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Posts: 832

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601

Friday, June 21st 2019, 12:45pm

Niedersachsen steigt aus DAB+ aus. Es ist nicht zu fassen.

https://www.golem.de/news/landtag-nieder…906-142046.html


https://www.infosat.de/radio/nieders-chs…ndigung-von-dab
Zitat:
Der Landtag bittet daher die Landesregierung,
  • sich konsequent zusammen mit dem Bund, anderen Ländern sowie den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern für einen marktgerechten Übergang in eine digitale Radiozukunft einzusetzen und ein klares, abgestimmtes Konzept zu erarbeiten,
  • sich gegen ein UKW-Abschaltdatum auszusprechen und"
  • sich innerhalb des Systems von Rundfunkauftrag und -finanzierung für eine Beendigung von DAB+ zugunsten des Aufbaus zukunftsoffener Technologien, wie z B. des 5-G-Standards, einzusetzen."
Ende Zitat


Zur Vorgeschichte:
https://www.satellifax.de/mlesen.php?id=…dea8be1a21acb87
Zitat:
Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass dieses laut Insiderkreisen einseitige, durchschaubare und interessensgelenkte Manöver, das seinen Ursprung bei einem kommerziellen Hörfunkanbieter haben soll, eine Mehrheit finden wird.
Man verweist zudem darauf, dass seitens der Staats- und Senats­kanz­leien der NDR-Vertrags­länder zu keinem Zeit­punkt Förde­rungen zur Verbrei­tung von DAB+ gewährt wurden.

Vergleicht man Nieder­sachsen mit anderen Bundes­län­dern, wo es zumin­dest Bestre­bungen der Politik gibt, das digital-terres­tri­sche Radio nach vorn zu bringen, manö­vriert sich Nieder­sachsen mit seiner Haltung immer mehr ins Abseits, zumal sich DAB+ national und international immer mehr etabliert. Mit der Interoperabilitätsverpflichtung bei Autoradios, der digitalen Radioempfang zur Pflicht macht, wurde bereits ein wichtiger Schritt getan.

Ende Zitat


Da machen nur ein paar Privatsender über die FDP Lobbyarbeit. DAB+ bedeutet mehr Programme und damit mehr Konkurrenz.


Viele Grüße

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602

Friday, June 21st 2019, 3:44pm

DAB+ bedeutet mehr Programme und damit mehr Konkurrenz.



Das Argument schlechthin könnte aber auch lauten:

Aber Internet bedeutet NOCH MEHR Programme und NOCH MEHR Konkurrenz.

Gruß,

Karsten
Karsten, der hier noch immer mitliest...

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603

Friday, June 21st 2019, 3:58pm


Das Argument schlechthin könnte aber auch lauten:

Aber Internet bedeutet NOCH MEHR Programme und NOCH MEHR Konkurrenz.

Ja - könnte. Aber im Internet kann man die "Einschaltquoten" tatsächlich ermitteln und ist nicht darauf angewiesen, daß die Leute bei einer Befragung einen Sender aus dem Gedächtnis nennen. Bei 30-50 Programmen per DAB+ ohne Rückkanal ist das Risiko, daß die Leute den "falschen" Sender nennen, deutlich größer als mit UKW. Welche Senderanzahl gibt es denn auf UKW so i.d.R. im Küchenradio ohne Empfangsprobleme? 5-8?
BTW: Wenn es nach den Privaten geht, dürften die ÖRs im Internet gar nichts senden ...

Aber schauen wir mal, was aus der Bitte des Landtages wird. ;-)


Viele Grüße

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604

Friday, June 21st 2019, 6:39pm

Der Landtag bittet daher die Landesregierung,

So kann man manipulieren. golem.de: "Niedersachsen beschließt Ausstieg aus DAB+", Heise: "Niedersachsen stimmt für Abschied von DAB+". Da glaubt man doch, das sei verabschiedet.

Gruß, Anselm

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605

Monday, June 24th 2019, 1:22am


So kann man manipulieren. golem.de: "Niedersachsen beschließt Ausstieg aus DAB+", Heise: "Niedersachsen stimmt für Abschied von DAB+". Da glaubt man doch, das sei verabschiedet.

Die kopieren alle Argenturmeldungen - ohne Prüfung.
BTW: Heise ist z.B. auch an Radio 21 beteiligt: https://www.heise-gruppe.de/artikel/RADIO-21-1366192.html

Hier mal eine Zusammenfassung der Sachlage:
https://www.teltarif.de/digitalradio-dab…news/77039.html
Zitat:
Der niedersächsische Landtag hat die Landesregierung dazu aufgefordert, sich für eine Beendigung des Digitalradios DAB+ einzusetzen. Damit ziehen die Norddeutschen die Notbremse und schützen die regionalen UKW-Veranstalter vor zu viel Konkurrenz.

Offen ist noch, wie die niedersächsische Landesregierung den Beschluss des Landtags umsetzen wird. Um dem Nord­deutschen Rundfunk (NDR) die Verbreitung über DAB+ zu unter­sagen, müsste der NDR-Staatsvertrag geändert werden. Bei Deutschlandradio als nationalem Hörfunk hat man wohl gar keine Chance, die DAB+-Ausstrahlung zu stoppen.

Möglich wäre es, die Zustimmung zur Verbreitung von Privatradios über die beiden bundesweiten Multiplexe (der zweite soll noch in diesem Jahr an den Start gehen) zu revidieren. Wenn allerdings Programme wie Radio Bob!, Klassik Radio, Absolut Relax, Energy, sunhine live oder Schwarzwaldradio nicht mehr digitalterrestrisch im Land verbreitet werden dürfen, wäre es ein nie dagewesener Angriff auf die Rundfunkfreiheit und Kulturhoheit. Schon jetzt werden Stimmen laut, dass der Beschluss aus Niedersachsen juristisch unter die Lupe genommen werden sollte und möglicher­weise ein Fall für das Bundesverfassungsgericht ist.

Ende Zitat.

Hinzu kommt:
https://www.teltarif.de/dab-plus-bundesm…news/77044.html
Zitat:
Niedersachsen hat das Aus für DAB+ beschlossen. Allerdings kommt die Entscheidung im Parlament knapp zu spät. Die Verbreitung des ersten Bundesmux kann die niedersächsische Landesregierung zumindest bis 2035 nicht stoppen, da unter anderem ihr Ministerpräsident Anfang Juni einer Verlängerung zuge­stimmt hat.
Ende Zitat.



Viele Grüße

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606

Monday, June 24th 2019, 7:55am

Zitat:
Niedersachsen hat das Aus für DAB+ beschlossen. Allerdings kommt die Entscheidung im Parlament knapp zu spät. Die Verbreitung des ersten Bundesmux kann die niedersächsische Landesregierung zumindest bis 2035 nicht stoppen, da unter anderem ihr Ministerpräsident Anfang Juni einer Verlängerung zuge­stimmt hat.
Ende Zitat.

O Ihr Politiker. Lehnen wir uns erst mal zurück. 2035 wird die Umsetzung auf viel zu großen Widerstand stoßen, weil es bis dahin viel zu viele DAB+-Empfänger gibt.

Meint Anselm

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607

Monday, June 24th 2019, 8:20am

...
Was für einen Widerstand?
Bei mir rennt sie (die nds. Landesregierung) offene Türen ein!
...
Bin ganz der Meinung wie Beitrag "598"!
...
Habe schon DAB (und DVB-T) nicht gebraucht.
Und DAB+ (und DVB-T2) erst recht nicht.
...

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608

Monday, June 24th 2019, 8:55am

Hallo Wolfgang,

Was für einen Widerstand?
Bei mir rennt sie (die nds. Landesregierung) offene Türen ein!

Vielleicht ändere ich meine Meinung 2035. Bis dahin behalte ich sie, wenn sie kein anderer haben will. ;)

Gruß, Anselm

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609

Sunday, July 14th 2019, 5:42pm

Wenn ich Elektroschrott einigermaßen vermeiden möchte, erachte ich einen Verbleib von UKW nicht als das Schlechteste....
und mir ist nicht recht klar, inwiefern DAB / DAB+ / DAB++ / DAB+++ weniger Obsoleszenz erzeugen soll als 2/3/4/5/6/7G...

Bislang sind alle Versuche, den Rundfunk zu digitalisieren kläglich gescheitert. Die erste Elektroschrott-Welle gab es bereits 1999 mit der Abschaltung von DSR. Meiner Meinung nach bringen alle bisherigen digitalen Systeme keinerlei Vorteile gegenüber dem UKW-Rundfunk. Wenn man einmal die letzten 100 Jahre Entwicklungsgeschichte des Rundfunks Revue passieren läßt, so wird man feststellen, das es immer Verbesserungen gab, die schließlich in der UKW Stereo Übertragung ihren Höhepunkt fanden. UKW bedeutet(e) praktisch Radio in HiFi-Qualität. Die logische Fortsetzung wäre also Radio in CD-Qualität oder noch besser - analog zu HDTV und 4K beim Fernsehen. Da jedoch bei DAB und DAB+ bis zum Abwinken komprimiert wird, ist es in Wirklichkeit keine Verbesserung sondern eine Verschlechterung gegenüber UKW. Ganz zu schweigen davon, dass viele populäre Sender, wie etwa Radio PSR gar nicht über DAB+ senden. Wenn ich bei UKW schlechten Empfang habe, kann ich immer noch auf Mono umschalten. Bei DAB+ wird dann vermutlich nichts brauchbares mehr aus dem Lautsprecher kommen. Vor gut einem Jahr war ich mit einem nagelneuen Audi A5 Sportback zwischen Dessau und Leipzig auf der Autobahn unterwegs. Der original eingebaute DAB+ Empfänger schaltete immer wieder auf UKW um.

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610

Sunday, July 14th 2019, 6:09pm

Bislang sind alle Versuche, den Rundfunk zu digitalisieren kläglich gescheitert.

Das scheint nur so.
Bei UKW ist heutzutage vermutlich nur noch der Empfänger analog.
Studio, Signal-Verarbeitung, Signal-Übertragung zum Sender und moderne Sender arbeiten in der Modulation auch digital.
Nur danach geht es per FM zum UKW-Radio.
Moderne SDR-Empfänger haben nur noch ein analoges Frontend und digitalisieren danach "so schnell wie möglich", um den "Rest" per Software zu erledigen. So arbeiten mittlerweile auch moderne Kurzwellenempfänger.
DAB+ (AAC-HE v1) ist eitel Blendwerk, weil es das Audio-Signal in zwei Bändern verarbeitet: einem "Low Band" mit Bandbreite < 12 kHz , das bei 24 kHz Sample-Rate mit einem moderneren effizienteren Kompressionsverfahren als mp3 codiert wird, und einem "High band", in dem per parametrischer Beschreibung mit wenigen Bits und SBR (Spectral Band Replication) aus dem "Low band" die Höhen Original-ähnlich rekonstruiert werden.
Leider ist es so, daß auch bei den prinzipiell qualitativ besseren digitalen Übertragungsverfahren (zB per Satellit mittels mpeg 1 layer 2 und ausreichend hoher Bitrate) einige Programm-Anbieter zwecks Klangkonformität mit UKW dort in gleicher Weise Dynamik-Kompression und (stationstypischen) Sound-Design anwenden. Dadurch wird allerlei Qualitäts-Potential verschenkt.

MfG Kai

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611

Wednesday, August 7th 2019, 9:03am

Action hat wieder Radios als Wochenangebot. Diesmal allerdings stationäre Modelle in Stereo und etwas teurer.

https://www.action.com/de-de/p/pulsar-radio-/

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612

Friday, November 8th 2019, 3:34pm

Der König ist tot...

teltarif.de: UKW bleibt in Deutschland bis mindestens 2032

Also: Mit etwas Glück kann ich als heutiger Mitvierziger noch als Rentner UKW hören. :D

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613

Friday, November 8th 2019, 6:05pm

Hallo,

die Info unter dem Link ist erscheint mir in einigen Formulierungen doch Kommentar/Korrektur-bedürftig:

1. Die Medienanstalten vergeben zwar zeitlich begrenzte Lizenzen für die Nutzung des UKW-Spektrums, sie befinden aber nicht über die Existenz von UKW.

2. Die UKW-Sender sind mittlerweile alle in privater Investoren-Hand. Die befinden über die Profite, die sie damit machen wollen und folglich die Gebühren, die sie für deren Nutzung erheben. Wenn das einem Programm-Veranstalter zuviel wird, muß er die "Segel streichen".

3. Im dritten Absatz des Aufsatzes steht: " In einer rundum digi­tali­sierten audio­visu­ellen Medi­enwelt bleibt das Radio die einzige, analoge Insel,".
Man muß sich darüber klar sein, daß die meisten Quellen beim Programm-Macher digital sind, daß oft digitale Mischpulte verwendet werden und daß dann alles über einen digitalen Sound-Prozessor geht, der den individuellen "Stationsklang" erzeugen soll. Danach wird ein digitaler Datenstrom erzeugt, zum Sender geschickt und dort entweder digital oder in hybrider Technik in die alte FM-Modulation eines UKW-Senders umgewandelt. Analog ist dann der Weg zum UKW-Radio. Das ist heute "analoges" UKW-Radio.

Als ich mich vor kurzem nach einer Alternative zu Vodafone/KDs DVB-C Radio umschaute, habe ich auch das Glasfaser-Angebot der lokalen Gemeindewerke geprüft. Zu meinem Erstaunen sah ich, daß darüber auch noch UKW-Programme transportiert und vom Endgerät als "analoges UKW" in das Koax-Kabel der Haus-Installation eingespeist werden. Auf Nachfrage wurde mir mitgeteilt, daß eine Abschaltung der UKW-Übertragung nicht beabsichtigt ist.
Es gibt also uU mehr als eine Quelle von UKW.

MfG Kai

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614

Friday, November 8th 2019, 9:15pm

2. Die UKW-Sender sind mittlerweile alle in privater Investoren-Hand.

Das gilt nur für die öffentlich-rechtlichen Sender in den neuen Bundesländern, für den Deutschlandfunk sowie für alle Privaten.
Die öffentlich-rechtlichen Stationen in den alten Bundesländern sind nach wie vor selbst Eigentümer und Betreiber ihrer Sender.

Gruß
TSF

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615

Friday, November 8th 2019, 10:26pm

Ich habe hier wo ich wohne keinen vernünftigen UKW Empfang
Deshalb bin ich auf Kabel angewiesen
Ich wohne in Nordrhein-Westfalen
Seit einiger Zeit dort Deutschlandfunk nicht mehr im Kabel eingespeist
So wie ich mitbekommen habe liegt es am Deutschlandfunk selber
Deshalb ist für mich UKW an sich gestorben.Deshalb höre ich die Sender heute über das Internet, leider.

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616

Friday, November 8th 2019, 11:30pm

Dann wohnst wohl im Kabel-Versorgungsgebiet von Unitymedia .
Stimmts ?
Deutschlandradio hat vor einiger Zeit die Verträge mit Unitymedia aufgekündigt, weil es ihnen zu teuer war.
Danach hat Deutschlandradio auf seinen eigenen Webseiten nur mitgeteilt, daß sie von Unitymedia nicht mehr übertragen werden, so daß der "schiefe" Eindruck entstand, sie seien rausgeschmissen worden.
Inzwischen gehört Unitymedia zu Vodafone/KD.
Zwischen Vodafone/KD und Deutschlandradio hat es vor einiger Zeit Gespräche gegeben, um das Verhältnis auf bessere vertragliche Grundlage zu setzen (wenn ich es richtig mitbekommen habe). Insofern könnte es sein, daß bei Unitymedia diesbezüglich sich da auch mal wieder was ändert. Allerdings gibt es auch Befürchtungen, daß dann bei Unitymedia die gleichen Beschneidungen der Audio-Bandbreiten eingeführt werden, die es bei Vodafon/KD seit etwa 2015 zunehmend gibt.
Kannst du dir nicht per Satellit besten Radio-Empfang verschaffen ?

MfG Kai

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617

Saturday, November 9th 2019, 12:52am

Ich habe Kabel TV

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618

Saturday, November 9th 2019, 9:26am

Zitat von »kaimex«
2. Die UKW-Sender sind mittlerweile alle in privater Investoren-Hand.


Das gilt nur für die öffentlich-rechtlichen Sender in den neuen Bundesländern, für den Deutschlandfunk sowie für alle Privaten.
Die öffentlich-rechtlichen Stationen in den alten Bundesländern sind nach wie vor selbst Eigentümer und Betreiber ihrer Sender.

Da war ich anscheinend nur "fragmentarisch" informiert.
Ich habe versucht, nachzulesen, was Sache ist, und dabei festgestellt, daß man offenbar zwischen Sender(netz)betreibern und Antennen-Betreibern/Eigentümern unterscheiden muß.
Nachlesen kann man das zB unter
https://www.computerbild.de/artikel/avf-…g-20619507.html
oder hier
https://www.waz.de/wirtschaft/ukw-betrei…d213939715.html
Demnach gehören die Mehrzahl der UKW-Antennen(masten) privaten Investoren. Damit haben die eine "Schlüsselstellung".
Die Folge bleibt die Gleiche: Wenn ein Betreiber mehr Profit machen möchte, als Programm-Macher zu zahlen bereits sind, ist der Weiterbestand dieser UKW-Programme gefährdet.
Insofern wird das Weiterbestehen der UKW-Versorgung nicht nur durch Medien-Politik sondern auch durch privatwirtschaftliche Interessen(konflikte) bestimmt.

MfG Kai

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619

Saturday, November 9th 2019, 11:44am

Zum Thema "analoge" Übertragungskette bei UKW:

Die zu sendende Programm-Streams werden zum Bsp. in den Landesrundfunkanstalten (bei den ÖR-Sendern) entsprechen codiert,
digital über gemietete Übertragungswegen (zum Bsp. von der Telekom Deutschland) bis zu den Sendestandorten transportiert.

Auf den gleichen Wegen gelangen auch DAB+ Mixe zu den Sendestandorten.
Diese DAB+ Mixe werden vorher in Verteilknoten entsprechend zusammengestellt.
Der einzige physikalische Unterschied bei der Ausstrahlung ist die Art und der Frequenzbereich der Modulation am Sender/Antennenstandort und die Abstrahlung über die Luftschnittstelle mittels unterschiedlicher Antennen.


Viele Grüße, Jan

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620

Saturday, November 9th 2019, 11:58am

"Froschmäßig" betrachtet, frei nach Wilhelm Busch:

Wenn einer, der nach viel Mühee
gerettet fand sein UKW
noch meint, daß das analog wär,
so irrt sich der...

MfG Kai

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621

Saturday, November 9th 2019, 12:10pm

Quoted from "teltarif.de"

Während sich vor allem die etablierten Radio­veran­stalter mit guter Frequenz­ausstat­tung freuen, dass ihre geliebten UKW-Frequenzen nicht abge­schaltet werden, ärgern sich neue Veran­stalter, die keine Chance auf UKW-Verbrei­tung haben und mit DAB+ Vorlieb nehmen müssen: Das Fest­halten an der analogen Terre­strik verhin­dert schnelle Markt­erfolge, weil viele keine Notwen­digkeit sehen, ihre Radios auszu­tauschen. Dadurch bedingt fehlt den Äther-Neulingen Reich­weite, die sie für eine Refi­nanzie­rung durch Werbung benö­tigen. Einige DAB-only-Veran­stalter wie Lounge FM, Kult­radio oder die Ilmwelle mussten aus diesem Grund bereits die Segel strei­chen, weitere werden folgen.Auch die Elek­trobranche reagiert verschnupft: Durch das Fest­halten an UKW verkauft sie weit weniger DAB+-Geräte als erhofft. "Ich erkenne keinerlei Logik, warum Deutsch­land auf lange Zeit zwei terres­trische Verbrei­tungs­wege benö­tigt", so der Sales-Manager eines großen deut­schen Radio-Herstel­lers.



Daran zeigt sich mal wieder klar, es geht nur ums schnelle Geld. Und nur für die Profitgier privater Unternehmen sollen wir unsere Radios umweltschädlich auf den Schrott werfen? Genau genommen ist das wieder kein "Markt" sondern verordneter Sozialismus.

Dennoch, neue Radios dürfen ab 2021 nur mit parallelen DAB-Empfänger verkauft werden, stationär wie Mobil, darunter fallen auch alle neuen Autoradioanlagen. Damit will man sich die Hintertür für eine politisch verordnete Abschaltung wohl doch noch offen halten... :whistling:

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622

Saturday, November 9th 2019, 12:22pm

neue Radios dürfen ab 2021 nur mit parallelen DAB-Empfänger verkauft werden, stationär wie Mobil, darunter fallen auch alle neuen Autoradioanlagen. Damit will man sich die Hintertür für eine politisch verordnete Abschaltung wohl doch noch offen halten
Die Medien-Anstalten "promoten" DAB+. Da wundert es mich nicht, daß Regeln geschaffen werden, die den Verkauf von DAB+-Geräten forcieren sollen.
Ich fände es allerdings besser, wenn es dazu ein "Parallel"-Gesetz gäbe, daß SUV-Käufer zwingt, parallel ein Elektro-(Smart o.ä.)Auto zu kaufen.

MfG Kai

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623

Saturday, November 9th 2019, 12:43pm


Ich fände es allerdings besser, wenn es dazu ein "Parallel"-Gesetz gäbe, daß SUV-Käufer zwingt, parallel ein Elektro-(Smart o.ä.)Auto zu kaufen.


...denn kann er dann hinten reinladen wie ein "Beiboot"... :thumbsup:

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624

Sunday, November 10th 2019, 8:11am

Ich hab seit 2 Tagen DAB+ im Auto. Ich war immer unzufriedener mit UKW, selbst die stärksten Sender verursachen während der Fahrt manchmal Störungen, mit Diversity ist das besser, aber erstens hab ich das nicht und zweitens gibt es auch da Orte wo der Sender hörbar fadet, wo es Sprötzelt, so kurzzeitiges Umschalten auf Mono erfolgt. Beim stärksten Ortssender mag das gehen, wenn man aber die Kulturwelle hört oder irgendwas „Kleineres“ nervt es einfach nur und meine Ohren reagieren da viel genervter drauf als früher. Ich hab aufgrund mangelnder Alternativen oft Überreichweiten gehört, mir extra einen Digiceiver gekauft um möglichst weit zu kommen... taugt Alles nix, Dlf Kultur oder WDR5 kann man in Kassel nur schlecht hören. Gerade bei Wortprogrammen nerven die krassen Aussetzer schon stark.

Klar: UKW kann unter Idealbedinungen besser klingen als DAB+, aber wo sind diese Bedingungen gegeben? Nur wenn das Gerät fest steht und die Antenne ausgerichtet ist.

Während der Fahrt fallen aber selbst bei Sendern mit recht niedriger Bitrate die Artefakte gar nicht auf. Man hat immer Stereo und es wirkt eher so, als würde man eine CD hören. Es ist so flüssig und sauber. Ich bin begeistert. Ganz ehrlich: ich brauch kein UKW mehr. Das benutze ich nur noch für meine Klassiker und dafür habe ich im Haus einen FM Transmitter, damit ich den Schrott bei uns im Band nicht anhören muss. Ok, wir haben jetzt Rock Antenne, das ist ganz gut, aber auf Dauer auch nicht mein Liebling.

Ich kann jetzt jedenfalls im Auto auch Schwarzwaldradio und Dlf Nova ohne Störungen hören.

LG Tobi

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625

Sunday, November 10th 2019, 8:41am

Moin moin,
selbiges kann ich berichten, wir sind hier an der Müritz gut mit UKW und seid wenigen Monaten auch mit DAB+ versorgt, die Programme vom Ortssender (ca. 10 km entfernt) sind die vom NDR und bei DAB+ ebenfalls sowie der Bundesmix, aus ca. 30 km ferne kommt auf UKW und DAB+ das RBB Programm.
Auf meinen Umlandfahrten und des Öfteren ins ca. 100km entfernten Rostock und Richtung Berlin, ist auf der Autobahn A19 fast durchgehend nur UKW hörbar, das aber teilweise mit massiven Pegeleinbrüchen.
Im meinem Skoda habe ich ein Neuzeitliches Navi mit UKW und DAB+ Empfang, das selbst steht zu 90% auf DAB und auf meiner letzten Fahrt über Stettin (Polen) runter nach Gorzow (ca. 100km südlich) entlang der ca. 20-30km entfernten deutsch/polnischen Grenze habe ich durchgehend bis ca. 10km vor Gorzow den NDR hören können, der gleitender Wechsel von DAB zu UKW ist nur am etwas eingeengtem NF-Frequenzspectrum hörbar.
Zuvor hatte ich eine teuren Panasonic CD-Receiver im Auto, der bei Fahrten ins Erzgebirge oder Thüringen massive Empfangsprobleme hatte, die sich mit rauschen und vor allem Spratzen äußerst unangenehm anhörten.....insofern finde ich das DAB+ zumindest als Straßen tauglich.
M.f.G.
justus



Onkyo TX8050; Onkyo TA2760; Philips N4520; 2x Grundig TS1000; TK19;24;27 ; 2x Pioneer RL1011L; Telefunken M3000; M3002L; Uher 4000 Report L; Report 4400; Report Monitor 4200; Tesla B41; Mikro Seiki DQ44; Heco Victa 601
.

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626

Sunday, November 10th 2019, 8:57am

Hallo!

Und ich brauche weder UKW noch DAB+ im Auto.
Das Geschwafel und die Selbstbeweihräucherung ("...der beste Sender, die beste Musik"...)
geht mir schon nach kurzer Zeit auf den Wecker.
Ich höre Musik von Report oder CR, nach meiner Wahl. Garantiert werbefrei.

Allerdings, das gebe ich gern zu, bei höheren Geschwindigkeiten sind Motor und Fahrgeräusche
lauter als die Mucke. Dann macht´s freilich keinen Spaß mehr ;(

Gruß
Wolfgang

Ps.: Und daheim wird der Tuner auch sehr selten bemüht. Auch da höre ich lieber Musik, die von
der Konserve (Band/CC/LP/CD) kommt, und meiner jeweiligen Laune entspricht...

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627

Sunday, November 10th 2019, 3:04pm

Naja, manchmal ist Radio aber schon ne gute Sache, man muss ja nicht den Hitdudler hören - bei Dlf Nova gibt es solche Claims nicht. Es gibt auch Zeiten wo ich zu faul bin Musik auszuwählen und manchmal informiert es eben auch. Ich wollte ja in erster Linie ein Gerät, was das Handy besser einbindet, sodass ich Spotify angenehmer nutzen und auch mal telefonieren kann, da gehört dann DAB+ halt auch mit rein, find ich. Bevor ich ein Gerät nur mit UKW aber mit BT kaufe, mach ich’s lieber richtig.

Mal davon ab ersetzt ein Tonträger kein lineares Radio. Ich hab dazu auch ein Cassettenradio im zweiten DIN Schacht verbaut und auch wenn es mir wahnsinnig Spaß macht Cassetten zu hören, ist das was Anderes als Live Radio. Wenn du bei kleineren Sendern ne WhatsApp ins Studio schickst bekommst du immer eine direkte Antwort vom Moderator, live moderiertes Programm hat einen ganz anderen Unterhaltungswert als ein Mixtape bei dem ich die Reihenfolge schon auswendig kann. Klar ist das toll wenn man gezielt Musik hören kann, aber Radio ist eben auch manchmal toll, oder einfach unkompliziert, es fühlt sich homogener an, das würde mir definitiv fehlen, wenn es das nicht mehr gäbe.

LG Tobi

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628

Thursday, November 14th 2019, 8:49am

Hallo!

Als gerade ich die folgende Meldung las, schaute ich automatisch auf den Kalender.
NEIN! Es ist nicht der 1. April...



Aha - wenn die Leute nicht frewillig DAB+ Geräte kaufen, dann eben mit Zwang (s. Text).
Interessant, daß auch Heingeräte darunter fallen. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt...

Gruß
Wolfgang

PS.: Nur gut, daß bei mir weder ein neues Auto, noch neue Heimgeräte auf dem
Wunschzettel bis 20?? stehen.

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629

Thursday, November 14th 2019, 11:38am

PS.: Nur gut, daß bei mir weder ein neues Auto, noch neue Heimgeräte auf dem
Wunschzettel bis 20?? stehen.

Mein neues Auto wird heute geliefert. Mit DAB+ :D

Gruß, Anselm

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630

Thursday, November 14th 2019, 12:15pm

In der Meldung, die Wolfgang im Beitrag #628 in Kopie gepostet hat (woher stammt die ?), wird recht geflunkert bzw irreführend informiert:
"Die Programm-Vielfalt wird durch DAB+ größer. Aktuell werden 260 verschiedene Programme ausgestrahlt".
Damit wird suggeriert, man könne an einem Ort über DAB+ zwischen 260 Programmen wählen.

Aktuelles Zitat von den Internet-Seiten der MA-HSH (Medienanstalt Hamburg-Schleswig-Holstein):
"Hamburg gilt mittlerweile als regelrechte DAB+ - Hochburg.
Der DAB+-Multiplex für private Hörfunkprogramme ist aktuell mit sechzehn privaten Programmen vollständig ausgelastet. Insgesamt sind im Ballungsraum Hamburg nunmehr 37 Hörfunkprogramme über DAB+ empfangbar, deutlich mehr als über UKW."
Nicht mitgeteilt wird, daß sich darunter etliche Programme befinden, die nur mit 72 kbps, 64 und gar 48 kbps übertragen werden. Ich wage zu bezweifeln, daß damit UKW-Qualität erreicht wird.
Außerdem sei daran erinnert, daß bei DAB+ nur der Frequenzbereich bis maximal etwas unter 12 kHz "mpeg"-codiert übertragen wird. Im Bereich darüber bis 15...16 kHz werden die Ohren mit künstlich hinzugefügten Höhen beschummelt bedient.

Es gibt wohl noch keinen Zwang, DAB+ zu benutzen. Es ist deshalb sicher auch erlaubt, in ein neues Auto ein klassisches Auto-Radio (zusätzlich) einzubauen.

MfG Kai