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  • »tbchris« ist der Autor dieses Themas

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Freitag, 6. April 2018, 20:49

Überspielen von Panasonic DAT SV-3700 nach analog

Hallo zusammen,

nachdem ich mir diesen DAT Rekorder ersrteigert habe, habe ich mir ein paar gebrauchte DAT Bänder gekauft,

Diese waren gedacht neu zu bespielen. Allerdings ist das was drauf ist (nach meinem ganz persönlichen Musikgeschmack, ich will niemanden abwerten) so schlecht, daß es schon wieder gut ist. Daher wollte ich die Bänder "zum Aufheben" kopieren bevor ich sie überspiele.

Mein Problem ist jetzt, daß wenn ich meine Revox A77 als Aufnahmegerät benütze, der Sound "knarzt". Schon Vorband, nicht nach der Aufnahme.

Hier Beispiele (mit Handy aufgenommen):

Am Verstärker den Panasonic als Input ausgewählt, alles ok:

ftp://ftp.groessler.org/pub/chris/tmp/So…06-20-10-53.wav

Am Verstärker das Revox ausgewählt, am Revox selbst "INPUT", egal wie man die Aussteuerungsregler dreht, es gibt immer ein "Knarzen":

ftp://ftp.groessler.org/pub/chris/tmp/So…06-20-14-35.wav

Der Panasonic hat für analog nur XLR Stecker. Ich benütze Adapter auf Cinch um ihn am Verstärker (Kenwood KA-7011) anzuschließen.

Habt Ihr eine Idee was das sein könnte?

Viele Grüße,
chris

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Freitag, 6. April 2018, 21:17

Hallo Chris,

wenn es "nur" ums Überspielen/Retten geht, dann wäre hier die vernünftigste Methode, die digitale Aufnahme per Digital-Ausgang des DAT und Digital-Audio-Eingang an einem PC dort zu speichern. Eine solche Kopie wäre praktisch identisch mit dem Original.
Eine Analog-Aufzeichnung kann nur (allenfalls geringfügig) schlechter sein. Wie du siehst, beginnen die Probleme hier schein beim Interfacing.

Ich hab nicht in Deine Aufnahme reingehört, trotzdem mal die Frage: sind deine Adapterkabel bezüglich Masse korrekt verdrahtet ?
Da kommen wohl mal Fehler vor.

MfG Kai

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3

Freitag, 6. April 2018, 21:48

Hallo Kai,

digitale Überspielung wäre auch meine erste Waht gewesen. Allerdings hat der Panasonic nur Ein- und Ausgänge für Digital in BNC und XLR. Und meine externe Soundkarte hat nur "optical" "in" und "out".

Da habe ich mir gedacht, halt einfach (wie früher) die DAT-Kassette analog zu kopieren. Sollte ja eigentlich auch funktionieren. Die Musik ist mir jetzt nicht so wichtig daß ich eine möglichst originalgetreue Kopie brauche (wie gesagt, die Musik auf der DAT-Kassette ist nicht wirklich mein Fall).

Der Analog-Ausgange des Panasonic ist auch relativ lauter als meine anderen Geräte am Verstärker (CD, Tuner, Kassette, A77). Muß ich den Verstärker leiser drehen, aber es gibt kein "Knarzen'". Habe auch die Aussteuerungsregler der A77 niedrig gedreht, aber da geht das Knarzen nicht weg. wird nur leiser...

Viele Grüße,
chris

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Freitag, 6. April 2018, 22:37

Für Koax<->Opto gibt es aber Adapter/Converter, sowohl nur für eine Richtung als bi-direktional. Vor Jahren wurde sowas als Bausatz im Elektor beschrieben. Gibt es bestimmt günstig aus China. Wenn Du gezwungen bist, gebrauchte Bänder zu kaufen, weil es keine Neu-Produktion mehr gibt, kommt das ja vielleicht noch öfter vor und trifft Deinen Geschmack auch mal besser.
Was meinst Du mit "Knarzen" ? Hinzugefügte Störgeräusche oder Verzerrungen ?
Manche Geräte habe ihre Pegelsteller nicht direkt am Eingang sondern erst hinter einer Verstärkerstufe. Wenn man da mit hohem Pegel drauf geht, kann die übersteuert sein, egal wie niedrig man dahinter den Pegel einstellt. Dann hilft ein Abschwächer vor dem Eingang, im einfachsten Fall ein großer Vorwiderstand für beide Kanäle oder besser ein Spannungsteiler aus zwei Widerständen pro Kanal, der zB die Spannung auf 1/10 herabsetzt, oder ein Stereo-Potentiometer, das man ebenso zwischen die Geräte setzt.

MfG Kai
Nachtrag: Ich hab mir jetzt beide Files angehört. Die Störungen haben nichts mit analogen Verzerrungen zu tun. Das ähnlichste wären noch Stör-Spikes von einer Vinyl-Platte, aber dieses Spratzen hat wohl noch kürzere "Nadel-Pulse". Das passiert irgendwo im digitalen System, vielleicht durch Übersteuerung, obwohl es ja nicht danach klingt. Es wäre einen Versuch wert, eine Testaufnahme zu machen, bei der nur die Revox am DAT angeschlossen ist und ansonsten nichts weiter im Spiel. Vielleicht geht es dann. Dann wäre der Verstärker der Verdächtige...
Noch ein paar Anmerkungen: wieso ist der Wav-File nur in Mono ?
Derjenige, der die Aufnahmen gemacht hat, wußte offenbar nicht, wie man einen technisch ordentlichen Mitschnitt macht. Die Qualität ist ja recht dürftig. Die Wavs könnten übrigens ruhig 7 dB höher ausgesteuert sein.

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »kaimex« (6. April 2018, 23:09)


5

Samstag, 7. April 2018, 00:23

Aus so einem Profi-DAT kommt schon mal ein Pegel raus der nicht mehr "schön" ist :)

Der Panasonic hat hinten einen Schalter -4dBu und -10dBu, wie steht denn dieser Schalter?
Wenn er auf -4dBu steht einfach mal mit der -10dBu Stellung probieren.
(Das bezieht sich auf auf eine bestimmte Aussteuerung und nicht 0 dBFs sondern weit darunter. Beim Panasonic meine ich auf einen Peak Level von -18dB laut eigener Anzeige. Bei 0dBFS kommt aus dem Ausgang dann so halt 14dBu bzw. 8dBu)

Gruß Ulrich

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Samstag, 7. April 2018, 13:54

Hallo Chris,

mit welchem Program hast du die WAV-Files erzeugt ?
Die Header der WAV-Files entsprechen nicht den Regeln.
Ich wollte mir gerade mal die Spratz-Geräusche im Detail mit einem Programm zur Audio-Restauration ansehen, das meldet aber bein Einlesen Fehler und bricht, wenn man befiehlt "Ignorieren", wegen Speicherzugriffsfehler ab.
Unter Linux meldet der Streamplayer "Fehler beim Einlesen" und bricht dann ab.
Audacity sieht gnädig über die Probleme weg.
Die Daten im Header haben teilweise falsche Blockgrößen und inkonsistente Werte wie zB 4 Byte pro Sample, aber 16 Bit pro Sample und 882000 Byte pro Sekunde statt 88200.
Das ist irgendwie Murks.

Ist die Aufnahme auf dem DAT per Mikrofon gemacht worden oder hast Du die Wiedergabe per Verstärker mit Mikrofon aufgenommen ?
Das Spektrum endet bereits bei etwa 12 kHz.

MfG Kai
Nachtrag: Inzwischen hab ich mir mal den WAV-Header angesehen: Die Unter-Blockgrößen (Chunk size) stimmen doch, sind aber nicht konsistent mit der Größe der tatsächlich geschriebenen Files.
Es gibt 3 Fehler:
1. Die Byte-Rate wird 10fach zu groß angegeben (882000 statt 88200)
2. Der Wert von "Block-Align" (= Byte pro Sample) ist falsch. Da steht 4 (wie bei 16 Bit Stereo) statt 2 (16 Bit Mono).
3. Beim File mit ...35 am Namensende wird ein Sample (2 Byte) zu wenig in den File geschrieben. Beim File mit ...53 am Ende 1 Byte zuwenig.
Da ist offenbar schlampig programmiert worden.

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »kaimex« (7. April 2018, 14:46)


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Samstag, 7. April 2018, 14:42

Hallo Kai,

die Aufnahmen wurden einfach mit dem (Android-)Handy gemacht. Handy an die Box halten.

Ich habe die Files vorher mit "mplayer" unter Linux getestet, und er meckert nicht und spielt sie ab.

Wurden sie korrekt heruntergeladen? Hier die MD5 Checksummen als Referenz:

MD5 (SoundRecord-2018-04-06-20-10-53.wav) = 8733cf066c4c03abddc8137287eebd04
MD5 (SoundRecord-2018-04-06-20-14-35.wav) = e006a19c45c3ce7503c85f59a41206a1


Viele Grüße,
chris

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Samstag, 7. April 2018, 14:51

Da haben wir über Kreuz geschrieben,
guck mal meinen Nachtrag zum vorigen Beitrag.

Wenn du wav-Files zur Hörbarmachung von Audio-Fehlern bereitstellst, dann sollten die möglichst nicht akustisch sonder mit höchster Qualität elektronisch erzeugt sein, sonst "reibt man sich" an Unzulänglichkeiten, die mit dem Problem nix zu tun haben.

Fürs Handy ist die Tonqualität natürlich nicht zu bemeckern ...

Hast du schon Ulrich's Hinweise und meinen Vorschlag berücksichtigt ?

MfG Kai

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Samstag, 7. April 2018, 15:21

Hallo Kai,

Deinen Nachtrag zu in #6 hatte ich gelesen, den in #4 sehe ich jetzt erst gerade.

Ich hatte auch versucht, das DAT über den Analogeingange der Soundkarte zu kopieren. Aber (Audacity auf Windows), egal wie niedrig ich die Aussteureung einstellte, die Aussteuerungsanzeige war immer im roten Sättigungsbereich. Daher habe ich danach die Revox benützt (benützen wollen).

Ich werde jetzt erstmal Ulrich's Beitrag berücksichtigen (der Auswahlhebel war tatsächlich auf -4dBu) und melde mich zurück.

Muß jetzt aber zu Allererst in den Biergarten nebenan gehen auf eine Brotzeit, habe heute noch nichts gegessen...

Viele Grüße,
chris

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Samstag, 7. April 2018, 15:45

Das ist gut für die schlanke Linie...
Wenn man dagegen zweimal frühstückt (weil es nichts Aufregendes im Forum zu lesen gibt), dann "Mittach" mit abschließendem Keks und Kaffee, jetzt ist gleich wieder "Kaffee & Kuchen Zeit" und so weiter, hat man irgendwann das Gefühl, daß die Hose immer enger wird und einen "mittschiffs" würgen will.

Vielleicht ist bei deinem PC/Laptop der Audio-Eingang mit zusätzlichen +20 oder gar 30 dB Vorverstärkung konfiguriert für das vermeintlich meist benutzte Mikrofon. Solltest du mal in den System-Einstellungen kontrollieren und falls es so ist, abwählen.

Es schadet aber auch nicht, einen passiven Abschwächer in Form eines Stereo-Potentiometers (Log) mit Cinch-Ein- & -Ausgängen zur Hand zu haben, wenn man Geräte mit sehr unterschiedlichen Ausgangs- und Eingangs-Pegeln benutzt. Wenn man das nötige Teilverhältnis ermittelt hat, kann man das Ding durch eine Box mit 2x 2 Festwiderständen ersetzen.

MfG Kai

11

Samstag, 7. April 2018, 16:03

Das mit der Übersteuerung (und das hört sich genau so an) bei Verwundung digitaler Geräte mit Adaptierung analog XLR auf Cinch ist ein typischer Fehler.
Der Nominalpegel ist halt nicht bei 0dBFs sondern weit darunter, so lässt halt ein digitales Aufzeichnungsgerät einfach in ein analoges System inklusive Headroom einbinden.

Noch ein Beispiel, Tascam DA-45HR:



Das Gerät ist umschaltbar, aber welcher unsymmetrische Eingang würde 20, 22 oder gar 24dBu vertragen?

PS: Die hochgeladenen Beispiele sind zusätzlich etwas eigenartig.

Gruß Ulrich

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Samstag, 7. April 2018, 23:57

Hallo Kai und Ulrich,

also, nach Umsetzen des Schalters hinten am Gerät von -4dBu auf -10dBu scheint alles OK zu sein. Kann sowohl mit der Revox ohne (für mich) hörbare Fehler aufnehmen, als auch am PC mit der Soundkarte.

Ja, blöd, hatte den Schalter schon gesehen gehabt, aber total vergessen. Und nachdem das Gerät eingebaut war hab ich überhaupt nicht mehr daran gedacht.

Habe leider auch keine komplette Anleitung für den Panasonic. Hat die evtl. jemand? Ich würde sie einscannen, falls nur physikalisch vorhanden....

Viele Grüße,
chris