glück haben oder der muss Geld dafür ausgeben. Und zu dem Preis, den ein Händler verlangt, kommt noch der Aufwand, den es kostet den Händler ausfindig zu machen, dorthin zu fahren oder sich den Karton schicken zu lassen. Und da der Normal-Anbieter ja nicht tagtäglich Plattenspieler verkauft, kauft er zum "Apotheker-Preis".
Wenn ich mir meinen Zeit-Aufwand nicht bezahlen lasse, dann kostet mich ein solcher einzelner Karton, inklusive Beschaffungsspesen, etwa fünfzehn Euro. Ich weiss, wo ein solcher Laden ist und habe das Glück in einer Stadt zu wohnen, habe also einen überschaubaren Weg, kann gegebenenfalls kombinieren und sogar Öffi's benutzen. Das bedeutet auch, der tatsächliche finanzielle Aufwand für den "Normalbürger" ist höher. Dazu kommt sein eigener Zeitaufwand. Wer von Euch arbeitet unsonst?
Es gibt Kaufinteressenten, die mit klugen Ratschlägen schnell bei der Hand sind. Kartons kriegst Du auf dem Recyclinghof, in der Altpapiertonne vom Baumarkt etc. Vergessen wir mal, das viele Firmen ihre Abfall-Pappe als Wertstoff verkaufen, zumindest nicht offen stehen haben, man also Kontakte braucht. Der Normalbürger hat weder den Platz noch die Lust so etwas einzulagern, bis er es mal braucht.
Und nun stellt sich also die Frage: Welcher Kaufinteressent ist bereit fünfzehn Euro für Kartonage, nochmal zwölf bis fünfzehn Euro für Porto und noch ein paar Euro für Dämmstoffe auszugeben?

Der durchschnitts-Ebayer hat das Problem, das er bei der Einstellung des Inserates bestenfalls in die Tarifliste von Hermes kuckt und ohne nachzudenken das Porto als Versandkosten übernimmt. Welches Porto, für welche Packungsgrösse, er wählt, ist eher Glücksache.
Das er damit eine verbindliche Zusage macht, davon hat er keine Ahnung. Und der Vermittler Ebay ist in dieser Sache das Gegenteil von hilfreich. Schließlich wollen die niedrige Versandkosten sehen, versuchen die teils sogar zu erzwingen, weil der Käufer dann höher bietet. Denn nur der erzielte Preis ist provisionsfähig, nicht die Versandkosten.

Wir sehen also in den Angeboten unentwegt Geräte mit angegebenen Versandkosten, von denen wir eigentlich WISSEN, das die die Qualität von Verpackung, die wir erwarten und die notwendig ist, nicht bezahlen.
Bieten wir dem Verkäufer dann an: "Ich geb Dir 35€ für den Versand und sage Dir, wo Du einen Karton bekommst." Oder bestehen wir auf die angegebenen Versandkosten und geben "kluge Ratschläge"?

Formal gesehen wäre die Annahme eines Angebotes, von dem wir wissen das der Anbieter es nicht erfüllen kann, sittenwidrig. Formal gesehen hätten wir die Pflicht, vor Vertragsschluß, also vor Gebotsabgabe eine Nebenabrede zu treffen, zumindest anzubieten.
Wer auf der einen Seite fair ist und auf der anderen Seite ein heiles Gerät in Empfang nehmen will, der sollte den Verkäufer anschreiben, bevor er bietet.

Etwa so:
...bla bla bla ... "... bin ich auf Ihr Inserat für eine ASC AS6002 gestossen, die Sie zum Preis von xxx€ inkl. Versandkosten anbieten. Ich bin an Ihrem Angebot interessiert, will aber auch sicherstellen, dass das Gerät wirklich in dem angebotenen Zustand bei mir eintrifft.

Sie haben den Zustand des Gerätes als "xxx" beschrieben. Da Sie einen Versand anbieten gewährleisten Sie den vereinbarten Zustand bei der Übergabe durch das von Ihnen ausgewählte Transportunternehmen an mich.
Ich bin nur an dem Gerät in dem von Ihnen zugesagten Zustand interessiert, keinesfalls an einer Auseinandersetzung wegen Schadenersatz, Nutzungsausfall etc.

Daher würde ich mich gerne mit Ihnen darüber abstimmen, wie Sie versenden und verpacken können und ob und in welchem Umfange Sie dafür zusätzliche Versandkosten berechnen.
Ich lege Wert darauf, das mein Eigentum durch eine dichte Kunststoff- oder Papier-Tüte gegen das Eindringen von Stäuben oder Verpackungsmitteln in die Schalter und ins Gehäuse-Innere geschützt ist. Ich lege Wert darauf, das sichergestellt ist, das die Schalter, die Achsnippel, die Haube etc. keinen mechanischen Belastungen ausgesetzt werden, die sie beschädigen könnten. Ich lege Wert darauf, das keine Klebstoffe (z.B. Packband) oder ähnliches direkt auf die Ware aufgebracht werden. Ich lege Wert darauf, das bewegliche Teile, so zum Beispiel die Haube, gegeneinander so abgedämmt und befestigt weden, dass kein Schaden, zum Beispiel am Lack, entsteht. Ich lege Wert darauf, das das Gerät weich aber formstabil gedämmt wird und die Stärke der Dämmung nach unten mindestens 30 cm beträgt, zu den Seiten und nach oben mindestens 20 cm beträgt. Ich lege Wert darauf, das eine Umverpackung gewählt wird, die sicherstellt, das auf dem Versandwege oben drauf gestapelte Packstücke keine Belastung für meine Maschiene darstellen.
Ich gehe davon aus das Ihnen natürlich bekannt ist, das für ein so schweres Gerät eine alleinige Dämmung durch "Papierknödel" genausowenig geeignet ist, wie eine harte Dämmung allein in Hartschaum.

Sie erreichen mich unter folgender E-Mail-Adresse: xxx. Mit freundlichem
bla bla bla...

Das braucht so niemand übernehmen. Aber vielleicht ist das Konzept klar geworden.

Wir wissen auch, der durchschnittliche Ebay-Anbieter wird auf ein solches Anschreiben verschreckt bis panisch oder aggressiv reagieren. Das sind denn aber auch die, mit denen man sowieso nichts anfangen kann.

Zum Plattenspieler-Versand gibt es übrigens beispielsweise im Dual-Forum einen bebilderten Thread, auf den man hinweisen kann.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

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66

Thursday, October 16th 2014, 6:11pm

Hallo zusammen,

bezüglich Verpackung und insbesondere der Einschätzung einzelner Geräte-Versender, wann eine Verpackung "ok" ist, kann ich die Erfahrungen von Matthias nur bestätigen.

Mehrere negative Erfahrungen diesbezüglich haben mich dazu gebracht, das Gerät entweder beim Versender abzuholen oder dem Versender eine Leerverpackung zuzusenden.

Erstere Möglichkeit bringt gelegentlich recht interessante Erfahrungen mit sich, denn man erfährt vielleicht auch etwas über den Vorbesitzer, hat aber den Nachteil, dass nicht jedes Gerät mit vertretbarem Aufwand abgeholt werden kann.

Sind die exakten Abmessungen und das Gewicht des Gerätes bekannt (am besten, ein Vergleichsgerät liegt vor) empfiehlt sich daher Variante 2: Die Verpackung wird (leer) dem Versender zugeschickt, das ist aufgrund des geringen Gewichts in der Regel mit 5,99 € (DHL) recht günstig. Ein ausreichend frankiertes Rücksende Etikett legt man dem Paket bei. Der Absender muss es jetzt nur noch einpacken und zur Post bringen. Das hat bei mir bis jetzt noch jeder Versender hinbekommen.

Am besten klappt das Ganze wenn das Paket narrensicher aufgebaut ist. Das erfordert einigen Aufwand, wie bereits beschrieben. Bewährt haben sich hier Styroporplatten, die mittels Heißschneider auf Maß gebracht werden und ein ausreichend großer Umkarton. Den Aufwand für ein solches Paket würde ich mit 10-20,-€ Material + 1-3 Stunden Eigenarbeit ansetzen. Selbst mit Porto ein übersichtlicher Preis, vergleicht man das einmal mit dem Aufwand, ein Gerät aus 500km Entfernung selbst abzuholen. :D

Gruß
Jürgen