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Sunday, May 26th 2019, 11:40pm

Achtung! Von den CDit II gibt es eine Serie, die auf höchst mysteriöse Art und Weise Tonköpfe zerstört! Ein Durchlauf und die Oberfläche hat solche Krater, dass nur mehr Läppen hilft! Details gibt es in einem älteren Thread im Tapeheads-Forum.


Oha, ehrlich? Kann man die irgendwie erkennen?

Habe den Thread gefunden. Die dort zu sehende Kassette scheint äußerlich eine völlig andere zu sein als meine:

http://www.tapeheads.net/showthread.php?t=60430

Nun interessiert mich aber schon, ob meine bedenkenlos einsetzbar ist.

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Monday, May 27th 2019, 2:14am

Die Sony Cassetten mit den Emtec/SKC änlichen Wickeln mit den Löchern in 3er Gruppen sind meinen Beobachtungen nach wohl die aus Mexiko.
Auch das Gehäuse und die Rollen mit den Stahlpins sind typisch für späten Mexico Sonys.
Die aus den Sony Werken in Japan, Frankreich und Japan stammenden Cassetten haben die durchgehenden Loch/Nüppi Wickelkerne.
Ohne den TH Thread jetzt nochmal gelesen zu haben, meine ich zu errinern, dass es sich bei den kopfressenden Bändern auch um Made in Mexico CDit gehandelt hatte.
Von Aurex (Aurigo Ampex) gabs wohl auch mal so ein Kopfkillerband auch aus Mexico.

Vielleicht hat Sony die späten Mexico Cassetten auch dort zusammen dengeln lassen.
Bei den früheren SONYs aus Mexico stand meist assembled with Japan and USA made parts auf den Cassetten. Das Band kam damals wohl aus Japan.

Zum mexikanischen Sony Werk habe ich aber als ich für diesen Fred Sony mal gesucht habe so gut wie nichts gefunden.
Ich kann mich aber erinnern, dass ich in einem Bericht zum Sony Cassetten Werk in Rovereto (Italien) gelesen habe, dass auch Tape-Jumbos per Schiff aus Mexico angeliefert wurden. Demnach wäre dort auch Band hergestellt worden.
Der Haupteil des Bandes kam aber wohl aus dem Werk in Dax Aquitaine Frankreich, wo auch das meiste Bandmaterial für das Werk in Bayonne herstammte.

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Wednesday, May 29th 2019, 1:45pm

Mit den in Europa verkauften Sony-Bändern sind bisher noch keine Fälle von angegriffenen Tonkopfoberflächen bekannt. Ich wäre trotzdem sehr vorsichtig mit denen, auch mit allen anderen Sony Typ II ab etwa Mitte der 90er Jahre. Also erstmal in einem unwichtigen Gerät komplett durchlaufen lassen, am besten in beide Richtungen. Wenn dessen Köpfe danach keine Schäden zeigen, dann dürfen sie wieder in die guten Geräte.

Meine Theorie ist, daß die kritischen Bänder alle von Aurex in Mexiko stammen. Und ja, bei Aurex wurde zumindest ein Teil der vorletzten Serie Sony HF gebaut. Aurex war sowohl Band- als auch Gehäusehersteller. Von daher können durchaus auch schon vorher Bänder von Aurex in Sony-eigene Gehäuse gespult worden sein.

Viele grüße,
Martin

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Wednesday, May 29th 2019, 3:45pm

Also erstmal in einem unwichtigen Gerät komplett durchlaufen lassen


Ich merke schon, mit einem einzigen Kassettengerät kommt man offenbar heute nicht mehr weit. :)

Danke für die Einschätzung. Ich pack' die drei Sonys erst mal nach hinten in den Karton.

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Thursday, May 30th 2019, 8:32pm

Und ja, bei Aurex wurde zumindest ein Teil der vorletzten Serie Sony HF gebaut.



Hi Martin, kannst du mir sagen woher man das weiß? Und welche HF sind mit der vorletzten Serie gemeint?

Die sony HF Modelle und Verpackungen ab 1994 sind ziemlich verwirrend, so halbwegs krieg ich das aber mittlerweile zusammen.
Mein Kentnisstand: ... ist die letzte Serie die HF von Panggung etwa 2012-2013 und die vorletzte die bei TDK in Thailand gefertigte, die müsste dort etwa 2009/10 gestartet sein.
Im Spätsommer 2011 hat die große Flut das TDK Werk (Rojana Plant) dann unter Wasser gesetzt. Die Cassettenproduktion wurde warscheinlich nicht wieder aufgebaut.

Bei den mexikanischen SONY (Magneticos de Mexico Nuoevo Laredo) bin ich mir nicht sicher bis wann die dort Cassetten gefertigt haben.
Die letzte mir bekannte Mexico HF ist die mit dem aufgedrucktem Beschriftungsfeld, müsste von 2008-2010 sein?

Oli

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Thursday, May 30th 2019, 11:19pm

Ich meinte diese hier:
http://www.ez647.sk/cc/a/b/hf60xc.JPG

Die stammt aus dem vorletzten Verpackungsdesign, Serie C, innerhalb der es zig Varianten gab:
http://agfabasf.com/images/content/img15512.jpg

Das Gehäuse ist innen komplett anders aufgebaut als sonst von Sony gewohnt. Ich habe lange gerätselt, wer dahinter steckt. Bis irgendwo im Netz mal ein Vergleich mit Cassetten der Marke Gauss gezeigt wurde. Auch wenn die Gehäuseoberfläche hier außen eher an SKC erinnert, so ist die "Innenarchitektur" identisch, genauso wie die Konstruktion des Bereichs um den Bandbefestigungspin im Wickelkern:
https://images.app.goo.gl/N7UpMYXC7j5pYGua6

Von Gauss habe ich 1-2 ältere Cassetten, bei denen steht auf der Rückseite tatsächlich was von Auriga Aurex...

Auch Maxell UR mit dem letzten "Man-in-Chair"-Design für den US-Markt wurden schon mit solchen Auriga-Gehäusen gesichtet.

Viele Grüße,
Martin

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Friday, May 31st 2019, 12:24am

Danke für die Antwort Martin!

Die kannte ich noch gar nicht, sowohl Gehäuse und auch die Kerne passen tatsächlich gar nicht zu den original Sony Cassetten.
Und ja die Gauss passt hingegen shr gut.
Ich schätze die ist von ca. 2000-2005, jedenfalls hat die letzte EU HF aus Italien genau dieses Aufdruckdesign und dort war schon 2001/2 Schluss.
Aus Mexiko müssten danach noch die mit dem aufgedruckten Beschriftungsfeld gekommen sein bis etwa 2009/10.
Die hatten aber wieder die typischen Sony Bauteile. Dann war wohl auch Schicht in Mexico und es ging nach Thailand und Indonesien.

Gruß, Oli

This post has been edited 1 times, last edit by "2245" (May 31st 2019, 1:07am)


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Sunday, June 23rd 2019, 11:37am

Hallo Leute

Mir stellen sich mal wieder Fragen zu den Kassetten von SK - alle Jahre wieder grüble ich da rum, und auch das Herumsurfen im Web gestern Abend brachte mich nicht wirklich weiter.

Ich habe hier einige Kassetten, die alle nachweislich von SK sind (bei den Tucan und MegaSound steht es auf dem Einleger, zudem lässt die Beschaffenheit des Einlegers mit den Integrierten Aufklebern keine Zweifel offen - das ist typisch SK). Das Band macht bei allen Exemplaren einen ziemlich bis sogar sehr guten Eindruck. Trotzdem stellen sich mir Fragen bzw. ich bin mir nicht sicher:


1. SK CD60 (die Folie ist nicht original)

=> Von wem ist das Gehäuse? Carl Schneider?
=> Von wem ist das Band? BASF?

2. Tucan CD90

=> mit Sicherheit KolorMagnetics-Gehäuse aus China
=> Bandlieferant? Ziemlich gutes Band. BASF?

3. MegaSound C90

=> Gehäuselieferant??
=> Band: Bemerkenswert gut. BASF?

4. SK CX90

=> Gehäuselieferant?? Sieht anders aus als bei der MegaSound. Carl Schneider? Chinaware?
=> Bandlieferant?

5. Zum Vergleich die häufigere, auch als "besser" bezeichnete" Variante der SK CX90

=> Gehäuselieferant KolorMagnetics aus China
=> Bandlieferant: Könnte BASF sein, das Band ist gut.

Irgendeiner von Euch weiss da sicher mehr...

LG
Manuel

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Sunday, June 23rd 2019, 12:04pm

Diese Firma ist mir irgendwie ein Rätsel. Angesichts des Namens "Sauerland Kunststoff" hätte ich eigentlich fest damit gerechnet, daß die selber Gehäuse fertigen. Wenn man sich diesen Artikel (Abschnitt "Begonnen hat alles mit Videokassetten") durchliest, klingt es aber eher so, als hätten sie schon in den Anfangstagen ihre VHS-Kassetten in zugekaufte Fremdgehäuse eingebaut.

Jemand aus dem Forum hat in der Spätphase der Audio-Kassetten-Fertigung bei SK angerufen und bei der Gelegenheit erfahren, daß in den damals aktuellen Typ-II-Modellen Band verbaut wurde, das u.A. auch in Sony-Kassetten zum Einsatz kam. Das war damals wohl ein klarer Hinweis auf das FeCo-Band von Saehan. Keine Ahnung, ob das auf eine der gezeigten Kassetten zutrifft.

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Monday, June 24th 2019, 2:57pm

Hallo Manuel!

1. und 4. sind sehr ähnlich, könnten vom gleichen Gehäusehersteller stammen wie ein teil der Emtec-Cassetten. Charakteristisch sind hier die schrägen Aussparungen oben bei den Kennöffnungnen und die Wickelkerne mit doppelter Klammer. Gab es zwar beides auch bei anderen Herstellern, aber das Gesamtbild stimmt überein. Dagegen war das transparente Schneider-Gehäuse etwas anders aufgebaut - hier sind vor allem die abgewinkelten Bandführungen neben den Umlenkrollen charakteristisch, sowie (nicht auf den Bildern zu sehen) das Abschirmblech, welches deutlich schmaler ist als normal und jeweils eine Lücke zu den Gehäusedeckeln läßt:
http://www.45spaces.com/i/160250b7d2080550
http://www.45spaces.com/i/16c3ff207902859d

2. ist noch ein echtes Schweizer Gehäuse von ICM bzw. der Nachfolgefirma OMD. Erkennbar u.a. an den Schrauben mit flachem Kopf, an den Wickelkernen, an der waagerechten Sicke im oberen Bereich, an den Umlenkrollen auf Kunststoffachsen. Wenn ich mich nicht täusche, steht sogar neben der mittleren Schraube ICM ins Gehäuse geprägt.

3. ist vom selben Hersteller, der auch Magna und Polimer in den 80ern belieferte. Erkennbar an der "Innenarchitektur" und vor allem an den beiden Gußwarzen schräg oberhalb der Capstanlöcher. Die Wickelkerne kamen entweder von Schneider oder ICM - aber auch das war schon damals bei Magna so, daß grundverschiedene Kerne in ansonsten gleichen Gehäusen steckten. Die waren also zugekauft.

5. ja, Kolormagnetics.

Eine Zuordnung, welches Band bei SK in welchem Gehäuse steckt, wage ich lieber nicht, ohne persönlich dran gerochen zu haben :-) Nein, ernsthaft: Man muß sich das bei SK so vorstellen, daß auf der einen Seite die Paletten mit Gehäusen standen, auf der anderen Seite die Paletten mit Pancakes, und dann wurde halt von beiden Seiten genommen, was gerade vorhanden war, solange Bandsorte (Fe oder Cr) und Dicke stimmten. Da sind also alle erdenklichen Kombinationen möglich.

Viele Grüße,
Martin

This post has been edited 2 times, last edit by "Kirunavaara" (Jun 26th 2019, 9:19am)


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Tuesday, June 25th 2019, 12:41pm

Sehr interessant, danke. Hier in der Schweiz ist man, was die deutschen Kassetten betrifft, etwas isoliert. :S

In dem Fall würde mich bei dem Gehäuse der MegaSound interessieren, von wem bzw. wo das Gehäuse ist. Hat Polimer nicht selber Gehäuse hergestellt?

LG
Manuel

PS: Dass die Tucan von ICM ist hätte ich selber merken können; in der Tat ist ICM ins Gehäuse geprägt. 8)

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Wednesday, June 26th 2019, 10:22am

Bei Polimer haben wir bisher kaum belastbare Erkenntnisse. Bisher sehen meine Puzzlestückchen zu dem Thema so aus:

- Die ersten Polimer-Cassetten hatten Gehäuse, die entweder mit alten BASF-Formen hergestellt wurden, oder von diesen nachgebaut wurden:

http://www.45spaces.com/audio-compact-ca…php?r=type-i-hu
http://www.45spaces.com/audio-compact-ca…php?r=aud446860

- Danach tauchte diese Form mit charakteristischem Sichtfenster auf - dieses Gehäuse kam dann auch vereinzelt bei Magna-Cassetten vor:

http://www.45spaces.com/audio-compact-ca…php?r=aud257349

- Nächste typische Form der Polimer-Cassetten war diese - und auch die gab es wieder teilweise bei Magna:

http://www.45spaces.com/audio-compact-ca…hp?r=type-iv-hu

- Letzte bekannte Bauform bei Polimer war diese hier, wo man auch deutlich die Gießwarzen erkennt. Dieses Gehäuse habe ich noch nie bei Magna gesehen, dafür aber bei "Golden Pon", was eine ansonsten von Magna belieferte Kaufhausmarke war:

http://www.45spaces.com/audio-compact-ca…php?r=aud823558

- Eine andere, weit verbreitete Version ist diese hier, die es sowohl bei den letzten Polimer, als auch bei Magna und Dessauer Magnetband gab:

http://c-90.org/catalogue/tapes/Magna/Magna%20SCR/0

Konstruktiv basieren die Cassetten in den letzten beiden Links auf diesem Gehäuse, welches bei Magna lange Zeit Standard war - man beachte wieder die Gießwarzen und die nach oben gerutschte Position der 5. Schraube. Es tritt bei Polimer-Cassetten nur vereinzelt auf, dafür umso mehr bei der britischen Verwandtschaft von EMI und Memorex:

http://www.45spaces.com/audio-compact-ca…php?r=aud077080

Was davon jetzt genau von Polimer kam oder von anderen Herstellern, liegt für mich ziemlich im Dunkeln. Unbestritten ist aber, daß alle gezeigten, abgesehen vom letzten, jeweils eine Zeit lang das Standardgehäuse bei Polimer waren.

Viele Grüße,
Martin

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Wednesday, June 26th 2019, 10:48pm

Sehr spannend, danke für die Infos.

Als vielleicht 12-Jähriger hatte ich mal so einige M-Electronic-Kassetten, deren Optik sehr an dieser Polimer hier erinnert - wenn mir mein Gedächtnis keinen Streich spielt:
www.45spaces.com/audio-compact-cassette-…php?r=aud257349
Allerdings glaube ich, dass die Zahlen "100 - 50 - 0" unter dem Sichtfenster fehlten. Leider ist keine dieser Kassetten erhalten geblieben (einen Einleger hätte ich noch... :cursing: ). Vielleicht finde ich mal wieder ein solches Exemplar in einem Brockenhaus.

A propos Polimer: Hat einer von Euch Erfahrungen mit deren Typ IV-Kassette?

LG
Manuel

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Saturday, July 6th 2019, 10:06pm

Frage aus sinnlosem historischen Forschungsdrang: Kann man eigentlich noch nachvollziehen, welches das letzte in Deutschland angebotene "normale" Kassettendeck (stationäre Frontlader mit Standard-Breite) mit Mikrofoneingängen war? Beim Schmökern auf http://hifi-archiv.info/ habe ich den Eindruck, daß diese bis etwa Mitte der 1980er Jahre zur Standardaussstattung gehörten, aber dann nach und nach verschwunden sind.

Das neueste, das ich auf Anhieb finden konnte, war das Sony TC-RX 55 von 1989/90.

Edit: Habe mir die Frage gerade selber beantwortet. das aktuell noch erhältliche TEAC W-1200 (+ baugleiches TASCAM) hat einen. :)

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Saturday, July 6th 2019, 10:39pm

So auf Anhieb finde ich auch nur dieses hier:

https://www.hifi-wiki.de/index.php/Braun_Atelier_C_4

Das Sony RX 55 ist mir sogar noch in Erinnerung, weil ich es auf der Suche nach meinem ersten eigenen "rchtigen" Deck mit eben dieser Ausstattung, also Mikrofonbuchsen und Autoreverse, ziemlich interessant fand. Es wurde dann aber doch ein 410er - das war deutlich günstiger und hatte stattdessen dieses Zauberding in Form eines Bias-Reglers, den ich deutlich spannender fand :-)

Viele Grüße,
Martin

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Saturday, July 6th 2019, 11:42pm

So auf Anhieb finde ich auch nur dieses hier:

https://www.hifi-wiki.de/index.php/Braun_Atelier_C_4


Tatsache. Braun wäre jetzt wirklich der letzte Hersteller gewesen, an den ich gedacht hätte. <klischee>Das geht ja völlig an der Zielgruppe vorbei, die ein Kassettendeck wahrscheinlich einzig und allein dazu brauchte, um sich ihre Cool-Jazz-Mix-Kassetten für die Fahrt im Saab 900 Cabrio zusammenzustellen. Zumal so viele Buchsen an der Front ja ein klarer Bruch mit den Bauhaus-Designrichtlinien sind.</klischee> ;)

Wahrscheinlich waren Mikrofoneingänge bei HiFi-Kassettendecks eh immer nur eine absolute Nischenanwendung, die seit den Anfangstagen der Tonaufzeichnung in Privathaushalten aus Gewohnheit noch eine Weile mitgeschleppt wurde. Mal im Ernst: Wer nutzte sie, und wozu? Wer hatte überhaupt zu Kassettendeck-Zeiten noch zwei identische Mono- oder ein Stereo-Mikrofon, um sie sinnvoll verwenden zu können?

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Sunday, July 7th 2019, 9:25am

Wer in irgendeiner Art selbst Musik macht, der möchte das gerne hin und wieder aufnehmen. Ein Stereomikrofon hatte ich, und es wurde auch gerne benutzt. Nur tatsächlich fast nie am Cassettendeck, seit auch ein mobiler DAT-Recorder vorhanden war. Wahrscheinlich war es das: Als immer mehr Aufzeichnungsgeräte im Kleinformat auf den Markt kamen, wie auch die hochwertigen Walkmänner mit Aufnahmefunktion, schleppte keiner mehr ein vollformatiges Cassettendeck zum Konzert mit.

Bei uns hatten die Mikrofoneingänge noch einen ganz anderen, praktischen Nutzen: Damit ließ sich relativ problemlos ein SIgnal von Geräten aufnehmen, die nur DIN-Ausgänge hatten. Das war aber wohl eher eine Nischenanwendung.

Die Braun-Geräte sind wirklich nicht nur auf Design hin optimiert. Die Cassettendecks sind sowohl in Qualität als auch Ausstattung durchaus respektabel. Das war auch bei B&O zu der Zeit noch so. Die nahezu komplette Verlegung der Anstrengungen in Richtung Design fand erst ab Anfang der 90er Jahre statt. Da war Braun gerade rechtzeitig vom Hifi-Zug abgesprungen.

Aber welcher Saab-Cabrio-Fahrer braucht denn Musik für unterwegs? Der hört doch am liebsten den Wind oder den Turbolader :-)

Viele Grüße,
Martin

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Sunday, July 7th 2019, 10:23am

Hallo
Mir fallen auch 3 Decks ein , welche am Ende der 80ziger noch über Mikrophoneeingänge verfügten .
Kenwood KX 880 HX , KX 1100 HX , RFT HMK D 200 ( Photo von der RFT Netzseite )
Grüße !
PS : Kann mich erinnern , daß diverse Familienfeiern damals auf Kassette mitgeschnitten wurden . Jedoch immer über eingebautes Mikro am Kassettenrekorder .
Überspielkabel has attached the following images:
  • DSCN0321.JPG
  • RFT HMK D 200 1988.jpg

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Sunday, July 7th 2019, 10:45am


PS : Kann mich erinnern , daß diverse Familienfeiern damals auf Kassette mitgeschnitten wurden . Jedoch immer über eingebautes Mikro am Kassettenrekorder .


Ja, kenne ich. In den mir bekannten Fällen hat sich das danach aber garantiert nie wieder jemand angehört. :)

Bei tragbaren Geräten ist das aber noch was anderes. Im Gegensatz zum Kassettendeck, das ja normalerweise irgendwo fest aufgebaut im Schrank stand/steht, hat man damit ja einen gewissen Aktionsradius und kann direkt am Geschehen (oder Nicht-Geschehen) aufnehmen.

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Sunday, July 7th 2019, 10:54am

Als immer mehr Aufzeichnungsgeräte im Kleinformat auf den Markt kamen, wie auch die hochwertigen Walkmänner mit Aufnahmefunktion, schleppte keiner mehr ein vollformatiges Cassettendeck zum Konzert mit.


Genau das ist es eben. Zumal die Dinger halt normalerweise ihren festen Platz im Wohnzimmer hatten und es einen nicht unerheblichen Aufwand erforderte, sie ab- und anschließend wieder aufzubauen.

Und für Musiker sind zwei kanalgetrennte Mikrofoneingänge auch nicht wirklich optimal. Da bietet sich doch eher ein kleines Mischpult an.

Quoted

Die Braun-Geräte sind wirklich nicht nur auf Design hin optimiert. Die Cassettendecks sind sowohl in Qualität als auch Ausstattung durchaus respektabel.


Wollte ich damit auch nicht unterstellen, die haben ja auch meist erstklassige Testberichte gekriegt. Trotzdem musste man als Braun-Kunde schon eine gewisse Liebe für das Design mitbringen. Technisch ebenbürtige Geräte gab's anderswo für die Hälfte des Preises.

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Sunday, July 7th 2019, 9:45pm

Mal im Ernst: Wer nutzte sie, und wozu? Wer hatte überhaupt zu Kassettendeck-Zeiten noch zwei identische Mono- oder ein Stereo-Mikrofon, um sie sinnvoll verwenden zu können?
Mein Vater hat mit seinem Technics RS-M04 bis um die Jahrtausendwende Therapiesitzungen auf BASF Ferro Extra 100 mitgeschnitten. Vorher auch mal Sony Walkman 100. Die liegen seither archiviert, vermutlich einmal aufgenommen und maximal einmal abgespielt. Wenn er je beschließt er braucht die nicht mehr sind die Sony wohl bares Geld wert... aber ob ich es übers Herz bringe die zu verkaufen? Von den BASF sind noch 50 oder 60 OVP über, ich glaube Emtec vor den China-Gehäusen. Er hat die immer in Kartons zu 8 Zehnerpacks gekauft.

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Sunday, July 14th 2019, 12:59pm

Mir fallen auch 3 Decks ein , welche am Ende der 80ziger noch über Mikrophoneeingänge verfügten .
Kenwood KX 880 HX , KX 1100 HX , RFT HMK D 200 ( Photo von der RFT Netzseite )

Mein Kenwoord KX 550HX hat auch noch beide Mikrophoneeingänge. Bei den späteren 90ern Decks, die ich noch habe, sind diese bereits wegrationalisiert.
Meine Musikseite: https://soundcloud.com/inokuma

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Sunday, July 14th 2019, 1:23pm

Bei Kenwood scheint das damalige Spitzenmodell KX-9010 (1991) das letzte Deck mit Mikrofoneingängen gewesen zu sein. Im Folgejahr musste es dem KX-9050 (S) Platz machen, das keine mehr hat.

http://www.hifi-archiv.info/Kenwood/1991/kenwood06.jpg
http://www.hifi-archiv.info/Kenwood/1992-HiFi/05.jpg

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Sunday, July 14th 2019, 4:28pm

Danke für die Links . SUPER !!!
Kenwood hat wohl demnach am längsten an den Mikrophoneeingängen festgehalten .


Beste Grüße !


Die abgebildeten Reel to Reel Kassetten - Ein Traum . Nie in echt gesehen .
Sharp

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Friday, July 19th 2019, 9:19am

@timo immer wieder schön sich solche Produktseiten anzuschauen!! :thumbup:
Meine Musikseite: https://soundcloud.com/inokuma

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Sunday, July 21st 2019, 11:40am

Pioneer CT-W650R hat auch noch 2 Mikro-Eingänge (ca. 1992):

Viele Grüsse, Sebastian

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Monday, July 22nd 2019, 9:41am

Hifi-Wiki sagt Modelljahr 1991. Der entsprechende Katalog fehlt leider im HiFi-Archiv.

Das CT-S 310 aus Modelljahr 1992 hat auch welche, wie ich gerade sehe.

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Thursday, August 8th 2019, 10:01pm

Mal was zum Gruseln aus der Kategorie Pimp my Tapedeck:

https://www.ebay.de/itm/BASF-Reference-S…ks/183907594674

Ich meine nicht die Cassetten, sondern die herzallerliebst verzierten Geräte auf den weiteren Bildern.

Viele Grüße,
Martin

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Thursday, August 8th 2019, 10:10pm

interessante Kassetten hat er aber...
Sieht aus wie mancher Kühlschrank in der ehemaligen DDR, die mit Bananen- Kiwi- u. Orangenklebern verziert wurden. 20x Chiquita, 12x Zespri... Das war mal was wert. 8)
Viele Grüsse, Sebastian

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Thursday, August 8th 2019, 10:54pm

Die Auktion hatte ich auch unter Beobachtung, mein 1€ Startgebot ist aber schon Geschichte....bei dem kruden Angebot, den hohen Versandkosten und den 93,2% Bewertungsstand hätte es ja klappen können
Bei jetzt schon über 30€ können mich Reference Super und ne MPIV mal, der Rest an Cassetten ist nix besonderes und die Decks bestimmt für die Tonne. 8)