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  • »schwede« ist der Autor dieses Themas

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Samstag, 26. Juli 2014, 22:14

Plattenspieler für 40 cm-Platten

Hallo,

ich möchte euch meine gerade beendete Bastelei vorstellen:
Aus drei mach 1.
Schon seit einiger Zeit liegen bei mir einige 40 cm - Platten aus den
40iger Jahren im Regal. Wollte ich mir immer schon mal anhören, aber
Esoteric's Rek-O-Kut oder KAB's Transcriber 2 schienen mir übertriebenen Aufwand, vom
Preis ganz abgesehen.
Da fiel mir ein Inserat aus der Kleinanzeigenszene in die Finger:
Omnitronic defekt, paar Euros mit einem Tonarm aus einem Stück, d.h. Tonarm, Antiskating, Lift und Haltevorrichtung bilden ein Block.
Und ein praktisch ausgebastelter Dual 1225 lag auch noch im Keller.
Also habe ich den Dual soweit wie möglich "entkernt" bis auf den Antrieb und die Geschwindigkeitseinstellung.
Der Omnitronic verlor die gesamte Elektronic samt Motor etc.
Mit der Stichsäge ging es dann an den Ausschnitt für den 1225.
Er ist mit 3 Schrauben am Oberteil des Omnitronic befestigt. Die Mechanik passt genau bis kurz vor die Bodenplatte.
Gestern kam die Headshell, ein Noname-System fand sich auch noch (man soll doch nichts wegwerfen, wenn ´s auch noch
so billig ist).
Nach der Montage des Dual - Chassis stellte sich heraus, dass der Tonarm zu tief saß. Er wurde auf drei Plastikröllchen gestellt
mit dem Effekt, dass nun der Plattenteller zu tief saß. Abhilfe schaffte eine übrig gebliebene Braun Tellerauflage,die auf der Dualmatte aufliegt.
Mir ist klar dass der Tonarm zu kurz ist, daher nahm ich an, dass mein Kombidreher nicht alle Rillen abtasten würde.
Egal, ich wollte eben mal hören, was damals im AFN abgespielt wurde.
Wenn man sich die Schön-Justierschablone Version II ansieht, weiß man, dass die korrekte Justage mit dieser Konstruktion unmöglich ist.
Wahrscheinlich ist der Spurfehlwinkel weit über den gängigen Werten für Nicht-Tangetialplattenspieler.
Was soll's, Klirr- und andere Faktoren werden durch die "Qualität" der Platte sowieso bestimmt, da würde auch ein noch so hochwertiger
Dreher nicht viel ändern können.
Das Ergebnis:
Omnidual spielt die Platte bis zum Ende ab, es rauscht und knistert, aber immerhin sind Ansage und Musik (überwiegend Jazz)
deutlich zu vernehmen. Die Platte hat im Übrigen keine Auslaufrille.
Vielleicht würde ein besseres System und Plattenwasch noch was bringen, aber der Sound der Vierziger ist eben kein HiFi.
Und ich weiß nicht, ob der AFN zu der Zeit überhaupt über FM gesendet hat.
Schönes Wochenende noch,
Winfried


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2

Sonntag, 27. Juli 2014, 08:22

Für eine anständige Justage ist der Arm zu kurz. Aber: Die Scheibe läuft doch vermutlich mit 78? Dann kommt am passenden System vermutlich sowieso eine Rundnadel zum Einsatz, da ist's relativ (!) egal. Vermutlich hat ja die Platte auch "breite" Rillen - da braucht's eine entsprechend fette Nadel. In der Richtung wäre zu optimieren, im heutigen Sinne "bessere" Systeme wären vermutlich kontraproduktiv. Aber ob's den Aufwand lohnt? Interessant ist es allemal, weil eben auch so viel vermutlich. ;)
Das Drumherum:
Liebe(r) ...
(Beitragstext s.o.)
LG, Jochen

  • »schwede« ist der Autor dieses Themas

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3

Sonntag, 27. Juli 2014, 19:44

Stimmt, der Arm müsste länger sein.
Die Platte läuft mit 33 Umdrehungen und ist keine Schellackausführung.
Das waren wohl die Vorgänger, diese hier würde ich zu den Vinyl rechnen.
So ist es möglich, ein ganz gewöhnliches MM-System zu verwenden.
s.a.
http://www.stevenlewis.info/crosby/AFRS.htm
Ich hatte mal kurz überlegt, vielleicht z. B. einen Pro-Ject 1 umzubauen,
aber dann bleibt immer noch das Problem des Tonarms.
Alles in Allem war's kein großer Aufwand und es hat sein Ziel erreicht.
Gruß
Winfried

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4

Montag, 28. Juli 2014, 16:52

Vielleicht nur ein doofer Gedanke und es wird so einfach auch nicht gehen. Einfach ein Teleskoprohr für den Tonarm und ihn dann auf die gewünschte Länge ausziehen. Oder sowas in der Art.