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Tuesday, December 18th 2018, 2:04pm

M15A – Experiment mit Bandabheber und Andruckrolle

Die ruckartige Beschleunigung von Bandabheber und Andruckrolle (mit ihrer mechanischen Belastung für das Magnetband) lässt sich bei der M15A effektiv verringern durch Verminderung der Gleichpannungen an den Magnetspulen.

https://youtu.be/3KNqUefHxe4

In diesem Video liegen (empirisch ermittelt) beim Abhebermagneten 39 Ω in Serie und 2200 µF parallel.
Vor der Anzugswicklung des Andruckmagneten (links im Video zu sehen) liegen 70 Ω, eine Parallelkapazität ist nicht notwendig. Hierfür ist ein Drahtwiderstand mit Abgriffschelle eingesetzt (fand sich in der Bastelkiste), seine Leistung kann aber deutlich geringer sein, da er nur für 300ms unter Strom steht.

Zu sehen sind einige Wiedergabe- und Umspulstarts bei 38 und 19 cm/s, zunächst im Werkszustand, dann nach der Veränderung. Durch sie ähnelt das Wiedergabe-Startverhalten jetzt eher einer M20 oder M21 (wenn auch immer noch nicht so bandschonend wie bei den Schrittschaltmotoren der Studer-Maschinen :whistling: ).

Das gesuchte und erzielte Ergebnis ist vor allem, dass das Band bei Wiedergabe bereits angelaufen ist, bevor die Andruckrolle die Tonwelle erreicht. Im Werkszustand ist die Bewegung der Rolle so schnell, dass sie auf das praktisch stehende Band aufschlägt und dieses ruckartig beschleunigt, was vor allem bei der Herstellung und Wiedergabe von Messaufzeichnungen sich durch kurzzeitige, bleibende Pegelschwankungen bemerkbar macht.

Dasselbe gilt für die Aktion des Bandabhebers, die durch die Veränderung deutlich schwächer und bandschonender stattfindet, was die Pegelschriebe ebenfalls zeigen.

Grüße, Peter

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Tuesday, December 18th 2018, 3:00pm

Meinst Du, Du könntest mal den Rapidographen aus dem Keller holen und ein entsprechend modifiziertes Schaltbild einstellen?


Anschauliche Grüße

TSD

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Tuesday, December 18th 2018, 3:42pm

Meinst Du, Du könntest mal den Rapidographen aus dem Keller holen und ein entsprechend modifiziertes Schaltbild einstellen?

Den Rapidograph hatte mein Vater schon nicht mehr, als ich mich vor über 50 Jahren in seinem Heimlaboratorium mit meinen Radiobasteleien breit machte :whistling:

Dafür gibt's heute Scanner und Photoshop (jedenfalls wenn man zu faul ist, Multisim zu füttern). Alsdann:



Die Anschlüsse auf der linken Seite gehören zur OT Karte, durch diese werden je nach Betriebszustand jeweils ein Spulenanschluss auf Massepotential geschaltet.

Grüße, Peter

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Thursday, December 20th 2018, 3:05pm

Zum Abschluss die Fertigmeldung: Der Einbau der Dämpfung für beide Magneten ist vollendet.

Beide Vorwiderstände habe ich nun als kleine Drahtpotis ausgeführt und zusammen mit einem 10mF-Elko für den Andruckmagneten an der vorderen Abdeckung montiert, um evtl. Schwankungen der Betriebsbedingungen (v.a. Temperatur) mit einem Handgriff ausgleichen zu können. (Der 2200 µF ist direkt am Bandabhebermagneten angelötet.)

Der zusätzliche Elko hat sich als nützlich erwiesen, weil die Andruckrolle sozusagen auf seiner Laderampe ein wenig länger bis zur Tonwelle unterwegs ist (in dieser Zeit kann der rechte WM das Band auf Sollgeschwindigkeit beschleunigen), aber in jedem Fall der Anker bis zum Anschlag zieht, weil sonst die Andruckfeder nicht gespannt würde. Das klappte bei meinen ersten Versuchen nicht immer, wenn die Maschine sehr kalt war.

So sieht die Schaltung jetzt aus ...



... und so die praktische Umsetzung ...



Wieder ein Beitrag zu artgerechter Bandbehandlung, und zu noch saubererereren Messbändern :thumbup:

Grüße, Peter

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