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Sonntag, 24. Juni 2018, 17:57

Revox B77 nimmt nicht auf

Hallo liebe Revox Gemeinde,

vor etwa 10 Jahren habe ich mir einen Jugendtraum erfüllt und eine Revox B77 MKI (2-Spur) gekauft. Inzwischen bin ich im Ruhestand, habe etwas mehr Zeit und begonnen mich mit dem Schätzchen zu beschäftigen: Gereinigt, alle Kugellager gewechselt, Bremsfedern gewechselt und eingestellt, Goldkontakte gewechselt, Knallfrösche getauscht, Kondensatoren und Trimmer auf den Platinen gewechselt usw.

Überraschenderweise hat sie nach dem Zusammenbau scheinbar wieder funktioniert :) :) (alle Laufwerksfunktionen, probeweise Wiedergabe eines Tapes und Abhören mit Kopfhörer)... Ich habe daher begonnen gemäß Servicemanual die erforderlichen Prüf- und Einmessarbeiten vorzunehmen (Versorgungsspannungen überprüft, Laufwerksfunktionen überprüft, Wiedergabeköpfe justiert, VU-Meter justiert, bis zu Kap. 6.4.11 Frequenzgang überprüfen -> alles ok).

Angekommen bei Kap. 6.4.12 habe ich frustriert festgestellt, dass am Löschkopf bei Schalten auf Aufnahme keine Löschkopfspannung messbar ist. Dann habe ich auch gemerkt, dass die Record-LEDs nicht leuchten (beide Kanäle). Beim Hin- und herschalten der Record-Schalter kann ich auch keine Schaltgeräusche der beiden Relais auf der Oszillatorplatine hören. Vor der Revision hat die Aufnahmefunktion noch tadellos funktioniert...

Kann mir jemand Hinweise zur Fehlersuche geben? Würde mich über jeden Fingerzeig freuen!

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Sonntag, 24. Juni 2018, 18:14

Hallo,

entweder sind deine REC-LEDs nicht angesteckt, falsch gepolt oder defekt. Das ist mein erster Tipp! ;)

LG Holgi

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Sonntag, 24. Juni 2018, 19:43

Hallo Holgi,

zunächst einmal herzlichen Dank für Deine rasche Antwort, unglaublich wie rasch man im Forum Unterstützung erhält!
Also: Die Anschlüsse für die REC-LEDs sind auf der Audio-Verbindungsplatine gesteckt und ich hatte vor der Demontage auch ein Foto von allen Anschlüssen gemacht - sollte eigentlich ok sein. Aber na ja, irgendwie bin ich mir nicht mehr so ganz sicher. Ich überprüfe daher noch einmal genau, ob die wirklich sauber aufgesteckt sind und richtig gepolt sind.
Kann ich die Anschlüsse einer LED versuchsweise mal tauschen oder zerschieße ich mir dabei irgend etwas?

Herzliche Grüße, Volker

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Sonntag, 24. Juni 2018, 20:12

Wenn die Hypothese ist, daß die LEDs jetzt falsch rum reingesteckt sind,
kann es eigentlich nur besser werden (wenn sie dadurch keinen Schaden genommen haben).

MfG Kai
Nachtrag: Die LEDs wurden "durchknallen", wenn ihre zulässige Sperrspannung <= 24 V ist.
Leider steht im SM nirgends ihre Typenbezeichnung.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kaimex« (24. Juni 2018, 20:47)


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Sonntag, 24. Juni 2018, 20:14

Die LEDs solltest Du nicht verpolen, sonst war's das mit denen ;)
So sieht das von hinten gesehen aus:

Viele Grüße
Jörg

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Sonntag, 24. Juni 2018, 23:36

Habe eben noch einmal die Anschlüsse der REC-LEDs geprüft - die sind auf beiden Kanälen sauber aufgesteckt und das orange Kabel ist immer oben (wie im Diagramm der Audio-Verbindungsplatine angegeben).
Da die von Anfang an auch richtig aufgesteckt waren und ich dank Eurer Warnungen der Versuchung widerstanden habe mal eben umzupolen, muss die Fehlerquelle woanders liegen.
Für weitere Ideen wäre ich Euch dankbar.

Beste Grüße, Volker

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Montag, 25. Juni 2018, 00:11

@kaimex: ich denke es ist der LED-Typ MV 5152 (kann man im SM auf dem Diagramm der Audio-Verbindungsplatine erkennen).
Beste Grüße, Volker

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Montag, 25. Juni 2018, 05:24

kommen an deren anoden die 24v steuerspannung an ?

mfg kai
nachtrag: falsch rum gepolt vertragen die mv5152 laut datenblatt nur 5v / 100 ua

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Montag, 25. Juni 2018, 10:55

Oszill.-Platine evtl. um einen Pin versetzt eingesteckt (kann im Gegensatz zur A77 passieren und ist auch schon passiert!)?
Weiterhin solltest du, wenn die 24 V an den LEDs ankommen, die Peripherie der Relais prüfen. Freilaufdioden falsch gepolt? 100 µ-Elkos? LEDs mal an einer externen Spannung getestet (12 V mit Vorwiderstand 470-680 Ohm oder 21V vom B77-Netzteil mit 1 kOhm)?

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Montag, 25. Juni 2018, 11:19

@kaimex: An beiden Anoden kommen 20,5V Steuerspannung an (nicht wie angegeben 24V, obwohl die Speisespannungen lt. SM an P13 und R34 kontrolliert wurden und ok sind (20,6V, 26,4V)).

@holgi: Oszillatorplatine ist richtig eingesteckt. Ich prüfe jetzt erst mal die LEDs mit Vorwiderstand auf Funktion (vorher hat mir meine Frau allerdings aufgetragen die Fenster zu putzen... :()

Beste Grüße, Volker

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Montag, 25. Juni 2018, 12:50

Normalerweise ist die Spannung hinter den LEDs 2-3 V niedriger als davor, es fließt Strom in die Relais und die LEDs leuchten.
Voraussetzung dazu ist allerdings, daß das Potential an Pin 12 des "Oscillator PCB" über einen externen Transistor auf Masse (Pin 14) gezogen wird.

Die Spannung müßte bei Aufname also fast Null sein.
Das solltest du auch mal überprüfen.

MfG Kai

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Montag, 25. Juni 2018, 16:06

Man könnte also auch mal probieren, den Pin 12 (bzw. wegen der besseren Erreichbarkeit z.B. den Minuspol eines der Elkos) einfach an Masse zu legen! Wenn dann die LEDs leuchten und die Relais klicken, ist wohl der Transistor hinüber.

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Dienstag, 26. Juni 2018, 02:08

Also, ich hab die REC-LEDs mal mit externer Spannungsquelle und Vorwiderstand überprüft - sind beide ok!
Die 100 Mikrofarad Elkos sind richtig gepolt, die Freilaufdioden hatte ich nicht angefasst (und es funktionierte ja vor der Revision).
An Pin 12 messe ich bei Aufnahme 20 V, der liegt also mitnichten fasst an Masse.
Ich habe dann mal todesmutig Pin 12 an Masse gelegt, indem ich zu Pin 14 gebrückt habe. Die Relais haben dann brav geklickt, die REC-LEDs auf der anderen Seite konnte ich leider nicht sehen (ich denke allerdings das Klicken der Relais ist aussagekräftig genug).
Wo sitzt denn eigentlich dieser externe Transistor, der wahrscheinlich hinüber ist? Auf der Tape Drive Control Platine?

Beste Grüße, Volker

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »vec_de« (26. Juni 2018, 02:42)


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Dienstag, 26. Juni 2018, 05:06

genau,
wenn ich mich recht entsinne (hab den schaltplan grad nicht zur hand) ist es q8 , ein bc107b , gesteuert über zwei in serie liegende 680 ohm aus einem prom. der verbindungspunkt beider widerstânde liegt über 68 uf an masse.
da wäre also mal die steuerspannung aus dem prom zu prüfen und ob die an der basis von q8 auch ankommt.

mfg kai

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Dienstag, 26. Juni 2018, 13:02

Hallo Kai, hallo Holgi,
Ja, ich habe den Signalweg von Pin 12 zurückverfolgt und bin auf der Tape Drive Control Platine beim Transistor Q8 gelandet - da steht im Schaltplan ja auch y-Rec dran.
Dumme Frage eines lernwilligen Elektronik-Laien: Was müsste ich denn an der Basis von Q8 bei Aufnahme messen (Gleichspannung, konstant, Betrag?) und was am Beinchen 5 des ICs?
Falls der Transistor (BC107B) hin ist - ich habe mit meinem Revisionsbauteilesatz auch Transistoren (CTBC, 550B, JS) erhalten (aber bisher noch nicht eingelötet, da meine Lötkünste noch Luft nach oben haben und ich nicht gleich die empfindlichen Halbleiter verbraten wollte). Kann ich einen 550B nehmen? Lt. Google sollte das ein aktueller Vergleichstyp sein.
Beste Grüße, Volker

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Dienstag, 26. Juni 2018, 13:57

Hallo Volker,

da das PROM mit 5 V betrieben wird sollte am Ausgangspin 5 bei Aufnahme HIGH Level sein, was eine Spannung zwischen 2,5...5 V erwarten läßt.
Die Basis des Transistors verhält sich wie eine Siliziumdiode, folglich stellt sich dann dort eine Spannung zwischen 0,6...0,7 V ein.
Direkter Vergleichstyp zum BC107B wäre der BC547B, aber der BC550B tut's auch (ist nur unnötig rauscharm).
Wenn am PROM genug rauskommt, an der Basis aber zuwenig ankommt, stimmt mit den Widerständen oder dem Elko etwas nicht.

MfG Kai

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Dienstag, 26. Juni 2018, 16:29

Hallo Kai,

Danke für Deine superschnelle Antwort.
Also - am Pin 5 des PROMs messe ich bei Aufnahme aus: 0V / Aufnahme an: 2,7V.
An der Basis des Q8 messe ich bei Aufnahme aus: 0V / Aufnahme an: 0V.

Das würde nach Deiner Einschätzung auf einen Fehler bei den Widerständen und dem Elko hindeuten, richtig? Die Widerstände habe ich nicht angefasst (und vorher funktionierte es ja). Den C20 mit 68 Mikrofarad finde ich allerdings nicht auf meiner Platine und habe auch gerade festgestellt, dass ich die Version 177.317.11 habe, die im SM gar nicht beschrieben ist. Bin schwer irritiert und muss das erst noch einmal genau abklären.

Mfg, Volker

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Dienstag, 26. Juni 2018, 16:49

Das würde nach Deiner Einschätzung auf einen Fehler bei den Widerständen und dem Elko hindeuten, richtig?

wenn der Transistor heil ist !

Man kann nicht ausschließen, daß ein defekter Transistor zwischen Basis und Emitter sehr nieder-ohmig geworden ist.
Dann wär die Spannung dort auch sehr klein.
Also bei rausgenommener Platine mal mit dem Ohmmeter testen, ob Basis-Emitter sehr niederohmig ist oder sich wie eine Diode verhält.
Man hört gelegentlich auch von Widerständen, die auf einmal unterbrochen sind, also mal dessen Wert nachmessen.

MfG Kai

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Mittwoch, 27. Juni 2018, 13:51

Hallo Kai, hallo Holgi,

ich habe den Q8 auf dem Tape Drive Control PCB gestern gegen einen BC550B getauscht und alles funktioniert wieder wie es soll!
Herzlichen Dank für Eure Unterstützung bei der Fehlersuche, ohne Eure Hilfe hätte ich das nie hingekriegt. Toll dass es dieses Forum mit hilfsbereiten Menschen wie Euch gibt.
Dann werde ich mal weitermachen mit dem Einmessen der B77, damit das Schätzchen endlich mal fertig wird.

Herzliche Grüße, Volker

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Mittwoch, 27. Juni 2018, 14:13

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: