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31

Dienstag, 19. Dezember 2017, 22:13

Hier die gewünschten Kreuz-Korrelations-Bilder für anruf-4.wav:
Die ersten 22 Sekunden des Signals ebenso gefltert wi bei anruf-3.wav:


Die erste Jingle-Tonfolge :


Der Betrag der Kreuzkorrelation:


und Signal mit um +1 nach oben verschobenem Betrag der Kreuzkorrelation, Partien mit niedrigem Pegel 50-fach angehoben (rot):


Wenn jemand sieht, ob/daß man mit einem Unterabschnitt von Tonfolge 1 zu einer schärferen Auto-Korrelation kommt, dann bitte ich um Nachricht.

MfG Kai

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32

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 00:49

Gab es damals und in diesem Zusammenhang bereits Gebührenzählimpulse?

ja, spätestens seit den 60ern.
Bundespost: 16 kHz-GBi auf der a/b-Leitung
Privat-TK-Anlagen: i.d.R. Gleichstrom-GBi über Zusatzader.

Fernmeldetechnische Grüße
Frank

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33

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 01:30

Bundespost: 16 kHz-GBi auf der a/b-Leitung

Wunderbar, jetzt weiß ich wenigstens auch die genaue Frequenz wieder!
Soweit ich weiß, wurde der Impuls nur bis zum TN übermittelt, wenn der einen Gebührenzähler besaß und die BP für die Übermittlung auch bezahlte (stand jedes Mal auf der Rechnung).

Ich erinnere mich, dass ich damals die Impulse bei halber Geschwindigkeit wiedergegeben habe (weil sie sonst zu kurz waren) und dann mit einem Tongenerator so überlagert habe, dass dabei etwa Schwebungsnull herauskam, um ihre Frequenz zu bestimmen. Die Frequenz selber ... na ja, nicht ganz daneben :whistling:

Apropos wiederauffrischende Erinnerung:

Von sec 46,7 bis 46,9 gibt es einen markanten Mehrfrequenz-Ton über den sich schon viele Leute den Kopf zerbrochen haben. … Darüber hatten die Ermittler aber nichts heraus bekommen. Während der gesamten Telefonüberwachung ist er regelmäßig aufgetaucht, auch bei Gesprächen, die nicht aus Automaten stammten. Wer so einen Ton in den 1980er Jahren schon einmal gehört hat, möge mir einen Tipp geben.

Ich kann mich noch aus meiner "Telefon-Mitschneide-Zeit" an solche Töne ziemlich gut erinnern. Soweit ich weiß, traten sie häufig auf (wenn auch nicht jedes Mal), sobald die Gegenstelle aufgelegt hatte. Was sie zu bedeuten hatten, weiß ich allerdings nicht.

Grüße, Peter

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34

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 01:47

Soweit ich weiß, wurde der Impuls nur bis zum TN übermittelt, wenn der einen Gebührenzähler besaß und der BP für die Übermittlung zahlte.

richtig, der Impuls kostete selbstredend (1 DM?) extra und er war auf der Leitung ja "halbwegs" (irgendwie wie ein unterdrücktes Pfeifen) für ca. eine knappe Sekunde zu hören.
Wenn ich mich recht erinnere, war bei "Hauptanschlüssen" mit 16 kHz-GBi der "Rollenzähler" dem Telefon vorgeschaltet und hatte (wenn richtig angeschlossen ;) ) als Ausgang zum Telefon einen Tiefpassfilter, damit jenes Pfeifen am Apparat nicht hörbar war.

Grüße
Frank

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35

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 08:36

Sehr schön kommt das Abschlussgeräusch (sec 44,3) heraus. Ich halte es für das Geräusch, das Telefonautomaten (Münzfernsprecher) früher von sich gegeben haben, wenn die Münzen aus dem Vorrats-Schlitz in die Kasse gefallen sind.

Sehr wahrscheinlich handelte es sich dabei tatsächlich um das Weiterschalten einer (mechanischen) Restguthabenanzeige, wie sie im Modell „Münzer 63“ vorhanden war. Bei diesem Modell fielen die Münzen erst durch, nachdem aufgelegt worden war oder die Verbindung wegen fehlender Münzen beendet wurde. Grund dafür war die Möglichkeit zur Restgeldrückgabe aus dem vom Benutzer zuvor eingeworfenen Münzvorrat.

Beschreibung der genauen Funktionsweise des (im Siemens-Latein „MünzFw 63“ bezeichneten) Apparats im Anhang.
Mehr dazu unter:
http://www.bayern-online.com/shop_203/fi…_1963_06_18.pdf
http://www.wasser.de/telefon-alt/datenba…tegorie=1000091

So oder so: die Vermutung, dass hier eine Telefonzelle benutzt wurde, ist aus meiner Perspektive so gut wie gesichert.

Grüße, Peter
»Peter Ruhrberg« hat folgende Datei angehängt:
  • Muenzer_63.pdf (2,13 MB - 4 mal heruntergeladen - zuletzt: 26. Dezember 2017, 16:10)

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36

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 18:37

Anbei eine komprimierte und gefilterte Version der ersten 22 Sekunden von Anuf 4 als mp3-File, in zip umbenannt:
anr4mfwf1.zip

Ich meine, vor jedem der beiden Jingles 2 Echos zu hören.

MfG Kai

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37

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 20:18

Jetzt muss ich mich erst einmal entschuldigen.
Die Lücke am Anfang von Anruf 3 habe ich bewusst eingebaut, weil ich die Stimme von Ursulas Vater im Internet nicht verewigen wollte. Das habe ich auch auf der Download-Seite kurz erwähnt. In der Diskussion hätte ich darauf auch hinweisen müssen.
Auf der nur begrenzt existierenden Seite www.werner-mazurek.de/ar4 ist jetzt auch die ursprüngliche Version enthalten.

Außerdem habe ich noch den Anruf 2 dort untergebracht. Die Polizei nennt das Schweigeanruf. Wenn wir genau hinhören, gibt es ab sec 17 ein schabendes/kratzendes Geräusch.
Unter "Schabegeräusch Anruf 2" findet ihr es um 30 dB verstärkt.
Es ist auch den Gutachtern aufgefallen: "... das auf ein Schaben bzw. Kratzen am Hörer zurück zu führen sein dürfte". Was haltet ihr davon? Für mich kling es nach dem Umspulgeräusch einer Bandkassette. Bemerkenswert ist, dass 4 min später zwei Verkehrssignale abgespielt wurden.

Hier die Übersicht aller Anrufe (die Anrufe 1 und 5 möchte ich nicht veröffentlichen):
1. Anruf, 17.09.1981, 17:00, Keine Mitteilung des Täters, aber eine Art Unmutsgeräusch von ihm. Intensives, erfolgloses Nachfragen der Mutter
2. Anruf, 18.09.1981, 9:39, Ruhe. Zum Schluss Schabegeräusch
3. Anruf, 18.09.1981, 9:43, zwei Verkehrs-Jingles. Überwiegend Ruhe.
4. Anruf, 18.09.1981, 10:32, zwei Verkehrs-Jingles. Zum Schluss Nachfragen des Vaters (entfernt).
5. Anruf, 18.09.1981, 12:50, nur ein Verkehrs-Jingle nachdem die Mutter den Empfang eines (Erpresser-)Briefs erwähnt hat.

Die Anrufe 3 bis 5 machen auf mich den Eindruck, dass der Täter auf eine Eingangsbestätigung seines Briefs mit der Lösegeldforderung gewartet hat.
Weitere ähnliche Anrufe gab es nicht.

Schaltgeräusche
Die Schaltgeräusche der Anrufe 3 und 4 sind deckungsgleich. Sie wurden also nicht in der Telefonzelle beim Abspielen erzeugt. Laut LKA sollen sie vom TK 248 beim akustischen Überspielen stammen. Allerdings müssten sie dann um die 20 dB lauter sein.

Nebengeräusche
Die Ruhe in der Telefonzelle ist in der Tat verblüffend. Es ist aber ein Nachhall in der Aufzeichnung erkennbar, wenn man sie langsam abspielt. Ob er aus der Telefonzelle oder vom akustischen Überspielen in der Küche(?) des Täters stammt ist unklar.

Echos der Tonträgervorlage
Auf diesem vom BR digitalisierten Audio sind zwei Echos zu hören mit Verzögerungen von 0,9 und 1,5 sec. Was auf dem ursprünglichen Band noch drauf war ist unbekannt. Der Täter hat diese Aufnahme nicht gehabt. Wahrscheinlich wurde sie 1981 (wenn überhaupt) auch nicht von Band gesendet sondern von einer weiter oben erwähnten Hardware.

Rauschabstand
Ist der Rauschabstand wirklich so extrem gering? Ich meine, der liegt in der Größenordnung vom 35 dB. Das sollte ein Uher 4000 auch bei 4,75 packen. Es war übrigens kein Kohlemikrofon im Telefon sondern eine Keramikkapsel mit Verstärker. So steht es in einer Beschreibung des Münztelefons. Auch in meinem "Übungstelefon" FeTAp 611-2a steckt offenbar kein Kohlemikrofon mehr, zumindest raschelt nichts beim Schütteln (Kapsel Siemens TS9, heißt wohl Transistor-Sprechkapsel).

Raumakustik
Ich bin der Meinung, dass die Umkehrung des ursprünglich (angeblich) lautesten Tons in den leisesten alleine durch Raumakustik gegeben ist. Und zwar in der Telefonzelle und vorher in der Küche(?) des Täters beim akustischen Überspielen von einem ersten Gerät auf das Mobilgerät. Das erste Gerät soll laut Gutachten das TK 248 sein. Ich schließe das aus.
Über Untersuchungen in einer Telefonzelle und mit der Übertragung durch das Telefon ist nichts bekannt. Das wurde offenbar absichtlich oder aus Schlamperei übersehen.
Die Gutachter behaupten, dass es sich bei der Lautstärkeumkehr um die typische Eigenschaft des TK 248 handelt. Da haben sie lange genug herumexperimentiert, bis das tatsächlich so passt. Ich konnte diese Eigenart mit unserem Vergleichsgerät (Kopfjustierung wie beschlagnahmtes Gerät) bestätigen. Das Zusammenspiel aus Zeitversatz zwischen beiden Kanälen, Anordnung der Lautsprecher und Position des Aufnahmemikrofons liefert einen akustischen Frequenzgang, der das tatsächlich vollbringt. Allerdings gibt es einen Schönheitsfehler: Es funktioniert nur mit der falschen Tonhöhe von +14%. Mit der Tonhöhe des Polizeimitschnitts tritt dieser Effekt nicht auf. Da haben die Gutachter wohl zu gut herumoptimiert.

Kreuzkorrelation
Herzlichen Dank an Kai. Wie ich die Grafiken interpretiere, ist es beim Anruf 4 nicht so eindeutig wie bei Anruf 3. Mit den Stimmen dazwischen wundert das nicht. Schönen Dank auch für die Filterung, mit der ich mich noch auseinandersetzten muss. Wie seht ihr das, stammen die Echos eher aus der Täter-Aufzeichnung oder vom Polizeimitschnitt. Es ist auffallend, dass an Ende des Anrufs 4 absolut kein Echo wahrnehmbar ist. Dort schreit Ursulas Vater mehrmals in das Telefon. Den Teil habe ich abgeschnitten. Menschliche Stimmen sind tiefer und sollten deshalb stärkere Echos liefern als 1-kHz-Töne.

Mehrfrequenzton am Ende
Es freut mich, dass solche Töne auch unabhängig von der Tat aufgetaucht sind. Kann es sein, dass damit die Vermittlung vor Ort durch die Trägerfrequenzübertragung bei Ferngesprächen mitgeteilt bekam, dass der Anrufer aufgelegt hat?

Münztelefon
Jetzt werde ich noch zum Telefonspezialisten. Wenn ich die Anleitung zum Münzer 63 auswendig lerne, kann ich sicher noch einen pensionierten Oberpost-Direktor beeindrucken ;) Auch das schöne Wort "Kassiermagnet" kannte ich bislang nicht.
Spaß beiseite. Über die Funktion des Kassierens wurde schon Einiges spekuliert. Fallen die Münzen vor oder nach Gesprächsende? Wurde das Münzfallgeräusch nachgemacht, um die Ermittler in die Irre zu führen? Auch der Doppelimpuls 1,7 sec vor Begin des Jingles wurde schon als Münzfallgeräusch interpretiert. Jedenfalls schönen Dank für die Beschreibung.

Ich glaube, jetzt bin ich einigermaßen durch. Außer dass wir durch die Diskussion der Realität langsam näher kommen, ist es für mich eine gute Übung für einen eventuell späteren Auftritt vor Gericht. Bis dahin bin ich wahrscheinlich noch ein Jahr älter.

Groß RoBernd
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38

Mittwoch, 20. Dezember 2017, 21:34

Hallo RoBernd,

Ist der Rauschabstand wirklich so extrem gering? Ich meine, der liegt in der Größenordnung vom 35 dB. Das sollte ein Uher 4000 auch bei 4,75 packen.

Hier ist ein Missverständnis entstanden.
Nach meiner Erfahrung ist das Rauschen für eine 4,75 Aufzeichnung extrem gering, nicht der Rauschabstand.


Kann es sein, dass damit die Vermittlung vor Ort durch die Trägerfrequenzübertragung bei Ferngesprächen mitgeteilt bekam, dass der Anrufer aufgelegt hat?

Kann sehr gut sein, doch mit Fakten wäre auch mir wohler als mit Vermutungen.
Wer weiß ob wir an diesem Punkt der Wahrheit je auf die Schliche kommen …

Über die Funktion des Kassierens wurde schon Einiges spekuliert. Fallen die Münzen vor oder nach Gesprächsende?

Beim „Münzer 63“ hängt das vor allem davon ab, welche Münzen eingeworfen wurden. Solche Details sollten die Funktionsbeschreibungen klären helfen. Hätte man so einen Trumm noch irgendwo betriebsbereit, könnte man ausführliche Studien über die verschiedenen Arbeitsgeräusche unter den verschiedenen Betriebsbedingungen anstellen …

Grüße, Peter

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Donnerstag, 21. Dezember 2017, 20:22

Auf die Gefahr hin, etwas zu wiederholen, was schon erwähnt wurde, hier ein paar Anmerkungen zum direkten Vergleich des Rundfunk-Jingles mit der jeweils ersten Tonfolge in anruf-3 und anruf-4:


ObenTonfolge 1 aus anruf-3
darunter aus anruf-4
darunter die Rundfunk-Vorlage, 12 % zeitlich gestreckt.

Aus dem Vergleich leite ich zwei Vermutungen ab:

1. Die Tonfolgen in den Anrufen wurden wohl mit Aussteuerungs-Automatik aufgenommen. Dafür gibt es zwei Indizien:
a: Der im Vergleich mit der Vorlage stark ausgeglichene Pegel der Teiltöne (außer Ton 6).
b: Die viel steilere Vorder-Flanke der Ton-Bursts, auffällig insbesondere bei den Tönen 2, 4, 5 & 7.

2. anruf-4 fand in deutlich halligerer Umgebung statt als anruf-3. Dafür gibt es ebenfalls zwei Indizien:
a: Die deutlich längere ausgeprägte Auskling-Fahne der Bursts
b: Die stärkere Welligkeit in den Hüllkurven der Burst (infolge vom Raumreflexionen).

Meine Aussage in Beitrag #23 über eine in der zweite Tonfolge um 2,4-3,2% angestiegende Tonhöhe muß ich korrigieren. Der Unterschied beträgt eher 0,5-0,6%. Da bin ich anfangs auf von der FFT-Größe abhängige Frequenzangaben für Spektrallinien in Audacity hereingefallen.

MfG Kai

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Freitag, 22. Dezember 2017, 12:20

Danke,
es ist immer nützlich, auch eine andere Meinung zu hören. Sonst vergaloppiert man sich zu schnell.

Über Aussteuerungsautomatik oder nicht gab es recht langwierige Diskussionen. Teils von hochkarätigen Experten, die die Polizei in den 1980ern befragt hat. Die behaupten sogar, dass die geringere Lautstärke des 6. Tons darauf zurückzuführen ist. Weil die Automatik angeblich so lange braucht, bis sie sich einrichtet. Das kann ich überhaupt nicht nachempfinden.

Ich bin der Meinung, dass es keine Aussteuerungsautomatik gegeben hat. Theoretisch könnte es zwei davon gegeben haben. Eine im Täter-Gerät und eine zweite im Uher 4000 der Polizei. In der Mono-Ausführung des Uher konnte eine eingeschaltet werden, umschaltbar zwischen Sprache und Musik. Normalerweise regelt so eine Automatik sehr schnell runter und langsam wieder hoch. Im Uher Stellung Sprache sind es 20 dB in 12 sec. In Stellung Musik sind es 10 dB in 37 sec (Service-Anleitung, beides mit großen Toleranzen).

Die gleiche Höhe der Töne 4,5,7 ist nicht verwunderlich, weil es die gleichen Töne sind. Mit Automatik-Sprache hätte die Lautstärke im Bereich des Tons 6 schon zunehmen müssen. Weil sie ja durch Töne 4 und 5 herunter geregelt sein sollte. Zwischen beiden aufeinanderfolgenden Jingles liegen 6 sec (fast) Pause. Innerhalb dieser Zeit hätte in Stellung Musik die Lautstärke ziemlich weit unten bleiben müssen. Die ersten Töne des zweiten Jingles müssten also leiser sein als beim ersten. Insgesamt wäre es jedenfalls unwahrscheinlich, dass beide Jingles praktisch deckungsgleich sein.

Neben dem Brummen gibt es noch ein gleichmäßiges Rauschen im Hintergrund. Das sollte durch eine Automatik irgendwie pumpen.

Ich kann mir keinen einfachen Kassettenrecorder und auch kein Diktiergerät ohne Aussteuerautomatik vorstellen. Wie der Täter damit umgegangen ist, lässt sich nicht abschätzen. Bei den Experimenten mit meinem Kassettenrecorder habe ich immer einen Jingle in Stellung Pause laufen lassen bevor ich das Band gestartet habe. Damit war die Automatik dann eingestellt. Das wird auch in den meisten Betriebsanleitungen so empfohlen.

In der kurzen Pause zwischen den Tönen 4 und 5 sollte eine Automatik praktisch nicht reagieren. Damit sollte die Anstiegszeit des Tons 5 nicht von der Automatik beeinflusst sein. Die unterschiedlichen Anstiegszeiten zwischen Telfonmitschnitt und Vorlage sehe ich als Hinweis, dass die sogenannte Vorlage in Wirklichkeit eben nicht die Vorlage ist (Tonhöhe und Oberschwingungen stimmen auch nicht).

Der Nachhall kann während des akustischen Überspielens oder in der Telefonzelle zustande gekommen sein. Aus dem unterschiedlichen Nachhall ließe sich schließen, dass der Anruf aus unterschiedlichen Telefonzellen stammt. Was wiederum ein Hinweis auf Telefonzellen wäre.

Gruß RoBernd

Edit: Schreibfehler
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Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »robernd« (22. Dezember 2017, 20:14)


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41

Freitag, 22. Dezember 2017, 12:57

Der Pegel der Töne 2 & 3 ist in der angeblichen Vorlage kleiner als der der Töne 4, 5 & 7,
in der Tonfolge in den Anrufen jedoch von etwa gleicher Höhe.
Außer Aussteuerungs-Automatiken (AGC) mit schneller Ansprech- und langsamer Erholzeit gibt es auch schnelle Dynamikkompressoren.
Im heutigen Rundfunk erkennt man sie daran, daß Sprecher scheinbar asthmatisch keuchen.
Die Kompression könnte auch von einem übersteuerten Bandgerät oder einem übersteuerten Wiedergabe-Verstärker kommen. Dann gibt es keine merklichen Zeitkonstanten, dafür aber Verzerrungen/Oberwellen, die hier aber wegen der geringen Kanalbandbreite nicht sonderlich auffallen.
Der erste Ton in Tonfolge 1 hat tatsächlich nur einen Abstand zu 2f von ca. 12 dB.

Die Absenkung von Ton 6 kann eine ganz andere Ursache haben. Die gesamte zu berücksichtigende Übertragungskette hatte hier ja viele Glieder.

MfG Kai
Nachtrag: Meine Interpretionsversuche in Beitrag #39 und diesem beruhten auf der Annahme, daß die als Rundfunkvorlage bezeichnete Tonsequenz das auch tatsächlich war. Wenn das aber garnicht sicher ist, erübrigt sich ja jeder Vergleich. Dann könnte ja auch der niedrigere Pegel von Ton 6 schon so im Original gewesen sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kaimex« (22. Dezember 2017, 13:44)


42

Freitag, 22. Dezember 2017, 13:33

Ich würde eigentlich ziemlich fix davon ausgehen, dass es im oben verlinkten Telefon-Forum noch Sammler mit betriebsfähigen 63er-Münzern gibt! Die Experten dort müssten sich auch mit den diversen im Vermittlungssystem verwendeten Tönen gut auskennen!

Ich kann hier leider nur vom Zuschauerraum aus Denkanstöße einwerfen, da die technische Situation in Österreich damals ziemlich anders war, insbesondere beim Telefonnetz.
Die Idee mit dem Synthesizer für den Jingle ist mir übrigens gekommen, weil der Verkehrsfunk-Jingle von Ö3 aus den späten 70ern oder frühen 80ern unüberhörbar computergeneriert ist, klingt sehr wie meine frühen Audio-Experimente mit dem C64 (den gab es 1981 natürlich noch nicht, aber ähnliche Generatoren für simple Audiosignale sicher, der SID des C64 kann wenn ich mich richtig erinnere nur Sinus, Dreieck und Sägezahn erzeugen). In veränderter Form gibt es diesen Doppel-Dreiklang übrigens noch heute.

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Freitag, 22. Dezember 2017, 14:53

Nach Anwendung einer anderen Kompressionmethode vernehme ich nun in anruf-3.wav auch noch ein Echo um die 23ste Sekunde und wohl auch bei 36...36.5 s.

MfG Kai

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Freitag, 22. Dezember 2017, 21:29

Hallo Kai,
hier haben wir ursprünglich mit Echos begonnen. Danach hat sich die Diskussion in völlig andere Bereiche verschoben. Hätte dir jemand ein TK 248 zum Experimentieren hingestellt, dann hättest du dich wahrschein auch ein halbes Jahr daran festgebissen, so ähnlich wie ich.

Ein ganz grober Fehler der Gutachter war, dass sie die Raumakustik völlig ignoriert haben. Ich habe mich sehr ausführlich mit dem Einfluss der Raumakustik beschäftigt. Damit lässt sich fast jedes Verbiegen der Amplitudenverhältnisse erklären. Sie doch einmal in meine Gegendarstellung zum Gutachten hinein. Im Abschnitt 6.2.2.3.2 (S.36) habe ich darüber geschrieben. Typisch ist, dass der Raum (zumindest meiner) speziell die Amplitude der ersten Töne drastisch vergrößert.

Der Schlüssel zu vielen Effekten ist der in Bild 6.8 (S.41) dargestellte Frequenzgang. Damit erklärt sich, warum in den Experimenten des LKA die Umkehr der Amplitudenverhältnisse des 6. Tons gegenüber seinen Nachbarn erfolgt. Das hat mit den Telefonmitschnitten erst einmal nichts zu tun. Das ist nur der Versuch, den Lautstärkenverlauf in den Mitschnitten zu erklären. Wie man an dem Frequenzgang sieht, funktioniert das Ganze nicht, wenn die Tonhöhen alle um 14% nach links verschoben werden.

Ist es Zufall, dass es mit den Höheren Tönen der BR-Vorlage so gut passt? - Sicher nicht. Die Gutachter haben ihre Anordnung genau dafür optimiert. Könnte es für die niedrigen Tonhöhen (Telefonmitschnitt) auch eine passende Anordnung geben? - Möglicherweise. Das interessiert mich nicht wirklich. Ich will im Wesentlichen das idiotische Gutachten widerlegen.

Ich würde zu gerne auch das LKA-Gutachten veröffentlichen. Dafür habe ich allerdings nicht das Urheberrecht. Deshalb gibt es nur meine Zusammenfassung. Was ihr bislang davon mitbekommen habt, ist nur die Spitze des Eisbergs. Ich versuche mal, dir eine PM zuschicken.

Die Echos waren interessant, weil ich damit keine Erfahrung habe. Ich hatte gehofft, dass die vielleicht etwas über das Alter der Aufzeichnungen aussagen. Wäre es also sinnvoll B3-Jingles aus dem letzten Jahr vor der Tat (1981) zu suchen, oder müssen wir viel weiter zurück gehen?

@Ragnar
Es ist immer gut, über den Tellerrand zu sehen. Ich hatte auch die Information, dass der BR den C64 für die Jingles benutzt hätte. Dass es den damals noch nicht gab, habe ich dann auch gemerkt. So weit sind Ö- und D-Technik gar nicht auseinander.

Der 63-Münzer ist nicht der einzige, den es gab. Ich habe noch (weniger ausführliche) Unterlagen vom 56er und 57er die bis in die 1980er Jahre in Betrieb waren. Es wäre Aufgabe der Ermittler 1981/82 gewesen, derartige Dinge heraus zu bekommen. Mich interessiert das nur am Rande, um vielleicht andere Aussagen auf Plausibilität zu prüfen.

Gruß RoBernd
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Freitag, 22. Dezember 2017, 23:05

Hallo RoBernd,

es ist mir völlig klar, daß Raumakustik einen sehr großen Einfluß auf Frequenzgänge hat. Wer versucht, hier Pegelverhältnisse von Tönen mit den Frequenzgängen spezieller Räume zu erkären, begibt sich wie der sprichwörtliche "Esel auf's Glatteis". Es gibt nicht einen Frequenzgang, sondern so viele wie es Lautsprecher- und Mikrofon-Positionen gibt (nur leicht übertrieben).
Schade, daß du nicht gleich am Anfang gefragt hast, ob man aus der Stärke eines Bandechos auf das Alter der Aufzeichnung schließen kann. Meine Antwort wäre gewesen: wenn man garnicht weiß, auf welchen Bändern die Aufnahme zwischenzeilich gespeichert war, wie aufgewickelt war, etc. , dann wäre das Kaffesatz-Leserei.
Für Beweis-fähig halte ich unter diesen Umständen nur Merkmale, die Pegel/Frequenzgang-unahängig sind, wie zB zeitliche Abstände, Geräte-spezifische Störsignale/töne. Deshalb dachte ich, für dich spielen die Echo-Abstände zu den Jinges eine Rolle.
Nimm's mir nicht übel, aber die Eigenschaften von Münzfernsprechern fallen nicht in mein Interessengebiet.
Ich helfe gern bei technischen Fragestellungen aus Tonbandtechnik, Elektronik und digitaler Audio-Verarbeitung, probiere da auch gerne mal was aus, möchte meine Restlaufzeit aber nicht mit dem Studium von Gerichtsgutachten verbringen. Dazu habe ich zuviele andere Zeitschriften und Bücher (von pdf-Files ganz zu schweigen), die "darauf warten, gelesen zu werden".

MfG Kai

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Samstag, 23. Dezember 2017, 12:57

Schönen Dank für deine Geduld, Kai.
Ich habe bereits jetzt mehr neue Informationen als ich jemals erträumt hatte. Allerdings weiß ich noch nicht so recht, wie ich sie einordnen und auswerten kann. Ich habe wirklich nicht vor, eine Aufgabe bei euch "abzuladen", die ich freiwillig (und ehrenamtlich) übernommen habe. Ich meine auch, die meisten Themen wie Raumakustik, Einschwingverhalten und Obertöne schon selbst ausgiebig abgehandelt zu haben.

Mit den Echos kannte ich mich am Anfang so wenig aus, dass ich kaum konkrete Fragen stellen konnte. Ich habe immer vorausgesetzt, dass es Jahre braucht, bis so ein Echo entsteht. Deshalb habe ich danach auch nie gefragt. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, dass auf der Kassette des Täters bereits Echos hätten drauf sein können. Der Gedanke war für mich (dank eurer Mithilfe) völlig neu. Auch jetzt gibt es noch einen "Restzweifel". Wenn beide Mitschnitte wirklich die gleichen Echos hätten, kämen wir der Sache schon näher. Ganz eindeutig wäre das trotzdem nicht, weil beide nach dem Polizei-Mitschnitt wahrscheinlich genau gleich behandelt wurden.

Ursprünglich wollte ich nachweisen, dass die Behauptung der Gutachter falsch ist, sie hätten das Originalband digitalisiert. Inzwischen ist mir klar geworden, dass die Gutachter wahrscheinlich Recht haben.

Die Telefonsysteme sind während der Diskussion nebenbei aufgetaucht. Dafür fühle auch ich mich nicht wirklich zuständig. Wenn sich dabei neue Informationen ergeben hätten, hätte ich sie natürlich gerne mitgenommen.

Den Gedanken an die Restlaufzeit kann ich zu gut verstehen. Auch ich hätte mich kaum darauf eingelassen, wenn ich vorher geahnt hätte, dass es mich praktisch ein ganzes Jahr kostet. Für mich kommt allerdings hinzu, dass das Verbrechen ungefähr 5 km entfernt von meinem Wohnort verübt wurde. Erst in den letzten Monaten habe ich realisiert, dass das Mädchen ungefähr 200 m von der Stelle entfernt eingegraben war, an der ich inzwischen häufig einkaufe. Früher gab es dort nur Wald und Wiese.

Ich nehme es wirklich nicht übel, wenn ihr aufgrund meiner Penetranz die Lust verliert. Falls das so ist, möchte ich mich dafür entschuldigen und mich herzlich für eure Geduld und Unterstützung bedanken.

Bemerkenswert ist, dass die vorkommenden B3-Jingles bislang losgelöst vom Bayerischen Rundfunk ein Eigenleben führen. Bevor ich das Ganze abschließe, hätte ich zu gerne noch eine Bestätigung, dass sie jemals gesendet wurden. Nachdem ich mitbekommen habe, dass hier viele Freunde verkehren, die über große, alte Archive verfügen, ruft das in mir eine gewisse Hoffnung hervor.

Geruhsame Feiertage wünscht euch
RoBernd
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Montag, 25. Dezember 2017, 11:50

In der "Rundfunk-Vorlage" des Jingle sind nur geringe geradzahlige Harmonische enthalten. Es dominieren die ungeraden.
In den "anruf"en 3 & 4 dominieren die geradzahligen Harmonischen, teilweise mit Pegel um -12 dB unter der Grundfrequenz.
Hat jemand versucht, diesen Unterschied einem Gerät in der Übertragungskette zuzuordnen ?

MfG Kai

48

Montag, 25. Dezember 2017, 17:12

Ich habe mir jetzt mal den Spass gemacht und das Jingle auf meinem TK 600 bei 9,5 cm/sec aufgenommen,
dann habe ich es per Hand zurück gespult und erneut abgespielt. Diesen
Vorgang habe ich mit einem Sharp GF 9000 mit dessen eingebauten
Kondensatormikrofonen aus etwa 2 m Entfernung auf eine BASF Ferro Extra I
Cassette von 1989 aufgenommen. Ausgesteuert habe ich beide Geräte per
Hand. Selbst da höre ich auf der Cassette schon Kopierechos.

Kann
das bitte Jemand analysieren? Natürlich ist hier die Abweichung durch
die Geschwindigkeit zu berücksichtigen, die ich jetzt nicht nachgestellt
habe, allerdings kann es sein, dass der Sharp minimal schneller oder
langsamer läuft, als das AKAI GX75, mit dem ich das digitalisiert habe.
Man muss auch bedenken, dass der Sharp ein hervorragendes
Cassettenlaufwerk hat, das HiFi Werte erreicht.

https://www.file-upload.net/download-128…eTK600.wav.html

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Dienstag, 26. Dezember 2017, 12:36

Mir ist nicht so recht klar, was du mit deinem Versuch vorführen/belegen willst.
Welche Bestandteile waren daran wesentlich und worauf kam/kommt es dir dabei an ?

MfG Kai

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Dienstag, 26. Dezember 2017, 12:50

chönen Dank für eure Unterstützung :)

Obertöne

Wenn die Rundfunk-Vorlage der Ursprung der Jingles im Telefonanruf wären, müsste die Übertragungskette die fehlenden geradzahligen Harmonischen hinzufügen bzw. erzeugen.

Spezielle Übertragungskennlinien (jeder Eingangsspannung weist sie eine Ausgangsspannung zu) erzeugen allein geradzahlige Harmonische. Das sind alle quadratischen Kennlinien, also Parabeln 2. Grades. Die sind durchgebogen, wie es in der Audiotechnik nicht üblich ist. Es lässt sich aber nicht ausschließen, dass z.B. schlechte Telefon-Mikrofone so "verbogen" sind. Wenn wir die Rundfunk-Vorlage mit so einer Kennlinie verformen, entstehen in der Tat allein zusätzliche geradzahlige Harmonische. Wie groß deren Anteil ist, hängt von der Krümmung der Kennlinie ab. Es ist so technisch oft möglich, einem Ton ziemlich genau die richtige Menge hinzuzusetzten. Wohlgemerkt EINEM Ton. Die konkrete Tonfolge enthält aber vier sehr unterschiedliche Töne. Wie auch immer wir die Übertragungskennlinie biegen, es lässt sich immer nur 1 Ton auf die gewünschte Weise verändern. Mit den restlichen drei Tönen funktioniert das nicht.

Alle symmetrischen Übertragungskennlinien erzeugen allein ungeradzahlige Harmonische. Dazu gehören übersteuerte Tonbänder und Lautstärkenbegrenzer. Deshalb ist bei der Tonbandtechnik immer vom Klirrfaktor k3 die Rede. Also dem Anteil der Harmonischen mit dreifacher Frequenz des Grundtons. k2 (doppelte Frequenz) gibt es praktisch nicht. Wenn wir z.B. ein Gemisch aus allen Harmonischen durch Abschneiden der Spitzen begrenzen, dann verstärken sich die ungeradzahlligen Harmonischen und die geradzahligen verschwinden mehr oder weniger vollständig. Wir nähern uns dabei einem Rechtecksignal, das enthält nur ungeradzahlige Harmonische enthält.

Überspiel-Test

Zunächst meinen Glückwunsch an Dosordie. Du hast das geschafft, was ich bislang für unmöglich hielt.
Was meinst du mit "per Hand zurück gespult"? Die Spulen mit der Hand etwas zurück gedreht, also nicht mit Rücklauftaste?
Das entsprechende Oszillogramm habe ich einmal angehängt (Oszillogramm mit weißen Texten). Meine Interpretation der Schaltvorgänge (Großbuchstaben) habe ich dort hinein geschrieben. Ich bitte um Korrektur, wenn es so nicht stimmt.

Das erste START sieht anders aus als das zweite. Kann das am Anfang das Zurücknehmen der Pause-Taste sein?
Das erste STOP sieht anders aus als das zweite. Kann es sein, dass am Schluss noch etwas abgeschnitten ist?
Die zwei B3-Jingles sehen so aus, wie wir sie bei der Überspielung im Raum erwarten. Sehr ausgefranst.
Die Oberton-Zusammensetzung der einzelnen Töne hat sich gegenüber der Vorlage praktisch nicht verändert.

Im Vergleich dazu habe ich auch ein mit dem TK 248 erzeugtes Oszillogramm angehängt (gelbe Texte). Eine gewisse Ähnlichkeit der Tastengeräusche ist erkennbar. Mehr ist nicht zu erwarten, weil die Position des Mikrofons (recht guter Digitalrecorder) 10 cm vor der Vorderfront war (entsprechend der Polizei Konfiguration). Das TK 248 hat dort 2 Hochtonlautsprecher. Ich glaube beim TK 600 ist das anders. Der zeitliche Abstand ist ohne Bedeutung, weil es sich um einen Zusammenschnitt handelt. Die Lautstärken sind aber real. Der B3-Jingle ist ziemlich sauber, weil die Aufnahme im Freien, also ohne Reflexionen erfolgte.

Das dritte Bild stammt aus dem Telefon-Mitschnitt der Polizei 1981.

Fazit

Zunächst ist bewiesen, dass auch mit dem TK xx die Zeiten zu erreichen sind. Mir ist es nicht gelungen, weil ich beim manuellen zurücksetzten versucht habe, die Pause-Taste zu drücken. So war ich es von meinen Geräten gewohnt.
Mit der Aktion hat mir Dosordie mehr geholfen als zunächst ersichtlich ist. Ich habe nämlich bislang versäumt, auch Aufnahmen bei größerem Abstand zu machen. Sehr wichtig ist die Lautstärke der Schaltgeräusche. Selbst bei 2 m Abstand sind die Schaltgeräusche ähnlich laut wie die Töne (natürlich lässt sich das mit dem Lautstärkeregler verändern). Die Schaltgeräusche sind aber niemals so leise, wie im Polizei-Mitschnitt. Und die Polizei behauptet, dass das Aufnahmegerät im Abstand von 10 cm vor dem TK stand.

Gruß RoBernd

Nachtrag:
Nachdem Dosordie weiter unten seine Schaltfolge näher beschrieben hat, habe ich das erste Bild überarbeitet und hier angehängt.
»robernd« hat folgende Bilder angehängt:
  • Schaltung_TK600.jpg
  • Stop_Start_Jingles_Stop.jpg
  • Anrufe_3-1_4-2_schalt_jingle_6-0dB.jpg
  • Schaltung-2_TK600.jpg
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51

Dienstag, 26. Dezember 2017, 13:44

Mit deinen Anmerkungen zur Entstehung von Obertönen bin ich nicht ganz einverstanden:
Die Verstärker-Elemente in Audioverstärkern haben zunächst mal alle in niedrigster Näherung parabolische Anteile, die erst durch Verwendung von Differenzverstärkern im Eingang und durch Gegenkopplung (oder durch große Biasströme) auf geringes Maß reduziert werden. Bipolare Transistoren haben (wie Dioden) im Großen betrachtet exponentielle Kennlinien. Nur durch Wahl des Arbeitspunktes und geringe Aussteuerung wird daraus ein annähernd lineares Element. Einfache kaum oder nicht gegengekoppelte Transistorstufen haben deshalb deutliche geradzahlige Verzerrungen.
Antisymmetrische Kennlinien erzeugen nur dann nur ungerade Oberwellen, wenn sie symmetrisch um den Nullpunkt ausgesteuert werden. Bei Verschiebung des "Nullpunktes" bzw. Bias entstehen auch geradzahlige Oberwellen. Ebenso verhält es sich bei übersteuerten Endverstärkern mit unsymmetrischer Kompressionslinie bzw. Begrenzungseinsatz. Wenn ich ein Tongemisch von zB 1kHz und starken 50 Hz auf eine antisymmetrische gekrümmte Kennline gebe und eine Frequenzanalyse auf die 5ms zB um das positive Maximum des 50 Hz Tons beschränke, werde ich dort gradzahlige Harmonische der 1 kHz sehen, weil die Kennlinie dort lokal parabolische Anteile hat.
Wenn harmonische Signale unsymmetrisch geclippt werden (entweder durch stabiles unsymmetrisches Begrenzen oder infolge einer häufig dann zusätzlich noch eintretenden Arbeitspunktverschiebung), dann sind die Signale nicht mehr zeitsymmetrisch. Solche Signale haben selbst hinter einem "Rechteckformer" geradzahle Fourier-Komponenten.
Es gibt also vielfältige Ursachen für geradzahlige Verzerrungen. -12 dB sind ca 25% Oberwelle bezogen auf den Grundton. Das ist ziemlich viel und vielleicht einem Gerät der Übertragungskette zuzuordnen.

MfG Kai

52

Dienstag, 26. Dezember 2017, 13:53

Es Bedarf z.B nur ein Diktiergerät/Kassettenrecorder mit Gleichfeldlöschung/Vormagnetisierung (die mit dem Dauermagneten als Löschkopf) und man erhält "genug" K2.

Gruß Ulrich

53

Dienstag, 26. Dezember 2017, 14:26

Ich wollte lediglich versuchen, ob es ohne Anhalten der Aufnahme möglich ist, einen möglichst originalgetreuen Nachbau des Anrufs bzw. Der für die Anrufe verwendeten Aufnahme mit dem TK 600 hin zu bekommen ohne elektronische Wiederholungshilfen etc. Indem man sich einfach möglichst wenig bewegt und ruhig verhält.

Die Antwort ist, es scheint zu funktionieren. Als Technikfreak weiß man, dass es mit einfachen Mitteln möglich ist, das Jingle auch mit einfachen Recordern ohne Schaltgeräusche sauber hintereinander zu kopieren. Ich bin jetzt aber von einem Laien ausgegangen, dem es einfach nur darum ging, eine Familie zu terrorisieren, nicht um Qualität.

Einen Recorder mit permanentem Löschkopf habe ich leider nicht mehr, sonst würde ich den mit einbeziehen.

Interessieren würde mich noch, ob die Komplette Aufnahme zu langsam läuft (also ebenfalls die Schaltgeräusche) oder ob es nur auf das Jingle zutrifft, dass ja dann höchstwahrscheinlich auf einem anderen Bandgerät aufgenommen wurde, als es dann abgespielt wurde. Sind aber die Schaltgeräusche ebenfalls zu langsam wurde höchstwahrscheinlich die Cassette auf einem anderen Recorder aufgenommen als der Player, der für die Anrufe verwendet wurde.

Die Schaltgeräusche bei mir variieren, weil ich die Finger teilweise auf den Tasten hatte um möglichst schnell zu reagieren, dadurch wird das Klacken gedämpft, so ganz genau wie auf dem Originalen Audiofile habe ich das nicht hinbekommen. Am Ende habe ich mich dann zu schnell bewegt und es hat geraschelt, dieses Geräusch habe ich raus geschnitten, deshalb klingt das Stop Klacken am Ende nicht ganz aus. Ich kann das aber noch perfektionieren, wenn nötig.

Mit „mit der Hand“ meine ich, dass da nichts automatisiert war, das können ja diese Geräte auch gar nicht. Ich habe ausschließlich die Tasten Play, Rewind und Stop betätigt. Dabei war es schwer immer die korrekte Counter Position zu treffen, ich musste das ein paar mal machen. Deshalb habe ich mir auch gedacht, dass es eher wahrscheinlich ist, dass das Aufnahmegerät weiter vom TK 248 weg stand, weil die Schaltgeräusche im Originalfile nicht so laut sind. So hört man auch nicht jede Körperbewegung.

Das TK spult schon von Natur aus lahm, rückwärts muss es immer erst anlaufen, ich glaube aber, dass wenn die Gummis nicht ermüdet sind, das schneller geht, ich bin schon froh, dass ich meins so hinbekommen habe, dass es in beide Richutnungen einwandfrei spult. Mit 19 cm/sec dürfte es ja auch schneller laufen, weil die ganze Mechanik dann schneller ist, es muss aber auch mehr Band bewegt werden.

Was man noch probieren könnte um den Vorgang zu optimieren wäre einen Schaltstreifen vors Jingle zu kleben, dann hält das Band automatisch immer an exakt der gleichen Stelle an, so weit habe ich nicht gedacht.

Mir war es aber nun wichtig heraus zu kriegen, ob es sich definitiv um ein solches Laufwerk handelt, oder die Geräusche von einem anderen Gerät stammen, da seid ihr aber versierter.

Ich könnte das auch noch auf die Spitze treiben indem ich die alte Telefonanlage vom Dachboden hole, ich habe noch so ein orangenes 70er Jahre Telefon und ein W48. Wenn ich nun im einen Zimmer den Ghettoblaster und das eine Telefon platziere, könnte ich in einem anderen Zimmer das zweite Telefon aufstellen und daran mein Royal Deluxe koppeln und mit 4,75 cm/sec aufzeichnen, was der Report recht nahe kommen sollte, allerdings hätte ich dafür nur einen 4 Spur Träger.

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Dienstag, 26. Dezember 2017, 15:45

Hi,
sicher haben alle (aktiven) elektronischen Bauteile gebogene Kennlinien. Es ist die Kunst der Gerätebauer, diese Teile so einzusetzen, dass das Resultat ein Verstärker/Gerät ohne diese unangenehme Eigenschaft ist. Und meistens gelang das sehr gut.

Wir können nicht ausschließen, dass in einer Übertragungskette auch eine Fehlkonstruktion oder ein defektes Gerät stecken. Nach 35 Jahren ist es aber nicht möglich, so ein Gerät in der Kette zu identifizieren. Das ist aber noch kein Grund, vorauszusetzten, dass es das dort auch gab.

Übertragungskette:

1. Rundfunkempfänger mit elektrischem Ausgang (vom Landeskriminalamt ignoriert, dort digitaler Zuspieler)
2. Aufnahmegerät mit elektrischem Eingang und Lautsprechern als Ausgang (laut LKA ein TK 248 )
3. Unbekanntes Aufzeichnungsgerät mit Mikrofon und Lautsprechern als Ausgang
4. Telefonzelle (vom LKA ignoriert)
5. Unbekannter Telefonapparat (vom LKA ignoriert)
6. Weitgehend unbekannte Telefonleitung (vom LKA ignoriert)
7. Telefonadapter für Tonband-Anschluss (passiv mit Transformator und Hochpass)
8. Uher 4000 (1981)
9. Mir unbekanntes Abspielgerät (2006)
10. Mir unbekanntes Digitalisierungsgerät

Hier möge sich jeder selbst überlegen, wer davon der Sündenbock sein könnte und die geradzahligen Harmonischen produziert hätte. Aber Vorsicht, die originale Radio-Vorlage enthält Töne ohne und mit geradzahligen Harmonischen. Im Ergebnis (Telefonmitschnitt) sehen alle vier Töne ungefähr gleich aus. Ich habe mir nur zur Aufgabe gemacht, die Ausführungen des LKA zu widerlegen.


Die Gleichstrom-Vormagnetisierung können wir vergessen. Ja, um 1960 herum hatte ich tatsächlich so einen Löschkopf mit Magneten, der sich an das Band schwenken ließ. Den wollte ich in ein selbst gebasteltes, tragbares Gerät einbauen. Das wahre Problem war aber die Mechanik. Ab 1963 hatte ich ein gekauftes Mobilgerät mit HF-Generator. Um die Zeit kamen auch die Uher 4000 auf, die mir aber zu teuer waren.

Gruß RoBernd
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Dienstag, 26. Dezember 2017, 15:54

Um Ulrich's Anmerkung noch zu ergänzen:
Ähnliches gilt, wenn Köpfe oder Bandführungen aufmagnetisiert sind oder sogar ohne das bei HF-Vormagnetisierung und Löschung, wenn die HF-Waveform unsymmetrisch ist, was bei einfachen (nicht Gegentakt-Generatoren) leicht der Fall sein kann.

Ich möchte auch mal ins Bewußtsein rufen, daß das Nachbilden eines Geräusch-Szenarios nichts beweißt,
sowenig wie die erfolgreiche Überfahrt in einem Schilf-Floß von Südamerika zu den Osterinseln beweißt, daß die Besiedlung so erfolgt ist.
Gezeigt wird nur "könnte so gewesen sein".

Die einfachste Methode, den Radio-Jingle zweimal mit einigen Sekunden Abstand aufs Band zu kriegen (wenn er nicht schon mit Wiederholung gesendet wurde), wäre sicher, ihn zweimal mit passend positioniertem Band aufzunehmen und das ganze später auf ein portables Gerät umzuspielen, wenn nicht gleich solches benutzt wurde.
Da müßte es auch schon besondere Gründe geben, das über eine akustische Strecke statt über ein Kabel zu tun,
zB wenn das portable Gerät nur zur Mikrofon-Aufnahme fähig ist (Diktiergerät o.ä.)

MfG Kai

56

Dienstag, 26. Dezember 2017, 16:00

Es ist die Kunst der Gerätebauer, diese Teile so einzusetzen, dass das Resultat ein Verstärker/Gerät ohne diese unangenehme Eigenschaft ist.


Das ist aber eine eigentümliche Argumentation. In dieser Geräteklasse ist ein gewisser Anteil K2 üblich, Eintakttransistorstufen die weit um ihren Arbeitspunkt ausgesteuert werden erzeugen nun mal alle K2. Das TK248 (im Gegensatz zum TK600) besitzt zudem auch nur einen Eintaktoszillator, auch hierüber wird ein Anteil K2 entstehen.

Was den Dauermagneten als Löschkopf betrifft, der war praktisch bis zum Schluss der analogen Magnettontechnik in bestimmten Geräteklassen zu finden. Mal mit und mal ohne Gleichstromvormagnetisierung. Das Gleichfeld der Löschung sorgt aber immer für einen K2 Anteil.

Gruß Ulrich

57

Dienstag, 26. Dezember 2017, 16:10

Nee gemeint sind Löschköpfe mit permanentem Magneten, wie sie in billigen Cassettenrecordern bis in die letzte Generation zu finden waren. Eigenartigerweise sind mir solche vor dem chinesischen Standardlaufwerk ab Mitte der 80er, was dann in nahezu jedem mobilen Gerät drin war selten begegnet. 1981 waren auch in günstigen Geräten mechanisch meist noch recht robuste Laufwerke verbaut, die fast immer auch einen „echten Löschkopf“ hatten.

Du vergisst etwas in der Kette: Das TK 248 muss nicht das Aufnahmegerät gewesen sein, da das Jingle zu langsam läuft. Wenn die Radioaufnahme mit einem Anderen Gerät gemacht wurde, könnte es sein, dass die Geschwindigkeit dadurch abweicht.

Allerdings würde das auch bedeuten, dass die 20 Bänder, die im Keller waren mit dem selben Gerät aufgenommen sein müssten, wie das Jingle. Wenn die Geschwindigkeit auf diesen Bändern mit dem des Jinglebandes (das verschwunden ist) übereinstimmen, es sei denn ein späteres Aufnahmegerät ist dafür verantwortlich was man am Schaltgeräusch identifizieren könnte, das dann die korrekte Geschwindigkeit/Tonhöhe aufweisen müsste, weil das Diktiergerät ja die Geschwindigkeit haben müsste, eben die, die es auch bei der Aufnahme hatte. Hat das das LKA mal überprüft? Und sind diese 20 Bänder alle mal angehört worden? Es kommt ja nicht selten vor, dass Jingles mit auf vom Radio aufgenommenen Bändern als Artefakte zu finden sind.

LG Tobi

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58

Dienstag, 26. Dezember 2017, 16:26

Hallo Robernd,

ich finde es recht verwunderlich, daß du dem Verweis auf den recht hohen k2-Anteil in den Anrufen so so wenig Bedeutung beimißt.
Du suchst nach Belegen dafür, daß die Argumentation der Staatsanwaltschaft fehlerhaft ist.
Wenn du zeigen kannst, daß deine Hypothese von guter Linearität für die angeblich vom Verurteilten benutzten Geräte zutrifft und daß k2-Verzerrungen in solcher Höhe auch nicht von einer typischen Telefonstrecke und sonstigen Bestandteilen der Übertragungskette produziert wurden/werden, dann hast du einen Widerspruch zur existierenden Argumentation aufgezeigt. Es wäre nämlich ein Indiz dafür, daß offenbar ein bezüglich k2-Anteil deutlich schlechteres Gerät im Spiel war.

MfG Kai

59

Dienstag, 26. Dezember 2017, 16:39

Wenn du zeigen kannst, daß deine Hypothese von guter Linearität für die angeblich vom Verurteilten benutzten Geräte


Mal abgesehen davon abgesehen, das keiner (bis auf den Täter) wissen kann welche Gerät benutzt wurden, so herum kann es doch gar nicht funktionieren. Der Beweis das es genau dieses eine TK248 nicht irgendwie beteiligt war lässt sich doch nie erbringen. Man kann doch höchstens beweisen, das es andere Möglichkeiten als gerade dieses eine TK248 gab.

PS: Selbst defekte bzw. falsch abgestimmte/abgeglichene Rundfunkempfänger (die Quelle des Jingels?) können K2 produzieren.

Gruß Ulrich

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Dienstag, 26. Dezember 2017, 16:49

Und was beweist das schon? Es wird ja lediglich behauptet, dass das TK 248 beteiligt war, nicht dass es die alleinige Quelle für den fertigen Zusammenschnitt war. Dass zur Übertragung kein TK 248 bzw. Grundsätzlich kein stromgebundenes Gerät benutzt wurde müsste ja wohl auch dem LKA klar sein, es liegt also nahe, dass für den fertigen Zusammenschnitt ein zweites batteriebetriebenes Gerät benutzt wurde, was nicht ausschließt, dass der Zuspieler ein TK 248 war bzw. eben DIESES.

Und selbst wenn es kein TK 248 war, beweist das auch Nichts. Niemand kann jetzt noch nachweisen was für Audiogeräte der Täter oder Matzurek damals verwendet oder in Besitz hatten. Es beweist nicht mal Matzureks Unschuld, nur dass die Tat mit anderen Geräten ausgeführt wurde.