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31

Dienstag, 27. November 2018, 20:22

Zitat: vor jeder Aufnahme sollte dann immer eingemessen werden, gleich welche Cassette, dann paßt alles.

Darauf schreibe ich, die Einmessungen des B215 kann man abspeichern,......... muß man aber nicht.

Mir ist bekannt, daß das Bias - Einstellgerät nur für die Grundeinstellung benötigt wird. Ich habe selber eins

Den Rest macht später der Einmesscomputer.

Was schreibst du da Captn :?:


Gruß
siggi

32

Mittwoch, 28. November 2018, 02:35

Hi ihr Lieben,
ich glaube, ihr redet an einander vorbei. :)
Hier wurden grundlegende Dinge erläutert, die man nicht zum Missverständnis hochkochen sollte.

Meine Frage bezog sich auf Delta-10kHz Werte der verschiedenen Bänder, was grob voreingestellt werden sollte.
Wie genau der Einmesscomputer des B215 funktioniert, wissen vermutlich nur die (ehemaligen) Ingenieure selbst.. nimmt er die "Voreinstellung" als Referenzpunkt und gleicht in einem gewissen Rahmen an?! Oder ignoriert der Einmesscomputer prinzipiell die per BIAS Adjustment Unit voreingestellten Werte komplett und kocht sein eigenes Süppchen?
Es wäre digital kein Problem.. die Einmesserei ist per se keine Sache, die man nicht relativ ideal digital regeln kann. Was mich momentan eher fuchst ist die Tatsache, dass bei Typ II das record level prinzipiell um 1db daneben liegt. Vielleicht bin ich da auch aus der Studer Bandmaschinenwelt zu verwöhnt.. 8|

Grüße,
Ben

33

Dienstag, 4. Dezember 2018, 16:07

Meine Vermutung wäre, dass man 1) bei der Einmessung eine Grundeinstellung vornimmt, ohne die der Computer nur Müll erzeugen kann, die dann 2) auch herangezogen wird, wenn man nicht einmisst, quasi als Standardwert. So ist das jedenfalls bei meinem Pioneer laut BDA.

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34

Dienstag, 4. Dezember 2018, 20:51

Auch ohne Grundeinstellung wird richtig vom Computer eingemessen. Habe es selbst an einer gebrauchten Platine aus der Bucht ausprobiert.
Im Revox Forum wurde mal über das Einmessen diskutiert, einfach mal nachlesen.

Gruß
siggi

35

Dienstag, 4. Dezember 2018, 21:37

Siggi da muss ich dir leider etwas widersprechen, ich habe gestern einige Einstellungen am B215 vorgenommen und eine exakte Grundeinstellung verbessert auch das automatische Einmessergebnis, also bei mir jetzt zumindest. Ich habe keine Graphen am PC aufgezeichnet, aber Pegel mit einem RTW 1206 überwacht.

Nach einigem herumtarieren, war ein sehr guter Frequenzgang für alle Bandtypen erreichbar.
Leider war das sowieso nur eine Trockenübung, da ich immernoch auf die Bezugscassette warte, die steckt irgendwo in Kroatien bei der Post.. -.- :cursing:

36

Samstag, 8. Dezember 2018, 17:25

So die Damen und Herren,

heute habe ich noch etwas an der Einmessung des B215 herumgetüftelt und bin jetzt mit der Kiste fertig. :) Bei der Gelegenheit habe ich auch mal Audiotester V3 ausprobiert, ein sehr schönes Tool.

Das Einmessen und Messen erfolgte mit ANT Testcassette, RTW 1206 D, Iwatsu SS-5702 Oszi, Native Instruments Audio 8 Interface, Macbook Pro, Win XP PC, Logic Pro als Signalgenerator, Audiotester V3 zur abschließenden Frequenzgangmessung.

Die Ergebnisse finde ich für ein 31 Jahre alten Cassettenrekorder erstaunlich gut.

Hier für euch einige Messergebnisse:

Source Monitor 0 dBu:


Source Monitor -20 dBu:





TDK SA C60


BASF Chrome Maxima II C90


BASF Chromdioxid II C60


Auch eine rumplige Soundwave C90 funktioniert, zumindest bei -20db, erstaunlich gut


BASF LH-M I C60


BASF Ferro Extra C90


Fuji DR C60


Sony CDix C46 Metal




An dieser Stelle bedanke ich mich nochmals für euren Support. :thumbsup:

Viele Grüße,

Ben

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37

Samstag, 8. Dezember 2018, 19:10

Wenn man die Schriebe so vergleicht dann stellt sich die Frage warum Typ II oder sogar Typ IV Kassetten.
Einwandfrei, super Sache, tolle Arbeit, gutes Deck.
Viele Grüße
Michael

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38

Samstag, 8. Dezember 2018, 20:08

:thumbsup:

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39

Samstag, 8. Dezember 2018, 21:03

Wenn man die Schriebe so vergleicht dann stellt sich die Frage warum Typ II oder sogar Typ IV Kassetten...

Probier es einfach selber mal mit Deinem Deck aus...vermutlich wirst Du es dann erfahren... ;)
Davon mal ganz abgesehen, war auch die Cassetten-Mechanik selbst der guten Typ-II + IV-CC deutlich besser und damit langlebiger. Natürlich gab es aber auch erstklassige Typ-I-CC...aber das wissen wir hier ja auch.

40

Samstag, 8. Dezember 2018, 21:45

Danke für die Blumen. Also Frequenzgangmessungen sind das eine, Klirrverhalten ist das Andere. Dazu kommt, dass ich das B215 mit Type I Cassetten recht rauschig im Wiedergabebetrieb finde, das können andere Decks wohl echt besser. Mein Vater hat ein recht einfaches harman/kardon 2-Kopf Deck, was da merklich weniger Lärm macht.

Type IV kann ich wenig dazu sagen, ich habe nur zwei Metal-CCs, das B215 zeigte sich zickig beim Einmessen der Sony, ich musste das Bias recht weit zurückfahren, um den Record EQ nicht ganz aufdrehen zu müssen.
Auch stimmt das L/R record level bei Type IV irgendwie nicht. Kann aber an der Cassette liegen.

Das mit dem Rec. EQ passierte auch bei Type I, wenn ich mich an die Vorgaben des SM hielt.

Deshalb habe ich das Gerät etwas abweichend vom Service Manual eingemessen und damit bessere Resultate erzielt. :whistling: :D

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41

Samstag, 8. Dezember 2018, 21:51

Type 1 geht mit dem B-215 wirklich gut, hier mit einer BASF LH-1 Extra.
»Captn Difool« hat folgendes Bild angehängt:
  • B215_St_LH-E_Auto01marker.png
Gruß
André

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42

Sonntag, 9. Dezember 2018, 11:05

Hallo!

Habt ihr den Zeitversatz zwischen A- und W-Kopf berücksichtigt? Ich frage das nur, weil ich das schon mal nicht gemacht habe. Manche der Kurven sehen nämlich schon sehr gerade aus.
Grüße

Wayne

43

Sonntag, 9. Dezember 2018, 14:48

Ich habe mit Step Count 200 und 100ms Zeitversatz gemessen, denke, das sollte grob hinkommen. (0,5cm Versatz bei 4,75cm/s) ?(

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44

Sonntag, 9. Dezember 2018, 17:39

73ms waren bei mir berücksichtigt.
Gruß
André

45

Sonntag, 9. Dezember 2018, 18:20

Ich habe eben mal mit SMAART die Roundtriplatenz des B215 ermittelt und habe 89.94ms von Input zu Tape Out gemessen. SMAART ist da sehr genau. Damit konnte ich trotzdem die Messergebnisse reproduzieren.

Input:


Tape Output:


Spaßeshalber hab ich mal zwei wirklich schlechte/sehr alte CCs gemessen. Bei beiden wird auch der Alignmentprozess mit einem Error beendet.

BASF chromdioxid C120 (Version 1 vor IEC) und stark abgenudelt:


"SOUND" C60 Ferro

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46

Montag, 10. Dezember 2018, 23:03

Die alten Vor-IEC-BASF-Typ I schafft das B215 leider nicht, die brauchen einfach extrem wenig BIAS. Damit kommen nur wenige Decks klar.
Gruß
André

47

Montag, 10. Dezember 2018, 23:54

@ Captn:

Oben war von einer Chromdioxid die Rede, aber es ist im Prinzip das selbe, da hast du Recht. Hatte es leider etwas missverständlich dargestellt - kann es jetzt nichtmehr editieren.

Ich denke, für so alte Cassetten sollte man eben auch ein deutlich älteres Deck benutzen..

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48

Dienstag, 11. Dezember 2018, 19:14

Ich meinte das Diagramm mit der C60 Ferro, so sehen auch die Schriebe mit einer LH von BASF aus. Es gibt Decks die das können, da ist die Automatik vom B215 etwas eingeschränkt, ansonsten macht es aber sehr gute Autoeinmessungen.
Gruß
André

49

Dienstag, 11. Dezember 2018, 22:00

Ich denke, dass man auch das B215 so einmessen könnte, dass die alten LH von 1970 - 1979 funktionieren, dann wird es nur vermutlich mit den neueren IEC Varianten nichtmehr klar kommen.

Wenn mir jemand so ein Expemplar zukommen lässt, probiere ich es gerne aus.