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Beiträge: 515

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121

Donnerstag, 2. Februar 2017, 16:02

moin moin,

für nur ~ 20000@ ein schnäppchen.

reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )

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122

Donnerstag, 2. Februar 2017, 16:27

Hierbei sind die technischen Daten der genannten Maschine fehlerhaft oder sogar technisch falsch umgesetzt. Für den Bereich Wiedergabe NAB(IEC2) CCIR (IEC1) stimmen die Angaben nicht.

Stimmt. Bei 9,5 ist CCIR falsch (muss 90+3180 µs sein), bei 19 und 38 NAB (muss 50+3180 µs heißen).

Ja, da weiß man nicht, ob nur falsch eingetippt oder falsch eingebaut? Letzteres kann ich mir ehrlich gesagt nicht recht vorstellen. Wer solchen Aufwand betreibt, eine Maschine dieser Klasse neu zu konstruieren, der sollte sich mit Entzerrungsnormen und -Zeitkonstanten wohl auskennen. Aber das kann uns bestimmt bald jemand hier im Forum berichten, der sich die Maschine zugelegt hat! ;) :D

Wo ich auch nicht ganz dahinter komme, sind die "1,5 %" Vorlauf der VU-Meter. Da kenne ich nur Angaben in Dezibel, z.B. 6 oder 8. Und 6 dB wären 100 % Vorlauf!

LG Holgi

123

Donnerstag, 2. Februar 2017, 16:44

Würde ich davon ausgehen, mir die Maschine auch nur ansatzweise leisten zu können (mein Preistipp: alles über 20.000 € ist drin), würde ich mich über die Spulen/Wickelbefestigung mittels Schraubklemmen echauffieren. Verlierbare Teile an einem Gerät finde ich immer ärgerlich.
Und wieso Schätzeisen statt Aussteuerungsanzeige?

Aber dennoch bin ich seeeehr neugierig, ob hamburgische Kundschafter an diesem Wochenende mehr zu berichten wissen.

niels
Ich halte die analoge Aufzeichnung einer qualitativ gut erzeugten digitalen Aufzeichnung für unterlegen.
Aber jene macht mir mehr Freude.

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124

Donnerstag, 2. Februar 2017, 17:51

Auch nicht Schlecht:

Tonhöhenschwankungen > 0,04 %
Schlupf > 0,08 %

Wie sehen dann die Maximalwerte aus?
Viele Grüße
Lukas

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125

Donnerstag, 2. Februar 2017, 17:58

:D :D :D :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
War mir gar nicht aufgefallen! Ja, es ist nicht so einfach mit größer und kleiner... irgendwie sind das solche Winkel, aber ob die nun nach links oder rechts offen sind? Egal, die Anderen wissen das ja auch nicht! :whistling:

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126

Donnerstag, 2. Februar 2017, 19:26

Uff, ich glaube da waren wieder die Designer und nicht die Techniker am Werk. Warum man keine echten Peakmeter mit LED oder ähnlichen nimmt, frage ich mich wieder. Muß man auch die alten Fehler nachahmen? Naja, warten wir mal ab.
Gruß
André

127

Donnerstag, 2. Februar 2017, 19:37

Ich sehe zwei Vorteile gegenüber der geheimnisvollen burgenländischen Revox:
1) Dieses Gerät scheint zumindest in einem Exemplar bereits zu existieren
2) Aufnahme ist offensichtlich vorgesehen

Da mir aber der Platz für einen und das Interesse an einem Großspuler fehlt, bin ich eindeutig die falsche Zielgruppe. Ich bin aber für Spulentonband generell die falsche Zielgruppe, ich kaufe maximal bespielte Bänder auf Flohmärkten um sie anzuhören.

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128

Donnerstag, 2. Februar 2017, 20:22

Danke für den Hinweis zu dieser Neuerscheinung.

Abgesehen von der mutmaßlichen monetären Erreichbarkeit und einigen konstruktiven Fragezeichen bin ich von diesem mutigen Konzept positiv überrascht und von der wunderschönen Gestaltung nachhaltig geblendet. :P :love: 8|

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129

Freitag, 3. Februar 2017, 07:24

Sollte diese "Neue" Tonbandmaschine tatsächlich in Natura auf dem Hotel-Flur stehen, werde ich vorsorglich
am Wochenende einen neuen Besen kaufen, da der Alte verspeist wurde.

Gruß Bernd


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130

Freitag, 3. Februar 2017, 07:43

Eine sehr schöne Maschine. Vermutlich aber nur eine Designstudie, denn reale Bilder vom Innenleben gibt es nicht. Der Plattenspieler aus der gleichen Schmiede macht auch was her. Die analogen VU-Meter finde ich bei einer solch edlen Maschine wesentlich passender als eine popelige LED-Anzeige. Zur Erinnerung: In der professionellen Audio- und Videotechnik konnten sich die LED-Anzeigen erst relativ spät (Ende der 80er) gegen die analogen Anzeigeinstrumente durchsetzen.

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131

Freitag, 3. Februar 2017, 09:32

Moin aus Hamburg!

Ich telefonierte gerade mit der Fa. Ballfinger, die Infos gebe ich hier wieder:

Die Maschine wird tatsächlich in Hamburg ausgestellt werden (Besen kaufen!).
Geplant ist die Produktion von ca. 5 Geräten in diesem Jahr, Preis > 20.000 €.

Der Plattenspieler kostet um und bei ca. 8.000 €.
_____________
Ich werde versuchen, am Samstag gegen 10:00 Uhr mir das Wunderteil in Natura anzugucken.

Vielleicht treffe ich ja dort oder um 12:00 Uhr beim Kaffeetrinken in der Bierstube "Windfang" den einen oder anderen mir persönlich bekannten Forianer. Wer mich noch nicht kennt: 1,90 m groß, blond, roter Pullover.

Bis dann
Hannes
Meine Elektronik-Kenntnisse: Ich löte nach Zahlen :)

132

Freitag, 3. Februar 2017, 10:13

Zitat Houseverwalter: "In der professionellen Audio- und Videotechnik konnten sich die LED-Anzeigen erst relativ spät (Ende der 80er) gegen die analogen Anzeigeinstrumente durchsetzen."

Soweit mit "analogen Aussteuerungsinstrumenten" VU-Meter gemeint sein sollten, stimmt das so nicht ganz. In (mittel-)europäischen professionellen Studios waren Lichtzeiger-Aussteuerungsinstrumente, genauer gesagt Quasi-Spitzenspannungsanzeiger, die Regel, es gab auch Zweikanal-Ausführungen. Warum VU-Meter in englischsprachigen Ländern so populär waren, ist mir bis heute ein Rätsel. Wer konnte schon mehrere VU-Meter einer 24-Kanal-Maschine gleichzeitig im Blick behalten, wenn sie beispielweise in zwei verschiedenen Reihen lagen?

Mehrkanal-Aussteuerungsanzeigen mit Monitoren usw. sind wieder ein eigenes Kapitel.

Ansonsten gehört in eine "moderne" Tonbandmaschine ein Spitzenspannungsanzeiger (wie ich das ganze Projekt mit einer Mischung aus 20 % Sympathie und 80 % Skepsis sehe).

F.E.

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133

Freitag, 3. Februar 2017, 11:51

Ich denke, die Verwendung von VU-Metern ist eine Design-Konzession an das technisch unverständige Publikum, daß von den Präzisons-Unterschieden von VU- und Spitzenwert Anzeigen und den prinzipiellen Vorteilen der Spitzenwert-Aussteuerung nichts weiß, aber große zappelnde Zeiger-Instrumente einfach mehr "hip" / "cool" oder "geiler" findet.
Eine digitale Leuchtbalken-Anzeige ist vermutlich zu unemotional/Meßgeräte-artig für die "Ich will Spaß"-Fraktion und so uncool wie CDs im Vergleich mit Vinyl.

MfG Kai

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134

Freitag, 3. Februar 2017, 12:11

Für die Allgegenwart von VU-Metern gab es unter anderem einen simplen, bestechenden Grund:
Sie waren in der Herstellung preiswerter als Quasi-PPM.

Grüße, Peter

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135

Freitag, 3. Februar 2017, 13:35

Ich meinte ganz speziell die Aussteuerungsinstrumente an professionellen Videomaschinen (MAZ). So hatten z.B. sämtliche SONY Betacam SP Geräte (BVW-35, BVW-50, PVW-2800) analoge VU-Meter. Nur bei den stationären BVW-Maschinen hat man aus Platzgründen eine Bargraphanzeige für die vier Audiokanäle eingebaut.

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136

Freitag, 3. Februar 2017, 13:39

Naja, die Prämisse "preiswert" ausgerechnet bei Bandmaschinen anzuwenden, während die Cassettendecks schon alle sehr gute Peakmeter hatten, halte ich für fragwürdig. Bei dem aktuellen Boliden zum Preis eines Compactwagens hat das wohl eher optische und Imagegründe, es müsse eben irgendwie "analog" und "vintage" aussehen. Das Ding scheint mir daher eher was für gut Betuchte zu sein, die sich was schönes ins Wohnzimmer stellen wollen, aber nicht, weil sie unbedingt eine gute Bandmaschine brauchen. Daher sind die meisten von uns wohl nicht die angedachte Zielgruppe. Mir auch egal, wir haben einen freien Markt und jeder kann anbieten, was ihm beliebt. Sicher wird es einige Reiche in Asien und Russland geben, die sich so ein Teil zulegen und daran erfreuen können.
Gruß
André

137

Freitag, 3. Februar 2017, 16:12

Was mir beim etwas genaueren Durchlesen der Beschreibung auffällt, sind die bei einem (voraussichtlich) so teuren Objekt bemerkenswert seltsamen Formulierungen und groben Irrtümer. Wie so häufig, ist auch hier die Grenze zwischen Tippfehler und Sachunkenntnis fließend. Ich greife die offensichtlichsten Schwachstellen heraus:

Analoge Tonbandmaschine in 2-Spur Ausführung und 1/4″ Bandlauf
Was heißt hier „Bandlauf“? Der Fachbegriff ist „Bandbreite“.

Umspulzeit 2 Geschwindigkeiten einstellbar: 5 m/s, 10 m/s
Seit wann werden Zeiten in m/s angegeben?

Entzerrung Wiedergabe 9,5 cm/s: NAB 90 -3180 µs, CCIR 130 µs / 19 cm/s: NAB 90 -3180 µs, CCIR 70 µs / 38 cm/s: NAB 90 -3180 µs, CCIR 35 µs
Mal abgesehen davon, dass “NAB” bzw. „CCIR“ seit Jahrzehnten von IEC I und IEC II (nach DIN IEC 94) abgelöst sind: üblicherweise schreibt sich eine solche Angabe
„90 + 3180 µs“. Die Angabe „CCIR 130 µs” möge man mir erklären. Die Entzerrungszeitkonstante bei 19 cm/s “NAB” ist 50 + 3180 µs, ebenso bei 38 cm/s.

Der dickste Klopps ist aber eine Angabe, die eine peinliche Wissenslücke offenbart:
Entzerrung Aufnahme 9,5 cm/s: CCIR 130 µs / 19 cm/s: CCIR 70 µs / 38 cm/s: CCIR 35 µs
Die Höhenanhebung bei Aufnahme ist bekanntlich so einzustellen, dass sich beim Abspielen (mit korrekter Entzerrung) ein (möglichst) geradliniger Frequenzgang ergibt – die Angabe einer Zeitkonstanten ist hier vollkommen irreführend.

Ich korrigiere meine Verteilung von Sympathie und Skepsis auf 7 % + 93 %.

Vielleicht fragt jemand beim Besichtigen der Maschine nach?

F.E.

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138

Freitag, 3. Februar 2017, 16:28

Hallo Hannes,

erzählen kann man am Telefon viel. Abwarten ist angesagt!

Welcher Dumme soll denn da morgens aufstehen und >20 k€ für einen Prototypen (der in meinen Augen fast wie eine Philips N 7300 daher kommt) ausgeben, der seine "Funktionalität" noch nicht bewiesen hat!

Gruß Bernd


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139

Freitag, 3. Februar 2017, 17:03

Umspulzeit 2 Geschwindigkeiten einstellbar: 5 m/s, 10 m/s
Seit wann werden Zeiten in m/s angegeben?

Da steht doch "zwei Geschwindigkeiten einstellbar". Dann ist das doch korrekt.

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140

Freitag, 3. Februar 2017, 17:06

Hallo Friedrich,

sei nicht so streng mit den vermutlich jungen Leuten, die technisch hinter diesem Gerät stehen. Die haben ja vermutlich 1-2 Generationen Abstand zur Aktualität der Standardisierungstexte. Ich würde diesen Text mehr als freie Prosa und Ratespiel einordnen zum Thema "Welcher Standard könnte da wohl gemeint sein". Sprache und Formulierungen wandeln sich auch im Lauf der Zeit. Die dem Old-Timer eingeprägten Norm-Bezeichnungen haben die sicher nicht "drauf".
Bei dem Preis haben die avisierten 5 Kunden im Jahr sicher auch die Möglichkeit, Entzerrungen ihrer Wahl zu bestellen, falls sie soviel Einblick in die Technik haben.
Bei einer Einzelfertigung von ca. 5 Stück pro Jahr erscheint mir der Preis garnicht exorbitant hoch.
Wenn ich den vergleiche mit vom mechanischen und elektronischen Aufwand ähnlichen Meßgeräten von Rohde & Schwarz oder hewlett-Packard/agilent, die zudem in größerer Stückzahl hergestellt werden, so erscheint der Preis sogar moderat.
Würde so ein Gerät in den Feinmechanik- und Elektronik-Werkstätten eines Industrie-Labors von Meistern und Dipl.Ings. gebaut, würde sicher noch mehr dafür verlangt werden.
Ein großer Unterschied zu den o.a. Meßgeräten besteht in Folgendem:
Als ich noch berufstätig war, kosteten vergleichbare Geräte bei den 3 Platzhirschen in USA, Deutschland und Japan auch ähnlich viel.
Die Funktionalität eines solchen Bandgerätes als Mittel zur Aufnahme/Wiedergabe von aktuellen Audiosignalen liefert aber heutzutage jeder 1000 € PC mit besserer Qualität, mehr Benutzungs- und Bedienungskomfort und größerer Verläßlichkeit bei kleineren Betriebskosten.

MfG Kai

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141

Freitag, 3. Februar 2017, 17:11

Hallo Friedrich,

ich hatte mir die technische Beschreibung noch gar nicht so ausführlich durchgelesen, aber jetzt, wo Du es schreibst....

Das bestärkt mich auch in meiner Skepis, das hier mehr die "Vintage-Designer" am Werke sind, als Ingenieure, die wirklich was von der Technik der Bandmaschinen verstehen. Sonst hätte es hier wohl eher eindeutige Angaben gegeben. Wer seine Energie in schicke Plattenspieler und vor allem auch Sammleruhren investiert wird sich auf so eine komlexe Technik wie einer Bandmaschine nicht voll konzentrieren können. Ich habe für die Tonbandtechnik größten Respekt, denn sie repräsentiert die technologische Spitze der Audiotechnik, da gehört es schon ein geballtes "gewußt wie" (um mal im Deutschen zu bleiben) um eine über alle Zweifel erhabene Bandmaschine zu konstruieren und zu bauen. CAD ist das Eine, Praxis das Andere, mal schauen, was daraus wird. Im Vergleich dazu scheint die angekündigte, neue Revox ja geradezu ein Schnäppchen und den Leuten nehme ich weit eher ab, eine Bandmaschine zu erstellen, die ihre Ansprüche wie Erwartungen weitgehendst erfüllen wird.
Gruß
André

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142

Freitag, 3. Februar 2017, 17:45

Hallo,

zuerstmal finde ich es schön, dass sich jemand an so ein Projekt heranwagt. Ob Preis, Stückzahl, Markt und so weiter zusammenpassen, muss man abwarten - ich wäre hier noch skeptisch. Hinter den bereits aufgezeigten Unstimmigkeiten kann sich entweder Unkenntnis (schlimmer) oder Informationsverlust zwischen Technik und Marketing (weniger schlimm) verbergen - oder aber eine Kombination aus beidem und weiteren...

Am Gerät selbst finde ich Licht und Schatten. Mir gefällt:

  • der geregelte Bandlauf, offenbar mit zeitgenössischen technischen Mitteln (Motoren, Bremsen, etc.)
  • dass man auch große große Spulen (oder 30cm-Wickel) darauf betreiben kann
  • das Chassis (irgendwo ist ein Bild davon, auch aufgeklappt)
  • das Design oberhalb des Ballfinger-Schriftzugs


Mir missfällt:

  • das Retro-Design unterhalb und inklusive des Ballfinger-Schriftzugs: viele kleine Runde Knöpfe sehen aus wie Früh-70er-Radios
  • die VU-Meter - darüber wurde schon genug geschrieben
  • die Funktion "Kopfblock angetrieben für variablen Band- Kopfkontakt bei Wiedergabe und Aufnahme." - was soll das denn, es ist doch kein Cassettenrecorder?
  • offenbar geschieht das Einmessen über Trimmer (steht nirgends explizit, aber ich vermute es aus der Aufklapp-Beschreibung) - da würde ich mir heutzutage eine elektronische Lösung mit zusätzlicher Schnittstelle wünschen.


Insgesamt: Für meinen Geschmack zu viele Features in ein Gerät gepackt, was alle Bedürfnisse gleichzeitig abdecken will: Exklusivobjekt für gut Betuchte, Studio-Arbeitsgerät für Analog-Liebhaber, Hifi-Gerät mit allen Eingangspegelreglern, etwas Retro (VU-Meter), aber symmetrische Anschlüsse.

Ich wünsche dem Hersteller trotzdem viel Erfolg - selbst wenn es nur eine kleine Wiederbelebung wie bei den Plattenspielern gäbe, fände ich das interessant. Realistisch glaube ich noch nicht dran...

Viele Grüße
Andreas

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143

Freitag, 3. Februar 2017, 18:16



Umspulzeit 2 Geschwindigkeiten einstellbar: 5 m/s, 10 m/s
Seit wann werden Zeiten in m/s angegeben?

F.E.


m/s ist eine Geschwindigkeitsangabe, das ist also durchaus korrekt.

Zu den Anzeigeinstrumenten dacht ich immer, dass deren Charakteristik (VU oder Spitzenwert) nicht sosehr vom Prinzip der Anzeige abhängt, als von der Beschaltung. Ich kann ja auch ein Drehspulinstrument als Peakmeter auslegen. Der große Vorteil der LED Ketten oder ähnlicher Ausführungen ist die bessere Ablesbarkeit mehrer Kanäle, wenn die Ketten im Block übereinanderoder nebeneinander angeordnet sind. Insofern scheint mir die Kritik an der Ausführung nur bedingt zutreffend.
Viele Grüße
Lukas

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144

Freitag, 3. Februar 2017, 18:22

Ich kann ja auch ein Drehspulinstrument als Peakmeter auslegen.

Was ich mir bei einer solchen Maschine zu diesem Preis auch gewünscht hätte.

Abgesehen von diversen ungenauen Angaben und zahlreichen Druckfehlern - bei "Chinch" rollen sich mir regelmäßig die Fußnägel - scheinen mir einige der technischen Datenangaben etwas, sagen wir, vollmundig geraten zu sein. Der Reihe nach:

Bei einem Zählwerk mit 1/100 Sekunde Anzeigeauflösung (wer genau braucht das?) würden mich auch der Anzeigefehler und vor allem die Wiederkehrgenauigkeit interessieren.

Die Maximalabweichung der mittleren Geschwindigkeit von der Sollbandgeschwindigkeit ist mit 0,5 ‰ angegeben. Das wäre eine echte Sensation, die letzten Studiomaschinengenerationen "schafften" allenfalls 2 ‰.
Auch die Tonhöhenschwankungen mit max. 0,4 ‰ bei 9,5 cm/s sind beachtlich niedrig, wenn die Angaben stimmen (wobei ich auch eine Angabe des Messverfahrens sehr begrüßen würde).

Bei einer Maschine dieser Klasse wäre ich überaus dankbar für eine stufenlose Umspulgeschwindigkeit, wie auch für eine Option mit 0,75 mm Trennspur.

Auch die Angabe des Übertragungsbereichs bei 9,5 cm/s mit 16 kHz ±2dB auf SM 911 erscheint mir auf den ersten Blick ambitioniert. Hier würde mich eine zusätzliche Angabe der WK-Spaltbreite interessieren.

Ein Geräuschspannungsabstand 70 dB bei VA und 19 cm/s lässt stark vermuten, dass dieser nach der "milden" Messmethode (Effektivwert, A-bewertet nach DIN 45633 bzw. IEC Publ 179) ermittelt wurde.

Der Pegelbezug auf 1020 nWb/m ist zumindest ungewöhnlich. Man muss schon die Banddaten bemühen um zu ermitteln, dass damit nichts anderes gemeint ist als die Vollaussteuerung des SM 911 (k3=3%). Der korrekte Ausdruck wäre dann wohl eher "maximaler Geräuschspannungsabstand (Dynamik)".

Eine Übersprechdämpfung von >43 dB bei 1 kHz ist für eine Bandmaschine Zweispurköpfen relativ schwach (Druckfehler?). Technisch möglich sind 55 dB für Stereo- und 65 dB für Zweispurgeräte.

Eine Löschdämpfung von 75 dB ist ebenfalls als eher mittelmäßig zu bewerten. Üblich waren früher Werte von 80…85 dB.

Zum Schluss noch ein paar "praktische" Anmerkungen:

Zum Schneiden eigens eine Edit-Taste drücken zu müssen kann mit der Zeit ziemlich nervend werden, besonders wenn es schnell gehen muss und viele Schnitte zu absolvieren sind.

Die eigentümliche AEG-Kernbefestigung per Schraubklemmen wurde hier schon erwähnt, das ist eine echte Geschwindigkeitsbremse für reales Arbeiten an der Maschine.

Interessant hingegen finde ich das Stillsetzen des Capstan bei Stopp & Umspulen, und zwar nicht nur wegen der Bandschonung. Ein solches Konzept habe ich so zum letzten Mal bei einer Telefunken T9 verwirklicht gesehen (mit einer Hochlaufzeit von 0,5 Sekunden an guten Tagen :whistling: ). Der Hauptvorteil besteht in völliger Geräuschlosigkeit der Maschine beim Cueing (Schnitteinstellung), wenn gleichzeitig die mechanischen Bremsen gelöst sind. Wie das bei der M 063 im "Edit" Betrieb gehandhabt wird, hat sich mir bislang noch nicht ganz erschlossen.


Zwei Aussagen verstehe ich in ihrer Kombination nicht ganz:
1) "Durch die flache Front geht das Einlegen des Bandes selbst (U)ngeübten von der Hand: Der Bandpfad um die Rollen herum ist selbsterklärend … " (gemeint war vermutlich "leicht von der Hand").
2) "Automatisches Einfädeln bis Bandanfang…"

Grüße, Peter

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »Peter Ruhrberg« (3. Februar 2017, 20:35)


145

Freitag, 3. Februar 2017, 18:25

@ Hannoholgi,
im Zitat „Umspulzeit 2 Geschwindigkeiten einstellbar: 5 m/s, 10 m/s“ fehlt eine Kleinigkeit des Originaltexts, nämlich ein Tabulator hinter „Umspulzeit“, der hier sinngemäß durch einen Doppelpunkt zu ersetzen wäre (mein Fehler!). Also keineswegs korrekt.

@ Kai:
Die ganze „Anmutung“ der „Auslobung“ (sprich Beschreibung) läuft doch darauf hinaus, dem Gerät bzw. seinen Schöpfern höchste Kompetenz nachzuweisen. Dazu gehört aber auch peinlich genaues Lektorat. Von Elektronik und Motorsteuerung werden „die jungen Leute“ eine ganze Menge verstehen. Aber, wenn wir uns daran erinnern, dass das bespielte Tonband das – im Sinn der Normung – Austauschprodukt ist (oder soll jeder Besitzer nur Selbstaufgenommenes abspielen?), dann sind grobe Fehler wie bei den Entzerrungsangaben schon bedenklich. Und von „custom made equalization“ möchte ich lieber nichts wissen.

Hätten sich die Entwickler mit den Ansprüchen der IEC 94 vertraut gemacht – ich erinnere an das „DIN-Taschenbuch Magnettontechnik“ -, hätten sie sich solche Peinlichkeiten erspart. Oder sollte das zu viel verlangt sein?

Apropos Steuerung: der Bandantrieb folgt noch dem Drei-Motoren-Patent von Theo Volk von anno 1935. Richtig, das war bei 99,xxx % aller Profi-Maschinen der Fall. Aber muss man bei einem Tonbandgerät von anno 2017 immer noch beim Capstan-Andruckrollen-Antrieb stehenbleiben? Ich erinnere an die Ferrophon-Tonbandgeräte von Max Ihle aus den 1950er Jahren, die ohne Andruckrolle auskamen, wie auch die „große Uher“, Stichwort „Omega-Antrieb“. Der hatte vielleicht seine Macken. Aber: die Halbzoll-Digital-Maschinen 3324 und 3348 von Sony (48 Spuren) kamen sogar ohne Tonmotor aus. Hier maß ein Sensor-Rad (genaue Bezeichnung?) die Bandgeschwindigkeit und steuerte die Wickelmotore entsprechend nach. Das war 1980 ff. technische Avantgarde, heutzutage dürfte das ziemlich geradlinig zu realisieren sein.

Darüber, dass Geräuschspannungsabstand, Tonhöhenschwankungen etc. anstandshalber mit Angabe der Bewertung aufzuführen sind, will ich mich nicht mehr verbreiten.

Und wenn wir noch einmal den präsumptiven Preis im Auge behalten: was ist mit automatischer Einmessung? Schnittstelle zum PC samt entsprechender Software? Ggfs. Steuerung und Regelung des Antriebs vom PC aus?

Zweite Korrektur: 0/100

F.E.

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146

Freitag, 3. Februar 2017, 18:25

m/s ist eine Geschwindigkeitsangabe, das ist also durchaus korrekt.

Direkt davor steht "Umspulzeit". Entweder oder.

Grüße, Peter

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147

Freitag, 3. Februar 2017, 18:56

Guten Abend die Herren,

die Ungereimtheiten in der techn. Beschreibung haben meines Erachtens ihren Grund darin, dass dieses Gerät irgendwo in der weiten Welt entwickelt und gebaut wurde bzw. gebaut werden wird, wenn es denn soweit kommt. Ich schätze also, dass es hier Übersetzungs-/Übertragungsfehler der Daten gegeben hat als diese ihren Weg vom Entwickler zur ausstellenden Webseite gefunden haben. Aber wollen wir mal positiv denken und abwarten, was draus wird. Vielleicht taucht ja tatsächlich mal so ein Gerät auf und man bekommt vielleicht sogar Einblicke, wer oder was dahinter bzw. da drin steckt.

Gruß
P.
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148

Freitag, 3. Februar 2017, 21:16

@......Vielleicht taucht ja tatsächlich mal so ein Gerät auf und man bekommt vielleicht sogar Einblicke, wer oder was dahinter bzw. da drin steckt.

Wenn ich es mir wünsche, so glaube ich auch nicht an die "Wiederauferstehung" der Bandmaschinen.... der Markt dafür ist ....noch zu klein, denke ich.
M.f.G.
justus



Onkyo TX8050; Onkyo TA2760; Philips N4520; 2x Grundig TS1000; TK19;24;27 ; 2x Pioneer RL1011L; Telefunken M3000; M3002L; Uher 4000 Report L; Report 4400; Report Monitor 4200; Tesla B41; Mikro Seiki DQ44; Heco Victa 601
.

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149

Samstag, 4. Februar 2017, 00:04

Hallo Friedrich,

ich freue mich über deinen Verweis auf die Sony 3324 und 3348 Maschinen ohne Tonmotor/Capstan.
Ich hatte, glaube ich, vor ca. einem Jahr auch in diesem Thread behauptet, es müßte mit moderner Antriebstechnik möglich sein, ohne einen Capstan-Motor auszukommen. Das wurde damals sehr bezweifelt. Bekannt war den sich äußernden Forianern nur eine dänische Maschine (Lyrec Fred). Aus deren Eigenschaften (nur Schneidemachine?) wollte niemand ableiten, daß eine vollwertige Bandmaschine ausreichender Geschwindigkeitskonstanz ohne Capstan mit Schwungrad und eigenem geregelten Motor möglich sei.

MfG Kai

150

Samstag, 4. Februar 2017, 00:11

Die beiden Sonys waren aber DASH, da sind dann doch Unterschiede bezüglich der Anforderungen des Gleichlaufs.
Es gab ja auch mal einen portablen (nur Wiedergabe) Sony DAT ohne Tonwelle.

Gruß Ulrich

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »uk64« (4. Februar 2017, 01:22)