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Friday, February 15th 2019, 12:40pm

Was kann alles auf welche Weise bei Lautsprechern kaputtgehen?

Viele Lautsprecher gibt es in meinem Haushalt nicht. 10 Paar Boxen sind noch übersichtlich. Inzwischen alles kompakte, bzw. kompakteste Modelle.

Was kann nun aber an "normalen" Lautsprechern mit Schwingspule alles kaputtgehen? Durch Überlast Bauteile der Weiche oder die Spulen. Bei manchen sagen Sicken durch Zerbröseln: "ich habe fertig". Was kann noch alles geschehen? Ich frage, weil ich beim letzten Forentreffen von Matthias ein Paar KEF C20 übernommen habe. Die klingen erstmal nicht "defekt", wobei sich nicht sagen lässt, wie diese LS in der Zeit 1986-89 (Produktionszeitraum) geklungen haben. Bei einem Höchtöner sieht es aber so aus, als würde die Kalotte am Rand wellig werden.
Welche Materialien sind in verschiedenen LS-Typen miteinander verbunden worden und von welchen Verbindungen ist bekannt, dass sie nach einiger Zeit nachlassen oder sich auflösen?

niels
Ich halte die analoge Aufzeichnung einer qualitativ gut erzeugten digitalen Aufzeichnung für unterlegen.
Aber jene macht mir mehr Freude.

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2

Friday, February 15th 2019, 2:01pm

Hallo,

Bei den neueren LS- Materialien ist mir- außer den bereits erwähnten, bröselnden Schaumstoffsicken- nicht wirklich etwas bekannt. Bei älteren, hart aufgehängten Lautsprechern (Membran aus Pappe,) gab es bisweilen das Phänomen, dass diese Membranen sich verzogen hatten. Sowas hört man zwar, da diese Lautsprecher dann bei leisem Betrieb anfangen zu zerren. Ich habe es aber erlebt, daß das einige robuste Zeitgenossen nicht gestört hatte, es wurde eben laut gehört, da fiel es nicht so auf. :cursing:

Resultat: Die Schwingspule saß nicht mehr zentrisch im Luftspalt, deshalb hatte der Magnet die Lackisolierung der Schwingspule durchgerieben. Bis zum Spulen- Exitus... Das war aber ein Extremfall und eher eine Ausnahmeerscheinung.

Grüße, Rainer

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3

Friday, February 15th 2019, 5:59pm

Die verwendeten elastischen Materialien, Lacke, Harze, Imprägnierungen, Schaumstoffe, Gummis, ändern durch Alterung und Lichteinwirkung ihre mechanisch relevanten Eigenschaften (zB. Federkonstante bzw. Nachgiebigkeit, Dämpfung). Eklatantes Beispiel Aushärten oder Zäh-Werden von Magneto-Fluid in Hochton-Kalotten.
Mit der Änderung von Federkonstanten und Dämpfungen verändern sich dann auch die Eigenresonanzen von Mittel- und Tieftönern, so daß das Zusammenspiel mit Frequenzweichen eventuell nicht mehr Design-gemäß ist. Treten die Effekte nicht rotationssymmetrisch auf, können Membran und Schwingspule schief gezogen werden, bei engem Spalt bis zum Schaben an den Wänden.
In einem anderen Thread hatte ich mal als Beispiel die Resonanz-Frequenz einer Mittelton-Kalotte vorgeführt, die ohnehin schon immer höher gewesen war als vom Hersteller behauptet. Durch Alterung (und Nichtbenutzung) war die noch höher gerutscht. Durch längeren Betrieb mit ein paar Watt auf niedriger "Durchwalk-Frequenz" ließ sich die Versteifung etwas kurieren und die Resonanzfrequenz senken. Auf den Frequenzgang einer 3-Wege Box hätte sowas erheblichen Einfluß.

MfG Kai

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4

Saturday, February 16th 2019, 7:57pm

Weiterhin können in den Weichen verbaute Elkos (meist Bipolar) altern.
Auch können, durch zu große Lautstärken die Schwingspulen an der unteren Polplatte aufschlagen und sich deformieren.
Kannst du zwei Fotos der Hochtöner hier einstellen?

Gruß Dietmar
Fostex R8; REVOX B77; Uher 4200 Report IC, Uher 4000 L, Tesla B115; Tesla B90; Tesla B56; Tesla Start; Technics RS AZ7;

5

Sunday, February 17th 2019, 4:59pm

Hier zwei Bilder der etwas verdächtig aussehenden Kalotte.





niels
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6

Sunday, February 17th 2019, 11:35pm

Hast du diesen Review mal gelesen ?
http://www.hifi-review.com/153617-kef-c20.html
Mein erster Gedanke beim Anblick des Fotos war: Zu großes Durchmesser-Verhältnis von Tieftöner und Hochtöner.
Der Tieftöner wird deshalb noch zu hoch betrieben und der Hochtöner zu tief.
Das wird durch den Review bestätigt.

MfG Kai

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7

Monday, February 18th 2019, 9:06am

Mir fällt in diesem Zusammenhang auch noch etwas ein: es kann sein, dass der Hochtöner Rückseitig nicht absolut Luftdicht ist. Ihm eine kleine Kammer zu verpassen wäre bestimmt nicht schlecht. Sie kann wirklich klein sein und beeinflusst so die Größe des Hohlraumes kaum aber Luftdicht muss sie sein.
Jetzt wo die Hochtöner aber schon geschädigt sind ist es zuspät.

Gruß Dietmar
Fostex R8; REVOX B77; Uher 4200 Report IC, Uher 4000 L, Tesla B115; Tesla B90; Tesla B56; Tesla Start; Technics RS AZ7;

8

Monday, February 18th 2019, 11:53am

Es geht mir nicht darum, dem Hersteller Konstruktionsfehler nachzuweisen.

Aus euren Postings lese ich:
Da die Hochtöner mit einer zu niedrigen Grenzfrequenz betrieben wurden, ist der zu sehende Schaden entstanden.

Was genau ist denn dort geschehen? Besteht die Kalotte aus mehrern Schichten und eine löst sich ab? Schrumpft das Materiel und zieht sich deshalb wellenförmig zusammen?

niels
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9

Monday, February 18th 2019, 12:55pm


Da die Hochtöner mit einer zu niedrigen Grenzfrequenz betrieben wurden, ist der zu sehende Schaden entstanden.
niels
Dergleichen habe ich nicht geschieben. Ich habe nur darauf hingewiesen, daß der Betrieb einer Hochton-Kalotte mit recht niedriger Trennfrequenz prinzipielle Nachteile hat.
Ich kann dem Foto noch nicht mal entnehmen, ob das, was da zu sehen ist, ein Schaden oder nur ein Schönheitsfehler ist.
Die akustischen Eigenschaften kann man meßtechnisch überprüfen und sofern vorhanden, mit Solldaten vergleichen.
Was würden dir Infos über die Hintergründe der sichtbaren Veränderung nützen ?

MfG Kai

10

Monday, February 18th 2019, 8:40pm

Danke für die Klarstellung. Ich hatte deine Äußerung direkt auf meine Frage bezogen.

Der Gedanke "Schönheitsfehler" kam mir vorhin auch. Da ich nicht sagen kann, aus wievielter Hand ich die Lautsprecher habe, ist auch nicht zu klären, ob der Hochtöner vielleicht schon vor 30 Jahren so aussah.

niels
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11

Monday, February 18th 2019, 9:45pm

Ein einfacher Test wäre, erstmal die Resonanzfrequenzen zu überprüfen. Da kann man in Bezug auf ursprüngliche Daten leicht erkennen, ob drastische Veränderungen vorliegen. Dann mit ein paar Watt Sinus zu größeren Amplituden bewegen im Rahmen des erlaubten. Dann hört man, ob grobe Nebengeräusche auftreten, die auf Beschädigungen, Bewegungsbehinderung oder schiefe Bewegung hindeuten. Das gelingt am leichtesten bei der Resonanzfrequenz. Allerdings haben Hochtöner dort (wegen der großen Amplituden) auch ohnehin den größten Klirrfaktor. Deshalb werden sie meist erst ab deutlich höheren Frequenzen eingesetzt. Das Dilemma solcher 2-Kanal Boxen mit relativ großem Bass-Chassis ist, daß das mit dem Anschluß an den Tiefton-Lautsprecher und dessen obere Tauglichkeitsgrenze (Einsatz von Partialschwingungen) nicht verträglich ist. Das geht eher mit 3-Kanal Boxen.

MfG Kai