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Saturday, March 23rd 2019, 12:00am

Uher 4000 Report Monitor Aufnahme und Löschprobleme

Liebes Forum, ich bin seit zwei Wochen glücklicher Besitzer eines Uher Report Monitor 4000 (Serien nr. 1426 / 24290) — für mich überhaupt der erste Kontakt mit dem Medium Tonband.
Das Gerät ist nach meinem begrenztem Wissen aus der späten Produktionsserie, was ich wegen der Kunststofftastatur (wie schade!) vermute. Mechanisch macht es auf mich einen sehr guten Eindruck, die gummierten Lauffächen und Andruckrollen sind geschmeidig und gleichförmig. Die vierkant Riemen scheinen recht neu — alte, schmierige Riemenstücke sind vereinzelt wie Klebstoff auf der Hauptplatine zu finden. Das Uher spielte bis auf die langsamste Geschwindigkeit Korrekt ab und ich konnte sowohl über den Radio/Phono Eingang als auch den Mic Eingang gute Aufnahmen machen (DIY Adapter auf Klinke und XLR). Bei der langsamsten Abspielgeschwindigkeit gibt es gleichlauf Probleme, die Aufnahmen werden hier eiernd abgespielt, was mich aber nicht wirklich stört. Ich nutze dies sogar als Effekt für meine Musik. Trotzdem vermute ich hier eher einen Elektronischen, als einen mechanischen Grund in der Motorsteuerung (Bauchgefühl).

Ich habe in Voraussicht auf die nächsten Jahre alle Elkos (noch nicht die Tantal) auf allen Platinen ausgetauscht. Den Austausch habe ich sorgfältig und Stück für Stück durchgetestet. Das Gerät funktionierte danach, wie zuvor. Ich habe anschliessend erfolgreich einige Testaufnahmen gemacht, auch mit paralleler Hinterbandkontrolle. Dann, ein paar Tage später habe ich voller Vorfreude das Gerät in die Tasche gepackt und mit dem Auto zu meinen Bandkollegen gefahren. Dort angekommen kam die Überraschung:

Das Eingangssignal kann zwar wie gehabt gut Eingepegelt werden — Das Eingangssignal
ist laut und klar zu hören — Die korrekt ausgepegelte Aufnahme wird aber nun, anders als zuvor, extrem leise bzw. kaum hörbar wiedergegeben (sie ist aber da!). Auch der Löschkopf löscht nicht mehr wie zuvor die vorherige Aufnahme. Die vorherige Aufnahme ist immernoch leise zu hören, verschwindet selbst nach mehrmaligem überspielen nicht komplett. Ich nutze alte gebrauchte BASF Bänder aus den 70ern. Die dicke des Bandes passt zum Gerät, das Band ist sicher nicht top gelagert, aber meine ersten Ergebnisse waren für mich OK.

Da das Problem durch den Transport ausgelöst wurde, vermutete ich zu erst die berüchtigten Federschalter/ Messing Nieten, jedoch sind diese alle noch intakt (und das Aufnahme Signal ist ja auch, zwar extrem leise, zu hören). Es fliegt kein Einzelteil lose im Gehäuse herum, und am Magnet des Lautsprechers hängt auch nichts fest.


Da ich mir keinen Reim auf die plötzlichen Symptome machen kann, hier noch einige wenige Details, die mir merkwürdig, aber nicht zusammenhängend erscheinen:
— Schalte ich die Geschwindigkeit während der Wiedergabe um, fällt das Signal für einige Sekunden ab, und erholt sich dann nur langsam wieder.


— Halte ich das zurückspulen mit der Stopp Taste an, ist ein ruppiges krächzten zu hören (vermutlich durch das trockene Lager und dem geringen spiel der gummierten Bremsrolle).


— beim Abhören der Aufnahmen mit dem Lautsprecher sind deutlich Verzerrungen zu hören. Höre ich mit dem Kopfhörer bei laufendem Lautsprecher, sind die Verzerrunngen noch deutlicher zu hören. Ziehe ich den Tone Poti um den Speeaker zu muten, verschwinden die Verzerrungen im Kophörer.


Ich bin elektronisch recht hilflos - habe zwar ein Multimeter und Lötkolben, aber eigentlich keine Ahnung. Mechanisch bin ich lernfähig und habe schon erfolgreich einige Analogkameras zerlegt und repariert. Ich habe keinen Schaltplan meines Geräts, aber vom 4200 Monitor.


Würde mich echt freuen, wenn wir hier gemeinsam der Sache auf den Grund gehen könnten.
Liebe Grüße,
Robin


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2

Saturday, March 23rd 2019, 12:29am

Hallo Robin,

zunächst einmal herzlich willkommen!

Die korrekt ausgepegelte Aufnahme wird aber nun, anders als zuvor, extrem leise bzw. kaum hörbar wiedergegeben (sie ist aber da!). Auch der Löschkopf löscht nicht mehr wie zuvor die vorherige Aufnahme. Die vorherige Aufnahme ist immernoch leise zu hören, verschwindet selbst nach mehrmaligem überspielen nicht komplett.

Dieses Fehlerbild klingt so, als würde der HF-Oszillator nicht mehr funktionieren: Dann wäre der Löschkopf ohne Funktion, und die Aufnahme selbst würde ohne Vormagnetisierung erfolgen - sie wäre dann leise und verzerrt, tendentiell würden vielleicht noch die Höhen aufgenommen, aber keine tieferen Frequenzen mehr.

Natürlich solltest Du zuerst grobe Verschmutzungen auf den Köpfen ausschließen, und mit einer anderen Aufnahme (falls vorhanden) prüfen, ob die Wiedergabe richtig funktioniert. Deswegen noch folgende Nachfrage:

beim Abhören der Aufnahmen mit dem Lautsprecher sind deutlich Verzerrungen zu hören. Höre ich mit dem Kopfhörer bei laufendem Lautsprecher, sind die Verzerrunngen noch deutlicher zu hören.

Bezieht sich das auf die Hinterbandkontrolle, während gerade eine Aufnahme läuft? Oder werden auch vorher erstellte, einwandfreie Aufnahmen verzerrt wiedergegeben? Wenn letzteres zutrifft müssen wir zuerst diesem Problem nachgehen!

Viele Grüße
Andreas

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3

Saturday, March 23rd 2019, 6:55am

Dieses Fehlerbild klingt so, als würde der HF-Oszillator nicht mehr funktionieren:

Das war auch meine erste Vermutung.

Willkommen Robin und viel Erfolg!

Gruß, Anselm

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Saturday, March 23rd 2019, 8:16am

Nein, glaube ich nicht. Ohne Hf ist die Aufnahme bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und die alte Aufnahme ist noch so laut wie zuvor.
Ich denke - viel banaler - an Schmutz auf den Köpfen, zumal 70er-Jahre-BASF verwendet wird. Diese Bänder haben zum großen Teil extremen Abrieb (der aber nicht schmiert und klebt, eher wie Weizenmehl).
VG Stefan

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5

Saturday, March 23rd 2019, 8:30am

Hallo Anselm & Andreas! Toll, wie schnell das mit euch geht :) . Eure Vermutung klingt wirklich sehr passend.

Tonköpfe sind mit Alkohol und Wattestäbchen von allem Schmutz befreit.

Die Wiedergabe von früheren Aufnahmen - also welche von mir, aber auch die alten Aufnahmen der gebrauchten Bänder aus den 70ern, ist laut und unverzerrt. Ok, die aus den 70ern sind zugegeben verzerrt, aber das liegt nur an den bescheidenen Aufnahmen (Hobby Blechbläser Weihnachtskonzert, 1977). Nur neue Aufnahmen sind dünn, ohne Bass, und mischen sich leise in die Bestehende Aufnahme, die dabei etwa um die Hälfte leiser wird. Das hört man sowohl während der Aufnahme über die Hinterbandkontrolle, als auch nach der Aufnahme über den normalen Abspielkopf.

Zuerst dachte ich, es wird überhaupt nichts mehr aufgezeichnet, doch als ich einen Synthesizer mit ganz schrillen Höhen und extrem lautem Pegel angeschlossen hatte, hörte ich das Signal deutlich. Damit man etwas hört, muss der Pegel derart übersteuert werden, weshalb das Signal dann auch verzerrt aber dennoch leise wiedergegeben wird.

Was wäre denn zu tun, wenn der HF-Oszilator nicht mehr funktioniert?


Vielen Dank schonmal!

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6

Saturday, March 23rd 2019, 8:34am

Ich denke - viel banaler - an Schmutz auf den Köpfen, zumal 70er-Jahre-BASF verwendet wird. Diese Bänder haben zum großen Teil extremen Abrieb (der aber nicht schmiert und klebt, eher wie Weizenmehl).
VG Stefan
Hi Stefan, das stimmt. Ich muss wegen der Bänder oft zum Wattestäbchen greifen, in diesem Fall liegt es aber leider nicht daran. leider habe ich mir gleich 8 Stück von dem Bandmaterial besorgt... zum üben ist es OK, denke ich.

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Saturday, March 23rd 2019, 9:11am

Hallo Stefan,

Ohne Hf ist die Aufnahme bis zur Unkenntlichkeit verzerrt und die alte Aufnahme ist noch so laut wie zuvor.

Wie ich das lese, ist genau das der Fall?

Gruß, Anselm

8

Saturday, March 23rd 2019, 9:37am

Hallo Robin,
auch bei Hinterbandkontrolle wird der "normale" Wiedergabekopf verwendet.

niels
Ich halte die analoge Aufzeichnung einer qualitativ gut erzeugten digitalen Aufzeichnung für unterlegen.
Aber jene macht mir mehr Freude.

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Saturday, March 23rd 2019, 12:10pm

Moin moin,

vielleicht hat das 5V/60mA Lämpchen im HF-Oszillator den Auto-Transport nicht überstanden.

MfG Kai

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Saturday, March 23rd 2019, 12:48pm

Mir wird aus dem Schaltplan vom 4200/4400 nicht ganz ersichtlich, auf welcher Platine ich den HF generator finde. Ich würde mir gerne das Lämpchen ansehen... wo finde ich das Teil denn?

Ich habe auf der hochkant stehenden Platine zwischen Motor und Batteriefach (an der Rückseite) zwei stellen entdeckt, an denen die Metallschicht sich von der Platine leicht löst. Die Lötpunkte stehen leicht von der Platine ab, scheinen aber noch nicht abgerissen zu sein.

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Saturday, March 23rd 2019, 1:46pm

Oszillator-Schaltung bei Rep-Mon-4000:


Platinen-Skizze vom 4200/4400:


In den Schaltplänen für 4200/4400 wird der obere Transistor (hier T45, dort T51) falsch als BC327-25 angegeben.
Eine Platinenansicht für 4000 hab ich nicht. T50 , T51, T52 entsprechen in der o.a. Schaltung T47. T45 , T4?.

MfG Kai

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12

Saturday, March 23rd 2019, 1:58pm

Den Umrandungen im Schaltplan nach sollte der Oszillator auf der größten Platine sitzen. Irgendwo habe ich das auch gelesen, glaube ich.

Viele Grüße
Andreas

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13

Saturday, March 23rd 2019, 3:32pm

Hallo!

Der Löschoszillator sitzt in der Tat auf der 4000RM-Hauptplatine (s. Ausschnitt):



Der zugehörige 4000RM-Teilschaltplan so:



Gruß
Wolfgang

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Tuesday, March 26th 2019, 6:18pm

Inzwischen habe ich die Birne ausgebaut und überprüft. Die war es leider nicht, alles OK damit. Ich habe dann die Platine abgebürstet und dabei kam ein etwa 2-3mm langes Kondensatorenbeinchen zum Vorschein (shit, ich Schlamper!!) Danach immernoch das selbe Problem. Aufnahmen wurden nicht richtig gelöscht.
ABER:
Aus heiterem Himmel (und Tage später) funktioniert das Aufnehmen/ Löschen der vorherigen Spur jetzt wieder. Ich hab keine Ahnung wieso. Habe noch eine Lötstelle an der Motorplatine repariert, dieses und jenes Teil ausgebaut, durchgemessen und wieder Eingebaut. Alles blieb beim Alten, ich hatte die Hoffnung fast aufgegeben — und jetzt läuft es einfach.

Dennoch ist das Gerät noch nicht ganz Problemfrei und ich glaube mittlerweile, das war vorher auch schon so und ich habe es nur nicht realisiert.

Problem 1:

Zwischen dem aufzunehmenden Signal (Monitorstellung S bei REC) und dem der Tonbandaufnahme ist ein übelster höhenabfall (@ 19cm) zu hören. Ich Kann das gerade nicht Messen, aber ich schätze alles über 5000 HZ ist weg. Auch ist die Aufnahme um 2-5db leiser, was aber auch durch den höhenabfall verschuldet sein kann. Es verzerrt auch alles leicht, auch weit unter 0db. Ich vermute der Höhenabfall kommt durch die alten Bänder, aber die Verzerrungen sind nicht Aufnahmeverschuldet und erhöhen sich beim Lauter machen massiv.

Problem 2:
Der speaker verzerrt eigentlich immer. Ist der Speaker an, höre ich auch heftige Verzerrungen über Kopfhörer (verschiedene. Beyerdynamic/ Revox / Shure). Ziehe ich den Tone Poti verschwinden diese sehr deutlich und das ganze wird relativ OK.

Bekommt man die Verzerrungen denn irgendwie ganz weg?
Ich würde gerne diese Modifikation an meinem 4000RM durchführen:

Reparatur und Abgleich meines Uher Report Monitor 4400

Doch die Endstufe beim 4000 muss irgendwo ganz anders liegen. Die in diesem Thread abgebildete Platine existiert in meinem Gerät jedenfalls nicht.


@ Wolfgang, du hast hier diese echt hilfreichen Ausschnitte der Platine und des Schaltkreises gepostet — könnte ich von dir evtl. die vollständigen Dokumente bekommen? Das wäre eine riesen Hilfe!!

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Tuesday, March 26th 2019, 6:32pm

Kleine Korrektur:
Es verzerrt nicht „immer“. Zb wenn der speaker leise, also fast nicht hörbar ertönt, verzerrt es nicht. Mit Kopfhörer kann etwas lauter gehört werden, aber bei „normaler“ Lautstärke treten erste deutliche Verzerrungen auf.

Auch verzerrt die Aufnahme mehr als das Source Signal beim Aufnehmen.

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16

Tuesday, March 26th 2019, 7:32pm

Hallo Robin!

Um Dir den kompletten 4000RM-Plan zukommen zu lassen,
brauche ich per PN Deine mail-Adresse.

Gruß
Wolfgang

PS.: Die Endstufe des 4000RM ist auf der Hauptplatine verbaut.
Müßte dieser Bereich sein:


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Tuesday, March 26th 2019, 8:00pm

Kopfhörer und Lautsprecher liegen beide am Ausgang der Endstufe. Wenn die nicht in Ordnung ist, muß naturgemäß beides verzerrt sein. Unterschiede kommen dann von der Höhe der Aussteuerung.
Die Monitorbuchse bekommt ihr Signal vom Ausgang des Monitor-Verstärkers vor dem Lautstärke-Potentiometer der Endstufe.
Ein nützlicher Test zur Eingrenzung des Fehlers wäre, das Signal an der Monitor-Buchse auf Verzerrungen zu überprüfen bei auf Null gestelltem Lautstärke-Potentiometer. Wenn das Signal da unverzerrt ist, liegt es an der Endstufe, andernfalls irgendwo davor.
Wenn du mehrere Tonbandgeräte hast, kannst du ja auch eine Aufnahme der 4000 Monitor auf einem anderen Gerät auf Verzerrungen und Höhenabfall testen. Ebenso eine Aufnahme eines anderen Gerätes auf Beeinträchtigungen bei Wiedergabe mit 4000 Monitor. Das gäbe weiteren Aufschluß.

MfG Kai

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18

Wednesday, March 27th 2019, 1:07am

Danke für den Tip! Habe (zum ersten Mal) den Monitor Ausgang überprüft und dort traten tatsächlich keinerlei Verzerrungen auf. Dank Wolfgangs Foto konnte ich die Endstufen Transistoren, sowie die Diode finden. Die sind auf dem Foto ganz links und etwas darüber hinaus zu sehen. Ich habe zuerst alle vier Transistoren ausgetauscht, was die Verzerrungen zu 90% reduziert hat! Dann habe ich noch die Modifikation aus vorher verlinkten Thread durchgeführt (Diode durch Transistor mit heissleiter ersetzt — das war vielleicht eng dort!) und siehe da:
Das kleine Report klingt, wie es soll :) es kratzt nix mehr, selbst voll aufgedreht.

Man bin ich jetzt happy (und müde). Schönes Gefühl, so ein tolles Gerät wieder flott zu machen.
Wolfgang, über die Pläne würde ich mich trotzdem noch freuen (siehe PM).

Danke für eure Hilfe!

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19

Wednesday, March 27th 2019, 8:22am

Hallo Robin!

Deine Antwort habe ich erst nach meiner mail-Aktion gelesen.

Gratuliere zu der erfolgreichen Instandsetzung. Viel Freude mit
dem kleinen Henkelmann.

Gruß
Wolfgang

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20

Wednesday, March 27th 2019, 3:22pm

Hast du nach der Operation den Ruhestrom der Endstufe quer durch die beiden letzten Transistoren überprüft bzw auf einen empfohlenen Wert eingestellt ?
Falls nicht, besteht die Gefahr, daß da unnötig viel Strom fließt, vermeidbare Wärme erzeugt und Batterie/Akku schneller auslutscht.

MfG Kai

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Saturday, April 6th 2019, 12:25pm

Hi Kai,
wird der Ruhestrom an dem Bias Potentiometer eingestellt? Ich konnte im Serviceheft leider keinen Sollwert finden (und weiß auch nicht wo man misst). Ist der Ruhestrom beim Betrieb mit Netzteil überhaupt wichtig?


@ alle:

Ich habe noch eine (für mich als Musiker brauchbare) Modifikation durchgeführt. Und zwar wünsche ich mir eine, von außen erreichbare, variable Geschwindigkeitseinstellung um Pitch und Tape Echo modulieren zu können. So habe ich auf der Motorsteuerung den Symmetriepot R17 (500 Ohm) gegen ein 10k linear Pot getauscht und mit einem langen Kabel nach außen verlegt. Dadurch konnte der Motor sowohl merklich schneller, als auch (zu) langsam gedreht werden. Bei langsamster Stellung war bereits das Rasseln des Fliehkraftschalters zu hören. Ich habe dann einen 1.5k Ohm widerstand zwischen die Potikontakte 2 & 3 gelötet um die langsame Geschwindigkeit auf eine nicht zu langsame Geschwindigkeit zu drosseln. Jetzt rasselt nix mehr, der Motor hört sich in allen Geschwindigkeiten OK an.

Was mir sofort aufgefallen ist:
Wenn ich bei 19cm den Motor (mit dem Neuen Poti) auf schnellste Geschwindigkeit einstelle, und so aufnehme, klingt alles plötzlich VIEL besser. Selbst mit meinen alten Tapes sind alle Höhen da. Zwischen Source und Monitor ist erstmalig kein Unterschied zu hören. Klingt jetzt richtig nach HIFI, haha.

Jetzt stellen sich mir zwei Fragen:
1. Könnte es sein, dass ich durch die Modifikation erst jetzt auf die „richtige“ Geschwindigkeit gestoßen bin? Vielleicht ist auf der Platine irgendwas nicht korrekt,sodass das Gerät zu langsam lief. 2,4cm lief schon immer unbrauchbar eiernd (und jetzt auch etwas besser).

2. kann durch meine Modifikation ein Schaden am Motor entstehen?

Dass ich durch die Variable Geschwindigkeit die korrekte Wiedergabe in Bezug auf andere Tonbandgeräte bzw. das Verhältnis zwischen den vier Grundgeschwindigkeiten durcheinander bringe, ist mir bewusst und nehme ich in Kauf. Die Modifikation ist leicht rückgängig zu machen.

Liebe Grüße

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Saturday, April 6th 2019, 6:07pm

Was mir sofort aufgefallen ist:
Wenn ich bei 19cm den Motor (mit dem Neuen Poti) auf schnellste Geschwindigkeit einstelle, und so aufnehme, klingt alles plötzlich VIEL besser. Selbst mit meinen alten Tapes sind alle Höhen da. Zwischen Source und Monitor ist erstmalig kein Unterschied zu hören. Klingt jetzt richtig nach HIFI, haha.

Und dass bei Deinen alten Bändern die Tonhöhe völlig daneben ist, stört Dich nicht? :D

Gruß, Anselm

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23

Saturday, April 6th 2019, 8:11pm

Hallo,

ich hatte zugunsten von Uher angenommen, daß es eine Ruhestrom-Einstell-Möglichkeit gibt.
Ein Blick ins Schaltbild zeigt aber, daß man die weggelassen hat. Die Endstufe geht bei kleinen Pegeln vom Gegentakt-Betrieb in den Eintakt-Betrieb über (nur mit dem unteren Transistor).

Es ist normal, daß mit zunehmender Geschwindigkeit die Höhen-Wiedergabe besser wird.
Bei deinem Versuch kommt aber noch ein anderer Effekt hinzu:
Die Aufnahme- und Wiedergabe-Entzerrungen sind für die jeweiligen Geschwindigkeiten auf flachen Frequenzgang optimiert.
Wenn du das Gerät dann aber mit höherer Geschwindigleit betreibst, gibt es eine zusätzliche Höhenanhebung.
Das gefällt dir offenbar besser bzw kompensiert vielleicht gerade bei "richtiger" Geschwindigkeit noch vorhandene Defizite.

MfG Kai

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24

Saturday, April 6th 2019, 8:55pm

Hätte ich alte Bänder mit Guten Aufnahmen, würde mich das vielleicht stören... aber da ist echt nur Schrott drauf (Klassenfahrt London 1977, Weihnachtskonzerte, Kinderinterviews (nichtmal die sind witzig) usw. ).
Ich benutze das Medium Tonband eigentlich zum Musik machen. Live für Tape Echo, oder zum Loops schneiden, Teile mit halber Geschwindigkeit laufen lassen usw.

Ich werde mir eine Markierung machen, bei der die „normale“ Geschwindigkeit dann läuft.

Die höhenanhebung bis zur überbetonend habe ich inzwischen auch bemerkt. Mit der schnellsten Geschwindigkeit ist es etwas harsch. Kurz vor anschlag klingt es am besten — die normalen 19cm sind aber wirklich zu dumpf, das war keine Geschmacksfrage.

Einen frühzeitigen Motorschaden kann ich also mit der Modifikation nicht erwarten?

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25

Saturday, April 6th 2019, 9:11pm

Einen frühzeitigen Motorschaden kann ich also mit der Modifikation nicht erwarten?

Versuch macht kluch...

Das, was du da mit dem Band machen willst oder bereits machst, kann man auch alles ohne verschleißende Mechanik digital im Rechner tun. Dabei treten keine unerwünschten Frequenzgang-Modifikationen auf.

MfG Kai

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26

Friday, May 3rd 2019, 4:20am

Oje, da scheint ja einiges schief zu laufen bei dem armen Report, was mich aber auch nicht wirklich wundert.
Das Gerät gehört auf die verwendete Bandsorte eingemessen (was nicht durch einfach mal versuchsweise an allen möglichen Trimmern herumdrehen zu erreichen ist - es braucht dafür präzise Messgeräte, ein Bezugsband und vor allem das nötige Fachwissen). Die Einstellung der Geschwindigkeit erfolgt mittels Referenzband und Frequenzzähler. Ein hörbarer Höhenabfall bei 19cm/s ist definitiv nicht normal, selbst bei 9,5cm/s sollte es mit einem ordentlichen Band keinen auffälligen Unterschied zwischen Vor- und Hinterband geben. Entweder ist das Gerät also komplett verstellt (wovon ich jetzt mal ausgehe), oder es ist etwas defekt. Weitere Frage ist natürlich, was für ein Band du verwendest. Irgendwelches altes Schrottband das vielleicht schon Abrieb erzeugt, klebt und schmiert, dann ist das alles kein Wunder.

Meine Vorschläge an dieser Stelle:
  • Das Gerät einer fachkundigen Person zur Durchsicht und Justage übergeben
  • Ordentliches, für die Reports geeignetes Bandmaterial besorgen - am besten neue RTM LPR35

Alternativ:
  • Wie hier schon vorgeschlagen wurde, geht das, was du machen möchtest, viel einfacher, komfortabler und preisgünstiger digital. Wenn es dir also nur um die Effekte geht, und nicht um den Spaß an der Analogtechnik als solches, wäre das eine sinnvollere Lösung
  • Wenn es einfach nur um das herumspielen und experimentieren geht, und die Qualität keine Rolle spielt, kannst du das Gerät natürlich auch einfach so weiterverwenden, wie es ist

Zum Thema möglicher Motorschaden kann ich so jetzt nichts beitragen, allerdings kostet ein neuer Ersatzmotor samt Steuerplatine aktuell 23,80 €, der finanzielle Schaden würde sich also in Grenzen halten. Ist dann zwar nicht der in deinem Gerät offensichtlich noch verbaute Bühler-Motor, sondern der einfachere Escap-Bürstenmotor mit deutlich schlechteren Gleichlaufwerten, was aber für deine Zwecke egal sein sollte.