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31

Wednesday, February 14th 2007, 10:49pm

Absolut korrekt, Hanns-D !

Und warum wollte Telefunken unbedingt eine 13er-Spule, die eine Stunde Spielzeit bei 9,5cm/s erlaubt ? Na ?????

Weil Grundig kurz vorher die 15er-Spule auf den Markt warf, die damals übrigens noch nicht mal genormt war. Damit hat der alte Max die Telefunken-Jungs nämlich ganz schön in Bedrängnis gebracht. Bekanntlich läuft eine 15er mit LP-Band ja eine Stunde pro Spur. Die 13er jedoch nur 45 Minuten. Also musste ein dünneres Band her. Und das war der Anfang des Doppelspielbandes.


Thomas
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.

Thommy74

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32

Friday, February 16th 2007, 9:15pm

Hi!

In meiner Liste sind jetzt 30 LGS mit Chargennummern, die auch chronologisch zu sein scheinen (bis auf einen): die 190Tausender scheinen die letzteren zu sein (ein Band wurde mit "1966" beschriftet), und ein 40T. (allerdings ein SP*) wurde mit "kath. Kirchentag 1956" beschriftet.
*Ich wüßte gerne, ob die Chargennummern
a) einfach nur chronologisch sind, oder sich zusammensetzen (glaube ich fast nicht)
b) sich beim Bandtyp (SP, LP..) unterscheiden


Kennt jemand auch "Fremdmaterial", z. B. Grundig, das BASF-Band mit entsprechender Beschriftung auf der Trägerseite (LGS ... Langspielband ... #) enthält?

Gruß

Thommy

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33

Friday, February 16th 2007, 10:18pm

Thommy74, im Prinzip sind die Chargennummern (jedenfalls bei BASF) chronologisch angeordnet. Gefordert bzw. bezweckt war, dass der Hersteller bei Reklamationen jedes Band bis auf die jeweilige Gießmaschine zurückverfolgen können sollte. Da jedoch seit etwa 1948 stets mehrere Gießmaschinen gleichzeitig arbeiteten, kann man ohne die entsprechenden Protokolle (... und die sind nicht mehr auffindbar ...) keine genaue zeitliche Zuordnung vornehmen. Allerdings, die feineren Details der Chargennumernvergabe zwischen 1950 und 1970 sind mir nicht bekannt, ebensowenig, wie dies bei anderen Bandherstellern gehandhabt wurde.

F.E.

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34

Thursday, March 22nd 2007, 9:53pm

Hallo beisammen!

Auf dem Scan aus "BASF - Mitteilungen" August 1957, Seite 10, letzter Absatz ist von einem LGS die Rede, welches BASF im März 1954 herausgebracht hat. Wo findet sich dieses Band in der großen Friedrich-Engel-Tabelle? Ich konnte nur BASF LGS 35 und LGS 52 finden, die mit dem Produktionsstart 1953 aufgeführt sind.

Soll das heißen, daß die BASF die Bänder bereits im Jahr 1953 gefertigt hat und erst im März 1954 auf den Markt gekommen sind? Bezieht sich das nur auf BASF LGS 35? Oder auch auf LGS 52?

Helft mir bitte mal auf die Sprünge!

Danke und Gruß,
Manuel

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35

Friday, March 23rd 2007, 12:36pm

Lieber Manuel,

jedes großindustrielle Produkt benötigt interne und externe Vorarbeiten, die so langwierig ausfallen können, dass in der historischen Beschreibung des Vorganges mehrere korrekte Daten durch eine Szene geistern können; je nach dem, ob man die allgemeine Erhältlichkeit auf dem Markt oder die ab Werk bestehende Verfügbarkeit des Produktes als terminus post quem ansieht.

Und in deinem Fragenkomplex hatte die BASF 1952/1953 allerlei vor, denn sie lief damals Gefahr, auch im Amateurmarkt deutlich ins Hintertreffen zu geraten. Diskutierte man doch 1952 - in Deutschland!- , ob man nicht als Bezugscharge ein Scotch-Band heranziehen solle ....
Es war also Feuer auf dem Dach.

Man konzipierte daher ein neues Band, das auf einer Versuchsanlage in LU gefertigt bereits vorlag und Gnade bis Anerkennung bei Friedrich Krones (damals noch Philips, Wien) gefunden hatte. 1952/53 ersetzte man in LU überdies (endlich...) die alt-betagten Beschichtungsanlagen aus der frühesten Nachkriegszeit und fertigte so nach neuester Technik auf den seit Jahresbeginn betriebsfähigen, neuen Maschinen das neue Band, das mit entsprechendem Aplomb auf dem Markt eingeführt werden sollte; zunächst natürlich allein als Standardband.

Mit dem neuen, aber traditionell gebauten Namen (Luvitherm-Guss, Supra, so zumindest die offizielle Namensauflösung durch den Vater, Dr. Rudolf Robl; böse Zungen sahen dahinter Luvitherm-Guss-Scotchkompatibel) beerbte es ja den Typ LGH, der noch keine bewusst angelegte magnetische Vorzugsrichtung besessen hatte. LGS erhielt darüber hinaus (wie Scotch 111 seit 1947) eine Beschichtung aus nadelförmigem Magnetit, womit es auch für höherwertige Aufnahmen bei niedrigen Bandgeschwindigkeiten tauglich wurde. Überdies beschloss man nach Diskussionen mit der AEG auch ein Langspielband anzubieten, das zum Jahresende 1953 als eine tatsächliche Weltneuheit in Mustern vorlang. LGS gab es also zunächst nur als Standardband (verbesserter Magnetit in Nadelform, magnetisch gerichtet); die offizielle Einführung der LGS-Langspielversion, die erst später LGS 35 genannt wurde, erfolgte nicht vor Frühjahr 1954.

Übrigens war der BASF wohl bis zu den besagten Diskussionen im Jahre 1952 verborgen geblieben, dass Scotch 111 von Anfang an einen nadelförmigen, entlang dem Bandlauf ausgerichteten Magnetit verwendete.

Hans-Joachim

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36

Saturday, March 24th 2007, 10:13am

Hallo Hans-Joachim,

herzlichen Dank für Deine Antwort, die mir sehr weitergeholfen hat.

Gibt es (irgendwo im Netz) eine Liste/Übersicht, ähnlich gestaltet wie die von Herrn Engel, wo nur die allgemeinen Markteinführungs-Jahre aufgeführt sind? Für meine Audio-Archäologie ist das Wissen, wann welches Produkt in den Einzelhandel gelang, das Wichtigste.

Möglicherweise sollte ich mir ältere BASF-Kataloge zusammensuchen oder die von der BASF selbst publizierten Fachbücher. Eines davon fand sich in unserer Stadtbibliothek. Allerdings war es nur für Compact-Cassetten und nicht für Tonbänder.

Viele Grüße,
Manuel

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37

Saturday, March 24th 2007, 12:28pm

Liber Manuel,

jenseits von Friedrich auf solide Information zu deinem Fragenkomplex zu stoßen, wird zu den vergeblichen Hoffnungen gehören und gewiss klassisch scheitern. Nach dem Tod von Heinz Thiele (1917-2002) dürfte es keinen zweiten Kundigen zur Magnetophongeschichte im Großen und zur Rolle der BASF dabei im Besonderen auf dieser Welt geben, der Friedrich auch nur irgendetwas vormachte. Friedrich kennt die Magnetbandumgebung der Leverkusener ebenso wie die der Ludwigshafener aus eigener (beruflich bedingter) Anschauung, interessierte sich schon vor 30 Jahren mit Konsquenz und großer Fachkenntnis für die Magnetophongeschichte, besitzt historische und literarische Begabungen auf hohem Niveau. Eine eigene Bibliothek mit der wesentlichen historischen Fachliteratur füllt Lücken, die inzwischen in öffentlichen Bibliotheken diesbezüglich klaffen.

Es darf daher nicht verwundern, wenn man in den 30 Jahren -international- immer dann auf seinen Namen stößt, wenn in wesentliche Vorgänge der Mediengeschichte 'Grund zu kriegen' war. Friedrich lernte im Schlepptau des nicht wenig merkwürdigen Heinz Thiele noch Hinz & Kunz der Magnetophon-Pionierszene persönlich kennen, dokumentierte diese von ihm fachkundig geführten Gespräche nicht minder fachkundig, sammelte, recherchierte, archivierte und durchsuchte die noch vorhandenen Archive nebst Archivresten, ohne dass ihm das jemand bezahlt hätte.
Wenn einer der Medienhistoriker ist, der die Geschichte der hochwertigen Speicherung dokumentieren kann, dann er, was ja derzeit auch geschieht.
Zudem stand ihm als Werksangehörigem der BASF deren Unternehmensarchiv offen, was er über die Jahre seiner Dienstzeit in LU intensiv nützte.
Es ist dieses Unternehmenarchiv übrigens das letzte existierende Großarchiv der in erster Reihe Beteiligten, das -dem Vernehmen nach- vollständig aus der Geschichte früher hochwertiger Medienspeicherung auf uns kam, denn das RRG-Archiv ging über den Bruch Ostrundfunk->SFB in der Berliner Masurenallee (1956/57) praktisch dahin, dasjenige der AEG wurde im Zuge der Zerschlagung des Ladens durch Heinz Dürr (er verkloppte die Unternehmensteile an die Konkurrenz) in den 1980ern erheblich und unfachmännisch dezimiert, so dass heute nur Teile dessen, was Thiele (!) noch sah, im Deutschen Technikmuseum, Berlin -allerdings sehr gut zugänglich- liegen.

Nachdem das Interesse der BASF an der Magnetbandfertigung inzwischen (also bereits mehr als ein Jahrzehnt) unter dem absoluten Nullpunkt liegt, und sich dies auch nie mehr ändern wird, ist dort nicht mehr viel zu erwarten. Entweder kommt also direkt etwas von Friedrich oder aber indirekt, denn auch ich bezog und beziehe manche meiner historischen Weisheiten zu nicht unwesentlichen Teilen von ihm.
Wer Friedrichs Wissen in seiner Universalität und Umsicht einstellen wollte, muss einige Jahrzehnte lang sehr früh aufstehen.

Ach ja, eine Sache fällt mir zum LGS ein: Das Band, das ja aufgrund seiner Folienbasis ("Luvitherm") im Gegensatz zu Trägern auf Acetatbasis nicht feuchtigkeitsempfindlich war, wurde seinerzeit auch als "tropenfest" beworben, da es weichmacherfrei war. Das allerdings wurde nicht mehr gesagt, be-sagt aber, dass man damals bereits sehr wohl wusste, welche hübschen Eigenschaften Weichmacher über die Jahre des Alterns entwickeln.

Woher ich das weiß, ööhhh, --- dreimal darfst du raten.... (und 1000 Punkte erlangen!).

Hans-Joachim

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38

Saturday, March 24th 2007, 8:15pm

Hallo Hans-Joachim,

daß eine auf dem ersten Blick einfach zu beantwortende Frage als schier unbeantwortbar ausufern kann, ist natürlich klar.

Mir (und wahrscheinlich einer Vielzahl weiterer Interessierten) wäre verständlicherweise jede Art von gesicherter Information willkommen. Daß dies aber nur bis zu einem gewissen Grad möglich ist, sollte ebenfalls klar sein.

Ich für meinen Teil wäre schon zufrieden, anhand von BASF-Werbeprospekten eine mehr oder weniger lückenlose Übersicht zu erhalten, aus der man sämtliche sich jemals im Handel befindlichen Produkte entnehmen kann. Das Druckdatum dieser Unterlagen würde eine zeitliche Einteilung ermöglichen und Bilder könnten das Ganze abrunden.

Die evt. anstehende Detailarbeit könnte ich dann schon selbst machen, ich bin tatsächlich schon seit einiger Zeit an der Arbeit daran. Teilweise kann ich sogar schon ablesen, welche BASF-Chargen zu welcher Zeit in welchem Teil von Deutschland ver- bzw. gekauft wurden. Durch kontinuierliche und intensive Tonbandsammlungsgroßeinkäufe mit anschließender Auswertung kann man da erstaunlich viel an Informationen gewinnen. Neben rein audioarchäologisch verwertbarem, weil über die Jahrzehnte unberührtem Material, stehen aber mindestens die gleiche Menge "Oberflächenfunde" gegenüber, welche ohne Hilfestellung "von außerhalb" nicht mehr weiter (für mich) von Bedeutung sind.

Das Beste wird für die Zukunft sein, sich mit der mehr oder weniger üppig verfügbarer Menge an Daten zufrieden zu geben und darauf zu hoffen, daß die Zeit mitarbeitet und sich im Laufe der Jahre ein Gesamtbild ergibt, das zumindest die groben Pfeiler der Magnetbandgeschichte in sich wiederspiegeln kann.

Viele Grüße,
Manuel

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39

Saturday, March 24th 2007, 9:31pm

Der Haken an den BASF-Prospekten ist nur, daß da nicht immer alles drin steht, was es letztendlich im Laden gegeben hat. Zum Beispiel habe ich ein Standardband auf 13er oder 15er Spule aus der Zeit kurz vor 1968, da noch mit altem BASF-Schriftzug aber schon mit "neuer", grauer Archivbox und der damals neuen Spule. Jetzt bin ich mir leider unsicher, ob es LGS 52 oder SP 52 heißt - es kann auch sein, daß die eine Bezeichnung auf der Verpackung stand und die andere auf der Spule. Werde nochmal genauer schauen, wenn ich wieder daheim vorbeikomme. Oder die DP 26 und LP 35 (ohne LH) in den schwarz-türkisen Pappboxen. Die waren auf jeden Fall zu einer Zeit käuflich, als der Prospekt nur schwarz-rot verpacktes LP 35/DP 26 LH Hifi, die LPR/DPR-Typen und das EE-Band auflistete.

Lange Rede, kurzer Sinn: Diese Bänder tauchten in den Lieferprogrammtabellen aus der jeweiligen Zeit nicht auf.

So ging das bestimmt noch mit einigen anderen Typen. Aus dem Cassettenbereich gibt's da auch so einige Beispiele, die nicht in den Prospekten auftauchten: Ferro Standard I, Chrome Standard II, die blauen LH Mitte der 80er, oder die orange-schwarzen LH-SM, die noch munter weiterproduziert wurden, als das Design schon mindestens 2 Jahre lang nicht mehr aktuell war. Dann die 353-Serie mit den That's-Gehäusen (und Bändern unklarer Herkunft) bei den besseren Versionen. Amerikanische SK Jamproof und japanische Pro I/Pro II Cassetten verirrten sich in den 70er bzw. 80er Jahren scharenweise in deutsche Läden. Videocassetten namens Vision oder High Standard gab's glaube ich auch nicht offiziell, und solche im Agfa-Design, wo einfach das Logo gegen BASF ausgetauscht wurde, schon gar nicht... ich glaube, das könnte eine ganz schön lange Liste werden...

/Martin.

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40

Sunday, March 25th 2007, 11:19am

Hans-Joachim,
nicht ohne (verschämtes) Erröten ... also lassen wir das gut sein.

F.E.

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41

Sunday, March 25th 2007, 5:51pm

Lieber Friedrich,

wenn das Geschriebene nicht den Tatsachen entspräche (zumindest auf meinen prüfenden Horizont projiziert), hätte ich es nicht gesagt.
Aber das 'personal understatement' kennt man ja aus den pälzischen Landen (und der nahen Bergstraße)....
Schließlich wähnte dich noch im Urlaub -eine gesunde Gesichtsfarbe verdeckt vielleicht die schamhafte Röte-, musste gestern aber nach dem Abfassen des Textes sehen, dass es mit meiner 'freien Hand' doch nicht mehr so weit her sein, und 'die Zensur' wohl doch noch nachgreifen würde....

Möge dich darob die neue Woche nicht zu sauer ankommen.

Hans-Joachim

Thommy74

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42

Sunday, March 25th 2007, 7:28pm

Hi

wie ich lese, seid Ihr alle gut drauf. Zumindest hier in Südhessen war heute schönes Wetter.

Bei den Listen bin ich sehr gerne mit dabei, obwohl ich hier noch einiges zu bedenken geben möchte:
a) Sind alle Bänder auf den richtigen Spulen bzw. Schachteln? Hier habe ich einigen "Mischmasch".
b) Beim Wechsel des BASF-Schriftzuges/Serie/Spule/Schachtel wurde bestimmt Altmaterial aufgebraucht. Das kenne ich von Schallplattenetiketten her:

Wurde eine neue Serie/Vertrieb/sonstiges eingeführt, wurden meist die alten Etiketten noch aufgebraucht, wurde ja in zehntel-Pfennig-Einheiten gerechnet!
Das irritiert den Sammler manchmal: "Diese Platte müßte laut Etikett..."
Dennoch ist das Etikett, wie jeder Schallplattensammler weiß, unverzichtbar!

Bei manchen Bändern auf Fremdspulen, besonders ohne Vorlaufband bin ich echt am verzweifeln,- bin ja noch Neuling!!!

Gruß

Thommy

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43

Tuesday, May 1st 2007, 12:45pm

Ich hole diesen Thread noch einmal hervor, weil mir ein wie ich finde interessantes Band zugelaufen ist.

Wer weiß, bis wann es den folgenden Karton gab?

Vorderseite:


Rückseite:


Das Band wurde laut Aufschrift am 03.05.1957 bespielt. Es wurde eine AEG AW2 eingesetzt. Aufnahmedaten: "38cm/s, Doppelspur, Deutsche Norm".

Von wann bis wann wurde das LGS so verpackt angeboten?

Gruß
Niko

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44

Tuesday, May 1st 2007, 1:57pm

Lieber Niko,

im Bandbestand meines Vaters sel. Angedenkens stehen eine Handvoll solcherart konfektionierter Bänder, deren ältestes zu Weihnachten 1953 auf dem neu erworbenen PhonoRex ebenfalls in alter Spurlage mit dem Weihnachtsoratorium Bachs (ab "UKW Nord", denn damals war zumindest familiär noch nichts mit München) bespielt wurde. Leider ist diese Aufzeichnung als Folge der Normumstellung nicht mehr vorhanden; vor 1955 war die alte Spurlage in Deutschland übrigens nicht genormt, insofern auch keine "deutsche"; erst die internationale Spurlage wurde dann auch durch die Übernahme nach DIN eine deutsche, weil genormte.

Die Kartonaufschrift von der Hand meines Vaters aber deutet durch ihre enorme Sorgfalt darauf hin, dass dieses Band ganz am Beginn der Tonaufnahmegeschichte meiner Familie steht, die Datierung auf "Weihnachten 1953" also zuverlässig ist. Der spätest beschriftete Karton trägt das Datum 1958 (ein weiteres Datum aus dem Jahre 1959 hängt sicher mit der mir sehr wohl und bis in Details erinnerlichen Umkopierarie vom Juni 1959 infolge der Normumstellung zusammen), weshalb man annehmen kann, dass das so konfektionierte Band wohl sicher ab 1953 und sicher wohl auch noch 1957/58 angeboten wurde.

Die Chargen- oder Konfektionierungsnummer (???) des ältesten, genannten Bandes vom Jahre 1953 lautet auf 8406, die des letzten Bandes (Erstbespielung wohl 15.11.1958) auf 25473. Alle Kartons enthalten bzw. enthielten (da geschah durch meinen jugendlichen, Spulen gewinnenden Zugriff mancherlei) 700 m LGS.

Hans-Joachim

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45

Tuesday, May 1st 2007, 4:28pm

Lieber Hans-Joachim,

danke für die Datierung des Zeitraumes. Die Nr. meines Bandes würde mit "19345" ja genau zu den Deinigen mit 25473 als letzter Nummer passen. Auch die 700m LGS passen, das in dem abgebildeten Karton weist allerdings mittlerweile eine sehr starke Randwelligkeit auf.

Gruß
Niko

Thommy74

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46

Tuesday, May 1st 2007, 7:26pm

Ihr lieben beiden,

ich bin verwirrt!

Vorausgesetzt die Zusammenstellung Band/Spule/Karton stimmt, habe ich zwei LGS 52 mit Nummer:

40067, allerdings gesperrt als: 4 006 7. Auf dem Karton steht: "Pius XII Ansprache zum Katholikentag Köln 1956". Ich denke, daß sowas sehr zeitnah aufgenommen wurde.

3731, nicht gesperrt, falscher Karton ohne Aufschrift.

Beide Bänder wickeln schlecht im Wiedergabebetrieb.

Halt! Ich habe gerade nochmals nachgesehen (auf den Bändern, nicht meine Liste!). Beim letzten Band fehlt die "7". Dank den letzten starken Sonnenstrehlen kam diese zum Vorschein. Also: 73731.
Dann kommt's doch hin. Und falls das Katholikentag-Band zufällig in der falschen Schachtel war...

Ich lasse diesen sinnlosen Beitrag doch stehen und füge an:

Bei meiner LGS-Liste hat sich bisher nicht viel getan. Die letzten waren alles "neue" ohne Produktionsnummer auf dem Band.

Und ein seltsames LGS war dabei. Nummer: E 050 A!!!
Das läßt sich in Franks/meine Liste garnicht einfügen!

Das letzte mit aufgedruckter Nummer: 257025

Gruß

Thommy


P. S. Die von Niko photographierte Hülle sieht eher aus wie eine "Universalhülle".

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47

Tuesday, May 1st 2007, 7:43pm

Hallo Thommy,

das LGS mit der Charge E 050 A ist nicht seltsam, sondern eigentlich Massenware. Ist aber natürlich ein wenig moderner und keinesfalls den Fünfziger Jahren zuzuordnen. Außer, diese Nummer steht auf dem BRAUNEN MAGNETTONBAND-RÜCKEN alle paar Zentimenter, dann wäre es eine Spitzenrarität. Ist mir noch nicht untergekommen und gibt es wahrscheinlich auch nicht. Wohl aber gab es so etwas AUF DEM ALU-SCHALTBAND, das muß man voneinander trennen - es ist eben wichtig. WO GENAU die Nummer steht.

Grüße,
Manuel

Thommy74

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48

Tuesday, May 1st 2007, 8:12pm

Hallo Manuel,

doch, es steht auf dem Band. Ich habe sogar vorgespult.
Auf dem Vorschaltband steht nichts mehr.
Mir ist aufgefallen, daß bei "neueren" LGS auf diesem nichts mehr steht, allerdings auf dem Tonband selbst; auf noch späterem steht gar nichts mehr, und man könnte es mit dem LP35 verwechseln (Beim SP (falls es dann überhaupt noch gab) und DP stimmt die Trägerschichtfarbe nicht mehr überein). Obwohl ich fast glaube, daß ich LGS 26 in rotbraun und hellbraun habe (muß hier allerdings noch mal nachsehen!)

Gruß

Thommy

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49

Tuesday, May 1st 2007, 8:50pm

Hallo Thommy,

das LGS 35 mit den E-Nummern und drei nachfolgenden Zahlen mit dem Abschluß-A wurde ab 1960 hergestellt und war natürlich einige Jahre lang im Handel erhältlich.

Wie es mit LGS 26 aussieht, kann ich leider (noch) nicht definitv sagen, da mir (noch) die erforderlichen Daten fehlen.

Daß es LGS 26 in rot- und hellbraun gab, halte ich für unwahrscheinlich. Normalerweise ist es so:

LGS 35 Langspiel: Vollmilchschokoladen-Braun
LGS 26 Doppelspiel: im Vgl. zur Bandvorderseite deutlich rötlicher

Beide Bandsorten sind in zahlreichen Verkleidungen und Variationen erhältlich. Sogar der Duft kann, insb. bei LGS 26, unterschiedlich sein.

Dann gibt es noch das BASF-Burgundi-Band. Ist Standard-Band. Es gibt aber auch Burgundi auf Telefunken-Spulen, die andere Laufzeiten haben können.

Letztendlich ist man bei BASF nie ganz vor Überraschungen sicher.

Grüße,
Manuel

Thommy74

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50

Wednesday, May 2nd 2007, 2:30pm

Hallo,

vielleicht ist das braune (also nicht rotbraune) schon fast ein DP26? Also zum Ende der Produktionszeit des LGS?

Ich hoffe, man kann es auf dem Bild erkennen. Ich bekomme es einfach nicht besser hin, mit dem Drecks-Ding (Mit meiner alten Spiegelreflex ging's bestimmt besser, aber das Entwickeln dauert immer so lange:))

Oben ein LGS 35 mit 100T-Nummer,
darunter das rotbraune LGS 26, auch mit 100T-Nummer
und dann das braune LGS 26 mit der "neueren"(?) Nummer B 997 C



Gruß

Thommy

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51

Wednesday, May 2nd 2007, 7:46pm

Hallo Thommy,

das mittlere LGS 26 hat einen BASF-untypischen Duft. Es wurde ca. von 1963 bis 1965 produziert, sogar auf Grundig-Spulen zu finden.

Das untere LGS 26 hat zwar einen anderen Nummern-Code, ist aber vom Alter her gleich; beide LGS-26-Sorten wurden gleichzeitig produziert und waren auch zur gleichen Zeit im Handel erhältlich.

Nähere Untersuchungen stehen noch an. Fest steht, daß die LGS 26 mit den 6-stelligen Chargen-Nummern absolute Spitzenqualität sind, was Abrieb, Wickelverhalten etc. angeht. Sie sind auf einer Stufe mit den exzellenten 3M-Scotch-Bändern der Sechziger Jahre und damals eigentlich das Beste, was man im Amateurbereich bekommen konnte. Maxell XL-II kam ja erst gut mehr als 10 Jahre später. Eine Alternative zu BASF und Scotch war nur noch AGFA mit PE 41 Doppelspiel-Band, das aber nicht immer so dermaßen frei von irgendwelchem Abrieb ist. Der Unterschied ist zwar nur minimal und auch nur anfangs, wenn die Bänder seit Jahrzehnten nicht mehr gelaufen sind und man es wieder zum ersten Mal anhört. Im Grunde waren "die Großen" Namen wie AGFA, BASF und Scotch stets supergut und sehr zum empfehlen!

Es ist auch kein Zufall, daß der damalige Marktführer in Sachen Tonbandgeräte, Grundig, seine Spulen mit eben diesem Bandmaterial fütterte.
Erst das beste BASF, was es damals gab und als BASF sich verschlechterte, griff man bei Grundig zu Scotch...

Es ist ein Jammer, daß BASF mit seinen Nachfolgern DP 26 etc. nicht mehr so ganz an die Qualität der LGS 26 herankam. Waren zwar auch noch gut, aber eigentlich sollte man ja annehmen können, daß die Nachfolger besser sind oder zumindest gleich gut. BASF hat als einziger Bandhersteller sich eigentlich zurückentwickelt.

Warum es so relativ starke Farbabweichungen bei der gleichen Bandsorte gibt, ist eben wieder mal typisch für BASF. Wenn Du es aber vergleichst mit den LGS 35 aus dem gleichen Produktionszeitraum, dann ist auch das relativ "braune" LGS 26 immer noch einen Tick rötlicher als das LGS 35. Aber der Unterschied ist zugegebenermaßen sehr minimal.

Naja, die aufgedruckten Chargen-Nummern usw. sind ja auch oft variabel in der Farbe. Das ist übrigens eigentlich nichts anderes als eine spezielle, blaue "Tinte". Ich sag´ jetzt mal Tinte, aber es ist natürlich keine richtige Tinte zum Schreiben auf Papier. Aber "blau" wäre sie eigentlich, auf dem Band wirkt sie schwarz.

Grüße,
Manuel

Thommy74

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52

Wednesday, May 2nd 2007, 9:13pm

Hallo,

ich habe auch den Eindruck, daß das DP 26, sogar DP 26 LH ein kleiner Abstieg waren. Klanglich bin ich dennoch zufrieden; leider besitze ich wenig LGS 26 und meine Aufnahmen kann man auch nicht unbedingt miteinander vergleichen:

-historische sudindische Musik (!)

-Lieder von Anton von Webern für Sopran/Mezzosopran und div. Solisten, Aufnahme Ende der 60er in London und New York. Da rauscht schon das Original zu arg.

Hingegen habe ich einigen DP 26, auch LH, die oft knistern und Randwelligkeit aufzeigen. Durch diese bin ich zur Einstellung gelangt: Wenn's geht, kein DP mehr!

Unterschiede LGS 35 und LP 35 kann ich noch nicht aufzeigen, da ich nur ein LP 35 haben (noch unbespielt).



Es gehört nicht ganz zum Thema und es ist vielleicht auch ein wenig "die Perlen vor die Säue geschmissen", aber ich habe heute ein SPR 50 LHL bespielt, und ich fand es echt geil. Klang, Wickelverhalten, robust, endlich mal ein RSM, das nicht in die Tonne muß (hatte heute wieder zwei Shamrock LP/RSM, bei denen meine ASC stehnblieb). Könnte ich noch ein paar Kilometer bespielen;)

Gruß

Thommy

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53

Thursday, May 3rd 2007, 8:18pm

...man muß natürlich gerechterweise vielleicht noch sagen, daß die späteren BASF DP 26 und erst recht die Ferro HiFi usw. im Vergleich zum betagten LGS eine wesentlich glattere Bandoberfläche haben. Auch die magnetischen Eigenschaften sind etwas besser. Aber vom Abriebverhalten her sind die neueren BASF-Sorten nicht so gut. Das ist zwar nicht schlimm, denn mit 5 bis 10 Reinigungsdurchläufen sind die Bänder wieder wie am ersten Tag und völlig unbedenklich für wichtige Neuaufnahmen verwendbar. Also wenn man das mit den von Dir erwähnten Shamrocks vergleicht... :-) ...dann ist BASF immer noch superdupergut.

Historisch gesehen, sind zur gleichen Zeit aber eben auch die diversen Maxells, AGFAs und nicht zu vergessen die 3M-Scotches erhältlich gewesen, die wiederum im Vergleich zu BASF besser waren. Auch Philips hatte Ende der Sechziger und auch die ganzen Siebziger Jahre hindurch absolute Spitzenbänder auf ihren Spulen, die irgendwie einen ewigen Jungbrunnen eingebaut zu haben scheinen.

Aber ich mutmaße, daß die meisten Menschen wohl kaum über 30 Jahre alte Bänder kaufen, um damit ernsthaft Neuaufnahmen zu machen. Eher wird die Neugier und Experimentierfreude damit befriedigt.

Ich persönlich nutze zwar ausschließlich alte Bandsorten, aber nur, um eine in sich logische und schlüssige Audiokette zu haben: Altes Gerät, gleichaltes Bandmaterial und Du kannst Dir ja denken, daß ich nur gleichaltrige Schallplatten darauf kopiere mittels eines gleichaltrigen Plattenspielers.

Grüße,
Manuel