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1

Montag, 13. November 2017, 23:47

Das Bandgerät Liebhaberei vs. Nutzen

An das Forum,

wie handhabt Ihr das Thema Tonbandgeräte ? Ist es Liebhaberei und hat es nur Sammlerwert ?

Für gute Live - Tonaufzeichungen gibt es kostengünstige Alternativen, die man in verschiedenen Dateiformaten abspeichern und sogar mobil abspielen, bearbeiten und löschen kann.

Auch das Kopieren von alten Schallplatten hat leider seinen Reiz verloren und das Herunterladen von Musik aus dem Internet machen das Bandgerät fast überflüssig.

Bei mir ist es noch Liebhaberei, es sind Erinnerungen an die guten alten Zeiten und als Technikbegeisteter eine neue Herausforderung es in den alten technischen Zustand zurückzuversetzen.

Wie denkt Ihr darüber ?
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2

Dienstag, 14. November 2017, 00:00

Liebhaberei, Nostalgie und die Faszination der sich drehenden Spulen.

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3

Dienstag, 14. November 2017, 00:59

Das Bandgerät Liebhaberei vs. Nutzen

Hallo

Analog bleibt analog , es klingt einfach sauberer. Wenn ich mir die alten Schätze anhöre und vergleiche es mit Internetradio ( wobei ich mir schon Oldisender aussuche , die eine Bitrate von 192 haben ) klingt Internetradio für mich leicht pappig und leicht verzerrt. Ich vergleiche es mit einer gerade noch funktionierenden Nadel in ein Abtastsystem.
Ganz schlimm empfinde ich es bei Schlager und den aktuellen Interpreten , wo selbst gekaufte CD's zum fortlaufen klingen. Darum lege ich mir lieber mal eine Kassette ins Fach und schalte meie JVC Anlage an um Musik aus den 80ern zu hören.

MfG. Dietmar Klaus

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4

Dienstag, 14. November 2017, 09:27

Liebhaberei, Nostalgie und die Faszination der sich drehenden Spulen.
Genau!
Für den "normalen" gebrauch nutze ich Radio, CD und MP3. Wenn ich selber mit Mikros Aufnahmen mache, nutze ich auch digitale Geräte. Anfangs habe ich dafür auch eine Bandmaschine benutzt, bis ich einen DAT Rekorder hatte. Die Bandmaschine habe ich dann nur zum Überspielen benutzt. Nachdem ich aber den zweiten DAT Rekorder hatte, war das auch vorbei. Aber ab und zu laufen meine Bandgeräte dann doch. Habe mir dazu diverse Bänder zusammengestellt. Am meisten läuft eigentlich mein Uher Report, dafür habe ich mir einige Monoplatten magnetisiert, aber auch die anderen Maschinen laufen zwischendurch.
Gruß Stephan

Strom macht klein, schwarz und häßlich!

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5

Dienstag, 14. November 2017, 12:11

Warum mache ich mir Kaffee mit der LaCimbali Siebträgermaschine? Stundenlanges vorheizen, mahlen, Tampern, Tässchen vorwärmen ... genießen! Geht alles auch vollautomatisch, macht aber nicht so viel Spaß und schmeckt dann auch nicht so gut. Die Vorbereitung dient der Fokussierung auf das anschließende Event und verbessert dessen Rezeption. Das gilt für alles im Leben!
Gerhard

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6

Dienstag, 14. November 2017, 13:11

Moin, moin,

schwierig.
In früheren Zeiten sind Aufnahmen oft von Profis gemacht worden, war die Idee gewesen, einen gewissen qualitativen Standard zu erreichen und zu halten. Das ist den Leuten schon in der Ausbildung beigebracht worden.
Heute kann jeder selber mixen und aufnehmen; nur hat „jeder“ es nicht unbedingt gelernt. Verbreitungsfeld dieser „jeder“ ist in der Regel nicht die Schallplatte, sondern das digitale Format. Und so nehmen wir es wahr.

Hinzu kommt, dass sich ein Wettbewerb etabliert hat, der nicht unbedingt mit „Musik“ und „optimaler Wiedergabe“ zu tun hat.
Es ist zweifellos nicht so, dass in früheren Zeiten Aufnahmen, insbesondere Gebrauchsmusik-Aufnahmen nur für die gemacht worden sind, die das Ergebnis qualitativ zu schätzen wussten. Im Gegenteil: Gedudel hat es auf der Abspiel-Seite schon immer gegeben, und zwar mit einem großen Anteil am Markt.
Trotzdem hat sich da etwas verändert. Während man früher einen Mindeststandard bei der Aufnahme zu erfüllen gesucht hatte, weil die „Hersteller“ es halt so gelernt hatten, wird heute – zumindest bei der Populär-Musik – eher auf die Zielgruppen- bzw. Abspielsituation hin gemastert: Musik im Auto, Musik beim Joggen usw. Es wird „laut“ und mit geringer Dynamik gemischt. Das geht so weit, dass die Plattenfirmen kürzlich angekündigt haben, die Dynamik-Kompression bei der Aufnahme („Loudness-Race“) wieder zurück zu nehmen, weil die Ergebnisse einfach nicht mehr anhörbar wären: zudem ermüdet die geringe Dynamik den Hörer, der in der Folge möglicherweise weniger konsumiert.
Auch die europäischen Sender haben inzwischen das Rennen beendet: EBU-R-128. Was nicht heißen soll, der Standard sei optimal.

Eine Beschränkung der Kompression bei der Herstellung eines Masters hat natürlich keinen Einfluss auf die nachträgliche Kompression und Filterung auf Sender-Seite, auf Medium-Seite (Herstellung der Platte, Dateiformat) oder auf Verstärker-Seite (DRC, Night Mode usw.).

Ein Zwischenverwerter hat die Möglichkeit, nachträglich an dem ihm für die Produktion oder die Sendung gelieferten Master herum zu schrauben: vor einigen Jahren hat der NDR eine Live-Aufnahme aus dem eigenen Studio bei der Sendung verhunzt: die beiden Sendungs-Stunden waren gleichzeitig gespielt worden. Ich rief dort an und erfuhr, der zuständige Redakteuer sei schon nicht mehr im Büro, man lasse das jetzt so laufen und würde die Sendung wiederholen. Als ich dann am folgenden Tag mit dem Redakteuer sprach sagte der mir, die Stimme des Sängers sei ja auch nicht mehr so, wie vor Jahren. Er würde die Sendung nicht nur kürzen, sondern auch „anhübschen“, ein paar Filter und eben die Kompression drüber laufen lassen. Was kann das Datei-Format dafür?

Anhand bekannter Aufnahmen kann man feststellen, dass sich Erstauflagen von Platten von Wiederauflagen in Sachen Kompression usw. unterscheiden, an den jeweiligen „Zeitgeist“ angepasst worden sind. Dazu kommen die offiziell „remasterten“ Produktionen: „verbessert“ oder nur „entknackst“ und nebenbei weich gespühlt?
Per File kommen heute oft die neuen Mixes auf den Markt.

Man kann dem Medium nur bedingt einen Vorwurf machen, wenn Musik nicht klingt. Was lieblos hergestellt worden ist, sieht nur in Dunkelheit akzeptabel aus.
Hinzu kommt, dass manch „Format“ konzeptionell eher nicht geeignet ist, beispielsweise eine laute Aufnahme zu transportieren: MP3 zum Beispiel. Das hört man dann. Hinzu kommt, das eben vor allem digitale Veröffentlichungsformen eher der Kompressionssucht ihrer Verbreiter anheim fallen.
Das führt in der Summe dazu, das die verbreitetste Verbreitungsform langsam aber sicher mit der uninspiriertesten Klang-Qualität assoziiert wird. Leider, weil sie so gemacht wurde. Wie wäre das wohl, würde man heute industriell vorbespielte Bänder kaufen können?

Und nicht vergessen: Auch bei der Schallplatte hatte es Nach-Veröffentlichungen gegeben, die nicht mehr dem ursprünglichen Standard entsprochen hatten. Kann das Medium etwas dafür? So haben die Amerikaner schon in den ausgehenden Vierziger Jahren neidisch zu den Briten geschaut, weil die Herstellungswerkzeuge für Schallplatten in den USA weit länger verwendet worden waren, als in Europa: das hatte dazu geführt, dass z.B. die amerikanische Audio in dieser Zeit eine regelmäßige Kolumne über Plattenproduktionen der Briten eingeführt hatte.

Das Digital-Bashing finde ich auch deshalb nicht angemessen, weil wir dabei außer Acht lassen, dass Aufnahme-Verfahren schon etwas länger digital sind, man auf deren Grundlage schon früher beispielsweise Schallplatten gepresst hat. Zumindest habe ich die eine oder andere Scheibe, die das „digital“-Signet zeigt. Darunter auch respektable Produktionen. Die Frage ist halt, „wie geht man damit um“?

Insofern stellt sich mir die Frage nach dem Sinn oder Unsinn des einen oder anderen nicht. Digitale Formate an sich haben Ihre Berechtigung.

Mir gefällt allerdings ihre Haptik nicht.
Mein heimischer digitaler Ablagekasten ist nämlich ein großer Gleichmacher. Vermeintlich wertige Aufnahmen sind dort für mich nur in der Erinnerung bzw. Imagination „wertig“, oder halt unmittelbar beim Anhören. In der Lagerung unterscheiden Sie sich in Nichts von dem Bild einer beim Pupsen grinsenden Katze, das mir ein Bekannter aus irgendwelchen Gründen gemailt hat und das mir aus der Mail zu löschen bislang zu aufwendig gewesen ist. Wie viel anderer Unsinn in diesem Kasten, der stetig anschwillt, auch: beide, der Kasten und der Unsinn.
Es gibt allerdings auch eine ganze Reihe von Menschen, für die Musik (oder deren Wiedergabeanlagen) lediglich eine untergeordnete Bedeutung hat. Für die hat sie bestenfalls zum Zeitpunkt der Abspielung einen Wert. Denen ist es eher egal, ob sie aus dem Radio oder von der Festplatte kommt. Die haben dann auch keinen „Besitzerstolz“ und auch eher keine Zeit, sich mit der Frage nach dem richtigen Medium auseinander zu setzen. Die sammeln Briefmarken, Urlaubsreisen, was auch immer.

Schallplatten, Cassetten, Tonbänder, CDs usw. haben darüber hinaus noch einen weiteren, erlernten Wert. Denn sie sind vorhanden, greifbar. Musik an sich ist das nicht! Sind digitale Dateien, die auf einem Computer, auch real?
Ich mache mir keine Sorgen, dass ein Magnetband versehentlich gelöscht werden, dass eine Platte oder CD verkratzen könnte. Ich bilde mir ein, ich kann das vernünftig behandeln, fasse CDs beispielsweise nicht auf der Datenseite an. Friedrich Engel‘s Zeitschichten-Datei habe ich hingegen gleich mehrfach kopiert abgelegt, damit sie nicht verloren geht … Ist wirklich real, was ich nicht anfassen kann? Neandertaler!

Und dann gibt es da (oder nicht?) die Psycho-Akustik. Spätestens seit den vierziger Jahren wird diskutiert, welche Nebeneffekte die Machart einer Aufnahme auf uns hat, was sie auslöst. Stress? Assoziationen?
Gleichmäßige „Lautheit“ löst Stress aus. Das scheint zumindest Stand der wissenschaftlichen Forschung. Auch bestimmte Verzerrungen, fehlende Frequenzbereiche usw. scheinen etwas mit uns zu machen. Und was ist mit Musik, die aus einem akustischen Nirwana kommt?
Räume rauschen. Mehr oder weniger. Vielleicht ist es die Summe von Nebengeräuschen, von Vielfach-Reflexionen, die dafür sorgt, dass ein Raum die Anmutung eines stetigen Klanges hat bzw. von uns mit einem solchen wahrgenommen wird. Was aber ist mit der digitalen Aufzeichnung, wenn sie auch noch direkt am Instrument abgenommen worden ist, den Raum ausgeschlossen hat? Was ist mit Computer-generierten Tönen? Momentan höre ich von draußen Straße und Autobahn: ein Klangteppich. Der hat mit Musik auch nichts zu tun, selbst dann nicht, würde ich sie jetzt abspielen. Er ist trotzdem da: normal. Das Nirwana auf der digitalen Aufzeichnung? Auch „normal“?
Ein Tonband, eine Cassette und auch eine Platte erzeugen ein Eigen-Geräusch bei ihrer Abspielung. Das hat eine eigene Entität und das sorgt dafür, das bestimmte Signale „verrauschen“. Das mag mit der Musik, die das Medium speichert, nichts zu tun haben. Eine CD und auch ein Soundfile sollten kein Eigengeräusch erzeugen. Fehlt es uns?
Der harte Anriss einer Gitarrenseite, der Schlag auf ein Becken erzeugen nicht nur das Schwingen des Klangkörpers, sondern auch Reaktionen im Raum. Die könnte ein Mikrofon aufnehmen. Wird es aufgenommen? Der Abhörraum könnte solche Reflexionen auch erzeugen? Und wenn man Kopfhörer trägt? Ein Tonband erzeugt nicht selten eine Rauschfahne. Eine Sounddatei eher nicht.

In der Familie habe ich jemanden, der ist „rot-grün-blind“. Wie er die Welt sieht, kann ich mir nicht vorstellen. Dass er sie so sieht, wie ich es täte, würde ich die Farben einfach nur ausfiltern, kann ich mir nicht vorstellen.
Tatsächlich habe ich keine Ahnung, hat niemand eine Ahnung, wie irgendjemand anders in dieser Welt etwas wahrnimmt. Erkenntnis-Theorie. Erstes Semester. Einführungsveranstaltung.

Wahrnehmung ist eine Summe von weitergeleiteten Reizen, Reaktionen des eigenen Körpers darauf, Reaktionen anderer darauf, sowie eigener Assoziationen und Erinnerungen. Das meint: wir hören nicht nur mit den Ohren. Wie groß der Anteil des Mediums der Musikspeicherung am Hör-Erlebnis ist, mag ich nicht sagen.
Allerdings habe ich mal einen „Boxentest“ gemacht, mich nach mehreren Stunden mit mir auf die „beste“ Box (zwei!) geeinigt, bin dann kurz aus dem Raum gegangen, und habe mir hinterher die Frage gestellt, warum ich ausgerechnet diese eine Box (immer noch ein Paar) für „ausreichend“ befunden hatte. Hatte sie wirklich ihren Klang verändert?
Mir wurde einmal von einem Blind-Test berichtet, den ein Boxen-Hersteller mit dem Schreiberling eines Audio-Magazins gemacht hatte. Der hatte, ohne „blind“, Boxen bewertet, sie beschrieben. Dann wurde der Blind-Test gemacht und er hatte, mit gleicher Wucht der schreiberischen Überzeugung, plötzlich einen anderen Boxen-Favoriten vertreten. Hatten die Boxen wirklich ihren Klang verändert?
Kaum ein Mensch ist übrigens tatsächlich in der Lage, sich rein an einen Klang zu erinnern. Psychologie. Etwas später im Semester.

Nochmal ein Boxentest. Aus einem Test für ein paar Schätzchen, an denen ich zur Zeit schraube, las ich einmal heraus, der Tester hatte sich erst an die Abbildung der Boxen gewöhnen müssen, bevor er in der Lag gewesen wäre, die Authentizität der Wiedergabe dieser Geräte einzuschätzen.
Mal ehrlich: hat sich von uns schon einmal einer an den Raum gewöhnen müssen, in dem Musik gemacht wurde, an das Instrument gewöhnen müssen, mit dem Musik live gemacht wurde, nur um herauszufinden, ob es klingt, wie ein Instrument, mit dem Musik gemacht wird?
Hingegen habe ich die Möglichkeit, mich an eine Interpretation zu gewöhnen. Dann werden die Boxen, der Verstärker, das Medium, der Ton-Ingenieur wohl eine Interpretation machen ...

Tschüß, Matthias

Siehe auch:
http://www.zeit.de/zeit-wissen/2012/02/Loudness-War
https://www.soundandrecording.de/tutoria…er-rudi-ortner/
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

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7

Dienstag, 14. November 2017, 13:18

Bis Mitte/Ende der 1990er Jahre war meine Bandmaschine (zuletzt GX-636 DB) für mich tatsächlich ein Nutzgerät. Aktuelle Musik habe ich damals praktisch ausschließlich auf Tonband aufgenommen.

Die Anschaffung eines MD-Decks (Anfang 1997) und eines CD-Brenners (1998) setzten dem ein Ende. Heute habe ich nur noch (besser: wieder) aus nostalgischen Gründen eine Bandmaschine.

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8

Dienstag, 14. November 2017, 16:14

Früher dachte man an die Zukunft ...

In alten Zeiten als es noch keinen FM-Rundfunk gab wurden alle NF-Einspielungen egal ob vom Band, dem Mikro oder der Platte in sehr hoher Qualität gehalten, praktisch HiFi (ca. 15kHz). Dann wurde mit den Mittelwellen-, Langwellen- oder Kurzwellensendern mit einer Bandbreite von 4,5 kHz gesendet. Warum der Aufwand? Man wollte die Tonarchive mit zukunftsträchtigem Material füllen. Genauso wie man einen Kameramann der Bayerischen Rundfunks lange vor 1967 mit der Forderung nach Farbaufnahmen nervte. Man dachte an die Zukunft.
An welche Zukunft denken die heutigen sogenannten Musikproduzenten? ?(
Jürgen

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9

Dienstag, 14. November 2017, 16:33

moin moin,

warum bandgerät ?
ich wurde in jungen jahren damit infiziert, bei uns im haushalt war alles an unterhaltungselektronischen gerätschaften eigenbau.
schaltzentrale war eine " truhe " von etwas mehr als kühlschrankgröße, massivholz.
enthalten waren ein rundfunkempfänger mit funkempfangsmöglichkeit: polizei, feuerwehr, krankenwagen und reichsbahn.
eine etage tiefer eine bandmaschine mit 30 cm tellern und 2-spur stereo, 3-motorenlaufwerk.
noch tiefer eine endstufenabteilung + elektronik für die bm.
alles in röhrentechnik, damit konnte man auch gut heizen ;)
die skala vom radioteil war eine glasscheibe mit markierungen aus mutti's nagellack für die diversen sender.
hiervon ist mir einer besonders im gedächtnis geblieben, RIAS, samstags vormittag gab's da eine sendung, HITS A GOGO, oder so ähnlich.
die hat mein vater immer gehört und ich.
damit wir den hören konnten hatte mein alter herr extra eine abgestimmte antenne gebaut, nur für den riaskanal auf ukw.
später kam dann ein tesla b41 halbspur mono dazu, das habe ich dann benutzt bis der kombikopf völlig runter war.
ich hab's dann zur reparatur gebracht, muss so um 1976 gewesen sein und ich musste 10 monate warten bis das teil fertig war.
hat 127,- mark gekostet, hab ich von der lehrlingsrente bezahlt.
an weihnachten '89 war ich in hamburg und habe mir eine akai gx 630 mitgebracht, die kohle hatte ich mir von einem kumpel geliehen.
das teil läuft noch heute recht oft.
ich habe zwar meine ganze musiksammlung auf einem musikrechner, aber wenn ich mal so richtig abdriften will wird die bandmaschine oder der plattenspieler angeschmissen.
es ist einfach was anderes ein band einzufädeln oder eine platte aufzulegen als ein paar mausklicks, da wird sich wohl auch nichts mehr ändern bei mir.

reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )

10

Dienstag, 14. November 2017, 17:33

Ich habe gar keine Bandmaschine, dafür aber mehrere Kassettendecks.

Und die werden auch regelmäßig benutzt - und zwar aus nostalgischen Gründen!

Nachdem die Kassette fast 30 Jahre lang mein Hauptmedium war, stieg ich um die Jahrtausendwende nach und nach auf CD-R um. Die alten Kassetten samt Decks wurden nach und nach verkauft, unwiederbringliche Aufnahmen wurden vorher auf CD übertragen.
Das ging auch eine Weile gut, ich war auch recht zufrieden (viele meiner letzten Kassetten leierten, den Klang hatte ich zuletzt eher als dumpf in Erinnerung - was aber daran lag, dass ich früher meist kein optimales Aufnahmedeck verwendete).

Nach vier Jahren (spätestens) merkte ich, dass mir irgendetwas fehlte. Die Haptik der Kassetten und Kassettendecks. Auch erinnerte ich mich, dass ich früher mal einige wenige Decks hatte, mit denen man sehr gute Aufnahmen machen konnte. Dann las ich auch immer wieder in den bekannten HiFi-Foren, was man doch alles aus so einer Kassette an Klang herausholen kann. Hinzu kam dann noch, dass manche gewünschten alten Alben gerade nur auf MC bei eBay erhältlich waren, und ich ärgerte mich immer öfter, dass meine gebrannten CDs eben nicht von jedem Player gleich gut ausgelesen wurden. Also wollte ich es noch mal versuchen mit der guten alten Kassette. Es begann erst mal "nur" mit einem kleinen Grundig CR-485 und so einigen gebrauchten Kassetten aus den 70ern und 80ern, die man vor 10 Jahren noch hinterher geworfen bekam. Und ich wurde überzeugt: das Kassettenformat durfte bleiben, und zwar endgültig!

Inzwischen habe ich sogar mehr Kassetten als damals, aktuell sind 6 Kassettendecks einsatzbereit. Die Aufnahmen klingen wesentlich besser als meine ursprüngliche Sammlung, da ich die "richtigen" Aufnahmedecks für mich gefunden habe (Yamaha K-560, 960, 850 und KX-690, teils mehrfach vorhanden). Ich überspiele durchaus mal MP3s auf Kassette. Ob das Sinn macht oder nicht, für mich macht es jedenfalls Sinn! Ich brauche einen Tonträger, den man anfassen und anschauen kann! Das kannte ich jahrzehntelang gar nicht anders. Und da liegt in Sachen Haptik die Kassette vorne, im Vergleich zur CD. Das vertraute Klacken der Hubmagnete bei den älteren Yamaha-Decks, irgendwie gehört das fast dazu.
CDs werden auch heute noch von mir gebrannt, es kommt auf den Inhalt oder auch die Länge des gesamten Materials an, ob ich nun CD oder Kassette als Medium wähle. MP3 höre ich nur unterwegs mal (per Handy). Zu Hause laufen bei mir fast nur die klassischen Medien LP, Kassette und CD.
Gruß
Michael

Kassetten-Wiedereinstieg 2007 nach längerer digitaler Phase


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11

Samstag, 18. November 2017, 10:51

Ganz schlimm empfinde ich es bei Schlager und den aktuellen Interpreten , wo selbst gekaufte CD's zum fortlaufen klingen.

Das mußte ich leider auch schon mehrfach feststellen. Ich werde den Gedanken einfach nicht los, dass früher die Technik in den Aufnahmestudios hochwertiger war als dies heute der Fall ist. Wo einst eine analoge Bandmaschine von Studer, AEG oder Telefunken oder eine digitale Mitsubishi X-86 (Baugleich mit AEG MX-86) zur Aufnahme des Masterbandes diente, verrichtet heute ein Apfel-Rechner oder ein Chip-Recorder aus China seinen Dienst. Das Gleiche gilt für Mixer, Mikrofone und andere Komponenten.

AEG MX-86: https://www.youtube.com/watch?v=kNaF6NM71go

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Samstag, 18. November 2017, 14:49

Frage: Das Bandgerät Liebhaberei vs. Nutzen

Antwort: bei mir reine Liebhaberei, Erfüllung von Jugendträumen, Befriedigung von Spieltrieb mit (für mich) technisch überschaubaren Geräten bei deren Wartung, Pflege und Reparatur man nicht dümmer wird. Das ist manchmal wie ein gutes Kreuzworträtsel: Fragestellung (=Erfassung des Problems), Lernprozess (=wie funktioniert das, wie kann man das Problem lösen) und Anwenden des Erlernten (= Reparatur und anschliessendes persönliches Glücksgefühl).

Ansonsten kann ich mich den Worten von Matthias M nur anschliessen: Daten und Dateien sind zwar real existent (= gespeicherte Binärcodes auf einem Speichermedium) aber für mich nicht (er)greifbar.
Am guten Wein interessiert mich ja auch nicht dessen molekulare Zusammensetzung sondern seine Entfaltung im Gaumen. Übertragen bedeutet das für mich: Musik-/Klangfiles sind auf "mikroskopisch kleine Ebene" herunter transformierte "Medien". Da kann man nichts sehen und nichts anfassen. Der Mensch ist aber ein "Augen- und Anfaß-Tier" (in der Regel jedenfalls...)

Im Übrigen kann ich zu folgendem nur sagen...

Zitat

... Ich werde den Gedanken einfach nicht los, dass früher die Technik in den Aufnahmestudios hochwertiger war als dies heute der Fall ist. Wo einst eine analoge Bandmaschine von Studer, AEG oder Telefunken oder eine digitale Mitsubishi X-86 (Baugleich mit AEG MX-86) zur Aufnahme des Masterbandes diente, verrichtet heute ein Apfel-Rechner oder ein Chip-Recorder aus China seinen Dienst....

...die heute erzeugten Ergebnisse sind (wie Matthias M schon treffend schreibt) nicht so, weil mit der aktuellen Aufnahmetechnik nichts Besseres herauszuholen wäre. Die Musikproduktionen werden einfach der Abhörsituation der meisten Konsumenten angepasst. Ein Großteil der Konsumenten empfindet die dargebotene Qualität als "gut" oder zumindest als "befriedigend" und will nichts anderes. Zumal das "Andere" ja vielleicht auch mehr Mühe macht. Und da nun mal die Wiedergabe-Treue eines Smartphone-KH-Verstärkers samt der angeschlossenen Kopfhörer ihre Grenzen hat, wird die Konserve darauf hingetrimmt, mit diesem "Volks-Equipment" das bestmögliche (und leicht verkäufliche) Resultat zu erzielen. Spielt man das Ganze auf einer hochwertigen Anlage ab, werden die Schwächen deutlich bzw. es klingt fürchterlich. Die Konserve ist einfach nicht für eine "klassische Wiedergabe-Anlage" gemacht. Das ist im Übrigen nicht neu: erinnern wir uns an die alten Hit-Sampler auf Vinyl. 10 Songs pro LP-Seite, gequetscht geschnitten und gepresst. Klangerlebnis: "grottig".

Soweit mein Senf...

Gruß
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »PeZett« (18. November 2017, 16:40)


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13

Samstag, 18. November 2017, 16:41

Ich finde das immer ein wenig leicht daher geredet wenn behauptet wird das heutzutage nur noch musikalischer Schrott die Tonstudios verlässt. M. E. wird heutzutage genauso ernsthaft produziert wie das früher auch der Fall war. Natürlich war und ist das immer auch eine Frage des Zielmarktes. Schließlich hat früher nicht jeder K-Tel Sampler gekauft und heute kauft auch nicht jeder Bravo Hits o.ä. Sampler...

Zustimmen tue ich jedoch im Bezug auf die Haptik der Magnetbandtechnik. Ich kann da auch nur sagen das ich gerne die Zeiger zappeln und die Spulen drehen sehe. Was nun den "Klang" betrifft so gehöre ich nicht zu den verfechtern einer Theorie des absoluten Klanges. Ich überlasse das meinen Ohren. Die haben einen gewissen Anspruch sicherlich aber keinen Fetisch eingebaut....

VG Martin

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Samstag, 18. November 2017, 17:08

Die Musikproduktionen werden einfach der Abhörsituation der meisten Konsumenten angepasst. Ein Großteil der Konsumenten empfindet die dargebotene Qualität als "gut" oder zumindest als "befriedigend" und will nichts anderes. Zumal das "Andere" ja vielleicht auch mehr Mühe macht. Und da nun mal die Wiedergabe-Treue eines Smartphone-KH-Verstärkers samt der angeschlossenen Kopfhörer ihre Grenzen hat, wird die Konserve darauf hingetrimmt, mit diesem "Volks-Equipment" das bestmögliche (und leicht verkäufliche) Resultat zu erzielen. Spielt man das Ganze auf einer hochwertigen Anlage ab, werden die Schwächen deutlich bzw. es klingt fürchterlich. Die Konserve ist einfach nicht für eine "klassische Wiedergabe-Anlage" gemacht.

Das klingt für mich einleuchtend. Eine klassische HiFi-Anlage, wie sie vielleicht die meisten von uns noch haben, kennt heute kaum noch jemand. Entweder wird über Kopfhörer, Ohrstöpsel, irgendwelche Brüllwürfel oder auf der heimischen 7.1 Anlage gehört, welche meiner Meinung nach für die Wiedergabe von Stereo-Aufnahmen (2.0) ebenfalls nicht optimal ist.

Um wieder auf das Ursprungsthema zurückzukommen: Ich habe mir vor gut einem Jahr eine sehr gut erhaltene ReVox A77 MKIV (4-Spur) zugelegt, und dass aus rein nostalgischen Gründen. In meiner Jugendzeit (80er Jahre) habe ich ausschließlich mit Tonbandgeräten gearbeitet, weil die Cassettentechnik in der damaligen DDR einfach nicht ausgereift war. Auch sonst konnte ich mich nie so recht mit der Compact-Cassette anfreunden, vor allem wegen der viel zu kurzen Spieldauer. Mein erstes Tonbandgerät, mit welchen ich gearbeitet habe, war das BG 23 von meinem Großvater Mitte der 70er. Als dies nicht mehr so richtig wollte, kam ein Unitra ZK 246 ins Haus. Bis auf zwei defekte Glühlampen und einen ausgeleierten Riemen lief das Gerät ohne jede Störung. 1987 hatte ich mir für 1500 Ostmark dann noch ein gebrauchtes Uher Royal DeLuxe gekauft. Obwohl wesentlich älter war es den seinerzeit erhältlichen Tesla B115 und B116 technisch haushoch überlegen. Beide Geräte habe ich 2005 an einen Sammler verkauft.

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Samstag, 18. November 2017, 18:09

Ich finde das immer ein wenig leicht daher geredet wenn behauptet wird das heutzutage nur noch musikalischer Schrott die Tonstudios verlässt. M. E. wird heutzutage genauso ernsthaft produziert wie das früher auch der Fall war.


Natürlich darf man das nicht pauschal sagen. Aber es ist doch schon signifikant, dass seit einigen Jahren viele populäre Veröffentlichungen nun mal bescheiden klingen, wenn man die Konserve mal über etwas anderes wiedergibt als ein Auto-Radio oder ein Smartphone. Musikalischer Schrott ist das nicht unbedingt... ...in jedem Falle aber klanglicher Schrott (zumindest in meinen Ohren). Selbst bei Künstlern, die für einen gewissen Anspruch bekannt sind, geraten die klanglichen Ergebnisse ihrer Publikationen teilweise recht minderwertig. Die letzte Veröffentlichung von B.Springsteen zB klingt als CD auf "normaler" Anlage wiedergegeben einfach nur unterirdisch. Und die bereits 2009 veröffentlichte Scheibe "The Pursuit" von J.Cullum entfaltet ebenfalls einen Klangteppich, der kaum auszuhalten ist. Als ich dieses Machwerk (das im Übrigen musikalisch völlig ok ist) erstmalig hörte, dachte ich an eine Produktionsfehlcharge. Späteres Anhören einer anderen CD belehrten mich eines Besseren: das Ding ist einfach mies aufgenommen. Dies sind nur einige Beispiele, die mir jetzt spontan einfallen. Ausnahmen und Ausrutscher? Nun ja... ...ich habe den Eindruck, es werden immer mehr. Zumindest bei der populären Musik. Im Jazz- und Klassik- oder im Independant-Genre scheint mir die Welt noch in Ordnung. Andere Zielgruppe halt...

Nun will ich aber wieder auf den Eingangsthread einbiegen und mein OT beenden.


Gruß
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Sonntag, 19. November 2017, 00:06

Für mich gilt ganz klar: Der Gebrauch von Tonbändern ist Spielerei. Ich bin ein Kind der CD-Zeit. Mein erster eigener Musikdatenträger ("Happy Nation" von Ace of Base) war eine Polycarbonatscheibe. Das hat mich aber nie daran gehindert, Tonbandmaschinen toll zu finden. Ein Bekannter meiner Eltern, bei dem wir mal Silvester gefeiert haben, hatte so ein Teil im Wohnzimmer stehen und ich war völlig fasziniert. Eine Weile später durfte ich als Schülerpraktikant bei einem Radiosender selbst an der Bandmaschine aufnehmen und schneiden. Durch Hilfe aus diesem Forum bin ich zu dem Schluss gekommen, dass das eine Studer A812 gewesen sein muss. Schon damals wurde mit erzählt, dass das eine aussterbende Technologie sei, aber sie war halt trotzdem schön - aber für einen Schüler selbstverständlich überhaupt nicht leistbar, wenn man mit einer Grundig-Kompaktanlage auskommen musste.

Als Abiturient legte ich mir eine Yamaha-Stereoanlage zu: CD-Wechsler, Receiver und MD-Recorder. Letzter macht inzwischen Zicken, der Rest tut aber seinen Dienst. Aber allen Silberscheiben zum Trotz: Die Faszination für die großen Spulen blieb. Deswegen und nur deswegen habe ich jetzt die Konsequenz gezogen und mir eine revidierte Revox A77 gekauft. Um meine eigenen Musikzusammenstellungen zu machen und zu hören. Mehr nicht. Ginge es mir nur um das Arrangieren von Musik - ich müsste das Smartphone nehmen. Aber das ist es nicht. Es ist eine Frage der Haptik. Des "Anfassen wollens". Deswegen sind für mich MP3-Downloads auch ein no-go. Ich will meine Musik in die Hand nehmen können - ob nun auf der CD, der MD oder dem Magnetband. Ich fand viele Umschreibungen, die meine Vorredner dafür gefunden haben, großartig, weil ich mich perfekt darin wieder finde. Es ist ähnlich für mich wie beim Schreiben. Ich habe eine Sammlung von Füllfederhaltern und Tintenfässern und ich freue mir einen Ast, wenn ich eines meiner Schätzchen mit einer schönen Tinte füllen und es benutzen kann. Genauso hat es was Erhebendes, mit CDs, MDs oder Bändern rumhantieren zu können. Und gerade letztere haben eben ihren Reiz dadurch, dass man beide Hände braucht, um sie einzulegen. Bei einer CD ist das einfach wegen der Größe bedeutend schwieriger.

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17

Sonntag, 19. November 2017, 13:42

wie handhabt Ihr das Thema Tonbandgeräte ? Ist es Liebhaberei und hat es nur Sammlerwert ?
Sammlerwert würde ich begrenzt sehen. Hängt mehr von Seltenheit und Erhaltungszustand als von dem tatsächlichen Klangpotential des Gerätes ab. Auch muss man immer erst mal einen Käufer finden der sich ebenso für das gleiche Gerät interessiert wie man selber.

Die Taschen werden also nicht unbedingt voller bei dem Hobby.

Andererseits halten sich die Kosten m. E. doch verglichen mit dem was man sich sonst. heutzutage so leisten kann in Grenzen. Je näher man sich jedoch der Spitze des Eisberges näherte desto exorbitanter können die Inveatitionen werden. In der Spitze wirds dann also exponentiell. Allerdings gibt es m. E. genug Nischen wo man auch ne Menge Spaß für wenig Geld haben kann.

VG Martin

18

Freitag, 24. November 2017, 19:25

Ich oute mich mal wieder als technischer Waldmensch.
Nehme brav die (immer weniger werdende) Musik mit Langzeitgefallensgarantie mit Bandmaschine auf.
Die Platten sind verkauft, 300 Cds liegen in Kisten auf dem Dachboden, die will niemand.
DAT wurde mir schnell langweilig, Kassette war mir “zu unsichtbar im Gerät versteckt“.
Musik ist für mich Drehen, Bewegung, Auspacken, Einpacken, Wegstellen, Regal umräumen, Maschine pflegen, wieder Bewegung der Bobbys, Spulen.
Hab noch nie im ganzen Leben Musik runtergeladen.
Bin jetzt 55.

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19

Freitag, 24. November 2017, 20:39

Sicherlich könnte ich die Musik, die ich hören möchte, auf CD´s brennen. Hat aber keinen Reiz. Ich habe Beethovens Synfonien auf CD. Von Schallplatte klingen sie einfach (für mich) besser. Und: da dreht sich was für mein Auge und ich freue mich daran ! Genauso ist es eine Zeremonie, ein Band einzufädeln und die Musik sich "drehen zu sehen". Neue Titel, die mir gefallen, kommen aufs Band. Und das läuft bei mir sogar auf Feten ... und alle sind begeistert. Es ist Nostalgie. Keine Frage. Und für mein nachlassendes Gehör auf jeden Fall nicht schlechter in der Qualität. Schallplatten und Bänder digitalisieren ??? Niemals im leben. Ich bin mit der Technik groß geworden und sie hat mich immer fasziniert. Analogfreak halt.......
meine Spielzeuge: Philips N4520, Akai GX635D, ASC 6004 und 5004, Revox A77, Dual TG29, Uher Report4400 und RdL, Lenco L75, Braun PS500, Marantz PM7200, Saba 9241 T+A t160, Elac EL160 u.a.

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20

Freitag, 24. November 2017, 22:08

Das Bandgerät Liebhaberei vs. Nutzen

Heutzutage ist es reine Liebhaberei, früher war es Beides. Als ehemaliger staatlich geprüfter Schallplattenunterhalter (für alle Westler DJ) hatte das Tonbandgerät für mich einen sehr hohen Nutzen, an Platten (internationale) ist man ja nicht herangekommen. Aber das ist schon über 40 Jahre her und fast nicht mehr wahr. Da ich letztes Jahr meine Tonbänder wieder gefunden hatte, war natürlich der Drang nach einem Tonbandgerät sehr groß - und nun habe ich ein paar. Es macht einfach Spaß die alten Bänder zu hören und auch neue Aufnahmen zu machen. Ich habe aber den Verdacht, dass heute viel mit der heißen Nadel gestrickt wird, die Qualität der gesendeten Titel war damals besser.
Viele Grüße
Eckhard

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21

Samstag, 25. November 2017, 11:23

Ja die Qualität war früher viel besser. Heute sind die (meisten) Titel verlustbehaftet komprimiert und bis zum Ende in der Dynamik komprimiert.
Hatte gestern erst versucht in einer Sendung "Maxis maximal" was mitzuschneiden. Die Aussteuerung stand ständig am oberen Limit.

Gruß luedre
Fostex R8; REVOX B77; Uher 4200 Report IC, Uher 4000 L, Tesla B115; Tesla B90; Tesla B56; Tesla Start; Technics RS AZ7;

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22

Samstag, 25. November 2017, 12:43

Früher wurde in HiFi-Qualität gesendet, heute leider nur noch komprimierter Digitalmüll. Maxis Maximal auf RSa wird nur mit 192kb/s gestreamt. Ich habe vor einiger Zeit eine Seite von einem DJ aus den USA entdeckt, wo man sehr viele aufwendig digitalisierte Maxis aus den 80ern in Top-Qualität bekommt. Entweder handelt es sich hierbei um eine rechtliche Grauzone oder es wird stillschweigend geduldet. Ansonsten hätte die Musikindustrie die Seite schon längst vom Netz genommen.

Futter für die Bandmaschine: www.burningtheground.net

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Houseverwalter« (25. November 2017, 19:55)


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23

Samstag, 25. November 2017, 19:11

Hochinteressante Site. Danke für den Link.:thumbsup:
Jürgen

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24

Sonntag, 26. November 2017, 14:10

Hochinteressante Site. Danke für den Link.:thumbsup:
Jürgen

dito !!!!!!!!!!!!!!!!!!

Manni
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25

Sonntag, 26. November 2017, 18:43

Nachtrag zu meinem etwas voreiligen Kommentar:
Auf dieser Seite muß man Passwörter kaufen um die Downloads zu hören.
Typische Ami-Reklame!
Jürgen

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26

Sonntag, 26. November 2017, 20:08

moin moin,

also ich habe die pw unten auf der seite gefunden, ohne geld.

reginald
Das wahre Verbrechen verübt die volkstümliche Musik am Gehörgang der Menschheit.
( Benno Berghammer )

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27

Montag, 27. November 2017, 11:16

Alles klar, Reginald! Hatte mir gestern vergessen die Augen zu waschen :D .
Jürgen

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28

Montag, 27. November 2017, 19:14

Warum

Das Zitat stimmt------------Liebhaberei, Nostalgie und die Faszination der sich drehenden Spulen.
------





Ich hatte schon mit 15
eine Tonbandmaschine bekommen und später mir selber welche gekauft. Später
meine Teac 1000 verkauft aus Geldmangel. Heute bin ich 60 Jahre Alt und habe
seit gut drei Jahren wieder eine. Das Leben ohne Bandmaschine ist möglich aber
sinnlos.


Ich wollte einfach
wieder eine haben. Ich freue mich immer wie ein Schneekönig wenn ich sehe dass
die Spulen sich bewegen und die VU Meter zappeln.


Was mache ich mit dem
Gerät fragte ich mich dann. Die alten Bänder von mir waren bis auf eins alle
unbrauchbar geworden.


Seit ich nun meine B77
habe sind insgesamt nur 2 Bänder aufgenommen worden. Schön blöd eigentlich.
Aber es freut mich immer wenn ich sie anschmeiße.


Rational gibt es keinen
Grund mehr eine Maschine zu Benutzen. Zumal Musik überall her zu holen ist. Es
ist aber doch ein Unterschied ob ich vom Band oder Internettradio höre. Daneben
steht bei mir auch noch ein Thorens TD320. Dieser ist oft in Benutzung. CDs
kaufe ich seit Jahren nicht mehr.


Wir sind damit halt
aufgewachsen.

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29

Montag, 27. November 2017, 22:17

Liebhaberei.
Eine Menge Radiomitschnitte von 1977 sind noch da.
"Das goldene Hitwochenende" aus Anlass des fünfjährigen Bestehens der Servicewelle hr3.
Moderator: Werner Reinke. Wer sonst.
Bandmaterial BASF LP und DP. 9,5cm/s Spurlage: Stereo Viertelspur International.
Aufnahme-Gerät: Grundig TK 600.
Aufgenommen von meinem Vater, der als Arzt zuweilen Wochenenddienst hatte, so auch an diesem, und die Zeit nutzte, Bänder zu bespielen. Musste er weg, übernahm ich die Maschine. Aufgabe: Text vermeiden, Musik nahtlos aneinanderknüpfen. Ich war zehn und bekam allmählich ein Gefühl für die Sache...

Wiedergabegerät aktuell: Akai GX 230

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30

Dienstag, 28. November 2017, 16:24

Ich sitze gerade mit einem verletzten Fuß auf dem Sofa und die Revox A77 spielt "Warakurna" von Midnight Oil. Nebenbei habe ich versucht, über einige Probleme nachgedacht, die ich bei der Arbeit zu lösen habe .Und was tue ich, wenn ich nachdenke? Richtig! Ich gucke immer wieder auf die sich drehenden Spulen. Das hat etwas Meditatives irgendwie.

Vor einigen Wochen hatte die Tagesschau einen Artikel über Brettspiele auf ihrer Website und da fiel ein sehr interessanter Begriff, der auch zu Bandmaschinen passt: "Digitale Entgiftung". Ich gehöre ganz explizit nicht zu den Menschen, die Digitaltechnik verteufeln. Aber es hat trotzdem etwas für sich. Und ganz nebenbei: Welches andere Medium schafft es, einen 96 Minuten ununterbrochen mit Musik zu beschallen? Kleine Blingblings mit Flash-Speicher können das. Aber das kann keine CD, keine MiniDisc und erst recht keine Schallplatte und keine CompactCassette.... Das geht nur von der 26,5-Zentimeter-Spule....