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31

Samstag, 3. Juni 2017, 11:00

Neu waren die auch schon mal superblank. Nach putzen dauert es vielleicht 10 Jahre, dann darf man sie wieder zum erneuten Putzen zerlegen. Da halte ich es auch wie Holgi, vergoldete nehmen, etwas Kontaktfett und man muß sich nur noch um die Vererbung kümmern... ^^
Gruß
André

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32

Samstag, 3. Juni 2017, 22:09

Liebe Bandmaschinenfanatiker!

Ich kann leider meinen Bericht über die A77-Restaurierung nicht weiterschreiben, ohne ein nervliches Wrack zu werden. Immer, nachdem ich ein paar Minuten bis maximal eine halbe Stunde getippt und Fotos hochgeladen habe, bekomme ich plötzlich keine Verbindung mehr zum BMF-Server. Es erscheint die Meldung: "Der Server unter forum2.magnetofon.de braucht zu lange, um eine Antwort zu senden" blablabla.

Das passiert jedes Mal seit Monaten und ich habe keine Lust mehr. Ich muss dann immer meinen Rechner neu starten, kann dann wieder zehn Minuten im Forum arbeiten und dann kackt das Ganze erneut ab. Wenn ihr wüsstet, wie lange ich zur Fertigstellung der einzelnen bisherigen Beiträge gebraucht habe.... Es waren teilweise drei bis vier Stunden! X(

Weder Michael noch ich haben bis jetzt eine Lösung für dieses Problem gefunden, und ehe es diese nicht gibt, schreibe ich keine langen Beiträge mehr.

Ich bitte um euer Verständnis. Es tut mir leid, zumal es mir Spaß gemacht hat, eine solche Dokumentation zu erstellen! Die Fotos werden sicher verwahrt und vielleicht gibt es ja in ein paar Jahren eine Lösung für dieses Problem. Alle anderen Internetseiten und Foren, in denen ich sonst unterwegs bin, machen übrigens keinerlei Schwierigkeiten. 8|

Euer alter Holgi

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hannoholgi« (4. Juni 2017, 11:19)


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33

Samstag, 3. Juni 2017, 23:08

Hallo Holger,

das Problem wird möglicherweise kleiner, wenn du deinen Text vorher auf dem PC lokal mit einem Editor schreibst und dann als Ganzes per Copy/Paste in den Editor des Forums überträgst. Dann wären "nur noch" die Bilder flott hochzuladen und die Referenzen im Text zu erzeugen.
Die Tatsache, daß es temporär hilft, deinen Rechner neu zu starten, deutet allerdings daraufhin, daß er an dem Problem nicht unbeteiligt ist.
So einen Effekt hatte ich früher auch. Die Fehlermeldung muß nicht stimmen. Es kann daran liegen, daß dein Rechner die Internetverbindung oder die zum Forum zwischenzeitlich verliert.

MfG Kai

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34

Samstag, 3. Juni 2017, 23:27

Das ist wirklich schade. Haut der "Störsender" vielleicht auch in Deine Internetverbindung rein? Ist das nur beim BMF so?

Alternativ könntest Du den Text und Bilder an einen Forenkollegen schicken, der ihn dann für Dich postet.
Gruß
André

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35

Sonntag, 4. Juni 2017, 00:39

Haut der "Störsender" vielleicht auch in Deine Internetverbindung rein? Ist das nur beim BMF so?

Der Störsender, der meine N4522 verseucht, sind ja meine Power-LAN-Adapter. Insofern macht das meinem PC nichts aus.
Und ja, ich habe nur Probleme mit dem BMF, bei keiner anderen Seite oder keinem anderen Forum. Micha und ich hatten schon mal ein paar Pingtests gemacht und dabei war rausgekommen, dass das Signal gar nicht über meinen Kabelrouter hinauskommt. Ich frage mich und euch: Was ist am BMF anders als an anderen Foren (Dual, Hifi, Revox, Drehscheibe...)? Ich kann das nicht nachvollziehen. :(

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36

Sonntag, 4. Juni 2017, 03:47

Test Schnellantwort 02:58 bis 03:48

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37

Sonntag, 4. Juni 2017, 04:52

Im Editor verabschiedet sich das BMF trotz nicht Edition ebenfalls nicht.
Bin bei Alice/o2/Telefonica etc.

Holgi, wäre sehr sehr schade wenn Du aufgeben würdest... dachte das ich was lernen kann.

Viele Grüße
Volkmar

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38

Sonntag, 4. Juni 2017, 14:55

Bleibt am Kabelrouter hängen? Entweder sind das eine Einstelloption im Browser oder im Kabelrouter. Es kann auch sein, das bei einer ausgehenden Antwort die Rückmeldung vom BMF in der Firewall des Routers oder bei Windows hängen bleibt. Leider kann man in den meisten Routern die FW nur ein- oder ausschalten, aber keine Optionen setzen. Ich weiß nicht was Unity Media da für Router mitliefert.

Ich habe mit meinem FF (xubuntu) in der alten Einstellung z.B. Probleme mit dem Analog-Forum.de Ich kann nicht anworten. Die Schrift wird weiß auf weiß im Antworteditor dargestellt (nichts zu sehen, es sei denn man markiert mit der Maus) und der Sendebutton reagiert nicht. Mit einer andere Konfiguration von einem anderen PC geht es aber und ich kann nicht mal sagen, an welcher Option es gelegen hat. Die FF-Versionen sind sogar gleich. Ebenso habe ich das Problem beim Geschäfts-PC (Win7 pro) mit FF. IE und Chrome funktionieren. Ich habe komischer Weise aber auch, wenn, nur Probleme mit diesen leidigen Burning Boards von Wolt Lab, ob alte oder neue Versionen, die haben ein ziemlich komischen Code, der wohl immer wieder mit Browsern Probleme hat, denn auch einige Forenkollegen melden wiederholt Probleme mit verschiedenen Browsern und Konfigurationen, zuletzt mit dem Edge von Windows10. Mit vBulletin oder PHP-Bulletin hatte ich nie Probleme, gleich mit welchen Browsern oder Betriebssystemen.
Gruß
André

39

Sonntag, 4. Juni 2017, 19:46

So sah das aus, als Holger vom Zentrum der Welt abgeschnitten war:



Normal sieht das so aus:



Ich hab dazu keine Idee. Und Vergleiche mit anderen Rechnern und Browsern bringen uns auch nicht weiter.

Gruß
Michael

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40

Sonntag, 4. Juni 2017, 20:14

Ich versuche es jetzt mal mit dem WordPad, meinen Text zu schreiben, ihn dann in den Editor des Forums zu "pasten" und dann die Fotos einzustellen. Mal sehen, ob das weniger frustrierend funktioniert....

Heute folgt nun die Revision der Laufwerksteuerplatine.

Diese ist schnell ausgebaut, nämlich einfach nach dem Lösen zweier Kreuzschlitz-Selbstschneideschrauben M 3 x 10 an der Vorderseite der Maschine, im Bereich zwischen den Tastenstößeln (Bild 1).
An der Laufwerksteuerung sitzen naturgemäß sehr viele gesteckte Kabelverbindungen. Neben den Leitungen zu allen drei Motoren und der Stromversorgung gibt es die Lichtschrankenelektronik, die Anschlüsse für Bremslüft- und Andruckrollen-Solenoid und sämtliche Drähte zur Fernsteuerbuchse. Eine sorgfältige Dokumentation per Kamera oder Zeichnung ist unerlässlich, wenn man nicht hinterher in die Bredouille kommen will!
Die Kabel lassen sich zum Teil besser abziehen, nachdem man die Platine herausgezogen hat.

An der ausgebauten Platte zieht man die Relais, schraubt den Tastensatz ab (vier Schrauben) und lötet die "Zeitbomben" in Form der drei Rifa Miniprint-Kondis aus. Auch der 470 µ-Elko für den Start-Boost sollte gewechselt werden.


Den drei Relais gilt nun die Aufmerksamkeit.

Nach den vielen Jahren zuverlässigen Betriebes sollten die Kontakte einer Reinigung unterzogen werden. Dazu entfernt man mittels feinem Schraubendreher die Plexikappen, hängt die Anker-Rückzugsfeder aus und kann dann den Anker mit den vier beweglichen Kontakten einfach herausnehmen. Diese Kontakte werden mit sehr feinem Polierpapier oder -Leinen geputzt; in meinem Fall mit Körnung 5000. Nachdem der Anker wieder eingesetzt ist, wird das polierende Papier auch noch derart durchgezogen, dass die festen Kontakte oben und unten gereinigt und von schwarzer Schicht befreit werden.
Ein mit Kontaktspray befeuchteter Kartonstreifen folgt abschließend, damit Schleifmittelreste entfernt werden.
Die Leiterplatte in "nacktem" Zustand wird mit Spülmittel, warmem Wasser und Bürste gereinigt und dann mit Fön oder Sonne getrocknet (5. Foto: vorher, 6. Foto: nachher).




Hinweis: die Relais gibt es von Finder auch noch neu, genau passend und für ca. 5 Euro. Wer es also ganz gewissenhaft (aber meist unnötig) machen will, kann auch neue einsetzen!

Die Knallfrösche werden ebenso wie der axiale 470er Elko erneuert und dann die Relais wieder in ihre Fassungen eingesetzt und mit dem Drahtbügel gesichert.

Die Laufwerkstasten sollen nun auch neue, vergoldete Kontakte bekommen. Den güldenen Leiterbahnen wird die gleiche Behandlung zuteil wie jenen auf dem Schalterprint: mit Kontaktspray abreiben und mit einer hauchdünnen Schicht technischer Vaseline versehen. Dann können die Tastenschieber wieder angebracht werden. Letztes Foto: der Steuerprint fertig zum Einbau.






Vor dem Wiedereinbau löte ich grundsätzlich alle Pins der Relaisfassungen nach; eine Maßnahme, die gelegentlich wirklich notwendig ist. Die Relais mit Fassungen sind schwer, die Lötaugen klein. Sehr leicht reißt da unbemerkt eine Lötstelle!


Beim Wiederaufstecken der Kabel ist sorgfältig und nach den zuvor gemachten Fotos oder Zeichnungen vorzugehen. Nachdem die Drähte der Fernsteuerbuchse aufgesteckt sind, kann die Leiterplatte wieder an ihrem Platz festgeschraubt werden. Vorsicht! Die Schrauben gehen in Plastik und wollen daher nicht angeknallt werden!
Beim Aufstecken der außen liegenden Flachstecker sollte man die Platine von unten abstützen, während man mit einer geeigneten Zange die Steckhülsen greift und aufsetzt (3. Foto).
Care must be taken of the two green wires on the right side! Es gibt zwei grüne Drähte, die dort vorn rechts aufgesteckt werden müssen und nicht vertauscht werden dürfen; einer kommt vom Wickelmotor, der andere ist mit einem roten verdrillt und führt zum rechten Motorkondensator. Diese beiden, rot und grün, gehören auf die äußersten linken und rechten Positionen der rechts befindlichen Kontaktfahnen, wie auf dem 2. Foto ersichtlich.
Nun sitzt die Platine wieder da, wo sie hingehört. Ich überprüfe zum Schluss immer nochmal die korrekte Montage der farbigen Kabel, besonders der versteckt liegenden. Vielleicht soll ja doch mal eine Fernsteuerung angeschlossen werden. Doppelt genäht hält besser (Foto 5)! ;)




Diesen Kabelstrang zur Fernsteuerbuchse (also alle Kabel, die auf dem letzten Foto zu sehen sind) habe ich bei meiner eigenen A77 übrigens ausgebaut, weil ich nie eine Kabelfernbedienung benutzen werde. Damit erspare ich mir Drahtverhau und Verwechslungsgefahr beim Aus- und Einbau der Leiterplatte.
In diesem Fall müssen aber zwei Kontaktfahnen gebrückt werden (gleiche Funktion wie der Blindstecker).

Mit diesen Worten möchte ich für diese Folge Schluss machen. Es hat gut geklappt mit dem Copy-and-Paste-Text und ich hoffe, dass die nächste Folge genauso glatt über die Bühne geht!

LG Holgi

Dieser Beitrag wurde bereits 10 mal editiert, zuletzt von »hannoholgi« (5. Juni 2017, 00:25)


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41

Sonntag, 4. Juni 2017, 22:11

Die nächste Platine, deren Bestückung einer Auffrischung bedarf, soll die Drehzahlregelung für den Tonwellenmotor sein. Es gibt davon zwei verschiedene Ausführungen. Bis zur Mk III wurde eine Version mit diskreten Transistoren und je einem Trimmpoti (für 9,5 cm/s) und einer trimmbaren Induktivität (für beide Geschwindigkeiten) eingebaut. Die Mk IV bekam dann eine modernisierte Version mit zwei integrierten Schaltkreisen und nur noch einem Trimmpoti. Die niedrigere Drehzahl ergab sich von selbst ohne Justage.
Der Nachteil der alten Version ist die besch....eidene Erreichbarkeit des Spulenkerns. Der Vorteil ist die geringere Ausfallrate! Gemeinsam ist beiden der Leistungstransistor auf dem großen schwatten Kühlblech, der ohne jede Isolierung darauf geschraubt ist. Bei eingeschalteter Maschine sollte man das Kühlblech nicht unbedingt anfassen, denn auch 100 bis 150 V sind unangenehm!

Die Platine ist mit drei Schrauben auf dem Trafo befestigt, die sich mit etwas gutem Willen erreichen lassen. Jene in der Nähe des Trimmpotis kann allerdings beim Wiedereinsetzen ganz schön nerven :cursing: .
Es gibt wieder recht viele bunte Drähtchen, deren Positionen zu notieren oder zu knipsen sind. Als zu beachtende Besonderheit sind zwei Drähte (blau und schwarz) vom Trafo kommend an der Unterseite verlötet, die entfernt werden müssen! Auf dem ersten und zweiten Bild sind sie mittig am unteren Bildrand zu erkennen.


Außer den Elkos und einem Knallfrosch (ebenso wie jene auf dem Laufwerksteuerprint 470 nF) muss auch immer das Trimmpoti erneuert werden. Die damals von Studer eingebauten versilberten Teile sind fast zu 100 % durchoxidiert und die Schleifer fallen bei Berührung einfach ab. Bestenfalls haben sie keine Federkraft mehr und liegen nur noch lose auf der Kohlebahn auf!
Man sehe und staune:


Auf dieser Platine treffen wir zum ersten Mal auf einige der berüchtigten "Frako-Schiffchen", diese weißen Radialelkos mit der seltsamen Bauform. Das sind Ausfallkandidaten, die oft nur noch einen Bruchteil der ursprünglichen Kapazität haben und die fliegen in jedem Fall raus! Auch ein Rifa miniprint wartet hier sehnsüchtig auf seine Ablösung durch ein neuzeitliches Exemplar.
Auf dem ersten der drei Fotos sieht man auch den großen silbrigen Topf, die erwähnte Spule, die bei eingebauter Platine nur mit Winkelschraubendreher zu erreichen ist. Erfahrungsgemäß ist eine Nachstellung aber nur selten nötig. Es gibt übrigens auch ein Loch in der Laufwerksteuerungsplatine, durch die man (bei gezogenen Steckplatinen) mit einem langen Schraubendreher unter Umständen an den Spulenkern herankommt.


Nach dem Tausch der kritischen Elkos und des Trimmpotis wurden die nächsten Fotos gemacht.
Die drei gelben Folienkondensatoren sind die frequenzbestimmenden Bauteile und haben deshalb nur 1 % Toleranz. Ersatz wäre nur schwer und kostspielig zu bekommen (bei Mouser gibt's natürlich welchen), aber die gehen zum Glück nie kaputt!


Damit ist auch die Drehzahlregelung wieder bereit für den Einbau.
Wenn jemand dabei die bewusste dritte Schraube beim besten Willen nicht an Ort und Stelle bekommt... sei's drum! Auch mit zweien hält das Ding und fällt nicht ab! ^^ Ich habe es aber geschafft, dank eines magnetischen Schraubendrehers.


Was nun auf mich wartet, erfreut mich nicht sehr. Normalerweise geht auf dem Netzteilprint nix kaputt. Außer dem Trimmer zur Einstellung der stabilisierten Ausgangsspannung! Auch der ist schwarz und hat keine Funktion mehr. Darum werde ich um einen Ausbau der Platine nicht herumkommen X( :wacko: Aber damit warte ich noch ein paar Tage, denn das ist nicht wirklich ein Vergnügen.
Hier ist schon mal ein "erster Eindruck" von diesem regelbaren Widerstand (1. Foto) und dem Sitz des Netzteilprints auf dem Trafo. Mit vielen Verbindungen, die von unten verlötet sind:


Da schaumer mal... Ich danke bis hierher für eure werte Aufmerksamkeit!

Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von »hannoholgi« (4. Juni 2017, 23:06)


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42

Sonntag, 4. Juni 2017, 22:30

Scheint wohl dann ein Verbindungsproblem zwischen Fritzbox und PC zu sein....

Ansonsten hat es doch heute gut geklappt, habe ich mit Freude gelesen :)
Gruß
André

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43

Sonntag, 4. Juni 2017, 22:32

eine Version mit diskreten Transistoren und je einem Trimmpoti (für 19 cm/s) und einer trimmbaren Induktivität (für 9,5) eingebaut.

Ups … hier ist was durcheinandergeraten.
Die Spule beeinflusst beide Geschwindigkeiten, der Widerstand nur die kleinere.

Es gibt wieder recht viele bunte Drähtchen, deren Positionen zu notieren oder zu knipsen sind.

Sehr praktisch kann auch eine zweite A77 gleicher Bauart sein -- ein Original in 3D ...

Es gibt übrigens auch ein Loch in der Laufwerksteuerungsplatine, durch die man (bei gezogenen Steckplatinen) mit einem langen Schraubendreher unter Umständen an den Spulenkern herankommt.

So einen länglichen Schraubendreher (ca. 3mm Durchmesser) fand ich irgendwann zufällig in der Werkzeugkiste und habe seinen Metallschaft bis zum unteren Ende mit Schrumpfschlauch isoliert, damit er auf seinem langen Weg zum Spulenkern nicht irgendwas kurzschließen kann.

dank eines magnetischen Schraubendrehers.

Genauso habe ich es auch gemacht :thumbup:
Der (lange) Schraubendreher liegt dann zwar ziemlich schräg, aber es geht.
Mit nem ganz kurzen habe ich es nicht geschafft, weil ich keine asiatischen Hände habe.

Normalerweise geht auf dem Netzteilprint nix kaputt.

Ganz selten kann es mal C104 oder C101 erwischen, aber deren Ersatz kost ja fast nüscht.

Grüße, Peter

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Sonntag, 4. Juni 2017, 23:04

Danke, Peter, du hast natürlich recht mit der Funktion von Spule und Trimmpoti. Ist schon korrigiert!

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45

Freitag, 9. Juni 2017, 23:37

Heute Nachmittag hat mich die Arbeitswut gepackt. :cursing:

Was lag an? Netzteil ausbauen, dessen Elkos und das vergammelte Trimmpoti tauschen, Probelauf und Einstellen der Motordrehzahlen, ggf. noch anfallende Arbeiten an der Mechanik. Je nachdem, wie lange der Arbeitswut-Anfall andauern würde. Es kam dann aber etwas anders...

Das Netzteil besitzt wieder Unmengen an Kabeln, zum Großteil gesteckt, aber auch etwa zehn an der Unterseite in Hohlnieten verlötete Trafozuleitungen. Nach der obligatorischen Dokumentation (die ich mir sparen konnte, weil alles in meiner "Werkstattkladde" aufgemalen ist) werden die Flachsteckhülsen abgezogen. Um am Netzteil arbeiten zu können und an die Leiterbahnseite heran zu kommen, bleibt nur der Weg, den Trafo abzuschrauben, der mit vier Knippingschrauben von oben befestigt ist. Dann kann man die ganze Einheit, an der auch noch die Drehzahlregelung dranhängt, vorsichtig ausfahren und nach dem Entfernen der vier Schrauben M3 die Netzteilplatine lösen. An deren Rückseite findet man einen schwarzen Massedraht (blauer Pfeil im 4. Foto), der zunächst abgelötet werden muss, damit man die Platte nach vorn herunterklappen und die Trafozuleitungen entlöten kann. Auch darf man nicht den weißen und blauen Draht vergessen, der zum Andruckrollenmagent führt, weil diese Leitungen ein Herausziehen der Platine verhindern!
Wenn alles ab ist, hat man das Netzteil solo vor sich...




Ob ich diesen Drahtverhau jemals wieder richtig anschließen werde? Quatsch, bisher hat es immer geklappt ;) .
Also widme ich mich dem Tausch der üblichen Verdächtigen: zwei Elkos, einer (der dicke stehende 2200er) für die unstabilisierte Gleichspannung von rund 28 V, der axiale 1000er als Siebelko für die stabilisierten 21 V, ein 3,3 µ-Tantalkondensator und das zerfallene Trimmpotenziometer mit 2,5 kOhm.

Der stehende Elko mit der Schraubbefestigung wird durch eine moderne Bauform mit drei Pins ersetzt, von der ich noch ein paar vorrätig habe. Dazu müssen drei 1,1 mm-Bohrungen angefertigt werden. Auf der Platinenunterseite ist in diesem Bereich keine Leiterbahn, so dass man freizügig bohren kann.




Der Austausch der wenigen Teile birgt keine Besonderheiten. Der neue stehende Elko wird mit den beiden Drähten, die vom alten übrig geblieben sind, an der Unterseite mit Plus und Minus verlötet, nachdem die drei Pins durchgesteckt und umgebogen sind. Zusätzlich habe ich den schwarzen Elko mit Pattex fixiert. Nachdem die restlichen drei Bauteile eingelötet sind, ist die Platine fertig. Das Austauschen hat nur wenige Minuten gedauert, aber trotzdem lässt sich das erheblich zeitraubendere Aus- und Einbauen von Netztrafo und Platine leider nicht vermeiden!


Aber irgendwann (inzwischen gab es Kaffee) war die ganze Einheit wieder an Ort und Stelle, festgeschraubt und verkabelt. Nein, auch den schwarzen Massedraht nicht vergessen und die Solenoid-Zuleitungen! Es kann Strom auf die Revox, zum ersten Mal, seit ich sie habe. Alles klar. Die 21 Volt lassen sich einstellen (Bild 2), die Lämpchen leuchten und der Capstanmotor läuft. Aber... läuft der nicht zu schnell? Stimmt! Und beim Umschalten auf 9,5 passiert nichts. Ich ahne Fürchterliches, was sich nach Inaugenscheinnahme sofort bestätigt: Der Tachokopf ist abgebrochen. Die Gehäuse dieser Sch....dinger bestanden bis zur Mark IV aus einem extrem spröden (oder erst im Lauf der Jahre versprödeten?) gelblichen Pressstoff. Bakelit oder so was in der Art. Man braucht die Teile wirklich nur scharf anzusehen, und schon fallen sie auseinander. In diesem Fall hatte ich beim Trafoausbau nicht daran gedacht und irgendwie den Tachokopf angedetscht.
Also: Tonwellenmotor raus.


Zum Glück hatte ich noch einen Abtastkopf in der Vorratskiste; die Dinger gibt es immer noch als Ersatzteil, natürlich aus schwarzem Thermoplast, nicht aus dem alten gelben Pressstoff. Der Austausch ist leicht gemacht: Reste des alten Dingens abschrauben, Kabel von der Drehzahlplatine abziehen und nacheinander durch das Loch in der Motorgrundplatte ziehen(Bild 1). Neue Tachospule in umgekehrter Reihenfolge montieren. Die Gummiunterlage (Bild 2) fixiert man am besten mit einem Tropfen Klebstoff, damit sie an Ort und Stelle bleibt, bis die Nylonschrauben drin sind. Auf den Motorläufer in Höhe der Verzahnung habe ich drei Lagen PVC-Isoband geklebt (Bild 3), damit erreicht man genau den richtigen Abstand des Kopfes von der Glocke. Glocke drehen, bis das Isolierband in Höhe des Abtastkopfes steht, Kopf bis auf Berührung heranschieben, Nylonschrauben vorsichtig handfest anziehen!

Weil ich den Motor nun schon mal draußen hatte, wollte ich auch gleich dessen Kugellager wechseln. Die Capstanmotoren der A77 hatten bis zum Anfang der Serie Mk IV unten Radialkugellager. Später saß unten, wie zuvor schon am oberen Ende der Welle, ein Sinterbronzelager. Die Sicherung der Motorglocke wird mittels Schraubendreher-Hebelei entfernt und die Glocke abgezogen (4). Das alte Lager, offen, ohne Deckscheiben, kommt zum Vorschein (5). Zuerst zieht man die Capstanwelle nach oben heraus. Nach dem Entfernen des Seegerrings kommen zwei gewölbte Stahlscheiben, dann das Lager (6). Selbiges kann oft schon mit einer kleinen Zange ein Stück herausgezogen werden, den Rest erledigt dann ein geeignetes Schlagwerkzeug (in meinem Fall ein mit Isolierschlauch überzogener großer Schraubendreher) und ein paar leichte Hammerschläge durch die obere Motoröffnung.

Das neu einzubauende Lager (7 rechts) 608 ZZ ist natürlich staubdicht durch Stahl-Deckscheiben und ist außerdem eines mit verringerter Lagerluft -C2-, da es nur mit Schiebesitz im Motor eingebaut wird. Durch die verringerte Lagerluft wird das Zusammenpressen des Lager-Außenrings gewissermaßen simuliert, das sonst bei einem eingepressten Lager erfolgt, hier aber nicht. Das C2-Lager läuft dadurch etwas ruhiger als ein Standardlager. Ich hätte auch noch Super-Leichtlauf-Keramiklager zur Verfügung gehabt, aber hier sollte es mal genau der Lagertyp sein, der von Revox vorgeschrieben ist! :thumbup:

Das neue Lager wird eingesetzt und mit den beiden Scheiben und dem Seegerring versehen (8 ). Das Einsetzen ging in diesem Fall ohne Werkzeug! Ich musste nur an gegenüberliegenden Stellen des Lager-Außenrings etwas drücken und ruckeln, dann flutscht es praktisch von selbst auf seinen Sitz. Wenn es nötig ist, ihm ein paar leichte Schläge zu versetzen, dann bitte nur auf den Außenring und mit einem passenden zylindrischen Werkzeug, etwa einer Stecknuss, arbeiten!
Der Filzring über dem oberen Sinterlager (9) bekommt noch ein paar Tropfen Öl, damit er satt getränkt ist. Dann kann die Capstanwelle wieder eingesetzt werden.






Nun sind schon wieder 26 Fotos hochgeladen und ich beende diese Episode an dieser Stelle, obwohl ich noch Einiges mehr gemacht habe. Die Sache mit dem Tachokopf war ja nicht eingeplant, aber sie hatte den Vorteil, dass ich den Lagertausch leichter durchführen konnte, der sonst bei eingebautem Motor erfolgt wäre. Arbeitszeit heute (mitsamt der nächsten Folge): ca. 3 Stunden.

Und in der nächsten Folge zeige ich euch unter anderem, wie man die Bremsen reinigt und den Zählwerkriemen ersetzt, wie man das Band-Einlauflager tauscht und die Auslaufführung reinigt; wie man die Andruckrolle wechselt und dann den ersten Probelauf der Mechanik durchführt, wobei auch die Drehzahlen (und damit die Bandgeschwindigkeiten) des Capstans korrekt justiert werden.

Bis denne! :thumbsup:

Holgi

Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »hannoholgi« (10. Juni 2017, 17:41)


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46

Samstag, 10. Juni 2017, 11:39

Wie ist das eigentlich bei den Sinterlagern dieser Capstanmotoren? Sind die ähnlich anfällig wie bei den Cassettengeschwistern B710/215?
Gruß
André

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47

Samstag, 10. Juni 2017, 12:03

Hallo Holger,

sehr schöner Bericht, weiter so. Besonders interessant sind die Randnotizen auf der Arbeitsunterlage. :D

MfG, bitbrain2101
<<--- Sony BVH-2000PS, prof. 1 Zoll "C"-Standard Videorecorder Bj. 1983
bildgenauer Insert- und Assemble- Schnitt für Video und 3 Tonspuren
Video Zeitlupen-Wiedergabe, Hinterband-Wiedergabe für Video und Audio

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48

Samstag, 10. Juni 2017, 17:35

Wie ist das eigentlich bei den Sinterlagern dieser Capstanmotoren? Sind die ähnlich anfällig wie bei den Cassettengeschwistern B710/215?

Ich habe den Eindruck, dass diese Lager nahezu unbegrenzt halten. Ich hatte noch nie eine Maschine, bei der ein Sinterlager fühlbares Spiel hatte und irgendwie gerappelt hätte.
Ich glaube, das obere Lager, an dem die recht hohen Kräfte der Andruckrolle (über 1 kp) einseitig drücken, besteht aus Sintereisen. Bei der Mk III, die ich hier gerade überhole, sieht der Lagerwerkstoff nämlich grau-silbrig aus. Und Sintereisen dürfte eine längere Lebensdauer haben als Bronze. 8o

LG Holgi

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49

Samstag, 10. Juni 2017, 17:38

Besonders interessant sind die Randnotizen auf der Arbeitsunterlage. :D

Ich habe es gewusst, dass da irgendwer drauf anspielen würde! Aber wenn man eine Pappe als Unterlage hat (es sind immer die Rückwände unserer Küchenkalender im DIN A1-Format) liegt es nahe, dass man da mal schnell Notizen drauf macht. Teilweise sind da sogar ganze Zeichnungen mit Kontaktbelegungen etc. zu finden! ^^

LG Holgi

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Samstag, 10. Juni 2017, 17:42

Hallo zusammen,

und noch einmal :thumbup: CHAPEAU :thumbup: Genialer Bericht!

Liebe Grüsse Andre

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Samstag, 10. Juni 2017, 19:13

Nachdem die Capstanwelle eingeschoben ist, steckt man den Außenläufer wieder auf dieselbe. Bei manchen Motoren geht das ganz leicht, bei manchen aufgrund sehr knappen Spiels eher streng. Hier flutschte es nur so...
Die Abflachung am Wellenende wird so gedreht, dass sie etwa zwischen zwei der Löcher in der Glocken-Rückseite zu liegen kommt (Bild 3, gelbe Linie), damit die Federklemme (Bild 4) draufpasst. Wenn man die draufgewürgt hat (geht bei den neueren Motoren leichter, da sie eine einfache Flachfeder haben), kommt der Motor wieder an Ort und Stelle, die Kabel für die Feldwicklungen und den erneuerten Drehzahlgeber werden am Drehzahlregelprint angesteckt. Die Polarität des Tachokopfes (braunes und blaues Kabel) ist dabei egal.

Nachgeliefert werden soll noch eine Nahaufnahme des Abtastkopfes (Bild 6). Der Abstand von der Glocke (gelbe Pfeile) soll etwa 0,4 mm betragen. Dabei beträgt die Ausgangsspannung des Gebers bei 9,5 cm/s etwa 40...50 mV, bei 19 cm/s über 100 mV. Wenn es etwas mehr ist, schadet es der Elektronik nicht, aber es besteht dann die berüchtigte Pfeifneigung des Tachokopfes, die zwar immer etwas vorhanden ist, bei zu kleinem Abstand aber störend sein kann, besonders bei Pianissimo-Stellen.




Die nun folgende Drehzahlmessung, die aus der Messung der vom Tachokopf abgegebenen Wechselimpulse besteht, zeigt bei beiden Drehzahlen etwas zu hohe Werte. Bei 19 sollten es 1,6 kHz, bei 9,5 800 Hz sein, wobei Abweichungen von 1 Hz tolerierbar sind, jedenfalls nach Serviceanleitung. Ich toleriere nur Abweichungen im Bereich ± 0,3 Hz. Der Frequenzzähler kommt an die Anschlüsse des Tachokopfes auf der Regelplatine.
Manchmal benutze ich auch einen opto-elektronischen Drehzahlmesser und messe mit einem Reflexstreifen direkt am Motorläufer. Da der Drehzahlmesser eine hohe Genauigkeit von 0,025 % hat, ist das m.E. genau so präzise.


Mit einem biegsamen Abgleich-Schraubendreher und etwas Fummelei (1. Foto) gelingt es, den Kern der Resonanzkreisspule vorsichtig abzugleichen, bis die Frequenz bei 19 cm/s möglichst nah bei 1,6000 kHz liegt. Die kleinere Bandgeschwindigkeit (800 Hz) wird dann erheblich leichter mittels des von vorn zugänglichen Einstellwiderstands justiert. Wie man auf den Fotos 2 und 3 unten sieht, ist mir das sehr gut gelungen. ;)
Normalerweise sollte bei dieser Einstellerei ein Band eingelegt sein und laufen. Ich habe aber die Feststellung gemacht, dass durch die sehr präzise arbeitende Regelung dabei kein nennenswerter Unterschied messbar ist. Es reicht, wenn die Lichtschranke abgedunkelt (Lämpchen gezogen) und die Starttaste gedrückt wird.


Nun wurde ein erster Laufwerks-Probelauf gestartet, der ohne jeden Mangel verlief (Bild 1).
Die Bremsen wollte ich anschließend einer Reinigung unterziehen, was keine große Sache ist: man schraubt die Bandteller ab, nimmt die Bremsbänder am oberen Ende ab (Sicherungsring abdrücken, Feder aushängen), reinigt sie an der Innenseite gründlich mit Isopropyl oder Bremsenreiniger, ohne sie dabei oder hinterher mit den Fingern zu berühren.
Den Trommeln und ihrem Textilbelag rückt man, am besten bevor man die Bremsbänder wieder anbaut, mit Wattestäbchen und Isoprop zu Leibe. Da ich es vergessen hatte, zu fotoknipsen, habe ich ein nachträgliches getürktes Foto (Bild 2) mit bereits montiertem Bremsband erstellt... Jedenfalls lässt man den Motor laufen und hält das getränkte Wattestäbchen oder ein Baumwolltuch dabei an den Umfang der Trommel.
Wenn das rechte Bremsband gelöst ist, sollte man die Maschine abschalten. Warum? Es berührt beim Herunterhängen gern die Fassung der Betriebskontrollleuchte. Dann macht es "pitsch" und die Sicherung ist durch! :|
Nun können wir uns auch dem Zählwerkriemen widmen, der bei dieser Revox gerissen und lose im Gehäuse lag. Es sollte ein Rundriemen 2 x 95-97 mm sein, ich nehme aber auch gern 1,5 x 95, was völlig ausreicht. Der neue Riemen wird um den Einstich an der Unterseite des rechten Tellers geführt, unter dem Bremsband hindurch und an den Antrieb des Zählwerks. Testlauf (Bild 4): läuft!




Ich war nun so in Schwung, dass ich noch schnell die Abteilung Bandführung/Andruckrolle fit machen wollte.
Die beiden großen Bandführungen rechts und links der Tonkopfabteilung bestehen aus je zwei tellerförmigen Abschlusscheiben, die alle identisch sind, sowie links aus einem Kugellager 626 ZZ (mit Stahl-Abdeckscheiben) und den Abmessungen 6 (innen) x 19 (außen) x 6 (Höhe) mm, und rechts einer einfachen Aluminiumscheibe mit ähnlichen Abmessungen, aber 6,4 mm Dicke.
Da das Kugellager nur 6 mm, das Tonband bekanntlich aber 6,3 mm in der Höhe misst, liegt über und unter dem Innenring des Lagers je eine Passcheibe mit 0,1/0,2 mm Stärke. Beim Zerlegen übersieht man diese oftmals, wenn man es zum ersten Mal macht! Man nimmt dann diese hauchdünnen Ringe (Bild 2) gar nicht als eigenständiges Teil wahr, zumal sie meist an oberem und unterem Abschlussteller kleben.

Zum Abschrauben von der Grundplatte sollte man lieber keinen Schraubendreher benutzen, obwohl die Messing-Hohlschrauben so verlockende schlitzförmige Einfräsungen besitzen (sichtbar etwa auf Bild 6)! Ich bin sicher, in der Montage bei Revox (und auch in den Servicewerkstätten) hatte man dafür ein genau passendes Spezialwerkzeug mit Führungsdorn in der Mitte. Denn die Schlitze sind auf dem Grund nicht gerade, sondern in der Mitte tiefer als am Rand, zudem so breit, dass man einen 11 mm-Schraubendreher nehmen müsste, der entsprechend schmaler und an der Klinge gerundet zugeschliffen sein müsste. Selbst wenn man sich den bauen würde, würde oft genug das weiche Messing ausbrechen und beschädigt werden. Die Hohlschraube würde man dabei womöglich trotzdem nicht lösen können.
Also: Obere Abschlusscheibe mit Daumen und Zeigefinger beider Hände über Kreuz fest am Umfang fassen und im Gegenzeigersinn drehen. Sollte die Schraube extrem fest sitzen, ist es besser, eine Wasserpumpenzange am Umfang der Messingschraube anzusetzen (ggf. Lappen zwischenlegen), als dann doch den Schlitz mit unpassendem Schraubendreher zu vermurksen! Das hört sich alles problematisch an, aber bei den meisten A77 habe ich die Bandführungen auf Anhieb nur mit bloßen Händen gelöst bekommen.
Die abmontierten Teile werden mit Waschbenzin gereinigt (Bild 3) und das versiffte, oft klappernde und kreischende Lager (Bild 4) entsorgt. Neue Lager in einwandfreier Qualität aus japanischer Fertigung gibt es z.B. für 90 Cent bei Pollin. Ich habe die bisher in alle A und B 77 eingebaut und noch keine Klagen gehört. Man muss an dieser Stelle sicher keine "Heitek"-Lager einsetzen; wichtig ist ein leichter Lauf, damit die Dinger sich auch tatsächlich mitdrehen!
Nach dem Zusammensetzen setzt man die ganze Einheit auf die Grundplatte und zieht sie mit den Händen vorsichtig fest, wobei man die Passcheiben nicht verkanten darf. Man merkt das aber sehr schnell und kann die Sache mit etwas drehen und ruckeln in die richtige Position bringen. Ein abschließender Test zeigt, ob das Lager leicht dreht.




Die Auslauf-Führung rechts besteht wie gesagt nur aus vier Teilen; die Passscheiben fehlen. Das Aluteil ist meist an der Bandlaufseite stark eingelaufen und mit Abrieb verschmutzt (Bild 2). Alle Teile werden wieder geputzt und so gedreht festgeschraubt, dass die abgenutzte Seite von Deckscheiben und Distanzröllchen nun nach hinten zeigt. Es gibt auch Menschen, die dieses Distanzröllchen durch ein ebensolches Kugellager ersetzen, wie links. Ich habe das bei einer meiner A 77 auch gemacht und bisher keinen Vor- oder Nachteil festgestellt. Man kannn es machen, muss es aber nicht. Die Diskussion um Sinn oder Unsinn der werksseitig festen Führung hatten wir hier ja schon mal...


Die 25 Fotos sind wieder mal voll und ich wollte eigentlich noch die Andruckrolle wechseln! Aber das zeige ich euch, liebe Kinder, dann ein Andermal. Bis dahin schön brav sein, nicht das Tonbandgerät vom Papa kaputt machen und jetzt gleich nicht vergessen: abschalten! :thumbup:

Euer Holger

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Samstag, 10. Juni 2017, 23:18

Bei meiner B77 habe ich mittlerweile zwei leichtgängige Keramikhybridlager im der Bandführung eingesetzt. Das Band reibt an diesen beiden Teilen nicht mehr, die Lager rollen stets mit. Laufprobleme, auch beim Anlauf konnte ich nicht beobachten.
Gruß
André

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Sonntag, 11. Juni 2017, 00:46

Nach der Montage habe ich noch die etwas unansehnlich gewordenen Auflageteller noch fein geschliffen, die nun in neuem Glanz erstrahlen.
Auf dem folgenden Foto kann man das ganz gut sehen:


Aber nun die Sache mit der Andruckrolle, um die Abteilung "Kopfträger und Bandführung" abzuschließen.
Die Rolle ist bei der A77 in einem am Ende gegabelten Hebel gelagert, der von einem Zugmagneten unter dem Chassis bewegt wird. Die Andruckkraft an die Tonwelle beträgt bei Maschinen mit glatter Welle ca. 1,5 kp, bei solchen mit sandgestrahlter Welle 1,2 kp. Dieser Wert kann mit der Sechskantschraube M5, die vorn neben der Andruckrolle im Hebelarm sitzt, eingestellt werden, indem diese Schraube eine Druckfeder mehr oder weniger vorspannt. Man sieht auf dem zweiten Foto unter der "2" des Spur-Aufklebers ihr rot verlacktes Ende.
Wenn die Gummirolle gewechselt werden muss, zieht man das Sicherungsblech mittels eines Schraubenziehers, der als Hebel eingesetzt wird, heraus (Bild 2). Dieses Blech (ein Federstahlteil) rastet auf der Unterseite des oberen Gabelteils in einen Einstich der Rollenachse ein. Oder in diesem Fall eben aus... ;)
Mit den Fingernägeln oder einer passenden Zange kann nun die Achse nach oben rausgezogen werden (Bild 3).


Wenn man die Andruckrolle zur Seite ausgefahren hat, kommen die beiden Teflonscheiben oben und unten irgendwie zum Vorschein. Meist klebt die untere noch auf dem Rollenarm (Bild 1), die obere fällt raus oder hängt oben auf der Rollennabe.
Die Aufnahme in dem gegabelten Ende des Arms wird gereinigt und die untere Teflonscheibe (oder eine neue, die der Rolle beigelegen hat) mit etwas Fett genau konzentrisch auf die untere Bohrung im Hebel geklebt. Die obere Scheibe bekommt ebenfalls eine Spur Fett (techn. Vaseline) und wird oben auf die Andruckrolle geklebt. In diesem Fall ist es eine mit Laufrichtungspfeil, über dessen Sinn mir auch noch niemand befriedigende Auskunft erteilen konnte (Bild 2).
Dann manövriert man die Rolle, möglichst ohne die Teflonscheiben zu verschieben oder rauszuwerfen, in die Gabel. Das klappt manchmal auf Anhieb, oft erst beim dritten oder vierten Versuch. Es ist sicher nicht die beste Lösung für die Befestigung, die Revox da gewählt hat. Weil die Rolle ohne die Sicherungsfeder aber rund einen Millimeter Höhenluft hat, geht es trotzdem irgendwie.
Dann führt man die zuvor gereinigte Achse in die Lagerbuchse der Rolle ein, welche natürlich zuvor ein oder zwei Tröpfchen Sinterlageröl spendiert bekommen hat. Dabei wäre es schön, wenn die Teflonscheiben immer noch korrekt liegen und mit den Bohrungen fluchten!
Sicherungsblech seitlich einführen, auf die korrekte Höhenausrichtung der Achse achten, und das Blech mit einer Zange einrasten lassen (Bild 3).
Damit ist die neue Rolle eingebaut und die Tonkopf-/Bandführungs-Sektion sieht aus, wie aus dem Ei gepellt!




Nun erfolgt ein erneuter Probelauf mit der neuen Andruckrolle; auch dieser gibt keinen Grund zur Beanstandung.



Damit ist auch dieser umfangreiche Arbeitstag wieder mal zu Ende und ich gehe jetzt ins Bett. Am morgigen Sonntag werdet ihr keine Fortsetzung von mir erwarten können, denn morgen wird der Grill angeworfen und chillen ist angesagt! :thumbsup:

Die mechanischen Arbeiten sind damit auch weitgehend erledigt. Wenn mir noch etwas auf- oder einfällt, wird das natürlich noch eingeschoben. Die Lager der Wickelmotoren werde ich nicht tauschen, weil es dafür keinen Grund gibt. Sie laufen leise und leicht. Es ist im Prinzip nicht schwer, aber man muss einiges demontieren, um an die Motoren heranzukommen und deren Läufer abzuziehen.

Und so wird es wohl als Nächstes weitergehen mit den schon seit Wochen in einem Karton vor sich hin vegetierenden Steckplatinen, die mit nagelneuen Elkos bestückt werden wollen. Dabei ist eigentlich nicht sehr viel zu berichten und zu beachten, aber ich werde es natürlich trotzdem mit ein paar Fotos illustrieren.

Gute N8! :sleeping:

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Sonntag, 11. Juni 2017, 22:40

Klasse dokumentiert! Danke!
Ich habe auch noch 2 A 77 MK II und eine B77 hier rumstehen, die dringend überholt werden müssen.

Frage zur Lagerluft.

Muss es wirklich ein C2-Lager sein? Ich habe welche mit normaler Lagerluft, also CN von skf. Die C2 Lager sind mir entweder zu teuer, den noname aus China traue ich nicht so recht über den Weg.

Hast du einen direkten Vergleich und kannst bestätigen, dass ein C2 Lager einen wirklich leiseren Motorlauf garantiert?
Es gibt ja eine Streuung bei der Produktion und so werden sie danach eingeordnet:

https://www.jesa.com/de/dokumentation/te…tion/lagerluft/

Ein CN kann ähnliche Werte wie ein C2 haben, muss es aber nicht.

Grüße!

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Montag, 12. Juni 2017, 00:28

Hallo Armin,

ich habe bis jetzt erst bei zwei Capstanmotoren die Kugellager gewechselt. Eins davon hatte normale Lagerluft, das zweite war das oben gezeigte C2-Lager.
Beide Motoren liefen nach dem Tausch leise und rumpelfrei. Deshalb vermute ich, dass die verringerte Lagerluft zwar dem Perfektionismus von Studer-Revox geschuldet ist, aber nicht wirklich nötig ist... ;)

Meine Lager sind eigentlich für Inline-Skates gedacht und ob sie aus China oder sonstwo her stammen, kann ich leider nicht nachprüfen. Da sie relativ preiswert waren (unter 6,- pro Stück), habe ich mal vier davon gekauft und zumindest das erste hat mich nicht entäuscht!

LG Holgi

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Dienstag, 13. Juni 2017, 06:50

Ok, danke für die Info. Da bleibe ich doch bei Lagern mit normaler Lagerluft.

Grüße!

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Montag, 19. Juni 2017, 23:35

Sodele. Obwohl heute ein sehr heißer Tag war, habe ich mich nachmittags vor den Venti gesetzt und mir die Revox-Steckplatinen vorgenommen.

Zu der Arbeit des Elkotausches gibt es nicht viel zu erzählen oder gar zu bebildern... Man muss unbedingt auf die richtige Polung achten. Bei modernen Elektrolytkondensatoren ist grundsätzlich der Minuspol gekennzeichnet. Ich habe mir aber schon seit Ewigkeiten angewöhnt, den Pluspol mit einem Eddingpunkt oder -strich auf der Platine zu kennzeichnen, bevor ich die alten Teile auslöte. Bei der Spannungsfestigkeit sollte man vernünftige Werte wählen; die pauschale Aussage, "immer den nächsthöheren Wert" zu nehmen, ist Blödsinn. Oft sind Elkos eingebaut, die an dieser Stelle gar keine Gleichspannung über, sagen wir, 3 oder 6 Volt sehen, aber sie sind für 16 oder 25 Volt ausgelegt. Weil das eben eine Sache der Lagerhaltung und der Preisgestaltung der Bauteillieferanten war.
Man ist auf der sicheren Seite, wenn man den ursprünglichen Wert nimmt, etwas mehr schadet nicht, ist aber meist überflüssig! Die Betriebsspannung der Verstärkerplatinen beträgt bei der Revox 21 V. Es ist also absolut ausreichend, für die direkt an der Spannung liegenden Elkos welche für 25 V zu nehmen. Man kann natürlich auch ein bisschen nach den Preisen gehen. Bei 1 µF-Elkos zum Beispiel können 50 V-Typen wegen größerer Stückzahlen billiger sein als die 25 V-Ausführung. Dann greift man, na klar, zu den 50 V-Eumeln.
Nur an wenigen Stellen der Gesamtschaltung liegen die unstabilisierten 28 V Gleichspannng an. Da müssen es dann 35 V-Elkos sein.

Die Bauform der Elkos aus dem 21. Jahrhundert ist fast immer kleiner als jene der 1970er Jahre. Man wird also nie Probleme mit dem Platz bekommen.

Die Frage, ob man Tantalkondenstoren nun auch erneuern sollte und wenn, ob dann wieder Tantal oder Alu-Elkos, habe ich für mich so entschieden, dass ich die auch rausschmeiße und, wenn in meinem Vorrat nicht zufällig gerade vergriffen, auch wieder durch Tantals ersetze. Dabei benutze ich statt der üblichen "Perlen" auch gern zylindrische Ausführungen nach MIL-Standards, von denen man hin und wieder Restposten bekommt. Was Besseres gibt es nicht!

Ja, und so geht es dann los mit der Löterei und nach etwa einer guten Stunde sehen unsere Platinchen so aus:


Als Anschauungsbeispiele hier ein paar Module aus der Nähe.
Links der Wiedergabeverstärker für einen Kanal. Die Tantalis sind jetzt ocker und orange. Elkos dunkelblau oder braun. Auf jeden Fall raus ( wie ich schon bei der Drehzahlregelung erwähnte) müssen die weißen Schiffchen, die oft keine Kapazität mehr haben.
In der Mitte sieht man den Eingangsverstärker. Auf dieser Platine befinden sich die Verstärkerzüge für beide Kanäle! Hier erkennt man die stehend eingebauten, guten 10 µ-Tantalis von Siemens, und drei Panasonic Low-ESR-Elkos in dunkelblau/gold. Der zweite 125 µF-Elko sitzt auf der Platinen-Unterseite, wahrscheinlich um das Übersprechen zwischen den Kanälen gering zu halten. Bei mir haben die übrigens nur 120 µ, das ist aber wurscht.
Das dritte Foto zeigt den Hf-Oszillator. Auf diesem Board ist nur ein axialer Elko zu tauschen, ebenso auf dem Relaisboard, das hier nicht abgebildet ist. Auf der Oszillatorspule ist ein roter Edding-Punkt auszumachen, das Kennzeichen für ein Zweispur-Oszillatorboard. Das "4-Track"-Board hat eine gelbe Kennzeichnung.


Danach überprüft man mittels der Lesebrille (falls man die braucht) oder einer Lupe gewissenhaft die Lötseite der Platinen auf Lötfehler wie Brücken und schlechte Lötungen, findet keins von beidem und kann die Module wieder in die Kontaktleisten des Schalterboards stecken. Verwechslungen sind dabei, wenn man sich nicht ganz dämlich anstellt, so gut wie ausgeschlossen, weil alle Platinen unterschiedliche Kennungskerben aufweisen, die nur zu den korrekten Steckplätzen passen. Es geht aber völlig ohne Probieren, wenn man, wie ich, die Platinen mit 1, 2, 3... kennzeichnet.
Das Abschirmblech, das gleichzeitig die Module an ihrem Platz arretiert, bekommt einen neuen Schaumstoffstreifen (3. Foto). Und zwar immer. Ich habe noch keine A77 auf dem Tisch gehabt, wo dieser Schaumstoff noch gut gewesen wäre...



Das Abschirmblech wird aufgesetzt, wobei unbedingt darauf geachtet werden sollte, dass alle Steckplatinen in die Kerben im umgeknickten Rand des Bleches hineinrutschen!
Es wird mit zwei Blechschrauben befestigt, wovon eine wegen guten Massekontaktes mit einer Fächerscheibe versehen sein sollte; hier die linke. Sitzt es richtig, sieht man die Trimmpotis und Spulen hinter den Löchern. Nun habe ich auch die Laufwerkstasten und das kleine Abschirmblech darunter wieder befestigt (natürlich andersrum... ;) ) und die Maschine wird zusehends vollständiger.


Links unten das fast komplette Gerät, bei dem jetzt nur noch das Gehäuse fehlt. Und ein paar Kleinigkeiten, zu denen wir später kommen.
Nun kommt der spannende Moment des Tests der Verstärkerelektronik. Wird alles auf Anhieb funktionieren? Meist ist das nicht der Fall, irgendwo hakt es oft. In diesem Fall brüllt der angeschlossene Kopfhörer im linken Kanal mit voller Lautstärke in mein Ohr. Das Lautstärkepoti funktioniert nur rechts! Nanu, da muss doch bei dem linken Potiteil die Masse fehlen?! --- Stimmt. Ich hatte verjassen, die Drahtbrücke zwischen den beiden Etagen des Reglers wieder zu schließen. Kann passieren!
Dann aber: Wiedergabe funktioniert (unterschiedliche Pegel oder Klänge auf den Kanälen interessieren jetzt noch nicht, Hauptsache, es tönt unverzerrt und beiderseits), Vorbandkontrolle im Recordmodus ebenfalls. Die VU-Meter schlagen munter aus, wie man auf dem zweiten Foto erkennt.
Als Nächstes muss auch kurz die Aufnahmefunktion inklusive der Hinterbandkontrolle gecheckt werden. Dazu muss ich das Band wechseln. Also zurückspulen. Aber nanu? Was ist das denn nun wieder? Die Motoren laufen mit voller Spannung gegeneinander und — die Andruckrolle fährt ans Band, wenn die Rücklauftaste gedrückt wird!


Es stellt sich heraus, dass dieses Phänomen immer auftritt, wenn die Aufnahme-Vorwahltasten gedrückt sind und die Aufnahmerelaisplatine steckt. Das verstehe ich zunächst nicht und sehe mich schon in den Schaltplan vertieft die nächsten Tage mit der Fehlersuche verbringen X( .

Doch die Geschichte ist innerhalb von fünf Minuten gefunden und behoben. Ich denke mir, es kann eigentlich nur ein Irrtum beim Stecken der Kabel am VU-Meter-Print sein, der für diesen Fehler verantwortlich ist. Und tatsächlich: kleine Ursache, große Wirkung. Ich hatte das rote und das violette Kabel vertauscht (linkes Bild), die die 28 V-Gleichspannung führen. Ihr wisst schon: Rot ist blau und Plus ist Minus! Nach dem Vertauschen der Drähte gehorchten die Tasten wieder so, wie es der gute Willi einst wollte.
Die Katze Dina liegt währenddessen auf dem Balkonstuhl und hat überhaupt keine Meinung. Bei 31 Grad ist dem armen Tier einfach nur viel zu warm! Ständig im Pelz rumlaufen? Das würde mir auch nicht gefallen :( !
Ich hingegen lege mir nun die Aufkleber vor die Einmesslöcher, denn ich möchte eine grobe Einstellung vornehmen, um die Aufnahmefunktion zu testen (3. Foto). Bis heute kenne ich die hinter den einzelnen Löchern wohnenden Trimmer immer noch nicht mit Namen und muss daher diesen Spickzettel nutzen, der nach vollendeter Einmessung dann auf das Abschirmblech gepappt wird...


Was soll ich sagen? Die Aufnahme funktioniert ebenfalls auf beiden Kanälen gleichmäßig. Uff! Damit ist das Meiste geschafft.

Ich wollte noch die Andruckrolle auf deren korrekte Einstellung überprüfen. Dazu soll man laut Serviceanleitung eigentlich eine Federwaage oben in die herausstehende Achse der Rolle einhängen und sie gerade nach vorn abziehen. Das soll mir "Herr Revox" bitte mal vormachen! Hier haben wir den typischen Fall einer Anweisung, die irgendwo im Schweizer "Bureau" erdacht wurde, ohne dass der Verfasser sich die Verhältnisse an der realen Apparatur vor Augen geführt hätte. Es geht nicht! Nicht, ohne den VU-Meter-Print erneut abzubauen, das aber werde ich garantiert nicht tun. Das walte Hugo!

Aber es gibt ja Kontaktoren, und obwohl der runde Ansatz an der Rollenachse nicht so ganz ideal dafür ist, geht die Messung mit diesem Taster sehr gut. Er wird am Achsstummel angesetzt, ohne Abzurutschen (!) nach unten gedrückt, bis die Rolle abhebt und stehen bleibt. Dann nähert man sie wieder langsam der Tonwelle, bis sie eben wieder mitgenommen wird. Nun liest man den Skalenwert ab. Er liegt, wie man sieht, bei ca. 14,5 N und ist damit in Ordnung! Kein Handlungsbedarf. Wäre es eine Maschine mit angerauter Tonwelle, würden auch 12 N genügen.



Gegen 20 war ich mit der Revox und den Nerven für heute fertig. Es waren diesmal gute 3 Stunden Arbeitszeit.

Und nach all dem Stress in der Hitze der Küche (Gott sei Dank abgemildert durch den Ventilator) habe ich mir danach einen Teller aufgebratene Nudeln (Restbestände von heute Mittag) mit Speck, Ei und 'n büschn Kettschapp, wohl verdient! Und dazu eine schöne kühle Milch und die schon bereitliegende Zuckertablette. ;) Aaah!!


Und nächstes Mal? Die alten Cinchbuchsen werden durch neue, vergoldete mit vergrößertem Abstand ersetzt, die mir mein alter Freund Ernst Schmid (Pievox) geschickt hat. Eine wohldurchdachte kleine Verbesserung, die ohne Fräsen, Feilen oder Sägen auskommt. Der Abstand wird nur um etwa 3,5 mm vergrößert, was für fast alle Stecker mit normalen Proportionen ausreichend ist.

Ja, und dann kommt auch schon die Einmessung! Vielleicht mache ich es auch andersrum, mal sehen...

Bis dahin (aber sicher nicht schon morgen)

LG Holgi :thumbup:

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »hannoholgi« (20. Juni 2017, 00:18)


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Donnerstag, 22. Juni 2017, 15:23

Hallo Holgi,

wieder mal eine gelungene Revisionsbeschreibung - einschließlich Wetterbericht und Speiseplan :thumbsup: !

Freue mich schon auf die Fortsetzung... 8)
Liebe Grüße
Mecki

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Donnerstag, 22. Juni 2017, 22:35

Ja, Andy, die Fortsetzung kommt demnächst.
Erst mal wird dein Briefband bespielt (am WE habe ich teilweise sturmfreie Bude, da habe ich meine Ruhe 8) ) und wenn es mal ein paar Grad kühler ist, kommt auch die A77 wieder dran. Ich kann diese Hitze nicht ab, bin dann zu nix zu gebrauchen! :wacko:

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Sonntag, 6. August 2017, 23:59

Eigentlich war es nur noch eine gute Stunde Arbeit, aber ich hatte in den vergangenen Wochen irgendwie nie die Ruhe und Lust, die Einmessung und den Buchsen-Umbau als abschließende Maßnahmen durchzuführen. Aber heute Nachmittag gab es kein Halten mehr!

Alsdann, legen wir los :thumbup: :

Als Ausrüstung für die Einmessung habe ich mich für das Nakamichi T-100 entschieden. Das ist die einfachste Lösung (nur ein Gerät für alles) und da ich es erst vor ein paar Tagen neu kalibriert hatte, konnte ich mich auf seine Genauigkeit verlassen. Bis auf eine Ausnahme: die Wow & Flutter-Messung. Um das Messgerät in diesem Bereich zu justieren, benötigt man ein mit 4 Hz und 1% Hub frequenzmoduliertes 3 kHz-Signal, von dem ich auf die Schnelle nicht wusste, woher ich es bekommen könnte... Ich bin sicher, man kann da mit Software was machen, aber dazu fehlte mir der Elan. Wenn wirklich mal Wau und Flatter zu messen ist, habe ich auch noch ein Woelke ME 104.

Weiterhin holte ich mir ein Bezugsband 19 H, ein Pegelmessband 250 nWb/m von Pievox und mein Einmessband, in diesem Fall ein RTM LPR35 vom März diesen Jahres. Dieses Band ersetze ich jeweils nach etwa 10 Einmessvorgängen durch ein neues. Dieses hier hat erst zwei Durchläufe hinter sich.
Das 250 nWb-Band müsste ja eigentlich 257 nWb/m haben, aber ich muss zugeben, dass ich das nicht gefunden habe. Ich befürchte, es ist hinter das Regal gerutscht. Aber das ist wirklich wurscht, denn der Unterschied zwischen den beiden Bandflüssen beträgt nur rund 0,2dB. Und bei den beiden Pievox-Bändern besteht überhaupt kein messbarer Unterschied. Ich habe also gar keine Skrupel, das 250er zu nehmen! :thumbup:





Die erste Arbeit ist (nach dem Einschalten des T-100, damit er warm wird) immer das Entmagnetisieren der Köpfe und Bandführungen, damit man sich die teuren Mess- und Bezugsbänder nicht versaut.



Danach folgt die Azimuteinstellung des Wiedergabekopfes, die ich schändlicherweise nicht im Bilde festgehalten habe. Aber die Vorgehensweise ist einfach: das 1kHz- , danach das 10 kHz-Signal vom Bezugsband werden abgespielt, die Wiedergabeverstärker zuvor auf etwa gleiche Pegel eingestellt und bei auf "Mono" geschaltetem Ausgang (wichtig) der Revox das Signal auf Millivoltmeter oder T-100 im Pegelanzeigemodus gegeben. Mit dem 1 kHz-Ton stellt man grob ein, um zu vermeiden, dass man ein Nebenmaximum trifft, dann mit den 10 kHz folgt die Feineinstellung auf höchsten Ausschlag des Pegelmessers.
Nachdem der Kopf stimmt (man kann die Schraube auch gleich mit Sicherungslack versehen, damit man nicht versehentlich nochmals daran fummelt!) kommt der Wiedergabepegel an die Reihe. Dazu legt man das entsprechende Messband auf und startet die Wiedergabe. Vorher muss gewährleistet sein, dass der Lautstärkesteller der Revox auf Rechtsanschlag steht, der Balanceregler genau auf Mitte, der Spurwahlschalter auf STEREO und der Monitorschalter auf NAB.
Laut Servicemanual soll der Ausgangspegel auf 2 V eff eingestellt werden (Korrektur: 1,55 V; siehe hierzu Postings # 65 ff!), was nun mittels der Trimmer auf dem Wiedergabeverstärker erfolgt.
Zu Beginn waren die Pegel noch "irgendwo" und sehr unterschiedlich, wie das erste Foto zeigt. Nach dem Einstellen der Verstärkung sah das Ergebnis so aus, wie auf dem dritten Bild. Beide Kanäle genau 2 V!



Ich sollte zwischendurch erwähnen, dass ich die Spulenkerne für die HF-Fallen (Bias-Trap) in den meisten Fällen nicht anfasse. Oft lässt sich gar kein Minimum einstellen, meist stimmt die alte Einstellung. Außer, wenn ich Platinen getauscht habe, dann messe ich die vagabundierenden Hf-Reste und versuche sie zu minimieren. Auch die Dummyload-Spule lasse ich so, wie sie ist, es sei denn, ich hätte den Löschkopf getauscht, was ich aber außer bei Umrüstungen von Viertel- auf Halbspur noch nie musste. Da in diesem Fall auch der Oszillatorprint gewechselt wird, ist ohnehin eine Einstellung des Dummyloads nötig. Diese sog. Ersatzlast ist wichtig, weil die Löschkopfspulen Teil des Oszillators sind und bei Monobetrieb wird das abgeschaltete Kopfsystem durch diese induktive Ersatzlast ersetzt, damit sich die Spannung an der jeweils anderen Löschkopfwicklung nicht nennenswert ändert.

Nachdem der Wiedergabepegel stimmt, sind die beiden Trimmpotis absolut tabu! Die dürfen jetzt nicht mehr angerührt werden, sonst kann man wieder von vorn anfangen.
Am besten klebt man gleich einen neuen Aufkleber drauf, dann kommt man gar nicht auf dumme Gedanken... ;)
Nun ist der Aufnahmezweig an der Reihe. Es erfolgt zunächst eine grobe Einstellung der Aufsprechpegel, damit man bei den folgenden Bias- und Aufnahme-Entzerrer-Justagen nicht völlig daneben liegt. Also kommt jetzt das neuwertige Einmessband zum Einsatz! Bei einer Messfrequenz von 400 oder 1000 Hz stellt man den Hinterbandpegel beider Kanäle etwa auf 2 V bei 0 VU.



Nun wird der Generator im T-100 auf 10 kHz geschaltet und der Azimut des Aufnahmekopfes penibel eingestellt. Auch dabei wird der Ausgang des Wiedergabeverstärkers wieder auf Mono geschaltet und beim Drehen an der Taumelschraube die Verzögerung bedacht, die durch den Abstand der Köpfe begründet ist. Zur Sicherheit schalte ich den T-100 kurz auf rosa Rauschen und überprüfe die Eintaumelung mit dem Kopfhörer und bei 9,5 cm/s.
Azimut sitzt, Schraube kann verlackt werden.



Anschließend werden die Pegelregler der Revox bis zum Anschlag geöffnet und der Ausgangspegelsteller am Naka (wieder auf 10 kHz-Stellung) so eingestellt, dass die Schätzeisen der A77 0 dB anzeigen. Sodann wird am Naka der Pegel mittles der entsprechenden Schalterstellung um 20 dB abgesenkt. Nacheinander wird nun der sogenannte Δ S10-Arbeitspunkt beider Spuren eingestellt. Dessen Wert entnimmt man dem jeweiligen Datenblatt des Tonbandmaterials, auf welches man einmessen will. Beim LPR35 beträgt dieser Wert -4 dB bei 19 cm/s. Das bedeutet, dass man nun die Trimmer für die Vormagnetisierungsspannung so weit im Uhrzeigersinn dreht, bis der Ausgangspegel hinter Band ein Maximum erreicht (um das ablesen zu können, muss man ggf. den Lautstärkeregler etwas verstellen). Auf der Pegelanzeige des T-100 werden der Einfachheit halber +4-5 dB eingestellt, wenn dieses Maximum erreicht ist. Dann dreht man das Bias-Trimmpoti in der gleichen Richtung weiter, bis der Pegel wieder um 4 dB gefallen ist. Erfahrungsgemäß muss man meist noch ein dB weiter drehen, weil man mit den modernen Bandsorten auf der A 77 sonst keinen glatten Frequenzgang hinbekommt. Die Höhen sind dann mit der Entzerrung nicht zu bügeln, sondern bleiben zu vorwitzig!



Beide Kanäle werden also auf diesen Arbeitspunkt eingestellt und sodann der Tongenerator zunächst auf 1 kHz geschaltet. Die Hinterband-Pegelanzeige bei dieser Frequenz merkt man sich und erhöht letztere dann auf 15 kHz. Normalerweise nehme ich 14 kHz, aber der Naka hat diese Frequenz nicht drauf. Es kommt aber nicht wirklich darauf an, es geht auch mit 15 kHz!
Bei dieser Einstellung (der Vorbandpegel beträgt weiterhin ca. -20 dB!)



wird mit den EQ-Trimmern für 19 cm/s der gleiche Pegel wie der gemerkte bei 1 kHz eingestellt, eventuell 0,5 dB drüber.



Wenn das bei beiden Kanälen geglückt ist, überprüft man mal durch Durchschalten der Frequenzen am Generator, wie der Über-Alles-Frequenzgang aussieht. Mit winzigen Korrekturen an Bias- und EQ-Trimmern schafft man es meist, dass die Frequenzgänge beider Kanäle nur minimale Abweichungen aufweisen. In diesem Fall verarbeitet die Maschine auf beiden Spuren noch die 20 kHz mit weniger als 1 dB Pegelverlust. Weiter kann man mit dem Naka nicht messen, weil 20 kHz die höchste Frequenz ist, die es generieren kann! Da kann ich also zufrieden sein. Insgesamt weicht die Frequenzkurve über den Bereich von 40 Hz bis 20 kHz nirgends mehr als ca. 1,5 db ab!



Um die ganze Sache etwas abzukürzen: das gleiche Verfahren wird bei der niedrigen Bandgeschwindigkeit ebenfalls angewandt, nur dass der Δ-Wert des Bias jetzt bei 6,3 kHz eingestellt (Bild 1) wird und dieser im Falle des LPR35 nach Datenblatt -4,5 dB beträgt. Die Korrektur der Höhenentzerrung erfolgt bei 9,5 cm/s dann mit 12 kHz Generatorfrequenz (Bild 2) und wird wieder auf den gleichen Wert wie bei 1 kHz hingetrimmt (Bild 3). Auch hier kann ich (oder der zukünftige Besitzer) sehr zufrieden sein, denn die Maschine erreicht die 15 kHz auf beiden Spuren mit nur minimalem Pegelabfall (Bild 5)!



Dieser Beitrag wurde bereits 5 mal editiert, zuletzt von »hannoholgi« (7. August 2017, 19:35)