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Beiträge: 43

Registrierungsdatum: 31. März 2004

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Beruf: Trainingsbeauftragter bei einem Gabelstaplerhersteller

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61

Samstag, 18. Dezember 2010, 20:05

Hallo MGW51

Diese Forderung:

"Ich meine eher, daß das sogar explizit verboten gehört (falls es das nicht sowieso schon ist) und gleiches trifft nach meiner Meinung auch für solche "Informationen" auf dem Display eines Radios zu. Um es noch zu verschärfen: Im Sinne von wirklicher Verkehrssicherheit gehören solcherlei Empfangsmöglichkeiten mit Autoradios an sich verboten."

ist in Österreich vom ORF schon vor ein paar Jahren erfüllt worden. Ob freiwillig oder "verordnet" weiß ich nicht. ORF Radio Wien hat einige Zeit Verkehrsinfos und fallweise sogar Sportresultate (Fußball, Mannschaft und Tore) im RDS-Text verbreitet. Es gab damals einen Aufschrei, daß man auf diese Weise die Autofahrer ablenkt und dadurch Unfälle provoziert.
Als ich zum ersten Mal eine dieser Infos (Fußball) gesehen habe, war ich doch etwas verwirrt. Die Mannschaftsnamen waren natürlich auf 3 Buchstaben verkürzt, dazu der Spielstand und die Spielzeit....
Vorabinfos dazu hat es entweder nicht gegeben, oder ich hab´ sie verschlafen. Erst nach einer Anfrage beim ORF ist mir "ein Licht aufgegangen"

Na ja.....

Franz

Beiträge: 760

Registrierungsdatum: 23. Februar 2006

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62

Samstag, 18. Dezember 2010, 20:47

Für die Übertragung von Informationen über das laufende Programm gibt es bei RDS den Dienst "Radio Text", für Verkehrsmeldungen den "Traffic Message Channel".
Gegen eine Verwendung dieser Dienste spricht wirklich nichts.

Was jedoch sehr stört und eigentlich nicht erlaubt ist, ist die Verwendung des RDS-Dienstes "Programme Service Name" für Zusatzinformationen. Hier sollte nur der Sendername (max. 8 Buchstaben) übertragen werden.

Dienste wie der "Radiotext" und der "Traffic Message Channel" zeigt ein RDS-Dekoder nur auf Wunsch an und dies in Laufschrift (sollte das Display zu klein sein).
Die Information ist so viel schneller gelesen, da man nicht immer bis zur Übertragung des nächsten (gefälschten) Sendernamens warten muß.

Vermutlich wegen Sicherheitsbedenken konnten Autoradios lange Zeit Radiotext gar nicht anzeigen, weshalb der "Programme Service Name" von einigen Sendern missbraucht wird.
In diesem Fall erzeugte zu viel Vorsicht leider weniger Sicherheit.


Gruß

96k

63

Samstag, 18. Dezember 2010, 23:56

Zitat

billy19at postete

Diese Forderung: <snip> ist in Österreich vom ORF schon vor ein paar Jahren erfüllt worden. Ob freiwillig oder "verordnet" weiß ich nicht.
Lieber Franz,
das ist ist ja eine positive Info - bleibt zu hoffen, daß die auch hierzulanden umgesetzt wird.

Was diese Anzeigen angeht, so habe ich mir eben mal das Bedienteil von diesem Blaupunkt angeschaut: Ich finde es ist eine Zumutung. Aber dass ist eben meine persönliche Empfindung und die wird sicher nicht von jedem Automobilisten gleichermaßen getragen. Nach meiner Maeinung sollte Ergonomie an erster Stelle bei so einem Gerät stehen - damit ma nes eben auch "mit verbundenen Augen" vernünftig bedienen kann. Wenn ich aber erst einen spitzen Bleistift suchen soll um damit dann auf irgendwelche Knöpfelchen draufzutipseln - also dann kommt mir der kalte Kaffee hoch! Das Display ist ca. 60 x 12 mm groß, diese Taste wo "Menu" hat mir schon den Rest gegeben und der Schlitz taugt auch nur für ganz dünne und kurze Briefe

Da ist das Display von meinem fast 15 Jahre alten ESSEN flächenmäßig bedeutend größer, aber quadratisch und ich muß kein Fernglas mitführen um zu erkennen, ob bzw. welche Senderkennung da angezeigt wird. Mehr ist glaube ich garnicht drauf zu sehen - weiß es aber nicht sicher. Was man dort sonstnoch so anzeigen lassen kann ist für mich nicht von Bedeutung. Zu 75% steckt eh eine Kassette drin weil ich kein Gedudel ertrage. Naklar, Verkehrsdurchsagen sind in gewisser Weise schon nützlich. Allerdings fahre ich sehr selten solo und mit Beifahrer bzw. wenn ich mich chauffieren lasse, bleibt das Ding sowieso ausgeschaltet damit man sich vernünftig unterhalten kann. Da wäre dann wohl auch das größte Display ziemlich sinnlos :-)

Tja, das Altteil hat größere, griffigere Bedienorgane, eine wesentlich größere Anzeige, ein recht voluminöses Reverslaufwerk und ist in den äußeren Abmessungen dennoch etwas kleiner als das "moderne" Gerät was aber natürlich auch keine digitalen Sender wiedergeben kann. Ich kann nichtmal genau sagen, ob mit dem Dingens überhaupt AM-Bereiche empfangbar sind - mit dem ESSEN schon! Komischer Fortschritt. Wenn hier erstmal das Band 2 digitalverseucht ist - und Sachsen wird bei diesem Schwachsinn den Vorreiter machen - kann der Verkehrsfunk eigentlich hierzulanden eingestellt werden :-) Klar, uns hier bleiben ja noch die polnischen und tschechischen Stationen - wenn man was auf Deutsch hören will muß man eben nach Brandenburg oer Thüringen fahren. Dort ist man nicht so schnell. Etwas unausgegoreneres ist mir noch nie untergekommen.

Beiträge: 903

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64

Sonntag, 19. Dezember 2010, 02:27

Mit den Fuzeltasten an modernen Autoradios sprichst du mir aus der Seele.
Mein 16 Jahre altes Becker Monza ist 100x Bedienungsfreundlicher als jedes
moderne Radio. Das lässt sich problemlos im "Blindflug" bedienen und hat ein
ordentliches großes Display über die ganze Breite der Front. Auch ohne RDS
Zusatzfunktionen.
Ich werde den Teufel tun und das gegen ein neumodernes DAB Radio austauschen.
Schon alleine weil es wohl keine Kassettenradios mit DAB Empfänger geben wird.
Ob das nervtötende Gedudel nun in astreiner UKW Qualität oder in - noch zu
bewertender - Digitalqualität aus den Lautsprechern sprudelt ist eh egal.
Anhören tu ich's so und so nicht.

Ein Freund hat sich vor kurzem einen Audi Bj. 93 zugelegt und noch kein neues
Radio eingebaut - obwohl er mit Kassetten nix am Hut hat - da es einfach nur
noch Schrott gibt. Wabbelige kleine Fuzeltasten sind die Norm, die kein normal
befingerter Mensch vernünftig bedienen kann. Nun versorge ich ihn regelmäßig
mit Mixtapes :). Die Qualität hat ihn erstaunt, hat wohl mit Gerausche ohne
Ende gerechnet.

Gruß,
David

65

Sonntag, 19. Dezember 2010, 10:37

Ja David, das ist ein wirkliches Elend und ich denke, daß die Ursachen für alle diese menschenfeindlichen Konstruktionen darin zu suchen sind, daß alle diese hochmodernen Geräte und Apparaturen in Fernost produziert und natürlich auch dort entwickelt werden; von eher kindlichen Figuren - wofür die aber nichts können - und natürlich auch für ihresgleichen geschaffen. Ich gehe deswegen von dieser Vermutung aus, weil sich bei all diesem Zeugs ein gelebter Spieltrieb unschwer erkennen läßt.

Es ist also nicht - wie aus gewissen Kreisen gebetsmühlenartig behauptet wird - die "Furcht vor Neuem" oder das schier morbide Beharrungsvermögen bei der Verweigerung des Fortschrittes einer Minorität geistig zurückgebliebener Analogschrottanbeter was zur breiten Ablehnung dieser und ähnlicher Meilensteine des technischen Fortschrittes beiträgt, es ist einfach nur die Tasache, daß diese neue Technik in einer Verpackung angeboten wird, welche an sich alleine schon abstoßend ist. Kinder ausgenommen denn die können dabei und daran ihrem angeborenen Spieltrieb freien Lauf lassen.

Praktisch denkende Erwachsene setzen eben andere Prioritäten und eine davon ist nunmal das Verlangen nach wirklicher Funktionalität. Ein fummeliges Tipselding kann die nicht annähernd erfüllen - das beginnt schon bei so scheinbar simplen Sachen wie einer Fernbedienung, setzt sich über für ausgewachsene Mitteleuropäer unbedienbare Mobiltelefone und eben auch Autoradios fort und findet sich zunehmend auch im häuslichen, also stationärem Equipment. Bei letzterem hat man aber dankenswerterweise noch eine etwas breitere Palette zur Auswahl, nicht in allen Sparten aber wenigstens bei solchen Nützlichkeiten wie es ein Telefon ist.

Seit Einstellung des C-Netzes habe ich kein Autotelefon mehr. Das hat immer funktioniert! Ohne Probleme konnte ich hier in der Grenzregion meine Kunden erreichen. Eine hervorragende Lautstärke und die integrierte Freisprechfunktion ließen bei mir keine Wünsche offen. Die Tasten konnte man ohne Brille erkennen und auch bedienen, sogar bei Nachtfahrt denn sie hatten jede für sich eine exzellente Beleuchtung. Vor allem aber hatten die Tasten eine eindeutig erkennbare Funktion! Kurz vor der Enteignung hatte ich mir noch ein zusätzliches C-Netz Handy aufschwatzen lassen - eine ökonomisch basierte Entscheidung denn ein nach acht Jahren Dauerbetrieb restlos erschöpfter Akkublock hätte ein Mehrfaches gekostet; das Handy war unter 200,- DM. Kurz und gut, ich hatte es nicht lange in Betrieb, war schlicht unbrauchbar. Fehlwahl wegen Danebendrückens kostet seinerzeit noch richtiges Geld, war aber zuallerest ärgerlich für die beteiligten Teilnehmer. Noch ärgerlicher war die unzureichende Leistungsfähigkeit in allen Belangen. Positiv war nur, daß man nicht mehr 7 kg mitschleppen mußte wenn es mal "in die Wildnis" ging.
Nach der Enteignung sollte man mit aller Gewalt zum D-Netz migrieren. Ein Tag hat mir gereicht um meine Entscheidung zu treffen! Das ist rund ein Jahrzehnt her. Das D-Netz funktioniert heute noch nicht zuverlässig bei uns - Superdigitaltechnik! Natürlich ist das nicht ursächlich die Schuld des digitalen Systems sondern liegt einzig am unzureichenden Netzausbau und dieser wird sich auch in den nächsten Jahren hier nicht gravierend ändern. Deswegen wird es bei uns auch nie "schnelles Internet" per Funkanbindung geben und per Draht sowieso nicht. Inzwischen sind diese Mobiltelefone nur noch zu für mich unbrauchbarem Krempel mutiert. Ich vermisse nichts.

Vor längerer Zeit habe ich mal einen kombinierten VHS - DVD Spieler gekauft. Wollte auch auf DVDs umsteigen - wegen der Platzersparnis. Das habe ich mir ganz schnell wieder abgeschminkt. Die Bedienung ist in meinen Augen betreffs DVD eine Zumutung - verglichen mit der VHS-Kassette. Letztere greife ich im Dunkeln und schiebe sie in den Schacht - der Rest geht von alleine. Die DVD bekomme ich nicht erst eingelegt, ohne daß ich die Brille suche und Licht anschalte! Die Beschriftung der Knöpfelchen ist jener von SMD-Teilen nachempfunden. Die Anordnung der sogenannten Funktionstasten wurde dem Zufallsprinzip überlassen. Doch das schärfste ist der Umstand, daß es nichts nutzt wenn man den Silberling erstmal drin hat - da geht noch lange nichts los, da darf man sich erst mit so einer unseligen Fernbedienung herumärgern und nach endlosen Versuchen entnervt feststellen, daß man das Ding verkehrtherum gehalten hat. Nee, ist kein Witz! Die allermeisten Tasten sind sowieso ohne Funktion weil die FB für eine ganze Produktlinie unterschiedlichst ausgestatteter Recorder gebaut ist. Die original beim Gerät enthaltene FB war noch ein wenig besser, ging aber nach ein paar Wochen in die Binsen, reklamiert, natürlich beim "Werk" und von dort die besagte Ersatz-FB erhalten. Schönes futuristisches Design. Hätte ich so nie gekauft.
Fazit: Ich nutze zu 90% nur noch VHS-Kassetten an diesem Apparat. DVDs nur am Rechenknecht. Da muß ich mich nicht umständlich durch irgendwelche Menüs hangeln um auf meine Daten zugreifen zu können.

Beim Autoradio hat ja dieser lächerliche "Diebstahlsschutz" mit dem abnehmbaren Bedienteil die Bedienungsunmöglichkeit erst beflügelt. Da man dieses Teil ja mitführen muß um im Falle des Falles von der Versicherung was einfordern zu können, ist verständlich, daß das Teil entsprechend klein und mit fipseligen Knöppchen bepflastert wird. Schuld daran ist einzig der Irrsinn mit dieser belämmerten Einstecktechnik. Früher sind Autoradios richtig ordentlich mit mindestens drei Schrauben am Armaturenbrett / Spritzwand verschraubt worden - es bedeutete richtige Arbeit, so ein Teil auszubauen, die Kabel abzuklemmen etc. - kein Anreiz für Eigentumsveränderer die auf ne schnelle Mark aus waren. Heute sollen die Dinger ja geklaut werden - das kurbelt den Absatz an. Wer macht schon immer das Bedienteil ab wenn er mal schnell in die Apotheke geht...

Achja, daß Kassetten sonderlich kratzempfindlich seien ist mir auch nicht erinnerlich - deswegen sind wohl CDs im Auto viel praktischer???
Eines meiner älteren Rechnersysteme besitzt noch ein CD-Laufwerk mit großem Schlitz - für Caddys. DAS ist praktisch und würde sich im Autoradio mehr als anbieten. Dem steht nur entgegen, daß die gebräuchlichen Silberlinge viel zu groß, zu unhandlich bzgl. der Unterbringung sind. Mit Armlehne ist da nichts! Praktisch zu handhabende 80-er Rohlinge bekommt man wohl nur auf dem Mond, spezielle kleine Laufwerke dafür gibt es m.W. nicht und ebenso keine kleinen Caddys. Also was wirklich praktisches wird zunehmend verdrängt. Die "richtige" CD ist schon deswegen unpraktisch, weil sie nicht in einen normalen Briefumschlag paßt, die 80-er sehr wohl. Wer oft Daten per Post versendet, weiß davon ein Lied zu singen.

Obwohl ich kein Verpackungsfetischist bin, kommt bei mir die Botschaft der neuen Technik immer so an: Außenrum fummelig = unbrauchbarer Müll. Daran wird sich nie etwas ändern da ich aus dem Spielzeugalter längst raus bin. Vielleicht reichen die mir verbleibenden Jahre noch aus um das Ende des digitalen Rundfunks mitzuerleben? Dann wird man, um der Wirtschaft was gutes zukommen zu lassen, den analogen Rundfunk neu erfinden. Ich habe diese Hoffnung, weil die Halbwertszeit von Geräten und Technologien mit einer enormen Beschleunigung gegen Null steuert. Die digitale Signalverarbeitung und -speicherung wird davon aber nicht sogleich betroffen sein. Es ist wie mit allen Dingen: Wenn die Spielkälber mit ihrem Latein am Ende sind, besinnt man sich auf das was schonmal da war und verkauft es als neueste Errungenschaft. Siehe Auto - ich fahre wieder mit Flüssiggas. Kenne das noch von vor 50 Jahren. Es hat nur einen anderen Namen, funktioniert in bedeutend eleganterer Verpackung und ist auch nicht mehr so archaisch zu bedienen wie seinerzeit. Aber das war es auch schon. Grundlegend neu ist nichts daran! Und genauso wird es mit dem Runfunk kommen. Mein Wort darauf!

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66

Sonntag, 19. Dezember 2010, 12:02

Hallo,

bin ja schon länger lesend dabei. Interessantes Forum, auch wenn meiner Meinung nach feststellbar ist, dass sich einige Diskussionen doch arg wiederholen. Allerdings melde ich mich an dieser Stelle nur kurz zu Wort, weil eine teilnehmende "Fraktion" mit ihrer Sichtweise sehr dominant geworden ist - übrigens auch in anderen threads. So frage ich mich, was obige Beiträge mit DAB zu tun haben. Warum muss sich in solchen Diskussionen, wo es um neue Technik geht (ob gut oder schlecht bleibt dahin gestellt), in Permanenz eine im Vortrag äußerst Technik-feindliche, unreflektierte, spekulative und hochgradig emotional-subjektive Ansicht äußern, die keinen Spielraum für andere Ansichten läßt?

So geht es hier um DAB, und nicht um kleine Knöpfe, die angeblich mit den Menschen aus Fernost zu tun haben. Es geht auch nicht um Inhalte, die in digitaler Form versendet werden. Wenn heutiges Radio nicht mehr brauchbar erscheint, dann besteht aus meiner Sicht auch keine Notwendigkeit, sich zu DAB zu äußern.

Wenn ich mit dem PKW fahre, dann läuft bei mir immer das Radio. Es gibt weiterhin gute Sender (WDR 5, DLF, DKultur - und ja, in der Nachtzeit sogar 1Live), wo ich gezielt mein Programm finde. Das war in den 70ziger Jahren des vorigen Jahrhunderts übrigens überhaupt nicht möglich, da meine Vorstellungen von Radio nur marginal realisiert wurden. Dank Musikauswahl und des politsichen Zeitgeists, der sich dort zu Wort meldete, war Rundfunk in dieser Zeit für mich tatsächlich unhörbar.

Mit aktuellen Geräten zur mobilen Wiedergabe habe ich dabei keine Probleme. Vom Komfort sind sie besser geworden, als meine Geräte aus den Jahrzehnten zuvor. Das ist ja auch vom Hersteller abhängig. Mit Multitasking bin ich groß geworden, mehrere Dinge können von mir parallel erledigt werden. Dabei hilft mir eine aktive Fahrkontrolle in der Mercedes S-Klasse, während der Fahrt auf dem Multifunktions-Screen das wunderbare Radio zu bedienen, dessen virtuelle Darstellung sogar wie Omas Dampfradio aussehen kann. Wenn mein Programm gefunden ist, schaue ich auf dem gleichen Screen in der Bedienungsanleitung nach, wie ich das Ambient-Light des Innenraums an meine Stimmung anpasse.

Ob ich all das brauche? War der PKW notwendig? Brauche ich eine Zentralheizung? War ein Kaminfeuer nicht gemütlicher? Muß ich einer entfremdeten Arbeit nachgehen, die mich von den Ursprüngen meines vermuteten Menschseins doch sehr entfernt? Mag ich diese Welt? Diese Fragen stellen sich nicht, wenn es um DAB geht. Allerdings wäre mir eine digitale Qualität beim Autoradio nicht unangenehm, da viele Störungen im Empfang nicht mehr nerven würden.

Unabhängig davon ist DAB natürlich tot. Dank des mobilen Internet, dessen Leistung immer mehr ausgebaut wird und die auch für den PKW nutzbar gemacht werden sollen, kann ich meine beliebten Sender sogar per Livestream empfangen. Und da ich nicht nur ein Zuhause habe, habe ich auch mehrere Lieblingssender (z.B. Radio Eins aus Berlin, natürlich auch hier nur das Nachtprogramm), die ich dann überall hören kann.

Meine Grundproblematik als Mensch wird damit nicht gelöst, aber eine Zeitlang fühle ich mich mit den Möglichkeiten der neuen Techniken doch gut unterhalten ...

Olaf
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

67

Sonntag, 19. Dezember 2010, 12:42

Moin, moin.

Nun die Ursache dafür, daß die Dinge immer fummeliger und umständlicher werden, sehe ich nicht in der (böswilligen) Entwicklung am Markt vorbei.
Ich denke, das ist das Ergebnis des Zwangs, immer was neues bringen zu müssen (Profitmaximierung).

Bis die Dinge eigentlich soweit entwickelt waren, daß nichts mehr "fehlte", wurde auch vor allem die Qualität beworben.
Als sie dann entsprechend komplett waren, fing es an, daß Funktionen eingebaut wurden, die man von alleine nicht vermisst hätte.

Wenn man dann immer mehr unterbringen muß, geht der Bedienkomfort langsam flöten. Ein Bildschirm mit Menülösung soll dann die Revolution bringen, da die Bedienoberfläche ja mehrfach belegt wird. man muß also nicht mehr alles gleichzeitig unterbringen.

Beim Auto wird´s dann aber ganz heikel, weil es den Fahrer zwingt, sich mehr um seine Disco zu kümmern, als um den Verkehr.

Beim Auto selbst konnte man es ja auch beobachten.
Früher hat "Daimler-Benz" immer Referenzautos gebaut.
Ist jetzt nicht meine Meinung, sondern weil sich weltweit alle Hersteller an deren Verarbeitung und Qualität orientiert haben.
Da ein Mercedes damit immer ins obere Preissegment der entsprechenden Fahrzeugklasse rutschte, mußte er auch noch entsprechenden Komfort bieten.

Nach den Serien, wo diese Autos dann auch "komplett" waren, sagt der Fan auch nicht mehr: "das ist ein Daimler", sondern spricht nur noch vom Mercedes.
Es wird auch einhellig die Meinung vertreten, daß Fahrzeuge danach nicht mehr zum Klassiker taugen werden.

Nachdem dann auch Kleinwagen vollverkleidete Innenräume und einigen Fahrkomfort boten, fing die Aera der "Flaschenhalterautos" an.
Die Werbung aus der Zeit ist entsprechend prägnant.
"Hier kann man was ausklappen". "Der Neue hat vorne jetzt für beide je einen Flaschen und einen Becherhalter". Die nächste Generation dann auch hinten.
Im Spot sah man dann im Großbild, wie raffiniert die Mechanik ist und wie unsichtbar die Dinge verschwinden.

Die Leistung der Autos wurde in jeder Klasse auch immer weiter gesteigert, statt lieber den Verbrauch zu senken.
Das geht meines Erachtens sogar schon ins Absurde, da die Dauerleistung, die das Auto ermöglicht, gleichzeitig vom heutigen Verkehr verhindert wird.
Das wäre höchstens noch zu gewissen Morgen- oder Nachtzeiten auf der Autobahn möglich.

Das Ergebnis sind dann Rasereien bei dafür zu dichtem Verkehr, meist in typischen Automodellen, die natürlich schwarz sein müssen, weil das ja in ist.
Dazu noch die "Understatement", weil eben nicht schwarz, heuchelnden silbernen Kombis, deren Fahrer bei Wahrnehmung eines "schwarzen Konkurrenten" einen offenbar zwanghaften Kampfeswillen entwickeln.

Ich bin Großstädter und brauche daher eigentlich nur 50 PS.
Daß die Situation in ländlichen Regionen anders ist, ist mir bewußt. Da gilt es auch, zeitliche Entfernungen zu verkürzen. Um das innerhalb der Regeln tun zu können, brauche ich aber auch keinen Golf mit 200 PS.

Daß diese dann dem Fahrspaß geschuldet sein sollen, ist eher eine Eigenlüge.
Wenn derjenige sich nämlich mal die Mühe macht, zu analysieren, wie er sein Auto tatsächlich nutzt, stellt er fest, daß der "Fahrspaßanteil" so gering ist, daß er lediglich dem Anteil der "Sehnsucht danach, weil man ja dafür bezahlt hat" entspricht.

Die Anzahl der Leute, die Öl im Blut haben, es wirklich brauchen und damit aber meist umgehen können, hat früher gerade mal für eine begrenzte Zahl von Tunern gereicht.

Heute gibt´s das in Serie.
Und so werden bis auf weiteres junge, frischgebackene Familienväter ihre Golfs an Alleebäume klatschen. Im schlimmen Fall zerstören sie dazu auch andere Familien.

Um den Bogen wieder zurückzuspannen. Das Auto ist nur beispielhaft gedacht.
Es ist immer das gleiche Prinzip, ob Handys, blinkende Discos in Las Vegas-Optik, Kaffeemaschinen und den ganzen heutigen Konsumkrempel.

Durch den Besitz "mächtiger" Technik, fühlt sich der Besitzer erhöht und neigt entsprechend häufiger zur Selbstüberschätzung.

Bei den modernen Multimediageräten wird immer geschwärmt, was die können.
Wenn man mal (aus ernsthaftem Interesse), um Vorführung bittet, ist das Ergebnis in der Regel, daß nichts davon wirklich genutzt wird. Mit fadenscheinigen Ausreden wird dann erklärt, daß das nur momentan so sei. Da die Gewöhnungsphase aber so schnell vorbei ist, wird es dann doch nie nachgeholt.
Es sind wirklich nur wenige, die da bewußt kaufen und sich dann auch entsprechend damit beschäftigen.

Es dient nur dazu, ständig den gleichen Markt neu zu erfinden, damit man ständig seine Gewinne maximieren kann. Man muß also seine Nase immer einen "Flaschenhalter" weiter vorn zu haben.
Solange man einen echten Mehrwert bieten kann, wird der Kunde diesen akzeptieren.

Wenn dieser nicht mehr erkennbar ist, braucht man "Konsumzombies", die man z.B. durch schlechte (Urteils-) Bildung und massenhafte Werbemanipulation bekommt. Dann sind sie bereit, immer neues Geld für eigentlich immer die gleiche Sache auszugeben. Durch die Verkürzung von Standzeiten, gerne auch mit geliehenem Geld, was dann "hinterherverdient" werden muß.

Ein Tanz auf verdammt dünnem Eis.

Wenn man sich auf Gewinne beschränken könnte, wäre es möglich den "Verbraucher" wieder zum "Gebraucher" zu machen und ihn damit gleichzeitig überhaupt mal wieder zu respektieren.

So sind wir Mastvieh am Trog.
Das ist für mich das eigentliche Problem neuer Technologien. Ob sie besser sind oder nicht, als die alten, spielt kaum eine Rolle.
Eine immer größere Masse entscheidet gar nicht mehr selbst, ob man´s haben will.
Für die Selbstauswahl braucht man heute schon Persönlichkeit und Selbstbewußtsein oder zumindest einen eigenen Stil.

Mein Wort zum Sonntag, Arnulf.

68

Sonntag, 19. Dezember 2010, 13:13

Richtig Karl-Heinz, es geht um DAB und es ist ja wohl unbestritten so, daß da die kleinen Knöpfe nunmal dazugehören.

Zwar sind diese auch bei analogen Rundfunkempfängern inzwischen anzutreffen, doch hat man als Anwender hier glücklicherweise noch die Chance, ein alternatives Gerät zu benutzen. Daß dieses etwas älter ist, liegt in der Natur der Sache, ist aber wohl nicht die Schuld der Anwender. Mithin muß ich da widersprechen, wenn Du mir und wem auch sonst immer eine technikfeindliche Haltung zusprichst.

Nur weil ich nicht nach "jedem Mist" wie ein unmündiges Kind grapsche, sondern mir erlaube minimalste Forderungen nach ergonomischer Bedienung / Handhabung zu stellen, blockiere ich doch nicht andere Ideen! Weil ich es ablehne, unhandliche Datenträger zu nutzen, die noch dazu von ihrer Kapazität viel zu monströs für meine Zwecke sind, äußere ich keine hochgradig emotional geprägten Ansichten. Es sind schlicht und ergreifend simple Erfahrungen aus dem Alltag, aus der Praxis der Anwendung heraus. Oder erwartet etwa jemand daß ich mich "umoperieren" lasse um allen möglichen Pipifax schön und begehrenswert zu finden?

Ob der PKW notwendig war - das muß ja wohl jeder für sich entscheiden. Für mich ist er seit über zwanzig Jahren lebensnotwendig da ich seitdem auf einem Dorf lebe wo es außer dem Schulbus keinen ÖPNV mehr gibt und auch kein einziges Lebensmittelgeschäft. Zwar hatte ich auch in meinen Stadtjahrzehnten einen PKW, den aber manchmal monatelang nicht benutzt. DAs ginge heute auch nicht mehr. Selbst als Rentner muß man mobil sein - oder sich mit der Taxe chauffieren lassen. Das Futter für unsere Tiere kann ich nunmal nicht tütchenweise bei "Tante Emma" in der Kreisstadt kaufen.

Digitaler Empfang im Auto - sicher, Störungen wirst Du dann keine haben - eher wohltuende Stille :-) Es sei denn Du verfügst über ein Mehrnormenempfangsgerät. Ansonsten sehe ich schwarz für die Radiofreunde in der mittelalterlichen Kleinstaaterei hier.

Es ist unbestritten, daß die Äußerlichkeiten irgendeines Apparates in dem den dieses Teil ansprechen soll auch gewisse Emotionen wecken müssen - sonst kauft den Krempel niemand! Ein Dampfbügeleisen was man nur mit einer Pinzette anfassen kann, wäre wohl berechtigt ein Ladenhüter. Bei allerlei Heimelektronik ist dieser Trend aber unverkennbar. Und auch das weckt Emotionen, besonders bei Kindern denn deren Patschhändchen sind diese ummeligen tasten optimal angepaßt. Ganz besonders bei den sogenannten Handys und da ist auch die Zielgruppe ganz eindeutig auszumachen. Nein, das hat nichts mit DAB an sich zu tun - es zeigt nur die Parrallelen einer völligen Fehlentwicklung. Letztlich ist die auch nicht neu! Es kommt eben alles wieder :-)

Vor Jahrzehnten waren auch Haushaltselektrik / Heimelektronik (den Begriff so gab es da noch garnicht) ebenso am Menschen vorbei konstruiert. Es dauerte, bis man begriffen hat das Menschen keine abstrakten Konstruktionen sind. Es kommt nicht von ungefähr, daß sich gewisse gestalterische Elemente und Prinzipien über Jahrzehnte durchgesetzt haben. Gerade beim Radioapparat gab es immermal ein paar avantgardistische Ausrutscher die auch immer eine begrenzte Anzahl Liebhaber gefunden haben. So ist es auch heute noch. Die Ausrutscher verschwinden in kürzester Zeit, nur die bewährte weil überaus praktische Gestaltung setzt sich über die Zeiten durch. Wenn irgendetwas in irgendeiner Form abartiges auf den Markt kommt, dann muß diese aber auch soviel Nutzen für den potentiellen Kunden bedeuten, daß dieser die Kröte eines miserablen Handlings zu schlucken bereit ist. Das ist dem Mobiltelefon gelungen. Und ganz klar konnte das nur durch die Verbindung mit der digitalen Betriebstechnik funktionieren. Global gesehen - im Detail eben nicht aber das hat nur banale Gründe die darin zu sehen sind, daß es sich für die Netzbetreiber eben nicht lohnt.

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69

Sonntag, 19. Dezember 2010, 13:26

Grundsätzlich möchte ich dem Vorgesagten von Arnulf zustimmen. Das ist das Prinzip des Kapitalismus, dem wir Gott-ähnlich seit der Industrialisierung dienen. Heute ist er dann - nach dem Prinzip, wie Arnulf es beschrieb - folgerichtig zum Turbokapitalismus geworden. Der Fehler liegt im System. Und: es gibt keinen Weg zurück! Wo sind die Alternativen? Würde die Menschheit diese akzeptieren?

Zitat

Durch den Besitz "mächtiger" Technik, fühlt sich der Besitzer erhöht und neigt entsprechend häufiger zur Selbstüberschätzung
...
Bis die Dinge eigentlich soweit entwickelt waren, daß nichts mehr "fehlte", wurde auch vor allem die Qualität beworben. Als sie dann entsprechend komplett waren, fing es an, daß Funktionen eingebaut wurden, die man von alleine nicht vermisst hätte.
...
Es dient nur dazu, ständig den gleichen Markt neu zu erfinden, damit man ständig seine Gewinne maximieren[/] kann.
...
Solange man einen echten Mehrwert bieten kann, wird der Kunde diesen akzeptieren. Wenn dieser nicht mehr erkennbar ist, braucht man "Konsumzombies", die man z.B. durch schlechte (Urteils-) Bildung und massenhafte Werbemanipulation bekommt.
Alle vorgetragenen Einwände gegen technische Neuerungen mögen berechtigt sein, sind aber die logische Konsequenz einer Entwicklung, die noch nicht zuende gedacht ist. Das war bereits das Prinzip der Jahre, deren Technik einige im Forum heute extremst glorifizieren. Das Versprechen des ewigen Wachstums und Wohlstands hat einen Automatismus in Gang gesetzt, der nicht mehr in Frage gestellt wird. Mit vielleicht wirklich übelen Konsequenzen, die wir alle nur zugerne verdrängen.

Oder gibt es vielleicht Teilnehmer des Bandmaschinenforums, die sich wirkliche Gedanken über die Zukunft machen und der Konsequenzen, die sich daraus ergeben? Ist vielleicht „L‘insurrection qui vient“ – „Der kommende Aufstand“, verfaßt vom "unsichtbaren Komitee", eine Alternative? Ein Text, der versucht, dem Protest der letzten Jahre (z.B. Stuttgart 21, Atomkraft - nein danke usw.) eine theoretische Form zu geben und seit einiger Zeit in der deutschen Presse heftig diskutiert wird. Was ist wirklich lebensnotwendig?

Zitat

Ein Aufstand, wir können uns nicht mal mehr vorstellen, wo er beginnt. Sechzig Jahre der Befriedung, ausgesetzter historischer Umwälzungen, sechzig Jahre demokratischer Anästhesie und Verwaltung der Ereignisse haben in uns eine gewisse abrupte Wahrnehmung des Realen geschwächt, den parteilichen Sinn für den laufenden Krieg. Es ist diese Wahrnehmung, die wir wiedererlangen müssen, um zu beginnen.
...
„Der kommende Aufstand“ beschreibt die bröckeligen Fundamente der gegenwärtigen Ordnung nicht, um aufzurütteln oder Therapien zu ihrer Rettung vorzuschlagen, im Gegenteil. Die Zerbrechlichkeit der verschiedenen Aspekte dieser Welt der Domestizierung und Vernutzung, ihre neusten Transformationen werden nur durchgespielt, um endlich ihre Zerstörung konkret ins Auge zu fassen. Die Selbst-Zurichtung der Individuen, die sich mit Pillen im Rennen der Vermarktung halten, die Gewöhnung schon der Kleinsten daran, dass ihr Leben in der Selektion für eine Arbeitswelt bestehen wird, deren einziger Zweck der Erhalt des Hamsterrades selbst ist; der Angriff auf unser Leben wird nur geschildert, damit wir uns darin erkennen und dagegen in Stellung bringen können. (Zitat aus der Präambel der deutschen Übersetzung)
Nur: Was hat das alles mit DAB zu tun - und diesem Forum?

Seit nunmehr 13 Jahren benutze ich PDAs oder seit drei Jahren smartphones. Und natürlich bin ich begeistert. Sie eröffnen mir Möglichkeiten, die ich zuvor nie hatte. In diesen Dingern verwalte ich sämtliche Vorgänge meines Lebens, allerdings spiele ich damit nicht: Protokolle, Verwaltung von Terminen und Kalendern, Adressen, Kommunikation. Alles weltweit sofort einsetzbar. Das alles ist über einen Touchscreen so einfach in der Bedienung, dass ich mir darüber überhaupt keine Gedanken machen muß. Mit diesen Dingern höre ich sogar Radio via Internet. In dieser Hinsicht kann ich den Vorwürfen bzgl. neuer Technik nicht wirklich folgen. Es gibt dramatische Fehlentwicklungen, aber es gibt Alternativen. Wer die Struktur dieser Techniken (bzw. ihrer Software) einmal verstanden hat, wird sie in allen guten Geräten wiederfinden. Aber das sind dann im Regelfall nicht die preiswerten Angebote ...

Damit habe ich keine wirklichen Probleme gelöst und auch ich bleibe der Hamster im Rad. Aber die Technik ist daran nicht schuld. Sie ist nur das Resultat unserer Handlungen und Entscheidungen, über die ich an anderer Stelle nachdenken muß. Und dieses Nachdenken sollte dann auch Konsequenzen haben ...

Olaf
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

70

Sonntag, 19. Dezember 2010, 15:22

Hallo Karl Heinz.

Deine Meinung in Ehren, aber man darf dich auch getrost in die Gruppe der "Gebraucher" einordnen. Also, daß du dir auch möglichst große Souveränität bewahrst.

Das ist sehr lobenswert.
Der massenweise Umgang der "Verbraucher" und dieses dann auch immer mit zunehmender Tendenz, ist das Problem. Die Masse ist leider der Pegel, der für die nächsten (Fort) Schritte gemessen wird.

Ich sehe eigentlich auch bei keinem poster eine Grundhaltung zur Ablehnung des neuen. Es ist nur, daß hier vorwiegend "Gebraucher" schreiben. So wurde ja meist auch angeführt, daß und welche Dinge moderner Technik auch benutzt werden.

Eigentlich geht es nie darum, ob eine neue Technik als besser, oder schlechter bewertet wird.
Es kommt für meinen Begriff viel mehr zum Ausdruck, daß man die dann verfügbare Umsetzung so nicht hinnehmen mag. Abwägung erreichter Mehrnutzen / eingehandelte Nachteile.

Wenn ich z.B. gezwungen bin, ein neues Autoradio zu kaufen und nur Geräte im Angebot sind, die nicht auf mich "passen", ärgert mich das.
Der Grund ist selten, daß die Entwickler eine schlechte Technik gebracht hätten, sondern weil die Initiatoren eine Umsetzung bestimmt haben, die ich so nicht akzeptieren kann.

Und das bedeutet oft, daß ich "fressen muß, was auf den Tisch kommt", aber für das Menü aufkommen soll. Eigentlich bestimmt der die Musik, der sie bezahlt. Mir wird also deutlich gemacht, daß "Gebraucher" als Zielgruppe schon uninteressant sind. Das empfinde ich als herabwürdigend.

So sind mir auch schon Weiterentwicklungen vergällt worden, weil ich dafür einen zu hohen Preis an Entscheidungsfreiheit zahlen müßte.
Es ist dann schade, aber an die Kaufentscheidung ist halt erheblich mehr geknüpft.

Wenn ich dann auf "alte", dafür nur gebraucht erwerbbare "Technik",
ausweiche, ist das keine Nostalgie, sondern die einzig zufriedenstellende Alternative. Das ermöglicht mir gottseidank mein Basteltalent.

Aber wenn aktuell noch bedeutendes über DAB gesagt werden kann, sollte das wieder Priorität bekommen. Ich kann das leider nicht beurteilen, da ich seit 20 Jahren Großstadt-Kabel-versorgt bin.

Ich halte es aber auch nicht als Entfernung vom Thema, wenn die Randbedingungen mitbeleuchtet und alles in Bezug auf den aktuellen Zeitgeist gesetzt wird. Da eiern wir grad noch am Rand, finde ich.

Viel Spaß, Arnulf.

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71

Sonntag, 19. Dezember 2010, 20:52

Hallo Olaf (mit dem verwirrenden Nicknamen),

Zitat

Karl Heinz postete
... So frage ich mich, was obige Beiträge mit DAB zu tun haben...
... Wenn heutiges Radio nicht mehr brauchbar erscheint, dann besteht aus meiner Sicht auch keine Notwendigkeit, sich zu DAB zu äußern...
... Allerdings wäre mir eine digitale Qualität beim Autoradio nicht unangenehm, da viele Störungen im Empfang nicht mehr nerven würden...
... aber eine Zeitlang fühle ich mich mit den Möglichkeiten der neuen Techniken doch gut unterhalten ...
Olaf
Deine ersten beiden Absätze möchte ich unterstreichen.

ich bekenne mich als leidenschaftlicher Radiohörer, gar mit ähnlichen Sendervorlieben wie Du; hab' sogar die WDR-Programmzeitschrift abonniert.
Weiterhin bin ich jedoch auch bekennender UKW- und Dampfradiofan.

Nur am Rande möchte ich hier ein paar (hoffentlich sachliche) Argumente pro und contra DAB (samt "plus") zusammenführen:

pro DAB:
--"neue Technologie" :-/)
--Sendervielfalt
--keine Störgeräusche, sofern annehmbarer Empfang. (Auto & Co.)

contra DAB:
--aus Nutzer- und Gebührenzahlersicht ungefragt aufoktruierte Technik, wird von der Bevölkerung mehrheitlich nicht angenommen, aber TROTZDEM bezahlt !!!
--hart abreißendes Signal anstelle analoger störgeräusche, wenn Signalqualität gewisses Maß unterschreitet
--schlechtere (stationäre) Klangqualität als UKW, sofern adäquates Equipment vorhanden (stichwort Kompression)
--UKW-Abschaltung droht wegen DAB, Dampradios (und nicht nur die) werden unbrauchbar!!
--Halbwertszeit von DAB ist unklar!
--internationale Kompatibilität ist nicht gegeben

diese Argumente sprechen für mich die Sprache, dass die Vorteile relativ unerheblich, die Nachteile schwerer wiegen.
Ich betrachte mich nicht als Technikfeindlich, fürchte mich HIER jedoch vor undifferenzierter Technikverliebtheit...
Habe ich Argumente vergessen oder verzerrt? Nur zu...:-)

GANZ am Rande: ich nutze übrigens DVB-T als Ersatz für den seinerzeitigen analogen Fernsehempfang und bin HIER zufrieden:
--mobiler Einsatz möglich (Laptop & Co.)
--bessere Bildqualität
--höhere Sendervielfalt
Hier musste halt ein Receiver angeschafft werden, in meinem Falle gar bloß eine vollintegrierbare L.-Opta-DVB-Karte, ergo nicht mal zwei FBen nötig. Ich habe aber auch nur ein TV.

Gruß
Frank

72

Montag, 20. Dezember 2010, 09:29

Hier will ich mal meinen Senf dazu geben.

Zitat

kesselsweier postete
pro DAB:
--"neue Technologie" :-/)
Neue Technologien haben wir (bestimmt auch du) schon kommen und gehen sehen. Das ist erstmal kein pro Argument. Der Nutzwert entscheidet.

Zitat

--Sendervielfalt
Genau hier beisst sich die Katze in den Schwanz. In Niedersachsen waren, als ich ein DAB Gerät testweise hier hatte, sage und schreibe 6 Sender damit zu hören. Alle gab es auch auf UKW.
Weiter vorne steht das mit dem "Neustart" jetzt die astronomische hohe Anzahl von 7 Sendern ausgestrahlt werden soll. Jauchzet! Frohlocket!

Zitat

--keine Störgeräusche, sofern annehmbarer Empfang. (Auto & Co.)
Das war für mich DAS Argument für DAB, die Praxis sah hier allerdings anders aus.
Das DAB Gerät empfing überhaupt nur etwas wenn es in einer ganz bestimmten Lage auf einer ganz bestimmten Position der Fensterbank stand. Ein paar cm weiter und der Empfang war komplett weg. (Wie du weiter unten ja schreibst.) Das System ist wegen der niedrigen Sendeleistungen nicht Praxistauglich. 10 KW sind da das höchste. Und wenn nix ankommt kann auch die Forwärtsfehlerkorrektur nichts mehr reissen. Auf UKW stellst du auf den nächsten Berg einen 100KW Sender und der versorgt eine riesen Fläche. Aber bei DAB ist sowas wohl garnicht vorgesehen.

Zitat

contra DAB:
--aus Nutzer- und Gebührenzahlersicht ungefragt aufoktruierte Technik, wird von der Bevölkerung mehrheitlich nicht angenommen, aber TROTZDEM bezahlt !!!
1. Die Rundfunkfinanzierung ist deshalb so wie sie ist, weil es in Deutschland keinerlei Möglichkeit gibt demokratisch mitzubestimmen. Wie Reinhard Mey so schön sang: "Sie nennen es das Volk aber sie meinen Untertanen".
2. Die Massenmedien sind so wie sie sind, weil das Politisch so gewollt ist.
Massenmedien dienen der Massenkontrolle.
3. Nach dem 2. WK wurde dem kriegsgebeutelten deutschen Volk auch noch eine neue Technik aufoptruiert die kein Mensch brauchte. UKW Rundfunk. Sie musste teuer von den Rundfunkgebühren bezahlt werden obwohl der schreiende Jupp mit seiner Mittelwelle ja mehrheitlich von der Bevölkerung angenommen war...
Das kam daher das die Siegermächte die Deutschen von der Mittelwelle haben wollten.
Und im übrigen sind auch dadurch Firmen wie Grundig, Saba und wie sie alle heissen übehaupt erst gross geworden. Das will von den Digitalverweigerern hier natürlich keiner hören...
Denn wer hätte sonst UKW Radios bauen sollen? Zugelassen war es sonst nur in den USA. Dort war es aber so ein Ladenhüter das der Patentinhaber sich ende der 50er Jahre aus dem Fenster stürzte...

Zitat

--hart abreißendes Signal anstelle analoger störgeräusche, wenn Signalqualität gewisses Maß unterschreitet
In der Tat ein grosses Problem, wie ich selbst herausfand. Ich habe das DAB Gerät dann auch zurückgeschickt.

Zitat

--schlechtere (stationäre) Klangqualität als UKW, sofern adäquates Equipment vorhanden (stichwort Kompression)
Welche Kompression meinst du jetzt? Bei UKW wird neuerdings (zu) starke Dynamikkompression betrieben was den Klang deutlich verschlechtert. Andererseits wird DAB in den Ländern wo es schon eingeführt ist mit so extrem niedrigen Bitraten gefahren das es nurnoch wie Arsch auf Eimer klingen kann.
Das ist aber kein Problem von DAB an sich. Wenn du hohe Bitraten fährst klingt es besser als UKW, eben weil die Dynamik nicht so stark komprimiert werden muss um die Systemgrenzen vom UKW Modulationshub einzuhalten. Letztendlich ist die Gewinnmaximierung hier die Wurzel des Übels, bei beiden Systemen.

Zitat

--UKW-Abschaltung droht wegen DAB, Dampradios (und nicht nur die) werden unbrauchbar!!
--Halbwertszeit von DAB ist unklar!
Hast recht.

Zitat

--internationale Kompatibilität ist nicht gegeben
War es bei UKW damals auch nicht.

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73

Montag, 20. Dezember 2010, 10:23

Ich hab' noch eine Befürchtung: Wenn UKW wirklich abgeschaltet wird, könnte das die klassische HiFi-Komponentenanlage endgültig zum Nischenprodukt werden lassen, bei entsprechend verknapptem Angebot und steigenden Preisen. Ob die großen HiFi-Hersteller DAB-Tuner als HiFi-Komponente anbieten werden, halte ich aufgrund der sinkenden Stückzahlen für fraglich. Was bleibt dann noch für die HiFi-Anlage? Die Kassette ist tot, die CD liegt im Sterben, Vinyl ist trotz aller angeblichen Revivals nicht wirklich erwähnenswert.

74

Montag, 20. Dezember 2010, 12:41

Zitat

timo postete
Ich hab' noch eine Befürchtung: Wenn UKW wirklich abgeschaltet wird, könnte das die klassische HiFi-Komponentenanlage endgültig zum Nischenprodukt werden lassen,
Ist es doch eigentlich jetzt schon. Heute ist Filme kucken in. Es ist ja fast nicht mehr möglich Stereo Gerätschaften zu kaufen. Alles super duper 10.2 Sound. Die Anlagen sind auf Effekthascherei bei Kinofilmen und nicht auf Musik ausgelegt. Aber letztendlich brauchst du ja nicht 1000 verschiedene Geräte im Angebot, sondern das was deine Ansprüche erfüllt. Und da denke ich das schon noch ein Markt da ist. Die billigen Brüllwürfel werden verschwinden, aber um die ist es nicht schade.

Zitat

Ob die großen HiFi-Hersteller DAB-Tuner als HiFi-Komponente anbieten werden, halte ich aufgrund der sinkenden Stückzahlen für fraglich.
Es wird sie geben, denn es gab sie schonmal. Sie wurden nur hier nicht verkauft. Wenn die EU sich auf eine Norm einigt werden auch die Geräte kommen. Bisher wurde das Zeug praktisch nur für den englischen Markt entwickelt. Nun kam die Schweiz und Australien. Wenn in Deutschland nun auch DAB kommt kann es nur besser werden, weil die Nachfrage steigt. Zumal es alles Länder mit dem richtigen Strom sind und das UKW Band auch das gleiche war. Man braucht praktisch nur andere Netzkabel beipacken und kann das Zeug im Ausland verkaufen. Das ist billig.

Zitat

Was bleibt dann noch für die HiFi-Anlage? Die Kassette ist tot, die CD liegt im Sterben, Vinyl ist trotz aller angeblichen Revivals nicht wirklich erwähnenswert.
Der CD Reciever mit DAB und ggfs. Phonoeingang.

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75

Montag, 20. Dezember 2010, 13:22

Zitat

Matze postete
Aber letztendlich brauchst du ja nicht 1000 verschiedene Geräte im Angebot, sondern das was deine Ansprüche erfüllt. Und da denke ich das schon noch ein Markt da ist. Die billigen Brüllwürfel werden verschwinden, aber um die ist es nicht schade.
Gerade um die Brüllwürfel mache ich mir keine Sorgen. Wenn DAB+ wirklich hochoffziell und vor dem Hintergrund einer baldigen UKW-Abschaltung an den Start geht, wird es nicht lange dauern, bis in Supermärkten und Kaufhäusern die ersten entsprechenden Kompaktanlagen (DAB+, MP3-CD, SD-Card, USB, 300 Watt PMPO = 2 x 2,5 Watt Sinus :-)) auftauchen.

Aber was ist mit der nicht high-endigen Mittelklasse-Komponentenanlage? Den typischen Käufer des Jahres 2010 (natürlich eh schon eine selten gewordene Spezies) stelle ich mir nur bedingt HiFi-interessiert vor (die echten Freaks kaufen ja ungerne Großserientechnik). Eher als nicht mehr ganz jungen, traditionalistischen Musikfreund, der UKW-Radio und ab und zu seine alten CDs in vernünftiger Klangqualität hören möchte.

Ich könnte mir vorstellen, daß der Wegfall von Radio als HiFi-Komponente für genau diese Klientel das KO-Kriterium gegen die altgediente Bausteinanlage sein könnte.

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76

Montag, 20. Dezember 2010, 13:40

DAB als HiFi-Komponente gab es doch. Warum sollte es das mit DAB+ nicht geben?
Vielleicht wird es auch einen TVB-T/DAB+ Kombi-Tuner für EUR 500,- geben, als Ersatz für die Plastikschüssel auf dem TV.
Für 7 (sieben!) Programme in einer Qualität wie bei Internetradio üblich kauft das natürlich niemand.
In England ist DAB nur ein Erfolg, weil die UKW-Versorgung so schlecht ist und DAB auch eine Alternative für die vielen kleinen privaten AM-Stationen auf MW ist, die mit ein paar Watt senden.

Und die z.Z. verwendeten Sendeleistungen bei DAB in unserem Land sind ein politisches Problem, kein technisches Problem.

Mehr Programme, mehr technische Qualität und ganz wichtig, mehr inhaltliche Qualität, und schon kommen die Kunden.


Gruß

96k

77

Montag, 20. Dezember 2010, 15:00

Moin Matze.

Ob UKW damals aus rein politischen Gründen aufoktruiert wurde, kann ich nicht beurteilen. Ich war da noch längst nicht geboren.
Glauben kann ich es aber nicht. Die Frequenzmodulation war auch ein technischer Fortschritt. Es ermöglichte die Entwicklung zum stereophonen Rundfunk, ohne daß dies nur einer kleinen Elite zugänglich bleiben mußte.

In meiner Jugend (ich bin 64 geboren) habe ich auch irgendwann angefangen, am Radio-Rad zu drehen.
Ein zu der Zeit als inhaltlich gut empfundener Sender war auch Radio Luxemburg. Zumindest hier im Norden bekam man den aber nur auf Mittelwelle und damit in Mono.
Man hätte ihn sich sehr auf UKW in Stereo gewünscht.

Daß kein Mensch UKW brauchte, habe ich in meiner Praxis ausschließlich gegenteilig erlebt.
Da lehnst du dich verdammt weit aus dem Fenster.

Zitat Matze:
"Zugelassen war es (UKW) sonst nur in den USA. Dort war es aber so ein Ladenhüter das der Patentinhaber sich ende der 50er Jahre aus dem Fenster stürzte..."

Das kann man nicht unkommentiert lassen. Es ist völliger Quatsch.
In den Städten und Ballungsräumen spielte UKW die gleiche Rolle, wie hier.

Durch die langen Entfernungen, die dort meist mit dem Auto zurückgelegt wurden und oft durch "menschenleere" Landschaften führten, hatten die sogenannten "nationwide Stations" eine riesige Bedeutung. Hier war AM konkurrenzlos, weil bei UKW die Reichweiten zu gering waren.

Die Situation ist mit unserem Land nicht vergleichbar. Außerdem waren die Sender in USA kommerziell, während sie hier (bis zur neueren Zeit) öffentlich, rechtlich waren. Das ergab schon einen unterschiedlichen "Sendeauftrag"

Auch die dünnbesiedelten Landstriche in USA konnten anders nicht versorgt werden.
Wenn sie dichter besiedelt wurden und ein Sender erfolgreich genug (also auch etwas Geld dafür hatte), kam eine UKW-Frequenz dazu. Schon, um sich von der Konkurrenz absetzen zu können. Oft sogar noch Relaisstationen.

In den 60er Jahren bekamen viele werksmäßigen Autoradios die Möglichkeit, UKW zu empfangen, da die Empfangsbereiche groß genug geworden waren, daß ein Radio "ohne" zum Ladenhüter wurde.

-

Noch ein Zitat von dir:
"Das will von den Digitalverweigerern hier natürlich keiner hören..."

Wo gerade aktuell in allen möglichen Facetten widerlegt wurde, daß es hier überhaupt "Digitalverweigerer" gibt, bin ich es wirklich leid.
Man könnte auch selbst dahinter kommen, daß allein schon die Teilnahme an diesem Forum "Digitalakzeptanz" voraussetzt.

Ich habe schon Fransen an den Fingern.
Dieser totale, abwertende und vorverurteilende Begriff beinhaltet lediglich Provokation.

Können wir uns denn wirklich nicht mal darauf einigen, daß keine sinnlosen, weil im Ansatz schon irrationalen Debatten, mehr angezettelt werden?
Du bist doch sonst so´n lieber Mensch.

Viele Grüße, Arnulf.

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78

Montag, 20. Dezember 2010, 15:20

Zitat

Araso postete
Zitat Matze:
"Zugelassen war es (UKW) sonst nur in den USA. Dort war es aber so ein Ladenhüter das der Patentinhaber sich ende der 50er Jahre aus dem Fenster stürzte..."

Das kann man nicht unkommentiert lassen. Es ist völliger Quatsch.
In den Städten und Ballungsräumen spielte UKW die gleiche Rolle, wie hier.

Durch die langen Entfernungen, die dort meist mit dem Auto zurückgelegt wurden und oft durch "menschenleere" Landschaften führten, hatten die sogenannten "nationwide Stations" eine riesige Bedeutung. Hier war AM konkurrenzlos, weil bei UKW die Reichweiten zu gering waren.
Und auch von besserer Qualität als bei uns, da teilweise 10kHz NF-Bandbreite übertragen wurde, später auch in Stereo.
Deutschland wollte man nach dem Krieg nicht so viele Frequenzen auf LW und MW geben. Dies ist der Grund für den frühen und guten Ausbau von UKW in Deutschland.

Wowereit!


Gruß

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79

Montag, 20. Dezember 2010, 15:52

Zitat

96k postete
DAB als HiFi-Komponente gab es doch.
Gab es, aber, soweit ich es richtig beobachtet habe, nur von wenigen Herstellern. Entweder in sehr teuer, oder in (mehr oder weniger) No-Name (Eltax/Tangent). Zudem schlecht verfügbar, in Läden hab' ich sowas nie gesehen, nur bei IN-Versendern.

Um solche Geräte wirklich interessant zu machen, müssten sie m.E.

- von den Onkyos, Denons, Yamahas und Marantzen, von denen man auch die restlichen HiFi-Komponenten kauft, als Teile des Standardprogramms angeboten werden. Wegen des Vertrauens und wegen der einheitlichen Optik.

- beim HiFi-Händler um die Ecke und bei den großen Elektromärkten im Regal stehen.

- sich in guter Qualität preislich etwa auf dem Niveau eines heutigen guten UKW-Tuners bewegen.

80

Montag, 20. Dezember 2010, 17:02

Zitat

Araso postete
Da lehnst du dich verdammt weit aus dem Fenster.
Lieber Arnulf,
hättest ein wenig im Netz geforscht und nicht gleich die Klappe so weit aufgerissen wie hier, dann würdest du wissen, das es Tatsachen sind die ich hier schreibe.
Zum Selbstmord von Armstrong, der ein genialer Mann gewesen sein muss, mögest du diesen Artikel lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Edwin_Armstrong

Zu den politischen Hintergründen der UKW Einführung in Deutschland, mögest du diesen lesen:

http://de.wikipedia.org/wiki/Kopenhagener_Wellenplan

Das sind nur die Sachen die ich auf die Schnelle gefunden habe.

Des weiteren beteilige ich mich nicht weiter an dieser Diskussion, da eine gewisse Gruppe von Leuten mir hier sowieso von vorn herein Dummheit unterstellt weil ich deren Meinung nicht teile. Die Zeit ist mir zu schade, meine Interessen haben sich auch verlagert und es ist wohl nicht mehr das richtige Forum für mich.

In diesem Sinne...

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81

Montag, 20. Dezember 2010, 17:45

Können wir bitte wieder zu einem etwas respektvolleren Diskussionsstil zurückkehren? Ich find's schade, wenn altgediente und geschätzte Benutzer des Forums wegen unwesentlicher Meinungsverschiedenheiten die verbale Keule um die Ohren hauen.

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82

Montag, 20. Dezember 2010, 17:52

OT:
Schade, dass der Umgangston in diesem Forum in letzter Zeit so nachgelassen
hat, war doch gerade der sachliche und freundliche Umgang miteinander immer
ein hervorstechendes Merkmal des Bandmaschinenforums.

Gruß, David

83

Montag, 20. Dezember 2010, 18:15

Lieber Matze.

Ich versuche, den Ball mal wieder flach zu kriegen und du trampelst gleich mit den Füßen.

Warum der gute Mensch sich aus dem Fenster gestürzt hat, hat doch gar keinen Bezug zu meiner Antwort.
Du implizierst mit deiner Aussage aber, daß die Situation des UKW´s dann so geblieben wäre.

Wo es dann nicht so war, kann man das doch ergänzen. Es ist ja nichtmal ein Widerspruch.

Zu den politischen Hintergründen bei UKW-Einführung, schreibe ich sogar extra präventiv, daß ich das nicht beurteilen kann. War dann wohl umsonst.
Was man, wenn man stark genügendes Interesse hat und entsprechend überzählige Zeit zum "Suchen im I-net", vielleicht alles herauslesen kann, ist doch auch kein Maßstab.

Eine Recherche, daß man sich Expertenniveau anmaßen darf, würde Wochen dauern. Das kann doch im Umkehrschluß nicht bedeuten, daß man "ohne" nichts beitragen darf.
Und unwahrscheinlich war ja nicht eine politische Motivation, sondern deine Aussage, daß es "ausschließlich" politisch und "aufoktruiert", also von absolut niemandem akzeptiert war. Wenn man seine Aussagen so totalisiert, lehnt man sich sehr weit aus dem Fenster. Viel weiter wird ja wohl nicht gehen.

In jedem Kern steckt Wahrheit. Aber daß dann nichts anderes mit drin ist, ist so selten, daß Zweifel wohl erlaubt sein dürften.

Wenn du wirklich "Gruppen" siehst, die dir "sowieso" Dummheit unterstellen, solltest du vielleicht nicht mehr, sondern eher genauer lesen. Und vielleicht deine eigenen Texte auch, weil du dann die Antworten nicht so missverstehen würdest.

Ich will mich gar nicht erst durch Gruppenzugehörigkeiten einschränken. Wenn ich hier in eine Gruppe einzuordnen bin, dann nur in die Gruppe der "Forumsuser".

Und Dummheit unterstelle ich dir schon gar nicht. Deine fachlichen Beiträge haben mir schon manchen Nutzen gebracht.

Dies nur, falls du mich meinst und durch Multiplikation zur Gruppe nur eine Hintertür einbaust.

Mann-mann-mann-mann-mann, was ist denn zur Zeit bloß los hier? War im Schnee irgendwas drin, was aggressiv macht?

Viele Grüße, Arnulf.

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84

Montag, 20. Dezember 2010, 18:23

Hallo,

es ist befremdlich und irritierend, wenn manch einer hier im Forum sich als doch arg gebeutelter "Untertan" definiert. Paranoia läßt grüßen: Man fühlt sich als Opfer. Damit wird man dem Erscheinungsbild moderner Demokratieren nicht gerecht.

Zitat

kesselsweier postete
contra DAB:
--aus Nutzer- und Gebührenzahlersicht ungefragt aufoktruierte Technik, wird von der Bevölkerung mehrheitlich nicht angenommen, aber TROTZDEM bezahlt !!!

Zitat

Matze postete
1. Die Rundfunkfinanzierung ist deshalb so wie sie ist, weil es in Deutschland keinerlei Möglichkeit gibt demokratisch mitzubestimmen. Wie Reinhard Mey so schön sang: "Sie nennen es das Volk aber sie meinen Untertanen".
2. Die Massenmedien sind so wie sie sind, weil das Politisch so gewollt ist.
Massenmedien dienen der Massenkontrolle.
Deutschland ist in erster Linie eine repräsentative Demokratie. Es werden Stellvertreter für einen gewissen Zeitraum gewählt, die für uns die Macht ausüben und Entscheidungen treffen. Mittlerweile entwickelt sich Deutschland vorsichtig in Richtung einer plebiszitären Demokratie: Das Volk wird direkt gefragt. Ob das ein Segen ist, kann man in Frage stellen. Das eine solche Demokratieform nach dem 2. Weltkrieg in unserem Land nicht ratsam gewesen wäre, ist wohl vorstellbar. Gut, dass dieses Volk nicht gefragt wurde.

Deutsche Rundfunkpolitik ist das Resultat eines verlorenen selbstverschuldeten Krieges und das Ergebnis der alliierten Siegerpolitik (die es tatsächlich gut mit uns meinten, auch wenn Eigennutz die Motivation gewesen sein mag. Das Ergebnis all dieser Bemühungen war eine prosperierende BRD, die nach dem Kriege einen ungeahnten Wohlstand brachte). Nach all dem zentralistischen, propagandistischen Rundfunkgeschehen seit Kaisers Zeiten (welches als Masssenmedium wirklich nur dazu diente, die Massen zu kontrollieren) und der mit dem Ende des 3. Reichs auch endgültig zusammenbrach, war es an der Zeit für einen wirklichen Neuanfang.

Das Ergebnis war ein dezentral organisierter öffentlich-rechtlicher Rundfunk (nach dem Vorbild der BBC), der als Kulturgut den Ländern qua Grundgesetz unterstellt wurde. Dem Wunsch der Alliierten, der Staat möge sich doch bitte aus Rundfunkangelegenheiten heraushalten, ist je nach Bundesland mal mehr oder weniger in Erfüllung gegangen. Aber immerhin. Dieser Rundfunklandschaft pauschal zu unterstellen, die "Massenmedien" dienten nur "der Massenkontrolle" ist eine grobe Pauschalisierung. Wer soll hier was kontrollieren? Unser Rundfunk ist freiheitlich-demokratisch organisiert. Deswegen muß nicht alles gut laufen - aber was wäre die Alternative? In einer Massendemokratie kann man es nicht jedem rechtmachen.

Zitat

Matze postete
3. Nach dem 2. WK wurde dem kriegsgebeutelten deutschen Volk auch noch eine neue Technik aufoptruiert die kein Mensch brauchte. UKW Rundfunk. Sie musste teuer von den Rundfunkgebühren bezahlt werden obwohl der schreiende Jupp mit seiner Mittelwelle ja mehrheitlich von der Bevölkerung angenommen war...
Als Täter kann man meiner Meinung nach nicht kriegsgebeutelt sein. Selber schuld, denn andere sind es nicht gewesen. Als Verlierer hat man keine starke Position, die hatte man verspielt. Trotzdem ist die Einführung von UKW ja nicht zum Nachteil für unsere Wirtschaft gewesen. Ein guter Neuanfang mit einer besseren Technik.

Das diese Rundfunklandschaft so ist, wie sie ist, ist tatsächlich ein Akt politischer Entscheidung. Und das ist auch gut so - wer sollte sonst entscheiden? Die Wirtschaft? Nach dem Zusammenbruch der internationalen Finanzmärkte muß man da mehr als vorsichtig sein. Und das Volk kann nicht wegen jeder Entscheidung gefragt werden. Glaubt ernsthaft jemand, die Bürger hätten ein Interesse daran bzw. die Kompetenz, für oder gegen UKW bzw. DAB zu entscheiden?

Deshalb läuft trotzdem vieles falsch im politischen Entscheidungsprozess. Viele Einflüsse auf die Entscheidungsträger. DAB ist dafür ein Beispiel. Viele Fehler, gepaart mit mangelnder Kompetenz, obwohl die Absichten durchaus gut gemeint gewesen sein mögen, z.B.: Neue Technik, neue Märkte, neue Käufer: Arbeitsplätze und Wohlstand. Oder auch einfach nur der Glaube an eine vermeintlich bessere Technik.

Der Prozess einer Technikeinführung wird von vielen Faktoren bestimmt. Vereinfachungen helfen, eine eigene Position zu finden, aber die Wirklichkeit ist doch tatsächlich komplexer.

Grüsse

Olaf
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

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85

Dienstag, 21. Dezember 2010, 15:15

@timo:
"klassische" Bausteinanlage mit UKW DAB, DAB+ (evtl. DAB DRUFF), WiFi, warum sollte es das nicht geben?

Zwar kein PANASONICer oder ONKYOte, aber solide Gehäuse mit ALU-Frontblende gebürstet, schwarz eloxiert, TAPE IN/OUT, hab ich heute im REALen Einkaufserlebnis gesehen...



Geht auch in alu-blank:



http://www.x4-tech.de/
http://www.x4-tech.de/index.php?id=2047

Technische Daten... was sind technische Daten?
Kenn ich nicht, weiß ich nicht...

Gruß
Jochen

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86

Dienstag, 21. Dezember 2010, 17:25

Zitat

McWangine postete
Zwar kein PANASONICer oder ONKYOte, aber solide Gehäuse mit ALU-Frontblende gebürstet, schwarz eloxiert, TAPE IN/OUT, hab ich heute im REALen Einkaufserlebnis gesehen...
X4-Tech hatten wir (noch ohne DAB) hier schon mal. Das Problem ist, daß man nicht weiß, was es taugt. Ob der eher konservative HiFi-Käufer sich auf so ein Experiment einlässt, halte ich für fraglich.

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87

Donnerstag, 28. Juli 2011, 23:24

Pünktlich zum bundesweiten Start von DAB+ gibt's nun auch zwei HiFi-Tuner von bekannten Markenherstellern:

- NAD C 445 (scheinbar nur DAB, kein DAB+)

- Yamaha T-D500 (DAB/DAB+)

Ausprobieren würd' ich die (vorzugsweise den Yamaha) ja schon gerne mal. :|

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88

Freitag, 29. Juli 2011, 00:19

Danke für den Hinweis!
Können die DAB und DAB+ auch auf 3m decodieren, falls das mal nötig wird?

Ich würde mit dem Kauf noch warten und mir erst mal das Programmangebot und die Datenraten ansehen/anhören.


Gruß

96k

89

Freitag, 29. Juli 2011, 11:33

Zitat

timo postete
Pünktlich zum bundesweiten Start von DAB+ ....
Habe ich da was verpennt? Zur Sicherheit habe ich grade noch einmal auf der Seite des WDR geguckt - da schreibt man:

Zitat Anfang: "Das digitale terrestrisches Radio DAB hat sich in Deutschland bisher nicht durchgesetzt. Deshalb bleibt die analoge UKW-Ausstrahlung für den Hörfunk auf absehbare Zeit das wichtigste Standbein. Es ist geplant, einen Neustart des digitalen terrestrischen Radios auf Basis der Weiterentwicklung DAB+ vorzunehmen." Zitat Ende

Zitiert von hier:
http://www.wdr.de/unternehmen/technik/zukunft_rundfunktechnik/uebertragungswege.jsp


Anscheinend glaubt man zumindest beim WDR nicht wirklich an die baldige Einführung des digitalen Rundfunks.
Frank


Wer aus dem Rahmen fällt, muß vorher nicht unbedingt im Bilde gewesen sein.

90

Freitag, 29. Juli 2011, 11:44

http://www.lfm-nrw.de/hoerfunk/digitalradio.html

Gruß Ulrich