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  • "Magnetophonliebhaber" started this thread

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1

Saturday, November 10th 2018, 4:27pm

China Mikrofone

Nachdem ich gute Erfahrungen mit bestimmten Mikrofonen vom Hans Thomann gemacht hatte, waren das

- EM 800 Nieren-Stäbchen durchaus brauchbar (Nextel klebt nach einem Jahr!)
- SC1100 Kugel-Niere-Acht Charakteristik, ein Großmembran was 48V Phantomspeisung braucht, aber mit Spinne und Koffer schon für 129,-Okken zu haben ist, das
- SCT 700 Röhren-Kondensatormikrofon in Niere und zu letzt das umschaltbare
- SCT 2000.

Es gibt im "Indernäd" viele Seiten zur Modifizierung, die alle zum Ziel haben, die Billigkondensatoren auszutauschen. In Spabananien will einer für derart umgebaute Mikros plötzlich 800,-Okken haben...!

Pech hatte ich mit 2 der SC1100.

Eines in iiBäh als "voll funktionsfähig" gekauft, Verkäufer schiebt es aber auf Trandportschaden, iiBäh hält sich da völlig raus.

Beide Mikros haben zerfetzte Kapsel-Membranen, die weder über Spannringe verfügen, noch Isolierung der Membran, noch über einen Luftdruckausgleich.

Eine einmal "aufgeblähte" Membran wird lasch wie 'n Luftballon ohne Luft, Anode und Kathode machen Kurzschluß und Thomann möchte 69,-€ für eine neue identisch verpfuscht montierte Kapsel haben!

Hier Bilder:
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  • IMG_1666.JPG
  • IMG_1672.JPG
  • IMG_1674.JPG
  • IMG_1679.JPG

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2

Saturday, November 10th 2018, 5:05pm

Da dürfte ja wohl eine mechanische "Vergewaltigung" durch den Vorbesitzer vorliegen. Beim Transport kann sich ja wohl kaum die Zentralkontaktschraube selbstständig festziehen und die Folien in die Löcher gedrückt werden! 8|

Aber einen Kurzschluss, wie von dir geschildert, kann die Membran doch normalerweise nicht verursachen, denn die Goldschicht liegt ja auf der Oberseite. Zur Masseelektrode hin ist also nur Folie, ohne Gold! Ein Distanzring zwischen Membranfolie und Masseelektrode ist also ausreichend. Wenn natürlich jemand die Zentralschraube so angeknallt hat, dass die Unterlegscheibe die Membran durchgestanzt hat, kann das schon sein mit dem "Kurzen"...

Wieso verkauft Thomann denn verpfuscht montierte Kapseln? Die Mikrofone funktionieren doch, wenn man sie neu kauft, also müssen die Kapseln doch in Ordnung sein. Ich hatte das SC1100 auch mal, keine Beanstandung.
Diese K67-Style-Kapseln werden auch zu hunderttausenden beim Chinesen gebaut und verkauft!

Eines meiner Lieblingsmikros ist übrigens ein "gepimptes" T.bone SCT-800, dieses blau-goldene Röhrenmikro. Das habe ich etwas modifiziert mit einer rausch- und mikrofoniearmen Spanngitterröhre ECC83S, hochwertigen Kondensatoren, außerdem einige kleine Änderungen an der Schaltung vorgenommen. Als Kapsel hat es eine RK-12 von "Microphone Parts" bekommen, die den Höhen-Peak der chinesischen Originalkaspel vermeidet. Und vorn eine kleine rote Low Current-LED als Betriebsanzeige.

Und die EM800 sind in der Tat für den Preis sehr brauchbar! Ich habe zwei davon. Eins schon seit fünf Jahren, da klebt die dunkelblaue Softtouch-Oberfläche aber immer noch nicht. Dafür dass es Elektrete sind, rauschen die mit ihren 16 oder 17 dB Equivalentpegel verdammt wenig und klingen spritzig und ausgewogen. Dazu ein robustes Metallrohr als Gehäuse.
Ein echter "Geheim"tipp! 8)

LG Holgi

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3

Monday, November 12th 2018, 8:06pm

Hallo Holger!

Es kann sein, dass mein Mikro ein Vorführteil war, ein anderes mit gleichem Defekt kam aus iiBäh.

Da die Goldbeschichtung nach untem montiert wurde, kam es durch das Verwellen zum Kurzschluß aufgrund Kontakt mit dem gelochten Kern.

Andere noch intakte Mikrofone fasse ich nicht an!

Das SCT 800 habe ich nicht gewollt, da es zu viele Mitten & Höhen (wie Digital) bringt, das EC 1100 und SCT 700 mit SCT 2000 klanglich ausgewogen klingt und sehr stark an meine Neumann KM 184 und KM 150 herankommt!

Eines der Röhrenmikros SCT 700 habe ich blind gegen ein TLM 170 getestet - nur bei Sprache war ein marginaler Unterschied zu hören (wenn man es weiß), nicht aber bei Akustikgitarre.

Einen heißen Tipp kann ich noch loslassen; Superlux S-241 (Baugleich mit CAD e70).

Rudy

Anhang: Schaltplan zu Deinem Mikro.
Magnetophonliebhaber has attached the following image:
  • SCT800 Schaltung.JPG

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4

Monday, November 12th 2018, 9:17pm

Danke für den Schaltplan! ;)
Hier ist die Version mit allen von mir durchgeführten Mods (in grau kursiv):



Ich glaube dir übrigens einfach nicht, dass die Goldbeschichtung zur Masseelektrode hin montiert war. Sicher hast du dich da geirrt.
Ich habe schon viele Chinesen- und andere Kapseln in der Hand gehabt, auch von Neumann, AKG und Røde (es liegen auch immer ein paar in der Bastelkiste), aber keine hatte je die Bedampfung auf der Innenseite. Warum sollte sie auch? Die Membran wäre ja auch in diesem Fall gar nicht mit dem FET-Eingang verbunden, weil der Ringschuh des Mittenanschlusses keinen Kontakt zur Bedampfung hätte!

LG Holgi

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5

Monday, November 12th 2018, 9:36pm

Bei der Schaltung frage ich mich (und andere) warum das zweite Röhren-System nicht benutzt wird,
zB um es parallel zum ersten zu betreiben (die Frage wurde schon in
http://www.nrgrecording.de/nrg/viewtopic…faa3f70c4177a06
aufgeworfen und nicht beantwortet),
oder warum man sie nicht als Kathodenfolger nach der ersten Triode benutzt, um einen niedrigeren Quellwiderstand für den oder einen anderen Trafo zu bekommen.

MfG Kai

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6

Tuesday, November 13th 2018, 7:23pm

Diese Schaltung wurde ja weitgehend von den historischen Mikros Telefunken ELA M250/251 und AKG C12 (nicht alle Varianten!) abgekupfert, bei denen das zweite Röhrensystem (sofern Doppeltrioden eingebaut waren) ebenfalls komplett auf Masse lag. Ich bin ja kein Ingenieur, aber die Altvorderen werden sich doch was dabei gedacht haben?!


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Tuesday, November 13th 2018, 7:42pm

Eben habe ich noch die Schaltung des Apex 460 gefunden, bei dem die zweite Triode angeschlossen ist. Das ist zwar ein Mikro mit Doppelmembrankapsel, aber der Rest der Schaltung ist ja doch sehr ähnlich/identisch:



Meine Frage lautet: was würde sich denn an den Eigenschaften des Mikros ändern, wenn der zweite Röhrenteil mit einbezogen würde? Wäre das überhaupt lohnend? Und würde ich dann nicht einen anderen Übertrager brauchen? :huh:

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8

Tuesday, November 13th 2018, 7:49pm

die Altvorderen werden sich doch was dabei gedacht haben?!

Das kann man weder ausschließen, noch sich dessen sicher sein. :D
Es legt aber tatsächlich nahe, daß manche Nachfolger möglicherweise nur "abgekupfert" haben.
Bei der Röhre in deiner historischen Schaltung wird wenigstens das zweite System nicht geheizt.
Die ECC83 hat nur eine gemeinsame Heizung für beide Kathoden...
In deiner zweiten Schaltung wird das zweite System als Kathodenfolger benutzt, um den Trafo mit niedrigerer Impedanz speisen zu können und vielleicht mit weniger Abwärts-Transformation und geringerer Primär-Induktivität für die benötigte untere Grenzfrequenz auszukommen. Das hat als positive Nebenwirkung meist auch eine höhere obere Grenzfrequenz (infolge der Streu-Kapazitäten) zur Folge.

MfG Kai
Nachtrag: Eine andere Möglichkeit wäre, beide Systeme parallel zu benutzen, mit halb so großem Anoden-Widerstand. Die Steilheit addiert/verdoppelt sich dadurch, der Ausgangswiderstand halbiert sich, die Verstärkung bleibt gleich. Aber aus Trafo-Primär-Induktivität und Ausgangswiderstand halbiert sich dann die untere Grenzfrequenz.

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9

Tuesday, November 13th 2018, 9:40pm

Die ECC83 hat nur eine gemeinsame Heizung für beide Kathoden...

Der Heizfaden der ECC83 hat einen Mittelanzapf, der herausgeführt ist. Man kann also sehr wohl nur eine der beiden Trioden heizen.
Bei der Röhre in der historischen Schaltung könnte es sich auch um eine ECC83 gehandelt haben.

Haben sich die Altvorderen dabei etwas gedacht? Ich vermute mal: ja.
An Einzeltrioden hatte man seinerzeit keine große Auswahl, die meisten Typen waren für Hf-Anwendungen konzipiert. Da gab es z. B. die EC92, eine "halbe" ECC81, zwar durchaus auch Nf-tauglich, aber in Dampfradios hauptsächlich im UKW-Empfangsteil eingesetzt. Wenn aber einem die Charakteristik der ECC81 bzw. EC92 nicht zusagte und die ECC83 genehmer war, hat man eben diese verwendet und ein Röhrensystem ungenutzt gelassen.
Übrigens eine nicht unbedingt seltene Vorgehensweise zu Zeiten der Altvorderen. Man findet in Plattenspieler- und Tonbandverstärkern gelegentlich Typen wie EBC41, EBC91 oder EBF80, bei denen beide Dioden ungenutzt bleiben.
Heutzutage hat man keine andere Wahl mehr, da eine Type wie die EC92 ebenso wie andere Einzeldioden meines Wissens gar nicht mehr hergestellt wird.

Gruß
TSF

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10

Tuesday, November 13th 2018, 9:46pm

Weißt du
was die UKW-Trioden NF-untauglicher macht ? Haben die mehr Mikrofonie ?
warum keine (Doppel-)Trioden mit höherer Steilheit verwendet werden/wurden ?

MfG Kai
Nachtrag: Mit dem Heizungsmittelanzapf hast du Recht. Aber trotzdem wird laut Schaltung das nicht benutzte Röhrensystem stromverschwendend/unnötig geheizt.

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Wednesday, November 14th 2018, 11:21am

Bei der Röhre in der historischen Schaltung könnte es sich auch um eine ECC83 gehandelt haben.

Das ist eine 6072 (12AY7).
Übrigens wird bei meinem MIkro die zweite Heizung mit beiden Enden auf Masse gelegt und damit nicht geheizt! Ich habe das Schaltbild doch gepostet ;) .

This post has been edited 1 times, last edit by "hannoholgi" (Nov 14th 2018, 11:59am)


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12

Wednesday, November 14th 2018, 2:05pm

Beim historischen Vorbild ELA M251 wurde eine AC701 verwendet, beim Nachfolger ELA M251E die genannte 6072a :
https://telefunken-elektroakustik.com/microphones/ela-m-251

Deine Modifikationen hatte ich noch nicht beäugt, sondern erstmal die Originale angeguckt.
Dafür hast du einen Nachhaltigkeits-Orden verdient und darfst das Mikrofon mit einem Energie-Effizienz-Klasse Label C verzieren :D (naheliegendste Geräte-Kategorie: Fernseher. C: <60% des Energieverbrauchs eines Referenzmodells (=Vor-Version)).

Ist die Kapazität der Mikrofon-Kapsel bekannt oder meßbar ?
Hat jemand Daten (Induktivitäten, Koppelfaktor bzw. Streu-Induktivitätem, Streu-Kapazitäten, bzw Frequenzgang bei spezifizierten Abschlußwiderständen) über den im Original verwendeten Haufe-Übertrager T14/1 ?
Bei Haufe findet man nichts mehr darüber.

MfG Kai

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13

Wednesday, November 14th 2018, 3:39pm

Ist die Kapazität der Mikrofon-Kapsel bekannt oder meßbar ?
Hat jemand Daten (Induktivitäten, Koppelfaktor bzw. Streu-Induktivitätem, Streu-Kapazitäten, bzw Frequenzgang bei spezifizierten Abschlußwiderständen) über den im Original verwendeten Haufe-Übertrager T14/1 ?

Bekannt ist sie nicht, messbar wäre sie, wenn ich das Mikro öffnen und eine Zuleitung zur Kapsel ablöten würde, was du mir bitte momentan erparen mögest! ;)
Sie dürfte in der Größenordnung 20-60 pF liegen.

Das mit dem Haufe-Übertrager dürfte fast aussichtlos sein.... ;( Das Übersetzungsverhältnis könnte sich aus der Typenbezeichnung herleiten.

Ich möchte aber noch mal meine Frage wiederholen, die wohl etwas untergegangen ist:

Was würde sich denn an den Eigenschaften des Mikros ändern, wenn der zweite Röhrenteil mit einbezogen würde? Wäre das überhaupt lohnend? Und würde ich dann nicht einen anderen Übertrager brauchen? :huh:

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14

Wednesday, November 14th 2018, 4:05pm

Vielleicht ja jemand ähnliche Kapseln rumliegen und kann mal messen
Manch einer hat vielleicht auch noch einen Haufe T14/1 in der Grabbelkiste.
Für NOS-Exemplare hab ich übrigens Preise von 120 € gesehen.
Ich gehe auch von 14:1 aus.

Deine Frage ist nicht untergegangen, läßt sich aber erst beantworten, wenn man detaillierte Simulationen durchgeführt hat. Dazu braucht man erst mal ausreichend gute Bauteil-Beschreibungen.
Oder ein Mikrofon zum Ausprobieren aller Möglichkeiten und das nötige Mess-Equipment.

Über das "lohnen" befinden die Benutzer.
Der Übertrager soll die Ausgangsimpedanz der Röhre an die 200 Ohm Last anpassen und die gewünschte untere und obere Grenzfrequenz ermöglichen. Dafür ist bei der Apex460 sicher ein anderer Trafo mit geringerem Übersetzungsverhältnis eingebaut. Das hat mittelbar eine höhere Ausgangsspannung zur Folge.

MfG Kai
Nachtrag: In deinem Schaltbild hast du 1:10 neben dem Trafo vermerkt. In den älteren Schaltungen steht da nichts. Beim Ela M251(E) steht in der Bauteile-Liste T14/1. Sind die 10:1 gemessen oder geschätzt ?

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Wednesday, November 14th 2018, 4:52pm

Nachtrag: In deinem Schaltbild hast du 1:10 neben dem Trafo vermerkt. In den älteren Schaltungen steht da nichts. Beim Ela M251(E) steht in der Bauteile-Liste T14/1. Sind die 10:1 gemessen oder geschätzt ?

Davon abgesehen, dass es natürlich 10:1 heißen muss, habe ich diesen Wert irgendwo her.... In irgend einem Forum, das ich damals besucht habe, hatte jemand dieses Übersetzungsverhältnis ermittelt. Der für das baugleiche (bis auf die Röhrenbeschaltung) Apex 460 überall, auch beim Hersteller, empfohlene "Pimp"-Trafo Cinemag CM-2480 hat jedenfalls 10,5:1.

Damit alles seine Ochtnung hat, hier der korrigierte Plan:


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Wednesday, November 14th 2018, 5:25pm

Auf einem Site, der Nachbauten von historischen Audio-Trafos anbietet, habe ich Angaben zum T14(/1) gefunden. Danach hatte der ein Übersetzungsverhältnis von 12:1 :

von http://www.tab-funkenwerk.com/id76.html

Der Link stammt von hippiejim aus
https://www.musiker-board.de/threads/neu…lbstbau.635461/
Beitrag #6
Da stehen noch mehr vermutlich nützliche Links für Mikrofon-Selbstbauer.

MfG Kai

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Wednesday, November 14th 2018, 5:37pm

Aus der Selbstbauerseite kann ich es nicht entnehmen, vermute aber stark, dass beim U87-Nachbau Transen zum Einsatz kommen. In diesem Fall lässt sich die Schaltung so verändern, dass der Übertrager weggelassen werden kann (Stichwort Schoeps-Symmetrierer). Davon profitieren Klang und Geldbeutel.

Grüße, Peter

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Wednesday, November 14th 2018, 5:51pm

Die Rausch-ärmsten Bauelemente sind ohnehin JFETs.
Dahinter kann man bequem mit einem Dual-Audio-OP einen symmetrischen (allerdings nicht "Erd-freien") Line-Ausgang erzeugen.
Das ganze bei einem Bruchteil des Energiebedarfs der Röhrenschaltung und ohne die potentiellen Nachteile des Trafos.
Die größten Rauschquellen in dieser Röhrenschaltung dürften allerdings der 200 MOhm & 1000 MOhm Widerstand und die von Gitterstrom darin erzeugten Spannungen sein.

MfG Kai

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19

Wednesday, November 14th 2018, 6:04pm

vermute aber stark, dass beim U87-Nachbau Transen zum Einsatz kommen.

Richtig. Hier der Platinensatz: http://www.vintagemicrophonepcbkit.com/DU87.html

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20

Wednesday, November 14th 2018, 6:10pm

Ich habe schnell ein paar Kapseln auf ihre Kapazität durchgemessen:

RFT
MK 102 - 46pF
M70 - 12 pF
M93 - 11 pF

Rode NT5 - 41 pF

Mein Großmembran habe ich nicht gemessen da ich es nicht auseinander bauen wollte.
Das deckt sich im Großen und Ganzem mit Wikipedia : 20 - 100 pF

Gruß Dietmar
Fostex R8; REVOX B77; Uher 4200 Report IC, Uher 4000 L, Tesla B115; Tesla B90; Tesla B56; Tesla Start; Technics RS AZ7;

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Wednesday, November 14th 2018, 6:27pm

Die größten Rauschquellen in dieser Röhrenschaltung dürften allerdings der 200 MOhm & 1000 MOhm Widerstand und die von Gitterstrom darin erzeugten Spannungen sein.

...wobei man damit wohl leben muss, denn die extrem hochohmige Kapsel erfordert nun mal diese Gigaohm-Widerstände. Aber das Rauschen ist kein Problem, das es zu lösen gilt!
Ich habe eben mal nach den Preisen für diese 12:1-Übertrager geschielt und damit ist meine Experimentierfreude abgewürgt. Ich gebe für so einen winzigen Trafo keine 100 Euro aus, schließlich benutze ich das Mikro nicht professionell!

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22

Wednesday, November 14th 2018, 6:29pm

Die Rausch-ärmsten Bauelemente sind ohnehin JFETs.

Zum Beispiel 2SK107 oder 2SK170 als Ersatz für die ein wenig in die Jahre gekommenen BC264, BF245 oder 2N3819.

Dahinter kann man bequem mit einem Dual-Audio-OP einen symmetrischen (allerdings nicht "Erd-freien") Line-Ausgang erzeugen.

Je nach Übertragungsmaß der Kapsel und gewünschtem Grenzschalldruck genügen hier auch einfache Emitterfolger. Die erzielbare Nutzspannung beträgt damit 850mV bei 0,5% Klirrfaktor im Bereich 40-20.000 Hz (bei 48V-Speisung über 2x6,8 kΩ).

Das ganze bei einem Bruchteil des Energiebedarfs der Röhrenschaltung und ohne die potentiellen Nachteile des Trafos.

Und mit simpler Schnackofix-P48-Speisetechnik :thumbup:

Die größten Rauschquellen in dieser Röhrenschaltung dürften allerdings der 200 MOhm & 1000 MOhm Widerstand und die von Gitterstrom darin erzeugten Spannungen sein.

Deren Anteile sind in der FET-Schaltung um ca. 10 dB geringer als das "akustische Rauschen" der Mikrofonkapsel, wie durch eine Ersatzkapazität gleicher Größe nachgewiesen werden kann (Rauschspannung bei CCITT-Bewertung <2µV eff).

Die nicht-erdfreie Signalführung hat sich seit dem Aufkommen "eisenloser" Impedanzwandler vor über 40 Jahren bewährt, vorausgesetzt die beiden Speisewiderstände sind auf <0,3% gepaart.

Es ist sogar möglich, trotz symmetrischer Anschlusstechnik nur eine Ader Signal führen zu lassen und die andere wechselstrommäßig an Masse zu legen, jedoch über einen gleich großen Widerstand mit der speisespannungsführenden Ader zu verbinden (keine Spannungs-, aber Widerstandssymmetrie). So hat es Neumann bei seinen KM 100 Mikrofonsystem gemacht, hauptsächlich um Kollisionen mit dem Schoeps-Patent zu umgehen.

Grüße, Peter

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Wednesday, November 14th 2018, 7:28pm

Vielen Dank an Dietmar/luedre für die Beispiele von Kapsel-Kapazitäten. Allerdings ist hier natürlich gerade die der Großmembran gefragt.

die extrem hochohmige Kapsel erfordert nun mal diese Gigaohm-Widerstände

Um den Gitterwiderstand nicht unnötig hoch-ohmig machen zu müssen, braucht man die Kapsel-Kapazität, denn die bestimmt per 1/(2 pi C Rg) die untere 3 dB Grenzfrequenz im Eingangskreis.
Im Schaltbild des Ela M251 werden zB "nur" 30 MOhm statt 200 MOhm verwendet. Die thermische Rauschspannung der Widerstände ist Wurzel(4 k T R), also bei 200 MOhm 2,6x größer als bei 30 MOhm.
Ich habe eben mal nach den Preisen für diese 12:1-Übertrager geschielt und damit ist meine Experimentierfreude abgewürgt. Ich gebe für so einen winzigen Trafo keine 100 Euro aus

Wenn du das zweite Röhrensystem wie in der Apex 460 als Kathodenfolger benutzt, hast du dahinter eine Ausgangs-Impedanz in der Größe von etwa 1/Steilheit. Für die ECC83 steht im Datenblatt was von 1,6 mA/V bei einem bestimmten Anodenstrom. Es gibt Röhren mit 6 mA/V. Für ein anti-symmetrisches Ausgangspaar (als symmetrischer Ausgang bekannt) für 200 Ohm braucht man zweimal 10 mA/V. Das geht mit Transistoren.

Zum Beispiel 2SK107 oder 2SK170

Einer der besten JFETs der letzten Zeit war der BF862 von NXP. Der hatte etwa die doppelte Steilheit (45 mA/V) des 2SK170 (22 mA/V) bei nur einem Drittel (10 pF) der Eingangskapazität (30 pF).
Bei solchen FETs ist das Verhältnis von Steilheit zu Eingangskapazität "das" Qualitätsmaß. JFETs mit hoher Steilheit bei hoher Eingangskapazität hat es etliche gegeben (zB für Moving Coil PreAmps).
Der 2SK170 ist bei Mouser nicht mehr "in-stock", wird möglicherweise nicht mehr gefertigt. Der BF862 wurde leider auch schon vor einiger Zeit abgekündigt.
Die großen Halbleiter-Hersteller ziehen sich aus der Fertigung diskreter JFETs zurück.
Deren Anteile sind in der FET-Schaltung um ca. 10 dB geringer als das "akustische Rauschen" der Mikrofonkapsel

Das bezog sich auf das Rauschen der Widerstände im Eingang. Gut zu wissen, dann ist das ja vielleicht weniger unerfreulich als befürchtet. Das Rauschen des Widerstands wird ohnehin durch den aus Widerstand und Kapselkapazität gebildeten RC-Tiefpass gefiltert. Es ist maximal bei tiefen Frequenzen unterhalb der Grenzfrequenz. Dort hat man allerdings zusätzlich mit dem 1/f bzw Funkel-Rauschen zu tun (eventuell vom Gitterstrom der Röhre). Deshalb: je kleiner der Gitterwiderstand sein darf, um die gewünschte Grenzfrequenz zu erreichen, um so besser.

MfG Kai

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24

Wednesday, November 14th 2018, 7:59pm

Allerdings ist hier natürlich gerade die der Großmembran gefragt.

Zur Orientierung die Kapselkapazitäten einiger Neumann-Mikrofone:
U87: 2x50 pF
U47, U89, TLM 170: 2x80 pF
U47fet: 72pF

Bei einer Selbstbau-Kapsel mit 32 mm Durchmesser kam ich auf ca. 160 pF bei anliegender Polarisationsspannung. Das ging aber nur, weil die metallisierte Folienseite zur Gegenelektrode hin zeigte (mit allen Risiken, die das mit sich bringt).

je kleiner der Gitterwiderstand sein darf, um die gewünschte Grenzfrequenz zu erreichen, um so besser.

1983 hat Neumann beim TLM 170 die Speise- und Ableitwiderstände auf 3GΩ vergrößert.

Nebenbei habe ich gerade im Archiv einen von Gerhart Boré (Leiter der Neumann-Mikrofonentwicklung bis 1980) handgezeichneten trafolosen Schaltplan des U 87 gefunden. Ob diese Ausführung jemals gefertigt wurde, weiß ich aber nicht.

Grüße, Peter

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Wednesday, November 14th 2018, 8:14pm

Hat sich nit durchgesetzt, angeblich hatte die ARD Bedenken.

Man baute danach lieber die TLM-Serie und mein Traum war das TLM 170i. Das mußte ich damals bei meiner Scheidung leider verkaufen - und mein orig. M49 (seufz, heul)!

Das Buch vom Borè habe ich noch irgendwo.

R.
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Wednesday, November 14th 2018, 8:24pm


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Wednesday, November 14th 2018, 8:52pm

Auf dem Bild der Schaltung des TLM170i kann ich leider keine Werte lesen.
Gibt es das noch irgendwo in besserer Scan-Qualität ?
Bezog sich der Hinweis auf 3 GOhm darauf oder auf das TLM170R ?
Maßgebend für das Rauschen ist der effektive zum Eingang parallel liegende Widerstand und dessen Temperatur.
Da gibt es auch Tricks, diesen Widerstand durch Feedback von einem Ausgang zu erzeugen.
Dann ist er erstens nicht auf den "ersten Blick" in die Schaltung zu erkennen und hat zweitens eine scheinbare Temperatur deutlich unter Umgebungstemperatur.
Die Rauschbeiträge von GigaOhms zur Heranführung der Polarisationsspannung wären dann umso kleiner, je größer deren Widerstand im Verhältnis zum Eingangswiderstand ist (zB 200 MOhm für eine 36 pF Kapsel und 22 Hz Grenzfrequenz).

MfG Kai

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28

Wednesday, November 14th 2018, 9:06pm

Gibt es das noch irgendwo in besserer Scan-Qualität ? Bezog sich der Hinweis auf 3 GOhm darauf oder auf das TLM170R ?

Ich habe einen ausgezeichnet lesbaren Scan vom TLM 170i, doch möchte ich auf meine alten Tage die Neumann-Rechtsabteilung lieber nicht an den Hals bekommen :whistling:

Grüße, Peter

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29

Wednesday, November 14th 2018, 9:57pm

Die Mikrofonvorverstärker MV 102 besitzen auch eine eingebaute Heizung.

Gruß Dietmar
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30

Wednesday, November 14th 2018, 10:19pm

@Dietmar: In dem MV102 hab ich keine Heizung aber einen KP303W (B) XII-75 gesehen.

@Peter: Jetzt weiß ich endlich, was seelische Grausamkeit ist. ;(

MfG Kai