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Thommy74

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1

Wednesday, February 7th 2007, 11:57pm

Hi!

Nach meiner Vorstellung habe ich gleich eine Frage:

Ich habe einige LGS-35-Bänder, die mir gefallen, die ich aber gern zeitlich einordnen würde. Geholfen haben mir einige Beiträge, sowie die geniale Tabelle von Friedrich Engel, aber leider war der Produktionszeitraum sehr lange (1953-1969).
Die Bänder mit Aufdruck "Langspielband" scheinen älter zu sein, als diejenigen mit Aufdruck "LGS 35". Außerdem haben einige grünliche Spulen.

Besonders verwirrt mich ein Band: ein Standardband (30min bei 19cm/s auf einer 18er) mit Aufdruck "LGS", allerdings mit weinroter Rückseitenbeschichtung!
Waren damals nicht die LG"R"s die einzigen mit Rückseitenbeschichtung?

Gruß

Thommy

P. S.: Es fällt mir gerade auf: was bedeutet eigentlich LGS?

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2

Thursday, February 8th 2007, 10:22am

Hallo, Thommy,

man muss in der Tat schon durchgängige Quellen haben, um sich in der langen Produktionszeit von LGS und dessen teils umbenannten mittel- und unmittelbaren Nachfolgern zurechtzufinden. Einiges, z.B. die Bedeutung des grünen Spulenmaterials, ist kaum noch herauszufinden (vermutlich war das als Unterscheidung zwischen Langspiel- und Standardband gedacht).

Ja, und was bedeutet LGS? Offiziell "Luvitherm Guss super" (Luvitherm ist der Markenname der Ludwigshafener PVC-Folie), Guss versteht sich im Gegensatz zu Masseband, und S kann auch als "kompatibel mit Scotch 111" gelesen werden - BASF hatte nämlich zeitweise einen gewissen Entwicklungsrückstand gegenüber dem 3M-Band, das um 1953 im Begriff war, in Deutschland zum Referenzleerband zu avancieren ...

Die Sache mit der roten Rückseitenbeschichtung dürfte sich auch auflösen lassen: die PVC-Trägerfolie der LGS-Standardbänder war zeitweise rot eingefärbt - derartige LGS-Versionen dürften aus der Zeit vor Einführung des LGR stammen, als man diesen Typ auch als Studioband vermarkten wollte. Die vermeintliche Rückseitenmattierung sollte sich also nicht abschaben lassenn

Das Erfindungspatent "Rückseitenmattierung" ist übrigens DE 1 101 000 (Robl, Rudolf; Merkel, Erich: Bandförmiger Magnetogrammträger, angemeldet 1955-11-04, Ausgabe Ausgabe am 1961-09-14).

F.E.

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3

Thursday, February 8th 2007, 12:06pm

Hallo, vielleicht hilft das:
Ich habe irgendwann das Bandarchiv eines alten Herrn erhalten. Dieses beginnt im Juli '57 mit folgendem Band:
15er Spule mit großem (!) Kern in roter Klappverpackung. Aufdruck "LANGSPIELBAND 350m 1200feet Long Playing Tape Typ LGS"
Preisauszeichnung DM 23.10 (Überlegt bitte 'mal, was das damals für eine Menge Geld war!)
Auf der Bandrückseite steht "BASF Langspielband LGS 70418"
Das Schaltband ist mit "BASF 098M" markiert.
Auf dem (außen grasgrünen, innen weißlichen) Vorspannband steht "BASF VORSPANNBAND"

Leider hat der alte Herr außer auf einem seiner letzten (Nr. 102, Juni '63) nie wieder Daten seiner Aufzeichnungen/Bandkäufe verzeichnet.
Er hat also zwischen Juli 1957 und Juni '63 102 Bänder gekauft, fast ausschl. 15er, Langspiel und Doppelspiel.

In dieser Zeitspanne wechseln die Konfektionierungen/Verpackungen/Preise mehrmals (geringfügig). (Interessiert das überhaupt irgendwen?)
Ab Nr. 15 z.B. wechselt die Beschriftung der roten Klappbox auf
"LANGSPIELBAND 360m(!) 1200feet Long Playing Tape Typ LGS" Spule 15 mit kleinem Kern.
Das wird irgendwann 1958 gewesen sein.

Ich hab' jetzt keine Zeit, weiterzuschreiben. Falls Interesse besteht, werte ich das Ganze gern noch weiter aus.

Achja, eines noch: Das von Dir erwähnte knallrote LGS ist älter. Jedenfalls lag ein solches einem in 1955 oder 56 gekauften "Magnetophon KL xx" (müsst ich nachschauen) bei.
Greetz
F.

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4

Thursday, February 8th 2007, 12:34pm

Lieber Friedrich,

"Bedeutung des grünen Spulenmaterials, ist kaum noch herauszufinden (vermutlich war das als Unterscheidung zwischen Langspiel- und Standardband gedacht)"

Genauso habe ich diese Info 'mal von Wolfgang (wz1950) erhalten, und das deckt sich sehr gut mit diesem mir vorliegenden Archiv...

LG
F.

hanns-d.pizonka

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5

Thursday, February 8th 2007, 1:18pm

Quoted

frank1961 postete


In dieser Zeitspanne wechseln die Konfektionierungen/Verpackungen/Preise mehrmals (geringfügig). (Interessiert das überhaupt irgendwen?)
Ab Nr. 15 z.B. wechselt die Beschriftung der roten Klappbox auf
"LANGSPIELBAND 360m(!) 1200feet Long Playing Tape Typ LGS" Spule 15 mit kleinem Kern.
Das wird irgendwann 1958 gewesen sein.

Ich hab' jetzt keine Zeit, weiterzuschreiben. Falls Interesse besteht, werte ich das Ganze gern noch weiter aus.


Greetz
F.
Hallo Frank und alle Mitleser,

wenn mich die Art der "Konfektionierung" nicht interessieren würde, würde ich dann dies alles hier lesen? Nimm Dir die Zeit für uns, denn wir gehören nicht zu den Bierdeckelsammlern, die ihr Bier darauf abstellen, ich will sogar wissen, wann der Bierdeckel (pardon das Band natürlich) hergestellt wurde. Also, durchforste den Bandbestand (Deines alten Herrn) und informiere uns, was und welches Material welcher Zeit (ungefähr) zugeordnet werden kann. Schau Dir die Liste an, die Friedrich Engel für die AES (in Tabellenform für das Historische Kommitee, Titel = Agfa, BASF, and IG Farben Audio Open Reel Tapes) gemacht hat.

Irgendwann kann ich dann auch die Fertigungszeit und die Konfektionierung vom BASF PES 26 auf plus minus ein Jahr eingrenzen.



MFG
H A N N S -D.

P.S.
Hier wurde (auch von mir) schon einiges zu diesem Themenkreis geschrieben:
www.tonbandinfo.com:Forum
Rund ums Tonbandhobby
Bandmaterial / Zubehör
SELTENE VIERTELZOLLBÄNDER

Thommy74

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6

Thursday, February 8th 2007, 2:08pm

Hi!

Vielen Dank für die Antworten. Jetzt wird einiges ein wenig klarer.

Wahrscheinlich hat die BASF 1958 zur Einführung des DP die Unterscheidung Spule farblos/grün fallen gelassen und die Klappboxen modifiziert. Hier sind die Aufdrucke "Langspielband" grün (erklärt vielleicht die grüne Spule) "Doppelspielband" blau und "Dreifachspielband" grau (und vielleicht "Standard" rot?).

Also war das LGR (ab1956) das erste BASF-Band mit Rückseitenbeschichtung und bei dem alten LGS 52 nur die Trägerfolie rot eingefärbt, um Profibänder (das sollte es ja anfangs sein) von Amateurbändern zu unterscheiden!?

Ich dachte immer, man hat die RB nur deswegen eingefärbt, um sofort erkennen zu lassen, daß es sich um ein Band mit RB handelt.

Gruß

Thommy

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7

Thursday, February 8th 2007, 2:49pm

Hallo Hanns-D,
in meinem "Knobloch" von 1961 ist hinten drin eine Anzeige von BASF "tonangebend", da werden folgende Bandsorten beworben:

LGS 52, LGS 35, LGS 26, PES 26 und PES 40.

Zum LGS 35 steht da geschrieben: Langspielband. Das universelle Band, robust und doch schmiegsam; lange Spielzeit; auch für Vierspur.

Zum LGS 26 steht da: Doppelspielband. Außerordentlich schmiegsam, deshalb besonders für Vierspur; längste Spielzeit.

Zum PES 26 steht da: Doppelspielband. Für erschwerte Betriebsbedingungen; längste Spielzeit; auch für Vierspur.

Aha, so war das also: Das LGS 26 besonders weich, das PES 26 die robustere Variante... naja, und auf jeden Fall gab es das Zeug im Jahr 1961...
Gruß
F.

Thommy74

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8

Thursday, February 8th 2007, 3:04pm

Hi!

Die PES-Bänder auf Polyesterbasis sind reißfester, also besonders für DP & TP geeignet. Allerdings hat das PE ein amerikanisches Patent (DuPont?)

Zur Chronologie:

Vielleicht hilft es, diese Tabelle einzufügen, die ich von meinen LGS erstellt habe und nach der letzen Nummer (bestimmt) Chargennummer sortiert habe:

Vorschaltband / Typenbezeichnung / Chargennummer

612D / LGS / 3731 (LGS 52)
O98 / Langspielband LGS / 12051
098M / Langspielband LGS / 30279
098M / Langspielband LGS / 30279
098M / Langspielband LGS / 42051
127J / Langspielband LGS / 50954
098M / Langspielband LGS / 71333
103M 59 / LGS 35 / 95238
103M 59 / LGS 35 / 143165
103M 59 / LGS 35 / 147711
1077 / LGS 35 / 193310

Gruß

Thommy

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9

Thursday, February 8th 2007, 5:25pm

Die Chargennummern ... natürlich würden die die tagesgenaue Datierung (Beschichtungsdatum, Maschine, Lage des Bandes im Block) erlauben, wenn denn die entsprechenden Unterlagen archiviert worden wären ... im BASF-Unternehmensarchiv war davon aber nichts mehr zu finden.

Bei Hanns-D. vermute ich "intime" Kenntnisse der Ludwigshafener Fertigung: sind bei Dir derartige Angaben abgreifbar?

F.E.

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Friday, February 9th 2007, 8:00pm

Hier auch mal eine kleine Kuriosität, zwar ein PES 26, aber aus demselben Zeitalter:

http://cgi.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?View…em=140060673940

Was mich daran sehr verwundert, ist die Bandlänge 480 m. Eigentlich sollte doch eine 15er Spule ungefähr 540 m und eine 13er Spule 360 m fassen. Auf dem Foto kann ich nicht erkennen, ob dies eine der alten 15er Spulen mit größerem Kern ist, oder ob es da noch eine ominöse Zwischengröße abseits der bekannten Außendurchmesser gab. Wer kennt sich aus?

Viele Grüße,
Martin.

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Friday, February 9th 2007, 9:19pm

Quoted

Kirunavaara postete
Was mich daran sehr verwundert, ist die Bandlänge 480 m. Eigentlich sollte doch eine 15er Spule ungefähr 540 m und eine 13er Spule 360 m fassen.
Ich glaube, da kommen zwei Dinge zusammen:

a) Bei den PES-Bändern scheint immer ein bißchen weniger auf der Spule zu sein als bei "modernen" Bändern. Die 18er Spule PES-26 trägt auch nur 720 (statt der sonst üblichen 740) Meter Band, beim PES-18 (Dreifachspiel) sind's 1.080 (statt 1.100) Meter.

b) 15er Bänder neueren Jahrgangs scheinen bei BASF selbst bei gleicher Kerngröße immer etwas mehr Band zu haben als ältere, was nicht zuletzt dadurch erreicht wurde, daß die Spulen bis fast zur Kante befüllt wurden (sehr schön beim DP26 zu sehen), während bei den älteren Ausführungen immer ein freier Rand von ein paar Millimetern blieb. Vermutung meinerseits: Der Hersteller wollten der Einfachheit halber die Zahl der verschiedenen Bandlängen reduzieren, so daß eine 15er Spule mit Doppelspielband genau so 540 Meter fasste wie eine 18er mit Langspielband.

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Friday, February 9th 2007, 10:43pm

Das äbeih-Foto ist so grob, dass man die Längenangabe auf dem Karton nicht lesen kann, ein Schreibfehler ist nicht auszuschließen. - "Krumme" Meterangaben haben manchmal den Grund, dass sie, in feet umgerechnet, "glatte" Zahlenwerte ergeben.

Bänder mit "Randfreiheit -0" (d.h., die äußeren Lagen fallen leicht vom Wickel) haben manchmal eine etwas dickere Schicht, wenn nämlich die erforderliche Empfindlichkeit mit der Soll-Schichtdicke nicht zu erreichen war - bei Studiobändern konnte man sich solche Scherze natürlich nicht leisten. Ein anderes Kapitel waren rückseitenmattierte Doppelspielbänder, bei denen man nicht einfach die RSM-Dicke von der Trägerfolie "abziehen" konnte (wie beim Langspielband noch möglich), und die deswegen meist etwas weniger Meter pro Spule als die Typen ohne RSM boten.

F.E.

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13

Friday, February 9th 2007, 10:51pm

Quoted

Friedrich Engel postete
Bänder mit "Randfreiheit -0" (d.h., die äußeren Lagen fallen leicht vom Wickel) haben manchmal eine etwas dickere Schicht, wenn nämlich die erforderliche Empfindlichkeit mit der Soll-Schichtdicke nicht zu erreichen war
Bei BASF haben die Spulen mit mehr Randfreiheit aber in den mir bekannten Fällen auch weniger Band. Das LP26 hat auf der randvollen 15er Spule 360 Meter, ältere Typen wie das LGS sind weniger voll und haben nur 350 Meter. Bei den gleichen Typen auf 18er Spulen dagegen sind es, wenn ich es richtig in Erinnerung habe, jeweils 540 Meter.

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14

Saturday, February 10th 2007, 12:07am

Auch ich dachte zuerst an einen Schreibfehler, doch in Kombination mit der Angabe 1600 ft. glaube ich schon, daß der Verkäufer richtig abgeschrieben hat. 540 m wären nämlich 1800 ft (mathematisch nicht genau, aber nach den üblichen Tonbandlängentabellen). Außerdem sieht die Spule anders proportioniert als eine normale 15er aus.

720 m PES 26 auf 18er Spule passen im Prinzip genau ins alte Raster: 2x 360 m Standardband = 720 m Doppelspielband. Eine BASF-Tabelle von 1963 (aus dem Download-Angebot von tonbandinfo.com) nennt interessanterweise 730 m für sowohl LGS 26 als auch PES 26 auf 18er Spule. Irgendwann in den 70er Jahren wurde dann ein kleiner "Zuschlag" eingeführt, der zu den gängigen Längen 366 m, 549 m und 732 m führte.

Viele Grüße,
Martin.

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15

Saturday, February 10th 2007, 12:31am

Hallo, Ihr Lieben,

mein Senf:

aaaalso, vor 1959 waren ja die Kerne von 15er Spulen (laut Herrn Knobloch; und das deckt sich mit meinen Erkenntnissen) dicker; 60 statt 50mm.
Also passten vom LP-Band 350m und vom DP-Band 480m drauf. So einfach war das. Später ab ca. 1960 war dann die standardmässsige Konfektionierung von 360/540m drauf... sehr eng allerdings, zugegeben.
Wenn also ein 480m-Band angeboten wird, ist es, wenn original, immer ein DP auf 15er vor einschl. 1960, übrigens egal, ob LGS oder PES, beides ist mir schon begegnet.
@timo: andersrum wird ein Schuh draus: man hat die Spulengeometrie(n) im Laufe der Zeit so "hingebaut" (siehe 15er, 11er und 22er), dass die "eingebürgerten Bandlängen" passten: 45, 65, 90, 135, 180, 270, 360, 540, 720, 1080m. Dies gilt natürlich nur für den Amateursektor und zur damaligen Zeit, wohlverstanden.

Bei dem ebay-Angebot handelt es sich, klar erkennbar, um eine 15er mit dickem 60er Kern, sollte also tatsächlich die orig. Spule (oder ein Schwesterchen) sein. Ausserdem ist es tatsächlich DP, erkennbar an der blauen Schriftfarbe, und es ist frühes DP, denn die Beschriftung in "gestreift" blau-weiß-blau, gab es nur recht kurz...

(Ich bin gerade dabei, etwa 150 von den Biestern zu katalogisieren und in Reihenfolge zu bringen... da wird man, fast ohne es zu wollen, zu einer Art "Experten" für die Dinger!)

Aber da Ihr es ja partout wissen wolltet ->LG an Hanns-D. ;) , werde ich weitertun und demnächst berichten!
Gruß
F.

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Saturday, February 10th 2007, 12:45am

Hallo Frank,

danke für die ausführliche Erklärung - und doch noch eine Randbemerkung von mir: Die weißen Streifen im Farbcode auf den Hüllen waren meiner Beobachtung nach nicht zeitlich begrenzt, sondern markierten den Typ PES. Bei LGS ist die Farbe durchgängig.

Da kommt mir gerade noch eine Sonderlänge in den Sinn: Ich habe eine ziemlich alte 18er Spule (transparent, ohne Etiketten, aber mit Einprägung BASF Magnetophonband), mit den üblichen Abmessungen. Auf der Hülle sind 515 m angegeben.

Nächste Frage: Was war eigentlich LGH? Ein Acetylzelluloseband?

http://openreelgallery.magnetofon.de/bra…/box_lgh-18.jpg

/Martin.

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17

Saturday, February 10th 2007, 12:54am

Hallo Martin,

"doch noch eine Randbemerkung von mir: Die weißen Streifen im Farbcode auf den Hüllen waren meiner Beobachtung nach nicht zeitlich begrenzt, sondern markierten den Typ PES"

Seeeehr gut möglich... ich versuche, das mit den mir vorliegenden Bändern in Deckung zu bringen.

Elende Raterei, gibt es nicht irgendwo jemanden, der es einfach WEISS?

LG
F.

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18

Saturday, February 10th 2007, 10:30am

Die alten Bänder von meinem Vater sind hauptsächlich BASF LGS 26 in der roten Klappbox. Die Bandlänge ist durchweg mit 730m angegeben.
Das älteste Band ist glaub ich von 1963 und das neueste von 1969 (mit der Hochzeit drauf). Nach der Hochzeit wurden keine weiteren Bänder mehr angeschafft und irgendwann bald ging ja dann auch der Philipsriemen platt..........

Gruß
MArtin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!

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19

Saturday, February 10th 2007, 11:31am

Auf die LGH-Frage habe ich inzwischen eine Antwort ergoogelt:

http://www.richardhess.com/tape/history/…ape_History.pdf

Einer der Autoren schreibt hier auch mit :-) Demnach war LGH auch schon auf PVC-Basis (Luvitherm Guss) und das H stand für hochempfindlich. Es war sozusagen das erste speziell für Heimanwender entwickelte Band der BASF. Wenig später (1953) kam dann das "Scotch 111-kompatible" LGS.

Hier habe ich auch noch ein paar nette Bilder gefunden (wobei mir die Beschreibungen anscheinend nicht so hundertprozentig sind):

http://hometown.aol.de/tonbandfreund/htt…andfreund0.html

Besonders die alte orange LGH-Verpackung gefällt mir!

/Martin.

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Saturday, February 10th 2007, 11:54am

Na, Martin, wie lange bin ich schon hinter dem alten LGH in der "Ur"-Verpackung her - das ist eine absolute Seltenheit, bisher kenne ich nur einen, leider auch schon reichlich ausgebleichten, Karton.

Kennt jemand den beneidenswerten Besitzer näher? Ich würde Band und Karton gern halbwegs sachgerecht fotografieren (das Sammeln habe ich weitgehend aufgegeben!).

F.E.

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21

Saturday, February 10th 2007, 12:43pm

In meinem Besitz gibt es mehrere Spulen (18cm) LGH-Bandes von 1952 und 1953. Die Daten sind gesichert, da die Bänder aus dem Familienbesitz stammen. Ein weiteres muss ein sehr frühes LGS sein, denn es wurde im LGH-Karton geliefert, dessen Aufschrift "TYP LGH" mit einem weißen Zettelchen abgeklebt war, das in schwarzen Lettern die Aufschrift "TYP LGS" trägt. Die Spule ist übrigens grüner Farbe, wobei sie aufgrund bestimmter Betriebsvorgänge in unserer familieneigenen Magnetbandgeschichte nicht original sein muss.

Weiterhin besitze ich einige BASF-Bänder 13 und 15 cm, die deutlich vor 1959 erworben wurden:

Sie,
LGS-Standard-15cm, 180 m, vmtl. im Herbst 1955 erworben,
LGS-Langspielband-13cm, 180m; sicher vor dem 1.4.1956 erworben,
LGS-Langspielband-13 cm, 180 m, sicher im Herbst 1955 im Familienbesitz,

weisen ausnahmslos die Originalspulen (blank, ohne BASF-Etikett, aber im Falle 15 cm mit Prägungen "Magnetophonband BASF" (Kern) bzw. "1" und "2" (Spulensteg) und Kerndurchmesser von 45 mm auf. Alle diese Bänder haben keine farbkodierten Boxen.

Zudem existiert ein "LGS Magnetophon-Langspielband" mit der Länge 515m (1700 ft), das allerdings nur angenähert in die Zeit um 1956 zu datieren ist (Preis lt. Stempel: DM 32,50), aber ebenfalls noch keine farbkodierte Box besitzt. Dessen Spule dürfte jedoch nicht original sein, sondern späteren Tagen (der BASF) entstammen.

Bänder von 480m Länge sind mir bis dato nicht begegnet.

Hans-Joachim

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22

Saturday, February 10th 2007, 5:47pm

Hans-Joachim,

stecken die LGH-Bänder in den bewussten orange-farbenen Kartons? (vergl. meine "obenstehende" Frage ... warum in die Ferne schweifen ...).

F.

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23

Saturday, February 10th 2007, 6:47pm

wenn das Gute, lieber Friedrich, denn maa' wirklich so nah liegt. Ja, die Dinger stecken in den originalen Boxen, die ich als rot ansehe, haben aber nicht mehr in jedem Falle den originalen Vorspann vor den Bändern, der phonorexspezifischen Belastungen unterliegend teilweise so bejammernswert beieinander war, dass ich ihn schon vor Jahr und Tag durch anderes Material ersetzen musste. Also, wenn Not am Mann ist, würde ich zunächst einmal die Kamera draufhalten, damit du siehst, was dich für eine ernsthaftere Unternehmung dieser Art erwartet.

Wonach suchst du en detail?

Ich habe aus jenen früheren Amateurtagen auch noch BASF-Kartons (mit Band, versteht sich), die außen offenbar ab Werk -ich kenne die Kartons seit meiner Kindheit so- im Inneren der BASF-Spirale auf einem runden Aufkleber den Hinweis "Für Grundig Tonbandgeräte" (mit Kleeblatt; TYP LGH one Längenangabe) bzw. "Für AEG Magnetophon Magnettongeräte KL 25" (LGS, 350 m [sic!]) tragen.

Taufrisch ist das Zeug nach einem guten halben Jahrhundert natürlich auch nicht mehr, aber gut retuschierbar. Auf den Listenvordrucken des Innenschubers befinden sich Eintragungen meines Vaters, die aber wohl durch die Herkunft seiner Mutter aus Vielbrunn/Odw. und sein Diplom an der TH Darmstadt soweit geadelt sind, dass sie von dir toleriert werden könnten. (Na ja, bei meinem ersten Besuch in KIB war er auch noch dabei: Mozart-Loge und so...) Die Nassklebeanleitung auf der anderen Seite des Innenschubers blieb unbeschrieben.

Notwendige Detailabklärungen wären per Mail vielleicht gezielter möglich.

Hans-Joachim

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24

Monday, February 12th 2007, 10:53am

Stimmt, zwei BASF-Standard "Für Grundig-Geräte" habe ich auch noch, auf der schönen Grundig-Spule mit Gold-Label, wunderbar.....auf meinen Bandkartons hat soger mal jemand einen kleinen Stempel "TK 919" angebracht, somit weiss ich sogar, mit welchem Gerät diese Bänder mal bespielt wurden.

Thomas
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.

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Monday, February 12th 2007, 6:38pm

Hallo, Ihr Lieben

Ich habe 'mal einen neuen Thread angefangen zum Thema LGS (1957 - 1960). Vielleicht "a weng" zu ausführlich, aber Ihr brauchts ja nicht zu lesen. ;)

Noch was zum Thema "Farbkodierung":
Ich habe aus Familienbesitz ein "TYP LGS" 515m Langspielband auf grüner 18er: "Für AEG "Magnetophon" Magnettongeräte KL 15 - KL 25" im Spiralkern. Dieses Band wurde mit einem KL 25 zusammen in 1956 gekauft und ist grün codiert. Preisauszeichnung DM 32,50.




Uncodiert dagegen ist ein ebenfalls 1956 erworbenes "Magnetophon-Langspielband" 350m auf 15er.



Je nach Lagerbeständen des örtlichen Rundfunkhändlers ist natürlich möglich, dass beide Sorten eine Zeitlang parallel existierten... aber eine Einführung der Farbcodierung um den Anfang 1956 herum scheint mir plausibel.

Ich probier 'mal, Bilder upzuloaden.


LG
F.

Thommy74

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26

Tuesday, February 13th 2007, 5:58pm

Hi!

Hans-Joachim schrieb:
"im Inneren der BASF-Spirale auf einem runden Aufkleber den Hinweis "Für Grundig Tonbandgeräte" (mit Kleeblatt; TYP LGH one Längenangabe) bzw. "Für AEG Magnetophon Magnettongeräte KL 25""

Ich habe den umgekehrten Fall: Ein paar meiner Boxen hat Aufkleber (Langspielband...), und eine habe ich geopfert. Der Etikettenlöser konnte nach einem halben Jahrhundert nicht mehr viel anrichten (besonders Papier auf Papier), aber der Aufkleber wurde durchscheinend; und siehe da: Für AEG Magnetophon Magnettonbandgeräte KL 15 xxx KL 35.
Auch hier war der Preis 32,50.
Die Seite (grün) ist auch überklebt, aber hier konnte der Etikettenlöser nicht helfen (Vielleicht morgen, aber ich kann den zitrusartigen Geruch nicht mehr aushalten!).

Gruß

Thommy

hanns-d.pizonka

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27

Tuesday, February 13th 2007, 8:43pm

Hallo Friedrich und Ihr alle,
da hat man in Ludwigshafen doch eine Menge Variationen geschaffen, mit denen wir uns als Sammler ein halbes Jahrhundert später befassen dürfen, wollen, können und müssen. Hier mal die widersinnige Grösse, auf 15er-Spule mit 60 Millimeter-Kern befindet sich bei mir ein Exemplar mit 260 Meter Länge und Freiheit am Spulenrande von gut über fünf Millimeter.



@ Friedrich: das LGH-Band MUSS sich auch in meiner Sammlung befinden, nur Geduld, das Foto mache ich, wenn ich (leider) die Kartons auf dem Dachboden gesichtet habe.

MFG
H A N N S -D.

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28

Wednesday, February 14th 2007, 1:25am

Hallo Hanns-D.,
wieso widersinnige Größe? Allerdings hast Du mit dem halben Jahrhundert absolut recht, wenn es nicht sogar noch ein paar Monate mehr sind...
aus "BASF - Mitteilungen" November 1956:



aber die Spule ist scheinbar nicht die Richtige, wie dieses Bild beweist:
aus "BASF - Mitteilungen" August 1957:



Und hier noch 'mal etwas zum Unterschied LGS/PES...
aus "BASF - Mitteilungen" Februar 1959:



LG
F.

hanns-d.pizonka

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29

Wednesday, February 14th 2007, 8:20am

Hallo Frank,

der Kapitän hat immer Recht. Du hast auch Recht, das Wort widersinnung war von mir aus gesehen purer unnötiger Euphemismus, das Wolrt hirnrissig wäre sicher zutreffender. Auch in den Fünfziger Jahren war bei den grösseren Industrieunternehmen bereits ein für mich nicht nachvollziehbarer Hang zur Selbstüberschätzung gegeben. Wenn man sich heute (aus historischer Sicht! geniessen wir den Vorzug der "späten" Geburt) bestimmte Entscheidungen vor Augen hält und (möglichst) vorurteilsfrei beleuchtet, dann weiss man, die damals (vor fünfzig Jahren) getroffenen Aussagen waren nicht nur "widersinnig", nein, sie waren "hirnrissig". Jemand (aus der Industrie) hat mir mal ins Gesicht gesagt: "Immer auf die Konkurrenz schauen, versaut das Geschäft", diesen Spruch konnte er am nächsten Tag in einer grossen Tageszeitung wiederfinden. Ich habe ihn nicht zitiert! Es hat runde drei Jahre gebraucht, dann hatte ihn die "Konkurrenz", wie auch damals so schön gesagt und getan wurde, platt gemacht.

Was ich damit sagen will? Wenn man sich über den Tellerrand hinaus beugt, dann findet man in einem der Hefte der GFGF (http://www.gfgf.org/) aus den Sechziger Jahren einen interessanten Bericht über die Magnetbandentwicklung (nicht nur in Deutschland) einen Artikel, der beleuchtet den Wunsch von AEG/TELEFUNKEN, für ihre neue Tonbandgeräte-Reihe KL65 (KL75) ein Band liefern zu können, das bei einer Bandgeschwindigkeit von 9,5 cm/sec mit einer 13er-Spule eine Stunde Laufzeit hergibt. Sowohl AGFA als auch BASF sollen unisono gesagt haben: "das geht nicht!". Auch damals bestand die Welt nicht nur aus Deutschland, der Sprung über den Grossen Teich führt AEG/TELEFUNKEN zu der 3M-Company (SCOTCH), und da braucht man nicht raten, die Köpfe in der Magnetbandentwicklung mussten rauchen und gebaren das Doppelspielband. Der Auftrag zur Lieferung von einigen hunderttausend Bändern ging nach Amerika.

Hier habt ihr das Bild von diesem hübschen Band:

MFG
H A N N S -D.

P.S.
Gerade habe ich daran gerochen, der typische Scotch-Geruch ist nicht zu finden - das eingearbeitete Gleitmittel kam wohl erst später. Das grüne (scotchtypische) Vorspannband ist übrigens nass angeklebt - @ Friedrich: was sagt uns das?

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Wednesday, February 14th 2007, 11:39am

Ausnahmsweise erlaube ich mir einmal, hier zu "kneifen": ich kann zur Sache nicht viel beitragen. Ich erinnere mich allerdings, dass es in den sechziger Jahren deutliche Verstimmungen zwischen BASF und (AEG)-Telefunken gegeben haben muss (T. scheint BASF-Bänder unter dem Preis verkauft zu haben, den BASF haben wollte). Also, offen gesagt: diese Sache möchte ich nicht analysieren (nicht zuletzt deswegen, weil ich erst in einem Archiv recherchieren müsste).

@ Hanns-D.: Danke für das Angebot LGH-Foto; in München dürfte "dieser Tage" ebenfalls ein LGH-Karton unter einer Kamera liegen, also bitte keine unnötige Feinstaub-Exposition eingehen. - Der zitierte GFGF-Artikel würde mich allerdings schon interessieren!

F.E.