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1

Wednesday, August 8th 2007, 4:37pm

Dumm ist es, wenn das Band wellig ist (mit vielen kleinen Wellen), da zum einen die Wiedergabe leidet und zum anderen der Verschleiß der Tonköpfe ansteigt.

Ich habe aber auch einige Bänder, bei denen sich nicht diese kleinen Wellen feststellen lassen, sondern Wellen im Wickel (nicht zu verwechseln mit ausschießenden Wickeln). Diese Wellen sind nur in einer Wickelrichtung festzustellen, wenn das Band durchgelaufen ist, wirkt es vollständig glatt, auf die Herkunftsspule zurückgewickelt ist die Welle wieder zu sehen. Vor allem sind sie zu fühlen, wenn man mit dem Finger über die Bandrückseite auf des vollen Wickels fährt.

Kennt ihr diese Wellen auch?
Woher kommen sie?
Wie schädlich sind sie?

niels
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2

Wednesday, August 8th 2007, 4:46pm

Hallo Niels,

was ich kenne, sind wellige Bandkannten. Ein Dreifachspielband, natürlich ohne Rückseitenbeschichtung wickelt sich im Schnellspulen oft mit ausschießenden Bandkanten, die bei diesem dünnen Bandmaterial oft wellig daherkommen.

Im Wiedergabebetrieb wickelt das Band dann wieder sauber, ebenfalls noch im Spooling Modus auf Teac X-2000.

So schlecht aufgewickelt sollte man das Band auf keinen Fall lagern.

Band ab - Band läuft,

Rainer

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3

Wednesday, August 8th 2007, 4:55pm

Quoted

niels postete
....Ich habe aber auch einige Bänder, bei denen sich nicht diese kleinen Wellen feststellen lassen, sondern Wellen im Wickel (nicht zu verwechseln mit ausschießenden Wickeln). ...
Kennt ihr diese Wellen auch?
Woher kommen sie?
Wie schädlich sind sie?

niels
Ist Deine Beobachtung vergleichbar mit einer welligen / verzogenen Schallplatte?
Frank


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4

Wednesday, August 8th 2007, 5:15pm

Hallo niels,

dies ist ein Effekt der manchmal auftritt, wenn der Bandzug für eine Bandsorte zu hoch ist.
Der Wickel ist im Prinzip sauber gewickelt, ohne Überschüsse, wird aber insgesmt wellig in der Fläche, so wie ein verbeulter Teller.
Das kommt z.B. vor, wenn zu dünnes Band auf einer Studiomaschine verwendet wurde.
Wenn das Band auf diese Weise überdehnt wurde ist es in der Regel irreparabel geschädigt.
Manche Bänder leiden auch unter der Hohlkrümmung.

Frühere Cellulosebänder neigten dazu bei feuchter Lagerung durch Ausdehnung an der Außenkante wellig zu werden.
Diese ergaben dann einen unregelmäßigen Wickel.
Erkennen kann man so geschädigte Bänder, wenn man ein Bandstück frei nach unten hängen lässt, es wellt sich dann sehr stark.

Bernd

5

Wednesday, August 8th 2007, 5:50pm

Der Vergleich des Erscheinungsbildes mit einer welligen Platte ist ganz gut.

Ich habe es beobachtet bei einem maxell UDXL 35-90, dass Laut Krakel auf dem Karton auf einer GX77 bespielt worden ist. Und bei einem TDK Audua L-1800 mit unbekannter Geschichte.

niels
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6

Wednesday, August 8th 2007, 6:01pm

´
Neben den von Capstan erwähnten Möglichkeiten kann ungleichmäßiger Schnitt oder ungleichmäßige Kerne Ursache sein.

Tritt das Symptom unabhängig von der Spule auf?
Frank


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7

Thursday, August 9th 2007, 12:33am

Alles, was am Kern Unebenheiten hervorruft, kann sich im Bandwickel als Wellen fortsetzen. Das ist entweder ein unsauber gearbeiteter oder verzogener Kern, oder störrische Klebestellen und Schaltstreifen, oder gerne auch Schlamperei beim Einfädeln :-)

Auch ein zu lockerer Wickel bildet gerne diese Wellen. Gerade heute fiel mir ein PEM 269 auf 26,5er Spule in die Hände, das vom Vorbesitzer ziemlich "luftig" zurückgespult war und auch eben solche Wellen aufwies. Einmal umgespult und mit gemütlichen 19 cm/s zurückgewickelt - alles war wieder glatt.

Ich hatte aber auch schon ein Dreifachspielband, das sich munter immer wieder wellte, auch auf anderen Spulen, da war nix mehr zu machen. Es war also schon in sich verzogen, wie Ihr oben beschrieben habt.

Viele Grüße,
Martin.

8

Thursday, August 9th 2007, 7:22am

Ich habe das TDK-Band gestern auf eine andere Spule mit glattem Kern, ohne Einfädelhilfe umgewickelt, bei erstmals flüchtigem Betrachten scheint der Wickel eben zu sein.
Steht heute abend der Gegenversuch aus: Ein intaktes Band auf die TDK-Spule wickeln.

niels
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9

Thursday, August 9th 2007, 9:01am

Ich habe zuerst die Richtung der Wellem mißverstanden. Zuerst dachte ich, daß der Wickel im Durchmesser wellig ist, also der Durchmesser schwankt.

Nun ist aber klar, daß der Wickel wie eine verwellte Schallplatte aussieht.

Sowas kennen wir aus der Filmtechnik: Ich kann immer einigen Leuten immer wieder gebehtsmühlenartig erklären, daß sie die Filme kaputtmachen, wenn diese mit zu GERINGEM Zug aufgewickelt werden.

Es passiert folgendes: Dies passiert vorzugsweise bei Regelungen auf konstanten Filmzug, also vorzugsweise bei Spulentürmen oder Telleranlagen. Die Wicklungen außen drücken beim Aufwickeln auf die inneren Wicklungen, welche häufig zu locker gewickelt sind. Hierdurch werden entweder / oder / und die Lufteinschlüsse zwischen den Windungen herausgedrückt und der Wickel wird im Durchmesser wellig, sowie drückt der Wickel sich dann durch eben diese Luftpolster auch nach außen.

Also, die Wellen innen im Wickel entstehen nicht sofort beim Wickeln, sondern erst gegen Wickelenden, wenn das letzte Drittel der Wicklungen außen aufgebracht wird.

Wicklet Deine X2000 denn mit dem vorschriftsmäßigen Bandzug von 100-120 Gramm im Spulbetrieb? Im Wiedergabebetrieb sollen es 50-60 Gramm sein.

Studioband SM468 wickelt übrigens auch bei diesem recht niedrigen Bandzug stabil auf.

Gruß
Martin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!

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10

Thursday, August 9th 2007, 1:12pm

´
Wenn´s am Kern liegt: Ich habe solche mit Faservertärkung hier liegen.
Frank


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11

Thursday, August 9th 2007, 3:09pm

Aber dann, Frank, sind's wohl 26er Spulen, oder? Das Problem habe ich bislang, gottlob, nur bei 18er. Heute abend werde ich mal aus Versuchsgründen ein wenig hin- und herwickeln - und damit Kopfschütteln bei meinr Frau verursachen....

niels
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12

Thursday, August 9th 2007, 7:26pm

Das TDK-Band auf ReVox-Spule: Keine Wellen.
Quantegy 407 auf TDK-Spule: Keine Wellen.

Es wird zunehmend merkwürdig.

Gewickelt wurden die Bänder im Play-Betrieb auf der GX-210D.

niels
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13

Thursday, August 9th 2007, 10:00pm

Hallo beisammen!

Bitte lest nochmal den Beitrag von Zelluloid-Martin. Er hat geradezu vorbildlich wie aus einem Lehrbuch erklärt, wie die Verwellungen zustande kommen.

Konnte das bei den Tonbändern öfter beobachten. Die etwas loser aufgewickelten Bandwickel sind immer ziemlich verwellt gewesen. Ich meine jetzt natürlich nicht so lose, daß die einzelnen Schichtlagen beim Schütteln sich mitbewegen. Dann gibt´s nämlich keine Wellen.

Wahrscheinlich hat der Vorbesitzer vor 10, 15, 20 Jahren das Band per <<schnellem Vor-/Rücklauf>> das Band auf die Spule gewickelt und so entstanden die Wellen.

Niels, Du schreibst, Du hast heute Deine Versuche im <<Wiedergabe>>-Modus gemacht. Tja, wie Du schon selber festgestellt hast, gibt´s dann natürlich keine Wellen. Klar, oder? Lies einfach nochmal #008 von Martin.

Viele Grüße,
Manuel

14

Friday, August 10th 2007, 7:13am

Klar Manuel ;)

das TDK-Band, wieder zurück auf der TDK-Spule, wieder in Wiedergabe gewickelt, wieder mit obiger GX-210D: Wellen.

Tja...

niels
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15

Friday, August 10th 2007, 11:46am

Danke, @ Manuel, mir kommen jetzt echt die Tränen vor Gerührtheit!

Filmzüge unter 400 Gramm sind tödlich für das Material. Und Ernemann hat damals geworben, als die zur Ernemann 15 den neuen Spulenturm rausbrachten:.....blablabla Kopienschonender Filmzug von nur 100 Gramm....blablabla. Komisch, daß urplötzlich die Kopien verschrammt waren, bis zum gehtnichtmehr. Irgendwann haben dies es dann auch bei Ernemann kapiert und an die Regelarme für den Filmzug Gewichte angeschraubt. Und sowas passiert einer Pinonierfirma der Kinotechnik...... tststs (Erfindung des "Elektrischen Schnellsehers" von Ottomar Anschütz, Erfindung des Lichttonverfahrens, Entwicklung der ERnemann VIIB, der damals modernsten Kinomaschine weltweit (Mitte 30er Jahre), den sie hatte ein Lampenhaus mit elektrischen Nachschubmotor für die Kinokohlen, ein INTEGRIERTES Tongerät mit ROTIERENDER Tonschwungbahn, das war Weltsensation!)

Wem die Firma Ernemann nix sacht, dahinter verbirgt sich die kinotechnische Sparte der bekannten Firma Zeiss Ikon.

Liebe Grüße
MArtin
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kreiserdiver

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16

Friday, August 10th 2007, 11:56am

Hallo !

Ich kenne diese Wellen auch nur von zu losen Wickeln.
Gerade die Einmotorer von Grundig etc. werden nur von einer geringen Kraft aufgewickelt. Packt man diese Bänder hinterher auf einen 3 Motorer und spult nach kurzem Vorlauf zurück, dann wird das Band richtig stramm gezogen und leidet ungemein. Also besser solche locker gewickelten Bänder noch mal hin und her spulen (wobei das beim 1 Motorer auch keine Freude ist).

Gruß,

Ralf.

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17

Friday, August 10th 2007, 4:12pm

´
Man kann aber offenbar auch mit geringem Zug gut wickeln. Bei meinen batteriesparenden Nagras wird das Band so schlapp aufgewickelt, dass der Wickel -auch bei rückseitenbeschichtetem Material- auseinander rutscht, wenn man Spule ein wenig hart hinlegt. Wellen habe ich trotzdem noch nicht beobachtet.

Ist mir heute Nachmittag wieder aufgefallen, weil ich die E benutzen mußte.

@ niels: Ja, die Kerne sind alle für die NAB- Spulen. Ich habe fast vergessen, dass es auch kleine Spulen gibt....
Frank


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18

Saturday, August 11th 2007, 3:37pm

Hallo "Wellenjäger"

Wellige Bändern habe ich früher unfreiwillig produziert, als ich bei meiner
UHER Royal 784E an den Bandführungen herumgeschraubt habe, weil mir die
abgeriebenen Stellen optisch nicht gefielen und ich den Eindruck hatte, daß
wegen der abgeriebenen Chromschicht (Messinggrundkörper sichtbar) vermehrt
Bandqietschen auftrat (Bandabrieb blieb leichter haften). Was ich nicht be-
dacht hatte, das Band wurde über die jeweils untere Bandkante gezogen - und
damit gelängt! Nach umdrehen des Bandes und eines weitren Durchlaufes war
es dann wieder "symmetrisch" - also beide Bandkanten wellig. Damit war es
für die Tonne.
Anders die "Donauwellen" bein umspulen, bzw. aufwickeln ( bei Wiedergabe).
Bei allen meinen BASF-Bänder aus dem Zeitraum 1961 - 1965 trat es nach ca.
5 Jahren auf. Es gab richtige Löcher, durch die ich hindurchschauen konnte!
Und zwar unabhängig vom Bandmaschinentyp oder der Bandgeschwindigkeit.
Dabei war auch eine signifikante Verfärbung der Bänder zu einem hellen Braun
zu erkennen. Zusatzbemerkung: alle Bänder wurden nach Vorschrift gelagert.
Das war 1966 - deshalb habe ich ab diesem Zeitpunkt für ganz lange Zeit keine
BASF-(EMTEC-)Produkte gekauft (auch keine Cassetten).

Mit AGFA-Bändern aus dieser Zeit (und später) hatte ich nie Probleme...

Gruß
Wolfgang