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  • "Anselm Rapp" started this thread

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1

Friday, August 19th 2016, 11:41am

"Der digitale Tod der HiFi-Anlage – ein Kulturschock für Generationen"

Hallo,

ein von LinkedIn empfohlener Artikel, der mich aufhorchen ließ. Man müsste das mal live erleben. Dass Digitaltechnik in der Lage ist, aus zwei einzelnen Lautsprechern für Küche und Bad "im nächsten Moment per Software ein Stereopärchen fürs Wohnzimmer" zu machen, halte ich für Unsinn. Die physikalischen Gesetze dürften weiterhin in Kraft bleiben. Ein Blick zur Firma Sonos ist ganz interessant.

Gruß, Anselm

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2

Friday, August 19th 2016, 12:24pm

Moin,

naja... da wird mal wieder eine neue, digitale Sau durchs Dorf getrieben. Ein weiteres Spielzeug für die "geil- neu- muß ich haben" Generation. Der klassische HiFi- Hörer ist hier- denke ich- nicht mal die Zielgruppe, sondern eher der "Musik nebenbei Konsument"...

Wer HiFi- Klassiker liebt, der liebt sie eben. Meine Meinung.

Grüße, Rainer

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3

Friday, August 19th 2016, 12:27pm

Hallo Anselm,

richtig an der Geschichte ist, daß eine Generation, die daran gewöhnt ist, alles vom Smartphone aus zu steuern, keine großen Receiver mit vielen Einstellknöpfen und Reglern braucht. Eine "black box" irgendwo rumstehend, aber keine weitere Beachtung wert, also auch kein wertiger Blickfang in einem HiFi-Regal/Turm, tut's auch.
Daraus könnte der Autor aber genauso ableiten, daß es bald keine Autos mehr mit Steuerrad, Gaspedal, Bremsen und Türgriffen mehr geben wird. Geht schließlich ebenso per Smartphone oder Tablet, nur der Akku sollte nicht überraschend leer werden und Blue Screens oder andere Exceptions, die Neustart erfordern, könnten unangenehme Folgen haben.
Den Blackbox-Inhalt aber mit in das Lausprechergehäuse zu packen und das ganze einen digitalen Lautsprecher zu nennen halte ich für abwegig außer in der Marktnische der Brüllwürfel-Konsumenten. Die Lautsprecher sind immer noch das "Nadelöhr" in der Klangerzeugung und bleiben damit ein Differenzierungsmerkmal unterschiedlich aufwendiger/qualitativer Lösungen und finanziell potenter Kunden.
Man kann zwar mit digitalen Methode an einem zu kleinen oder nicht gut genuchen Chassis etwas verbessern, aber keinen guten Lautsprecher drausmachen, so wenig wie die seit einiger Zeit angebotetenen automatischen Lautsprecher_zu_Meßmikrofon-Equalizer in einem ungünstigen Abhörraum einen an jedem Ort darin guten Klang zur Folge haben. Auch eine auf lineal glatten Frequenzgang auf der Achse vor dem Lautsprecher digital ge-equalizte Box kann "beschissen" klingen.
Die Behauptung des Autors, man könne dann aus einem Küchen-System (offenbar als fortschrittliches Mono vorgestellt) und einem Wohnzimmer-System (offenbar auch nur Mono aber irgendwie Wohnzimmergemäß ausgeführt) bei Bedarf ein Wohnzimmer-taugliches Stereosystem digital konfigurieren, ist zwar hip, aber allenfalls sekundäres Promotiongelaber und zeugt nicht von Sachkenntnis. Es hat das Niveau der Prospekt-Dichter, die einem Laptop großartigen Klang aus den beiden Flachtröten im Gehäuse bescheinigen.

MfG Kai

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4

Friday, August 19th 2016, 2:46pm

seltsamerweise setzen sich meine Smartphone verwöhnten Jungs immer noch zu mir, wenn ich im Musikzimmer verweile und analog Musik höre. Die Qualität des Klangs läßt sich mit einem Smartphone auch mit digitaler Technik nicht reproduzieren. Eine in der Auflösung reduzierte MP3 bleibt auch nach aller Technik weiterhin reduziert. Aber der große Teil der Jugend hört ja die Musik nicht, um sich zu entspannen sondern hat die ständige Berieselung im Ohr, da ist die Qualität wahrscheinlich nicht entscheident.
Ich bin froh, daß ich in einer Zeit aufwachsen durfte, als noch richtig gute HiFi-Technik gebaut wurde und man sich Zeit genommen hat, wenn man Musik genießen wollte.

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5

Friday, August 19th 2016, 3:14pm

Eine in der Auflösung reduzierte MP3 bleibt auch nach aller Technik weiterhin reduziert.


Ich glaube, die Komprimierungsverluste des MP3-Formats sind beim Musikhören über Smartphone das kleinere Problem. Ich nutze MP3 auch an einer "richtigen" HiFi-Anlage. Zwischen guten MP3s und den entsprechenden CDs höre ich auf dem Wege allenfalls im direkten Vergleich einen Unterschied, meist aber überhaupt nicht. So ein kleiner Smartphone-Lautsprecher (hieß sowas nicht früher "Hörkapsel"? :) ) dagegen wird auch mit unkomprimierten Daten keinen HiFi-Klang erzeugen.

Immerhin geht der Trend vom Musikhören ja in letzter Zeit weg vom Smartphone- und zu den angesagten Bluetooth-Lautsprechern, bei denen man die Musik wieder als solche erkennt, statt sie nur als plärrende und krächzende Geräuschkulisse wahrzunehmen. Die Begeisterung für den Klang der Dinger kann ich trotzdem nicht teilen, mir kommt er künstlich aufgebläht vor, genau wie bei den Produkten eines bekannten amerikanischen Herstellers mit "B". Ich staune, daß Leute auch jenseits der 30 im Netz häufig die Ansicht vertreten, der Klang stelle den ihrer früheren HiFi-Anlagen in den Schatten. 8|

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6

Friday, August 19th 2016, 3:19pm

Aus technischer Sicht ist das drastischer zu formulieren. Ein per Equalizer auf absolut linialglatten Frequenzgang getrimmter Lautsprecher wird IMMER schlecht klingen!

Viele Leute, gerade auch Techniker, haben immernoch nicht verstanden, daß man mit einem entsprechend eingestellten (falsch eingestellten) Equalizer einfach alles an Klang kaputt macht.

Du mußt einen Lautsprecher neutral spielen lassen und darfst dann mit dem Equalizer nur Nuancen verstellen. Das wichtigste hierbei: man darf an einem Equalizer niemals zwei nebeneinanderliegende Bänder in entgegengesetzte Richtung verstellen. Man darf diesen nur wellenförmig verstellen und muß das auch im normalen Hörbereich auf +- 2, allerhöchstens 3 dB beschränken.

LG Martin
Leute, bleibt schön glatt gewickelt!

  • "Anselm Rapp" started this thread

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7

Friday, August 19th 2016, 4:16pm

Hallo Ihr,

danke für Eure Kommentare. Ich bin froh, dass Ihr die "Revolution" als weit weniger spektakulär betrachtet, als sie der Autor des Artikels ansieht. Stellvertretend:

Ich bin froh, daß ich in einer Zeit aufwachsen durfte, als noch richtig gute HiFi-Technik gebaut wurde und man sich Zeit genommen hat, wenn man Musik genießen wollte.

So geht es mir auch. Ich habe den Eindruck, dass junge Leute permanent Multitasking betreiben. Nichts wird mehr ausschließlich getan, immer irgendwas gleichzeitig oder nebenbei. Ken Wunder, dass dabei nicht mehr die Zeit bleibt, auf Klangqualität zu achten. Und für sowas hat Beethoven komponiert. :)

Gruß, Anselm

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8

Friday, August 19th 2016, 6:24pm

Eure Ausführungen geben mir zu denken. Denn als ich noch ein junger Leut war, hat mich Klangqualität auch nicht interessiert. Ein plärrender Kassettenrecorder, der laut scheppernd die damals angesagten Hits aus der Hitparade herausbrüllte, war mein Einstieg in die Musikwelt. Das erste Mono-Tonbandgerät vom Vater schon eine enorme Steigerung. Und mit zwölf die Übernahme der elterlichen röhrenbestückten Musiktruhe, toller Sound.

Ich war also ebenfalls ein an wirklicher Klangqualität völlig desinteressierter junger Mensch. Und in gewisser Weise bin ich das noch heute. Sonst würde ich nicht so auf das alte Geraffel stehen. Und ich bin mittlerweile eher schon ein alternder Leut.

Mein achtzehnjähriger hört übrigens auch nur Techno aus dem smartphone oder über den PC. Der findet den Klang meiner Röhreneumel ziemlich unterirdisch.
Wer hat da nun recht ?


Gruß
Thomas
Manche Tonträger werden mit jedem Ton träger.

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9

Friday, August 19th 2016, 6:51pm

Hallo Thomas,

beide/alle haben recht. Da gibt es nicht die eine richtige Sache.
Dein Beitrag hat mich darin erinnert, daß ich in meiner Jugend auch sehr viel Musik in technisch schlechter Qualität gehört habe, nämlich Radio Luxemburg über "Two o eight"=208 m Mittelwelle abends und nachmittags, wenn möglich über Kurzwelle im 49 m Band. Nur dort wurde mein Bedarf an englischer und amerikanischer Rock'N'Roll & Beat Musik hinreichend bedient. Die deutschen Radiosender orientierten sich damals am größten gemeinsamen Nenner im Musikgeschmack erwachsener bis älterer Deutscher.

Interesse an besserer Qualität war schon da, aber die gewünschte Inhalte kamen dort, wo es sie gab, nur sehr selten drin vor.

MfG Kai

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10

Friday, August 19th 2016, 8:10pm

Solche Digitalisierungsfetischisten wie dieser S. Fritz glauben doch wirklich, allen Problemstellungen des Lebens mit einer Softwarelösung begegnen zu können. Mit einem Smartphone als Dreh- und Angelpunkt. Mit digitalen Belanglosigkeiten als zugehörige Peripherie. Ich sehe hier reichlich unreflektierten Glauben an die Fortschrittlichkeit der bedingungslosen Digitalisierung des Lebens. Für mich sind das Träumereien, die zum Teil durch die Fakten der Realität schon gecrasht sind. Der unqualifizierte Aufsatz zum digitalen Tod der Hifi-Anlage ist ein weiteres Beispiel dafür. Es wird immer Menschen geben, die diese "blauzahnigen" Scherzartikel als genau den netten Gag ansehen, welcher sie letztlich nur sind. Wer Hifi will, wird mit weniger nicht zufrieden sein. Und wer Analogtechnik mit all ihrer Eigenarten liebt, hat für diese digitaltechnologischen Abfall-(Wegwerf-?)produkte sowieso nur Verachtung übrig.

Der Einstieg in die Welt der Musik war für die meisten hier nur mit klanglich unzulänglicher Ausstattung möglich, aber man kämpfte um stete Verbesserung der Möglichkeiten, entweder durch Neukauf oder durch Modifikation des Vorhandenen, falls man dazu in der Lage war/ist. Man mag sich, wenn man grosse Boxen gewohnt ist, nicht wieder auf "Brüllwürfel"-Niveau reduzieren!

So, Seite "A" meiner Kassette ist gerade zu Ende... :rolleyes:

Gruß
Jochen

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11

Sunday, August 21st 2016, 11:19am

Das kann man auch die andere Richtung treiben. Man hat schon eine sehr gute HiFi-Anlage und dann hört man zum ersten Mal Musik von einer digitalen Quelle in LPCM 24/96, für mich hat diese Klangqualität einen gewissen Suchtfaktor. Aber die Geschmäcker und Vorlieben der Menschen sind teils sehr unterschiedlich.

MfG, bitbrain2101
<<--- Sony BVH-2000PS, prof. 1 Zoll "C"-Standard Videorecorder Bj. 1983
bildgenauer Insert- und Assemble- Schnitt für Video und 3 Tonspuren
Video Zeitlupen-Wiedergabe, Hinterband-Wiedergabe für Video und Audio

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12

Sunday, August 21st 2016, 8:16pm

seltsamerweise setzen sich meine Smartphone verwöhnten Jungs immer noch zu mir, wenn ich im Musikzimmer verweile und analog Musik höre.
So geht es meinem Sohn auch.
Er freut sich immer über den "guten" Klang von Accuphase/Sonus Faber (Zweikanal).

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13

Monday, August 22nd 2016, 10:04pm

Ich sehe da nicht den großen Unterschied und neige auf Basis der von mir gemachten Erfahrungen nicht dazu aktuelle digitale Hardware perse für schlecht zu halten .

Mein Kirksaeter RTX 700 von 1969 klingt mit gleichem Quellmaterial an den gleichen Lautsprechern nicht anders als mein Digitalverstärker S.M.S.L. SA-50 aus 2015. Für wen das jetzt ein Kompliment ist oder nicht sei dahin gestellt.

Ich denke trotzden das gute Technik bleiben wird. So habe ich aktuell in eine Nagra 4.2 investiert obwohl mein nächstes Projekt dies hier sein wird.

http://www.k55.ch/cowon-plenue-d-32gb-mu…-microsdxc.html

Ob der allerdings so lange durch hält wie eine Nagra... :huh:

VG Martin

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14

Tuesday, August 23rd 2016, 8:19am

Ich schökere gern immer mal auf dieser Seite.

http://www.avguide.ch/home

Die kommen im Bezug auf Bluetooth Lautsprecher auch auf recht gute Ergebnisse.

Vielleicht ist es auch die große Lüge meiner Generation das es Stereo für guten Klang braucht....

VG Martin

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15

Thursday, August 25th 2016, 12:11pm

die "Revolution" hat nicht begonnen, sie ist eigentlich schon durch. Ich versuche es mal halbwegs einfach zu erklären:

Schon immer gab es "Sender" und "Empfänger". In der analogen Ära waren die Sender die Rundfunkanstalten, strenggenommen aber auch jede Audioquelle - ein Plattenspieler "sendet" das Musiksignal über den Verstärker an die Lautsprecher. In der analogen Ära gab es im Wesentlichen drei Technologien - Rundfunk, Tonband, Platte, und die lokal installierten "Sender" waren in der Regel einem "Empfänger" zugeordnet - sprich, wenn man die Platte in einem anderen Raum hören wollte, musste da auch ein Plattenspieler stehen, und man musste die Platte mitnehmen.

Mit dem Internet hat sich die technische Grundlage komplett verändert. Die lokalen und externen "Sender" hängen zusammen mit allen "Empfängern" in einem gemeinsamen Netz, die Übertragung arbeitet nach Standards, die von allen verstanden werden können, so dass eine beliebige Verknüpfung zwischen Sendern und Empfängern möglich ist. Dazu sind die Speichergrößen von fest installierten Medien so groß geworden, dass keine Wechselmedien mehr erforderlich sind. Die neue Technik sieht so aus, dass die Medien und die Sender irgendwo im weltweiten Netz stehen, und die Empfänger da installiert sind, wo Musik gehört werden soll.

Da das Smartphone bzw. Tablet auch mit diesem weltweiten Netz verbunden ist, kann man diese Geräte hervorragend als Bedienoberfläche für die Empfänger einsetzen. Das einzige sichtbare technische Element, das noch physisch an der Hörposition stehen muss, sind die Lautsprecher - und was liegt da näher, als sämtliche Komponenten des Empfängers in die Lautsprecher zu integrieren, und die Bedienung dieses Systems nicht mehr mit lokal installierten Knöpfen und Displays oder einer IR-Fernbedienung, sondern per Smartphone über das Netz zu machen.

Die ersten Geräte dieser Art waren die Internetradios - eigentlich brauchen diese schon keine Bedienelemente mehr, weil sie fast alle per Smartphone bedienbar sind, nur hat man wahrscheinlich noch davor zurückgeschreckt, ein Radio zu bauen, das gar nicht mehr nach Radio aussieht. Natürlich ist es auch nicht so, dass man mit ein und dem selben Lautsprecher sowohl die Küche als auch das Wohnzimmer vernünftig beschallen kann. In jedem Raum muss nach wie vor eine auf den Anwendungszweck ausgerichtete Lautsprecheranlage stehen. Man kann aber mit dem Bediengerät in der Tasche jeden Empfänger im Haus bedienen, und man kann mit jedem Empfänger auf alle im Haushalt verfügbaren Medien zugreifen.

Bei der neuen Technik gibt es im Wesentlichen drei Arten von Medien - eigene Musik, also gekaufte Downloads, gerippte Schallplatten, CD-s, Bandaufnahmen etc., auf die man unbeschränkten Zugriff hat. Dann das Radio in Form des Internetradio, und Online-Musikdienste, bei denen man monatlich zahlt, und dafür Zugriff auf ein Musikarchiv hat. Die eigene Musik wird man üblicherweise auf einem lokalen "Sender" ablegen, mit allem anderen ist man per öffentlichem Netzwerk verbunden.

Eigentlich ist die neue Technik ganz einfach zu verstehen, und bringt eine Menge Vorteile. Kompliziert wird es vor allem dadurch, dass es noch keine allgemeingültigen Standards gibt, und vor allem die Anbieter der Online-Musikdienste wie Amazon oder Google, aber auch die Gerätehersteller, versuchen, ihre Strategien den Nutzern aufzudrücken. Aus diesem Grunde halte ich es momentan noch für sinnvoll, auf Musikdienste und Cloud-Speicher für die eigene Musik zu verzichten, und beim Kauf von Hardware darauf zu achten, nicht einer herstellerspezifischen Sache aufzusitzen, sondern allgemeine Standards zu benutzen.

Internetradio und lokal gespeicherte eigene Musik kann man aber mit der neuen Technik sehr komfortabel benutzen, man muss nur bereits sein, grundsätzlich umzudenken. Ich frage mich schon länger, was daran so schlimm ist, wenn man seine platzfressende umständliche HiFi Anlage gegen eine elegante Lösung tauschen kann, die genauso gut funktioniert, und eine ganze Menge Möglichkeiten hat, die mit der alten Technik undenkbar gewesen wären. Und man kann seine alten Geräte ja sogar weiterbenutzen, wenn man es will. Die XEO-Lautsprecher von Dynaudio haben hierfür z.B. eine Anschlussbox, an die drei analoge Quellen angeschlossen werden können, deren Signal dann per Funk an die Lautsprecher übertragen werden. Mittlerweile gibt es immer mehr solcher Kombinationen aus Mediaplayer und Aktivbox, die sogar von den digitalfeindlichsten Goldohren Anerkennung finden.

Wer wirklich heute im Jahr 2016 noch daran glaubt, dass die analoge Komponenten-HiFi-Anlage eine Zukunft hat, der kann in den letzten 20 Jahren durch keinen Elektromarkt mehr gelaufen sein. Da steht zwar mittlerweile wieder ein Plattenregal, gleichzeitig wird aber die Abteilung für Wechselmedien insgesamt immer kleiner - und HiFi-Stereo-Türme habe ich da von einigen wenigen Revival Experimenten abgesehen nicht mehr gesehen, seit in den neunzigern die AV-Receiver aufgekommen sind.

Gruß Frank

@leserpost - das mit stereo ist sicher keine Lüge, man muss sich nur fragen, ob man überall stereo braucht, und jedes Gerät stereophon sein muss. Im Wohnzimmer möchte ich Musik hören wie mit einer großen HiFi Anlage, dafür gibt es aber auch entsprechende vollaktive Lösungen mit zwei getrennten Boxen. Ob aber das Küchenradio unbedingt zwei Lautsprecher links und rechts vom Display braucht, und ob man damit überhaupt stereo hören kann, darüber kann man sich wirklich mal Gedanken machen. Eine Eigenschaft der Netzwerklösungen ist halt, dass alle Empfänger die selben Sender nutzen können, man also in der Küche das Material aus dem Wohnzimmer hören kann. Deshalb muss aber das Küchenradio nicht höchsten Audioansprüchen genügen

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16

Thursday, August 25th 2016, 12:30pm

Da steht zwar mittlerweile wieder ein Plattenregal, gleichzeitig wird aber die Abteilung für Wechselmedien insgesamt immer kleiner
Das finde ich faszinierend. Die totgeglaubte Platte vermehrt sich überall rasant, die Digitalmedien verschwinden gleichzeitig mehr und mehr...

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17

Thursday, August 25th 2016, 7:43pm

Moin, moin,

die klassische HiFi-Anlage dient nicht nur zum Musik-Hören, hat bei den meisten Anwendern der siebziger bis neunziger Jahre weniger zum ambitionierten Musik-Hören gedient, denn zum Repräsentieren, zum sich darstellen, zum damit Spielen, was Knöpfe und Anzeigen zur Notwendigkeit gemacht hat.

Von "eleganten" Lösungen zu sprechen ist daher nur die halbe Wahrheit. Der Mensch bleibt Mensch und die digitale vermeintliche Revolution rauscht an ihm vorbei. Denn seine Bedürfnisse sind kaum digital abzubilden. Was hier abgebildet wird sind in erster Linie Dinge, zu denen er verleitet werden soll. Und für so etwas gibt es nur ein Ideal: Den Umsatz.
Es gibt keinen natürlichen Bedarf darin, Musik zu hören. Musik ist eine Ausdrucksform und ist ein Instrument von Gemeinschafts-Erleben. Von daher ist digital wie analog reproduzierte Musik immer eine Verarmung. Schon das Musik-machen mit digitalen Instrumenten ist oft gegenüber dem Spielen eines analogen Instruments eine Verarmung. Das bedeutet, das, worüber wir in unserem Forum reden ist eine Ersatzbefriedigung, ein Hobby, dessen Gestaltung den Wünschen des Ausübenden unterliegt und keinen objektiven Kriterien. Analog, digital, schwarze oder blaue Würfel ... egal. Wenn wir es gesellschaftlich hin bekommen, dass ein blauer Würfel ohne Knöpfe zum Synonym von Reichtum wird, dann stellen sich Leute blaue Würfel ohne Knöpfe hin. Und wenn ein Plattenspieler bedeutet "schau mal, was für ein kompliziertes Gerät ich beherrsche", dann stellen sich die Leute einen Plattenspieler hin.

Es ist nichts schlimmes daran, hochwertige Musikübertragung anzustreben. Auf welchem Wege man das tut, welches Werkzeug man dazu benutzt, ist von untergeordneter Bedeutung. Und ob man nebenbei noch weitere Ziele verfolgt: "schau mal, das ist meins!", ist ebenfalls legitim. Für beides ist die Zahl der Knöpfe von untergeordneter Bedeutung.
Was mich bei sämtlichen Diskussionen über die vermeintlich hochwertige Musikübertragung immer wieder verwundert ist die Erkenntnis, dass kaum jemand dabei über Musik redet, dass kaum jemand über die Qualität des Recordings redet. Es geht nicht darum, dass solch ein Thema die Hälfte der Gesprächszeit auszumachen hätte. Wenn es aber unter einem Prozent ausmacht, dann geht es nicht darum, Musik in guter Qualität zu hören, sondern um etwas anderes.

Wenn ein digitaler Tonträger oder ein digitales Datenformat in der Lage ist, Musik in hinreichender Qualität zu speichern, dann benutze ich es. Wenn ein analoges Verfahren Musik in ausreichender Qualität zu speichern und abzuspielen in der Lage ist, dann benutze ich es.
Wenn ich anfange, darüber zur den, es zu zeigen, dann beginne ich MICH darzustellen. Nicht schlimm (tue ich hier ja oft genug), aber man sollte das nicht ganz außer Acht lassen.
Ob ich Musik "besitzen" will oder ob es mir genügt, sie mir für eine einmalige Abspielung auszuleihen, das ist eine Frage der Anwendung. Ob ich den Musik-Träger anfassen können will oder ob es mir reicht mir vorzustellen, dass es ihn gibt, ist eine Frage der Anwendung, und eine Frage ob ich meine Bedürfnisse, etwas physische anzufassen, in Kontakt zu treten, anderweitig befriedigen kann. Wie gesagt sind wir Menschen, physische und keine virtuellen Wesen.

Am Ende sind wir Produkt unserer Prägung. Wer heute ausschließlich durch Werbung, Internet und Smartphone geprägt ist, der hat kaum noch Zugang zu Dingen, die dort nicht auftreten. Das macht diese Dinge aber weder schlechter noch weniger "elegant" noch unpraktischer. Zumal der Superlativ von "praktisch" langweilig und unnütz ist.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

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18

Thursday, August 25th 2016, 10:02pm

es gibt auch Menschen, die haben keinen Bock darauf, überall ihre Musik zum berieseln zur Verfügung zu haben und nach ein paar Wochen hängt sie mir dann zum Hals raus. Bei mir steht in der Küche kein Radio (wozu auch), im Bad und im Schlafzimmer auch nicht. Will ich Musik hören gehe ich ins Musikzimmer, stecke ein Medium in ein Gerät, setze mich auf`s Sofa, schließe die Augen - und dann höre ich einfach nur Musik.

Wenn ich etwas ständig um mich herum zur Verfügung habe verliert es den Reiz des Besondern und wird zum Gewöhnlichen. Wozu dann noch Musik hören? Wozu sich selbst um den wirklichen Genuß bringen?

Ich hatte da mal eine Phase - da hörte ich viel MP3, aber dann habe ich bemerkt, daß ich meine Lieblingsmusik zu oft hörte und die Freude daran verlor, ich hab den ganzen Schund wieder rausgehauen.

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19

Monday, August 29th 2016, 11:02am

Da steht zwar mittlerweile wieder ein Plattenregal, gleichzeitig wird aber die Abteilung für Wechselmedien insgesamt immer kleiner
Das finde ich faszinierend. Die totgeglaubte Platte vermehrt sich überall rasant, die Digitalmedien verschwinden gleichzeitig mehr und mehr...
das ist so nicht ganz richtig. Die Plattenverkäufe wachsen zwar, aber eher nach dem Motto "wenn ich heute ein Radio verkaufe und morgen drei, habe ich 200% Wachstum". Dass die Schallplatte von der Industrie mehr als Mitnahmeartikel betrachtet wird und weniger als zukunftsträchtiges Medium, erkennt man daran, dass niemand in den Bau neuer Pressmaschinen investiert. Auch wenn sich die Absatzentwicklung beim Vinyl beeindruckend anhört, ist sie ein Staubkorn im Vergleich zu dem, was Mitte der achtziger Jahre vor dem Ende des Vinyls verkauft wurde.

Und die Digitalmedien verschwinden keineswegs. Was vielleicht mittelfristig verschwindet, ist die CD, auch wenn sie sich immer noch zig mal so gut verkauft wie Vinyl. Sie wird aber ersetzt durch Download Musik und Musik-Abonnements wie Napster. Man kann heute auf einer gängigen PC-Festplatte problemlos 1000 bis 2000 Alben in unkomprimierter CD-Qualität speichern, wozu muss ich mir da noch die Regale mit Datenträgern vollstapeln ?

@Uwe M. - das mit dem Reizverlust durch ständige Verfügbarkeit hat sicher etwas für sich. Ich glaube aber nicht, dass es der richtige Weg ist, alles Moderne und den damit verbundenen Komfortgewinn wieder rauszuwerfen. Mit einem modernen Smartphone und guten Ohrstöpseln kann man z.B. auf ziemlich hohem Niveau Musik hören. Wenn ich Fahrradtouren mache, sitze ich öfter mal einfach im Wald und höre Musik - das ist sicher nicht weniger intensiv als zuhause im Wohnzimmer, und wäre ohne die böse Digitaltechnik nicht möglich. Wenn ich im Haushalt oder im Keller langweilige Arbeiten mache, höre ich mir gerne z.B. ein Hörspiel oder eine interessante Radiosendung an, und finde es sehr schön, wenn ich in der Küche oder im Keller auf die selben Quellen zugreifen kann wie im Wohnzimmer. Und wenn mal eine Party im Haus stattfindet, was dank zweier kleiner Kinder öfter der Fall ist, kann man die Geräte in allen Zimmern "gleichschalten", und hat im ganzen Haus eine gleichmäßige Berieselung, ohne dass es irgendwo zu laut wird, wie es früher immer bei einer zentral stehenden Anlage war, die das ganze Haus beschallen musste. Ich finde, wenn man beim Musikhören so ein dogmatischer Gourmet ist, müsste man konsequenterweise alle Musikgeräte rauswerfen, und nur noch zu Konzerten gehen, wo live und a capella gespielt wird. Gegenüber so einer Sinneserfahrung ist jede Konserve eine starke "Verflachung", egal, ob analog oder digital. Auch wenn ich nach wie vor der alten Analogtechnik zugewendet bin, glaube ich wirklich, dass mein Hobby ohne IPod und Musiknetzwerk die Jahre mit Kleinkindern nicht überlebt hätte. Und ganz davon ab - wer hindert die Menschen daran, einfach beides zu nutzen ? Ich habe Geräte hier stehen von den fünfziger Jahren bis heute, und alle sind technisch faszinierend, und machen Spaß. Mir fällt es immer schwer, zu begreifen, wieso Leute, die technisch gebildet und hoch interessiert sind, diese Faszination in "vor digital" und "nach digital" einteilen können. "Nach digital" ist einfach praktischer und funktionssicherer, "vor digital" hat seine unterschiedlichsten Reize, und wir sind heute in der glücklichen Lage, alles benutzen zu können.

Gruß Frank

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20

Monday, August 29th 2016, 12:15pm

dass niemand in den Bau neuer Pressmaschinen investiert.
:D schon seit 2015 werden wieder neue Pressmaschinen gebaut:
https://thump.vice.com/de/article/nach-b…n-auf-den-markt

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21

Monday, August 29th 2016, 1:47pm

Da steht zwar mittlerweile wieder ein Plattenregal, gleichzeitig wird aber die Abteilung für Wechselmedien insgesamt immer kleiner
Das finde ich faszinierend. Die totgeglaubte Platte vermehrt sich überall rasant, die Digitalmedien verschwinden gleichzeitig mehr und mehr...
das ist so nicht ganz richtig. Die Plattenverkäufe wachsen zwar, aber eher nach dem Motto "wenn ich heute ein Radio verkaufe und morgen drei, habe ich 200% Wachstum". Dass die Schallplatte von der Industrie mehr als Mitnahmeartikel betrachtet wird und weniger als zukunftsträchtiges Medium, erkennt man daran, dass niemand in den Bau neuer Pressmaschinen investiert. Auch wenn sich die Absatzentwicklung beim Vinyl beeindruckend anhört, ist sie ein Staubkorn im Vergleich zu dem, was Mitte der achtziger Jahre vor dem Ende des Vinyls verkauft wurde.

Und die Digitalmedien verschwinden keineswegs. Was vielleicht mittelfristig verschwindet, ist die CD, auch wenn sie sich immer noch zig mal so gut verkauft wie Vinyl. Sie wird aber ersetzt durch Download Musik und Musik-Abonnements wie Napster. Man kann heute auf einer gängigen PC-Festplatte problemlos 1000 bis 2000 Alben in unkomprimierter CD-Qualität speichern, wozu muss ich mir da noch die Regale mit Datenträgern vollstapeln ?

@Uwe M. - das mit dem Reizverlust durch ständige Verfügbarkeit hat sicher etwas für sich. Ich glaube aber nicht, dass es der richtige Weg ist, alles Moderne und den damit verbundenen Komfortgewinn wieder rauszuwerfen. Mit einem modernen Smartphone und guten Ohrstöpseln kann man z.B. auf ziemlich hohem Niveau Musik hören. Wenn ich Fahrradtouren mache, sitze ich öfter mal einfach im Wald und höre Musik - das ist sicher nicht weniger intensiv als zuhause im Wohnzimmer, und wäre ohne die böse Digitaltechnik nicht möglich. Wenn ich im Haushalt oder im Keller langweilige Arbeiten mache, höre ich mir gerne z.B. ein Hörspiel oder eine interessante Radiosendung an, und finde es sehr schön, wenn ich in der Küche oder im Keller auf die selben Quellen zugreifen kann wie im Wohnzimmer. Und wenn mal eine Party im Haus stattfindet, was dank zweier kleiner Kinder öfter der Fall ist, kann man die Geräte in allen Zimmern "gleichschalten", und hat im ganzen Haus eine gleichmäßige Berieselung, ohne dass es irgendwo zu laut wird, wie es früher immer bei einer zentral stehenden Anlage war, die das ganze Haus beschallen musste. Ich finde, wenn man beim Musikhören so ein dogmatischer Gourmet ist, müsste man konsequenterweise alle Musikgeräte rauswerfen, und nur noch zu Konzerten gehen, wo live und a capella gespielt wird. Gegenüber so einer Sinneserfahrung ist jede Konserve eine starke "Verflachung", egal, ob analog oder digital. Auch wenn ich nach wie vor der alten Analogtechnik zugewendet bin, glaube ich wirklich, dass mein Hobby ohne IPod und Musiknetzwerk die Jahre mit Kleinkindern nicht überlebt hätte. Und ganz davon ab - wer hindert die Menschen daran, einfach beides zu nutzen ? Ich habe Geräte hier stehen von den fünfziger Jahren bis heute, und alle sind technisch faszinierend, und machen Spaß. Mir fällt es immer schwer, zu begreifen, wieso Leute, die technisch gebildet und hoch interessiert sind, diese Faszination in "vor digital" und "nach digital" einteilen können. "Nach digital" ist einfach praktischer und funktionssicherer, "vor digital" hat seine unterschiedlichsten Reize, und wir sind heute in der glücklichen Lage, alles benutzen zu können.

Gruß Frank
Ich bin kein Gegner der Digitaltechnik. CDs höre ich ja auch. Aber ich stehe der totalen Vernetzung skeptisch gegenüber. Ebenso der totalen Verfügbarkeit aller "Annehmlichkeiten".
Nach dem intensiven "Genuß" meiner MP3 stellte ich fest, daß meine Lieblingsmusik nicht mehr so ....gut..... war. Also gut schon noch, aber sie begann, mir auf den Nerv zu gehen. Das rüttelte ja regelrecht an meiner Identität. Darauf hin habe ich die Notbremse gezogen und habe diese Berieselung - denn nichts anderes ist es letztendlich - komplett aus meinen gewohnheiten verbannt.
Als meine Kinder klein waren - da habe ich auch deutlich weniger Musik gehört. Als sie so 10 waren, kam der MP3 Boom. Da habe ich gezogen, was die Leitung hergab. Das war wie eine Sucht. Der Rechner lief die ganze Woche durch. Ständig und überall Musik. Dann die Erkenntnis. Für mich zumindest.

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22

Monday, August 29th 2016, 9:48pm

es gibt auch Menschen, die haben keinen Bock darauf, überall ihre Musik zum berieseln zur Verfügung zu haben und nach ein paar Wochen hängt sie mir dann zum Hals raus. Bei mir steht in der Küche kein Radio (wozu auch), im Bad und im Schlafzimmer auch nicht. Will ich Musik hören gehe ich ins Musikzimmer, stecke ein Medium in ein Gerät, setze mich auf`s Sofa, schließe die Augen - und dann höre ich einfach nur Musik.

Wenn ich etwas ständig um mich herum zur Verfügung habe verliert es den Reiz des Besondern und wird zum Gewöhnlichen. Wozu dann noch Musik hören? Wozu sich selbst um den wirklichen Genuß bringen?

Ich hatte da mal eine Phase - da hörte ich viel MP3, aber dann habe ich bemerkt, daß ich meine Lieblingsmusik zu oft hörte und die Freude daran verlor, ich hab den ganzen Schund wieder rausgehauen.

dem kann ich zu 100% zustimmen, Radio höre ich schon lange nicht mehr, ich kanns nicht mehr ertragen, weder die Moderatoren noch die Musik.
<<--- Sony BVH-2000PS, prof. 1 Zoll "C"-Standard Videorecorder Bj. 1983
bildgenauer Insert- und Assemble- Schnitt für Video und 3 Tonspuren
Video Zeitlupen-Wiedergabe, Hinterband-Wiedergabe für Video und Audio

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23

Tuesday, August 30th 2016, 8:13am

Radio höre ich schon lange nicht mehr, ich kanns nicht mehr ertragen, weder die Moderatoren noch die Musik.
Dem Stimme ich 100% zu, vor allem was die oberflächliche Dümmlichkeit der Moderationen und "Berichte" angeht.
Gleiches gilt für mich für das Fernsehen: Die Eigenproduktionen (auf unsere Kosten) sind unfassbar mies, die politischen Berichte einseitig und primitiv, die sogenannten "Informationssendungen" vollgestopft mit völlig unwichtigem "Mist". Ich spare es mir bereits seit einigen Jahren...

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24

Saturday, September 3rd 2016, 1:14pm

Das haut fast in dieselbe Kerbe: Warum die Sound-Könige von heute schon wieder um ihre Zukunft fürchten (Stern von heute).

Gruß, Anselm

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25

Tuesday, September 6th 2016, 11:48am

der Stern Artikel zeigt überdeutlich, wo das Problem liegt, eigenartigerweise scheint das aber bei den Herstellern niemanden zu interessieren.

Das Streamen von Musik über ein Netzwerk - und um nichts anderes geht es eigentlich - braucht ähnliche Normen wie alle technischen Einrichtungen, wo mehrere Teilnehmer in einem Netz hängen. Hier stellen sich die Hersteller aber taub und dumm - jeder kocht sein eigenes Süppchen, und wenn man nicht mit Computerkomponenten basteln kann oder will, kann man nur ein geschlossenes System eines Herstellers verwenden, oder ein Sammelsurium, wo jedes Gerät anders funktioniert. Wenn man in drei Zimmern Netzwerklautsprecher von drei verschiedenen Herstellern stehen hat, braucht man drei Smartphone-Apps. um sie zu bedienen. Und wenn man eine Multiroom Anlage haben will, muss man beim Server entweder Computerbastler sein, oder man muss ein sauteures geschlossenes System z.B. von T&A verwenden, von dem man auch nicht weiß, ob es in wenigen Jahren noch Geräte zu kaufen gibt. Jeder würde den Kopf schütteln, wenn der Elektriker die ganze Anlage im Haus austauschen muss, weil ein Schalter kaputtgegangen ist, bei vernetzten Audiosystemen finden die Hersteller sowas scheinbar in Ordnung. Die Marketing-Experten glauben scheinbar, dass sie durch Mauern ein größeres Stück vom Kuchen abbekommen, das Gegenteil ist aber der Fall. Die Sache wird komplizierter, als sie sein müsste, potentielle Interessenten werden verunsichert und gehen lieber Schallplatten kaufen.

Und statt sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, gehen die Hersteller lieber her, packen ihre Geräte in immer edlere Gehäuse und lassen sie mit dem Benutzer sprechen. Wenn ich sowas lese, frage ich mich immer, ob ich bekloppt bin oder die anderen. Dieses Überspielen von ungelösten Kernproblemen durch immer größere Berge von Tinnef ist ein Problem, das mittlerweile nicht nur die Unterhaltungselektronik Branche plagt - nur scheint das den Entscheidern völlig wurscht zu sein. Scheinbar laufen die Geschäfte immer noch zu gut.

Gruß Frank

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26

Tuesday, September 6th 2016, 12:28pm

Scheinbar laufen die Geschäfte immer noch zu gut.
DAS ist der Punkt 8)
Würde es keiner kaufen, würde das so nicht funktionieren.
Die breite Masse der Menschen wünscht NEUE Produkte UND etwas zum Vorzeigen.
Das gilt ebenso für Autos.
Vollgestopft mit elektronischem Unfug, der laufend verreckt, sind Autos heute unzuverlässiger als noch in den 80er Jahren. Dennoch laufen die Geschäfte blendend.

Aber warum sich drüber aufregen? Das ist nun mal eine Grundkonstante dieses kapitalistischen Systems.
Man muss das nicht mitmachen. :D

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27

Tuesday, September 6th 2016, 2:29pm

was ich nur für wichtig halte, ist, dass zumindest die technisch begeisterten Menschen anfangen, das ganze Digitalthema differenzierter und etwas positiver zu betrachten. Man kann nämlich faszinierende Sachen damit machen, ohne gleich zum blinden Konsumenten zu verkommen. Alles blind mitmachen, ist keine Lösung, sich total zu verweigern und rückwärts zu laufen aber auch nicht.

Ob DER KONSUMENT das so wünscht, ist auch so eine Frage. Ich glaube, die Mehrzahl der Konsumenten nehmen das, was ihnen vorgesetzt wird. Ich kenne z.B. kaum noch jemanden, der mit den Autos der Gegenwart was anfangen kann. Ausser mir kenne ich aber niemanden, der so konsequent ist, die Gurken dann auch nicht mehr zu kaufen. Ich habe selber gerade erst einen Fall erlebt, wo die Besitzerin einer älteren gepflegten Mercedes C-Klasse sich vom Verkäufer eine neue A-Klasse hat aufschwatzen lassen. Sie ist totunglücklich und trauert ihrem alten Auto hinterher, sie wäre aber niemals auf die Idee gekommen, den Kauf rückgängig zu machen, oder von Anfang an zu ihrer alten Karre zu stehen. Bei Unterhaltungselektronik ist es ähnlich - die Leute kaufen das, was ihnen im Geiz- und Blödmarkt vor die Füße fällt, kaum jemand macht sich Gedanken darüber, was er eigentlich genau haben will.

Gruß Frank

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Tuesday, September 6th 2016, 7:19pm

Ausser mir kenne ich aber niemanden, der so konsequent ist, die Gurken dann auch nicht mehr zu kaufen.
Da Du mich -zumindest virtuell- kennst, kennst Du jetzt doch jemanden :D .
Ich fahre aus Überzeugung Daimler 300 Diesel Kombi von 1992, und zwar OHNE Klima und OHNE Erbex. Ich möchte eben nicht mit einem Explosivgeschoss vor der Nase herumfahren. Der Wagen ist extrem zuverlässig und simpel aufgebaut. Wenn Kleinigkeiten anfallen, kann mein Schrauber am Ort das leicht richten.
Noch etwas brutaler in der Einfachheit ist mein alter /8-Diesel.
DER läuft wirklich ausnahmslos IMMER...
Für mich auch keine aktuelle Gurke, bitte. Vorher kaufe ich eher C-Kadett, Golf zwei, DB 123/124 o.ä. :thumbsup:

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29

Tuesday, September 6th 2016, 9:58pm

Na dann sind wir schon drei.
Mercedes 190ziger Baujahr 1990 der letztens noch ohne Mängel über den Tüv gegangen ist.

Gruß
holger

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30

Tuesday, September 6th 2016, 10:17pm

Was hat denn das bitte mit dem Eröffnungsthema zu tun ?

Aber wenn hier schon der C-Kadett genannt wurde: diese Kurbel ist mittlerweile vierzig Jahe alt und vom einstigen Zuverlässigen-Nimbus aufgrund dieses Alters weit entfernt. Da geht ständig was kaputt. Mein Alltags-Zafira von 2002 läuft seit Jahren ohne Macken. Mit Erbex und allem Schnickschnack. Für mich ein "Neu"wagen, der für den Broterwerb unabdingbar ist. Da kann ich mich nicht auf eine alte Huddel verlassen müssen.

Leute, seid bitte realistisch. Diese alten Huddeln sind was fürs Herz, aber nichts für den Alltag. Und ein 300er Diesel ? Keine Plakette und ein Sack voll Hubraumsteuer.....klasse. Vom Verbrauch reden wir da lieber erst nicht, den diese Wanderdüne sich reinzieht.

Versteht mich nicht falsch, ich liebe mein C-Coupe, aber jeden Tag wollte ich damit nicht unterwegs sein. Wir leben im Jahr 2016, obs uns passt oder nicht.

Mein OT--Senf dazu.