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Freitag, 23. März 2018, 21:46

Merkwürdiges Band

Hallo, da ich mich noch nicht so gut mit der Tonbandelei auskenne : Ich habe hier ein 22cm-Braun Tonband, hier im Forum erworben mit der zugehörigen Maschine TG1000/4. Zunächst läuft auf dem Band beim Abspielen ganz normale Schlageroder Unterhaltungsmusik, gute Qualität. Ab einem späteren Zeitpunkt klingt es plötzlich so, als würde da was pulsierend rückwärts abgespielt, Sprache ist nicht zu verstehen. Ab dieser Stelle kann ich auch nur ganz schwach eine Eigenaufnahme vom Radiogerät machen. Ich hab´mal mit dem iPhone eine kleine Sequenz als mp3-Datei aufgenommen, aber wie kann ich sie hier posten ?

Grüße,
Raimund
Schöne Grüße,
Raimund

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2

Freitag, 23. März 2018, 22:00

Hallo Raimund,
das sagt mir jetzt gar nichts. Frage doch das Forenmitglied bei dem du diese Maschine erworben hast.
Oder versuche zuerst eigene Aufnahmen auf eigenem Tonbandmaterial zu erstellen. Dazu bitte die Magnetbandsorte nennen.
Eher wird dir wohl keiner Tipps geben können.

Gruß Dietmar
Fostex R8; REVOX B77; Uher 4200 Report IC, Uher 4000 L, Tesla B115; Tesla B90; Tesla B56; Tesla Start; Technics RS AZ7;

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Freitag, 23. März 2018, 22:16

Hallo Dietmar, es würde mir zunächst schon helfen, wenn ich die mp3-Datei hier zeigen könnte.Bandsorte : Es ist das Tonband TB 1022, 22cm, 1000m von Braun im Originalkarton ( Spezial Magnettonband für High-Fidelity-Aufnahmen auf schnell umspulenden Maschinen, so die Aufschrift auf der cremefarbigen Kartonhülle ) Ich schrieb ja, dass ich in dem Teil, in dem die merkwürdigen Klänge beim Abspielen ertönen, auch nur eine ganz schlechte,schwache Aufnahme von der angeschlossenen Stereo-Anlage machen kann.
Grüße,
Raimund
Schöne Grüße,
Raimund

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4

Freitag, 23. März 2018, 22:21

Wenn die komische Aufnahme vorher nicht auf einer 2-Spur-Maschine gemacht wurde, und jetzt evtl. verkehrrum abgespielt wird (rückwärts), könnte es auch sein daß das Band am Tonkopf verkehrherum anliegt (also Magnetseite nach außen). Das könnte auch die schlechten/leisen Aufnahmen erklären.

Schau doch mal an der Stelle, wo es "komisch" wird, ob das Band nicht evtl. an dieser Stelle verzwirbelt ist.

Viele Grüße,
chris

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Freitag, 23. März 2018, 22:21

Schöne Grüße,
Raimund

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TigerTigerTiger1« (23. März 2018, 23:19)


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6

Freitag, 23. März 2018, 23:14

Hallo chris,
ich hhabe das Band jetzt umgedreht und dann kommt diese Stelle, ab der es sich "merkwürdig" anhört natürlich deutlich früher, ich kann aber keine Verzwirbelung erkennen. Die Bandseite zeigt immer noch zu den Tonköpfen, aber es hört sich wieder so "rückwärts" und pulsierend an.
Bin ratlos,

Raimund
Schöne Grüße,
Raimund

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7

Samstag, 24. März 2018, 02:16

Hallo Raimund,
mit den von Dir in [5] genannten "Adressen" funktioniert es und lässt mich grübeln.

Alls erstes brauchen wir mal nähere Angaben zum Band:
Hat es eine Rückseitenbeschichtung (gelb oder Schwarz oder andere Farbe)?
Ich Frage, weil der Übergang zur merkwürdigen Wiedergabe fast ohne Pegelverlust von sich geht.
Das kenne ich eigentlich nur bei folgenden Situationen:
1. Das Band ist verzwirbelt (durch Bandsalat wird das Band um 180 Grad gedreht und es liegt die Rückseite am Kopf), hat Chris bereits erwähnt.
2. An der Stelle wurde geschnitten und ein Band angeklebt das mit einer anderen Spurlage aufgenommen wurde (das würde allerdings Deinen Ausführungen zu Eigenaufnahmen widersprechen, vorrausgesetzt das es sich wirklich um ein Braun, BASF Band handelt).
3. Das Band wurde geschnitten und die magnetische Seite wurde mit der Rückseite verwechselt und zusammengeklebt (würde Deinen Ausführungen zur Eigenaufnahme entsprechen).
Alle drei Punkte kommen m.E. nur dann in Betracht wenn es sich um ein Band ohne Rückseitenbeschichtung handelt.

Als weitere Möglichkeit kommt Punkt 3 in anderer Variation in Frage:
Das Band wurde geschnitten und und zwei unterschiedliche Bandsorten wurden zusammengeklebt (würde Deinen Ausführungen zur Eigenaufnahme entsprechen).

Dein Kommentar in [6]: "und dann kommt diese Stelle, ab der es sich "merkwürdig" anhört natürlich deutlich früher" sagt nicht viel da Du nicht geschrieben hast wieviel Zeit das Band "anständig" lief. Eine Zeitangsabe in Minuten wie lange das Band gut lief und wie lange nicht würde helfen etwas über das verwendete Band zu verraten.

Wie klingt denn eine Eigenaufnahme in dem Bereich wo noch eine anständige Wiedergabe des mitgelieferten Bands erfolgt?
Hoffe die Köpfe sind alle sauber?

Viele Grüße
Volkmar

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8

Samstag, 24. März 2018, 04:11

Zu dem was Volkmar geschrieben hat, möchte ich noch hinzufügen:

ich hhabe das Band jetzt umgedreht und dann kommt diese Stelle, ab der es sich "merkwürdig" anhört natürlich deutlich früher, ich kann aber keine Verzwirbelung erkennen. Die Bandseite zeigt immer noch zu den Tonköpfen, aber es hört sich wieder so "rückwärts" und pulsierend an.



Was heißt "umgedreht" in diesem Zusammenhang? Vorgespult, und die andere Seite abgehört? Ist deren "Programm" dann auch erst richtig, und wird dann "merkwürdig" (rückwärts)?

Viele Grüße,
chris

9

Samstag, 24. März 2018, 04:37

Das sind Aufnahmereste einer 2Spur Monoaufnahme von Spur 1 Seitenverkehrt die mit 4Spur nun auf auf der jetzigen Spur 3 uebrig geblieben sind . Mann hoert es auch raus das es ein anderes geraet war da Klang nicht so dolle ist.
Hier mal die Files Richtigrum gebastelt:

https://www.sendspace.com/file/k7ghkc
https://www.sendspace.com/file/b0wlal

Vielleicht erkennste ja was wieder :P
Ich putze hier nur...

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Samstag, 24. März 2018, 08:42

Wenn es Braun TB1022 Bandmaterial ist, also eines mit eher gelber Rückseitenmattierung, so ist dieses Band eher selten noch zu gebrauchen, da vor allem die Rückseitenmattierung zu erheblich Abrieb neigt.

Du solltest für die Braun TB1025 Bandmaterial verwenden, dieses Band entspricht weitestgehend dem BASF DPR 26LH Professionel und hat eine schwarze Rückseitenmattierung. Es sollte aber vor Verwendung unbedingt einen Reinigungsdurchlauf absolvieren. Also irgendwie an einem Tuch ablaufen.

Thomas

PS: Braun TG's der ersten Generationen mit 2Spur Tonköpfe haben eine überbreite Spur von 2,5mm. Derartige Altaufnahmen bekommst in 4Spur nicht ausreichend gelöscht, da immer Reste an den 4 Spurgrenzen zurückbleiben.

PPS: Etwas zu den von Braun an der TG1000/20 verwendeten Tonköpfen findest hier zum Nachlesen (ab Beitrag 16): http://new-hifi-classic.de/forum/index.php?topic=4950.0
Mein Motto "Zitat" »Opa Deldok«: »Früher war alles schlechter. !!!!

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Samstag, 24. März 2018, 13:04

Ja, ich habe das Band vorgespult und dann die ganze Spule umgedreht ( also Farbe des Vorspannbands gewechselt ) Es ist tatsächlich das Band mit eher gelblichem Rücken. Warum kann ich denn in dem Bereich des Bandes keine vernünftige Neuaufnahme erstellen ? Wo gibt es denn das TB 1025,oder sollte ich einfach auf 22cm-Spulen verzichten ?

Gruß,
Raimund
Schöne Grüße,
Raimund

12

Samstag, 24. März 2018, 13:13

Wenn de Inhalt des Bandes unwichtig ist, lösche es doch ganz mit einer Löschdrossel oder auf einer Maschine mit Vollspur, somit kannst sicher sein das kein Rasen mit alter Aufnahme stehen bleibt.
Ich putze hier nur...

13

Samstag, 24. März 2018, 14:16

Hallo Raimund!

Es stimmt schon, daß die "1022"-Bänder nicht von ungefähr einen schlechten Ruf haben.
Man kann aber auch "1022"-Bänder erwischen, die momentan noch OK sind. Vermutlich
ist es aber nur eine Frage der Zeit, wann auch sie unbrauchbar werden. Für Archivierung
also ungeeignet.
Besser die Nachfolgebänder "1025" benutzen. Die verhalten sich (meine Erfahrung) un-
auffällig.
Es gibt immer wieder Angebote auf der bekannten Auktionsplattform, die mit etwas
Geduld auch günstig zu erwerben sind.
Du brauchst also auf das 22er-Format nicht verzichten. Auf einer TG1000 sehen die
kleineren 18er auch etwas putzig aus. Aber, machbar ist fast alles...

Gruß
Wolfgang

PS.: Ich lösche unbekannte Bänder mit Vollspur. Das eliminiert auch "Rasenreste". Eine
Löschvorrichtung für Bänder wäre optimal. Bloß, wer hat schon so etwas?

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Samstag, 24. März 2018, 16:20

Hallo Volkmar (Wikinger), das Band hat furchgehend diese gelbliche Rückseite. Eine Eigenaufnahme im "guten" Bereich klingt gut. Verzwirbelung kann ich nicht erkennen, ob geschnitten wurde,müßte ich doch sehen können,oder ?

Gruß,Raimund
Schöne Grüße,
Raimund

15

Samstag, 24. März 2018, 17:34

Ich hatte überlesen, dass in dem Abschnitt, in dem es rückwärts läuft/lief, die Qualität von Eigenaufnahmen schlechter ist, als die im anderen Abschnitt. Da aber die gelbe Rückseitenbeschichtung klar Auskunft darüber gibt, ob die Magnetschicht zu den Köpfen zeigt, sollte hier kein Problem vorliegen.
Mein Tipp: Wundern und anderes Band verwenden.


Ist eigentich hinfällig:

Was auch denkbar ist, dass die Aufnahme zu einem Zeitpunkt gemacht wurde, als das Band in dem Abschnitt verschränkt (verwziwrbelt) war. Dann wäre die Aufzeichnung dumpf und würde auch dumpf bleiben, wenn das Band richtig an den Köpfen vorbeiläuft.

Vielleicht habe ich es überlesen: Bleibt es "seltsam" oder wird das Programm wieder "normal"?
Kannst du an der Übergangsstelle normal/seltsam Knicke im Band erkennen?

Und: Was ist dein Ziel? Erfahren was da geschehen ist oder nach Möglichkeit den Inhalt retten oder nur auf dem Band neu aufnehmen?

niels
Ich halte die analoge Aufzeichnung einer qualitativ gut erzeugten digitalen Aufzeichnung für unterlegen.
Aber jene macht mir mehr Freude.

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Samstag, 24. März 2018, 20:01

Hallo niels, mein Ziel war eigentlich, dass Band komplett für Eigenaufnahmen zu nutzen.Ich habe bisher nur 3 Bänder zur Braun-Maschine. Aber aus den Beiträgen hier ist mir schon klar geworden, dass ich mich wohl besser nach 1025er umsehen sollte. Auf den anderen beiden Bändern ( auch 1022 ) gelingen Eigenaufnahmen bisher so, dass ich damit zufrieden bin. Was vom Vorbesitzer aufgenommen wurde, ist zwar nicht meine Musik, aber klanglich auch okay.
Dieses "Verzwirbeln" und dann möglicherweise wieder "Entzwirbeln" nach Erkennen des Fehlers könnte ich mir gut vorstellen.

Andere Frage: Wie komme ich denn möglichst gut an die Tonköpfe zwecks Reinigung dran ?Kann das Tonbandgerät dabei senkrecht bleiben ?

Grüße und "Danke" an alle Helfer

Raimund
Schöne Grüße,
Raimund

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17

Samstag, 24. März 2018, 20:40

Hallo Raimund,

die Zugänglichkeit der Köpfe für die Reinigung ist, trotz des Kläppchens, fast genauso besch...eiden wie bei der A77. Wenn man überhaupt sehen will, was man da macht, sollte man die Braun entweder waagerecht hinlegen oder wenigstens einen Winkelspiegel benutzen.

Ab und zu, besonders bei Viertelspurmaschinen, empfiehlt sich eine Grundreinigung, zu der man den Kopfträger abbauen sollte. Ist zwar nicht ganz so fix gemacht, wie bei der Uher RdL oder Variocord, aber sooo aufwändig ist es nun auch wieder nicht: Die schwarzen Abdeckungen mit starkem Klebeband (Tesa Gewebeband) abnehmen, zwei Schrauben in der Plastikabdeckung und zwei im Kopfträger rausdrehen, nach oben abziehen. Dann kann man richtig gründlich putzen und auch gleich den Einschliff beurteilen, denn die Bogenköpfe sind ja nicht gerade die langlebigsten.

Aber diese Maßnahme reicht wohl so zweimal im Jahr.

LG Holgi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hannoholgi« (24. März 2018, 21:24)


18

Samstag, 24. März 2018, 21:24

22 cm ist gewissermaßen eine "undankbare" Größe, da der Gebrauchtmarkt hierfür übersichtlich ist und ein Neumarkt nicht existent. Meine Empfehlung wäre nach Möglichkeit leere Spulen zu erstehen und sie mit fabrikneuem LPR 35 zu bewickeln. 22 cm Spulen gab es auch von AGFA, BASF, Scotch. Ich vemute mal, dass du eher mit der Maschine ein bißchen "spielen" möchtest und nicht ein umfängliches Archiv das Ziel ist.

niels
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Samstag, 24. März 2018, 22:10

Hallo Holger, hallo Niels,
klar, ich möchte nur ab und zu etwas vom Radio aufnehmen, das eine zeitlang behalten/hören und dann wieder überspielen. Mir gefällt die Braun-Maschine einfach (stehend und laufend mit 22cm-Spulen ). Gibt es vielleicht irgendwo Fotos davon, wie man an die Tonköpfe heran kommt ? Und kann ich da als "starker" Mann mit beliebig vielen linken Händen auch was zu stark abziehen/demolieren ?Also das Tesaband, weil man unmöglich mit bloßen Händen die schwarzen Abdeckungen los bekommt,ohne sie zu zerbrechen ?

Noch eine Frage : Was ist eine Löschdrossel und wie kriege ich damit ein ganzes Band 100% gelöscht ?

Grüße und "Danke" für´s Mitdenken,

Raimund
Schöne Grüße,
Raimund

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TigerTigerTiger1« (25. März 2018, 00:39)


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Donnerstag, 5. April 2018, 14:30

Das beschriebene Phänomen hört sich an, als wäre ein Kopierecho auf dem Band, die Tonkopfhöhe stimmt nicht, oder mit einem Zweispurkopf wird ein in Vierspur aufgenommenes Band abgetastet.

Bitte ohne Hilfsmittel und Werkzeuge Hände weg von den Tonkopf-Einstellungen, sonst wird alles nur verschlimmbessert! ;(

R.

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21

Donnerstag, 5. April 2018, 14:52

Gibt es vielleicht irgendwo Fotos davon, wie man an die Tonköpfe heran kommt ? Und kann ich da als "starker" Mann mit beliebig vielen linken Händen auch was zu stark abziehen/demolieren ?Also das Tesaband, weil man unmöglich mit bloßen Händen die schwarzen Abdeckungen los bekommt,ohne sie zu zerbrechen ?

Dazu brauchst du keine Fotos. Es geht so, wie es oben beschrieben habe. Das Tesaband (andere Klebebänder sind fast immer zu schwach) dient zum Abheben der schwarzen Stopfen. Die kann man auch mit einer Nadel anstechen, aber dann haben sie leider ein Löchlein! ;(

Der Kopfträger ist unglaublich solide, er besteht aus dickwandigem Stahl. Nachdem du die beiden dicken Schrauben links und rechts rausgedreht hast, kannst du ihn einfach gerade nach oben abziehen, dabei werden auch die beiden Mehrfach-Steckverbinder mit den elektrischen Verbindungen getrennt. Kaputtmachen kann man da eigentlich nix.

Löschdrosseln hatte man in grauer Vorzeit, um Bänder ohne Tonbandgerät oder Diktiergerät zu löschen. Sie bestehen aus einer Spule mit offenem Kern, die an Netzspannung betrieben wird. Durch Überstreichen des Bandwickels (oder bei großen Ausführungen hineinlegen des Bandes in ein Gehäuse) bringt man die Elementarmagneten in Unordnung und löscht damit die Aufzeichnung.
Vielleicht meinst du ja auch eine Entmagnetisierungsdrossel, englisch "Demagnetizer" oder "Degausser" genannt? Das ist eine kleine, zylindrische Spule, ebenfalls mit offenem, an einer Seite heraus schauendem Kern, die von Hand geführt wird und zum Entmagnetisieren der Tonköpfe und Bandführungsteile dient. Das ist ab und zu mal nötig, weil ein dauerhaft aufmagnetisierter Kopf zu einem ungleichmäßigen, dunklen Rauschen bei der Wiedergabe führt. Alle Geräte, die du mir zur Reparatur geschickt hast, sind mit einer Telefunken-Drossel behandelt worden

Die besten E.-drosseln waren die von Telefunken und Bernstein. Beide werden nicht mehr gebaut und sind auf dem Gebrauchtmarkt heiß begehrt.
Ach ja: Bänder kann man damit nicht auf einmal löschen. Nicht mal teilweise.

LG Holger