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Montag, 10. September 2018, 17:49

Einlöten ist nicht schwieriger als Auslöten.
Man sollte nur vorher lieber zweimal checken, ob man die Transistor-Pins den richtigen Anschlüssen auf der Platine zugeordnet hat.
Der Collector kommt an den Spannungsteiler mit den 2,x Volt, der Emitter an den Speicher-Elko.
Ein beliebter Anfänger-Fehler ist Draufsicht und Ansicht von unten durcheinander zu kriegen.
Nach dem Auslöten defekter Teile sind die Lötlöcher meist noch verschlossen mit Lötzinn.
Die sollte man dann erstmal flüssig machen und mit einer Stecknadel aufstechen oder so absaugen, daß sie sich öffnen. Danach kann man alle drei Beine schon mal durch die Löcher stecken und dann nacheinander anlöten.
Bei diesen alten Platinen sollte man längeres "Brutzeln" auf Lötstellen vermeiden. Das kann nämlich zur Folge habe, daß Lötaugen und Leiterbahnen sich ablösen.
Das Tonbandgerät sollte während der Operation nirgends angeschlossen sein. Sonst besteht Gefahr, daß von einem schlecht isolierten Lötkolben Ausgleichsströme durch den Transistor fließen, die er vielleicht nicht verträgt. Wenn möglich, sollte man den Vorderteil des Lötkolbens an der Gerätemasse "erden".

MfG Kai

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32

Mittwoch, 12. September 2018, 12:52

Hallo,

ES IST GESCHAFFT! Der "neue" T 25 ist eingelötet und das VU-Meter schlägt wieder auf beiden Kanälen aus. Vielen Dank :thumbsup: :thumbsup: :thumbsup: an alle im Forum, die mir den richtigen Weg aufgezeigt haben. Und Kai hatte recht: Es ist nicht schwieriger einen Transistor ein- als auszuzulöten. Ich hatte aber ziemliche Muffe wegen der Leiterbahnen. Es ist aber alles gut gelaufen. Vielen Dank nochmal. Ich habe ein sauber funktionierendes Uher Royal de Luxe.
Allerdings steht hier noch ein zweites Royal, das seltsame Macken hat. Auf Pausestellung läuft das Band weiter. Ich habe schon den rechten Komparatorhebel millimeterweise hin- und her verstellt - ohne Ergebnis. Auch die Veränderung des Abstands der Gummiandruckrolle zu Capstanwelle bringt nichts. Aber ohne Band drückt der Gummi nicht an die Welle. Seltsamerweise läuft das Royal plötzlich auch schneller und der Micky-Maus-Effekt tritt auf. Ich habe die Vermutung, dass das Problem mit der Bandendabschaltung und den damit irgendwie verbundenen zwei Elektromagneten zu tun hat. Aber wie? Genauer kann ich das Problem nicht beschreiben. Es wäre toll, wenn Ihr mir auch in diesem Fall helfen könnte. Ich hätte gern zwei funktionieren Geräte, um Musikbänder neu zusammenstellen zu können.
Gruß
Wolfgang

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33

Mittwoch, 12. September 2018, 13:30

Um welche Geschwindigkeit handelt es sich ?
Bei Pausenstellung muß die Andruckrolle abgehoben werden und der WIckelteller gestoppt werden.
Der Capstan kann eigentlich nicht schneller werden, es sei denn er war vorher zu langsam.
Deshalb bleibt als Erklärung nur übrig, daß der Wickelteller das Band bei Pause weiterzieht und auch noch schneller als normal.
Da must du wohl mal die Bremsen und Bandzüge kontrollieren und richtig einstellen.

MfG Kai

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34

Mittwoch, 12. September 2018, 13:56

Hallo Kai,

das Problem tritt bei 19 cm auf. Ich werde Deinen Rat befolgen und die gesamte Mechanik überprüfen. Das geht allerdings erst nächste Woche. Ich melde mich dann wieder. Eine Frage bleibt noch: Haben die Magneten etwas mit der Stellung Pause zu tun? Unter dem rechten Knebel befinden sich Metallkontakte, die sich beim Schalten von Stopp auf Pause und Start verändern. Und beim Drücken dder Aufnahmetaste werden wohl auch solche Metallkontakte, die sich zwischen Ton- und Lautstärkeregelber befinden, bewegt.

Gruß
Wolfgang

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35

Mittwoch, 12. September 2018, 14:16

Das habe ich mir lange nicht mehr angesehen. Ich glaube, ein Zugmagnet ist da beteiligt. Dunkel erinnere ich mich noch, daß in dem Umfeld ein Gestänge garnicht so zu justieren war, wie es im Service Manual beschrieben ist.
Sind in dem Gerät denn überhaupt die Bremsgummis noch vorhanden ?

Zu deinem Uberspielungsvorhaben noch ein Hinweis:
Bedenke, daß sich bei jeder Überspielung von einem Bandgerät zu einem anderen die Welligkeiten und Abfälle an den Grenzen des Frequenzganges addieren. Wenn du zB zwei gleiche Bandgeräte hast mit einem Frequenzgang von +-1 dB zwischen 100 Hz und 15 kHz und -3dB bei 30 Hz und 20 kHz, dann hast du nach der ersten Uberspielung +-2dB Welligkeit und -6dB an den Grenzen.

MfG Kai

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Mittwoch, 12. September 2018, 17:38

In Stellung "Pause" muss die Andruckrolle Abstand zur Capstanwelle haben.
Ich denke, dass es eher die Bremsgummis (innen im Gerät) sind. Hier ist das Problem etwas genauer beschrieben.

Ob's daran liegt, kannst Du schnell testen: Bei völlig stillstehendem Gerät darf der linke Bandteller nur schwer drehbar sein. Lässt der sich leicht drehen oder läuft eine darauf aufgesetzte Spule nach händischem "Anwerfen" nach, ist es die Bremse.

Konrad

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37

Mittwoch, 12. September 2018, 17:40

Ach ja: Ein Magnet kommt nur in Funktion, wenn die automatische Bandendabschaltung eingreift. Dann zieht ein Magnet die ganze Mimik in Richtung "Pause". Im normalen Wiedergabebetrieb sind keine Magneten am Bandtransport beteiligt.

Konrad

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Mittwoch, 12. September 2018, 18:46

Das Problem mit der nicht funktionierenden Pause-Funktion tritt beim RdL auch auf wenn die Bremse nicht richtig funktioniert, d.h. die Bremse muss in Stellung Pause das Kunststoffteil über welches die Bandteller angetrieben werden festhalten.
MfG
Georg

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Mittwoch, 12. September 2018, 19:40

Hallo KP, Dreadlock,

Eure Infos haben mich auf den rechten Weg gebracht. Die Bremse auf der linken Seite -der Abwickelspule - war zu locker. Die hatte ich zuvor wohl nur oberflächlich kontrolliert. Nun klebt auf dem abgenutzten Bremsgummi ein Stück weicher Fahrradschlauch und das Ding bremst wieder wie ne Eins! Und "Pause" funktioniert! Außerdem stimmt jetzt auch das Tempo bei der Wiedergabe. Und ich weiß ich jetzt auch, wozu die Zugmagnete da sind.

:thumbsup: :thumbsup: :thumbsup:
Danke und Gruß
Wolfgang

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Donnerstag, 13. September 2018, 12:55

Ich hätte bei allem was ich gelesen hab bei Germaniumtransistoren (spaßige Leute sagen im Englischen "geranium transistors", also "Geranientransistoren") vor allem Angst sie zu braten, die sollen viel hitzeempfindlicher sein als Siliziumtypen. Aber bei dir hat es ja offensichtlich geklappt!

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Donnerstag, 13. September 2018, 16:34

In alten Datenbüchern wird die maximale Sperrschicht-Temperatur von Silizium-Transistoren mal mit 150° mal mit 175°C angegeben, bei Germanium meist mit 90°C. Vernünftige Betriebstemperaturen liegen natürlich darunter.
Trotzdem würde ich bei Platinen aus der Zeit der Verwendung von Germanium-Transistoren die Gefahr der Leiterbahn-Beschädigung bei zu langem Löten höher einschätzen.
Ein weiterer Nachteil von Germanium bei ansonsten ähnlichen Transistoren sind höhere Restströme und etwas größere Temperaturkoeffizienten der Ströme. Bei diesen frühen Transistoren hatte man manche technologische Aspekte des inneren Transistoraufbaus auch noch nicht gut genug "im Griff", wodurch die Ausfallrate höher ist als bei heutigen Typen.

MfG Kai