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  • »tbchris« ist der Autor dieses Themas

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1

Mittwoch, 16. Mai 2018, 23:03

Uher 784E Andruckrolle

Hallo,

wie früher mal in http://forum2.magnetofon.de/board2-tonba…84e/#post217318 gesagt, habe ich ein 784E, das ich am Wertstoffhof gerettet habe. Hatte in letzter Zeit keine Zeit mir es nochmals genauer anzuschauen.

Nun, mit neuen Riemen läuft es am Anfang gut, zum Ende eines Bandes (ca. letztes Drittel oder Viertel, 18cm Spulen) fängt es aber zu jaulen an, Geschwindigkeitsschwankungen.

Mein erster Verdacht war daß die linke Spule einen zu starken "Rückwärtszug" liefert. Ist aber nicht so. Die linke Spule scheint bei Wiedergabe keinen Antrieb in irgendeiner Richtung zu haben.
Die rechte Spule hat Antrieb, und zieht das Band wenn sie mehr voll ist, anscheinend nicht genügend an.
Aber ich denke das Grundproblem liegt in der Andruckrolle, zu alt und hart. Ich habe auf Ebay nach "Uher 784E Andruckrolle" gesucht, und nichts gefunden. Weiß jemand wo ich so eine auftreiben kann?

Und,falls ich eine finde, wie tausche ich sie am Besten aus? Siehe Bild:


Hier noch ein Bild der Antriebsrollen. Sollte man die auch austauschen, bzw. überarbeiten (evtl. aufrauhen)?



Viele Grüße,
chris

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2

Donnerstag, 17. Mai 2018, 00:24

Hallo Chris,
ich hatte seit 1963 ein 784S. In den 70er Jahren fing das auch gegen Ende von 18er Doppelspelband mit Jaulen an.
Damals hab ich noch nicht viel am Antrieb durchschaut, merkte aber rein empirisch, daß das Jaulen abnahm, wenn ich links die Bremswirkung reduzierte.
Das Gerät habe ich immer noch. Die Andruckrolle schien mir aber nicht das Problem zu sein. (Die wird wohl in vielen Uher-Geräten benutzt, deshalb würde ich da nicht mit so spezifischer Typenbezeichnng suchen).
Ich habe damals mal das Zwischenrad austauschen lassen, das zwischen Motorwelle (dem Stufenrad) und dem Schwungrad an der Capstanwelle eingeschwenkt wird.
Das Jaulen trat später wieder auf.
Mein Eindruck ist, daß Verhärtung von dessen Gummierung und konvexer Rundschliff zu erhöhtem Schlupf führen. Wenn man dieses Rad mit erhöhter Federkraft eindrückt, wird der Antrieb auch stabiler. Leider rutscht das Rad nach oben weg, wenn man die Federkraft sehr stark erhöht.
Der Preis der für Ersatz-Andruckrollen oder diese Zwischenräder verlangt wird (oder wurde) steht/stand in keinem vernünftigem Verhältnis zum "Wert" dieser Geräte.
MfG Kai

3

Donnerstag, 17. Mai 2018, 08:43

Hallo Chris!

Kai schreibt über dieses Friktionsrad (roter Pfeil):



Nahezu bei allen Bauteilen, auf denen Gummi aufvulkanisiert sind,
zeigen sich nach Jahrzehnten Alterungserscheinungen. In Deinem
Fall können mehrere dieser Bauteile für den Fehler verantwortlich
sein.
Muß man im schlimmsten Fall mehr als ein Teil ersetzten, und ist auf
Nachfertigungen angewiesen, so wird das ziemlich teuer. Nur, wenn
Emotionen mit im Spiel sind (z. B. 1. eigenes Bandgerät), "lohnt" sich
der Aufwand.
Ansonsten hilft nur Geduld, bis ein gutes gebrauchtes E-Teil zu be-
kommen ist.

Gruß
Wolfgang

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4

Donnerstag, 17. Mai 2018, 14:34

Kai schreibt über dieses Friktionsrad (roter Pfeil):


Hmm. Kann keinen Pfeil in dem Bild finden. Bin allerdings farbenblind, vllt. übersehe ich ihn. Kannst das nochmal schicken mit z.B. blauem Pfeil? :)


Nahezu bei allen Bauteilen, auf denen Gummi aufvulkanisiert sind,
zeigen sich nach Jahrzehnten Alterungserscheinungen. In Deinem
Fall können mehrere dieser Bauteile für den Fehler verantwortlich
sein.
Muß man im schlimmsten Fall mehr als ein Teil ersetzten, und ist auf
Nachfertigungen angewiesen, so wird das ziemlich teuer. Nur, wenn
Emotionen mit im Spiel sind (z. B. 1. eigenes Bandgerät), "lohnt" sich
der Aufwand.


Ja, wie gesagt, die Kiste ist vom Wertstoffhof. Habe jetzt zwar schon Geld investiert für die Riemen,
aber ich denke ich lege die Aktion erstmal auf Eis. Wär zwar schön wenn sie richtig funktionieren würde,
aber so wirklich wichtig ist das jetzt nicht.


Ansonsten hilft nur Geduld, bis ein gutes gebrauchtes E-Teil zu bekommen ist.

Naja, wie erkenne ich ein "gutes gebrauchtes Ersatzteil"? Wenn ich eine andere Maschine ausschlachte, sind die Teile ja genauso alt. Und ein neues E-teil, ist
wie Du sagst, relativ teuer.

Viele Grüße,
chris

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5

Donnerstag, 17. Mai 2018, 16:31

Es ist das Rad im linken unteren Quadranten, links oberhalb des rötlichen Lämpchengehäuses, das von oben nur mit einer Bronzefeder gehalten wird. Ein anderes Rad zwischen der Stufenscheibe auf der Motorachse und dem Schwungrad gibt es nicht.
Wenn man geeignete Maschinen hat, kann man versuchen, die Gummifläche plan zu schleifen und/bzw anzurauhen.
Vielleicht brächte auf Aufrauhen des Stufenrades weniger Schlupf, vielleicht aber auch schnelleren Abschliff des Friktionsrades , weil es zB beim Anlaufen durchrutschen muß, weil sich das Schwungrad nicht so schnell beschleunigen läßt.
Ich meine, ich hätte vor einigen Jahren mal Preise jenseits von 50 € gesehen für diese Friktionsrad oder die Andruckrolle. Würde ich nicht dafür ausgeben.
Meines Wissens (Wolfgang weiß das besser) haben fast alle Uher Tischgeräte (außer SG630/1) sehr ähnlich bis fast gleiche Antriebsmechanik. Deshalb besteht die Chance, in anderen Schlachtgeräten verwendbare Teile zu finden. Ob die besser sind, wäre aber Glücksache.
Die Andruckkraft des Friktionsrades kann man mit Spiralfedern aus dem Baumarkt oder von Pollin oder... erhöhen, bis die Kraft zu groß wird und das Rad nach oben ausweicht, weil es nicht in der vertikalen Position gehalten wird. Dann bleibt es nicht in der HiFi-tauglichen Stellung für 19 cm/s.
Die Bremswirkung des linken Bandtellers wird durch einen Blechbügel mit Filz und Federn im "Tellerturm" bewirkt. Da kann man etwas reduzieren, ist aber keine gute Lösung, weil dann irgendwann der Andruck des Bandes an den Köpfen zu schlapp und unsicher wird .

MfG Kai

6

Donnerstag, 17. Mai 2018, 18:49

Hallo Chris!

Die Pfeilbeschriftung ist auf dem Bild vorhanden. Wenn auch etwas dünn.
Blicke auf die Stop-Taste, dann wirst Du fündig...

Du "erkennst" ein gutes Friktionsrad durch Befühlen des Gummibelages.
Ist er noch einigermaßen weich, dann ausprobieren. Bei Verhärtung
kannst Du Dir das ersparen.
Bloß, dafür muß Du das E-Teil in spe auch in die Hand bekommen. Eine
bloße Beschreibung ist m. E. mit Vorsicht zu genießen.

Gruß
Wolfgang

---

Hallo Kai!

Es stimmt daß ab der 7xx-Baureihe (und dem special) so ein Friktionsrad zwischen
Motorpulley und Schwungmasse verbaut wurde. Sie sind aber nicht uneingeschränkt
untereinander austauschbar.
Eine Ausführung für 7xx/special (größere Bohrung/abgestufter Alukörper)
Eine zweite Ausführung für RdL/SG5xx /kleinere Bohrung/flacher Alukörper

Gruß
Wolfgang

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7

Donnerstag, 17. Mai 2018, 21:22

Die Pfeilbeschriftung ist auf dem Bild vorhanden. Wenn auch etwas dünn.
Blicke auf die Stop-Taste, dann wirst Du fündig...

Jetzt seh ich's auch. Danke.



Du "erkennst" ein gutes Friktionsrad durch Befühlen des Gummibelages.
Ist er noch einigermaßen weich, dann ausprobieren. Bei Verhärtung
kannst Du Dir das ersparen.
Bloß, dafür muß Du das E-Teil in spe auch in die Hand bekommen. Eine
bloße Beschreibung ist m. E. mit Vorsicht zu genießen.

Also, das Friktionsrad erscheint mir recht hart. Auch im Vergleich zu den oberen 2 Rädern in der Mitte.
Allerdings habe ich da keine Erfahrung, müßte zum Vergleich mal ein "known good" Rad befühlen (oder kann
man auch "befummeln" sagen :-)).

Viele Grüße,
chris

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8

Donnerstag, 17. Mai 2018, 21:59

Der Vergleich mit den beiden Friktionsrädern hinten für schnellen Vor- und Rücklauf kann "in die Irre führen":
Ich vermute, daß das Friktionsrad zwischen Motorpulley und Schwungrad wegen seiner "Dünnität" und größeren Anforderung an Radius-Stabilität von vornherein als härtes Gummi realisiert wurde. Bei den hinteren Friktionsrädern spielen Durchmesser keine Rolle. Bei dem vorderen Friktionsrad ist der Durchmesser zwar belanglos, aber die Radien zum Pulley und zum Schwungrad müssen gleich sein oder mindestens konstantes Verhältnis haben, damit die Capstan-Geschwindigkeit stabil bleibt. Andernfalls würde die Untersetzung vom Pulley zum Capstan mit Nachgeben dieses Gummis eiern.
Wer auf die Geschwindigkeiten von 2,4 bis 9.5 cm/s verzichten kann, und einen versierten Feinmechaniker kennt, sollte sich einen Pulley für Riemenantrieb zum Schwungrad bei 19 cm/s drehen lassen.

MfG Kai

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9

Donnerstag, 17. Mai 2018, 22:39

Hallo,

ich möchte nochmal auf # 5 von Kai zurückkommen: Die Einstellung der Bremswirkung beim linken Wickelteller anhand der Blechfedern über die Mutter/Kontermutter sollte 'mal geprüft werden, am besten mit einer Federwaage nach den Angaben im Manual, sofern das irgendwo hinterlegt ist. Ich hatte einige von diesen Geräten, bei denen sich die Muttern im Betrieb wohl nach und nach fester gezogen und somit die Bremswirkung stark erhöht haben, in einem Fall lief das Gerät gar nicht mehr an! Wenn das Gerät beim Stop des schnellen Vorlaufs hart bremst ist es ein weiteres Indiz für eine zu starke Bremse.

Viele Grüße,

Bernd

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10

Donnerstag, 17. Mai 2018, 22:40

Der Vergleich mit den beiden Friktionsrädern hinten für schnellen Vor- und Rücklauf kann "in die Irre führen":
Ich vermute, daß das Friktionsrad zwischen Motorpulley und Schwungrad wegen seiner "Dünnität" und größeren Anforderung an Radius-Stabilität von vornherein als härtes Gummi realisiert wurde. Bei den hinteren Friktionsrädern spielen Durchmesser keine Rolle.
Hilft mir jetzt leider nicht weiter um den Zustand des unteren Rads besser einzuschätzen. Aber ich nehme mal an, es ist "hinüber".

Wer auf die Geschwindigkeiten von 2,4 bis 9.5 cm/s verzichten kann, und einen versierten Feinmechaniker kennt, sollte sich einen Pulley für Riemenantrieb zum Schwungrad bei 19 cm/s drehen lassen.
Gerade die 2.4cm/s Geschwindigkeit finde ich lustig. Habe keine andere Maschine mit dieser (und auch nicht mit 4.75cm/s). Daher würde ich das lieber erhalten wollen.

Grüße,
chris

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11

Donnerstag, 17. Mai 2018, 22:42

ich möchte nochmal auf # 5 von Kai zurückkommen: Die Einstellung der Bremswirkung beim linken Wickelteller anhand der Blechfedern über die Mutter/Kontermutter sollte 'mal geprüft werden, am besten mit einer Federwaage nach den Angaben im Manual, sofern das irgendwo hinterlegt ist. Ich hatte einige von diesen Geräten, bei denen sich die Muttern im Betrieb wohl nach und nach fester gezogen und somit die Bremswirkung stark erhöht haben, in einem Fall lief das Gerät gar nicht mehr an! Wenn das Gerät beim Stop des schnellen Vorlaufs hart bremst ist es ein weiteres Indiz für eine zu starke Bremse.

Schau ich gleich mal. Danke.

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12

Donnerstag, 17. Mai 2018, 22:58

Zum Einschätzen des Friktionsrades bräuchte man ein gleichartiges frisches, das es aber ca. 54 Jahre nach Produktion nicht gibt.

2.4 cm/s ist ein Gimmick, den niemand braucht, der mit so einem Gerät ordentliche Musikaufnahmen machen möchte.
Die Geschwindigkeit gab es vermutlich nur, weil diese Geräte auch von Überwachungsdiensten aller Arten zum Mitschneiden von Gesprächen benutzt wurden.
4.75 cm/s reicht auch nicht für gute Musikaufnahmen.
9.5 cm/s ist grenzwertig: Zischlaute werden verzerrt/komprimiert, hohe Töne aus gestopfter Trompete werden verzerrt, Triangel und Gläserklirren ebenso. HiFi bei hoher Aussteuerung ist damit nicht möglich. Aber natürlich gibt es auch Musik u.a.m der/dem man das nicht so anmerkt.

Den Blechbügel mit dem Bremsfilz kann man auch durch Verbiegen zu schwächerem und stärkerem Bremsen bewegen.
Ein Feinjustier-Möglichkeit der Bremswirkung ist mir nicht bekannt.
Macht man die Bremswirkung zu klein, nimmt die Neigung zum Ruckeln/Nachlaufen/Schlaufenbilden beim Anfahren und Stoppen zu.

MfG Kai

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13

Donnerstag, 17. Mai 2018, 23:57

Zum Einschätzen des Friktionsrades bräuchte man ein gleichartiges frisches, das es aber ca. 54 Jahre nach Produktion nicht gibt.

Ja. Sehe ich genauso. Ich werde jetzt mal versuchen, den Gleichlauf über die Bremsen zu modifizieren. Vllt. krieg ich ja ein akzeptables Ergebnis hin.

2.4 cm/s ist ein Gimmick, den niemand braucht, der mit so einem Gerät ordentliche Musikaufnahmen machen möchte.
Die Geschwindigkeit gab es vermutlich nur, weil diese Geräte auch von Überwachungsdiensten aller Arten zum Mitschneiden von Gesprächen benutzt wurden.
4.75 cm/s reicht auch nicht für gute Musikaufnahmen.
9.5 cm/s ist grenzwertig: Zischlaute werden verzerrt/komprimiert, hohe Töne aus gestopfter Trompete werden verzerrt, Triangel und Gläserklirren ebenso. HiFi bei hoher Aussteuerung ist damit nicht möglich. Aber natürlich gibt es auch Musik u.a.m der/dem man das nicht so anmerkt.

Hast schon recht. Aber für Musikaufnahmen würd' ich die Maschine eh nicht hernehmen. Da benütze ich Revox und/oder Teac (19cm/s 4-Spur, oder 38cm/s 2-Spur). Nein, ich finde es nur gut, diese Geschwindigkeiten zu "haben", falls ich mal irgendwo her ein Band bekomme, das so bespielt wurde. Mein Plan für die Maschine ist eher, sie als Testgerät für Bänder unbekannter Herkunft zu benützen. Wenn da die den Kopf vollschmieren finde ich es nicht so schlimm als wenn sie es bei den Revox/Teac-Geräten machen.

Den Blechbügel mit dem Bremsfilz kann man auch durch Verbiegen zu schwächerem und stärkerem Bremsen bewegen.
Ein Feinjustier-Möglichkeit der Bremswirkung ist mir nicht bekannt.
Macht man die Bremswirkung zu klein, nimmt die Neigung zum Ruckeln/Nachlaufen/Schlaufenbilden beim Anfahren und Stoppen zu.

Ja, danke, schaue ich mal. Heute Nacht wird's aber wahrscheinlich nix mehr...

Viele Grüße,
chris

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Freitag, 18. Mai 2018, 01:03

Als Abspiel-Maschine für 4-Spur-Fremdbänder wird immer wieder die SG561 gelobt, u.a. wegen der Umlenkrollen an den Bandzugsfühlhebeln. Beides wirkt sich wohl sehr vorteilhaft auf den Bandtransport aus.

MfG Kai

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15

Freitag, 18. Mai 2018, 06:23

Moin,
moment, moment:

Zum Einstellen der Bremswirkung bitte NICHT einfach die Federn unter dem Teller verbiegen!

Stattdessen muss die erste, untere Mutter des Tellers gelöst werden, mit der zweiten wird der "Druck" zwischen den Tellerteilen einjustiert und abschließend mit der unteren Mutter festgestellt. Das ganze ist eine gewichtsabhängige Ablaufbremse, eine Verfeinerung der bis dahin gebräuchlichen Filzteller. Die Gefahr besteht natürlich dass man die Bremse zu lose einstellt, daher mein Hinweis auf evtl. Serviceunterlagen. Durch Probieren mit einer vollen und einer leeren Spule geht es natürlich auch, wird aber umständlich und zeitaufwändig (ich habe es auch schon so hinbekommen). Das ganze ist natürlich nur sinnvoll wenn die restliche Mechanik noch in Schuss ist.

Viele Grüße,

Bernd

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16

Freitag, 18. Mai 2018, 09:56

Die Mechanik des Antriebs, Kupplungen, Bremsen, Transport , Justierungen, Austausch sind (teilweise) beschrieben in
einem Manual "UHER Service, UHER ROYAL STEREO Typ 784" mit teilweise grünem Deckblatt.
Gibt es irgendo im Netz als 10 JPG-Bilder mit den Namen S_784_0xy.jpg (xy=laufende Nummer).
Ich weiß leider nicht mehr, wo ich das gefunden habe.

Hier im Download-Bereich gibt es "Uher 7xx SM.pdf" mit ähnlichem Inhalt für die Geräte 702/704/711/722/723, was aber weitgehend auch auf 784 zutrifft.

Im Internet angebotene Files sm_royal_784.pdf enthalten nur das Schaltbild und elektrische Einstellungen.

MfG Kai

17

Freitag, 18. Mai 2018, 12:55

Hallo Kai!

Zitat 1:
"Ich weiß leider nicht mehr, wo ich das gefunden habe."

Da kann ich Licht in´s Dunkel bringen:
Hab´ ich Dir mal zugemailt... ^^

Zitat 2:
"9.5 cm/s ist grenzwertig: Zischlaute werden verzerrt/komprimiert,
hohe Töne aus gestopfter Trompete werden verzerrt, Triangel und Gläserklirren ebenso"

Kann ich überhaupt nicht bestätigen. Habe >10 Jahre ein 784E überwiegend mit 9,5cm/s
Stereo aufgenommen und abgespielt (bis es verkauft wurde). Auch meine viele Jahre später
gebraucht gekauften beiden 782E und 784E klingen nicht schlechter. Obwohl sie noch im
Orginalzustand sind. Natürlich ist mit 19cm/s aufzunehmen/abzuspielen besser...

Gruß
Wolfgang

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18

Freitag, 18. Mai 2018, 14:40

Da muss ich Wolfgang zustimmen, bei meinem 782 E verzerrt auch nichts. Vielleicht war es bei Kai ein unpassendes Band? Meiner Meinung können gerade diese Uher-Typen bei den kleinen Bandgeschwindigkeiten erstaunlicherweise mehr herausholen als spätere Geräte. Zum Abspielen alter oder unbekannter Bänder finde ich sie gut geeignet, und das schlichte, zeitlose Design sagt mir auch sehr zu. Hochwertige Neuaufnahmen würde ich aber auch mit anderen Geräten und "schneller" machen.

2,4 cm/s hatte außer Uher nur noch Philips und Körting, und für gute Musikwiedergabe war das auch nicht vorgesehen. Zur Bauzeit wurden die Tonbandgeräte ja auch noch sehr universell genutzt. Mir sind schon Bänder zugelaufen auf denen stundenlange Vorträge und Konferenzen aufgezeichnet wurden, da war das Schneckentempo schon vorteilhaft wenn man alles auf einem Band oder gar auf einer Seite unterbringen konnte.

Das Serviceheft der 7xx passt für das Problem hier genau, bis auf die vier Geschwindigkeiten des Royal ist mechanisch alles identisch.

Viele Grüße,

Bernd

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19

Freitag, 18. Mai 2018, 15:39

Hallo Wolfgang,
dein Gedächtnis möchte ich haben...
hab's also noch nicht mal selbst gefunden, wie peinlich,
war keine böse Absicht.
Meine Erfahrungen bezogen sich auf BASF Doppelspielband und später das entsprechende Philips Produkt, und eben ein 784S, kein 2-Spur-Gerät.
Ich habe anfangs (1963...) 9,5 cm/s benutzt, immer hoch an die 0 dB Grenze ausgesteuert, da fielen gelegentlich solche Effekte auf. Natürlich kann es teilweise auch an den Stereo-Dekodern in den damaligen UKW-Geräten gelen haben. Aber nach Wechsel zu 19 cm/s erschien die Wiedergabequalität doch deutlich besser.

MfG Kai

20

Freitag, 18. Mai 2018, 18:27

Hallo Kai!

Das mit dem Gedächtnis ist halb so wild.
Die Bildbezeichnungen sind mir sofort aufgefallen.
Diese oder ähnliche Bezeichnungen haben alle meine
gescannten Dokumente.

Jeder von uns hat seine persönlichen Erfahrungen mit
Bandgeräten, Bändern und Geschwindigkeitseinstellungen.
Du hast die Deinen speziell zum 784S geschrieben.
Und ich die Meinen das 784E betreffend.

Mein bevorzugtes Bandmaterial mit dem 784E war von AGFA (PE46, PE65 wenn´s ein Partyband sein sollte).
Mit den damaligen BASF-Produkten habe ich teilweise schlechte Erfahrungen gemacht. Das Bandmaterial
verfärbte sich, und beim Aufwickeln bekam der Wickel Wellen und sogar Löcher. Außerdem klang dann die
Mucke sehr dumpf.
Mein Tuner war seinerzeit von der "schlichten Sorte". Es war ein Neckermann/Körting Billigheimer.
Habe das Geld lieber in Bandgeräte gesteckt. Weiß der Geier, was da für ein Decoder drin war. Bestimmt
nichts Dolles...

Das sehr viel später gekaufte 782E dient nur zur Vervollständigung meiner Sammlung, und wurde nur ge-
legentlich als Abspielgerät genutzt. Außer Testaufnahmen nahm/nehme ich damit nichts auf. Zur Zeit steht
es bei einem Freund in dessen kleinen Museum.

Gruß
Wolfgang

21

Dienstag, 22. Mai 2018, 16:51

2,4 zum Abspielen irgendwelcher obskurer Fremdaufnahmen zu haben ist schon was wert! Deswegen gebe ich auch mein Philips EL3549 nicht her.

Bevor zu drastischen Maßnahmen und Ersatzteilbeschaffung gegriffen wird würde ich zweierlei tun:
1) Oberfläche des erwähnten Zwischenrades reinigen. Ich verwende hier gerne Printer 66 von Kontaktchemie, das ist explizit für Gummirollen gedacht.
2) Alle beteiligten Hebel und Gelenke auf zähe Schmierstoffe kontrollieren bzw. abbauen, reinigen und neu fetten. Besagtes Philips wollte irgendwann kaum noch aufwickeln, der Grund war mangelnder Anpressdruck des Zwischenrades wegen verharztem Fett. Nach einiger Stehzeit war das so schlimm, dass sogar die Andruckrolle komplett fest war!

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