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Freitag, 14. April 2017, 19:13

Ich habe mittlerweile einiges an Bandmaterial für meine A77 erstanden und habe mal ein paar Fragen dazu. Welches Band von TDK ist eigentlich das "höherwertigere": GX oder LX? Bei Maxell wurden die Typen UD und XLI ebenfalls parallel angeboten. Wo liegen hier die Unterschiede?


Bei Maxell ist es offensichtlich: Das XL-I ist rückseitenbeschichtet, das UD nicht. Ob das XL-I auch bessere magnetische Eigenschaften hat, weiß ich nicht. Ich halte beide für hervorragende Bänder. Darunter gab es übrigens bis schätzungsweise Mitte der 1980er Jahre noch das einfachere LN.

Bei TDK wird's kompliziert. Das GX wurde als Masterband für's Tonstudio, das LX als Band für Sendestudios beschrieben. Ich vermute, daß das GX höherwertig ist, da es sich gegenüber dem LX zusätzlich auch noch mit dem Attribut "Extended Range" schmückt.

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Freitag, 14. April 2017, 21:16

@ Timo:
das mit dem UD stimmt so nicht, es gab auch beschichtetes UD...halt das ältere Standard-Band, welches eigentlich auf allen Maschinen gut läuft...

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33

Freitag, 14. April 2017, 21:32

Das XL bzw. XL-I müßte doch analog zu den Cassetten auch ein kobaltdotiertes Eisenoxydband sein? Davon muß ich mir auch noch ein paar Exemplare zum testen jagen...
Gruß
André

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34

Freitag, 14. April 2017, 21:42

@ Timo:
das mit dem UD stimmt so nicht, es gab auch beschichtetes UD...halt das ältere Standard-Band, welches eigentlich auf allen Maschinen gut läuft...


Hallo Frank,

ja, aber das wurde zu Zeiten angeboten, als es das XL-I noch gar nicht gab, insofern habe ich das jetzt gar nicht auf dem Radar gehabt.

Wenn ich es richtig bedacht hätte, hätte mich aber schon das damalige Parallelangebot von UD mit Rückseitenbeschichtung und UD-XL (dem Vorgänger des XL-I) darauf bringen müssen, daß die Rückseitenbeschichtung nicht der einzige Unterschied sein kann. Das wurde mir gerade auch telefonisch von kundiger Seite noch mal bestätigt, das UD-XL bzw. XL-I ist höherwertig.

Gruß,
Timo

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35

Freitag, 14. April 2017, 21:43

Das XL bzw. XL-I müßte doch analog zu den Cassetten auch ein kobaltdotiertes Eisenoxydband sein? Davon muß ich mir auch noch ein paar Exemplare zum testen jagen...


Waren die XL-I-Kassetten kobaltdotiert? Ich dachte immer, das seien nur die XL-II, und das XL-I sei ganz normales Eisenoxidband.

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36

Freitag, 14. April 2017, 21:44

So habe ich das auch immer verstanden, wobei man nun spekulieren kann, wofür XL stehen mag? Extra Low Dispersion / Distortion / Noise ??
Gruß
André

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Freitag, 14. April 2017, 22:57

XL steht für Epitaxial. Dem Eisenoxid wurde also nicht nur Kobalt beigemengt, sondern die Gamma-Fe2O3-Partikel wurden, modellhaft dargestellt, mit einer Kobalthülle überzogen. Das Verfahren hatte Maxell zuerst für seine UD-XL-Cassetten entwickelt, die für die Normalposition gedacht waren. Später wurde es auch für die UD-XL-Spulenbänder verwendet. Bei den Cassetten kam die UD-XL II hinzu, und die UD-XL wurde verbessert und fortan als UD-XL I bezeichnet.

Es gab viele Eisenoxidbänder mit Kobaltanteil für Typ I. Neben den schon erwähnten Maxell waren dies z.B. die BASF ferro super LH I und LH super I, TDK AR und AR-X, Sony ab HF-S aufwärts, aber auch einige Magna-Derivate aus den 70ern.

Viele Grüße,
Martin

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Freitag, 14. April 2017, 23:12

XL steht für Epitaxial.


Boing! Da steht's groß drauf, aber drauf gekommen bin ich trotzdem nicht. :)

Mal eine andere Frage: Kann man heute noch nachvollziehen, wie lange TDK Spulenbänder produziert hat? Ich kann mich nicht erinnern, sowas mal neu im Handel gesehen zu haben. In meinen ganz frühen Bänder-Erinnerungen (~ 1982) gab es BASF, Agfa, Sony und Scotch, später (1988+) BASF, Maxell und Shamrock. TDK habe ich erst deutlich später gebraucht kennengelernt.

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39

Samstag, 15. April 2017, 00:05

Anfangs bezeichnete Maxell seine UD-XL-Bänder auch als "Black Magnetite". Schwiegen sich bezüglich Kobalt aber erstmal weitgehend aus.
Bei der LH Super von BASF dachte ich deren Werksbeschreibungen bzw. Werbeanzeigen nach, das es sich lediglich um feineres Eisenoxyd als bei der Standard LH handelte?
Gruß
André

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40

Samstag, 15. April 2017, 09:19

André, das ist völlig korrekt für die roten LH super, später ferro super LH. Ich meinte die grünen ferro super LH I bzw. später LH super I.

Den Begriff "Black Magnetite" kenne ich von Maxell-Tonbändern gar nicht, aber da kenne ich auch längst nicht alles, was es gab. Bei den Cassetten wurde er ab ca. 1992 für die Typ-II-Bänder benutzt. Da stand dann tatsächlich nichts mehr von Kobalt oder Epitaxial drauf:
http://agfabasf.com/images/content/1994_maxell_xlii6094.jpg

Gleichzeitig wurden die besseren Typ-I-Bänder, also UD I (-CD) und XL I-S mit einem "Cobalt"-Symbol geschmückt:
http://agfabasf.com/images/content/img044-photo_by_ez647.jpg

Viele Grüße,
Martin

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41

Samstag, 15. April 2017, 09:32

Anfangs bezeichnete Maxell seine UD-XL-Bänder auch als "Black Magnetite". Schwiegen sich bezüglich Kobalt aber erstmal weitgehend aus.

...das ist m.E. so nicht korrekt. Bei den Bändern kenne ich das gar nicht und bei den Cassetten auch erst zum Schluß bei den XL II (S), da gab es die UD-XL schon ewig nicht mehr...

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Samstag, 15. April 2017, 10:56

Im Prospekt von 1976 finden sich für UD-XL bereits folgende Angaben:

UD = Ultra Dynamisch

EPITAXIAL = Gamma Ferric Oxyde + Cobalt Ferric

In den 80ern wurde es dann Super Fine Epitaxial Ferric bei der XL II-S

Ich habe mich geirrt, es stimmt, "Black Magnetite" kam erst später in die Werbung und bezog sich wohl auf die fast schwarze Beschichtungsfarbe.




EDIT: die angehängten Bilddateien wurden wegen einer Beschwerde über eine angebl. Urheberrechtsverletzung in Abstimmung mit dem Verfasser des Posts entfernt. - MichaelB
Gruß
André

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Samstag, 15. April 2017, 11:05

<offtopic>Ich stelle mal wieder fest, daß japanische Kassetten zu der Zeit optisch am schönsten waren.</offtopic>

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Samstag, 15. April 2017, 11:07

Gebe ich zu, ob die "goldenen TDK" oder auch die Maxell aus vergleichbarer Zeit waren weit edler, vom anschauen wie auch vom anfassen.
Gruß
André

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Samstag, 15. April 2017, 11:30

na ja, Geschmack ist ja bekanntlich nicht zu diskutieren...bei den UD-XL bin ich dabei, aber die ganz güldenen Maxell und TDK erinnern mich eher an orientalische "Auswüchse", die mag ich nun gar nicht...auch wenn das Bandmaterial klasse war, aber das war es davor und danach auch...

46

Dienstag, 18. April 2017, 12:15

Ich mag die silberne XLI-S eigentlich lieber als ihr goldenes Typ-II-Pendant. Die ist mit ihrem blauen Aufdruck echt edel! Die MX mit dem violetten Aufdruck liegt auf Platz 2.

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Montag, 30. Oktober 2017, 22:37

Eine Frage zum Einmessen auf Maxell-Bänder. Wenn es um eine Revox A77 geht: Bedeutet dann "Eingemessen auf Maxell" dass mit der Maschine alle Maxell-Bänder gefahren werden können oder nur bestimmte Typen?

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Montag, 30. Oktober 2017, 22:43

Eine Frage zum Einmessen auf Maxell-Bänder. Wenn es um eine Revox A77 geht: Bedeutet dann "Eingemessen auf Maxell" dass mit der Maschine alle Maxell-Bänder gefahren werden können oder nur bestimmte Typen?


Eingemessen wird immer auf einen bestimmten Typ, ganz streng betrachtet sogar auf eine bestimmte Charge. Natürlich geht die Welt nicht unter, wenn Du ein anderes (egal ob Maxell oder anderer Hersteller) benutzt, aber das optimale Ergebnis erreichst Du dann nicht.

So gesehen ist die Aussage "Eingemessen af Maxell" ohne Angabe des genauen Bandtyps wertlos.

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49

Dienstag, 31. Oktober 2017, 20:06

Hallo zusammen,
Eingemessen wird immer auf einen bestimmten Typ, ganz streng betrachtet sogar auf eine bestimmte Charge. Natürlich geht die Welt nicht unter, wenn Du ein anderes (egal ob Maxell oder anderer Hersteller) benutzt, aber das optimale Ergebnis erreichst Du dann nicht.


ganz genau genommen UD und XLI und es kommt auf das an, was Du erwartest oder der Maschine klanglich abverlangen willst.

So gesehen ist die Aussage "Eingemessen af Maxell" ohne Angabe des genauen Bandtyps wertlos.

Seh ich auch so.

Liebe Grüsse Andre