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Sunday, April 21st 2019, 5:49pm

Das sieht irgendwie nicht gesund aus. Habe neulich in einer Facebookgruppe eine TDK KR gesehen, deren Wickelkerne noch deutlich dunkler waren, die sahen aus, als ob sie jahrzehntelang in ner Raucherkneipe gelegen hätten. :wacko:

Sind die TDK KR denn ünerhaupt noch nutzbar? Abspielbar vermutlich, aber wie sieht es mit Neuaufnahmen aus?

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Sunday, April 21st 2019, 5:58pm

Zu Neuaufnahmen auf Echtchromband kann ich nichts sagen, da ich im Moment keine Neuaufnahmen mache und auch für Experimente keine Ambitionen habe. Wenn ich die Threads hier aber so mitverfolge, so ist das Neubespielen von Echtchrombändern eher was für "BASF-Enthusiasten". Meiner Meinung nach sind alle anderen mit Superferro- oder Chromsubstitutbändern für Neuaufnahmen besser bedient.
Echtchromkassetten sammle ich "nur". :D
Viele Grüsse, Sebastian

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Sunday, April 21st 2019, 9:42pm

Ich hatte mal eine KR probiert zu bespielen. Das geht durchaus, man muß aber mit deutlich verminderter Empfindlichkeit rechnen und darf nur sehr zurückhaltend aussteuern. Das Band verhält sich in etwa so wie eine BASF Chromdioxid aus der gleichen Zeit, also Anfang-Mitte der 70er Jahre. Einen Dropout-Hagel wie bei ähnlich alten Chrombändern von Agfa gab es bei meinem Exemplar nicht.

Viele Grüße,
Martin

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Sunday, April 21st 2019, 9:53pm

Ich habe nämlich auch den Verdacht, daß ausgepackte Exemplare weniger betroffen sind, weil sie in die Umgebung ausdünsten.


Das wird sehr wahrscheinlich so sein, die NOS schmoren im eigenen Saft (hatten wir in diesem Thread ja schon erwähnt) Es scheint auch noch nicht abgeschlossen, es tut sich auch aktuell wohl noch was, meine NOS Maxima 89-93 so 10Stk. haben jetzt auch verfärbte Kerne, ich bin mir sicher die waren vor 4-6 Jahren noch ziemlich weiß.
Auch die offenen CrO2 Tapes aus meiner BASF Sammlung habe ich daraufhin einmal umgespult und alle Cassetten Nebelfeucht abgewischtl, die Einleger und Sticker hochkant ein paar Stunden ausgelüftet.

und dann beim Testlauf am Bandende: Knack, Bandklammer gebrochen.


Das ist heftig, so stark verfärbt habe ich noch keine BASF gesehen, auch hier sieht es so aus, als ob der Wickel und auch die U-Rolle auf der Seite wo das Band längere Zeit aufgewickelt war stärker verfärbt ist.

so ist das Neubespielen von Echtchrombändern eher was für "BASF-Enthusiasten".


Zumindest die Zweischichtbänder Super und Maxima vonca. 1988 bis 1995 lassen sich eigentlich immer noch gut bespielen, egal ob gebraucht oder NOS, es gibt halt Einschränkungen bei der Aussteuerung und somit beim S/N.
Mechanische Probleme tauchen bislang eigentlich nicht auf. Nach wie vor kommen auch Drop-Outs oder Pegelschwankungen meiner Erfahrung nach nicht so häufig vor, wie bei gebrauchten FeCo Bändern.
Fraglich ist aber insbesondere wie weit der Zahn der Zeit weiter an den Bändern nagt... Bei einigen älteren Exemplaren 82-87 ist mir und Anderen schon fettiger weißer Abrieb untergekommen.
Auch habe ich bei einigen dieser älteren Zweischichtbänder extrem starke Vor Echos schon ein Tag nach dem Neubespielen gehabt.


Oli

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Sunday, April 21st 2019, 10:26pm

Ich wollte noch von der Messung von drei CR-S II berichten, die allgemeinen Alterungserscheinungen der CrO2 Bänder sind ja von mir ausführlich beschrieben.
Die äussern sich ja vor allem in nachlassender Empfindlichkeit und Aussteuerbarkeit.

Die drei gebrauchten aber gepflegten CR-S II von 1986 waren alle nicht zurückgespult, und waren wahrscheinlich so schon einige Zeit gelagert worden bevor die zwischen 2011 und 2014 in meinen Besitz gekommen sind.

Ich habe die Cassetten vor einigen Wochen eingelegt das Zählwerk auf Null gesetzt, ein Stück zurückgespult und eine Empfindlichkeitsmessung bei 400hz gestartet.
Mit dem üblichen Ergebnis, die Zweischichtbänder liegen eigentlich alle zwischen 1,5 und 2db unter dem IEC R-Leerband U564W oder einer TDK SA, so auch hier.
Bei Durchgang der voher freiliegenden Stelle aber sackte die Empfindlichkeit dann aber nochmal deutlich um weitere ca. 0,5db ab.

Trotz Hülle und Eileger vor dem Band hat die freiligende Bandstelle eindeutig mehr abgebaut als der Rest auf den Wickeln.

Für mich kommt da nur Luftfeuchtigkeit in Betracht, dass scheint wie schon vorher vermutet der Hauptgrund für für die Alterung des CrO2 Bands zu sein.
Ich würde zugern mal ein CrO2 Band testen, das die 30 Jahre seit dem Kauf in 24/7 klimatisierter Umgebung bei max 45% Luftfeuchte und nicht über 22°C verbracht hat.

Oli

This post has been edited 1 times, last edit by "2245" (Apr 21st 2019, 11:58pm)


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Sunday, April 21st 2019, 10:34pm

Gute Theorie, ich hatte neulich mal eine BASF CR-E II in den Händen (85 - 87 Version), die einige Jahre ihr Dasein im Auto fristete. Diese ist quasi gar nicht mehr neu bespielbar. Lässt sich zwar noch kalibrieren, zerrt und sättigt aber bereits bei -6db relativ 200nWb und kann quasi gar keine tiefen Frequenzen mehr aufzeichnen. :wacko:

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Sunday, April 21st 2019, 11:51pm

Dass besonders die Einschichtbänder also CR-E aus 81-87 oft besonders schwach auf der Brust sind habe ich ja auch schon festgestellt.

Messungen von mir gibt es hier, falls jemand das Thema noch nicht kennt und interresiert ist:

https://forum2.magnetofon.de/board13-ver…ioxidcassetten/

Ja, besonders im tiefen FQ-Bereich haben die CR-E Bänder oft gar kein Fleisch mehr und jeder Bassimpuls wird gnadenlos zermatscht.
Aber bei -7-8db DIN Peaks die deinen -6db bei 200nWb/m entsprechen hatte ich das noch nicht, obwohl einige der schlechtesten CR-E, die auch alle aus Mitte der 80er waren, mit MOL (THD 3%) Werten von -5dbDIN bei 400Hz und -8db bei 60Hz gemessen habe. (Die besten kommen immerhin noch auf -1 bis 0db DIN bei 400Hz)

Selbst diese besonders schlechten CR-E liessen sich noch recht akzeptabel bei Peaks bis -4dbDIN bespielen, also gut 3-4db "hotter" als dein Autoband.
Es scheint also definitiv so zu sein, umso stärker der Einfluss von Feuchtigkeit und Temp umso mehr CrO2 wandelt sich in nicht magnetisches Material um, möglicherweise wohl wieder zurück in CrO3.
Deshalb wohl auch haupstächlich die Schwächen im Bassbereich, tiefe FQ brauchen Fleisch.

Die Zweischichtbänder waren ja schon immer etwas stärker im Bassbereich und auch in der Empfindlichkeit sind aber, auch wenn man diese besseren Ursprungswerte berücksichtigt, nicht so stark von der Alterung betroffen wie die Einschichtbänder.
Die Zweischichtbänder schützen sich möglicherweise durch eben diesen Zweischichtaufbau etwas besser, die untere Schicht wird von unten vom Träger geschutzt und von oben von der zweiten Beschichtung.
Gerade die untere Schicht mit mehr "Fleisch" ist ja für die tiefen FQ sowohl was die max. Austeuerung wie auch die Empfindlichkeit betrifft entscheidend.


Gute Theorie...


Die Vermutung lag ja schon immer nahe, zumal die beiden Faktoren Temp. und Feuchtigkeit ja von BASF ja schon als Feind der CrO2/Bindemittel Mixtur erkannt wurde, siehe etliche Patentschriften mit verschiedenen Verfahren zur Stabilisierung wie z.B diese:

https://patents.google.com/patent/DE3610411A1/de


MfG

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Tuesday, April 23rd 2019, 3:20pm

Ich werde die Links noch einmal lesen und denke gerade darüber nach, die paar CrO2 BASF Bänder, die ich so habe, wirklich zu ersetzen.
Interessanterweise liegt hier eine alte Chromdioxid II (ohne Super, 1980/81 IEC II Variante), die lässt sich noch ganz brauchbar bis 0db (also wieder respektive 200nWb Dolby Level am Revox B215) bespielen und auch der Bassbereich ist okay, nicht überragend, aber geht.
Bei den BASF der frühen 90er geht es in der Regel besser, aber auch da ab und an ein Glücksspiel, was Aussteuerbarkeit und Empfindlichkeit angeht.
Sämtliche Ferros ab 1980 und der IEC Kennung hingehen find ich von BASF richtig gut.. :thumbsup: