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Saturday, May 12th 2007, 4:45pm

Hallo Forum,
heute sind mir zwei Tonbandgeräte zugelaufen der Marke Hachette aus Frankreich, Modell HL-40. Verkauft wurde es offenbar über Audio – Marchand, wie ein Aufkleber auf der Front sagt. Es handelt sich um einen Röhrenkoffer in Halbspur Mono. Die Röhrenbestückung ist EM84, ECL86, EBF80, ECC83 alle Röhren sind von Siemens. Die zwei Köpfe sind von Wölke, es handelt sich um Halbspur Stereo Köpfe. Die Bandgeschwindigkeit ist 9,5 und 19 cm/s. Die maximale Spulengröße ist 18cm. Eine Originalspule in 13cm Größe ist bei beiden dabei.

Die Bedienelemente sind von links nach rechts:
- Drehregler für Lautstärke und Einschalten
- Drehregler für Klang

Darunter:
- Spurumschaltung „Pistes“
- Signal Ausgang „Sortie“
- Daneben zwei Klinkenbuchsen 3,5mm für Mikro und Platte (Denke ich)
- In der Mitte ein Magisches Auge
- Rechts davon: Schiebeschalter „Enregist“ für Aufnahme

Darüber befindet sich der Schalthebel für die Laufwerksfunktionen:

Hochziehen und nach Links: Zurückspulen
Hochziehen und nach Rechts: Vorspulen
Runterdrücken in der Mitte: Wiedergabe (oder Aufnahme bei Schiebeschalter rechts)

Durch Hochziehen lässt sich der Hebel immer wieder in die Mitte auf Stop bewegen.
In der Mitte über der Kopfabdeckung befindet sich der kleine Knubbel zum Hochziehen für die Geschwindigkeitsumschaltung.
Der Lautsprecher ist von der Marke „Audiax“

Klanglich ist es bei 19cm/s gar nicht so übel, bei 9,5cm/s ein bisschen dumpf.
Das bessere der beiden Geräte ist mittlerweile auf wieder funktionsfähig.

Ein paar Bilder:
Oben:


Schalthebel:


Anschlüsse Rückseite:


Chassis Oben:


Chassis Unten:

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2

Tuesday, May 15th 2007, 6:28pm

Hallo Marcel,

ich hätte da ein paar Fragen zu dem Gerät.

Konntest Du einen Hinweis auf ein Baujahr finden?
Sehe ich das richtig, dass das Gerät für 120 V Netzspannung gedacht ist?
Du schreibst "Röhrenkoffer in Halbspur Mono" und "Halbspur Stereo Köpfe". Wird der zweite Kanal über einen externen Verstärker wiedergegeben?

Gruss
TSF

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3

Tuesday, May 15th 2007, 7:37pm

Hallo,
Baujahr ist leider nirgends angegeben, innen steht gar nichts, kein Typenschild oä., auch nichts auf den Elkos oder anderswo. Ich denke aber so an mitte der 60er Jahre.
Der Kurzschluss Stecker ist auf 220 Volt gestellt, das steht unter dem Stecker und ist nicht sichtbar wenn der Stecker eingesteckt ist, ich dachte auch erst an 120 Volt. Dieser Stecker beeinhaltete Gleichzeitig eine Sicherung, die allerdings nicht wechselbar ist, da es nur ein Draht mit Pappabdeckung ist. Diese war defekt, deshalb hab ich einen anderen Sicherungshalter einbauen müssen, der Kurzschluss Stecker ist somit eigentlich nur noch dekoration.


Quoted

TSF postete
Du schreibst "Röhrenkoffer in Halbspur Mono" und "Halbspur Stereo Köpfe". Wird der zweite Kanal über einen externen Verstärker wiedergegeben?
Das kann ich gar nicht sagen, da ich nicht probiert habe was aus dem Ausgang "Sortie" rauskommt. Ich denke das ist schon Mono, aber warum man da Stereoköpfe verwendet hat und eine Umschaltung dazu, verstehe ich auch nicht so ganz. Die Schaltung innen ist jedenfalls Mono. Auf Spur zwei hört man dann nur die andere Seite Rückwärts.

Jedenfalls konnte ich noch herausfinden das der Laden "Audio-Marchand" in einem Vorort von Paris war. Und Die LIS Marke auf der Rückseite von einen Pariser Tonlabor stammt, das es von 1980-90 gab. Was dieses Labor gemacht hat konnte ich leider nirgends herausfinden.

Gruß
Marcel

Hier ist noch ein besseres Bild vom ganzen Gerät:



Edit: Fehler verbessert

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4

Wednesday, May 16th 2007, 12:04pm

Hallo Marcel,

danke für die Auskünfte.
Diese Kurzschlussstecker mit eingebautem Sicherungsdraht waren bei französischen Geräten weit verbreitet. Man konnte Sicherungsdraht für verschiedene Stromstärken auf Pappröllchen, sozusagen als Meterware, kaufen und im Schadensfall den Draht ersetzen.

Gruss
TSF

hanns-d.pizonka

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Wednesday, May 16th 2007, 12:54pm

Hallo Marcel und TSF und alle Wissensdurstigen,

die "alte" deutsche Spur/Schichtlage war bei den ersten "Grundigs" Reihe REPORTER 500 und 700 noch der Standard (Halbspur mit Tonspur unten, der Wechsel von der Schichtlage aussen auf Schichtlage innen brachte hier das kurze Durcheinander). Bei einkanaligen Geräten (wir sagen "fälschlicherweise" Mono) war nach den Zweiten Weltkrieg der Anfang der Konsumer/Heim-Tonbandgeräte-Produktion mit der "SPUR"-Lage "Tonspur oben" versehen. Bei dem Hachette-Gerät werden die Konstrukteure nie im Leben an "zweikanlig STEREO" gedacht haben.

Man hat mit einem zweikanaligen Kopf (zwei Systeme in einem Kopfgehäuse) wohl eher die Universalität im Sinne von Austauschbarkeit in der Vorstellung gehabt: Jedes Viertel-Zoll-Band (6,5 Millimeter, 6,3 und 6,25 Millimeter Breite wechselten in den ersten Jahren einander ab) aus und in der damaligen Zeit war abspielbar, und zur Not auch falsch (wie immer eine Frage des Standpunktes) herum aufnehmbar. Der Übergang von einem Kanal gleich MONO auf zwei Kanäle gleich STEREO im Konsumer-/Heimbereich war in der Zeit in der zweiten Hälfte bis in die erste Hälfte der Sechziger Jahre sicherlich gleitend und ist nicht an einer Jahreszahl fest zu machen.

MFG
H A N N S -D.

Prinzipiell gibt es im (gewerblichen!) Tonstudiobereich keine Stereo-Aufnahmen (Ausnahmen bestätigen die Regel!), sondern es wird immer in Kanälen gedacht, die einer Spur bei dem Mehrkanal-Tonbandgerät (bis zu 24 oder auch 48 -wenn gekoppelt-) zugeteilt werden. Das Endprodukt kann STEREO, QUADRO oder DOLBY-Surround-Technik werden oder was auch immer sich der geldgebende Prosduzent gedacht hat.

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6

Tuesday, November 8th 2016, 10:28pm

Diese Gerätevorstellung liegt zwar schon ein paar Jährchen zurück, aber manche Dinge bleiben halt im Gedächtnis haften.
Und so klingelte es bei mir nun, als ich beim Stöbern im Internetz auf die Typenbezeichnung HL-40 stieß.
Außerdem lernt man im Lauf der Jahre auch ein wenig dazu.

Diese Hebelmechanik zur Wahl der Laufwerkfunktion ist charakteristisch für die Geräte des Laboratoire Industriel du Son, kurz L.I.S. Die Firma war in Rueil-Malmaison ansässig, einige Kilometer westlich von Paris.
Die Plakette auf der Rückseite mit der Aufschrift L.I.S. ist also der Hinweis auf den Hersteller.
Bei radiomuseum.org sind inzwischen mehrere Modelle vom L.I.S. gelistet, darunter auch das Modell HL-40.
http://www.radiomuseum.org/m/lis_f_fr_noindex_1.html

Hachette dagegen ist eine große französische Verlagsgruppe. Könnte es sein, daß die Firma Hachette früher der Besitzer der Geräte war und den eigenen Firmennamen als "Duftmarke" auf den Geräten angebracht hat, um ungewolltes Abwandern zu verhindern?

Vielleicht liest Marcel ja noch mit und kann sich die Geräte unter diesem Gesichtspunkt noch mal anschauen?

Gruß
TSF

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Thursday, November 10th 2016, 8:51pm

Vielleicht liest Marcel ja noch mit und kann sich die Geräte unter diesem Gesichtspunkt noch mal anschauen?
Wie schon in der PN geschrieben, ich lese noch mit, aber die beiden Geräte besitze ich nicht mehr.

Der Name "Hachette" stand auf den 13er Spulen die dabei waren, deshalb hielt ich dies für den Markennamen.

Wirkliche informationen waren zum damaligen Zeitpunkt leider nicht zu finden.

Gruß

Marcel :)