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Thursday, November 14th 2019, 2:46pm

Hallo Kai!

Sorry - ich hatte die Quellenangabe vergessen.
Dieser Auszug/diese Interpretation stammt hier von ab:

https://www.dabplus.de/2018/11/15/meilen…-fuer-neuwagen/

Deutschland ist dabei, dieses umzusetzen...

Gruß
Wolfgang

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Thursday, November 14th 2019, 4:16pm

Danke,

von dem Site sind nur euphorische, rosarote Verkündigungen zu DAB+ zu erwarten.

MfG Kai

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Saturday, November 30th 2019, 8:47pm

Auf dem Jubel-Site zu DAB+ gibt es eine neuere Verlautbarung (vom 8.11.2019) zur zukünftigen DAB+ "Empfangspflicht" auch für zu Hause:
https://www.dabplus.de/2019/11/08/meilen…pfangsgeraeten/
Kurz gefaßt:
" Ab dem 21. Dezember 2020 müssen Radios in Neuwagen den Empfang und die Wiedergabe von digital-terrestrischem Radio, also DAB+, ermöglichen. Auch für stationäre Radiogeräte mit Display gilt künftig die Digitalradio-pflicht. Dies hat heute der Bundesrat beschlossen. Er hat das sechste Gesetz zur Änderung des Telekommunikationsgesetzes in seiner heutigen Plenarsitzung gebilligt. Der Bundestag hatte den Gesetzesentwurf zuvor am 17. Oktober nach einer Empfehlung des Ausschusses für Wirtschaft und Energie angenommen. Das Gesetz tritt in Kraft, nachdem es im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde. "

Der Abschnitt bezieht sich auf §48 TKG :

„(4) Jedes Autoradio, das in ein neues für die Personenbeförderung ausgelegtes und gebautes Kraftfahrzeug mit mindestens vier Rädern eingebaut wird, muss einen Empfänger nach dem jeweiligen Stand der Technik enthalten, der zumindest den Empfang und die Wiedergabe von Hörfunkdiensten unmittelbar ermöglicht, die über digitalen terrestrischen Rundfunk ausgestrahlt werden. Bei Empfängern, die den harmonisierten Normen oder Teilen davon entsprechen, deren Fundstellen im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht worden sind, wird die Konformität mit der Anforderung in Satz 1, die mit den betreffenden Normen oder Teilen davon übereinstimmt, angenommen.
(5) Jedes für Verbraucher bestimmte, erstmalig zum Verkauf, zur Miete oder anderweitig auf dem Markt bereitgestellte, überwiegend für den Empfang von Ton-Rundfunk bestimmte Radiogerät, das den Programmnamen anzeigen kann und nicht Absatz 4 unterfällt, muss einen Empfänger enthalten, der zumindest den Empfang und die Wiedergabe digitaler Hörfunkdienste ermöglicht. Davon ausgenommen sind Bausätze für Funkanlagen, Geräte, die Teil einer Funkanlage des Amateurfunkdienstes sind und Geräte, bei denen der Hörfunkempfänger eine reine Nebenfunktion hat.“

Die Fett-Markierungen stammen von mir.
Man muß demnach die Behauptung im ersten Zitat korrigieren: Stationäre Geräte sind nicht betroffen, wenn sie ein Display haben, sondern wenn sie den Programmnamen anzeigen können.
Außerdem ist dem Gesetz nicht von DAB+ die Rede, sondern von digital terrestrischem Rundfunk bzw digitalen Hörfunkdiensten.

Im ausschmückenden Umgebungstext wird auch wieder ein falscher Eindruck von der Programmvielfalt erzeugt indem die Zahl von 260 unterschiedlichen Programmen genannt wird, von der die Anzahl lokal verfügbarer Programme aber weit entfernt ist.

MfG Kai
Nachtrag: Einen sehr lesenswerten kritischen Aufsatz zu DAB+ gibt es bei
https://www.radioszene.de/97745/dab-digi…processing.html

This post has been edited 1 times, last edit by "kaimex" (Nov 30th 2019, 9:47pm)


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Sunday, December 1st 2019, 12:38pm

Moin Kai,

ums auch mal hier laut auszusprechen: Danke für Deine ständigen Aktivitäten rund um die Qualität der Radioübertragung!

Interessant war auch Dein Verweis auf den DAB+ Artikel, u. a. durch den dortigen Link auf die hires-Seite und auf Radio Caroline. RC war in meiner Jungend mein Lieblingssender, sofern er denn hier in Hamburg erreichbar war.

1966 unternahm ich eine Klassenreise nach Spiekeroog. Dort war der Empfang toll und den ganzen Tag, sofern es der Klassenlehrer Herr Dünow zuließ, spielte das mitgebrachte Kofferradio Radio Caroline. Dort gab es die „richtige“ Musik, ganz anders als bei der NDR-Schlagerparade.

LG

Hannes
Meine Elektronik-Kenntnisse: Ich löte nach Zahlen :)

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Sunday, December 1st 2019, 12:58pm

Hallo Hannes,

danke für dein Lob.

Leider bringt man als "Einzelkämpfer" nicht viel zustande.
Mitte Dezember wird es ein Jahr her, daß ich mich erstmals bei der Medienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein über Vodafone/KDs Bandbreiten-Beschneidung der DVB-C Radio-Programme in deren Kabelnetz beschwert habe. Außer, daß die nun darüber informiert sind und es nicht länger abstreiten können, ist nichts dabei rausgekommen. Sie sehen dem Treiben weiter passiv zu, bejubeln den Ausbau von DAB+ und verschweigen, daß sie dort durch Zuteilung von Datenraten <= 72 kbps an die privaten Programme mitverantwortlich sind für den Klangbrei, der dort verbreitet wird. Ich empfinde es geradezu als Hohn, wenn ich bei NDR oder DLF die DAB+-Jingles von "rauschfreier kristall-klarer Übertragung" höre.
Von den technischen Unzulänglichkeiten von DAB+ wissen sie nichts, da fehlt es an der nötigen Kompetenz. Man kolportiert, was der Lizenzgeber an Promotion-Sprüchen vorgibt. Nochmal zur Erinnerung: Die Medienanstalten samt Gehälter der Mitarbeiter finanzieren wir mit unseren zwangsweise erhobenen Rundfunk"beiträgen". Aber für unsere Interessen setzen sie sich nicht ein.

MfG Kai

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Sunday, December 1st 2019, 5:37pm

Auch von mir ein großes Danke an Kai!
Ist eigentlich bekannt/veröffentlicht/dokumentiert, in welcher Form die jeweiligen UKW-Sende-Standorte mit 'Material gefüttert' werden ?
(Analoge) Ballempfänger werden ja wohl nicht mehr benutzt.
VG Jürgen

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Sunday, December 1st 2019, 5:53pm

Hallo Jürgen,
(Analoge) Ballempfänger werden ja wohl nicht mehr benutzt.
das ist wohl schon lange vorbei.
Man kann davon ausgehen, daß die Signale über die digitale Infrastruktur (also das Internet) dahin transportiert werden, natürlich datenreduziert MPEG-kodiert.
Wie schon mehrfach erwähnt: wer glaubt daß er über UKW mit Original analogem Stoff versorgt wird, irrt. Nur die letzte Strecke von der Antenne zum Empfänger ist analog.
Moderne Sender erzeugen sogar die FM-Modulation digital. Dann braucht da niemand mehr was abgleichen. Geschieht alles in Software.

MfG Kai
Nachtrag: Ich habe aber auch schon mal noch unerfreulicheres gehört: Ein Organisator eines privaten Kulturradios meinte, daß zur Einspeisung seines Programms in ein Kabelnetz in der Kopfstation des Netzbetreibers ein "Ball-Empfänger" für DAB+ benutzt würde. Ganz sicher war er dessen aber nicht.

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Sunday, December 1st 2019, 6:52pm

Hallo Kai,

danke für den Verweis zum wirklich fundierten und lesenswerten "Radioforen" Beitrag von Hr. Roth!

Bitte fühle Dich nicht als alleinigen "Mahner in der Wüste", der ein oder andere fokussiert hierauf seine Aufmerksamkeit, ist aber ggf. nicht so "sattelfest".

Schöne Adventsgrüße
frank

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Sunday, December 1st 2019, 8:25pm

Hallo Frank,

der "Einzelkämpfer" bezog sich nicht auf die Anzahl der Unzufriedenen, sondern auf die Anzahl derer, die als solche bzw sich Beschwerende bei den Landes-Medienanstalten sichtbar werden. Einen einzelnen können sie als Querulanten ignorieren, selbst wenn der droht, sich beim "Petitionsausschuß des Schleswig-Holsteinischen Landtags" über ihre Untätigkeit zu beschweren (das ist die einzige übergeordnete Kontroll-Instanz). Wenn sich aber hunderte oder gar tausende über die Bandbreiten-Beschneidung bei Vodafone/KD oder den Klangbrei bei den <=072 kbps und die untransparente Höhen-Wiedergabe bei DAB+ beschweren würden, wäre die Reaktion dort vielleicht anders.
Bislang sind die Medienanstalten noch nicht mal dazu bereit, die Bevölkerung/Radiohörer auf ihren Internetseiten über die Vodafone-Praxis zu informieren und darauf aufmerksam zu machen, daß man derzeit drahtlos nur per Satelliten-Radio (und per Kabel in "Vodafone/KD-Hoheitsgebiet" allenfalls per Glasfaser einiger lokaler Netzanbieter) die Audio-Qualität bekommt, die die Programm-Macher rausgeben.

MfG Kai

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Monday, December 2nd 2019, 12:37am

Auch von mir ein großes Danke an Kai!
Ist eigentlich bekannt/veröffentlicht/dokumentiert, in welcher Form die jeweiligen UKW-Sende-Standorte mit 'Material gefüttert' werden ?
(Analoge) Ballempfänger werden ja wohl nicht mehr benutzt.
VG Jürgen

Bei der ARD i.d.R per MPEG 1 Layer 2 mit 384 kBit/s, per Richtfunk oder Datenleitung. Per Internet führen nur kleine Sender zu. Habe ich im Norden mal an einem Senderstandort gesehen, DSL-Anschluß mit Plastikradio und Adapter auf XLR. Das sind aber Ausnahmen.
SAT ist aber auch möglich. "harmony.fm" führt meines Wissens per SAT zu (MPEG 1 Layer 2 mit 192 kBit/s). Auch das Deutschlandradio führt per SAT (SCPC) zu.

Ob es bei der ARD noch irgendwo Ballempfänger gibt, ist mir nicht bekannt. Es würde mich aber nicht wundern, wenn kleine Füllsender noch Ballempfänger haben.


Viele Grüße

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Monday, December 2nd 2019, 12:30pm

Dabei ist noch folgendes zu bedenken:
Die FM-Modulation von UKW-Sendern hat andere Anforderungen an das Pre-Processing als MPEG 1 Layer 2 im Satelliten-Radio. Es gelten andere einzuhaltende Randbedingungen. Die führen dazu, daß UKW-Signale anders (unter Berücksichtigung der Pre-Emphasis) Dynamik-komprimiert werden (müssen). Nun leistet sich aber nicht jeder Programm-Anbieter ein zweigleisiges Sende-Processing für Sat und für UKW. Die Folge davon kann dann sein (insbesondere, wenn "man" nicht von Sender-seitiger Modulations-Überwachung ausgehen kann), daß das ausgehende Signal für Sat und UKW für UKW vorprozessiert ist. Dadurch wird die per Sat mögliche Qualität dann auf die von UKW reduziert.

MfG Kai

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Monday, December 2nd 2019, 2:03pm

Ein kleinen Einblick in die Praxis eines lokalen privaten Kulturradios gibt folgende Schilderung des Betreibers:
Zitat:
... haben einen eigenen Zugang zum TeleMichel. Media Bradcast (Freenet) bekommt von uns ein digitales Signal. Im Studio ... wird unser Radioprogramm analog produziert (Mischpult) Zuspielungen WAV-Dateien, MP3- Dateien, CDs, LPs. Der Ausgang des analogen Mischpults (D+R - Airlab MK II - Holland) geht auf einen Jünger DO7 Sendekompressor und wird digital aufbereitet. Das digitale Programm geht dann in einen Barco Encoder mit 384 kbps (Broadcast-MP3-Format) . Dieses wird dann über eine Telekom-2mB-Standleitung zum Fernsehturm geleitet.
Dort wird es einem Multiplexer für DAB+ zugeführt. Vor Ort wird durch die Media Broadcast das Sendesignal .... noch einmal gesplittet für die UKW-Ausstrahllung.
Wir haben unser Signal so eingestellt, dass es für DAB+ /UKW gut klingt.
W-tel in Norderstedt bekommt von uns ein extra digitales Signal aus dem Studio. Ausgang digital- Kompresser auf BARIX IN-Streamer. 192 kbps. Vor Ort in Norderstedt wurde es aufbereitet und ins digitales Netz eingespeist. Vermute aber, dass in letzter Zeit ein professioneller DAB+ Empfänger genutzt wird.
W-tel liefert unser Signal auch nach OE an unseren Internetprovider, der daraus ein mp3- 192 /64 Format erzeugt und auf unserer Seite zur Verfügung stellt.
Es gibt grundsätzlich keine analogen Sendeleitungen mehr. Wir hatten früher eine sehr anfällige RK 15 Stereoleitung zum FS-Turm. 40 Hz-15000 Hz. Leitungspegel +9dB, später 6dB. Es wurde ins normale Telefonnetz eingespeist. Hoher Pegel wegen der eventuellen Wählgeräusche). Die Übergabe wurde durch ein aufwendiges L-C Glied entzerrt. Vor Ort in einem HA-Kasten mit Drosseln und Kondensatoren. Es war auch ein abgreifbarerer Messpunkt vorhanden. So konnten wir direkt an der Sendeleitung unser Signal messen.
Heute können wir nicht mehr prüfen. Es ist eine Fernwartung des Encoders und der Barco-Einheit möglich.
Dafür gibt es eine Überwachung in Usingen bei Frankfurt.
Unser Compressor ist ARD-Standard und wird auch beim DLF eingesetzt. Ich kann mir durchaus vorstellen, dass der DLF- verschiedene Einstellungen vornimmt. Das Gerät ist fernbedienbar und verschiedene Presets können abgerufen werden.
Wir haben ihn so eingestellt, dass zu leises Material innerhalb von 10 Sek auf max. Pegel gezogen wird.
Zitatende
Mit "Broadcast-MP3-Format" hat er (etwas inkorrekt) MPEG 1 Layer 2 umschrieben.

MfG Kai

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Saturday, December 7th 2019, 10:19am

Ich habe eben mal eine Bestandsaufnahme der bei mir per DAB+ empfangbaren Programme und ihrer Bitraten gemacht.
Aufnahme-Ort etwas außerhalb Hamburgs in Süd-Holstein. Gerät: ein ehemaliger DVB-T Stick, Programm DAB-Player auf einem Windows-PC.

Sämtliche Programme werden mit dem Verfahren HE-AAC v1 übertragen (HE-AAC: High Efficiency Advanced Audio Coding, v1: mit SBR)
Es gibt 3 Cluster:
1. NDR-HH:
Enthält die 8 NDR Programme N-JOY, NDR 2, NDR 90,3 ,NDR Blue, NDR Info, NDR Info Spezial, NDR Kultur, NDR Plus.
Alle werden mit 96 kbps übertragen.

2. DR Deutschland:
13 Programme mit unterschiedlichen Bitraten:
DLF Kultur mit 112 kbps
DLF, DLF Nova mit 104 kbps
Absolut relax, ENERGY, ERF Plus, KlassikRadio, Radio Bob!, sunshine live mit 72 kbps
Schlagerparade, Schwarzwaldradio mit 64 kbps
DRadio DokDeb, Radio Horeb mit 48 kbps
(Radio Horeb genießt bei Vodafone/KDs DVB-C das "Privileg" mit 18...18,8 kHz Bandbreite übertragen zu werden, während die meisten anderen Programme auf <=13,5 kHz beschnitten werden).

3. Hamburg K11C:
15 (16) Programme, davon eins außer Dienst, alle mit 72kbps:
80s80s, 917XFM, ANTENNE SYLT, ERF POP, Hamburg Zwei, HLRdigital, MegaRadio, (PELI ONE), R.SH Hamburg, Rock Antenne HH, Radio Hamburg, Radio Paradiso, Tide.radio, ffn Hamburg, lulu.fm, radio B2 Schlager

Es gibt keine Programme mit Bitraten >=128 kbps.

Im Internet gibt es eine Liste aller DAB Programme in Deutschland:
https://de.wikipedia.org/wiki/Liste_der_…schland#Hamburg

Darunter gibt es auch einige mit Bitraten >=128 kbps, so zB beim Hessischen Rundfunk, in Bremen, SWR und BR Klassik. Diese Programme haben gemessen an der Vielzahl der Programme mit Bitraten <128 kbps Ausnahme-Charakter.
Bei letzteren erfolgt die Übertragung durchweg mit dem Verfahren HE-AAC v1 . Dabei wird im Encoder das Audio-Signal zunächst in ein low-band und ein high-band aufgeteilt. Die nach außen sichtbare Sample-Rate ist 48 kSps, intern wird das low-band aber mit 24 kbps weiterverarbeitet. Dazu muß es auf eine Bandbreite <12 kHz begrenzt werden. Die tatsächlich verwendete Bandbreite ist abhängig von der verwendeten Übertragungs-Bitrate, um den Pegel der Codierungs-Artefakte klein genug zu bekommen. Nach eigenen Messungen werden folgende Bandbreiten verwendet:
112, 104 & 96 kbps: 11,2 kHz
72 kbps: 10,1 kHz
64 kbps: 9 kHz
48 kbps: 6,75 kHz
Das high-band wird nicht ähnlich codiert übertragen. Stattdessen werden Informationen über den Hüllkurven-Verlauf, Korrelationen mit dem low-band und rausch-artige Antelle mit wenigen Bits übertragen. Mit deren Hilfe wird bei Wiedergabe im Decoder aus dem low-band bzw. bei fehlender Korrelation durch diskrete Zusatz-Signale ein Ersatz-Signal für den ursprünglichen Hochton-Anteil oberhalb des low-band erzeugt und dem rekonstruierten low-band hinzugefügt.

Bei Bitraten >=128 kbps erzeugt das HE-AACv1 Verfahren keine bessere Qualität als LC-AAC (Low Complexity AAC), im Gegenteil: der Lizenzgeber/Erfinder empfiehlt, dort LC-AAC wegen höherer "Transparenz" zu verwenden (Transparenz: Das Original kommt besser durch den Codierungs"Scheier").
Unklar ist bei der Liste im Internet, ob bei den Programmen mit 128 kbps LC-AAC oder HE-AACv1 verwendet wird. Bei den Programmen mit Bitraten >128 kbps sollte es so sein. Leider gibt die Liste darüber keinen Aufschluß.

MfG Kai
Nachtrag: Es sind insgesamt 36(37) Programme

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644

Saturday, December 7th 2019, 12:30pm


Darunter gibt es auch einige mit Bitraten >=128 kbps, so zB beim Hessischen Rundfunk, in Bremen, SWR und BR Klassik. Diese Programme haben gemessen an der Vielzahl der Programme mit Bitraten <128 kbps Ausnahme-Charakter.


Unklar ist bei der Liste im Internet, ob bei den Programmen mit 128 kbps LC-AAC oder HE-AACv1 verwendet wird. Bei den Programmen mit Bitraten >128 kbps sollte es so sein. Leider gibt die Liste darüber keinen Aufschluß.

Anbei die aktuelle Übersicht mit Programmen in LC-AAC (ohne Gewähr):

BR-KLASSIK: 144 kbps LC-AAC Stereo
BR Heimat: 128 kbps LC-AAC Stereo
Bremen Eins: 128 kbps LC-AAC Stereo
Bremen Zwei: 128 kbps LC-AAC Stereo
Bremen Vier: 128 kbps LC-AAC Stereo
Bremen Next: 128 kbps LC-AAC Stereo
ENERGY BREMEN: 144 kbps LC-AAC Stereo
NORDSEE: 144 kbps LC-AAC Stereo
ffn Bremen: 144 kbps LC-AAC Stereo
RADIO ROLAND: 144 kbps LC-AAC Stereo
PELI ONE: kbps LC-AAC Stereo
90.vier: 144 kbps LC-AAC Stereo
mart Radio: 88 kbps LC-AAC Stereo
MDR KLASSIK: 112 kbps LC-AAC Stereo
hr1 : 136 kbps LC-AAC Stereo
hr2 : 144 kbps LC-AAC Stereo
hr3 : 136 kbps LC-AAC Stereo
hr4 Rhein-Main: 136 kbps LC-AAC Stereo
hr4 Nord/Ost: 136 kbps LC-AAC Stereo
hr4 Mittelhessen: 136 kbps LC-AAC Stereo
YOU FM: 136 kbps LC-AAC Stereo
hr-iNFO: 88 kbps LC-AAC Mono
WDR 3: 128 kbps LC-AAC Stereo
Studio Nahe: 144 kbps LC-AAC Stereo
SWR2: 128 kbps LC-AAC Stereo
Radio Karlopolis: 128 kbps LC-AAC Stereo
DASDING: 112 kbps LC-AAC Stereo


Viele Grüße

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Saturday, December 7th 2019, 1:31pm

Wenn bei Bitraten <128 kbps LC-AAC verwendet wird, ist der Artefakt-Pegel idR höher als bei Verwendung von HE-AACv1. Aus der "Klemme" kommt man nur heraus, wenn man die Audio-Bandbreite reduziert. Beides ist unerfreulich. Diese Fälle können deshalb nicht als Qualitäts-Empfehlung gewertet werden.

MfG Kai

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Saturday, December 7th 2019, 1:56pm

Wenn bei Bitraten <128 kbps LC-AAC verwendet wird, ist der Artefakt-Pegel idR höher als bei Verwendung von HE-AACv1. Aus der "Klemme" kommt man nur heraus, wenn man die Audio-Bandbreite reduziert. Beides ist unerfreulich. Diese Fälle können deshalb nicht als Qualitäts-Empfehlung gewertet werden.
MfG Kai

Bei den 112 kBbps von "MDR KLASSIK" und "DASDING" würde ich das noch nicht unterschreiben und LC-AAC bevorzugen.
"hr-iNFO" sendet in Mono, da sind 88 kbps für LC-AAC vollig ausreichend.
Bleibt also "mart Radio" mit 88 kbps LC-AAC Stereo als mögliches Problem. Ich habe den Sender noch nie gehört und kann deshalb dazu nichts sagen. Auch habe ich keine Qualitätsempfehlung abgegeben, sondern nur eine Liste mit Programmen in LC-AAC geliefert.
Vielleich war Deine Idee, unsere Diskusion in zwei Threads zu verteilen, doch nicht so gut und erzeugt jetzt Mißverständnisse.


Viele Grüße

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Saturday, December 7th 2019, 2:15pm

"hr-iNFO" sendet in Mono, da sind 88 kbps für LC-AAC vollig ausreichend.
Das hab ich übersehen, weil ich Wort-Programme garnicht in Betracht ziehen würde. Aber da hast du natürlich recht. Solche Programme werden teils mit nur 48 oder 40 kbps gebracht.
Vielleich war Deine Idee, unsere Diskusion in zwei Threads zu verteilen, doch nicht so gut und erzeugt jetzt Mißverständnisse.
Das war keine Idee, sondern ich sah die "Notwendigkeit", bei der Würdigung der von Manfred/mampfi erstellten Bandbreiten-Messungen im Thread über DLF/Deutschlandradio darauf hinzuweisen, daß 15-16 kHz Bandbreite bei DAB+, sofern mit HE-AACv1 erzeugt, nicht gleichwertig sind zu 15-16 kHz Bandbreite bei DVB-C, DVB-S, UKW oder LC-AAC.

Inzwischen habe ich mal die Nennung fast aller Bitraten auf der genannten Wikipedia-Seite zu DAB-Programmen zu einem Histogram verarbeitet, damit das Verhältnis von Bitraten >=128 kbps zu denen <128 kbps mal sichtbar wird. Beim Notieren der Nennungen hab ich anfangs einige Multiplexe, die wiederholt gleich vorkamen, weggelassen, das waren vorwiegend welche mit niedrigen Bitraten. Deshalb ist das Ergebnis nicht ganz korrekt und begünstigt eher noch die scheinbare Häufigkeit der hohen Bitraten.

Wie man sieht, kommen die meisten Programme mit 72 und 96 kbps. Der Prozentsatz der Programme mit >=128 kbps zu denen darunter beträgt 4,1 %.
Wenn die Default-Einstellungen der Entwickler benutzt werden, sollten die Encoder wohl bei >=128 kbps LC-AAC verwenden.

MfG Kai

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Tuesday, December 10th 2019, 3:41pm

was mich immer wundert, ist, wie sehr Ihr Euch an der Technik abarbeitet, während gleichzeitig kein Wort über die Entwicklung der Programminhalte verloren wird. Ist Euch eigentlich egal, was Ihr hört, so lange es nur analog oder zumindest in 128kBit/s übertragen wird ?

Ich für meinen Teil höre auch deshalb fast nur noch Internetradio, weil ich den öffentlich rechtlichen Dudel-Einheitsbrei nicht mehr ertragen kann. Gutes Radio ist mittlerweile eine Sache von Leuten geworden, die sich von Spenden finanzieren müssen ( wie z.B. Radio Popstop ).

Gruß Frank

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Tuesday, December 10th 2019, 4:42pm

Hahaha, Frank, super Einwand. :thumbsup:

Regelmässig "blättere" ich durch rund 80 Hörfunkprogramme aus 16 deutschen Bundesländern (z.B. in den Werbepausen im Fernsehprogramm) und bin regelmässig enttäuscht vom Programmangebot. Ich höre deswegen fast nur noch öffentlich-rechtliche oder private Sender aus Tschechien, Polen, Slowenien, Italien oder Spanien auf UKW oder Mittelwelle. Dann macht Radio wieder viel Spaß.

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Tuesday, December 10th 2019, 4:50pm

was mich immer wundert, ist, wie sehr Ihr Euch an der Technik abarbeitet, während gleichzeitig kein Wort über die Entwicklung der Programminhalte verloren wird. Ist Euch eigentlich egal, was Ihr hört, so lange es nur analog oder zumindest in 128kBit/s übertragen wird ?
Hallo Frank, mit dieser Vernutung liegst du, was mich betrifft, total daneben.
Ich höre normalerweise überhaupt kein DAB+, sondern wähle geziehlt nach Programm-Inhalten aus, was ich mir anhöre, und da es die Programme, die mich interessieren, per DVB-C, Mediatheken und Internet gibt, beschaffe ich mir dort die jeweil qualitativ beste Version.

DAB+ kommentiere ich hier nur technisch, weil ich auf die Defizite dieses Verfahrens aufmerksam machen möchte, die ja in den Promotion-Texten der Supporter völlig verschwiegen werden.

MfG Kai

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Tuesday, December 10th 2019, 4:59pm

was mich bei DAB+ auch stark irritiert, ist, dass es für die DIY-Szene quasi nichts gibt. Abgesehen von ein paar Modulen, die schon lange wieder verschwunden sind, gibt es nur so infantiles Zeug wie die Selbstbau Radios von Franzis, die im Grunde nichts weiter sind als ein fertiges Radio, das man in ein Gehäuse einbauen muss. Auch halbwegs leicht verständliche Literaturüber die Funktionsweise von DAB+ habe ich bisher nicht gefunden.

Wenn Du Dich da vielleicht besser auskennst, würde ich mich über Tipps aller Art freuen. Interessant wären z.B. DAB+-Tunermodule, die man von einem Rechnermodul ansteuern und abfragen kann, Informationen, welche Module sich fürs Auto eignen, welche für höherwertigen Klang usw. Mit einfachen Einchip-DAB+ Radios habe ich im Auto schon rumexperimentiert, das kann man sowohl klanglich als auch vom Empfang komplett vergessen.

Gruß Frank

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Tuesday, December 10th 2019, 5:33pm


DAB+ kommentiere ich hier nur technisch, weil ich auf die Defizite dieses Verfahrens aufmerksam machen möchte, die ja in den Promotion-Texten der Supporter völlig verschwiegen werden.

Was Du meinst ist kein "Defizit" des "Verfahrens DAB+", sondern ein "Defizit" eines der möglichen Codecs, der in den meisten Fällen Verwendung findet.
DAB(+) erlaubt z.B. die Aussendung eines Hörfunkprogramms in MPEG 1 Layer 2 mit 320 kBit/s, steht also in der möglichen Qualität nicht hinter DVB-S. Daß die Situation in der Praxis anders aussieht ist kein "Defizit" des Verfahrens, sondern ein "Defizit" in den technischen Qualitätsansprüchen der Betreiber. Der HR und Radio Bremen zeigen, daß das auch anders geht.

Unabhängig davon halte ich das bei den Rundfunkprogrammen verwendete Soundprocessing in Bezug auf gute Tonqualität für deutlich bedenklicher als z.B. SBR. Selbst wenn der Deutschlandfunk per Linear-PCM zu hören wäre, ist mir die Modulation einfach zu "laut". Selbst bei Wortsendungen geht mir deren Dynamikkompression auf die Nerven.



was mich immer wundert, ist, wie sehr Ihr Euch an der Technik abarbeitet, während gleichzeitig kein Wort über die Entwicklung der Programminhalte verloren wird. Ist Euch eigentlich egal, was Ihr hört, so lange es nur analog oder zumindest in 128kBit/s übertragen wird ?

Gute Frage! Wer beim HR glaubt ernsthaft, ein "normaler Mensch" würde sich eine Sendung anhören in der nach jedem zweiten Lied der Claim "Verdammt starke Songs - HR1 - genau meins" gespielt wird?
Rundfunk in Deutschland hat ein inhaltliches Problem, jedoch gehört diese Diskussion meiner Meinung nach in einen eigenen Thread.


Viele Grüße

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Tuesday, December 10th 2019, 5:59pm

Was Du meinst ist kein "Defizit" des "Verfahrens DAB+", sondern ein "Defizit" eines der möglichen Codecs, der in den meisten Fällen Verwendung findet.
DAB(+) erlaubt z.B. die Aussendung eines Hörfunkprogramms in MPEG 1 Layer 2 mit 320 kBit/s, steht also in der möglichen Qualität nicht hinter DVB-S.
Auch wenn ich es schon mehrfach gesagt habe, muß ich es wohl noch mal wiederholen: die höher qualitative Variante von DAB+ (meinst du wirklich MPEG 1 Layer 2 oder LC-AAC ?) ist nicht repräsentativ für die DAB+ Szene in Deutschland sondern macht nur wenige Prozent aus. Die große Mehrheit wird als HE-AAC v1 übertragen, worauf ich mich beziehe. Bei den privaten Programmen weisen die Medien-Anstalten die Übertragungs-Kapazität zu. Wenn es dort einen Trend gibt, so keinesfalls zu besserer Übertragungsqualität, sondern zu niedrigeren Bitraten, um möglichst viele verschiedene Programme in den wenigen genutzten Multiplexen unterzubringen.

was mich immer wundert, ist, wie sehr Ihr Euch an der Technik abarbeitet, während gleichzeitig kein Wort über die Entwicklung der Programminhalte verloren wird.
Dies ist ein technisches Forum, diese Rubrik ist eine an der Technik orientierte. Kultur, dazu gehören die Programm-Inhalte, ist Thema in den Rubriken "Kulturelles" und "Offtopic und Aktuelles". Deshalb ist es "voll normal" und überhaupt nicht verwunderlich oder Indiz für einseitiges Denken, daß hier technische Aspekt eim Vordergrund stehen.

MfG Kai

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654

Tuesday, December 10th 2019, 6:15pm

Was Du meinst ist kein "Defizit" des "Verfahrens DAB+", sondern ein "Defizit" eines der möglichen Codecs, der in den meisten Fällen Verwendung findet.
DAB(+) erlaubt z.B. die Aussendung eines Hörfunkprogramms in MPEG 1 Layer 2 mit 320 kBit/s, steht also in der möglichen Qualität nicht hinter DVB-S.
Auch wenn ich es schon mehrfach gesagt habe, muß ich es wohl noch mal wiederholen: die höher qualitative Variante von DAB+ (meinst du wirklich MPEG 1 Layer 2 oder LC-AAC ?) ist nicht repräsentativ für die DAB+ Szene in Deutschland sondern macht nur wenige Prozent aus. Die große Mehrheit wird als HE-AAC v1 übertragen, worauf ich mich beziehe. Bei den privaten Programmen weisen die Medien-Anstalten die Übertragungs-Kapazität zu. Wenn es dort einen Trend gibt, so keinesfalls zu besserer Übertragungsqualität, sondern zu niedrigeren Bitraten, um möglichst viele verschiedene Programme in den wenigen genutzten Multiplexen unterzubringen.

Ist es so schwer zu verstehen, daß das kein "Defizit" des Verfahrens ist. Es ist höchstens ein "Defizit" in der Anwendung des Verfahrens?
Beispiel: Bei der Deutschen Bahn sind viele Züge unpünklich. Das ist aber kein "Defizit" des Systems Eisenbahn, sondern ein "Defizit" bei der Art wie es betrieben wird.
Beispiel 2: Viele CDs sind extrem in der Dynamik komprimiert. Dies ist kein "Defizit" des Systems, sondern höchstens ein "Defizit" bei den Qualitätsansprüchen der Produzenten.


Viele Grüße

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Tuesday, December 10th 2019, 6:45pm

Das hat garnichts mit "verstehen" zu tun. Unter DAB+ können drei AAC-Varianten benutzt werden, die am häufigsten (>90%) angewandte ist HE-AACv1. Wenn man unspezifisch von DAB+ spricht, ist es normal, sich auf das am häufigsten vorzufindende zu beziehen. Dann ist es schief daneben, von den Verhältnissen in Hessen oder Bremen zu sprechen. Ich würde mich freuen, wenn es in Hamburg und Schleswig-Holstein auch so wäre, ist aber nicht so und ist auch nicht "im Trend".

Unabhängig davon halte ich das bei den Rundfunkprogrammen verwendete Soundprocessing in Bezug auf gute Tonqualität für deutlich bedenklicher als z.B. SBR. Selbst wenn der Deutschlandfunk per Linear-PCM zu hören wäre, ist mir die Modulation einfach zu "laut". Selbst bei Wortsendungen geht mir deren Dynamikkompression auf die Nerven.
Die Dynamik-Kompression von DLF gefällt mir auch nicht. Das ist aber die Folge von Ansichten, wie zB "nick-riviera" im Thread über den DLF kund getan hat: verständlich im Autoradio Wortsendungen hören...
Das DLF-Soundprocessing ist für Autofahrer, "Bauarbeiter", und andere Hörer mit unruhiger Geräusch-Umgebung optimiert, sowie die jungen Leute, die Radio hauptsächlich per Smartphone oder Streaming-Diensten hören, nicht für den Freund von qualitativ höherwertigen Musiksendungen.
Diese Vorstellung vom Radio-Hörer ist so verbreitet, daß sich kaum noch ein Programm-Anbieter oder -Verteiler bemüht, die Inhalte in technisch hoher Qualität zu liefern.
Folge davon ist auch, daß die meisten DAB+ Radios für "zu Hause" nur einen kleinen Breitband-Lautsprecher haben (also Mono-Wiedergabe) und meist das Erscheinungbild eines Küchenradios.
Vom "normalen" Menschen wird angenommen, daß er/sie abends TV konsumiert.

MfG Kai

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656

Wednesday, December 11th 2019, 11:45am

auch wenn es hier schwerpunktmäßig um die Technik geht, sind die Dinge ja für irgendwas gut, und es hängt alles irgendwie zusammen. Ich finde sogar, dass es ein Kernproblem der heutigen Gesellschaft ist, dass immer weniger Leute "Interdisziplinär" denken.

Auch wenn Radio heute vom Programm immer unerträglicher und uniformer wird, war es auch früher schon ein Massenmedium, bei dem weder höchste Tonqualität noch ein besonders breit angelegtes Programmangebot die Hauptrolle gespielt haben. Die Zeit, wo Radio noch als "Konzert-Ersatz" benutzt wurde, liegen schon sehr lange zurück, spätestens seit sich das Fernsehen in den fünfziger Jahren durchgesetzt hat, ist das Radio in die zweite Reihe gerutscht, und wurde verstärkt als Berieselungsmedium benutzt.

Schon in den siebziger Jahren mussten z.B. selbst bekannte Rockgruppen ein oder zwei "airplay-taugliche" Stücke auf ihren Alben unterbringen, um im Radio überhaupt gespielt zu werden, wer gerne einen breiten Musikgeschmack haben wollte, musste sich schon immer andere Quellen suchen als das Radio. Und klanglich war das Radio auch früher schon ganz nett, aber ein simpler Vergleich mit einer direkt gespielten Schallplatte hat einem auch vor 40 Jahren schon deutlich die Defizite aufgezeigt.

Die mediale Grundversorgung, die jedem Bürger per Gesetz zusteht - ob er sie haben will, oder nicht - muss ohne zusätzliche Einrichtungen nur mit einem Empfangsgerät alleine konsumierbar sein. Das mit möglichst wenig Kosten hinzubekommen, mit einer Klangqualität, die 90% der Hörer als gut empfinden, das ist die Kernaufgabe von DAB+ . Und sorry, diese Anforderung erfüllt DAB+ problemlos. Das audiophile Feinschmeckertum hat es bei der Masse der Bevölkerung eh nie gegeben, auch nicht zu der Zeit, wo es hip war, sich eine Stereoanlage ins Wohnzimmer zu stellen. Für wirklich intensive multimediale Erlebnisse für die Gourmets gibt es heute sowieso ganz andere Technologien - ich habe mich z.B. letztens mal in ein Heimkino-Fachgeschäft verirrt, und mir da auf deren Referenz-System ein Stück von einer Konzert-Bluray angesehen und angehört - seitdem weiß ich, wieso bei den klassischen Stereo-Medien kaum noch in klanglichen Fortschritt investiert wird.

Um die Frage an die Fachleute nochmal zu wiederholen - ich suche wirklich schon länger nach einem DAB+ Modul, das im Auto einwandfrei funktioniert, besser klingt als diese Einchip-Küchenradio-Lösungen, und offen ansteuerbar ist ( z.B. per I2C-Bus ), damit man es in andere Geräte integrieren kann. Hat denn keiner eine Idee ?

danke und Gruß Frank

edit: Habe mir die Frage zunächst mal selber beantwortet - es gibt das Monkeyboard:

https://www.monkeyboard.org/shop/index.p…1rpfusiaidhseo4

Mit Entwicklungsplatine kostet ein Modul 86 Dollar, später kann man dann ein Fünferpack DAB+ Module ohne Entwicklungsplatine für 100 Dollar kaufen, sprich, 20 Dollar pro Modul. Softwareunterstützung gibt es auch.

This post has been edited 1 times, last edit by "nick_riviera" (Dec 11th 2019, 12:54pm)