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Samstag, 3. Februar 2018, 12:47

MC Bandmaterial

Hallo,

ich habe hier im Keller noch ein gutes Dutzend Pancakes mit MC Bandmaterial gefunden. Ein paar sind schokobraun, ein paar sind deutlich dunkler und noch ein paar sind dazwischen.

Wie der Zufall es will, lagern hier auch noch ein paar Hundert C0-Kassetten. Also Gehäuse mit eingespultem Vorspannband, was ideal auf den "RTW Cassette Loader CL1" passt. Ihr denkt es schon, auch der lagert hier ... ;)

Da mir das Zeugs immer im Weg liegt, würde ich mich mal ranmachen wollen und das Bandmaterial einspulen. Jetzt wäre es aber zweckmäßig, ein paar Daten über das Bandmaterial herauszufinden. Gibt es jemanden, der das Bandmaterial "vermessen" kann und will? Mangels passendem Tapedeck und Erfahrung mit MCs möchte ich mir das nicht antun.

Gruß
Michael

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Samstag, 3. Februar 2018, 15:45

Hallo Michael!

Andreas42 hat ja ein Projekt in Planung, um die Kenndaten von Bandmaterial zu messen und daraus quasi im Nachhinein Datenblätter zu erstellen. Das kann aber noch ein wenig dauern, und wahrscheinlich sind zuerst die großen Tonbänder an der Reihe, bevor es an die Cassettenbänder geht.

Wenn es nicht so exakt sein muß, kannst Du mir von jeder Sorte ein Stück Band in Cassetten einspulen, dann kann ich sie zumindest mit den einschlägig bekannten Typen vergleichen und ein paar Testaufnahmen und Einmeßversuche machen. Die üblichen Pappenheimer wie Agfa PE x49, BASF LH-D und die Emtec AT FE-Typen sollten sich so halbwegs eingrenzen lassen.

Viele Grüße,
Martin

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3

Sonntag, 4. Februar 2018, 22:05

Hallo Michael und Martin,

Ich könnte die üblichen Standardwerte messen, natürlich auch nicht mit IEC Referenzköpfen und sonstigem High-Tech-Equipment.
Also keine Kurvenscharen ala original Datenblätter, komme aber immerhin auf reproduzierbare Ergebnisse die sich mit Angaben der Hersteller gut decken.

MOL/SOL und Rauschen in Bezug zum Referenzpegel 250nWB/m.
BIAS und Empfindlichkeit kann ich dann auch in Bezug auf die Referenzleerbänder messen.
Dank Martin habe ich ein einige Meter der relevanten Leerbänder Typ I und Typ II zur Verfügung.
Neuwertige Original TEAC/Abex Pegelbänder zum setzen des Referenzpegels natürlich auch.

Hier mal ein Beispiel von zwei Bändern, die ich mit meinen Mitteln gemessen habe:

Referenzleerband U564W als Bezug und das zu testende Band (Maxel XLII-S)

BASF U564W 1987
BIAS 0
E400 0db
MOL60 +0,8db
MOL400 +4,4db
MOL3150 +0,8db
SOL10k -5db
Rauschen -56db

Maxell XLII-S 1992 Black Magnetite
BIAS +1,3
E400 -0,2db
MOL60 +3db
MOL400 +5,9db
MOL3150 +1,6db
SOL10k -3,8db
Rauschen -59db

Biaseinstellung auf Pegelgleichheit 400Hz und 10kHz bei -20db. Bezugspegel nach DIN (250nWb/m) E400 @ -20db, MOL @3% Verzerrung 3. Harm.
Referenz für BIAS und E400 ist das U564W
Wahlweise kann man die Werte auch bei der Bias Einstellung des Referenzleerbands erfassen und dann noch die Empfindlichkeit bei 10kHz messen.
Hab natürlich auch eigentlich fast alle gängigen Cassettenbänder der 80er und 90er Jahre zum Gegenchecken zwecks Identifikation hier.

Also wenn du was mit solchen Daten anfangen kannst, könnte ich die Bänder gerne unter die Lupe nehmen. Würde die Ergebnisse auch innerhalb von ein paar Tagen fertig haben.
Wäre natürlich auch interessant (falls dir das nicht zuviel Aufwand ist) wenn mehrere Leute die Bänder testen.
Martin hat unwarscheinlich viel Erfahrung und Wissen. Dem traue ich zu, dass er auch ohne Einzelmessungen von Parametern rausfindet um was für Typen es sich handelt.

Gruß, Oli

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4

Montag, 5. Februar 2018, 16:54

Naja, ich denke Messen ist besser als meine Zuordnung durch Ausprobieren und Vergleichen, mit der ich durchaus auch mal daneben liege. Von daher: Oli, wenn Du die Messungen durchführen willst, wäre das natürlich spitze, dann braucht Michael die Bänder auch nicht extra nach Schweden zu schicken. Die richtige Datenblatt-Erstellung holen wir dann nach, sobald Andreas es geschafft hat, mein B 215 mit seinem Rechner kommunizieren zu lassen.

Viele Grüße,
Martin

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5

Montag, 5. Februar 2018, 21:01

Die richtige Datenblatt-Erstellung holen wir dann nach, sobald Andreas es geschafft hat, mein B 215 mit seinem Rechner kommunizieren zu lassen.

Ja, das wäre der Plan :) ... aber so wie ich die Lage sehe, dauert das noch eine Weile :whistling:. Falls Ihr also auf Ergebnisse noch in diesem Jahr hofft, würde ich zu anderen Wegen raten...

Viele Grüße
Andreas

6

Samstag, 17. Februar 2018, 21:51

Bei mir geht das auch nicht so schnell. Ich werde also erstmal das CL1 in Betrieb nehmen, ein paar MCs einspulen und mich dann wieder melden ;)

Gruß
Michael

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7

Sonntag, 18. Februar 2018, 08:47

Falls die 12 Pancakes nicht reichen sollten, gibts hier

https://tapeline.info/v2/audio-pancake-r…sette-tape.html

Nachschub, ca 9EUR für 3500m :thumbsup:
Viele Grüße,

Matthias

8

Dienstag, 8. Mai 2018, 16:44

Hallo,

mir sind die Pancakes in die Finger gefallen. Kann jemand erkennen, welches Bandmaterial das ist?

Gruß
Michael
»MichaelB« hat folgende Bilder angehängt:
  • IMG_20180502_154326.jpg
  • IMG_20180502_154521.jpg
  • IMG_20180502_154619.jpg

9

Dienstag, 8. Mai 2018, 17:22

Die braunen Pancakes dürften wohl Ferro Material sein, die Schwarzen eher Chrom bzw. Metal. Vielleicht deutet die Farbcodierung des Klebestreifen auf die Banddicke hin, rot = 60 Min., blau = 90 Min. und gelb, = 120 Min. Vielleicht kennt ja jemand den Schlüssel zur Zahlenkombination ?

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Mittwoch, 9. Mai 2018, 04:34

Da wuerde ich mal gerne dran Schnuppern wollen, der Geruch ist bei manchen Bändern unverwechselbar :) schnupper schnuff riech … und dann mal einwickeln und testen wo deren arbeitspunkte und so liegen.
Ich putze hier nur...

11

Freitag, 11. Mai 2018, 19:31

Wenn die schwarzen Pancakes nach Wachskreiden riechen ist es wohl CrO2, die meisten FeCo-Bänder waren relativ geruchlos. Maxell hatte einen ganz eigenen Geruch, aber nachdem der meiner Erinnerung nach auch bei der UR vorkommt habe ich da eher die Gehäuse oder einen nicht-Bandtyp-abhängigen Binder im Verdacht. Der Wachskreiden-Geruch wurde bis jetzt ausnahmslos bei Chromdioxid beobachtet.

12

Freitag, 11. Mai 2018, 20:21

Stimmt,

Wobei AGFA Stereochrom dort besonders intensiv ist, während BASF CS und CE eher beißend riechen, was aber wohl auch dort eher von einem anderen Bindemittel kommt, allerdings setze ich genau diesen Beissgeruch auch speziell mit den Chromtypen in Verbindung. Kann mich nicht daran erinnern, dass die Ferros auch so gerochen haben und ich kenne das auch erst ab der CS II.

LG Tobi

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Freitag, 11. Mai 2018, 21:26

Schnüffeln an Cassetten

Ich fand die Maxells, egal ob Ferro oder "Chrom" hatten immer ihren eigenen angenehmen Geruch. Selbst wenn man heute noch 30 Jahre alte Casetten öffnet kommt einem der Geruch entgegen. Bei Spulentonbändern von Maxell ist das noch intensiver, da fühlt man sich gleich 30 Jahre jünger :D .
AGFA und BASF reines Chrom hatten immer ihren Geruch. Die späten BASF Chromsubstitut fand ich ziemlich geruchslos. Ferro Bänder von BASF könnte ich jetzt nicht wirklich einem bestimmten Geruch zuordnen. Metalband war die Bank durch vom Geruch immer ziemlich nah beianander. Michael wenn du Lust hast kannst du ja mal zum Schnüffeltest vorbeikommen :D :thumbsup: :thumbsup:

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Montag, 14. Mai 2018, 13:08

...ich hätte auch noch einen "Schnüffel"- Vorschlag, da vergeht Euch allerdings die Schnüffelei...

Gemeint sind die ORWO CrO2 (Echtchrom Kassetten) aus DDR- Zeiten zum Preis von 30,-M, mit diesem schwarz- silbernen Hülleneinleger, blaue Buchstaben "K60" und schräge Streifen (blau, weiß, gelb, rot) in der einen Hüllen- Ecke. Was die damals in Wolfen für ein Bindemittel genommen haben- ich weiß es nicht. Ich weiß nur noch: Jede neu gekaufte Cassette dieses Typs stank ganz erbärmlich nach Katzenschei...e !!! Grauenhaft. Der Gestank verflog dann später, aber wenn die Dinger neu waren, konnte man es nicht empfehlen daran zu schnuppern ! Wie gerne roch ich dagegen an den BASF CR II aus dem Westen...

Bei den späteren Chromcassetten aus Dessau (silberner Hüllen- Einleger, schwarze Schrift) war das dann zum Glück nicht mehr so. Aber das ist eine der Erfahrungen, die vergisst man nicht... :thumbdown:

Viele Grüße, Rainer

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Mittwoch, 16. Mai 2018, 13:01

Meine Maxell SX-II riechen immer noch ziemlich intensiv, obwohl ich die ca. 1993 aus der Folie ausgepackt habe.

Große Geruchsunterschiede zwischen BASF und AGFA wären mir bislang noch nicht bewusst aufgefallen, eher Gemeinsamkeiten mit noch weiteren Herstellern. SKC zum Beispiel. Und auch die berüchtigten Silver Crown (Plagiate von Billigbändern) riechen nicht unähnlich - durch Geruch und Farbe bin ich überhaupt auf die Idee gekommen, dass in diesen Typ-1-Gehäusen Chromband sein könnte. Als das Pioneer sich dann strikt weigerte das Band einzumessen war der Verdacht nochmals erhärtet, erst recht mit dem extrem schrillen, höhenbetonten Klang einer Testaufnahme. In einem BASF-Chromgehäuse (Spender war eine Chromdioxid Super mit verknülltem Band) funktionierte die Einmessung plötzlich und die Aufnahmen waren näher an dem was ich erwartet habe. Die Qualität war trotzdem unter aller Kanone, aber eindeutig CrO2.

Unangenehm beißenden Geruch kenne ich vor allem von Scotch-Spulenbändern.

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Montag, 11. Juni 2018, 02:17

Hi,

Aufgrund von Oberflächenbeschaffenhheit und Farbe würde ich bei beiden auf AGFA tippen.

Vielleicht finden sich ja folgende Nummern auf den PanCakes
Ferro 60: 649, 90: 949
Chrom 60: 667, 90: 967

Diese Nummern tauchen in der letzten AGFA-Serie im Zahlencode auf, der wie bei BASF auf der Oberkante aufgedruckt ist.

Die beiden FE- und Cr-Einschichtbänder von AGFA waren ne sichere Bank für die hiesigen Duplizierer. Wie auch beide Pendants von BASF.
Geringe Produktionsschwankungen.

Viele Grüße
Sebastian
Ob analog oder digital, es rauscht überall. ~:-9~

Pioneer D-05 | Grundig DAT-9000 | Philips DCC 951 | AIWA HD-S 200 | Roland EDIROL R-09 HR
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