Sie sind nicht angemeldet.

1

Samstag, 15. September 2018, 21:24

Grundig C9000: Preomat

Hallo,

an einem C9000 ist der FM Empfang auf der Hauptskala nicht stabil. Außerdem lässt sich nicht bis 108 MHz abstimmen, sondern nur bis um die 104 MHz. Die Sender springen dabei hin und her, meistens soweit, das selbst die AFC sie nicht mehr fangen kann. Die Einstellung der Sender mit den Stationstasten ist völlig problemlos und stabil.

Verantwortlich dafür ist R816, ein Poti, was an/in einen/m Drehko angeflanscht ist und dementsprechend nicht unbedingt servicefreundlich zugänglich ist. Lt. Abgleichanleitung lässt sich die Abstimmspannung an MP3 auf 28, resp. 2,8 Volt einstellen. Das allerdings nur, wenn eine der Stationstasten gedrückt ist. Drückt man "FM", also die Hauptskala, ist R816 für die Abstimmung verantwortlich. Der Spannungsbereich geht dann von 2,8 bis ca 18-20 Volt - instabil eben. Der Rest funktioniert.

Meine Frage: macht es Sinn, den Drehko auszubauen (doppelseitige Platine mit Durchkontaktierungen - wird eine üble Braterei)? Ich kann mir eigentlich nur vorstellen, dass die Leiterbahn von dem Poti (an-)gebrochen ist und der Widerstandswert nicht mehr stabil ist. Möglicherweise ist es auch nur Dreck oder ähnliches. Das Gerät hatte schon einigen Schmodder in sich. Den Schalter "g1,2,3" habe ich gereinigt. Oder hat jemand eine Idee, was es noch sein könnte? Durch die sechs Stationstasten kann ich damit leben, auf einen durchstimmbaren FM Bereich zu verzichten...

Danke und Gruß
Michael
»MichaelB« hat folgende Bilder angehängt:
  • Screen Shot 09-15-18 at 09.11 PM.PNG
  • Screen Shot 09-15-18 at 09.20 PM.PNG

Beiträge: 3 329

Registrierungsdatum: 20. Dezember 2015

Wohnort: bei Hamburg

Beruf: Rentner

  • Nachricht senden

2

Samstag, 15. September 2018, 22:05

Da würde ich erstmal mit einem Ohmmeter im ausgeschalteten Zustand (und eine der Stationstasten angewählt) vom Schleifer von R816 zu den Bahn-Enden messen in beiden Endstellungen, um festzustellen, ob die überhaupt erreicht werden, bzw. ob sich schon der Bahnkontakt als sehr hochohmig und zappelig erweist.
Ist das angeflanschte Poti identisch mit denen der Stationstasten ?
Sind das lineare oder "logarithmische" ?
Hat das Poti überhaupt was mit dem Drehko zu tun außer der gemeinsamen Achse ? Oder ist das ein Drehko für die AM-Bereiche ?
Werden mit den Spannungen sowohl der Oszillator als auch die Vorkreise abgestimmt ?
In letzterem Fall kann man ja irgendwo noch ein Poti einbauen für diesen Zweck. Hat dann nur nicht den Bezug zu der Abstimmskala.
Bräuchte eine eigene Skala oder eine auf Frequenzmessung basierende Anzeige.

MfG Kai

3

Sonntag, 16. September 2018, 11:17

Moin,

die Anschlüsse von R816 zum Rest der Schaltung sind i.O. Misst man R816 insgesamt, kommt man auf ca 340 kOhm. Null Ohm in den Endstellungen werden dabei nicht erreicht, d.h. es bleiben immer noch ein paar kOhm "übrig". Nach unten, also Richtung 88 MHz, passt das, nach oben, also Richtung 106/108 MHz reicht es nicht. Da ist dann so bei 102/104 MHz Ende. Die Stationstasten-Potis gehen da komplett bis oben, d.h. sie haben im Endanschlag Null Ohm.

Das angeflanschte Poti ist R816, die restlichen Potis sind separat in einem der üblichen 6-fach-Preomat-Gehäuse. Die Kennlinie ist irgendwo zwischen linear und log. Das Poti dient zur Abstimmung bei FM, der Drehko für AM - ganz klassisch. Die Abstimmung bei FM erfolgt mit Varicaps - auch typisch: Vorkreis, 2x Abstimmung und Oszi.

Gruß
Michael
»MichaelB« hat folgende Datei angehängt:

Beiträge: 3 329

Registrierungsdatum: 20. Dezember 2015

Wohnort: bei Hamburg

Beruf: Rentner

  • Nachricht senden

4

Sonntag, 16. September 2018, 13:24

Zwei Anmerkungen dazu:

1. "Ein paar kOhm" reichen bei einem Gesamtwiderstand von 340 kOhm nicht zur Erklärung des eingeschränkten Abstimmbereiches aus.
Wenn die Obergrenze 104 statt 108 MHz ist, fehlen an der nötigen Abstimmspannung mindestens 14%, eher mehr. Das ergibt sich daraus, daß die Resonanzfrequenz höchstens mit 1/Wurzel aus der Varicap-Kapazität hochgeht, und daraus, daß deren Kapazität sich vermutlich mit weniger als 1/Wurzel(Abstimmspannung) ändert.
14% wären etwa 50 kOhm.

2. Läßt sich das Problem umschiffen durch Überbrücken von R813 und D8 ?
Mit IC3 = TCA 720 kann man angeblich bis zu 35V erzeugen.
"Zu viel" an den Stationstasten ist weniger tragisch als zuwenig am Abstimmpoti.

MfG Kai

5

Sonntag, 16. September 2018, 17:25

Ein paar Kiloohm sind in real irgendwas um die 45 kOhm. Das ist mir auch relativ egal, da das nicht der Kern des Problems ist. Zur Erinnerung: das Problem ist die instabile Abstimmspannung, wenn R816 aktiv ist. Auch die Überbrückung von R813 und D8 ist keine Alternative, da die Stationstasten ja einwandfrei funktionieren. Dann wäre zwischen der Anzeige der Stationstasten und der Hauptabstimmung viel zu viel Differenz.

Ich werde also mal den Drehko ausbauen. Mal sehen, was mich da so erwartet.

Danke und Gruß
Michael

6

Montag, 1. Oktober 2018, 16:25

So, da kaputt ja kaputt ist, konnte ich es wagen, den Drehko auszubauen und den Preomat zu extrahieren. Direkt unter einem Endanschluß war der Pertinaxträger gebrochen. Damit war auch der Anschluß zum Mittenkontakt weg. Und damit ist mir auch klar, dass die Spannung hin und her sprang. Was aber trotzdem nicht viel weiter hilft ... :)

Ich bau das Ding jetzt erstmal zusammen, damit ich keine Teile verliere, höre UKW mit den Stationstasten und suche mal locker nach einem Drehko- oder Preomatersatz, der da reinpasst.

Gruß
Michael