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601

Friday, June 21st 2019, 12:45pm

Niedersachsen steigt aus DAB+ aus. Es ist nicht zu fassen.

https://www.golem.de/news/landtag-nieder…906-142046.html


https://www.infosat.de/radio/nieders-chs…ndigung-von-dab
Zitat:
Der Landtag bittet daher die Landesregierung,
  • sich konsequent zusammen mit dem Bund, anderen Ländern sowie den privaten und öffentlich-rechtlichen Sendern für einen marktgerechten Übergang in eine digitale Radiozukunft einzusetzen und ein klares, abgestimmtes Konzept zu erarbeiten,
  • sich gegen ein UKW-Abschaltdatum auszusprechen und"
  • sich innerhalb des Systems von Rundfunkauftrag und -finanzierung für eine Beendigung von DAB+ zugunsten des Aufbaus zukunftsoffener Technologien, wie z B. des 5-G-Standards, einzusetzen."
Ende Zitat


Zur Vorgeschichte:
https://www.satellifax.de/mlesen.php?id=…dea8be1a21acb87
Zitat:
Es gilt jedoch als unwahrscheinlich, dass dieses laut Insiderkreisen einseitige, durchschaubare und interessensgelenkte Manöver, das seinen Ursprung bei einem kommerziellen Hörfunkanbieter haben soll, eine Mehrheit finden wird.
Man verweist zudem darauf, dass seitens der Staats- und Senats­kanz­leien der NDR-Vertrags­länder zu keinem Zeit­punkt Förde­rungen zur Verbrei­tung von DAB+ gewährt wurden.

Vergleicht man Nieder­sachsen mit anderen Bundes­län­dern, wo es zumin­dest Bestre­bungen der Politik gibt, das digital-terres­tri­sche Radio nach vorn zu bringen, manö­vriert sich Nieder­sachsen mit seiner Haltung immer mehr ins Abseits, zumal sich DAB+ national und international immer mehr etabliert. Mit der Interoperabilitätsverpflichtung bei Autoradios, der digitalen Radioempfang zur Pflicht macht, wurde bereits ein wichtiger Schritt getan.

Ende Zitat


Da machen nur ein paar Privatsender über die FDP Lobbyarbeit. DAB+ bedeutet mehr Programme und damit mehr Konkurrenz.


Viele Grüße

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602

Friday, June 21st 2019, 3:44pm

DAB+ bedeutet mehr Programme und damit mehr Konkurrenz.



Das Argument schlechthin könnte aber auch lauten:

Aber Internet bedeutet NOCH MEHR Programme und NOCH MEHR Konkurrenz.

Gruß,

Karsten
Karsten, der hier noch immer mitliest...

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603

Friday, June 21st 2019, 3:58pm


Das Argument schlechthin könnte aber auch lauten:

Aber Internet bedeutet NOCH MEHR Programme und NOCH MEHR Konkurrenz.

Ja - könnte. Aber im Internet kann man die "Einschaltquoten" tatsächlich ermitteln und ist nicht darauf angewiesen, daß die Leute bei einer Befragung einen Sender aus dem Gedächtnis nennen. Bei 30-50 Programmen per DAB+ ohne Rückkanal ist das Risiko, daß die Leute den "falschen" Sender nennen, deutlich größer als mit UKW. Welche Senderanzahl gibt es denn auf UKW so i.d.R. im Küchenradio ohne Empfangsprobleme? 5-8?
BTW: Wenn es nach den Privaten geht, dürften die ÖRs im Internet gar nichts senden ...

Aber schauen wir mal, was aus der Bitte des Landtages wird. ;-)


Viele Grüße

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604

Friday, June 21st 2019, 6:39pm

Der Landtag bittet daher die Landesregierung,

So kann man manipulieren. golem.de: "Niedersachsen beschließt Ausstieg aus DAB+", Heise: "Niedersachsen stimmt für Abschied von DAB+". Da glaubt man doch, das sei verabschiedet.

Gruß, Anselm

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605

Monday, June 24th 2019, 1:22am


So kann man manipulieren. golem.de: "Niedersachsen beschließt Ausstieg aus DAB+", Heise: "Niedersachsen stimmt für Abschied von DAB+". Da glaubt man doch, das sei verabschiedet.

Die kopieren alle Argenturmeldungen - ohne Prüfung.
BTW: Heise ist z.B. auch an Radio 21 beteiligt: https://www.heise-gruppe.de/artikel/RADIO-21-1366192.html

Hier mal eine Zusammenfassung der Sachlage:
https://www.teltarif.de/digitalradio-dab…news/77039.html
Zitat:
Der niedersächsische Landtag hat die Landesregierung dazu aufgefordert, sich für eine Beendigung des Digitalradios DAB+ einzusetzen. Damit ziehen die Norddeutschen die Notbremse und schützen die regionalen UKW-Veranstalter vor zu viel Konkurrenz.

Offen ist noch, wie die niedersächsische Landesregierung den Beschluss des Landtags umsetzen wird. Um dem Nord­deutschen Rundfunk (NDR) die Verbreitung über DAB+ zu unter­sagen, müsste der NDR-Staatsvertrag geändert werden. Bei Deutschlandradio als nationalem Hörfunk hat man wohl gar keine Chance, die DAB+-Ausstrahlung zu stoppen.

Möglich wäre es, die Zustimmung zur Verbreitung von Privatradios über die beiden bundesweiten Multiplexe (der zweite soll noch in diesem Jahr an den Start gehen) zu revidieren. Wenn allerdings Programme wie Radio Bob!, Klassik Radio, Absolut Relax, Energy, sunhine live oder Schwarzwaldradio nicht mehr digitalterrestrisch im Land verbreitet werden dürfen, wäre es ein nie dagewesener Angriff auf die Rundfunkfreiheit und Kulturhoheit. Schon jetzt werden Stimmen laut, dass der Beschluss aus Niedersachsen juristisch unter die Lupe genommen werden sollte und möglicher­weise ein Fall für das Bundesverfassungsgericht ist.

Ende Zitat.

Hinzu kommt:
https://www.teltarif.de/dab-plus-bundesm…news/77044.html
Zitat:
Niedersachsen hat das Aus für DAB+ beschlossen. Allerdings kommt die Entscheidung im Parlament knapp zu spät. Die Verbreitung des ersten Bundesmux kann die niedersächsische Landesregierung zumindest bis 2035 nicht stoppen, da unter anderem ihr Ministerpräsident Anfang Juni einer Verlängerung zuge­stimmt hat.
Ende Zitat.



Viele Grüße

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606

Monday, June 24th 2019, 7:55am

Zitat:
Niedersachsen hat das Aus für DAB+ beschlossen. Allerdings kommt die Entscheidung im Parlament knapp zu spät. Die Verbreitung des ersten Bundesmux kann die niedersächsische Landesregierung zumindest bis 2035 nicht stoppen, da unter anderem ihr Ministerpräsident Anfang Juni einer Verlängerung zuge­stimmt hat.
Ende Zitat.

O Ihr Politiker. Lehnen wir uns erst mal zurück. 2035 wird die Umsetzung auf viel zu großen Widerstand stoßen, weil es bis dahin viel zu viele DAB+-Empfänger gibt.

Meint Anselm

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607

Monday, June 24th 2019, 8:20am

...
Was für einen Widerstand?
Bei mir rennt sie (die nds. Landesregierung) offene Türen ein!
...
Bin ganz der Meinung wie Beitrag "598"!
...
Habe schon DAB (und DVB-T) nicht gebraucht.
Und DAB+ (und DVB-T2) erst recht nicht.
...

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608

Monday, June 24th 2019, 8:55am

Hallo Wolfgang,

Was für einen Widerstand?
Bei mir rennt sie (die nds. Landesregierung) offene Türen ein!

Vielleicht ändere ich meine Meinung 2035. Bis dahin behalte ich sie, wenn sie kein anderer haben will. ;)

Gruß, Anselm

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609

Sunday, July 14th 2019, 5:42pm

Wenn ich Elektroschrott einigermaßen vermeiden möchte, erachte ich einen Verbleib von UKW nicht als das Schlechteste....
und mir ist nicht recht klar, inwiefern DAB / DAB+ / DAB++ / DAB+++ weniger Obsoleszenz erzeugen soll als 2/3/4/5/6/7G...

Bislang sind alle Versuche, den Rundfunk zu digitalisieren kläglich gescheitert. Die erste Elektroschrott-Welle gab es bereits 1999 mit der Abschaltung von DSR. Meiner Meinung nach bringen alle bisherigen digitalen Systeme keinerlei Vorteile gegenüber dem UKW-Rundfunk. Wenn man einmal die letzten 100 Jahre Entwicklungsgeschichte des Rundfunks Revue passieren läßt, so wird man feststellen, das es immer Verbesserungen gab, die schließlich in der UKW Stereo Übertragung ihren Höhepunkt fanden. UKW bedeutet(e) praktisch Radio in HiFi-Qualität. Die logische Fortsetzung wäre also Radio in CD-Qualität oder noch besser - analog zu HDTV und 4K beim Fernsehen. Da jedoch bei DAB und DAB+ bis zum Abwinken komprimiert wird, ist es in Wirklichkeit keine Verbesserung sondern eine Verschlechterung gegenüber UKW. Ganz zu schweigen davon, dass viele populäre Sender, wie etwa Radio PSR gar nicht über DAB+ senden. Wenn ich bei UKW schlechten Empfang habe, kann ich immer noch auf Mono umschalten. Bei DAB+ wird dann vermutlich nichts brauchbares mehr aus dem Lautsprecher kommen. Vor gut einem Jahr war ich mit einem nagelneuen Audi A5 Sportback zwischen Dessau und Leipzig auf der Autobahn unterwegs. Der original eingebaute DAB+ Empfänger schaltete immer wieder auf UKW um.

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610

Sunday, July 14th 2019, 6:09pm

Bislang sind alle Versuche, den Rundfunk zu digitalisieren kläglich gescheitert.

Das scheint nur so.
Bei UKW ist heutzutage vermutlich nur noch der Empfänger analog.
Studio, Signal-Verarbeitung, Signal-Übertragung zum Sender und moderne Sender arbeiten in der Modulation auch digital.
Nur danach geht es per FM zum UKW-Radio.
Moderne SDR-Empfänger haben nur noch ein analoges Frontend und digitalisieren danach "so schnell wie möglich", um den "Rest" per Software zu erledigen. So arbeiten mittlerweile auch moderne Kurzwellenempfänger.
DAB+ (AAC-HE v1) ist eitel Blendwerk, weil es das Audio-Signal in zwei Bändern verarbeitet: einem "Low Band" mit Bandbreite < 12 kHz , das bei 24 kHz Sample-Rate mit einem moderneren effizienteren Kompressionsverfahren als mp3 codiert wird, und einem "High band", in dem per parametrischer Beschreibung mit wenigen Bits und SBR (Spectral Band Replication) aus dem "Low band" die Höhen Original-ähnlich rekonstruiert werden.
Leider ist es so, daß auch bei den prinzipiell qualitativ besseren digitalen Übertragungsverfahren (zB per Satellit mittels mpeg 1 layer 2 und ausreichend hoher Bitrate) einige Programm-Anbieter zwecks Klangkonformität mit UKW dort in gleicher Weise Dynamik-Kompression und (stationstypischen) Sound-Design anwenden. Dadurch wird allerlei Qualitäts-Potential verschenkt.

MfG Kai

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611

Wednesday, August 7th 2019, 9:03am

Action hat wieder Radios als Wochenangebot. Diesmal allerdings stationäre Modelle in Stereo und etwas teurer.

https://www.action.com/de-de/p/pulsar-radio-/