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  • "tommywoodstock" started this thread

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1

Thursday, June 27th 2019, 5:28pm

Revox A77 auf Vordermann bringen ( Anfänger )

Hallo zusammen
Ich habe bei mir 2 Revox A77 Halbspurgeräte stehen. Das eine Gerät ist ist einem recht guten Zustand und ich konnte es schon etwas ausprobieren. Das Gerät läuft soweit, der Klang ist gut. Lediglich beim Umspulen macht es noch Probleme ( zu langsam ).
Das zweite Gerät ist noch völlig ungetestet und in einem jämmerlichen Zustand. Ich habe selten ein so "zugepafftes Gerät" gesehen. Ich rauch ja selber recht viel, aber ich mach auch ab und zu mal was sauber. Die A77 sieht aus als wäre die über Jahrzehnte mit Nikotin beaufschlagt worden. Auch von Innen, Schmand und Schmodder soweit das Auge reicht.
Ich habe mir jetzt vorgenommen das augenscheinlich schlechtere Gerät als Übungs- und Lernprojekt wieder in einen akzeptabelen, lauffähigen Zustand zu versetzen. Zum besseren Verständnis, ich bin noch ein ziemlicher Tonband-Rookie und Elektroniker bin ich auch nicht, mechanisch bin aber recht fit.

Ich gestern schon mal angefangen das Gerät etwas zu reinigen. Gehäuse, Fronten, Knöpfe, Acryl Dustcover, NAB-Adapter usw. sind nicht das Problem. Ich bin mit einem speziellen Nikotinentferner bei gegangen. Da kam eine schauderliche Brühe runter, ich kann Euch sagen selbst für einen Raucher schon Hardcore.

Jetzt möchte ich das Gerät von Innen reinigen. Hier stellt sich mir die als erstes die Frage womit ich die Platinen vom Nikotinschmodder befreie. Ich hab mich schon etwas in der Richtung belesen, nen Liter Isopropanol hab ich mir auch schon besorgt, bin aber noch etwas unsicher. Könnt Ihr mir dazu ein paar Tips geben.

LG
Tommy
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2

Thursday, June 27th 2019, 6:00pm

Mein Tipp

a) KONTAKT LR, Leiterplattenreiniger

b)

Gruß

Thomas
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3

Thursday, June 27th 2019, 6:08pm

So witzig wie Version B auch ist, ich kenne jemandenden der das tatsächlich so macht. :S

Platine in die Badewanne und los gehts. Spülmittel und Pinsel läßt bei ihm alles neu erstrahlen.
Das soll keine Aufforderung sein es ebenso zu machen!!!

Ich hab mich das noch nicht getraut. Wasser kommt ja überall rein. Spulenkerne usw...
Selbst habe ich soeben meine Sony TC 766 fertig bekommen die jahrelang verpackt in
einen Schrank stand.
Da ware auch alle Regler und Knöppe gelblich angehaucht.
Ich montiere die immer ab, in eine Schale mit warmen Wasser und etwas Waschmittel bei.
Am nächsten Tag ausgespült und getrocknet.

Die glänzen jetzt wie neue :D
Gruß
Meik

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4

Thursday, June 27th 2019, 7:30pm

Flächen und Kunststoffteile hab ich mit Nikotin Reiniger von Chemie Scholz erfolgreich gereinigt. (Bild 1)
Auf den anderen Fotos sieht man den Ist-Zustand der offenen Maschine. Stark verstaubt, zum Teil mit klebrigem Nikotin

und dem Schmodder der Jahrzehnte so das man Kabelfarben und Bauteilbeschriftungen nicht mehr richtig erkennen kann.
Natürlich werde ich nicht mit dem Laugeneimer, wie spasseshalber vorgeschlagen, zu Werke gehen.

Aber die erste Grundreinigung der Platinen würde ich schon mit warmen Wasser und nem Schuss mildem Reinigungsmittel

versuchen und vorsichtig auspinseln.
Wasser sollte den Platinen und den ( meisten ) Bauteilen nichts ausmachen. Bei Autos nach Wassereinbrüchen habe ich komplett abgesoffene Platinen auch wieder hinbekommen. Bei 50°C im Backofen getrocknet und wieder eingebaut, funzte danach wieder.
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5

Thursday, June 27th 2019, 7:35pm

Moin,

ja nee...... Wasser und Wanne ;( ;( ;( ;( ;( ;(

Aber ich kenn mittlerweile zwei die ein komplettes TBG in Spiritus versenkt haben..... Mein erster *Ich hab ja nichts zu verlieren* Versuch war kleiner aber doch sehr tricky....









Blöd nur das der Motor von 1956 immer noch läuft, entgegen aller die gesagt haben.... Ihr seid doch völlig wahnsinnig. :thumbsup: Klar ist.... Auseinander muss sowas trotzdem und nachkontrolliert und geschmiert werden. Mittleweile mach ich das mit Platinen auch so und hatte keine Auflöseerscheinungen.

Muss am Ende jeder selber wissen. :thumbup:

LG Andre

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6

Thursday, June 27th 2019, 10:18pm

Ich hatte auch schon mal so einen Fall, wo das Gerät total versifft war. Ich hab alle Teile in die Spülmaschine getan - und es hat geklappt. Relais sollte man vorher entfernen, ich glaube nicht, das die das aushalten würden, bei den Spulen hatte ich erstaunlicherweise Glück. :rolleyes:
Das ist natürlich kein Allheilmittel und nur im Notfall anzuwenden. Und natürlich Alles gut trocknen lassen, bei den jetzigen Temperaturen geht das ja relativ schnell.
Viele Grüße
Eckhard

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7

Friday, June 28th 2019, 10:49am

Ich bin auch der Meinung das beide Verfahren funktionieren. Nur könnten bei Benutzung von Alkohol oder Spiritus die Beschriftung an manchen Teilen auch mit verschwinden.
Auf jeden Fall müßen nach der Behandlung und ordentlichen trocknen die betreffenden Stellen wieder ordentlich geölt und geschmiert werden, logisch.
VG
Wolfgang

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8

Friday, June 28th 2019, 11:53am

So, ich hab das Gerät jetzt erstmal grundgereinigt.

Die Platinen habe ich dabei vorerst aussen vor gelassen.
Gute und schlechte Nachrichten. Die Gute, die Köpfe sehen noch ganz gut aus, ca. 3mm Kopfspiegel. Siehe Bilder

Die schlechte, die Maschine löppt nicht.

Nachdem Anschalten und drücken der Playtaste passierte nicht viel.

Maschine brummt, Capstanmotor dreht nicht, leises Knistern und kurze Rauchzeichen aus dem Gerät, das wars.
Scheinbar ist einer, oder mehrere Kondensatoren abgeraucht. Maschine wieder aus, nochmal 1-2 mal an, Maschine komplett tot.
Die Sicherung in dem schwarzen Sicherungshalter am Spannungswähler an der Rückseite ist durch. Auf der Sicherung steht 250 V 1500mA, ist das die korrekte Sicherung?
2 Sicherungen habe ich noch auf der Platine nahe dem Capstanmotor entdeckt , die scheinen aber heile geblieben zu sein.
Ich würde jetzt mal die 4 Enstörkondensatoren sowie die 3 großen Motorkondensatoren ersetzen und dann nochmal nen Testlauf machen und schauen was passiert.
Mit etwas Glück lässt sich Maschine dann wieder dazu bewegen ihre Arbeit aufzunehmen

Ich bin für weiterführende Tips und Ratschläge immer dankbar.
LG
Tommy
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9

Friday, June 28th 2019, 12:40pm

Vielleicht hilft dir ja das Schaltbid weiter ( SM )
Bekommst du hier: http://www.hifi-manuals.com/
Musst dich reggen, kostet aber nix.
Ich hätte es dir ja runterladen können, aber ich weiß ja nicht welche A77 du hast.
Gruß
Meik

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10

Friday, June 28th 2019, 2:10pm

Die Schaltpläne und die Servicemanuals habe ich, um die Schaltpläne zu lesen bräuchte ich allerdings erstmal eine Ausbildung zum Elektroniker :wacko:

Ich bin mehr so der Typ dem man sagt tausche mal Teil X auf Platine Y.
LG
Tommy
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11

Friday, June 28th 2019, 3:46pm

Hallo König der Flippertische,

darf ich dich in aller Bescheidenheit auf diesen meinen erschöpfenden Beitrag zu diesem Thema hinweisen:
https://forum2.magnetofon.de/board2-tonbandger%C3%A4te/board16-alles-andere/18379-revox-a77-mkiii-restauration-step-by-step/



LG Holgi

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12

Saturday, June 29th 2019, 8:38am

Stimmt, der Beitrag von Holgi ist dermaßen detailliert und gut bebildert, der gehört eigentlich irgendwo oben ins Banner und nicht in der Suche versteckt (nur meine persönliche Meinung). Er sticht aus den vielen Einzelbeiträgen wirklich hervor und beantwortet viele, viele Einzelfragen.

Grüße
Jörg

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13

Saturday, June 29th 2019, 8:44am

der Beitrag von Holgi ist dermaßen detailliert und gut bebildert, der gehört eigentlich irgendwo oben ins Banner und nicht in der Suche versteckt


Da stimme ich uneingeschränkt zu.

Auch mir hat dieser Beitrag schon sehr geholfen.

Gruß

Alfred
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14

Sunday, June 30th 2019, 1:51pm

Jepp :thumbsup:

Gruß
siggi

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15

Sunday, June 30th 2019, 3:06pm

Oben in der Menüleiste gibt es eine Abteilung "Links". Das ist dafür gedacht, interessante Links und Verweise aufzunehmen. Ich habe Holgis Beitrag mal dort eingetragen. Das kann eigentlich jeder ...

Gruß
Michael

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16

Sunday, June 30th 2019, 4:10pm

Ich hab die 4 Entstörkondensatoren und die 3 Motorkondensatoren sowie die 3 Glassicherungen ausgetauscht.
Die Spulerei funktioniert jetzt wieder.

Leider rührt sich der Capstan immer noch nicht und das kleine Birnchen im Bereich der Bandeinlaufrolle brennt auch nicht.
Ich hätte die Möglichkeit Trafo und Netzteilplatine erstmal aus einem weiteren baugleichen Gerät wo ich weiß das 100% geht zu "entleihen".
Oder ich beschaffe mir aus der Bucht Trafo/Netzteil oder sonstwo als geprüftes Ersatzteil . Ich glaube das erscheint mir sinnvoller.
LG Tommy
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17

Sunday, June 30th 2019, 4:26pm

Hallo Tommy,

die Entstörkondensatoren haben mit dem Spulen nichts zu tun (es sei denn, beim Explodieren geht eine Sicherung mit, dann geht aber nichts mehr, qed.) und das die Motorkondensatoren defekt sind, ist äußerst selten. Deiner Beschreibung nach ist der Entstörkondensator direkt am Netzschalter hochgegangen, hat die Sicherung gekillt und damit war das Gerät tot.

Wenn das Birnchen am Bandlauf nicht leuchtet, ist mit ziemlicher Sicherheit das Netzteil defekt. Das auszubauen birgt etliche Probleme mit abgerissenen Drähten, zerbrochenen Platinen und Bauteilen oder ähnlichem. Da ist als nix mit "mal eben ausleihen" und umbauen. Du kannst Bauteile auf dem Netzteilprint tauschen, ohne das alles zu zerlegen. Ist zwar ein wenig fummelig, aber machbar. Die Bauteile sind einmal der Trimmer (2,5 kOhm) und ein Elko (3,3 oder 4,7µF/35V). Eine weitere Fehlerquelle sind die Elkos auf dem "Interconnection PCB", der großen Platine, wo die Module eingesteckt werden. Dann müsste aber die eine Sicherung auf der Platine auslösen. Dritte Möglichkeit: Birnchen defekt. Dann müsste aber der Capstan anlaufen. Wobei auf der Steuerplatine auch etliche Bomben verbaut sind, die Fehler verursachen können.

Zur Sicherheit solltest du nicht wild tauschen sondern gezielt messen, ob und an welchen Punkten Spannungen anliegen.

Gruß
Michael

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18

Sunday, June 30th 2019, 4:30pm

Man kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen:
Eine A77 gehört heutzutage KOMPLETT revidiert, d.h. ALLE Elkos, Tantals, Trimmer gehören getauscht.
Ich habe derzeit die A77 eines Forenkollegen da, die vor einigen Jahren bei einem gewerblichen Anbieter zur Revision war.
Er hat einige, aber nicht alle Elkos getauscht - das steht halt jetzt an, weil einige der damals nicht getauschten mittlerweile schon auslaufen
und teilweise weitab on ihrer Spezifikation sind.

Wenn Du jetzt einen gebrauchten Trafo kaufst, versprichst Du Dir WAS genau davon?
Im schlechtesten Fall sind da auch noch die alten Bauteile drin und in ein paar Monaten haste das gleiche Problem.
Tausch die paar Bauteile bei Deiner Platine doch selbst und das machste nach und nach bei den anderen auch.
Du wirst mittelfristig sowieso nicht drum rum kommen.
Viele Grüße
Jörg

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19

Sunday, June 30th 2019, 6:31pm

Man kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen:
Eine A77 gehört heutzutage KOMPLETT revidiert, d.h. ALLE Elkos, Tantals, Trimmer gehören getauscht.


Dem kann ich aus eigener Erfahrung nur zustimmen.

Meine Verfahrensweise war folgende:

den genauen Ablauf - wie von Hannoholgi beschrieben - drei mal intensiv durcharbeiten.

Jeden Bereich präzise fotografieren

Langsam und gewissenhaft arbeiten, dabei den Bericht von Holgi auf dem Schirm haben

Nach Abschluss der Arbeiten "plug and PRAY" ;)

Hier im Forum sind absolute Experten unterwegs, die uns dabei helfen können, wenn es mal undurchsichtig ist.

Viel Erfolg

Alfred
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20

Sunday, June 30th 2019, 7:54pm

Hallo Tommy,

die Entstörkondensatoren haben mit dem Spulen nichts zu tun (es sei denn, beim Explodieren geht eine Sicherung mit, dann geht aber nichts mehr, qed.) und das die Motorkondensatoren defekt sind, ist äußerst selten. Deiner Beschreibung nach ist der Entstörkondensator direkt am Netzschalter hochgegangen, hat die Sicherung gekillt und damit war das Gerät tot.

Wenn das Birnchen am Bandlauf nicht leuchtet, ist mit ziemlicher Sicherheit das Netzteil defekt. Das auszubauen birgt etliche Probleme mit abgerissenen Drähten, zerbrochenen Platinen und Bauteilen oder ähnlichem. Da ist als nix mit "mal eben ausleihen" und umbauen. Du kannst Bauteile auf dem Netzteilprint tauschen, ohne das alles zu zerlegen. Ist zwar ein wenig fummelig, aber machbar. Die Bauteile sind einmal der Trimmer (2,5 kOhm) und ein Elko (3,3 oder 4,7µF/35V). Eine weitere Fehlerquelle sind die Elkos auf dem "Interconnection PCB", der großen Platine, wo die Module eingesteckt werden. Dann müsste aber die eine Sicherung auf der Platine auslösen. Dritte Möglichkeit: Birnchen defekt. Dann müsste aber der Capstan anlaufen. Wobei auf der Steuerplatine auch etliche Bomben verbaut sind, die Fehler verursachen können.

So wars ja auch.

Nach dem Einschalten ist ein Knallfrosch mit viel Nebel abgeraucht und die Maschine war danach "tot" ( 500mA Sicherung hatte ausgelöst).

Natürlich mache ich dann alle 4 neu. Die Motorkondensatoren waren zu Teil schon etwas klebrig an den Anschlüssen, also auch raus.

Das das Netzteil und/oder der Trafo defekt sein könnten hatte ich mir schon erlesen. Das Birchen ist nebenbei OK, das hatte ich aus einer funktionierenden Maschine entliehen.
Ich trau mir das durchaus zu Netzteil und Trafo zu wechseln, das das nicht mal eben so gemacht ist weiß ich.

Die Maschine ist für mich einfach ein Bastelobjekt um mal auszuloten was ich machen kann und was nicht.
LG
Tommy
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21

Sunday, June 30th 2019, 8:37pm

Man kann es nur gebetsmühlenartig wiederholen:
Eine A77 gehört heutzutage KOMPLETT revidiert, d.h. ALLE Elkos, Tantals, Trimmer gehören getauscht.


Wenn Du jetzt einen gebrauchten Trafo kaufst, versprichst Du Dir WAS genau davon?
Im schlechtesten Fall sind da auch noch die alten Bauteile drin und in ein paar Monaten haste das gleiche Problem.
Tausch die paar Bauteile bei Deiner Platine doch selbst und das machste nach und nach bei den anderen auch.
Du wirst mittelfristig sowieso nicht drum rum kommen.

Hallo Jörg, Hallo Alfred
Ihr habt natürlich Recht. Aber in diesem Fall gehts mir nur darum ein "Stück Schrott" was hier rumstand wieder zum Leben zu erwecken.
Ich habe ja noch eine gute, lauffähige A77 MK IV Dolby Viertelspur im optischen Topzustand. Sollte damit mal was sein, werde ich diese professionell revidieren lassen. Aber solange sie`s tut läuft sie so weiter. Und desweiteren eben noch eine lauffähige A77 MK IV Halbspur die ich irgendwann verkaufen will, die soll dann der nächste Besitzer selbst revidieren oder revidieren lassen. Macht für mich keinen Sinn.
Wie ich dem Michael schon schrieb soll dieses Gerät für mich als Bastelobjekt dienen. Da maße ich mir auch gar nicht an das professionell oder perfekt zu machen.

Der Revisions-Thread vom Holgi ist natürlich erste Sahne, aber um das so umzusetzen fehlt mir einfach der elektronische Background.
LG
Tommy
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22

Sunday, July 7th 2019, 8:45pm

Hallo zusammen

So...leider ist mein Schnell-Reparaturversuch nach der Methode "Try and error", Austausch der Trafo/Netzteil Einheit ohne Erfolg geblieben.
Auch mit dem geprüften Austauschteil läuft die Maschine nicht anders als vorher, der Capstanantrieb steht nach wie vor still.

Der Ausbau der Trafo/Netzteil Einheit war auch nicht so schwierig wie ich angenommen hatte.
Nun gut. Durch meine ersten kleineren Lötarbeiten und Ein- Ausbauarbeiten bin ich jetzt allerdings etwas angefixt, so das ich mich entschieden habe zu versuchen die A77, auch mit meinen geringen Kenntnissen, selber so weit wie möglich instand zu setzen bzw. zu revidieren.Als erstes hab ich jetzt den gesamten Schalterprint ausgebaut und mir für den Anfang dafür im Netz einen passenden Revisionssatz besorgt.

Der Revisionsatz besteht lt. Händler aus folgenden Komponenten :3 axiale Elektrolytkondensatoren
3 axiale Bypasskondensatoren
2 hochwertige audiophile rausch- und klirrarme Elkos
2 Folien-Bypasskondensatoren
13 Federkontakte der Drehschalter
1 gekapselte Trimmer liegend 500k
1 Anleitung mit Bauteilliste

1 BestückungsplanDie Teile sollten in der nächsten Woche da sein.
Gibts vielleicht noch was grundlegendes was es zu beachten gibt?

Wozu dienen eigentlich die Bypasskondensatoren?
LGTommy
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23

Sunday, July 7th 2019, 11:19pm


Wozu dienen eigentlich die Bypasskondensatoren?

Das kommt drauf an, wen Du fragst. Entweder machen sie klanglich alles ultimativ besser oder sie sind total sinnlos. ;)

Gruß
Robert
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24

Monday, July 8th 2019, 12:06am

Entweder machen sie klanglich alles ultimativ besser oder sie sind total sinnlos. ;)
Das hilft mir natürlich total weiter :D :D :D . Aber ich lese daraus das diese Teile lediglich eine klangliche Eigenschaft haben könnten/sollten.
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25

Monday, July 8th 2019, 8:56am

Der Begriff "Bypasskodensatoren" wird im Bestückungsplan der A77 nicht verwendet.

Es gibt dort 5 Elkos, 2 Folienkondensatoren und im Schaltplan noch zwei Kondensatoen a' 150 pF.

C301, C306 & C307 dienen zur Siebung der (19V/21V) Betriebsspannung.
C351 & C352 sollen vermutlich hochfrequente (Stör-)Signale von den Gleichichtern der VU-Meter fernhalten.

Wenn in einem Bauteilesatz von "hochwertige audiophile rausch- und klirrarme Elkos" die Rede ist, sollte man das als Warnung vor möglicher Abzocke betrachten.
Die Koppel-Kondensatoren C304 & C305, Originalbestückung 3,3 µF/15V Tantal), ersetzt man besser durch kleine (WIMA) MKS 3,3 µF Folienkondensatoren.

MfG Kai

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26

Tuesday, July 9th 2019, 9:02am

Hallo Tommy,
Kai und Robert liegen richtig. "High-End-Freaks" schalten gerne kleine Folien- oder Keramikkondensatoren parallel zu Elkos, die im Signalwg liegen, weil Elkos "im Hochfrequenzbereich keine optimalen Eigenschaften haben" ("Bypass"). Da so ein Verstärker aber max. 20 kHz übertragen soll und nicht 10 MHz, ist das Ganze Unfug. "High-End-Freaks" wollen aber eben gerne schlauer als der Entwickkler des Gerätes sein (was sie nie sind). Da du sie mitbezahlt hast, bau sie halt ein. Bringen tun sie nichts. "hochwertige audiophile rausch- und klirrarme Elkos" ist Bullshit. Das bestätigt dir jede kompetente Entwicklungsingenieur.

Sehr lobenswert ist, dass du die Teile ordentlich hingelegt hast. Das kann dir einigen Ärger ersparen. Bis die Neuteile kommen, kannst du ja die Schalterplatine schonmal freilegen (von dem Blech trennen).
VG Stefan

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27

Tuesday, July 9th 2019, 9:16am

ist das Ganze Unfug

Es ist absolut kein Unfug, im Audio-Signal-Weg Tantal-Elkos von 3,3µF/15V durch Folien-Kondensatoren mit 3,3µF (oder mehr) mit 50V bzw. 63V Spannungsfestigkeit zu ersetzen, sofern ausreichend Platz dafür vorhanden ist. Die Folien-Kondensatoren sind besser und frei von den spezifischen Problemen der Tantals.
Von Parallelschalten war keine Rede.

MfG Kai

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28

Tuesday, July 9th 2019, 11:03am

Bis die Neuteile kommen, kannst du ja die Schalterplatine schonmal freilegen (von dem Blech trennen).

Hallo Stefan
Das habe ich gestern gemacht. Ist jetzt alles zerlegt, lediglich die Hauptplatine und die VU-Meter Platine sind noch mit ihrer Kabelage verbunden. Eins von den ( einfachen ) Potis habe ich auch schon mal zerlegt und gereinigt. Die Stereo-Potis lassen sich offensichtlich nicht so simpel komplett zerlegen. Diese werde ich wohl auch nur wie in Holgis Thread beschrieben einfach spülen/fluten. Ich kann jetzt noch etwas putzen und ansonsten nur warten bis die Teile eintreffen. Eben kamen wenigstens schon mal die Leuchtmittel, immerhin.

LG
Tommy
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29

Tuesday, July 9th 2019, 11:13am

"hochwertige audiophile rausch- und klirrarme Elkos" ist Bullshit.

Das habe ich mir schon gedacht. Ich hab die Teile halt von Ebay ( revox-online ).

Bei Ebay sind etliche Anbieter für die gleichen Teile zum gleichen Preis, da muss man als Händler schon mal ein bischen "ausschmücken". ;)
LG
Tommy
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Tuesday, July 9th 2019, 12:53pm

ist das Ganze Unfug

Es ist absolut kein Unfug, im Audio-Signal-Weg Tantal-Elkos von 3,3µF/15V durch Folien-Kondensatoren mit 3,3µF (oder mehr) mit 50V bzw. 63V Spannungsfestigkeit zu ersetzen, sofern ausreichend Platz dafür vorhanden ist. Die Folien-Kondensatoren sind besser und frei von den spezifischen Problemen der Tantals.
Von Parallelschalten war keine Rede.

MfG Kai

Hallo,

@Kai
Ich denke, da hast Du Stefan falsch verstanden (und er Dich?). Er meint die Bypasskondensatoren, die Revox-Online beilegt, also Folien- und Keramik-Kondensatoren, die parallel zu den normalen Elkos eingelötet werden sollen (auf der Platinenrückseite), im Gerät original so nicht vorhanden sind und von zweifelhaftem Nutzen sind. Was Du meinst ist, die kleinen Tental-Elkos durch Folienkondensatoren zu ersetzten. Das ist sicherlich sinnvoll und wird soweit ich weiß in den Bauteilsätzen von Revox Online auch so vorgesehen.

@Tommy
Wenn Du Dir für die übrigen Platinen die Elkos etc. bei z. B. Reichelt selbst zusammen suchst, kannst Du im Vergleich zu den Revox Online Bauteilsätzen eine Menge Geld sparen. Ist natürlich ein bisschen mehr Aufwand.

Gruß
Robert
Revox A77 MK III (2-Spur), A77 MK IV HS (2-Spur), B77 MK I (4-Spur) - Tandberg 10X - Uher Variocord 263