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  • »olav246« ist der Autor dieses Themas

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1

Montag, 16. April 2018, 17:20

Plattenspieler im Rundfunk

Hallo Freunde,
heutzutage gibt es ja viele große und kleine Rundfunkstationen. Können die eigentlich noch Schallplatten abspielen und wenn ja welche Geräte verwenden sie?
Gibt es hier ein paar Insider die so etwas wissen?
Gruß Jürgen

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2

Montag, 16. April 2018, 17:46

Hallo,

ich verfolge regelmäßig die nächtlichen Jazz und Rock Sendungen von DLF Kultur (aus Berlin, Dienstags von 1-5 Uhr Jazz, Donnerstags Rock).
Die Moderatoren erwähnen gelegentlich, daß sie dort noch Vinyl-Platten spielen können und tun das hin- und wieder auch. Manchmal bereitet das besondere Freude, wenn sie rare Platten spielen, die mittlereweile für hunderte € oder mehr gehandelt werden.
In größeren Abständen spielt dort DJ "Swinging Swanee" in der Jazz-Nacht 4 Stunden lang Schellack Platten aus der Swing Ära.

Welches Equipment benutzt wird, weiß ich nicht, ließe sich aber sicher über den Hörer-Service erfragen.

MfG Kai

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3

Montag, 16. April 2018, 18:09

Ich vermute stark, dass da immer noch EMT-(948 )-Laufwerke Dienst tun. Die sind ja nicht kaputt zu kriegen und waren jahrzehntelang Standard.

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4

Montag, 16. April 2018, 19:18

vor einiger Zeit wurden ein paar Sendungen ausgestrahlt wo alle Musiktitel von Vinyl gespielt wurde, da liefen im Studio zwei Technics Dreher

komme nicht drauf welcher Sender das war
Gruß Ulf

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5

Montag, 16. April 2018, 19:21

Die geben sie auch nicht mehr ab.
Ich habe vor Jahren mal den Verkäufer meiner Rundfunk M15a gefragt, ob er mir einen dieser EMT Plattenspieler beschaffen könnte.
Die Nachfrage bei seinem "Hauptlieferanten" ergab: Sie würden sie nicht mehr verkaufen, da die Geräte die sie zu einem kleinen Preis verkauft hätten, nach ein paar Tagen in der Bucht für einen erheblich höheren Preis wieder angeboten würden.
der ab Januar 2009 zur A77Hs , 2x 4400 Report Monitor und TK46 sowie Tk47 noch eine M15a in sein Pflegeprogramm aufgenommen hat. Nicht zu vergessen 2 Uher CR1600, 1 Uher CR1600TC und die 2 Thorens TD 124 II :-)

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6

Dienstag, 17. April 2018, 08:43

HR1 hatte vor vier Jahren diverse Sondersendungen mit dem Titel "Lass knacken" gemacht. Hier wurde ausschliesslich von Hörern mitgebrachtes Vinyl gesendet. Das lief auf EMT-Drehern. http://forum2.magnetofon.de/index.php?pa…9b691dd7054276a
»mx1000« hat folgendes Bild angehängt:
  • 7Manfred Staiger.jpg
Gruß von

Rüdiger

7

Mittwoch, 18. April 2018, 10:36

Alle Plattenspieler sind aus den mir von Angesicht bekannten Sendestudios in den letzten Jahrzehnten bis Jahren im Zuge von Um- und Neubauten verschwunden. Im WDR sollen in Sendungen von Roger Handt noch Platten in Livesendungen zu hören sein, bei den Geräten (dem Gerät?) handelt es sich aber wohl um „Beistellmaschinen in fahrbaren Truhen“, wie man in Fachkreisen zu sagen pflegt(e). Bis vor etwa zehn Jahren wurden in einzelnen Sendungen des rbb auch noch zwei Plattenspieler eingesetzt. Freilich, die Sendung ist perdu, über den Verbleib der Geräte ist mir nichte bekannt. Sollte heutzutage nochmal eine Platte zur Sendung kommen, wird sie üblicherweise vorher umgeschnitten (s. u.).

Das soll nicht heißen, daß es überhaupt keine Plattenspieler mehr in Funkhäusern gibt: In Produktionsstudios sind sie mehr oder minder sporadisch noch im Einsatz, ebenfalls meist in mobiler Form, damit man sie in die Ecke rollen und Manuskripte drauf ablegen kann. Im Dunstkreis der Archive sind auch noch welche anzutreffen, auch in den gut gehüteten Magazinen der Meßtechnik (das sind die, die die Geräte warten und ggf. reparieren. Dreimal „die“ hintereinander – Respekt!) stehen sich noch welche die Riemen bröselig. (Gemeint sind die Riemen, die den Tonarmlift antreiben. In der Regel haben die Geräte Direktantrieb.) Die „Lass knacken“-Sendung kam jeweils nicht aus dem regulären Sendekomplex, sondern aus einem ertüchtigten Produktionsstudio, in welchem zwei Plattenspieler den ent-Analogisierungswahntrend überlebt hatten, und die in dem Bild von Manfred Staiger, dem hr1-Musikchef, bedient werden.

Als Geräte kommen heute noch überwiegend Maschinen der Typen EMT 948 (praktisch, nützlich) zum Einsatz, vereinzelt auch noch EMT 950 (größer, schwerer, umständlicher). Ich weiß auch, wo noch hochoffiziell ein EMT 930 (lebendes Fossil, Reibradantrieb, wartungsaufwendiger als o. g. Typen) steht. Daneben gab es auch noch den EMT 938 (einfacher und im Wortsinne preiswerter als 948 und 950, aber nicht minderwertig), der insbesondere den in den achtziger Jahren erblühenden privaten Radiostationen in Deutschland treue Dienste leistete. Anderes war in deutschen Funkhäusern nicht zu finden – außer: Bei den in den neunzigern aufkommenden Jugendsendern war für DJ-Sets auch schon mal ein Pärchen 1210er im Einsatz, weil man den auflegenden Personen die Umgewöhnung und sich selbst die hohen Reparaturkosten (heute etwa 600 Euro netto pro defekter Nadel) nicht zumuten wollte.

Im großen und ganzen versehen diese inzwischen mindestens an die dreißig Jahre alten Maschinen problemlos ihren nicht mehr allzu schweren Dienst, vom allgegenwärtigen Elkoproblem und einzelnen kleineren Wehwehchen (s. o.) mal abgesehen.

Wer Fotos sehen mag, der schaue zum Beispiel beim ziemlich verrückten (im positiven Sinne) bologneser Sammler Stefano Pasini.


Drehende Grüße

TSD

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Mittwoch, 18. April 2018, 12:52

Hoch interessante Beiträge! Nachdem es zur Zeit einen gewissen Aufschwung im Vinyl-Business gibt stellt sich die Frage wie wollen das Rundfunkstationen mit ihren Uraltgeräten das dann handhaben wenn es notwendig wird, auch mal diese Platten zu spielen? Vielleicht gibt es aber auch eine CD oder andere digitale Quelle für jede der Plattenaufnahmen. Die eigentliche Aufnahme sowie der Master-Prozess erfolgen ja so wie so digital. Dann können die Rundfunksprecher sagen: "Wir spielen jetzt die Platte XYZ ..." und in Wirklichkeit drücken sie oder ihre Techniker nur auf den Wiedergabeknopf (auf dem Bildschirm) für das Daten-File das sie von der Produktionsfirma bekommen haben. :D
Jürgen

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9

Mittwoch, 18. April 2018, 14:11

ob Platte oder Musik-File das fest zu stelle sollte schwehr sein, denn wie man Knackser entfernen kann, kann man sie auch einfügen
Gruß Ulf

10

Mittwoch, 18. April 2018, 16:44

Inzwischen weniger, aber insbesondere in den 2000er-Jahren gab es (digitale!) Produktionen, bei denen derart viel Vinylgeräusch zugemischt ist, daß in prädigitalen Zeiten eine solch unzureichende Aufnahme durch ein Band ersetzt worden wäre.

Interessant finde ich, daß heutzutage Vinylrumpeln und -knistern geradezu verehrt wird und nicht mehr als das wahrgenommen wird, was es tatsächlich ist: Als systembedingte Unzulänglichkeit eines wirtschaftlichen Verfahrens zur Massenproduktion von Tonträgern.


Grüße mit 35 dB Geräuschabstand

TSD

11

Sonntag, 22. April 2018, 12:37

Ich durfte ja mal meinen Lieblingssender R.SA in Leipzig besuchen. Der Programmchef hat mich und eine Freundin dann rumgeführt und vorher dürften wir mit im Studio stehen und zusehen, wie er die Sendung moderiert.

So ein Studio ist heute auf ein Zimmerchen reduziert, die Musik kommt komplett vom Server, CD Player waren noch vorhanden, aber nicht mehr angeschlossen. In Spezialfällen ist es natürlich möglich zusätzliche Geräte anzuschließen. Die machen ja viel so Specials und Samstag abends läuft da von 18 bis 24 Uhr Maxis Maximal, da laufen auch mal Titel, die es nicht auf CD gibt, die werden allerdings digitalisiert und dann dem Server zugeführt.

In dem Gebäude sind mehrere Studios nebeneinander (R.SA, PSR und NRJ Sachsen, alles Regiocast, das Fussballradio 90 Elf war da auch mal mit drin), daneben ist noch ein Ersatzstudio, von dem aus kann man jeden der drei Sender fahren, wenn mal was kaputt geht und wenn mal was spezielles gebraucht wird, was sonst nicht im Programm läuft kann man auch auf die Server der anderen beiden Sender zugreifen und sich austauschen.

Vor den Studios war so eine Art Großraumbüro, da saß der Moderator der Nachfolgesendung und kam dann ins Studio, ansonsten waren da noch 5 oder 6 Leute für den Service und die Redaktion. Wir waren allerdings an einem Sonntag da, ich weiß nicht ob in der Woche mehr Leute da sind. R.SA ist in Sachsen immerhin auf Platz 2 der MA, davor ist PSR. R.SA veranstaltet jedes Jahr ein Oldiefestival wo über 10.000 Leute kommen, da denkt man ja erst „Riesenkomplex“, aber dann ist doch Alles etwas kleiner und beschaulich. Die Leute sind da aber auch wahnsinnig engagiert und zugänglich. Habe ich wo anders noch nie erlebt. Wenn man da ne WhatsApp hin schickt kriegt man immer persönliche Antwort von den Moderatoren aus dem Studio.

Es ist jedenfalls interessant dass man irgendwie erwartet, dass ein so recht großer Sender irgendwie aus einem größeren Team bestehen müsste. Aber andere Privatsender werden teilweise sogar von zuhause gefahren, da hat man dann einen Serverzugang, eine Radio Software, ein Mischpult und ein Mikro und das wird dann Digital zum Sender zugeführt. Ich meine sowas mal über Radio Hamburg gesehen zu haben.

LG Tobi

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12

Sonntag, 22. April 2018, 13:35

Das Kleinstudio, wo ich zuletzt vor 22 Jahren gearbeitet habe, hatte als Zuspieler zwei Tascam (?) CD-Player, ein (?) Tascam 122 III Kassettendeck, zwei Tascam 32 Bandmaschinen als Zuspieler (immer mit 38 ), eine Fostex E2 als Mastermaschine (Sendebänder immer mit 19) und ein Revox Mischpult. Welche Entzerrungen die Maschinen hatten, entzieht sich meiner Kenntnis. Von Schallplatte keine Spur!
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!

13

Sonntag, 22. April 2018, 15:10

Ich habe mal eine Doku über DT 64 gesehen, im DDR Rundfunk wurde wohl Auch Alles auf Bobbies überspielt. Anfangs glaub ich auch CDs, damit Alles einheitlich gefahren werden konnte, auch die hatten keinen Plattenspieler im Studio, sondern 2 Bandmaschinen.

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Sonntag, 22. April 2018, 16:53

Das ist mir auch bekannt, daß es im DDR-Rundfunk verboten war, von Platte zu senden. Alles mußte auf Band überspielt werden. Die CD-Technik sowie auch VHS und andere Konsumervideoformate gab es in der DDR nicht.
Aber in all den schönen plattenspielerlosen Rundfunkstudios mußten und müssen doch die Platten digitalisiert werden bevor sie in den Server wandern. Dazu braucht man aber einen Plattenspieler. Weiß jemand wer das wie gemacht hat?
Jürgen

15

Sonntag, 22. April 2018, 17:09

Nicht zwangsläufig: Man konnte bei den Plattenfirmen fertig konfektionierte Bänder der gewünschten Aufnahmen, sogenannte Industriebänder, beziehen. Das waren Kopien direkt vom Mutterband.


Kopierte Grüße

TSD

16

Sonntag, 22. April 2018, 20:05

Die Frage wie die das digitalisieren hab ich dem R.SA Mann auch schon gestellt, Aber ich frage immer so viel, dass er manchmal nicht Alles beantwortet. Der hat ja auch viel um die Ohren.

Ich habe in einem Feature über AFN und BFBS mal gehört, dass die Öffentlich Rechtlichen bis in die 60er keine Schallplatten gespielt haben, sondern immer die Tonbänder organisiert haben, was dann dazu führte, dass der Jugendfunk nie besonders aktuell war und bei AFN, BFBS und auch Radio Luxemburg haben die eben Platten gespielt und waren dadurch viel aktueller. Bei den öffentlich rechtlichen hing das aber wohl auch damit zusammen, dass man großen Wert auf eine gute Qualität legte und vor Allem Singles diesen Standards oft nicht entsprachen, deshalb bestellte man dann Alles auf Tonband bei den Plattenfirmen was häufig länger dauerte.

LG Tobi

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17

Montag, 23. April 2018, 10:34

Ich habe mal eine Doku über DT 64 gesehen, im DDR Rundfunk wurde wohl Auch Alles auf Bobbies überspielt.

Das gilt aber nur für DT64 bis 1990. Bekanntermaßen sendete das frühere DDR- Jugendradio ja bis Mai 1993. In dieser Zeit nach der Wende wurden dann auch neue, aktuelle Hits gespielt und auch viele alternative Sachen

(O.T.: Ich selbst stand am Nachmittag irgendeines Sonntags im September 1990 Wache am KDL des Panzerregiments 14 in Spremberg. Unsere Kofferheule düdelte DT64, die brachten gerade sowas wie die "Punkcharts". Eine Band namens "Müllstation" kontaminierte die Umgebung mit ihrem Krach. Die Knarre auf meiner Schulter fing verdächtig an zu zucken... :D )

Zurück zum Thema: In Youtube- Filmen über DT64 aus der damaligen Zeit kann man im Studio auch den riesigen Plattenberg bewundern, von dem dann nach der Wende eben doch gefahren wurde. Die Studio- Bandmaschinen für den regulären Sendebetrieb kamen von Mechlabor aus Ungarn, die STM-310 / STM-610. Wie nun nicht jedem bekannt ist, hat Mechlabor aber auch Studio- Plattenspieler gebaut, das waren die SL-102. (Diese sind den bekannten EMT950 übrigens optisch sehr ähnlich.) Ich habe mir von ehem. Mitarbeitern erzählen lassen, daß es diese Mechlabor- Plattenspieler auch in der Nalepastraße gegeben hat. Ob die dann auch direkt für den Sendebetrieb im Studio des DT64 genutzt wurden, oder irgendwer einen Technics angeschleppt hat, das weiß ich allerdings nicht. Tatsache ist aber, daß nach der Wende und zum Anfang der 90er auf jeden Fall von Platte gefahren wurde. Wenn es niemand sonst tat- DJ Marusha tat es auf jeden Fall. 8) 8)

Grüße, Rainer

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18

Dienstag, 24. April 2018, 17:41

radioeins vom RBB macht an Feiertagen meist ein spezielles Programm. Letztes Jahr wurden Hörer dazu aufgefordert, mit ihren Lieblingsschallplatten vorbeizukommen und dann wurde ein Lied direkt von der jeweiligen Platte gespielt. Ich hatte da 1-2 Stunden zugehört und in der Zeit kein einziges Knacken oder Knistern gehört. Lief wahrscheinlich direkt in einen digitalen Filter rein.

Gruß
Robert

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Dienstag, 24. April 2018, 19:03

Knacken und Knistern wirst du damals, als Sendungen vom Plattenteller noch üblich waren, sowieso nur selten vernommen haben! Die EMT-Laufwerke mit ihren Rundnadeln waren da erstaunlich immun gegen.

Ich erinnere mich an ein Video von der Livesendung "Discothek im WDR", wo man den alten Jockdiscey Mal Sandock beim Plattenauflegen sehen konnte. Da wurden die Singles wahrlich nicht mit Samthandschuhen angefasst, sondern einfach aus den Hüllen auf den Teller geschmissen, Dreher auf Anfang eingerichtet und ab dafür. Natürlich wurde auch nicht entstaubt oder andere rituelle Handlungen vorgenommen, die der "Plattenliebhaber" gern zelebriert. Und am Radio zuhause klang das einwandfrei!

LG Holgi

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Dienstag, 24. April 2018, 22:45

Ich gehöre mit Baujahr 65 zwar eher zu den Jungspunden, kann mich jedoch noch gut an die Platten-Ära in den Siebzigern erinnern. Da knackste und knisterte es teilweise gewaltig, vor allem, wenn in den Hitparaden Singles gespielt wurden, denen man eine rauhe Behandlung und oft gespielte Verwendung deutlich anhören konnte. Hängenbleiben war an der Tagesordnung und die Tonqualität war teilweise unterirdisch. Ich denke, diese Zeiten des Rundfunks werden heute gerne vergoldet, in Wahrheit war die Klangqualität oftmals gruselig.

Und was die Plattenspielerei in jüngster Vergangenheit betrifft, waren Sendungen wie "lass knacken" auf HR 1 tatsächlich unkomprimiert gespielte Schallplatten, wo auf jegliche Soundoptimierung verzichtet wurde. Ich war bei einer Sendung selbst als "Plattenspieler" zugegen und habe das live miterlebt. Schade, dass es zumindest bei diesem Sender diese kleine Zeitreise nicht mehr gibt, die letzte Sendung war, soweit ich mich erinnere, 2014.

Thomas
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »TK 240« (25. April 2018, 07:01)


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21

Mittwoch, 25. April 2018, 06:45

Moin Thomas, die Chancen stehen meiner Meinung gar nicht mal so schlecht. Thomas Koschwitz wird ja ab Herbst wieder für den hr moderieren. Da würde es ja mit dem Teufel zugehen, wenn er nicht wieder Sondersendungen mit dem Werner machen würde. Die "Lass knacken" Reihe hat mir sehr gut gefallen. Besonders weil wirklich außergewöhnliche Stücke gespielt wurden. Das normale Tagesprogramm von hr1 und hr3 kann man sich ja nicht anhören.
Gruß von

Rüdiger

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22

Mittwoch, 25. April 2018, 07:12

Hallo Rüdiger,

selbst wenn diese Sendungen wieder aufleben sollten, die Chancen, das mitzubekommen stehen für mich nicht gut. Durch die nervenden, sich ständig wiederholenden Musikbeiträge hat der HR1 mich als Hörer verloren. Zumindest tagsüber.

Thomas 
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.

23

Mittwoch, 25. April 2018, 20:19

Ich höre auch schon lange keine hr Sender mehr, mittlerweile kann ich besser hr4 hören, als hr1, wenn diese Helene Fischer Scheisse komplett aus dem Programm nehmen und nur noch 2 mal die Stunde einen schönen alten Schlager, ein bisschen NDW und die tollen Oldies die da jetzt schon laufen, dann würde ich echt überlegen das durchgehend zu hören, aber gerade nachmittags bei wünsch dir weiß möchte ich leider immernoch brechen. Bei hr1, 3 und you fm habe ich mittlerweile beinah das Gefühl ich höre ein und das selbe Programm, nur noch Superhits und immer weniger Inhalt. Werner Reincke war mir allerdings schon seit langer Zeit irgendwie zu öde. Tolle Stimme und so und die Lass Knacken Aktion war tatsächlich super, aber ansonsten war halt nur noch so Singer Songwriter und für mich nicht so interessante Musik.

LG Tobi

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24

Freitag, 27. April 2018, 22:04

Rolling Stone-Autor Wolfgang Doebeling spielt aus Prinzip nur Vinyl. Konservenmusik, die es nicht auf Platte gibt, gibt es für ihn nicht.

Seine Sendung: https://www.radioeins.de/programm/sendungen/roots/

Welches Plattenspieler-Modell er benutzt, weiß ich allerdings auch nicht.

Viele Grüße
Nils

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25

Samstag, 28. April 2018, 10:48

Aktuell im Rundfunk eingesetzte Plattenspieer

Es sollte unterscheiden werden, für welche Aufgaben Plattenspieler im Rundfunk eingesetzt werden. ...

Für Überspielungen ins digitale Archiv werden im Regelfall sowohl beim WDR als auch bei der Deutschen Welle EMT 948 eingesetzt. Allerdings werden sie da kaum benötigt. Archivmaterial ist vor allem auf Band vorhanden.

Im aktuellen Sendeeinsatz wird man, wie bereits beschrieben, kaum auf Plattenspieler treffen. Wenn da welche stehen (oder zugestellt werden), sind es wie bei einslive (WDR) und radioeins (RBB) die DJ-Klassiker Technics SL-1210.

So trostlos fristen Plattenspieler ihr Dasein bei den Sendeanstalten:

Aufgenommen 2011 in der Regie des Fernsehstudios A des WDR, was aktuell nur noch als Havarie-Studio bereit gehalten wird. Keine Ahnung, ob der überhaupt jemals in Betrieb war.
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Olllafff« (28. April 2018, 21:08) aus folgendem Grund: Rechtschreibung


26

Samstag, 28. April 2018, 12:03

Warum trostlos? Immerhin frei zugänglich und anscheinend betriebsbereit. Das bißchen Staub ist schnell weggewischt und die Tondose liegt aus gutem Grunde beim IvD in der Schublade.


Geschützte Grüße

TSD

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27

Samstag, 28. April 2018, 16:44

... der EMT steht, wie einige Studer-Gerätschaften seit den frühen 90ern in der Tonregie eines TV-Studios, was nun seit sieben Jahren nicht mehr genutzt wird. Ich nehme einmal an, daß der Plattenspieler in diesem Zusammenhang nie benutzt wurde. Natürlich ist er nicht frei zugänglich. In die Regie kommt nicht jeder rein. Ähnlich sieht es in anderen Studios aus, wo eventuell noch ein solches Ding steht. Das gilt für alle analogen Geräte. Ich kenne sowohl beim WDR wie bei der DW einige EMT 948, die in den tatsächlich letzten Ecken stehen. Seit Ewigkeiten nicht mehr benutzt. Einige Mitarbeiter lauern darauf, daß sie diese mitnehmen können, wenn sie in Rente gehen. ... Lediglich in der Archivierung der DW habe ich den einzigen EMT 948 in den letzten zehn Jahren einmal im Betrieb gesehen. Zum Digitalisieren einer seltenen Beatles-Schallplatte. Seit einem halben Jahr steht die Hülle in der geöffneten Haube des Plattenspielers, die LP liegt auf dem Teller. Es kümmert keinen. Das nenne ich trostlos.
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

28

Samstag, 28. April 2018, 18:40

Mit „frei zugänglich“ meinte ich weniger, daß die Regie verschlossen ist oder nicht, sondern daß die Truhe nicht von anderem Gerümpel verstellt ist und keine Sachen auf der geschlossenen Haube liegen. (Für die Kabel da kann der Spieler nichts.) Was Du weiter schilderst, ist freilich trostlos, trotzdem man natürlich zugeben muß, daß Schallplatten für den heutigen alltäglichen Sendebetrieb schlechterdings nicht mehr vonnöten sind.

Allerdings kann ich von einer mittelgroßen Rundfunkanstalt im Zentrum der Republik berichten, daß dort im Schnitt eine bis zwei Schallplatten pro Woche umgeschnitten werden, auf einem anständig gepflegten und tadellos funktionsfähigen 948. Ach ja, und im DRA dreht es sich natürlich ebenfalls noch wesentlich um Platten bzw. um deren Mittelachse.


Vinylhaltige Grüße

TSD

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Tondose« (28. April 2018, 19:31)


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Dienstag, 1. Mai 2018, 19:16

Die meisten ÖRs haben noch die EMT-Dreher, schon weil sie immer noch ein großes Schallplattenarchiv haben. Die stehen dann aber eher in den archivbenachbarten Räumen und nur noch zu Sonderzwecken in den Moderationsstudios.

Als ich mal in den SFB-Studios kurz zu Gast war (RBB), waren die Sendestudios rein digital und im Zuspielraum für Werbejingels per Server stand immerhin noch eine (meist unbenutzte) M15A. Das wars dann auch schon.
Gruß
André

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30

Samstag, 12. Mai 2018, 18:12

In dem Gebäude sind mehrere Studios nebeneinander (R.SA, PSR und NRJ Sachsen, alles Regiocast, das Fussballradio 90 Elf war da auch mal mit drin), daneben ist noch ein Ersatzstudio, von dem aus kann man jeden der drei Sender fahren, wenn mal was kaputt geht und wenn mal was spezielles gebraucht wird, was sonst nicht im Programm läuft kann man auch auf die Server der anderen beiden Sender zugreifen und sich austauschen.

Befinden sich die Studios in der Marktgalerie? Dort ist/war zumindest mal Radio PSR.

Knacken und Knistern wirst du damals, als Sendungen vom Plattenteller noch üblich waren, sowieso nur selten vernommen haben! Die EMT-Laufwerke mit ihren Rundnadeln waren da erstaunlich immun gegen.

Aber gegen Springen waren sie leider nicht immun. Ich habe in den 80ern viel Musik aus dem Radio aufgenommen, da war dann so manche Aufnahme im A....

Das waren noch schöne Zeiten, als im Radio nicht jahrelang ein und die selben Titel gespielt wurden.
(@DOSORDIE: Das wäre meine erste Frage, wenn ich mal ein Sendestudio besuchen würde.)