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  • "Peter Ruhrberg" started this thread

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31

Thursday, August 25th 2016, 6:09pm

Bei 75% Uberlapp resultieren 1,75 * 2,73 s = 4,78 s, für flottes Rechnen werden 4 CPU-Kerne benötigt.

Ich nutze zwei Laptops für Audiozwecke. Beide haben vier Kerne mit ungefähr 2,4 GHz.


Bei Mittelung über 4 Messungen reduziert sich die Varianz des Ergebnisses also nicht auf die Hälfte, sondern bleibt etwas größer.

Noch was fällt mir dazu ein: Bei Mittelung über 2 Messungen bekomme ich etwa alle 30s eine Art Ausreißer, also eine Anzeige, die deutlich anders aussieht als das ansonsten „stehende“ Liniendiagramm. Bei 4 Messungen passiert das praktisch nie, deswegen verwende ich vorzugsweise diese Einstellung, auch wenn die Anzeigezyklen dann doppelt so lange dauern.


Deine farbenprächtigen Ausführungen beziehen sich sicher auf dein Multifrequenzsignal und nicht auf Ullrich's File, gell ?

So isses. Ulrichs File brauchte ich nicht auseinanderzudröseln, da ich für meine Experimente die Einzelfrequenzen ja schon erzeugt habe.

Grüße, Peter

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32

Thursday, August 25th 2016, 6:59pm

Man kann übrigens die Unsicherheit einer Amplitudenmessung per FFT infolge der Frequenzlage eines Meßtones bezüglich des Frequenzrasters der FFT völlig vermeiden, indem man statt der Amplitude der anscheinend zugehörigen Spektrallinie die Gesamt-Leistung des Meßtones im Spektrum ermittelt und dann in Amplitude umrechnet. Dabei gibt es keinen "Lattenzaun-Effekt".

In der Praxis sind die Voraussetzungen dazu weitgehend erfüllt, wenn man
1. ein "vernünftiges" Window benutzt, das die spektrale Verteilung eines Meßtones auf wenige Spektrallinen beschränkt
2. bei Verwendung mehrerer Meßtöne dafür sorgt, daß es keinen oder nur vernachlässigbaren Überlapp der Einzelton-Spektren gibt
3. dafür sorgt, daß es keine Störsignale gibt, deren Spektren die von Meßtönen zu sehr verfälschen (zB Netzbrumm).

Daß es so ist, liegt an einer Art Energie-Erhaltungssatz (Parseval'sches Theorem): Die Energie/Leistung im Zeitbereich und im Frequenzbereich sind gleich.

MfG Kai

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33

Thursday, August 25th 2016, 7:42pm

Hier nochmal mein "lineares" Liniendiagramm aus #22, diesmal mit gestauchter y-Skala, damit man den Rauschboden sehen kann.
Wären damit die drei genannten Voraussetzungen erfüllt?





Grüße, Peter

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34

Thursday, August 25th 2016, 8:19pm

Das sieht diesbezüglich gut aus.
Nur bei den beiden untersten lokalen Spektren müßte man aufpassen, daß man beim Aufsummieren der Einzel-Leistungen nicht im Gehege des jeweiligen Nachbarspektrums wildert.

Andererseits ist es so, daß man bei steilem Abfall der Flanken des lokalen Spektrums nur Werte oberhalb
-38,7 dB für 0,1 dB Genauigkeit
-52,7 dB für 0,02 dB Genauigkeit
-58,8 dB für 0,01 dB Genauigkeit berücksichtigen muß.

Das sind also maximal die obersten 60 % deiner bis unter -100 dB hinabgehenden Grafik.
Bei -60 dB sind die Spektren noch gut getrennt.

Das sieht natürlich bei einer realen Messung, insbesondere an einer Amateur-Maschine im Bass-Bereich anders aus.
Manches Amateurgerät hat einen 50 Hz Brumm bei -35 dB und selbst der bei 150 Hz guckt noch deutlich aus dem Rauschen heraus.
Auch andere magnetische Unruhe schlägt sich da als Zuckungen des Spektrums nieder.
Unter den Bedingungen muß man dann Meßfehler in Kauf nehmen oder gegenan-mitteln über mehrere Messungen.

MfG Kai
Nachtrag: Ein Beispiel für ein Ergebnis dieser Meß/Rechen-Methode ist übrigens in meinem Beitrag #89 des Threads "Vergleich Aufnahmequaltität RdL vs. A77" zu sehen. Der im ersten Bild gezeigte Loop-Back-Frequenzgang des Audio-Codec meines Netbooks ist im Datenblatt des Realtek ALC272 mit + - 0.02 dB für jeweils DAC und ADC spezifiziert. Die Messung zeigt im oberen Frequenzbereich tatsächlich eine typische Welligkeit von knapp 0.1 dB (2 x (+ - 0,02 dB) = 0.08 dBpp) und keine Artefakte.

This post has been edited 1 times, last edit by "kaimex" (Aug 25th 2016, 8:43pm)


35

Thursday, August 25th 2016, 11:56pm

Es kommt mir ein wenig wie Prinzipienreiterei vor.
Ich würde es begrüßen, die theoretischen Probleme mit der FFT anhand praktischer Beispiele mit Programmen wie dem Audiotester (gibt es als Deomoversion), Samplitude usw. zu demonstrieren.
Eine Quantifizierung der tatsächlichen Fehler anhand realer Beispiele.
Wobei klar sein sollte, das es Messungen ohne Fehler nicht geben kann.
Das muss, besser sollte meiner Meinung nach nicht hier in diesem Thread geschehen.

Gruß Ulrich (mit einem „L“)

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36

Saturday, December 15th 2018, 7:22pm

Aus der alltäglichen Laboratoriumstätigkeit für meine Messbandherstellung :whistling:

Bei dem usseligen Wochenendwetter bin ich endlich dazu gekommen, auf meiner M15A mit modifiziertem Kopfträger die Azimutgenauigkeit diverser Messbandaufzeichnungen systematisch zu untersuchen. Zunächst der KT in seiner aktuellen Version:



Der Übersichtlichkeit wegen möchte ich mich hier auf zwei Beispiele beschränken.

Für eine möglichst exakt senkrechte Spaltstellung und zur Kontrolle der Abweichung vorhandener Azimutaufzeichnungen wurden früher sog. Spaltnormale verwendet, die es nicht im Handel gab, sondern herstellerintern quasi als Urwinkel dienten. Mindestens ein Exemplar davon wurde bei der PTB hinterlegt (ebenso wie eine Referenzaufzeichnung für den absoluten Bezugspegel).

Vor einigen Jahren ist über verschlungene Kanäle ein solches Spaltnormal (zugleich Geschwindigkeitsnormal mit 0,05% Genauigkeit) in meinen Besitz gelangt. Es enthält eine Aufzeichnung von 10 kHz bei 38 cm/s. Seine Genauigkeit ist etwa 10x höher als die von der von BASF in ihren letzten Jahren regulär ausgelieferten Bezugsbänder.

Heute habe ich nochmals die Abweichungen dieses Spaltnormals aufgezeichnet, hier das Diagramm. Die blaue Kurve gibt die LR-Pegeldifferenz wieder, die rote die Phasendifferenz. Die Messzeit beträgt etwa 1 Minute, die Schreiberdämpfung liegt bei 1 Hz.



Aus der Kurve ergibt sich eine mittlere elektrische Phasenabweichung von etwa -0,5/+ 1,2°, d.h. etwa ±0,85°. Umgerechnet entspricht dies einer Azimutschwankung von ±4,2 Winkelsekunden. (DIN 45513 und IEC 94-2 in ihren letztgültigen Fassungen geben als Fehlergrenze 2 Winkelminuten an, also das gut 25 fache, BASF garantierte am Ende ihrer "Karriere" 1 Winkelminute.)

Daraufhin habe ich auf derselben M15A eine Art Extremtest durchgeführt: eine Eigenaufnahme mit 16 kHz bei 9,5 cm/s (!) auf BASF PER 368, das gleichmäßigste Bandmaterial, das ich bislang auftreiben konnte. (Maxell ist vielleicht als einziges noch gleichmäßiger, nur sind seine Wickeleigenschaften und damit die Archivfähigkeit leider indiskutabel.)

"Extremtest" deswegen, weil wegen der Spaltbreite des WK (5 µm) seine Spaltdämpfung bei 9,5 cm/s und 16 kHz bereits 15 dB beträgt. Die für die Messung verwertbare Ausgangsspannung liegt deswegen nur noch ca. 30 dB über dem Bandrauschen.



Aus dieser Kurve ergibt sich eine mittlere elektrische Phasendifferenz von ca. +0,5/-0,75°, also ca. ±0,625°.

Mit den geänderten Parametern (Aufzeichnungsfrequenz und Geschwindigkeit) ergibt sich eine Azimutschwankung von ±0,6 Winkelsekunden. Das ist 7x genauer als das Spaltnormal und 100x genauer als die von BASF zuletzt garantierte Genauigkeit (±1 Winkelminute). Mit der für meine Messbänder garantierten Toleranzgrenze von ±0,5 Winkelminuten kann ich mich also ziemlich entspannt zurücklehnen 8)

Wie zu erwarten liegt die LR-Pegeldifferenz (und damit die Empfindlichkeitsschwankungen) höher als bei der 6,4fachen Wellenlänge der ersten Messung, erreicht jedoch nicht annähernd die garantierte Toleranzgrenze für meine Messbänder (±0,5 dB bis 20.000 Hz bei 19 cm/s).

Und nun wieder zurück ins wirkliche Leben ;)

Grüße, Peter

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37

Saturday, December 15th 2018, 9:45pm

Hallo Peter!

Großen Respekt für deine Artikel, ich ziehe den Hut. :huh:

Soviel Fachwissen hier im Forum zu veröffentlichen, das könnte doch zu einem Buch reichen oder schreibst du deine Doktorarbeit. Eine Wissenschaft aus Tönen vereinfacht ausgedrückt.

Sehr interessant und vielen Dank, kann viel daraus lernen und verstehen aber nicht nachmachen. :rolleyes:
MfG
Dietmar

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38

Saturday, December 15th 2018, 10:04pm

das könnte doch zu einem Buch reichen oder schreibst du deine Doktorarbeit.

In meinem Alter bitte nicht mehr :wacko:

Eigentlich betreibe und beschreibe ich hier nur die Quintessenz aus 45 Jahren Beschäftigung mit professioneller Magnetband-Anwendungstechnik, und heute befasse ich mich damit, wann immer ich Lust und Zeit dazu habe. Die Grundlagen dazu sind schon anderweitig publiziert worden, wenn auch über sechs Jahrzehnte verstreut.

Für mich hat sich die Messbandherstellung zu einer Art Königsdisziplin der Magnetbandtechnik entwickelt, wo im Grunde alles, was ich über die Jahre verstanden und behalten zu haben glaube, quasi an einem Punkt zusammentrifft.

Grüße, Peter

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39

Sunday, December 16th 2018, 12:50am

Hallo Peter

Dein Fachwissen ist schon überwältigend, wobei ich deine Beiträge immer sehr gerne lese.
Mach bitte weiter so!

Gruß Mani

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40

Sunday, December 16th 2018, 1:02am

Mein Vater war auch Toningenieur und hat noch Tonaufzeichnung beim Rundfunk, ca. vor 70 Jahren, im Tonstudio direkt in Wachsmatrizen geschnitten, aus dem dann die Schellackplatte enstand,wie er mir erzählte. Eine sehr aufwendige Technik, für eine Aufnahme mit Mikrofon und Röhrenverstärker etc., wenn man sich das heute vorstellt. Er hat mir viel aus dieser Zeit erzählt.
Vielleicht auch deshalb mein Interesse zu dieser Technik. Ich selbst bin in der Nachrichtentechnik tätig gewesen. Auch jetzt im Rentenalter wieder mehr dem technischen Teil der Tonaufzeichnung zugewendet.

Grüße!
MfG
Dietmar

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41

Sunday, December 16th 2018, 1:44am

Für eine möglichst exakt senkrechte Spaltstellung und zur Kontrolle der Abweichung vorhandener Azimutaufzeichnungen wurden früher sog. Spaltnormale verwendet, die es nicht im Handel gab, sondern herstellerintern quasi als Urwinkel dienten. Mindestens ein Exemplar davon wurde bei der PTB hinterlegt (ebenso wie eine Referenzaufzeichnung für den absoluten Bezugspegel).

Vor einigen Jahren ist über verschlungene Kanäle ein solches Spaltnormal (zugleich Geschwindigkeitsnormal mit 0,05% Genauigkeit) in meinen Besitz gelangt. ...
Heute habe ich nochmals die Abweichungen dieses Spaltnormals aufgezeichnet, hier das Diagramm. Die blaue Kurve gibt die LR-Pegeldifferenz wieder, die rote die Phasendifferenz. Die Messzeit beträgt etwa 1 Minute, die Schreiberdämpfung liegt bei 1 Hz.


Aus der Kurve ergibt sich eine mittlere elektrische Phasenabweichung von etwa -0,5/+ 1,2°, d.h. etwa ±0,85°. Umgerechnet entspricht dies einer Azimutschwankung von ±4,2 Winkelsekunden. (DIN 45513 und IEC 94-2 in ihren letztgültigen Fassungen geben als Fehlergrenze 2 Winkelminuten an, also das gut 25 fache, BASF garantierte am Ende ihrer "Karriere" 1 Winkelminute.)

Daraufhin habe ich auf derselben M15A eine Art Extremtest durchgeführt: eine Eigenaufnahme mit 16 kHz bei 9,5 cm/s (!) auf BASF PER 368, das gleichmäßigste Bandmaterial, das ich bislang auftreiben konnte. (Maxell ist vielleicht als einziges noch gleichmäßiger, nur sind seine Wickeleigenschaften und damit die Archivfähigkeit leider indiskutabel.)

"Extremtest" deswegen, weil wegen der Spaltbreite des WK (5 µm) seine Spaltdämpfung bei 9,5 cm/s und 16 kHz bereits 15 dB beträgt. Die für die Messung verwertbare Ausgangsspannung liegt deswegen nur noch ca. 30 dB über dem Bandrauschen.

Lieber Peter,

mancher mag es als obsolete akademische Laborarbeit ansehen, ich sehe es als Bewahrung (und Optimierung) des "heiligen Grals" und verneige mich davor.

Messnormale von Ruf sind in Tagen des "ungültigen" Pariser Platin-Urmeters nicht gerade häufig anzutreffen. Und es werden eben auch nicht (!) mehr.

Ich freue mich, dass das Braunschweiger Exponat (wusste gar nicht, dass es sowas gab, erzähl doch mal...) in berufene Hände gefallen ist.

Inwiefern ist ein XL-I 35 ggü.PER 368 denn wickeltechnisch zweifelhaft?


@Ulrich: wo bist Du? Wir vermissen Dich... :love:

Schöne Grüße
Frank

42

Sunday, December 16th 2018, 3:45am

@Ulrich: wo bist Du? Wir vermissen Dich... :love:


Das ist wohl Ironie, Faszinierend.

Gruß Ulrich

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43

Sunday, December 16th 2018, 10:09am

Hallo Frank,

Ich freue mich, dass das Braunschweiger Exponat (wusste gar nicht, dass es sowas gab, erzähl doch mal...) in berufene Hände gefallen ist.

Von den "Urwinkeln" habe ich zwei Exemplare, eins von Agfa (1990) und eins von BASF (1992). Das BASF-Exemplar hat noch den originalen Phasenschrieb dabei, ist aber nicht ganz so genau wie das von der Agfa, das ich in #36 als Vergleichsnormal gezeigt habe. (Die aufgezeichnete 10 kHz Frequenz ist bei beiden gleich innerhalb meiner Messgenauigkeit.)

Mindestens je ein weiteres Exemplar von beiden lag (oder liegt) bei der PTB, meine stammen aber nicht aus dieser Quelle.

Hier der originale Phasenschrieb und zum Vergleich meine eigene Messung:





Beim originalen Schrieb ist eine deutliche Periodizität von ca. 0,3 Hz zu erkennen, die noch am ehesten dem Vorratswickel zuzuschreiben sein dürfte. Diese Auffälligkeit war bei meiner Messung jedoch nicht nachvollziehbar (Messzeit in beiden Fällen 60 s).

Inwiefern ist ein XL-I 35 ggü.PER 368 denn wickeltechnisch zweifelhaft?

Ein PER 368 lässt sich auch auf ansonsten eher mittelmäßig wickelnden Maschinen freitragend ebenso zuverlässig aufspulen wie sein dickerer Bruder PER 528. Ich kenne niemanden, der Magnetbänder von Maxell und anderen fernöstlichen oder amerikanischen Herstellern standardmäßig so handhabt.

In diesem Zusammenhang (obgleich Maxell in dieser Untersuchung nicht vorkommt):
https://www.youtube.com/watch?v=YqxSKIkm3nI

Aus der Anleitung zum "ARD/ZDF Betriebsbezugsband 38-6 nach IRT-Empfehlung": Das Betriebsbezugband 38-6 ist ein präzise hergestelltes Meßmittel. Nach Benutzung soll es in einem kontinuierlichen Lauf so umgespult werden, daß ein glatter Wickel entsteht. Lagerung mit stufigem Wickel und/oder ausgeschossenen Windungen kann zu bleibenden Banddeformationen führen, die zu deutlich verschlechterter Reproduzierbarkeit bei den Einstellungen führen.

Grüße, Peter

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44

Sunday, December 16th 2018, 12:37pm

Hallo Dietmar,

Vielleicht auch deshalb mein Interesse zu dieser Technik. Ich selbst bin in der Nachrichtentechnik tätig gewesen. Auch jetzt im Rentenalter wieder mehr dem technischen Teil der Tonaufzeichnung zugewendet.

Bei mir ist das Interesse an der Tontechnik definitiv durch "erbliche Vorbelastung" entstanden 8)

Seit Abiturszeiten schnitt mein Vater (Jahrgang 1917) Schellack- und Decelithfolien selber, davon sind noch drei beidseitig geschnittene erhalten geblieben. Deutlich zu erkennen sind die sogenannten Rattermarken, verursacht durch Vibrationen im Schneidstichelantrieb und Tellermotor:



Die Schellackaufnahme (Fritz Reuter, "Hanne Nüte un de lütte Pudel", 1938 gesprochen von meinem Großvater) habe ich Ende der 1980er Jahre digitalisiert. Die beiden Decelithfolien sind praktisch nicht mehr abzuspielen. Die untere dürfte etwa 1936 entstanden sein, als das Material auf den Markt kam. Zu erkennen ist auch eine teilweise stark unterschiedliche Rillensteigung.

Hier ein Porträt meines Vaters von ca. 1940 (wie meine Frau kommentieren würde: "erfrischend ungestellt"). Estaunlich, wie alt damals viele Menschen im Alter von 23 Jahren schon aussahen:



Schneidapparaturen für Amateurzwecke waren zu diesen Zeiten komplett oder als Bausatz erhältlich, seine damalige habe ich in den 1970er Jahren entsorgt. Mein Vater war es auch, der mich mit der Idee vertraut machte, dass eine Folienschneidemaschine im Grunde nichts anderes sei als eine Präzisionsdrehbank.

Nach seiner obligatorischen Episode als Wehrmachtsfunker studierte mein Vater Nachrichtentechnik im Eilverfahren an der TH Hannover und arbeitete anschließend als Dip. Ing. bis zu seiner Pensionierung in einem Forschungslabor für medizinische Akustik an der Uni Düsseldorf. Darum war die zweite Bandmaschine, mit der ich es 1967 zu tun bekam, eine Nagra III.

Vielleicht wurde auch das Messtechnik-Gen frühzeitig in mir dadurch angelegt, dass ich seit 1970 zunehmend intensiv an seinen Forschungsprojekten mitwirkte. Vor meiner Zeit wurden Fragen wie "Überfluggeräuschspektren häufig eingesetzter Verkehrsflugzeuge an Standardmeßpunkten" (1964) oder "Die Schallbelastung durch Straßenverkehr in den heutigen Stadtschulen" (1966) nachgegangen, hier das Bild einer heutzutage recht vorsintflutlich anmutender Verkehrslärmmessung auf der Düsseldorfer Collenbachstraße 1952:



Mein Einstand bei diesen Projekten bestand aus der Herstellung von Grafiken und Diagrammen, dem Lektorat und schließlich der Reinschrift des Artikels "Wirkung von Dynamikkompression bei Innenohrschwerhörigkeit und retrocochleärer Hörstörung" (1972). Hier als Beispiel das Prinzipschaltbild der damals verwendeten Messeinrichtung:



Später arbeitete ich zusätzlich als Tontechniker, Versuchsperson und Mädchen für alles beim Forschungsvorhaben "Individuelle Kalibrierung von Audiometerhörern am Patientenohr" (1977), und (als Schwanengesang meines Vaters) bei der "Umwandlung akustischer Signale in farbige Bilder zum besseren Spracherwerb bei schwerhörigen und gehörlosen Kindern" (ab 1978, mit DBP 2843180), das seit über 15 Jahren als Freeware-Lernprogramm erhältlich ist: http://www.audiva.de/fachbereiche-diagno…sformation.html. Hier zwei Beispiele mit Lehrer- und Schülerspur, die 1978 nur mit hohem technischen Aufwand (Farbbildspeicherung in Echtzeit!) realisierbar waren:





Das nur als kleiner Ausflug in meine tontechnischen Anfangsjahre. Ich bin allerdings froh, damals nicht exakt den Fußstapfen meines Vaters gefolgt zu sein, das wäre mir auf die Dauer dann doch zu unmusikalisch gewesen. Das Interesse und Vergnügen an der Essenz des Tonmeisterdaseins ist mir dagegen bis heute erhalten geblieben, und vermutlich bleibe ich solange dabei, bis mir die Ohren endgültig abfallen :whistling:

Als Beispiel einige Impressionen eines Aufführungsmitschnitts vor zwei Wochen bei meinen treuesten Kunden seit 35 Jahren. Die Aufführungen (und mit ihnen meine Aufnahmeresultate) werden aber auch von Mal zu Mal besser, vermutlich deswegen wird es mir dort auch nie langweilig :thumbup:














Vielleicht ist die Tonmeisterei ja wirklich einer der schönsten Berufe der Welt, "wenn man ihn ausüben darf", wie es mein erster Mentor Klaus Matthes angesichts der damals schon prekären Beschäftigungssituation ausdrückte 8)

Grüße, Peter

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45

Sunday, December 16th 2018, 12:59pm

Stehen da unter dem Tisch noch 6 vernetzte Workstations, an denen die auf dem Tisch sichtbaren Laufwerke hängen ?

MfG Kai

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46

Sunday, December 16th 2018, 1:41pm

Stehen da unter dem Tisch noch 6 vernetzte Workstations, an denen die auf dem Tisch sichtbaren Laufwerke hängen ?

Nein, die Laufwerke sind über zwei USB-Hubs angeschlossen, die über die beiden USB-Ports des gezeigten 15 Jahre alten Laptops (mit Windows XP!) verbunden sind.

Das Brennprogramm "Nero" kann von derselben Abbilddatei mehrere Schreiber ansteuern, die synchron mit 16facher Geschwindigkeit brennen. Vor dieser Zeit habe ich Feurio! Professional auf vier Laptops mit je zwei Brennern betrieben. Das war vergleichsweise umständlich.

Grüße, Peter

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47

Sunday, December 16th 2018, 5:24pm

Hach, jemand der weiß, was ein Rapidograph ist …

Welcher Provenienz ist denn das Mischpult?


Offtopische Grüße

TSD

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48

Sunday, December 16th 2018, 6:50pm

Welcher Provenienz ist denn das Mischpult?

Soll ich's wirklich laut sagen ...?
Na gut: Behringer, einer meiner Tutanden der Düsseldorfer Toningenieurschmiede.
Daher weiß ich immerhin, dass er weiß, wie man rauscharme Mikrofonvorverstärker baut, mehr brauche ich von diesem Mixer auch nicht :whistling:

Grüße, Peter

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49

Sunday, December 16th 2018, 7:05pm

Hallo Peter!
Bei mir ist das Interesse an der Tontechnik definitiv durch "erbliche Vorbelastung" entstanden 8)
Finde ich großartig und man sieht und kann lesen, was dabei herausgekommen ist. Dein Heimstudio und was du damit machst ist schon außergewöhnlich :thumbsup:

Hier noch ein Bild von meinem Vater (Jahrgang 1907) am Arbeitsplatz. Nach den Kriegswirren sind Bilder von seiner Tätigkeit selten, er war damals noch in Berlin zur Olympiade und auch mit Ü-Wagen unterwegs.
Danke für deine ausführliche Schilderung.
LG.
Dietmar has attached the following image:
  • vati_beruf.jpg
MfG
Dietmar

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50

Sunday, December 16th 2018, 7:09pm

Soll ich's wirklich laut sagen ...?

Also doch! Sorry, ich wollte Dich nicht bloßstellen. 8)


Ertappte Grüße

TSD

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51

Sunday, December 16th 2018, 7:52pm

Also doch! Sorry, ich wollte Dich nicht bloßstellen. 8)

So komme ich mir auch nicht vor. Schon Hajo Röhrs hat mehr als einmal darauf hingewiesen, dass sogar die kleineren Behringerpulte tadellos funktionieren, sofern man sich mit ihren Eigenheiten (Stichwort Pegeldiagramm) befasst und seine Arbeitsweise darauf einstellt.

Ich beispielsweise habe die Ausgangsspannung für die Soundkarten so eingestellt, dass die Kanalausgänge 6 dB Pegelreserve gegenüber 0dBFS haben. Damit wird der Störspannungsabstand nur noch durch die Mikrofone definiert.

Grüße, Peter

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52

Sunday, December 16th 2018, 8:05pm

Hallo Dietmar,

Danke für die Rückmeldung und für das Foto!
Ja, damals hat man regelmäßig mit (mindestens) zwei Schneidapparaturen gearbeitet, um nahtlos längere Aufzeichnungen zu ermöglichen.

Dein Heimstudio und was du damit machst ist schon außergewöhnlich :thumbsup:

Für mich ist das seit 45 Jahren alltägliche Praxis, nur mit konstant steigendem Qualitätsanspruch.
Eine kleine Korrektur kann ich mir aber doch nicht verkneifen (das nennt man vermutlich Berufsehre):
Was ich da betreibe ist keineswegs ein "Heimstudio" im üblichen Wortgebrauch, obgleich ich im selben Haus lebe :D

Hier noch zwei Bilder von der Arbeitsstelle (NDR Sendestelle Göttingen-Nikolausberg) meines Schwiegervaters, der aus demselben Jahrgang stammt wie dein Vater.
Leider habe ich ihn nie kennengelernt, er starb bereits 1978.






Grüße, Peter

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53

Sunday, December 16th 2018, 8:18pm

Schöne alte Technik mit Post-Röhren C3e und C3m.

MfG, Tobias
<<--- Sony BVH-2000PS, prof. 1 Zoll "C"-Standard Videorecorder Bj. 1983
bildgenauer Insert- und Assemble- Schnitt für Video und 3 Tonspuren
Video Zeitlupen-Wiedergabe, Hinterband-Wiedergabe für Video und Audio

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54

Sunday, December 16th 2018, 9:09pm

Schöne alte Technik mit Post-Röhren C3e und C3m.

Ja, und Lichtzeigerbrikett mit Bakelitgehäuse, ebenso wie das Wählscheibentelefon.
Und die handbetriebene mechanische Eieruhr.
Und statt langweiligen "Bedienfeldern" Kippschalter, die ihren Namen auch verdienen.
Hab hier noch eine kleine Sammlung davon - falls mal wieder nach allen Regeln der Kunst gekippt werden muss :thumbup:



Der Rechenschieber auf dem Tisch ist auch noch erhalten:




Grüße, Peter

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55

Sunday, December 16th 2018, 9:34pm

Das ist wohl Ironie

mitnichten! Ich schätze Deine Beiträge sehr, las den obigen und dabei fiel mir auf, länger nichts von Dir gelesen zu haben...

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56

Sunday, December 16th 2018, 11:15pm

Hallo Peter,
dann streichen wir Heim und machen Tonstudio draus, kommt das deiner Ausstattung näher :rolleyes:

Wie ich weiter lese, bist du ja voll mit diesem Virus infiziert :huh:
MfG
Dietmar

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57

Sunday, December 16th 2018, 11:29pm

dann streichen wir Heim und machen Tonstudio draus, kommt das deiner Ausstattung näher :rolleyes:[/quote]
Danke für die Würdigung!
Immerhin lebe ich von dieser verrückten Tonkutscherei seit über vier Jahrzehnten.

Wie ich weiter lese, bist du ja voll mit diesem Virus infiziert :huh:

Sagen wir, mir ist nach 25 Jahren analoger Abstinenz vor 8 Jahren ein schwerer Rückfall widerfahren :whistling:

Grüße, Peter

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Monday, December 17th 2018, 10:01am

Hallo Peter,
danke für die sehr interessanten Einblicke. Sind Informationen über die Maschinen und speziell über deren präparierten Kopfträger vorhanden, mit denen die Spaltnormale aufgenommen wurden? Dein Kopfträger scheint mir da noch durchdachter aufgebaut zu sein. :thumbup:

  • "Peter Ruhrberg" started this thread

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Monday, December 17th 2018, 12:53pm

Sind Informationen über die Maschinen und speziell über deren präparierten Kopfträger vorhanden, mit denen die Spaltnormale aufgenommen wurden? Dein Kopfträger scheint mir da noch durchdachter aufgebaut zu sein. :thumbup:

Zumindest ist seine Azimutgenauigkeit höher, weil ich die ursprüngliche Telefunken-Idee der Bandführung an nur einer Bezugskante konsequent umgesetzt habe. Schon damals (etwa 1977) stellte sich die Federscheiben-Lösung der vorherigen mit konischen Bandführungen als klar überlegen heraus, da sie die Zenitebene des Magnetbands, du damit die Anpressdruckverhältnisse an den Köpfen über die Bandbreite nicht verändert. Lediglich bei zu starkem Druck der Federn kann es geschehen, dass dünneres Band kaum sichtbar gewölbt wird, was sich aber sofort durch eine konstante, wenn auch geringfügige Veränderung der Lissajousfigur verrät.

Ich habe meines Wissens sämtliche Patentschriften über unterschiedlichste Methoden studiert, welche die Azimutgenauigkeit erhöhen sollen. Der kleinste mir bekannte Spaltschiefstellungswinkel von 15 Sekunden wird in einem sowjetischen Patent erwähnt (deutsch nachzulesen in DD 107537 von 1974, S. 9).

Eine zuverlässige Kontrollmethode der absoluten Spaltsenkrechtlage ist durch die Abtastung der Bandrückseite gegeben, wie sie in Peter van Bommels "Die Entzerrung in der magnetischen Schallaufzeichnung" (1973) ab S. 35 beschrieben ist. Nach diesem Verfahren habe ich auch schon gearbeitet, für 35 µm Banddicke beträgt die maximal nutzbare Frequenz bei 19 cm/s etwa 4 kHz. Der Nutzen dieser Methode wird jedoch hauptsächlich durch die zufälligen Abweichungen von der Senkrechtstellung begrenzt, er ist also umso größer, je geringer diese sind.

Ich habe nur einige verstreute Informationen zu den bei Agfa und BASF für reguläre Bezugsbänder verwendeten Maschinen und deren Umbauten. Auf welche Weise die Spaltnormale hergestellt wurden, weiß ich leider nicht, doch dem Anschein nach wurden auch hier rotierende Bandführungen eingesetzt, die die Bandlaufpräzision verringern, selbst wenn sie möglichst weit auseinander liegen, wie z.B. bei den "großen" Studer-Maschinen.

Grüße, Peter

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Tuesday, December 18th 2018, 8:14am

doch dem Anschein nach wurden auch hier rotierende Bandführungen eingesetzt, die die Bandlaufpräzision verringern

Hallo Peter,

diese Aussage erstaunt mich doch sehr. Bei Videorecordern rotiert fast jede Bandführung und da geht es um Spurbreiten im µm-Bereich. Da müssen die Toleranzen kleiner sein und damit steigt die Präzision, wenn ich das nicht falsch sehe.

MfG, Tobias
<<--- Sony BVH-2000PS, prof. 1 Zoll "C"-Standard Videorecorder Bj. 1983
bildgenauer Insert- und Assemble- Schnitt für Video und 3 Tonspuren
Video Zeitlupen-Wiedergabe, Hinterband-Wiedergabe für Video und Audio