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1

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 11:13

Langlebigkeit archivierter Aufnahmen auf Cassette oder Senkel

Angeregt durch den threat Cassettendecks mit 9,5 cm/s hier nun ein paar Gedanken zur Langlebigkeit von Band oder Cassettenaufnahmen zu Archivzwecken. ... Immer wieder liest man im Forum, daß die Bandaufnahme "langlebiger und hochwertigerr" sei, da diese die bessseren und stabileren mechanischen und magnetischen Eigenschaften mitbringe. Bei mir sind sowohl klassische Bänder als auch Audio-Kassetten im Einsatz. Meine ältesten selbsterstellten Bänder stammen von 1971 (9,5 cm/ 4-Spur), die ältesten Cassetten von 1979. Beide Medien haben im Vergleich zu den Originalen (in meinem Fall LP) keinen wirklichen Qualitätsverlust erlitten. Allerdings kann ich daß nicht messen, sondern nur im Blindtest (auch mit Freunden, die wesentlich jünger sind als ich) überprüfen. Für mich hat das Band hier keinen wirklichen Vorteil. ... Bzgl. der Langzeitstabilität macht nun ausgerechnet das Tonband in Form von offenen Spulen Probleme. Verschiedene Chargen kleben; es kann Ablösungserscheinungen der Magnetschicht geben. Sie sind tatsächlich oftmals nicht mehr abspielbar! Ausgerechnet die sensiblere Cassette besteht den Langzeittest über rund 40 Jahre besser. Keine einzige Cassette zeigt Probleme (außer einige Exemplare von BASF aus den Endsiebzigern, die allerdings immer noch abspielbar sind). ... Die Cassette war eine Erfindung für den schnellen Gebrauch. Eine Archivierung war damit nicht vorgesehen. Bei mir funktioniert das nun erstaunlich gut. Unter allen Aspekten. ... PS: Vermisse in meinem Editor wesentliche Gestaltungsmerkmale. Fett- oder Kursivschrift? Aufzählungen? Absätze? Links einfügen? Keine Ahnung, wo diese geblieben sind. Nichts geht mehr! Meine ... stehen nun für einen Absatz :) ... Seltsam! Kann unter Firefox nicht zum Editor wechseln. Bei Safari geht es. Wird wohl an meinen Browser-Einstellungen liegen. ... Oder auch nicht. Absätze sind immer noch nicht möglich!
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »Olllafff« (28. Dezember 2017, 20:34) aus folgendem Grund: Ausprobieren von Gestaltungsmöglichkeiten.


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2

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 11:36

Hallo Olllafff,

mir ist nichts davon bekannt, daß sich die Magnetbänder in Cassetten prinzipiell von den "Open Reel"-Tonbändern unterscheiden.
Wenn deine Cassetten alle noch problemlos funktionieren, hast du wohl eine "glückliche Hand" beim Einkauf gehabt oder einfach "Schwein".

Aber dafür gibt es hier richtige Experten im Forum.

Zum Editieren: Normalerweise hat man hier über dem Eingabe-Fenster für Texte eine Leiste mit Schrifttyp/größe, Fett/Kursiv/Unterstrichen/Durchgestrichen, Linksbündig, mittig, rechtsbündig, Blocksatz, Nummerierung und mehr.
Einrückungen mit Leerzeichen funktioniert nicht, da werden immer alle bis auf eins rausgenommen. Manchmal fehlen die Smileys unter dem Fenster. Formatierungen die in mit externen Editoren erzeugt wurden, werden meist verratzt. Manchmal werden in einen kompakt geschriebenen Text auf einmal Leerzeilen eingefügt. Wenn man mal aus Versehen von einer Taste zur Nachbartaste rutscht, kann urplötzlich der ganze Text verschwunden sein...
Aber meistens geht's "einigermaßen".

MfG Kai

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3

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 13:21

Bei BASF-Tonbändern machten wohl nur die "Super LH" von 1978-85 Probleme. Die anderen nicht. Maxell und TDK sind gerade wegen ihrer Langzeitstabilität sehr beliebt und werden daher hoch gehandelt.

Bei Cassetten sind vor allem die Japaner TDK und Maxell ebenfalls langzeitstabil. Hatte da bisher keine Ausfälle, auch mit 40 Jahre alten Aufnahmen. Die BASF Chromedioxyd sind etwas empfindlicher, die alten Versionen verlieren etwas an Pegel und Dynamik.
Gruß
André

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4

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 14:30

Hi,
meine Tonbänder aus den 1960ern machen keine Probleme. Kassetten habe ich niemals ernst genommen. Die waren gut fürs Auto oder für Aufnahmen im Urlaub.

Für den Urlaub hatte ich einen Kassettenrecorder auf doppelte Geschwindigkeit umgebaut. Ich kann mir heute noch gratulieren, dass ich damals diese Kassetten spätestens einem Monat nach dem Urlaub auf "richtige" Bänder mit 19 cm/s kopiert habe.

Außerdem habe ich noch Bänder aus den 1950er Jahren. Die will ich schon seit -zig Jahren immer mal wieder retten. Allerdings sind das 1000m freitragende Wickel mit 38 cm/s. Das gibt zunächst mechanische Probleme. Außerdem muss ich es sehr sorgfältig machen, weil ich vielleicht nur eine Chance habe, bis sie zerbröseln. Diese Bänder sind prinzipiell auch nach über 60 Jahren mit neu gekauften Geräten noch abspielbar. Wie sieht es im Vergleich dazu mit Kassetten aus?

Ach ja, die BASF "Super LH" haben bei mir schon immer Ärger gemacht. Bevor ich die benutzt habe, musste ich sie ein paarmal durch ein Tuch hin und her spulen, um den gröbsten Abrieb herunter zu wischen. Neulich habe ich ein noch nagelneues von ca. 1982 verwendet. Es hat noch immer den bewährten Ärger bereitet ;) Und das Abwischen ging noch immer.

Gruß RoBernd
Bitte um Hilfe, Suche Radio-Aufnahmen von Bayerischen Verkehrsmeldungen. Siehe "Alles andere"

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5

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 14:55

und TDK sind gerade wegen ihrer Langzeitstabilität sehr beliebt und werden daher hoch gehandelt
  • ... habe ca. 20 Bänder TDK GX 35/90B, gekauft 1981 bis 1986. Zeigten ab ca. 1995 deutliche Alterungserscheinungen. Extrem viel weißer Abrieb, der sich vor den Tonköpfen förmlich aufschob. Meine Revox-Bänder 631 bereiten massive Probleme und sind nicht mehr spielbar.
  • Schmierbänder sind vor allem bei Senkeln ein großes und teilweise Besorgnis erregendes Thema. Dieses Forum ist voll von Geschichten über entsprechende Themen. Fast alle Hersteller sind betroffen, zumindest mit bestimmten Chargen. Mal mehr, mal weniger. Tatsächlich sind mir nur von Maxell bisher keine solchen Bänder bekannt.
  • Bei Kassetten hingegen hört man nichts bzw. kaum davon. Ich besitze fast alle Typen von allen namhaften Herstellern, hergestellt zwischen 1975 und 2005, also ca. 500 Stück. Nur zwei Typen von BASF von 1979 (Super Ferro LH und BASF FerroChrom) bereiteten bei vier Exemplaren etwa 2011 Probleme. Sie quietschten vernehmlich. Seit dem nicht mehr.
Hi, meine Tonbänder aus den 1960ern machen keine Probleme. Kassetten habe ich niemals ernst genommen. Die waren gut fürs Auto oder für Aufnahmen im Urlaub.
  • Ein harte und sehr pauschalisierte Antwort, die scheinbar auf wenig tatsächliche Erfahrung beruht. Ich nehme Kassetten sehr ernst und bin damit tatsächlich bzgl. Qualität und Haltbarkeit sehr gut gefahren. Gemessen an dem Ärger mit meinen Bändern machen sie keine Probleme.
P.S.: Absätze sind mir auch mit Safari nicht möglich, alles andere geht wieder. Damit Absätze sichtbar werden, bediene ich mich der Einrückung.
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

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6

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 17:52

Ich muss Olaff recht geben. Es sind mir bisher schon wesentlich mehr schrottige alte Tonbänder über den Weg gelaufen als schrottige Cassetten. Die Tonbandspezies hier im Forum kaufen m.W. auch nur sehr gezielt alte Bänder, empfehlen im Grunde den Neukauf aktueller Bänder. Mit Cassetten habe ich diese Probleme nicht. Meine alten Cassettenaufnahmen klingen nachwievor gut. Bei Tonbändern kann ich nicht auf eigene Aufnahmen zurück greifen höre mir aber gerne abundzu alte Aufnahmen auf gebrauchten Tonbändern an. Solange das Band noch gut ist kann ich aber auch dort nichts nachteiliges berichten.

VG Martin

7

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 17:53

Bei Spulentonband-Rezepturen gibt es einige verschiedene Fehlerbilder, die gerne vermanscht werden.
1) Bänder können quietschen. Das Geräusch ist zunächst mechanisch, überträgt sich durch Resonanzen am Kopf aber auch auf die Lautsprecher. Bekannt dafür sind u.a. einige AGFA-Bänder, ich hatte beispielsweise ein PE66 aus den 60ern. Manchmal hilft ein Durchlauf durch das Gerät (war beispielsweise auch bei einer Kauf-CC von Philips so), eventuell helfen auch diverse Schmiermittel wie Silikonspray, um die Bänder vorübergehend wieder spielbar zu machen. Auch Sony-Bänder sind dafür bekannt.
2) Heller Abrieb, leicht ölig-klebrig, angeblich durch Ausfällen von Fettsäuren aus dem Bindemittel. Schmiert die Köpfe völlig zu, beeinträchtigt aber nicht den Bandvortrieb. Besonders AGFA PE3x, aber auch TDK.
3) Staub. BASF LGS geben einiges an braunem Staub ab, der lässt sich aber trocken abwischen und haftet auch nicht wirklich an den Köpfen
4) "Sticky Shed", der Binder wird hochgradig klebrig, die Beschichtung löst sich großzügig ab und das Band bremst den Antrieb u.U. bis zum Stillstand. Beliebt bei Ampex, 3M/Scotch und bestimmten BASF-Chargen. Angeblich sind auch Philips-Bänder auf "Pseudo-Metallspule" (grauer Einleger mit grünen Punkten) betroffen aber dafür habe ich nur eine einzige Quelle aus den Niederlanden.
5) Signalausfall. Dieses Phänomen ist meines Wissens überhaupt nicht erforscht, aber sehr wohl im Internet dokumentiert. Bestimmte AGFA-Bänder (meines Wissens bislang nur PE36) aus der letzten Serie auf schwarzen Spulen verlieren trotz normaler Lagerbedingungen fast völlig das Nutzsignal, es geht zunehmend in einem Meer von Störgeräuschen unter, klingt ähnlich wie Aufnahmen eines Billigst-CC-Geräts mit DC-Vormagnetisierung und Permanent-Löschkopf. Ich habe nur ein einziges Band dieser Art, auf 13er-Spule, mutmaßlich Sommer oder Frühherbst 1980 aus dem Radio aufgenommen. Als ich es ca. 1995 gekauft habe, waren die Aufnahmen völlig in Ordnung, das beweist eine Kopie auf SKC LX 60. Kurz nach der Jahrtausendwende begannen plötzlich die Ausfälle, die sich in ihrer Stärke nicht verändern, aber immer weiter über den Bandwickel ausdenen, von einem zufällig wirkenden Punkt in der Mitte ausgehend. Zuletzt (ca. 2014) waren nur noch je einige Minuten an den Enden des Wickels nicht betroffen. Das Band stand durchgehend mit all meinen anderen Bändern im Regal, mitten in der Reihe, kein anderes zeigt vergleichbare Effekte.

Bei CCs sind mit nur sehr wenige Ausfälle bekannt, neben den erwähnten BASF sind auch noch alte Chrombänder von AGFA betroffen, die starke Dropouts entwickeln und sich nicht mehr ordentlich neu bespielen lassen (die Dropouts betreffen auch bestehende Aufnahmen). Bei sehr alten CCs lösen sich auch noch mitunter die Klebestellen zwischen Vorspann und Band aber das hat wenig Einfluss auf die Aufnahmen.

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8

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 21:42

Senkeltechnisch bin ich erst seit 2009 dabei, habe die schlecht beleumundeten Kanidaten vermieden und somit zu wenig Langzeiterfahrung.

Bei CC habe auch ich eine Ausfallquote nur um 1 %, kaufte seit Mitte der 80er jedoch fast ausschliesslich japanische CC.

Problemfall "fast ab Werk" waren die abriebfreudigen schmierenden orangen Ferro von Basf.
Neuere Langzeitausfälle sind Sony FeCr von 1979 bis ca. 1983. Das war mal eine meiner Lieblingscassetten; jene sind seit knapp 10 Jahren "irgendwie aus der Spezifikation", klirren und klingen unsauber, auch Neuaufnahmen auf NOS. Schmieren oder stauben tun sie jedoch nicht.

Insofern gab es bislang kaum Grund, CC zu belächeln :) . Drittgeräte-Kompatibilitätssackgassen wie HighCom, Dolby S, dbx, abweichende Geschwindigkeiten oder Sonder-Entzerrungen habe ich jedoch zumeist vermieden, ebenso wie Drehkopf-Autoreverse oder Doppeldecker.
Bei Tapedecks gibt es jedoch mittlerweile einige Langzeitprobleme, besonders bei Ersatzteilen wie engtolerierte Riemen und proprietären Bauelementen wie Lagern, Idler-Wheels oder Dolby C-Elektronik der ersten Generation.
CC-Tonköpfe waren jedoch nie ein (Verschleiß-) Thema, habe jedoch auch keine Recorder aus den 60er oder 70ern (mehr).

Grüße
Frank

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9

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 22:46

Neuere Langzeitausfälle sind Sony FeCr von 1979 bis ca. 1983. Das war mal eine meiner Lieblingscassetten; jene sind seit knapp 10 Jahren "irgendwie aus der Spezifikation", klirren und klingen unsauber,
... da habe ich doch gleich mal mein einziges Exemplar dieser Kassette abgespielt und mit Vinyl, LP verglichen. Fleetwood Mac - Sara. Und: Für mich kein wahrnehmbarer Unterschied. Keinerlei Verfremdung auf dem Tape. Dieses nahm ich im Februar 1981 für einen Freund auf. Im Jahr 2006 bekam ich es von ihm wieder, da er keinen Bedarf für Tapes mehr hatte. Lagen schon seit Ewigkeiten in einem feuchten Keller. Bei mir spielt sie nun frisch wie damals auf. Olaf
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

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10

Donnerstag, 28. Dezember 2017, 23:05

kein wahrnehmbarer Unterschied


Hallo Olaf,

erstaunlich; besonders da alle meine Exemplare wohnzimmergelagerte Erstkäufe sind.
War Sara (Tusk) mit oder ohne NR aufgenommen? Wenn es nicht Zuviel Umstände macht, magst du ja vielleicht eine FeCr-Neuaufnahme probieren (auch wenn dies bzgl. "Langzeitarchiv" OT wäre)?

Anyway, ich möchte hier keine Gerüchte streuen und proklamiere meine FeCr-Erfahrungen erstmal lieber als UNREPRÄSENTATIV, auch wenn ich ca. 4 Cassetten probierte, davon eine NOS.

Gute G(r)üße
Frank

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11

Freitag, 29. Dezember 2017, 00:34


  • ... habe ca. 20 Bänder TDK GX 35/90B, gekauft 1981 bis 1986. Zeigten ab ca. 1995 deutliche Alterungserscheinungen. Extrem viel weißer Abrieb, der sich vor den Tonköpfen förmlich aufschob. Meine Revox-Bänder 631 bereiten massive Probleme und sind nicht mehr spielbar.


oops...genau so eines hatte ich mir kürzlich besorgt, sieht noch sehr neu aus, originalverpackt. Habe es aber noch nicht ausprobiert, ich werde dann berichten. Dann gilt mein geschriebenes wohl nur für Maxell.
Gruß
André

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12

Freitag, 29. Dezember 2017, 09:07

die GX sind meist noch gut, allerdings hatte auch ich einzelne Ausfälle dabei.

631 ist bekanntlich das wohl schlimmste Revox-Band mit fast 100%-Ausfallrate, danach das 621, sehr viel seltener 641 und weitgehend stabil das 601...

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13

Freitag, 29. Dezember 2017, 10:02

Hallo,

die positiven Erfahrungen zu den CC kann ich leider nur sehr bedingt teilen.

Ich hatte etwa um 2010 herum sehr viele AGFA Ferrocolor I Bänder bekommen, bespielt ca 1980. 90+6 Minuten.
Die alten Aufnahmen klangen schon recht verrauscht. Neuaufnahmen gelangen nicht. Die Vormagnetitierung konnte man einstellen wie man wollte. Alles Mist.

Das Problem: das Hinterband-Nutzsignal war deutlich zu gering. Auf 0dB ausgesteuert zeigten die VU Meter beim Abspielen dann max -10dB noch an, viel Rauschen. Erhöhung der Aussteuerung brachte wenig, eher Verzerrungen.
Ich habe alle Kassetten in den Müll geworfen und seither kaum noch CC benutzt.

Ein Einzelfall?

Thomas

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14

Freitag, 29. Dezember 2017, 13:23

War Sara (Tusk) mit oder ohne NR aufgenommen?
... die Aufnahmen wurden ohne Dolby gemacht.
Wenn es nicht Zuviel Umstände macht, magst du ja vielleicht eine FeCr-Neuaufnahme probieren (auch wenn dies bzgl. "Langzeitarchiv" OT wäre)?
... Den Gefallen hätte ich Dir gerne getan, kann ich aber leider nicht, da das Tape von Anfang bis Ende bespielt wurde.
... die positiven Erfahrungen zu den CC kann ich leider nur sehr bedingt teilen. ... Ich habe alle Kassetten in den Müll geworfen und seither kaum noch CC benutzt. Ein Einzelfall?
  • Das von Dir verwendete Tape AGFA Ferrocolor I könnte (?) einer der klassischen Kandidaten sein, die Probleme bereiten. Es wäre auch möglich, daß Du sie mit Deinem Rekorder nicht richtig einmessen konntest. Da Du nur bei diesem Tape entsprechende Erfahrungen gemacht hast, würde ich das als Einzelfall sehen. Ausnahmen bestätigen die Regel. Die von Dir verwendete Agfa habe ich leider nicht in meinem Bestand. ...
  • Bei meinen 500 Kassetten gab es nur vier (!) temporäre Ausfälle, die aktuell wieder wieder ohne Probleme laufen. Davon wurden ca. 200 Kassetten seit 2005 neu bespielt und entsprechend vorab neu eingemessen. Hier meine Tapes in Benutzung.pdf
  • Alles vollkommen problemlos bis auf die BASF Chrome Maxima CM II, die scheinbar nicht mehr so hoch aussteuerbar sind, wie sie es einmal waren. Die Aufnahmen auf diesen Bändern sind trotzdem weiterhin sehr gut. Das wurde im Forum an anderer Stelle bereits beschrieben!
  • Meine Tonbänder bereiten mir da in Teilen viel mehr Sorgen. Und auch die bisher hier geschilderten Erfahrungen scheinen das eher zu bestätigen. Es gibt viel weniger Ausfälle in der Langzeitarchivierung bei Kassetten. Unter allen Aspekten (Qualitätsverlust. Technische Mängel am Band etc.) Das ist für mich erstaunlich ...
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

15

Freitag, 29. Dezember 2017, 13:27

Meine Erfahrungen mit Kassetten sind sehr gemischt, aber überwiegend positiv. Ein Format, das ich heute wieder sehr gern verwende (fast täglich).

Ganz schlechte Erfahrungen machte ich mit:
1) BASF LH super, so wie auf dem Avatar von Captain Difool abgebildet, bzw. auch die drei Nachfolgemodelle. Mit Ausnahme von einer 1979er C60 haben bei mir alle sehr stark gequietscht, was sich auch auf den Tonkopf übertrug. Oft setzte auch der Bandtransport beim Abspielen aus.
2) BASF chromdioxid (II) von den frühen 70ern bis frühen 80ern. Wie schon jemand schrieb, Dynamik- und Pegelabfall, Neubespielen ist fast unmöglich geworden.
3) AGFA Stereo Chrom, alle Generationen. Ähnliche Symptome wie bei der BASF chromdioxid, nur noch stärker ausgeprägt, zusätzlich mit Dropouts.
4) Memorex Typ II aus den 70ern, davon hatte ich nur zwei oder drei gebrauchte Exemplare hier, die hatten original so außergewöhnliche Hüllen. Die haben mir die Köpfe und das Innere des Kassettenfachs so richtig versaut, das Bandmaterial wurde regelrecht abgehobelt.
5) einige Sony Typ IV aus den 90ern, die ließen sich nicht mehr ordentlich neu bespielen (Dropouts und Höhen- bzw. Lautstärkeschwankungen).

Nur teilweise schlechte Erfahrungen machte ich mit BASF Chromdioxid Extra und Super II von Anfang bis Ende der 80er. Meine ersten (noch aus der ursprünglichen Sammlung, die ich um die Jahrtausendwende aufgab) quietschten genau so schlimm wie die roten LH super, allerdings nur im Akai GX-67 (vielleicht hatte das mit der speziellen Beschichtung der Köpfe zu tun?) und in diversen Autoradios. Heute habe ich wieder ein paar solcher Exemplare, die verhalten sich mechanisch einwandfrei in meinen aktuellen Yamaha-Decks (vor allem K-560 und 960 werden fürs Aufnehmen verwendet). Fürs Neubespielen sind die aber nicht mehr geeignet, da dieses echte Chromdioxid keine erste Wahl für diese Yamaha-Decks ist (die sind darauf nicht eingemessen). Am besten klingt es noch, wenn ich kein Dolby verwende.

Bei den AGFA Ferro Color (und auch Super Color, Low-Noise etc.) hatte ich sowohl sehr gut als auch sehr schlecht klingende Exemplare (bezogen auf Neubespielen). Vieles hängt wohl davon ab, wie die Vorbesitzer die Kassetten behandelt bzw. gelagert haben.

Durchgehend gute Erfahrungen machte ich mit sämtlichen Maxell und TDK, wobei meine ältesten Exemplare aus der zweiten Hälfte der 70er stammen. Auch die TypI-Bänder dieser Hersteller klingen bei mir gut. Am liebsten verwende ich die SA bzw. (UD) XLII. Bei den SA-X und XLII-S muss ich leichte Abstriche bei der Aufnahmequalität machen.
Auch mit den meisten Sony Typ I und II machte ich gute bis sehr gute Erfahrungen.

Da ich im Jahre 2007 Wiedereinsteiger war, sind meine ältesten Aufnahmen erst knapp 11 Jahre alt. Den Großteil meiner z.Zt. rund 470 Kassetten habe ich erst in den vergangenen drei bis vier Jahren neu bespielt, fast alle Kassetten wurden gebraucht gekauft (Schwerpunkt 80er Jahre).
In meiner früheren Kassettensammlung war die älteste Aufnahme 22 Jahre alt und erfolgte auf Maxell UDXLII, ebenfalls schon mit einem K-560 mit Dolby B. Sie klang zum Schluss noch so frisch, als wäre die Aufnahme gerade erst entstanden.
Gruß
Michael

Kassetten-Wiedereinstieg 2007 nach längerer digitaler Phase


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Freitag, 29. Dezember 2017, 15:10

Die alten LH-Super wie im Avatar, laufen bei meinen Yamahas problemlos. Hängt vielleicht auch etwas von den Köpfen ab. Eine "Exclusiv" C60 (die voll rote) schmierte damals in meinem Toshiba-Deck, in den Yamahas dagegen seine Spur davon.
Gruß
André

17

Montag, 12. Februar 2018, 17:03

Ich habe eine rote LH Super die perfekt funktioniert und ein paar die im Pioneer quietschen wie Sau, egal was man damit tut. Mit Ferrobändern hatte ich kaum Probleme, es sei denn sie waren mechanisch beschädigt. Ansonsten frisst die Einmessung vom Pio alles. AGFA Low Noise aus den frühen 70ern muss man allerdings vorsichtig aussteuern. Allerdings schadet es bei dem Deck generell nicht, Spitzen in den roten Bereich zu vermeiden.

Die Erfahrungen mit diversen Chrombändern aus den 70ern und frühen 80ern kann ich bestätigen, viele von denen lassen sich praktisch nicht einmessen, teilweise haben auch die vorhandenen Aufnahmen gelitten.

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Dienstag, 13. Februar 2018, 19:14

Der Beitrag passt vielleicht nicht ganz hier her. Ich habe mir heute mal eine alte Videokassette mit einer Doku über die Zerstörung Dresdens am 13.02.1945 angesehen, welche am 14.02.1985 aufgenommen wurde. Die Wiedergabequalität ist auch nach den vielen Jahren immer noch einwandfrei. Es handelt sich dabei allerdings nicht um ein Consumer-Format sondern um eine professionelle U-Matic Kassette (SONY KCA-60). Die Wiedergabe erfolgte auf einem JVC CR-8250E aus der Mitte der 80er. Professionelles Bandmaterial scheint demnach wesentlich langlebiger als Consumermaterial zu sein.

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19

Dienstag, 13. Februar 2018, 19:35

Ja und nein. Ich habe von einem Freund ein altes Kodakband mit 47µ Schichtsärke zum Digitalisieren erhalten. Etwas hart und störrisch und aus 1968. Der Abrieb ist nur sehr gering und trotz 19cm/s gut abspielbar. Läßt sich aber aufgrund seiner Störrigkeit nur etwas unsauber wickeln. Profibänder sind zwar schon auf Langlebigkeit ausgelegt, aber man sollte dann auch die vom Hersteller empfohlenen Lagerbedingungen einhalten. Für den Rundfunk gab es besondere Bänder für Archivtauglichkeit, kann jetzt aber keine Typenbezeichnungen nennen. Das wissen hier unsere Profis. Generell sollten Bänder aus den 80ern noch sehr gut sein, solange es kein Fe-Cr von Sony ist. Gerade die Maxell XL sind wegen ihrer Langzeitstabilität sehr beliebt und gefragt.
Gruß
André

20

Dienstag, 13. Februar 2018, 19:55

Hallo!

Zum Erwerb meines ersten Tonbandgerätes (4000 Report) im Jahre 1962
kaufte ich auch ein AGFA PE65 zum Preis von 27,90DM.



Dieses Tonband (und weitere frühe AGFA./BASF-Bänder aus Mitte der 1960er Jahre)
sind im laufe der Jahrzehnte schon reichlich abgespielt worden, und werden es noch.
Beanstandungen gibt es noch immer keine.

Gruß
Wolfgang

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21

Donnerstag, 15. Februar 2018, 07:55

Dabei sind genau diese PE 65 aus der Zeit bis etwa 1966 bekannt für Quieken, was aber stark vom verwendeten Gerät abhängt.

Gruß
Stefan

22

Donnerstag, 15. Februar 2018, 08:46

Hallo Stefan!

Die Quiekeigenschaften hängen in der Tat stark von der Bandführung ab.
Vielleicht habe ich keine Bandgeräte im Gebrauch, die anfällig dafür sind.

Obwohl, die Shamrock-Bänder quietschten auf meinen 22special/24special.
Die wenigen AGFA PE65 auf 18cm-Spulen jedoch nicht. Kommt vielleicht noch?

Gruß
Wolfgang

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23

Sonntag, 18. Februar 2018, 10:00

Das Quieken beginnt ab einem bestimmten Bandzug (und wohl auch in Abhängigkeit vom Umschlingungswinkel um Bolzen). Wir beide meinen sicherlich das selbe, nämlich ein Quieken, das NICHT durch Kleben verursacht wird. Ähnlich wie es quiekt, wenn man mit dem Finger kräfitg über bestimmte Verpackungsfolien zieht.
Was das Agfa PE 65 betrifft, das wurde ja oft auf 13er Spule verkauft. Auf Uher reports mit ihrem schwächlichen Bandzug quieken sie i.d.R. nicht, auf erwachsenen Geräten aber schon.
Wir beide meinen das selbe, nämlich ein Quieken, das NICHT durch Kleben
verursacht wird. Ähnlich wie es quiekt, wenn man mit dem Finger kräfitg
über eine Verpackungsfolie zieht.

Das Thema gehört inzwischen übrigens eher in den Thread "neue Bändertauglichkeitsliste".

Gruß Stefan

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24

Sonntag, 18. Februar 2018, 12:04

Bei uns im Süden verwendet man für solche Geräusche "quietschen".
Das Quiecken überlassen wir in der Regel z. B. der Wutz ... :D

Gruß Bernd


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25

Sonntag, 18. Februar 2018, 13:05

:thumbsup:
Jetzt mußt Du aber noch "Wutz" übersetzen .
Gruß
Manfred

2 x Grundig TS 1000. Jeweils wahlweise als 2Spur, 4Spur oder Autoreverse. Beide mit Dolby, drahtloser Fernbedienung und jetzt neu...beide mit Op-Amp Ausgang zur Impedanz und Pegelanpassung. Täglich in Verwendung: Grundig SXV 6000, Grundig ST 6000, CF5500-2,TS 1000 , Grundig A5000 und Dual 731Q an Canton Plus E Subwoofersystem . In der Garage/Werkstatt: Grundig SV 2000, T7500 und Revox B77/HS. Im Esszimmer: Grundig V5000, T5000, CF 5500 und Grundig CF 5500-2./size]

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Montag, 19. Februar 2018, 19:44

Dass Wutz Schwein heißt weiß jeder. Ich sage auch quietschen, wenn etwas quietscht, aber hier geht es wirklich um ein Quieken. Hört sich an wie kleine Ferkel.

Gruß
Stefan