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  • »mk1967« ist der Autor dieses Themas

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1

Freitag, 31. Dezember 2010, 12:57

Hallo!

Was macht man, wenn das sommerbereifte Auto momentan auf die Garage festgenagelt ist? Richtig, man befaßt sich mit absoluten Nebensächlichkeiten ;)

Konkret geht es um das Mercedes Benz "Classic" von 1994 im ebenso betagten elterlichen C180, bei dessen Bau es halt - wie Ihr sehen könnt...

http://forum2.magnetofon.de/bildupload/Autoradio%20verkleinert.jpeg

...so neumodische Sachen wie CD-Spieler im Auto oder MP3 oder iPod noch nicht gab. :D Ich habe mir gedacht, es müßte doch eigentlich drin sein, in das Gerät so etwas wie einen externen Eingang (z.B. unsymmetrisch mit Cinch- oder 6,3-mm-Stereoklinke) einzulöten - notfalls dafür auch das Kassettenlaufwerk abzuklemmen? :? Nur hab ich leider weder Schaltplan noch Erfahrung mit Autoradio-Basteleien

Hat jemand von Euch evtl. mal so was probiert?

Auf der Rückseite des Gerätes gibt es laut Anleitung (ich hab das Radio noch nicht auszubauen versucht - auch weil es nicht mein Auto ist) immerhin auch zwei Pins, bei denen ich mich gefragt habe, ob das "heiße" Eingänge sind... "Dauerplus" und "Geschaltetes Plus":

http://forum2.magnetofon.de/bildupload/Autoradio-Anschl%FCsse.jpeg

Oder taugen statt dessen diese kassettenförmigen Adapter was (wie man sie im Elektronikhandel bekommt), die man offenbar in das Laufwerk schiebt und wo ein Anschlußkabel rauskommt?

Merci für jeden Tip! :)

Michael

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2

Freitag, 31. Dezember 2010, 13:22

Schönes Ladio.

Ich hab' mal in den ebenfalls elterlichen Golf III mit VW Radio Alpha einen
zusätzlichen Line Eingang nachgerüstet. Bei besagtem Blaupunkt Radio war
das relativ simpel, da der Lautstärkesteller noch ein klassisches Poti war, das
noch dazu von der Hauptplatine abgesetzt mit Käbelchen angeschlossen war.
So musste ich nur einen Kippschalter und eine 3,5mm Klinkenbuchse in die
Front des Radios zaubern und die Strippen zum Poti über den Schalter führen.
Das schwierigste war den Schalter und die Buchse so unterzubringen, dass
sich Muttern nicht zusehr darüber aufgeregt hat :D. Hat ganz gut geklappt.

Bei Radios mit Tipptasten Lautstärkeregler wird's wohl etwas komplizierter.
Du müsstest versuchen einen Punkt zwischen Vorstufe und Endstufe vor (!)
der Lautstärkeregelung zu finden und hier irgendwie ein Signal einschleifen.
Wie einfach oder schwer das wird, hängt vom Integrationsgrad des Gerätes ab.
Wenn da schon eine All in one Chip Lösung drin werkelt...
Evtl. könnte man auch versuchen die Entzerrervorstufe des Wiedergabekopfes
zu finden und das Signal dann nach dieser Einspeisen. Direkt am Kopf
einzuspeisen sehe ich als problematisch, wegen dem sehr geringen Signalpegel
und wegen der nachfolgenden Entzerrung. Keine Ahnung was dabei hinten
rauskäme.
Mach das gute Stück doch mal auf und poste mal ein (hochauflösendes)
Bild der Innereien.
Es dürfte sich übrigens um ein Becker Radio handeln, denke ich.
Also was gutes - nicht kaputt machen!
Bei meinem Becker Mexico von 1994 sähe ich keine Möglichkeit was nachzurüsten.

Wie sieht's denn mit einer Adapterkassette aus? Ich hab' schon erlebt, dass
sowas funktioniert ;).

Gruß,
David

EDIT: Wer lesen kann... Du frugst ja wegen der Adapterkassette.
Ein Kumpel hatte sowas Jahrelang für seinen MD Player in seinem Ford stecken.
Wenn die Kassette richtig im Schacht lag, war's ganz ok. Nur musste man ab
und zu mal etwas wackeln, da sich der Sprechkopf in der Kassette vor dem
Wiedergabekopf im Radio verschob.
Ich hab mir mal eine Adapterkassette selbst gebaut: alte MC geschlachtet und
einen Kopf aus einem Tapedeck federnd ins MC Gehäuse implantiert.
Dann noch die Wickelkerne mit einem Gummiring verbunden - fertig.
Hat erstaunlich gut funktioniert.

3

Freitag, 31. Dezember 2010, 13:25

Hi Michael,
ich beschränke mich mal auf den letzten Frageabschnitt, zum Ersten kann ich nicht viel sagen, das Radio kenne ich nicht.

Ich habe früher mal sowohl Kassetten-Adapter als auch UKW-Transmitter benutzt, natürlich nicht alle am Markt verfügbaren, weshalb ich keinen Anspruch auf Allgültigkeit meiner Erfahrungen damit vermitteln kann.

Wenn man normale, nicht besonders abgehobene Ansprüche an die Musik-Berieselung im fahrenden PKW stellt, und das gebieten schon Verkehrssicherheits-Aspekte und Akustik-Verhältnisse im nicht gerade besonders leise bewegten Mobil auf der Straße, dann kam ich mit einem Philips-Kassetten-Adapter an einem Grundig-Autoradio angesteuert von einem SD-kartentauglichen mp3-Player bestens zurande. Schon aus dem Grunde weil ich keine Lust hatte das Radio aus dem Schacht zu prockeln und vorher die Code-Karte zu suchen.

Der Klang war ganz gut, auch an dem verbauten Audio-System, das etwas besser war als normale Standard-Autolautsprecher. Die Vorverzerrung der Zeitkonstanten bezüglich des korrekten Frequenzgangs analog einer bespielten Kassette funktionierte trotz ihrer Einfachheit ausreichend genau, was wie ich gelegentlich hörte, bei Superbillig-Adaptern nicht immer der Fall ist und dann den Klang tüchtig versaut. Die manchmal bemängelte Kabelage störte in meinem Fall nicht, das Anschlußkabel kam aus dem Laufwerk günstigerweise direkt in eine Gehäusefurche und von dort in ein direkt unter dem Radio vorhandenes Fach in dem sich der Abspieler befand und war nur für den Eingeweihten oder Neugierigen sofort erkennbar, störend schon gar gar nicht.

Der Klang mittels eines FM-Transmitter war sehr mäßig, ein alternativ vorhandener Abspieler mit bereits integriertem Transmitter (ja sowas Schönes gab es auch, oder gibt es vielleicht noch) konnte das auch nicht besser.
Der Frequenzhub entspricht offenbar nicht dem eines Radiosenders, der Frequenzbereich ist eingeschränkt, die Modulation klingt immer leicht "zerrig" und übersteuert, die Kanalbreite des Senders ist zu hoch, es gibt Probleme bei PLL-Tunern mit der Einhaltung der Kanalbreite und dem Übersprechen anderer Sender und Kreuzmodulation.
Man hat also keinen längerfristigen ungestörten Musikgenuß, immer stört und quäkt irgend etwas dazwischen, sprechen Radiosender ein und verschwinden wieder usw.

Mein Tip also, guten Marken-Kassetten-Adapter besorgen, aber bloß keinen Noname-2-Euro-Mist, den gibt es bei Amazon schon für wenig Geld von Sony und von Philips, und das schöne (naja, das originale) Radio nicht verbasteln oder heraus rupfen.

Transmitter ist eher für den Fummelkönig und den Immer-vorne-dabei-wenn-was-auffällig-erscheint-Typen als für den Musik-Liebhaber.

Konzertsaal-Klang erreichen aber beide Lösungen nicht, wobei der Kassetten-Adapter recht gut klingt (gut genug für die Einschränkungen im fahrenden Mobil) wenn er gut ist.

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4

Freitag, 31. Dezember 2010, 15:56

Mit so einer Adapterkasette hatte ich auch lange Zeit gute Erfahrung in meinem E-Kadett mit original Opel-Kasettenradio gemacht.


Gruß
Thilo
---------------------------------------------
Philips N4418, Akai GX-625 + GX-77

5

Freitag, 31. Dezember 2010, 18:35

Wir hatten sowas mal im Alpine eines 7m Kabinenkreuzers benutzt, um einen CD-Spieler zu betreiben.
Der Strassenverkehr spielt da ja keine Rolle, aber damit konnte man Party machen. Der Klang war sicher ausreichend. Beschwert hat sich jedenfalls niemand.

Ich habe gerade mal geguckt. Ich hatte eine Adaptasette mit höhenverstellbarem Kopf.
Hat sich offenbar in ein General Technic-Produkt verwandelt. Das ist so´n 2 € Schrott.
Das will ich dir lieber nicht zumuten.

Viele Grüße, Arnulf.

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6

Samstag, 1. Januar 2011, 10:52

Danke Euch allen! :bier:

Das klingt dann doch so, daß ich meine Basteltriebe bezähmen ;) und mir statt dessen eine Adapterkassette besorgen werde. (Zumal ich irgendwo was darüber gefunden habe, daß man offenbar ein Spezialwerkzeug braucht, um das Radio überhaupt aus der Konsole herauszufriemeln.)
Der Tip mit dem Markenprodukt ist jedenfalls schon mal super - denn sonst wäre ich womöglich glatt auf einen 3-Euro-Billigheimer reingefallen :shocked:.
Spätestens wenn man sich wieder mit Sommerreifen raustrauen kann, wird der Kauf getätigt - ich melde mich mit den (Klang-)Resultaten. :)

Michael

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7

Samstag, 1. Januar 2011, 13:43

Ich hab eine Uralte Adapterkassette von Vivanco. Das tut im Auto echt gut. Wobei meine Autoanlage, da noch original VW Alpha, scheiße ist.

Deswegen hab ich die Kassette auch mal im richtigen Tapedeck an der Anlage ausprobiert. Ich war höchst erstaunt, was da immer noch an Qualität rübergekommen ist. Daher kann ich sagen, daß so eine - zumindest meine - Adaüterkassette im Auto bei den Nebengeräuschen durchaus ausreichend ist.

Beste Grüße
MArtin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!

8

Sonntag, 2. Januar 2011, 11:33

´
Das mit dem FM- Transmitter kann ich bestätigen. In meinem Navigationsgerät ist so ein Ding mit drin. Klanglich kann man damit leben, aber durch die geringe Sendeleistung wird während der Fahrt oft das eigene Signal von richtigen Sendern weggedrückt. Zwar kann man verschiedene Frequenzen einstellen, aber bei der hohen Dichte von UKW- Sendern ist ja praktisch auf jeder Frequenz ein richtiger Sender, spätestens wenn man ein paar Kilometer gefahren ist. Da man sich ja auf´s Fahren konzentrieren muß, ist das Verfahren eher suboptimal.

Für längere Strecken bespiele ich mir ein paar Cassetten. Wie früher.

Sooo speziell sind die Ausbauwerkzeuge für Autoradios nicht, meist nur zwei U- förmige Auszieher. Bei meinem Radio waren die dabei, evtl. liegen die Dinger im Handschuhfach oder in der Mappe mit den Fahrzeugpapieren / Bordbuch. So etwas kann man aber sicher auch als Zubehör bekommen.
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.

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9

Donnerstag, 17. März 2011, 19:54

So, der Kauf des Sonie-Kassettenadapters ist gelaufen.
Danke noch mal für Eure Tips! :bier:

Der Klang ist in Ordnung - nicht atemberaubend, aber fürs Auto völlig ausreichend. Man sollte allerdings den Pegel am iPod (jedenfalls an dem alten Hündchen, das ich ausprobiert habe) weit aufdrehen - wenn man dagegen am Radio die Lautstärke zu weit aufreißt, fängt es halt irgendwann an, ein bißchen zu summen.

Michael

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10

Freitag, 18. März 2011, 15:38

Alternativ zur Adapterkasette mit Kabel und Klinkenstecker gibts auch welche die schon gleich einen MP3-Player samt SD-Karteneinschub implementiert haben.

Über Qualität und mögliche Bedienung kann ich leider nix sagen.

Gibts z.B. bei www.pearl.de.



Gruß
Thilo
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Philips N4418, Akai GX-625 + GX-77