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1

Friday, December 21st 2018, 10:22pm

Geschwindigkeit vs Spurbreite

Hallo,

Mich beschäftigt folgende Frage:

Lässt sich der Qualitätsverlust den eine Aufnahme erfährt wenn man die Aufnahmegeschwindigkeit halbiert, durch Verdoppelung der Spurbreite kompensieren ?

Oder an einem konkreten Beispiel, sind a und b gleichwertig ?
a) 19c cm/s 4 Spur Stereo
b) 9,5 cm/s 2 Spur Stereo

Die Spielzeit bei einer gegebene Bandlänge ist ja gleich. Falls a und b nicht gleichwertig sind, so würde es ja keinen Sinn machen die unterlegene Variante zu nutzen, vorausgesetzt man hat beide Möglichkeiten zur Verfügung.

Gruß
Gerhard

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2

Friday, December 21st 2018, 11:13pm

Nein, da die höchsten Frequenzen, die aufgezeichnet werden können, eine Funktion der Kopfspaltbreite und der Bandgeschwindigkeit sind. (Das hat geometrische Gründe.) Vergrößerte Spurbreite bringt nur etwas in bezug auf die Aussteuerungsfähigkeit, sprich Rauschen.


Wellenlange Grüße

TSD

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3

Saturday, December 22nd 2018, 4:50am

Ich habe darüber auch schon lange nachgedacht und war auch schon kurz davor hier mal eine Diskussion dazu anzuregen, das trifft sich also sehr gut.
Es geht ja konkret um 9,5cm/s Halbspur vs. 19cm/s Viertelspur.

Dazu meine Theorie:
  • 19cm/s Viertelspur hat einen besseren Frequenzgang, dafür u.U. Probleme mit Übersprechen tieffrequenter Anteile der Gegenspur. Allerdings ist mit ordentlichen Maschinen und geeigneten Bändern auch bei 9,5cm/s schon ein sehr guter Frequenzgang erreichbar. Und ob es jetzt ab 16 oder erst ab 22kHz bergab geht hört man in der Praxis kaum.
  • Rauschabstand/Aussteuerbarkeit sollte sich bei beiden Varianten nicht nennenswert unterscheiden, da sich die geringere Geschwindigkeit und die größere Spurbreite diesbezüglich ausgleichen
  • Dropoutfestigkeit - da bin ich mir selber nicht ganz sicher. Meine theoretische Annahme wäre, dass bei 19/Viertelspur die Gefahr für Dropouts höher ist, dafür bei 9,5/Halbspur ein Dropout, so er denn auftritt, stärker zu hören ist. Das ist aber reine Spekulation meinerseits.

Wenn ich zwischen den beiden Varianten wählen müsste, würde ich wohl eher 9,5cm/s Halbspur bevorzugen (tatsächlich nutze ich aber praktisch nur 19 und 38cm/s Halbspur).

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4

Saturday, December 22nd 2018, 10:01am

Hallo,

die Aussteuerbarkeit bei hohen Frequenzen ist bei 9,5 cm/s deutlich geringer als bei 19 cm/s.
Das hat mit der jeweiligen Wellenlänge auf dem Band zu tun, so gut wie nichts mit der Spurbreite.
Größere Spurbreite bringt einen größeren Rauschabstand.
Die nötige obere Frequenzgrenze würde ich an dem messen, was du typisch aufnimmst und was du selbst noch hören kannst.
Wenn du von UKW oder DVB-C Musik aufnimmst, kannst du kaum mit Frequenzanteilen oberhalb 15 kHz rechnen. Die gibt es allenfalls bei DVB-S.
Bei Vodafone/KDs DVB-C bekommst du sogar nur 13,5 kHz.
Deine persönliche obere Hörgrenze ist altersabhängig.
Im Rentenalter ist sie idR noch niedriger.

MfG Kai

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5

Saturday, December 22nd 2018, 10:22am

Hallo Gerhard,

Kai und Tondose haben es ja schon auf den Punkt gebracht. Ich werfe als bestimmenden Parameter noch die Art der Quellsignale in den Ring. Für mich ist also nicht nur bestimmend, woher die Quelle stammt (UKW-Aufzeichnungen auf 19cm/s lohnen m.E. nicht - es sei denn, es handelt sich um "wertvolle" Aufnahmen, die es über die Zeit ohne grossen Höhenverlust zu archivieren gilt), sondern auch worum es sich handelt. Bei Quellsignalen mit hohem Anteil an niedrig-pegeligen Passagen wirkt sich das Gegensprechen und Rauschen ja besonders störend aus. Da ist für mich 19cm/s und Halbspur die erste Wahl. Vor allem dann, wenn die Aufnahmen rar sind und/oder ich diese häufiger über Kopfhörer anhöre. Die Frage, welches Verfahren in Bezug auf gleiche Spieldauer zu bevorzugen ist, stelle ich mir dann nicht.

Soweit mein Senf...

Gruß
Peter
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)

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6

Saturday, December 22nd 2018, 10:41am

UKW-Aufzeichnungen auf 19cm/s lohnen m.E. nicht
Da habe ich so ca. 1963 mit meinem neuen Uher Royal 784 (4 Spur) andere Erfahrungen gemacht.
Anfangs habe ich als sparsamer Mensch mit 9,5 cm/s Musik von UKW aufgenommen.
Sehr unbefriedigend war die Wiedergabe von Musik mit starkem Hochton-Anteil (gestopfte Trompete von Miles Davis, Glissandi, Zischlaute bei Sprache).
Das war nach Wechsel zu 19,5 cm/s deutlich besser.
Noch schlimmer kann es werden bei Musik mit starkem Bass wie zB Reggae und ähnlichem aus der Karibik.
Bei hoher Aussteuerung wird dann der Hochton-Anteil gegenläufig zum Bass-Pegel moduliert/komprimiert.
Natürlich ist das Gegensprechen bei 4-Spur unerfreulich, wird aber nur bei leisen Passagen ernstlich störend.
Wer hauptsächlich Status-Quo oder Motorhead hört, wird damit keine Probleme haben.
Insofern ist der Vergleich von 9,5 cm/s & 2 Spur mit 19 cm/s & 4-Spur doch Apfel<->Birnen-artig und läßt sich nicht technisch sondern allenfalls anhand persönlicher Preferenzen messen.

MfG Kai

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7

Saturday, December 22nd 2018, 10:58am

Spurbreite bringt neben Rauschabstand auch etwas mehr Signalstabilität, besonders im Hochtonbereich.
9,5cm/s war eigentlich die Sparbetriebsart für den Heimanwender im Viertelspurbetrieb. Darauf wurden auch die meisten Kleinspuler und Amateurbänder abgestimmt. Ab 19cm/s empfiehlt sich schon eher Halbspur, da man z.B. mit LPR hier schon recht anspruchsvolle Aufnahmen machen kann. Die Spaltbreiten der Wiedergabeköpfe sind entweder ein Kompromiß zwischen beiden Geschwindigkeiten oder wurden bevorzugt für eine Geschwindigkeit optimiert. Bei Revox war das bei Normalspeed immer 19cm/s, 9,5cm/s war schon ein Kompromiß und daher auf der vorzeitige Frequenzabfall bei 16 kHz, wo fast jedes Tapedeck besser spielt. Für Rundfunkmitschnitte/Hintergrundberieselung aber noch ausreichend gut.

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8

Saturday, December 22nd 2018, 11:31am

Wie es so schön heißt, ich kann mich den Worten meiner Vorredner nur anschließen mit ein paar Zusatzbemerkungen:

Zu Dropouts: Diese hängen auch stark von den Eigenschaften und dem Zustand des Magnetbands ab (wobei bei Viertelspuraufzeichnungen die Randspur die empfindlichste Region bildet). Als da wären: Wickelqualität (ausgeschossene Windungen zeigen die höchste Dropouthäufigkeit, -länge und -tiefe), Schmiegsamkeit (bei Doppelspielband wirken sich vorhandene Schmutzteilchen und andere Unregelmäßigkeiten weniger stark aus), Glätte der Schichtoberfläche, Sauberkeit bei der Lagerung und Verwendung etc.

Es gibt einen längeren Vortrag von Altmeister Friedrich Krones gegen Ende der 1950er Jahre auch zu diesem Thema, den ich im Archiv habe, jedoch keine Wortabschrift davon. Falls du daran interessiert bist, kann ich ihn gerne zum DL zur Verfügung stellen.

Ein Rauschabstandsgewinn durch die Zweispuraufzeichnung (3 dB) wird durch die veränderte Entzerrung mehr als aufgewogen (rechnerisch um 3,7 dB beim Wechsel von 50 auf 90 µs). Das ändert aber nichts daran, dass bei 9,5 cm/s hohe Pegel bei kleinen Wellenlängen zwangsläufig unliebsame Sättigungserscheinungen erzeugen, z.B. spuckende Zischlaute und gestopfte Trompete (im doppelten Sinn), wie schon Kai erwähnt hat. Klar zu unterscheiden ist hier zwischen Frequenzgang und Aussteuerbarkeit, doch auch dies haben meine Vorredner ja schon angesprochen.

Wegen des Gegenspurübersprechens bei 19 ist eine Höhenjustage von AK und WK auf 0,01 mm Genauigkeit nötig. Bei 9,5 wird dafür die Azimutpräzision, also die Art der Bandführung, umso entscheidender.

Lange Rede kurzer Sinn: Auch ich würde bei höheren Qualitätsansprüchen 19 oder 38 Halbspur empfehlen, sofern es die Portokasse erlaubt und die gewünschte kontinuierliche Spielzeit dem nicht im Wege steht. Alles andere ist letztlich ein Kompromiss, mit dem der eine oder andere ELA-Parameter unweigerlich leiden wird.

Grüße, Peter

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Saturday, December 22nd 2018, 11:42am

Hallo!
Darf ich dazu etwas ergänzen.
Damals der Heimanwender wollte Band sparen, deshalb 4-Spur um das Band in beide Richtungen zu betreiben.
Der Profi wollte das Bandmaterial bearbeiten, schneiden den Inhalt selber zusammenstellen. Dazu kann man das Band nur in einer Richtung betreiben.
Deshalb auch Halbspur / 2- Spur.
MfG
Dietmar

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10

Saturday, December 22nd 2018, 12:00pm

Hallo!

In diesem Zusammenhang sollte man auch noch das Bandmaterial bringen (wurde ja schon angeschnitten). Studio- oder Rundfunkbänder sind i.d.R. für Bandgeschwindigkeiten unterhalb 19 cm/s ungeeignet, unabhängig ob es sich dabei um Normal- oder Langspielband handelt. Wenn man also derartiges Bandmaterial bespielen will, machen auch 9,5 cm/s bei Halbspur keinen Sinn.
Grüße,
Wayne

Weil immer wieder nachgefragt wird: Link zur Bändertauglichkeitsliste (Erfassung von Haltbarkeit und Altersstabilität von Tonbändern). Einträge dazu bitte im zugehörigen Thread posten.

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11

Saturday, December 22nd 2018, 12:43pm

Studio- oder Rundfunkbänder sind i.d.R. für Bandgeschwindigkeiten unterhalb 19 cm/s ungeeignet, unabhängig ob es sich dabei um Normal- oder Langspielband handelt.

Die Arbeitspunktkurven zeigen, dass bei 9,5 cm/s in der Höhenaussteuerbarkeit ein PER 368 einem LPR 35 nicht wirklich unterlegen ist.

Dies ändert aber nichts an den schon erwähnten Vorbehalten.

Nur als Beispiel: Ein PER 528 lässt sich prinzipiell auch bei 9,5 verwenden, da es etwa die gleiche Höhenaussteuerbarkeit besitzt wie PER 368. Nur wird dann der Unterschied zwischen Tiefen- und Höhenaussteuerbarkeit so groß, dass zugunsten der Höhenreproduktion die Aussteuerung insgesamt so stark reduziert werden muss, dass die höhere Tiefenaussteuerbarkeit der Standardband-Schichtdicke im Grunde verschenkt wird. Für solche "Eskapaden" ist das Material einfach zu schade, finde ich.

Ich habe bewusst ein Ausnahmebeispiel gewählt, zwischen SM 911 und LPR 35 sind die Unterschiede bei den Aussteuerbarkeiten deutlich größer.

Grüße, Peter

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12

Saturday, December 22nd 2018, 1:33pm

Hallo,

es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem ;)

Rauschabstand/Aussteuerbarkeit sollte sich bei beiden Varianten nicht nennenswert unterscheiden, da sich die geringere Geschwindigkeit und die größere Spurbreite diesbezüglich ausgleichen

Hier ein Ausschnitt aus dem Datenblatt des LPR35, bei dem das linke Diagramm (für 19 cm/s) so verschoben ist, dass der Magnetfluss in nWb/m am Diagramm rechts daneben (für 9.5 cm/s) ausgerichtet ist. Der Unterschied im Bezugspegel ist also für die Darstellung beseitigt - was ja der Praxis zuhause auch entspricht, wenn am am Aussteuerungsregler dreht. Die Entzerrungen bleiben aber weiter unterschiedlich - wie es auch am Gerät ohne weitere Basteleien erstmal ist.

Zusätzlich eingezeichnet sind die Unterschiede in Höhensättigung (SOL 10) und Vormagnetisierungsrauschen (BN IEC).



Wie Kai und Peter schon sagten:

die Aussteuerbarkeit bei hohen Frequenzen ist bei 9,5 cm/s deutlich geringer als bei 19 cm/s.

Der Unterschied in der Aussteuerbarkeit der Höhen von gut 8 dB ist deutlich zu erkennen - teils wegen der kürzeren Wellenlängen, teils wegen der unterschiedlichen Entzerrung. Das sind die Zischlaute und gestopften Trompeten. Bei höheren Frequenzen wird der Unterschied noch größer - am Datenblatt hier könnte man aber höchstens Äpfel (SOL 16) mit Birnen (SOL 14) vergleichen.


Ein Rauschabstandsgewinn durch die Zweispuraufzeichnung (3 dB) wird durch die veränderte Entzerrung mehr als aufgewogen (rechnerisch um 3,7 dB beim Wechsel von 50 auf 90 µs).

Das sollten also gerade die rund dreieinhalb dB sein, die auch im Bild sichtbar sind. Wäre also das Vormagnetisierungsrauschen bei identischer Entzerrung unabhängig von der Geschwindigkeit?

Viele Grüße
Andreas

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13

Saturday, December 22nd 2018, 2:21pm

es ist zwar schon alles gesagt, aber noch nicht von jedem ;)

Ich denke Wiederholungen mit anderen Worten, Perspektive und Schwerpunkten kann den Lerneffekt für alle Hobbyisten dieses Forums nur erhöhen, die in dem Metier sich vielleicht nicht so fit fühlen wie der sprichwörtliche Fisch im Wasser.

Ausschnitt aus dem Datenblatt des LPR35, bei dem das linke Diagramm (für 19 cm/s) so verschoben ist, dass der Magnetfluss in nWb/m am Diagramm rechts daneben (für 9.5 cm/s) ausgerichtet ist.

Nur als didaktischer Tipp: Für mehr Klarheit würde ich die Ordinatenskalen der rechten Kurvenschar entfernen, sie verwirren den Kundigen weniger als denjenigen, für den solche Gegenüberstellungen nicht so alltäglich sind (wow, vierfache Negation in einem Satz 8) ).

Wäre also das Vormagnetisierungsrauschen bei identischer Entzerrung unabhängig von der Geschwindigkeit?

Davon würde ich ausgehen, Gut zu beobachten ist ja, dass das VM-Rauschen sich mit dem HF-Strom relativ wenig ändert. Ich kenne aber keine Untersuchungen, die einen Einfluss auf das VM-Rauschen bei Halbierung der HF-Wellenlänge zum Ziel gehabt hätten.

Lediglich das Modulationsrauschen scheint sich mit höherer VM-Frequenz leicht zu verringern (Quelle: Prospekt Telefunken M20). Weswegen das so sein könnte, können vermutlich nur die absoluten Cracks der Magnetbandtheorie beantworten, und ich bin doch eher Anwendungstechniker :whistling:

Grüße, Peter

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14

Saturday, December 22nd 2018, 2:54pm

Hallo,

in Peters letztem Beitrag sind aus unerklärlichen Gründen die Autoren von Zitat 2 & 3 falsch.
Alle Zitate stammen aus Andreas (seinem) Beitrag.
Vielen Dank für deine Illustration Andreas, die werde ich mir gleich kopieren.

Zu deiner Frage, die sich wohl auf gleiche Spurbreite bezieht, hätte ich einschränkend gemutmaßt, daß sich gleicher Rauschpegel allenfalls einstellt, wenn man für jede Geschwindigkeit die Wellenlängen-abhängigen Spaltverluste kompensiert (und trotzdem kein elektronisches Rauschen hinzukommt).

MfG Kai

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15

Saturday, December 22nd 2018, 2:58pm

ich bin für 2 Spur 19 mit 0,75 Trennspur dieses Band kann man auf allen anderen Maschinen, Spurarten abspielen ohne das man nennenswerte Pegelunterschiede links rechts hat
Gruß Ulf

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16

Saturday, December 22nd 2018, 3:25pm

in Peters letztem Beitrag sind aus unerklärlichen Gründen die Autoren von Zitat 2 & 3 falsch.

Das passiert wohl, wenn ich aus einem Beitrag jemanden zitiere, der wiederum jemand anderen zitiert hat und mir dabei meine altersschwachen Augen einen Streich spielen.
Hab's inzwischen geändert und gelobe hoch und heilig Besserung, kann aber nix garantieren :whistling:
Danke für den Hinweis!

Grüße, Peter

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17

Saturday, December 22nd 2018, 6:14pm

Nein, da die höchsten Frequenzen, die aufgezeichnet werden können, eine Funktion der Kopfspaltbreite und der Bandgeschwindigkeit sind.

Oder anders ausgedrückt: Wenn eine Frequenz von 20kHz aufgezeichnet werden soll, dann muß sich das Band in einer zwanzigtausendstel Sekunde mindestens um eine Spaltbreite weiterbewegen

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18

Saturday, December 22nd 2018, 6:27pm

Wenn eine Frequenz von 20kHz aufgezeichnet werden soll, dann muss sich das Band in einer zwanzigtausendstel Sekunde mindestens um eine Spaltbreite weiterbewegen

Anmerkung für "Tondose" und "Houseverwalter":
Die Spaltbreite ist weniger das Problem bei der Aufzeichnung, sondern bei der Wiedergabe.

Beispiel: Bei den BASF/EMTEC Arbeitspunktkurven wird auch für 9,5 cm/s ein AK mit 7 µm Spaltbreite verwendet.

Bei Wiedergabe ergäbe dieselbe Spaltbreite bereits bei 12,5 kHz eine Dämpfung von 21 dB, die erste Nullstelle der Spaltfunktion wird rechnerisch bei 13,607 kHz erreicht (bei der exakten Bandgeschwindigkeit von 9,525 cm/s).

Bei dem für die Datenblätter tatsächlich verwendeten WK mit 3 µm beträgt die Spaltdämpfung bei 20 kHz nur ca. 6,7 dB (ein üblicher Wert für die niedrigste für den jeweiligen WK geeignete Geschwindigkeit).

(Legt man den Berechnungen die effektive Spaltbreite zugrunde, die je nach Form der Spaltkanten 10...20% größer ist, ist der WK entsprechend früher "im Keller".)


Grüße, Peter

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19

Saturday, December 22nd 2018, 6:53pm

Hier der Senf eines unbedeutenden aber überzeugten Amateurgeräteheimtonbandlers:

Es fehlt hier noch die Angabe, mit welcher Art von Tonbandgerät eine Aufnahme zu machen gedacht wird, denn eine Revox zum Beispiel spielt ihre Vorzüge erst ab der 19er-Geschwindigkeit aus und hier empfiehlt sich dringend die Halbspuraufnahme. Wer jedoch, wie ich, eher den Amateurgeräten der Sechziger Jahre verfallen ist, der ist mit 9,5 ausreichend unterwegs. Es mag an meinem nicht mehr taufrischen Gehör liegen, aber ich höre bei den meisten meiner Gerätschaften keinen Unterschied. Ich höre jedoch sehr wohl die gemeinen Drop-outs und die mag ich gar nicht. Darum habe ich mich schon vor langer Zeit mit mir selbst auf Halbspur geeinigt. Egal, ob mono oder stereo. Und da ich seit Kindesbeinen an ein Freund von gemütlich drehenden Spulen bin, ist für mich 9,5 die erste Wahl.

In einem Satz: Halbspur 9,5cm/sek.

Weihnachtliche Grüße, auch vom Fürther Tonbandkoffer, sendet
Thomas

I
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.

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20

Saturday, December 22nd 2018, 7:10pm

Da habe ich so ca. 1963 mit meinem neuen Uher Royal 784 (4 Spur) andere Erfahrungen gemacht.
Anfangs habe ich als sparsamer Mensch mit 9,5 cm/s Musik von UKW aufgenommen.
Sehr unbefriedigend war die Wiedergabe von Musik mit starkem Hochton-Anteil (gestopfte Trompete von Miles Davis, Glissandi, Zischlaute bei Sprache).


Sorry aber ich bezog meine Aussage auf die Gegenwart und auf das "was und wie" heutzutage Musikdarbietungen (auch aktuelle Konserven von Miles Davis) über UKW zu Gehör gebracht werden. Natürlich gibt es anspruchsvolle Musikdarbietungen, bei denen man dann die höhere Höhenaussteuerbarkeit bei 19cm/s nutzen sollte, vor allem bei echten Live-Aufnahmen, Klassik usw. Aber diese Sendungen sind doch eher die Ausnahme und zählen für mich zu den erhaltenswerten Aufnahmen, die ich länger konservieren möchte (wie ich schon schrieb..."lohnen m.E. nicht - es sei denn..." Bitte also den Gesamtzusammenhang zitieren ;) ) Die gesamte Übertragungskette war aber nun mal vor 30 oder mehr Jahren eine völlig andere als heute. Auch die zitierten "Zischlaute" kommen doch heute nur noch vor, wenn tatsächlich noch einmal von Vinyl abgespielt wird oder es sich um seher alte Beiträge aus dem Archiv (z.B. Hörspiele) handelt. Aktuelle Produktionen oder "re-mastertes" Zeugs kommt doch in der Regel unproblematischer (und leider komprimierter) daher.

Gruß
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)

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Sunday, December 23rd 2018, 10:40am

Hallo in die Runde,
ich meine, neben allen technisch-theoretischen Aspekten ist der praktische Betrieb im wahrsten Wortsinne tonangebend. Einflüsse durch Zustand, Sauberkeit und Qualität des Bandes (mit einem Wort: Band-Kopf-Kontakt) sind bei 9,5 deutlich größer als bei 19, schon bei Halbspur und ganz extrem bei Viertelspur. Die kleinste Unregelmäßigkeit ist hörbar. Ich denke da weniger an richtige Dropouts (definiert als fast vollständiges Aussetzen des Pegels) als Extremfall, sondern an eine ungleichmäßige Höhenwiedergabe. Wer nicht weiß was ich damit meine, der zeichne mal ein helles Rauschen mit 9,5 cm/s auf - Rauschen zwischen UKW-Sendern genügt - und höre sich das Ergebnis an. Bei diesem Test schneidet die Halbspuraufzeichnung, ob mono oder Stereo, erwartungsgemäß viel besser ab, ist aber trotzdem der Gleichmäßigkeit bei Tempo 19, und zwar behaupte ich bei 19/Halbspur und 19/Viertelspur, unterlegen. Mit der Zeit, das heißt mit der Zahl der Abspielungen des Bandes, inklusive rangieren, handhaben etc, wird der Unterschied immer größer!


Mein Fazit daher: Viertelspur mit Tempo 19 ist Halbspur mit Tempo 9,5 überlegen, dank a) besserer Höhendynamik und b) gleichmäßigerer Höhenwiedergabe durch mechanische Faktoren, das Ganze bei vergleichbarem Rauschabstand und identischen Bandkosten.

Noch etwas, beinahe etwas OT: Dass die 19cm-Halbspuraufzeichnung über allem steht, ist natürlich Konsens. Ich erwähne sie hier trotzdem, da sie aus heutiger Perspektive einen Vorteil hat, der vor 30 oder 40 Jahren kaum eine Rolle spielte: Sie ermöglicht auch mit Bandmaterial mit mäßigen Eigenschaften hervorragende Ergebnisse. Man erzielt sogar mit Nicht-LH-Bändern saubere und praktisch rauschfreie Aufnahmen - entsprechende Einmessung des Gerätes natürlich vorausgesetzt. Es braucht daher für gute Aufnahmen eben nicht unbedingt teure Neuware, was den hohen Bandverbrauch stark relativiert.
Beste Grüße
Stefan

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22

Sunday, December 23rd 2018, 11:28am

Ich denke da weniger an richtige Dropouts (definiert als fast vollständiges Aussetzen des Pegels) als Extremfall, sondern an eine ungleichmäßige Höhenwiedergabe. Wer nicht weiß was ich damit meine, der zeichne mal ein helles Rauschen mit 9,5 cm/s auf - Rauschen zwischen UKW-Sendern genügt - und höre sich das Ergebnis an.

Danke für die terminologische Klärung!

Meine Definition von "Dropouts" umfasst auch die von dir beschriebene schwankende Höhenwiedergabe. Diese lässt sich anschaulich darstellen anhand von Pegelschrieben bei 1 und 16 kHz, die kanalgetrennt synchron registriert werden. (Solche Test führe ich u.a. durch, um eines der entscheidendsten Qualitätsmerkmale für die Eignung von Rohmaterial zur Messbandfertigung zu prüfen.)

Hier kommentarlos einige Beispiele aus meiner Dokumentation. Ich vermute, dass sich jeder einen eigenen Reim auf die hörakustische Wirkung machen kann, die natürlich noch einmal verstärkt wird, sobald Kompander verwendet werden.

Die Prüfbedingungen sind jedes Mal dieselben: M15A mit 19 cm/s Halbspur, Messzeit jeweils ca. zwei Minuten, Schreiberdämpfung ca. 10 Hz. Die obere Kurve zeigt die Schwankungen bei 16 kHz, die untere bei 1 kHz.

Zu beachten ist, dass ich in "schlimmen" Fällen den Ordinatenmaßstab verkleinern musste, damit die Schwankungen noch ins Diagramm passten. Zur Ehrenrettung der Bandhersteller wäre zu sagen, dass es sich bei den Negativbeispielen fast durchweg um stärker gebrauchtes Bandmaterial handelt. Dagegen habe ich im ersten Beispiel den Maßstab leicht vergrößert. Trotz des fast schon dramatisch anmutenden Kurvenverlaufs bei 16 kHz gehört diese Probe mit zum besten (gebrauchten!) Material, das ich je auf dem Messtisch hatte. Auffallend ist hier das fast völlige Fehlen unregelmäßiger starker Dropouts, die fast durchweg durch Einstarten oder sonstige mechanische Belastung des Bandmaterials verursacht werden.

Die letzten beiden Diagramme zeigen den Effekt eines Schnitts (selbstverständlich sauber ausgeführt, das bin ich schon meiner Berufsehre schuldig), einmal innerhalb derselben Charge, dann zwischen zwei Chargen desselben Bandtyps. Den ersten Unterschied hört man kaum, den zweiten zweifellos.

Grüße, Peter























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23

Sunday, December 23rd 2018, 11:36am

Hallo Peter,

bevor es zu Fehl-Interpretationen kommt, solltest du schnell die "Berufsehe" korrigieren ?(

MfG Kai

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24

Sunday, December 23rd 2018, 11:45am

bevor es zu Fehl-Interpretationen kommt, solltest du schnell die "Berufsehe" korrigieren ?(

Haha ... schon passiert, Danke!

Obwohl ich die unfreiwilige neue Wirtschöpfung, äh Wortschöpfung, eigentlich ganz passend finde. Überhaupt finde ich es immer wieder erstaunlich, was für seltsame Ausdrücke Word kennt und darum in seiner Rechtschreibkorrektur nicht moniert :whistling:

Grüße, Peter

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25

Sunday, December 23rd 2018, 12:01pm

Obwohl ich die unfreiwilige neue Wirtschöpfung, äh Wortschöpfung, eigentlich ganz passend finde.

Ich war aber schon ins Grübeln gekommen, was das wohl bedeuten könnte...
hab mich dann aber für Top-fooler entschieden.

MfG Kai

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26

Sunday, December 23rd 2018, 12:03pm

hab mich dann aber für Top-fooler entschieden.

Früher hieß das Dreckfuhler :D

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27

Sunday, December 23rd 2018, 12:12pm

Früher hieß das Dreckfuhler :D

Mit der Suche nach dem Wort hab ich mehrere Minuten vergeblich mein Hirn gemartert und dann ersatzweise den Fooler erfunden.

MfG Kai

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28

Sunday, December 23rd 2018, 12:40pm

Ach noch etwas (mir altem Esel entgeht manchmal das Offensichtlichste ...)

Vom ersten Beispiel abgesehen sind die Kurven nicht wie beschrieben kanalgetrennt aufgezeichnet. Das ist zu erkennen an den rot-blau übereinanderliegenden Schrieben und nicht zuletzt an der Legende. Sie sind jedoch synchron insofern, dass dasselbe Bandstück zweimal geprüft wurde.

Mit dieser Methode (Zweispurwiedergabe einer Vollspuraufzeichnung) lässt sich nachweisen, ob Pegelabweichungen über die gesamte Bandbreite auftreten, was ein starkes Indiz ist für tatsächliche Veränderungen innerhalb der Magnetschicht.

Finden dagegen die Abweichungen in beiden Spuren asynchron statt, sind dafür i.d.R. Unregelmäßigkeiten während der Aufzeichnung und/oder Wiedergabe verantwortlich, wobei es sich fast immer um Schmutz oder mechanische Beschädigungen der Magnetschicht handelt.

Da sich mit der Zeit herausstellte, dass bei den "besseren" Testobjekten die registrierten Schwankungen fast nie durch den Aufzeichnungs- oder Wiedergabeprozess verursacht sind, habe ich für meine Messungen nicht zuletzt aus Zeitersparnisgründen zunehmend die Synchronaufzeichnung verwendet, d.h. mit einem Stereo-Aufnahmekopf.

Grüße, Peter

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29

Sunday, December 23rd 2018, 12:58pm

Ist die Ursache der sehr periodischen Pegelschwankungen der 1kHz-Signale im Plot 7 bekannt ?

MfG Kai

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30

Sunday, December 23rd 2018, 1:31pm

Ist die Ursache der sehr periodischen Pegelschwankungen der 1kHz-Signale im Plot 7 bekannt ?

Darüber lassen sich nachträglich allenfalls Vermutungen anstellen. Laut Friedrich Engel handelt es sich hier mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit um Unregelmäßigkeiten beim Beschichtungsvorgang, wobei als erstes Schwankungen der Transportgeschwindigkeit in Frage kommen, möglicherweise verursacht durch Exzentrizitäten des sog. Jumbo, also die breite Rolle, auf der die unbeschichtete Kunststoffbahn aufgewickelt ist (was auch von der Wiederholfrequenz hinkäme). Eine andere Möglichkeit wären die - mit Recht gefürchteten - Pumpenstöße im Gießer.

Damit die Relationen nicht aus dem Auge verloren werden: Das IRT legte gegen Ende der Analogära die Toleranzgrenze für Empfindlichkeitsschwankungen für Rundfunkbänder mit ±0,5 dB bis 14 kHz fest, zu ermitteln gemäß DIN 45 512 mit einem Meßgerät mit 1...2 Hz Grenzfrequenz.

Meine Kurven sind fast ohne Schreiberdämpfung aufgenommen und daher deutlich "ungnädiger" (die Maximalgeschwindigkeit ist durch die 10 Samples pro Sekunde begrenzt). Solche Genauigkeit, vor allem die Ordinatenauflösung, war mit rein analogen Messmitteln schichtweg illusorisch.

Grüße, Peter