Sie sind nicht angemeldet.

  • »pkm« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 32

Registrierungsdatum: 2. November 2017

  • Nachricht senden

1

Samstag, 24. März 2018, 14:43

Akai GX-635D Geschwindigkeit, 19 cm/s oder doch nicht, Echtzeitzähler

Hallo zusammen,
hab mit dem Teil schon mal einige Testbänder gemacht, um z.B. die Geschwindigkeit bei den Uher Report einzustellen. Wenn ich 1000 Hz mit der Akai aufnehme, dann gibt die auch 1000 Hz wieder, also normal, aber bei welcher echten Geschwindigkeit? Als ich nach 10 min Laufzeit bei 19 cm/s den Echtzeitzähler mit der Stoppuhr verglichen habe, zeigte der Zähler 5 s zu viel an, also 605 zu 600 s. Das ist sicher kein Beinbruch, 1 % wären 6 s, aber wie genau ist das Teil. Das kleine Rad kann sich wegen dem Gummi mit der Zeit ja auch verändern, dann ist da noch der Antriebsriemen zum Zähler. Jetzt habe ich beschlossen der Sache mal näher auf den Grund zu gehen, es hat keine Sinn andere Geräte mit den Aufnahmen der Akai abzugleichen, wenn die genaue Geschwindigkeit nicht bekannt ist. 10 min Meßzeit sollten es schon sein, das hätte aber bedeutet, dass ich ein Band von 114 m Länge abmessen soll um dann mit Lichtschranke oder anderer Markierung die Laufzeit zu messen, also völlig indiskutabel. Es gibt auch andere Methoden.

Dazu hab ich ein kleine Vorrichtung an die Maschine geschraubt, fast hätt ich neue Löcher in das Blech gebohrt, hab aber dann doch die vorhandenen genutzt.






Die Einrichtung besteht also aus einem Laufrad was zur Erhöhung der Genauigkeit viel größer sein sollte als das vom Zählwerk. Hinter diesem steckt ein Decoder, einfache Lichtschranke mit ner Codescheibe. Das Laufrad hab ich einfach aus vorhandenem Material gedreht, um den exakten Durchmesser zu ermitteln wurden 10 Lagen eines 35 µm Band aufgewickelt und dann die Länge gemessen, ergab 2473 mm. Die meiste Zeit hat mich die Berechnung des ersten Durchmessers gekostet, der Durchmesser wird ja mit jeder Lage etwas größer sodass der 10. Wickel 2 mm länger ist als die des erste. Hört sich vielleicht nicht viel an ist es aber, wenn das Ergebnist deutlich unter 1 % liegen soll.

Und dann die Codescheibe,




die Striche waren nicht bekannt, also musste ich die zählen, mit 2400 dpi gescannt und dann in Corel Draw bearbeitet, mühsam.


Zusammenfassung.
Der Durchmesser des Rades ist 78,42 mm, darauf folgt mit Pi ein Umfang, Bandlänge von 246,363 mm. Bei 19 cm/s macht das Rad dann 0,77122 n/s, der Decoder liefert 720 Impulse /n, macht eine Sollfrequenz von 555,57 Hz bei 19 cm/s.
Jetzt wurde es spannend, angezeigt werden 563 Hz bis 564 Hz. Wenn das was der Echtzeitzähler anzeigt genau ist, müssten es (1% mehr als die Sollfrequenz) also 560,57 Hz sein, da es aber 564 Hz sind was der Frequenzzähler anzeigt, läuft das Teil noch mehr als 1 % zu schnell.

Bevor ich jetz anfange die Machine auseinander zu bauen um an den Potis zu drehen, Servicefreundlich ist die ja wirklich nicht, werde ich noch mal alles überprüfen, vielleicht gab es ja Rechen-, oder Logigfehler.

Gruß
Peter

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »pkm« (24. März 2018, 19:52)


Beiträge: 3 708

Registrierungsdatum: 12. November 2004

Wohnort: Am Hohen Ufer der Leine

Beruf: Funkenkutscher im Ruhestand

  • Nachricht senden

2

Samstag, 24. März 2018, 18:22

Das ist ja hochinteressant und aufwändig, was du da gebastelt hast, aber ehe ich da so einen Aufwand treibe, kaufe ich mir bei Pievox oder Bluthard ein Geschwindigkeits-Messband mit 3000 oder 3150 Hz-Aufzeichnung und hänge einen Frequenzzähler an den Ausgang. Fertig. :thumbup: ;)
Auch Peter würde dir sicher ein solches Band mit hoher Genauigkeit anfertigen können.

LG
Holgi

  • »pkm« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 32

Registrierungsdatum: 2. November 2017

  • Nachricht senden

3

Dienstag, 27. März 2018, 14:21

, aber ehe ich da so einen Aufwand treibe, kaufe ich mir bei Pievox oder Bluthard ein Geschwindigkeits-Messband mit 3000 oder 3150 Hz-Aufzeichnung und hänge einen Frequenzzähler an den Ausgang. Fertig. :thumbup: ;)
Auch Peter würde dir sicher ein solches Band mit hoher Genauigkeit anfertigen können.
Ich hab schon zu viel gekauft im Leben, ist vielleicht einfacher, bringt aber weniger Erkenntnisse und "haaaa",, wenn's klappt, nur für die Geschwindigkeit ist mir auch zu teuer. Meine ganzen Maschinen und Geräte hab ich zwar für meine Job angeschafft, wer sagt aber, dass ich da um Mitternacht nicht mal was mit basteln darf. Was ich selbst machen kann, wenn die Zeit es erlaubt und wo mit einem brauchbaren Ergebnis zu rechnen ist, mache ich selbst. Die Zeit die beim Hobby draufgeht, wollen wir hier doch ausser Acht lassen.

Also, das Teil funktioniert wie geplant, jetzt wo es an die Einstellung der Geschwindigkeit geht, kommen mir echte Zweifel an den Konstrukteuren.

Kurz mal das Schaltbild, hab das zu besseren Überblick rumgedreht



rot mit VR1 für 19 cm/s, blau mit VR2 für 9,5 cm/s.

Jetzt kommt der Unsinn, für mich jedenfalls. Die Sollfrequenz bei 19,05 cm/s ist nun bei 559 Hz, die Nachkommastellen kann man getrost mal schlabbern. Drehe ich den Trimmer VR1 auf max. also 50 kOhm werden 800 Hz erreicht das sind über 43% mehr. Hat der Trimmer 0 Ohm sind es 456 Hz also fast 20 % weniger.
Jetzt frage ich mich ersthaft, wozu dieser unsinnig große Einstellbereich.
Wenn es mit der Netztfrequenz z.B. USA 60 Hz, zusammenhängt , wäre ja eine Reduzierung um 15 % ausreichend und dann vielleicht noch 5 % nach oben also insgesamt 20%, so sind es über 60 %, man braucht den Schraubendreher nur an den Trimmer zu setzen, schon hat man 5% verstellt.
Es muss doch früher schon in Japan bekannt gewesen sein, das Trimmer, besonders Kohleschlicht mit die schlechtesten Bauteile im Sytem sind, was Langzeitstabilität, Temperaturdrift angeht, dann kommt bei den offenen Teile auch noch die Verschmutzung hinzu. Somit sollten die Werte so klein wie notwendig sein, wenn +/- 5% ausreicht, wieso dann +40% / -20%.?

Das werde ich zunächst mal ändern. Der gemessene Widerstand bei Sollfrequenz beträgt 18,4 kOhm, ich werde also den R15 mit 39 kOhm in 53,6 kOhm (E96 Reihe und vorhanden), tauschen und dann den Trimmer durch einen 5 kOhm Mehrgang ersetzen. Das sollte einen vernünftigen Abgleich gewährleisten, bei 9,5 cm/s dann die ähnliche Prozedur.

Wenn ich glaube 0,0001% V-Toleranz erreicht zu haben, kann ich ja mal jemandem ein paar Meter 10 kHz zuschicken, es wäre nett wenn sich jemand finden täte der dann sagt es sind nur 9500 Hz, oder so,
aber heimlich zunächst.

Gruß
Peter

  • »pkm« ist der Autor dieses Themas

Beiträge: 32

Registrierungsdatum: 2. November 2017

  • Nachricht senden

4

Dienstag, 27. März 2018, 19:22

So, jetzt komme ich den angestrebten 0,2 % der Geschwindigkeitstoleranz langsam nahe.
Die eingebauten Trimmer verändern bei kompletten 20 Umdrehungen die Geschwindigkeit um weniger als 10 %, damit sollte ein vernünftiger Abgleich möglich sein.




Das geniale ist der Abgleich durch die Aussenwand, das ist jetzt ziemlich komfortabel,,,



Eine neue Codescheibe hab ich noch gefunden, die hat 2600 Striche an Stelle der 720 bei der im Moment eingebauten. Wenn dadurch dann etwa +/- 20 Hz für 1% zum Abgleich zur Verfügung stehen, ist das einfacher wie +/- 6 Hz aktuell.

Falls sich jemand für die geändere Schaltung interssiert, ein paar Widerstände hab ich noch etwas anpassen müssen.

Gruß
Peter