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31

Sonntag, 2. September 2018, 14:44

Die Übersprechdämpfung des Receivers ist zu klein.
Gruß Mani

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32

Sonntag, 2. September 2018, 21:12

Sowohl das Philips-Gerät als auch die RdL haben auf der "Radio"-Buchse Widerstände von 1 bzw. 1.2 MOhm von Pin 1 nach 3 und von Pin 4 nach 5.
Wenn der Receiver auf Pin 1 & 4 Signale ausgibt, gehen die darüber und werden über den mit den Ausgangswiderständen der Tonbandgeräte gebildeten Spannungsteilern abgeschwächt.
Beispiel: Querwiderstand 1 MOhm, Ausgangswiderstand 15 kOhm ergibt eine Dämpfung auf 15/1015=1.48e-2 bzw -36.6 dB.
Damit dieses mit den Querwiderständen erzeugte Übersprechen < -60 dB wird, müßten die Ausgangswiderstände < 1 kOhm sein.
Die Verwendung der Radio-Buchse hat (wie schon früher geschrieben) allerlei Nachteile.
Es ist besser, am Tonbandgerät den Line-Input und den Monitor-Output zu verwenden, wenn es die gibt.

MfG Kai

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33

Montag, 3. September 2018, 16:24

Zur Illustration, was passiert, wenn ein Mix500 mit 5-poligem DIN-Kabel an die DIN-Buchse eines Hitachi SR903 Receivers angeschlossen wird, ein Auszug aus dessen Schaltbild:

Der Transistor rechts oben ist ein Buffer für die mit dem "Function Switch" S601 ausgewählten Signale. Nach einem Serienwiderstand von 1 kOhm geht es über die rot markierte Leitung zum "Tape Copy Switch" S602 , "Tape Monitor Switch" S603 und zu den Cinch- und der DIN-Buchse. S602 und S603 sind in Mittelstellung gezeichnet.
Man sieht, daß das Signal des Buffers an REC1(L) und REC2(L) geht, außerdem über einen Spannungsteiler von 100kOhm mit 270kOhm Vorwiderstand zu Pin 1 der DIN-Buchse, das ist etwa 1/4 des Pegels an ca. 73 kOhm Innenwiderstand.
Das Ausgangssignal des Mischpultes kommt von Pin 5 (korrekt wäre 3, die Pins 3 & 5 sind hier vertauscht beziffert) und geht über die blaue Leitung und 47 kOhm zur PLAY1(L) Leitung und mit der sowohl zum Tape Copy Switch als auch zum Tape Monitor Switch und könnte mit dem auf den Verstärker geschaltet werden.
Die Wirkung im Mischpult ist hier zu sehen:

Das Signal von Pin 1 geht direkt auf die "Sammelschiene" hinter den Flachbahnreglern und damit auf den Endverstärker des Mischpultes.
Die Impedanz auf der Sammelschiene beträgt etwa 100kOhm/3~ 33 kOhm. Das bildet mit dem Innenwiderstand des Spannungsteilers im SR903 (73 kOhm) einen Spannungsteiler auf etwa 31%.
Die Signale im Mischpult vor den Flachbahnreglern würden bei "voll aufgerissenen" Reglern auch auf 1/3 herabgesetzt durch die 3 Sammelschienen-Vorwiderstände, wenn nix an Pin 1 & 4 der DIN-Buchse angeschlossen wäre. Mit dem SR903 und den oben genannten 73 kOhm werden die Signale auf ca. 23 % herabgesetzt.
Der Endverstärker im Mixer dürfte eine Verstärkung von etwa 22 haben und hebt die Abschwächung damit wieder auf.

Die unerwünschte Einkopplung des Radios aus dem Receiver kann man auf 3 Weisen beseitigen (außer den "Function Switch" S601 auf unbenutzen AUX schalten):
1. Tape Copy Switch auf Stellung 1 und kein Signal an PLAY2 einkoppeln
2. Im Mischpult die Verbindungen an den Pins 1 & 4 der DIN-Buchse entfernen
3. Das Mischpult mit einem Adapter nur für die Pins 3 & 5 der DIN-Buchse mit einem der PLAY-Inputs oder wieder der DIN-Buchse am SR903 verbinden.

Zu bedenken ist weiterhin, daß die Wirkung des Loudness-Schaltung bei S605 sich darauf verläßt, daß sich vor R611 relativ niederohmige Quell-Impedanzen befinden. Wenn man da stattdessen hochohmig draufgeht (wie über den 47 kOhm Serienwiderstand von der DIN-Buchse) dann wird die Wirkung reduziert.

An der Eingangsschaltung des Mischpultes sieht man, daß die Hochpegelsignale, die auf den Pins 3 & 5 der DIN-Buchse 7 ankommen, über 1 MOhm auf den Eingang geschaltet sind, die auch für Mikrofone benutzt werden können. Der Eingangswiderstand des Verstärkers ist kleiner als die Parallelschaltung von R14 (6.2k) und R43 (3.9k) = 2.39 k. Dadurch werden die Signale von Pin 3 & 5 etwa durch 1002.39/2.39 ~ 419 dividiert. Hinzu kommt noch die bereits angeführte Signalteilung auf der Sammelschiene auf 1/3 ... 1/4. Damit hinten etwa das Gleiche wieder rauskommt (Line-Pegel) müssen die beiden Verstärker (vor und hinter den Reglern) das ursprünglich bereits schön große Signal wieder von Mikrofon-Pegel anheben und können nicht umhin, etwas Rauschen hinzuzufügen.
Ein früherer Kollege würde das kommentieren mit "normal is das nich mehr".

Sinnvoller wäre es, Signale mit Line-Pegel unter Umgehung der Vorverstärker mit einem zusätzlichen Eingangswähler direkt auf die Flachbahnregler zu schalten.

MfG Kai

34

Montag, 3. September 2018, 20:41

Mein lieber Schwan!

Jetzt bin ich beeindruckt.... und eingeschüchtert!

Das dauert jetzt ein bisschen, bis ich da durch bin.

Vielen Dank!!

Thomas

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35

Montag, 3. September 2018, 20:59

Wieso ?
Kommt Zeit, kommt Verständnis...

MfG Kai

36

Dienstag, 4. September 2018, 09:03

Solange Ihr Geduld mit mir habt, geht´s ja.

Ich habe mir jetzt auch ein Fachbuch gekauft:

"Lexikon der Unterhaltungselektronik" - soll ein Klassiker sein!

Mal schauen.

Thomas