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Posts: 447

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391

Sunday, May 22nd 2016, 9:30pm

Und diesen Beitrag über die Zukunft des Radios habe ich heute in der FAZ gefunden:

http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/me…g-14239875.html

Das liest sich für mein Verständnis schlüssig.

Gruß
Jochen

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392

Sunday, May 22nd 2016, 10:03pm

Interessant, danke.

Gruß, Anselm

393

Monday, May 23rd 2016, 9:15am

Was bei der ganzen Diskussion bisher außen vor blieb, ist die Qualität.
Während UKW und auch DAB+ (AAC Codec) recht gute Qualität bieten, kann man das von den meisten Internetzstationen nicht behaupten.
Zu Tode komprimiertes mp3 in <128Kbs ist dort Standard und nur wenige Stationen "senden" mit höheren Bitratten.
AAC vermisse ich gänzlich bei diesen Internetz-Stationen.
Bei den nächsten Wahlen wähle ich die NSA, denn die sind die einzigen die sich um mich kümmern.

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394

Monday, May 23rd 2016, 11:26am

Radio war noch nie voll hifi tauglich, auch UKW hat immer schlechter geklungen als z.B. eine gute Schallplatte oder CD, und die Klangqualität von UKW und DAB+ leidet heute zusätzlich darunter, dass meist der selbe Stream eingespeist wird, der auch aus dem Internetradio tönt.

Was aber ein wirklich wichtiger Aspekt ist, der ebenfalls ziemlich untergeht, ist die Qualität und die Vielfalt des Programms. Was habe ich von perfekter Klangqualität, wenn ich mir damit ganztägig diesen quälenden Einheitsmist aus Radiopop, politischem Gemecker und Eigenwerbung anhören muss, den heute alle Mainstream-Sender ausstrahlen. Mit jeder Programmreform wird es schlimmer, da hilft auch die beste Qualität nichts.

Im Internetradio gibt es ganz viel von dem, was die etablierten Sender liegenlassen, oder was sie aus dem Programm geworfen haben, weil es angeblich niemanden mehr interessiert. Jüngstes Beispiel ist die Reform des beliebtesten europäischen Schlagersenders WDR4 - ob ich jetzt Schlager mag oder nicht, gibt es eine große Menge Leute im Volk, die Schlager mögen, und die grenzt man jetzt einfach aus, ohne dass es einen erkennbaren Grund dafür gibt. Die Forderung von Frau Dorothee Bär in dem FAZ-Artikel lässt sich zwar weder mit UKW noch mit DAB+ in Gänze umsetzen, man könnte doch aber wenigstens damit anfangen, auf den verfügbaren Kanälen Programme zu senden, die sich wirklich voneinander unterscheiden. In Bayern ist z.B. nachweislich die Volksmusik sehr beliebt, bis in die achtziger Jahre gab es einen Sender vom BR ( mit dem uns unser Vater immer gequält hat, wenn wir in den Urlaub gefahren sind ), auf dem den ganzen Tag Volksmusik lief. Wieso schafft man sowas ab ? Meint man, dass man moderner wirkt, wenn man es macht wie alle anderen ?

Ich höre übrigens gerade das hier:

http://seeburg1000.com/player/

Ein sehr gutes Beispiel, wie ich finde, was im Internetradio alles geht, unabhängig von guter oder schlechter Qualität.

Gruß Frank

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395

Monday, May 23rd 2016, 11:44am

  • Kann es sein, daß die großen privaten Rundfunkbetreiber mit UKW so glücklich sind, da sie die letzten reichweitenstarken UKW-Frequenzen bekommen haben und dadurch keiner neuen Konkurenz ausgesetzt sind? Dies würde sich mit DAB+ jedoch ändern.
  • Kann es sein, daß die Inhaber dieser privaten Radiostationen über ihre Zeitungen jetzt gegen DAB+ wettern, weil der Zug langsam Fahrt aufnimmt?
  • Kann es sein, daß in diesen Artikeln die fehlende Bandbreite im Mobilfunk für Internetradio und der hohe Energieverbrauch durch den notwendigen Rückkanal unterschlagen wird?
  • Kann es sein, daß diese Artikel mit hohen Umstellungskosten für DAB+ schocken und auf die GEZ-Beiträge verweisen, ohne darzustellen, welche Kosten für Programminhalt, Lohnkosten, Bezüge der Pensionäre usw. anfallen?


Grüße

96k

396

Monday, May 23rd 2016, 12:39pm

So isses! Die Reichweiten der ÖR würden sich durch DAB+ relativieren.
Bei mir ist es so, dass auf UKW eigentlich nur die ORF-Programme störungsfrei reinkommen, während die "Privaten" mehr oder weniger verrauscht sind.
ORF & Co haben wegen DAB+ die Hosen gestrichen voll und befürchten einen Verlust der Reichweite und der Marktanteile.
Genau deswegen macht der ORF bei DAB+ nicht mit, mit dem Vorwand der "enormen Kosten".
Bei den nächsten Wahlen wähle ich die NSA, denn die sind die einzigen die sich um mich kümmern.

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397

Monday, May 23rd 2016, 1:09pm

Jüngstes Beispiel ist die Reform des beliebtesten europäischen Schlagersenders WDR4 - ob ich jetzt Schlager mag oder nicht, gibt es eine große Menge Leute im Volk, die Schlager mögen, und die grenzt man jetzt einfach aus, ohne dass es einen erkennbaren Grund dafür gibt.


In der Tat - eines von vielen Beispielen, bei denen man den Eindruck nicht loswird, daß die ÖR völlig konzeptlos handeln. Erschwerend kommt dazu, daß das ganze zu einem Zeitpunkt geschieht, zu dem der Schlager wieder an Popularität zulegt.

Das Thema WDR 4-Modernisierung hatten wir hier schon mal:

WDR 4 wird modernisiert :-(

In die gleiche Kategorie fällt für mich die desaströse Modernisierung des "Musikantenstadls" (*). Oder das Herumgeeiere zum Schluss bei "Wetten dass", bei dem man in kürzester Zeit erst auf"Verjüngung" und "wieder mehr für das reifere Publikum" wechselte und alles gleich peinlich konstruiert wirkte.

(*) Damit kein falscher Eindruck entsteht: Ich gucke das nicht! Habe aber belustigt die Pressemeldungen verfolgt.

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398

Monday, May 23rd 2016, 6:15pm

  • Kann es sein, daß die großen privaten Rundfunkbetreiber mit UKW so glücklich sind, da sie die letzten reichweitenstarken UKW-Frequenzen bekommen haben und dadurch keiner neuen Konkurenz ausgesetzt sind? Dies würde sich mit DAB+ jedoch ändern.
  • Kann es sein, daß die Inhaber dieser privaten Radiostationen über ihre Zeitungen jetzt gegen DAB+ wettern, weil der Zug langsam Fahrt aufnimmt?
  • Kann es sein, daß in diesen Artikeln die fehlende Bandbreite im Mobilfunk für Internetradio und der hohe Energieverbrauch durch den notwendigen Rückkanal unterschlagen wird?
  • Kann es sein, daß diese Artikel mit hohen Umstellungskosten für DAB+ schocken und auf die GEZ-Beiträge verweisen, ohne darzustellen, welche Kosten für Programminhalt, Lohnkosten, Bezüge der Pensionäre usw. anfallen?


Grüße

96k

entschuldige meine harte Wortwahl, aber das halte ich für einen ganz großen Schmarrn.

UKW und DAB+ sind zwei Übertragungsmedien, wo ganz wenige Großfürsten kontrollieren, was der Bürger in unserem Land wann und wo hören darf. UKW ist analog, DAB+ digital, konzeptionell rückständig sind beide.

Die privaten Anbieter sind schon alleine deshalb nicht glücklich mit UKW, weil sich die Großfürsten die wenigen Frequenzen fürstlich bezahlen lassen. Sie kommen aber nicht drumherum, weil UKW eben noch von der erdrückenden Mehrzahl der Menschen gehört wird. DAB+ wird nach wie vor kaum genutzt, und es hat auch keine positive Prognose, die Großfürsten wollen aber fast genauso viel Geld für einen der raren DAB+ Plätze wie für eine UKW-Frequenz, und das würde ich auch nicht machen, wenn ich mit meinem Geld wirtschaften muss.

Das Internetradio ist eigentlich nur für eine einzige Gruppe Menschen eine schlechte Lösung - für die Großfürsten, die heute die "Broadcast" Frequenzen kontrollieren. Für alle anderen führt es zu einer Demokratisierung des Rundfunks. Dinger wie das mit WDR4 wären im Internet nicht mehr möglich, weil es hier eine ganze Hand voller guter Alternativen gibt, und selbst die öffentlich rechtlichen Anbieter können es sich im Internet erlauben, viel mehr Nischenprogramme anzubieten.

Wo Du bei DAB+ Fahrt siehst, die langsam aufgenommen wird, das kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe gerade mal bei www.digitalradio.de vorbeigeschaut, um das Wunder zu betrachten - die Farbe der Webseite hat sich geändert, vorher schwarz, jetzt blau, ansonsten kann ich keine Fahrt erkennen - in NRW kann man seit zwei Jahren 23 Programme empfangen, die hier kennzeichnenderweise immer noch als "die neuen Programme" bezeichnet werden. Was aber in den letzten Jahren massiv Fahrt aufgenommen hat, ist der Breitband-Ausbau für Mobilfunk. Getrieben wird dieser jetzt auch von der Automobilindustrie, die ohne ein überall verfügbares mobiles Internet auf Dauer kein autonomes Fahren realisieren können. Bei den Datenmengen, die dabei dann hin und hergeschaufelt werden, ist das Internetradio als Abfallprodukt enthalten - schon heute vermarkten die Autohersteller die Internet Konnektivität ihrer Autos sehr aggressiv, während DAB+ irgendwo ganz hinten in der Aufpreisliste steht, wenn überhaupt. Klar ist die Versorgung mit mobilem Breitband noch nicht ausreichend, hier bewegt sich aber was, während DAB+ auf der Stelle tritt.

Was mich so närrisch macht, ist, dass die Großfürsten des deutschen Rundfunks mit ihrem Machterhalt das Geld der Allgemeinheit verpulvern, während sich die Zukunft ganz alleine aus sich selbst entwickeln muss, und noch dadurch geschwächt wird, dass sie den Schwachsinn der Großfürsten mitfinanzieren muss. Aber scheinbar muss das so sein. Die Nummer mit WDR4 ist für mich symptomatisch für den Geist, der bei den Machern des "Qualitätsrundfunks" herrscht. Ich merke es selber, seit ich Internetradio zuhause eingerichtet habe, höre ich auch die alten Sender kaum noch, obwohl diese komplett im Internet vertreten sind. Davor hätte ich als Großfürst auch Angst.

Gruß Frank

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399

Monday, May 23rd 2016, 9:13pm

  • Kann es sein, daß die großen privaten Rundfunkbetreiber mit UKW so glücklich sind, da sie die letzten reichweitenstarken UKW-Frequenzen bekommen haben und dadurch keiner neuen Konkurenz ausgesetzt sind? Dies würde sich mit DAB+ jedoch ändern.
  • Kann es sein, daß die Inhaber dieser privaten Radiostationen über ihre Zeitungen jetzt gegen DAB+ wettern, weil der Zug langsam Fahrt aufnimmt?
  • Kann es sein, daß in diesen Artikeln die fehlende Bandbreite im Mobilfunk für Internetradio und der hohe Energieverbrauch durch den notwendigen Rückkanal unterschlagen wird?
  • Kann es sein, daß diese Artikel mit hohen Umstellungskosten für DAB+ schocken und auf die GEZ-Beiträge verweisen, ohne darzustellen, welche Kosten für Programminhalt, Lohnkosten, Bezüge der Pensionäre usw. anfallen?


Grüße

96k

entschuldige meine harte Wortwahl, aber das halte ich für einen ganz großen Schmarrn.

Ach Frank,

solange Du Deine Argumentation so übersichtlich gestaltest, sehe ich das sehr gelassen. ;-)



UKW und DAB+ sind zwei Übertragungsmedien, wo ganz wenige Großfürsten kontrollieren, was der Bürger in unserem Land wann und wo hören darf. UKW ist analog, DAB+ digital, konzeptionell rückständig sind beide.

Entschuldige bitte die direkte und harte Nachfrage, aber hast Du evt. ein Problem mit unserem Gesellschaftssystem oder ein generelles Autoritätsproblem? Dieser Gedanke kam mir jedenfalls beim Lesen obiger Zeilen.
Frequenzen sind ein knappes Gut, da nicht jeder Frequenzbereich für jede Funkanwendung geeignet ist. Deshalb gibt es sowas wie die internationalen Wellenkonferenzen und nationale Aufsichtsbehörden. Deshalb ein Bild von sogenannten "Großfürsten" zu zeichnen, die jedes gesprochene Wort im Rundfunk kontrollieren, halte ich für nicht zielführend (um es vorsichtig auszudrücken).



Die privaten Anbieter sind schon alleine deshalb nicht glücklich mit UKW, weil sich die Großfürsten die wenigen Frequenzen fürstlich bezahlen lassen. Sie kommen aber nicht drumherum, weil UKW eben noch von der erdrückenden Mehrzahl der Menschen gehört wird. DAB+ wird nach wie vor kaum genutzt, und es hat auch keine positive Prognose, die Großfürsten wollen aber fast genauso viel Geld für einen der raren DAB+ Plätze wie für eine UKW-Frequenz, und das würde ich auch nicht machen, wenn ich mit meinem Geld wirtschaften muss.

Allein die Tatsache, daß Du nicht zwischen den Lizenzkosten und den Kosten für die Aussendung (Dienstleistung, Strom, Frequenznutzungsbeiträge usw.) unterscheidest, zeigt deutlich, daß Du Dich mit diesem Thema noch nie ernsthaft auseinandergesetzt hast.



Das Internetradio ist eigentlich nur für eine einzige Gruppe Menschen eine schlechte Lösung - für die Großfürsten, die heute die "Broadcast" Frequenzen kontrollieren. Für alle anderen führt es zu einer Demokratisierung des Rundfunks.

Internetradio ist kein Rundfunk und ein Server mit ein paar Musikdateien und einer Playlist noch lange keine Radiosendung.
Ich glaube Du machst den Fehler, daß Du unbedingt ein System für alles haben möchtest und den von Dir nicht genutzten Systemen die Daseinsberechtigung absprechen willst. Das unterstreicht auch Deine folgende Aussage:


Was mich so närrisch macht, ist, dass die Großfürsten des deutschen Rundfunks mit ihrem Machterhalt das Geld der Allgemeinheit verpulvern, während sich die Zukunft ganz alleine aus sich selbst entwickeln muss, und noch dadurch geschwächt wird, dass sie den Schwachsinn der Großfürsten mitfinanzieren muss. Aber scheinbar muss das so sein.

Ja, das muß so sein! Nicht alles, was Dir nicht gefällt oder was Du nicht benutzt, ist Schwachsinn.
Ich kenne keinen Hörer des klassichen Rundfunks, der Internetradio verbieten möchte. Auch die Rundfunkhörer nicht, die diese Möglichkeiten im Internet nicht nutzen. Nur Du möchtest DAB+ am liebsten abgeschaltet sehen, ohne auch nur auf eins der von verschiedenen Nutzern hier im Thread genannten Argumente pro DAB+ einzugehen.
Es wird jetzt hart für Dich sein, aber Du bist nicht der Kaiser von Deutschland (noch nicht einmal Großfürst) und wirst mit der Entscheidung anderer leben müssen.



Wo Du bei DAB+ Fahrt siehst, die langsam aufgenommen wird, das kann ich nicht nachvollziehen. Ich habe gerade mal bei www.digitalradio.de vorbeigeschaut, um das Wunder zu betrachten - die Farbe der Webseite hat sich geändert, vorher schwarz, jetzt blau, ansonsten kann ich keine Fahrt erkennen

Vielleicht liegt es daran, daß ich DAB+ tatsächlich nutze, während Du es offensichtlich nur vom Internet her kennst. ;-)



Ich merke es selber, seit ich Internetradio zuhause eingerichtet habe, höre ich auch die alten Sender kaum noch, obwohl diese komplett im Internet vertreten sind. Davor hätte ich als Großfürst auch Angst.

Und wieder überträgst Du Deine Vorlieben auf andere. Hör doch den ganzen Tag Internetradio und lass den anderen Menschen ihre eigene Entscheidungsfreiheit.
Das von Dir verlinkte Programm Seeburg gefällt mir auch sehr, aber "Radio" ist das nicht.


Grüße

96k

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400

Monday, May 23rd 2016, 9:35pm

@96k - nachdem ich Deine diversen Postings studiert habe, bin ich ein wenig amüsiert. Du selber vertrittst auf recht harte Weise Deine subjektive Meinung, und wenn es jemand anders genauso macht, dann reagierst Du mit Schlägen unter die Gürtellinie, in denen Du noch zusätzlich klar zu erkennen gibst, dass Du zu denen gehörst, die etwas aburteilen, was sie selber nicht besonders gut kennen.

Falls Du es noch nicht mitbekommen haben solltest - bei uns gibt es seit einigen Jahren eine leidlich funktionierende Demokratie, die es erlaubt bzw. sogar unterstützt, wenn Leute mit bestimmten Formen von Obrigkeit ihre Probleme haben. Und mit den ganzen Beteiligten an dem konventionellen Rundfunkzirkus, ja, da habe ich meine Probleme mit, und schon ziemlich lange. Tue Dir selber einen Gefallen, reduzier das Thema Internetradio nicht auf irgendwelche Punks, die Server mit Musik ins Netz stellen, und beschäftige Dich etwas mit dem Thema, bevor Du hier harte Schläge ablässt. Es könnte jemand getroffen werden, dem sie mehr weh tun als mir.

Gruß Frank

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401

Monday, May 23rd 2016, 10:40pm

Dieser thread trägt die Überschrift "Bitte (k)ein DAB". In dessen Verlauf wurde mehrfach dargelegt, warum DAB keine Zukunft hat. Zeitungsartikel wurden zitiert, die scheinbar nicht gelesen wurden. Antworten wurden geschrieben, die scheinbar ignoriet werden. ...

Dabei geht es hier und heute nur noch um die Frage, welche Zukunft DAB haben kann. Und diese Antwort ist vollkommen klar gegeben. Keine! Das hat nichts damit zutun, welche Präferenzen man hat. Es ist ein Faktum: Alle Aktivitäten werden ins Internet verlagert! Nichts wird diese Entwicklung aufhalten. Das gilt auch für den Rundfunk. Das haben im Gegensatz zu einigen, die hier schreiben, auch die Rundfunkanstalten schon lange verstanden. Der "klassische" Rundfunk, ob TV oder Radio, hat keine Zukunft - erinnert sei in diesem Zusammenhang an den alten thread über die Deutsche Welle, die ihre Radofrequenzen seinerzeit abschaltete. Man versucht sich zur Zeit mit der sogenannten "Trimedialität" zu retten. Kann man vergessen. Online-Redaktionen erlangen eine immer größere Bedeutung. Die Web-Präsenz von TV- und Radiosendern im Internet steigt, mit all den Möglichkeiten, die das Internet bietet. Und hier heißt das Zauberwort "Interaktivität". Der Nutzer stellt sich sein Programm selbst zusammen. Hört und sieht,was und wann er will. Holt sich ein "Radioprogramm" aus Berlin nach Cuxhaven oder Köln. Oder sonst wo in der Welt. Ich bin mein eigener Programmchef. Dabei habe ich Möglichkeiten, von denen ich früher nur geträumt habe.

Alle öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, Landesmedienanstalten und private TV-Sender fokusieren sich auf diese Entwicklung. An allen Hochschulen wird in diesem Sinne gelehrt. Es gibt sogenannte Medieninnovationszentren der Landesmedienanstalten (wie z.B. von der MABB), wo man schaut, wie sich Rundfunk unter den Prämissen der neuen interaktiven Möglichkeiten entwickeln kann oder entwickeln wird. DAB spielt dabei keinerlei Rolle! Weil es altmodisch ist. Radio von gestern. Einbahnstraßen-Kommunikation.

Die Jugend weiß das schon lange. Wer hört schon noch Radio? Wer schaut noch klassisches Fernsehen? Radio hört man nicht mehr. TV wird durch YouTube ersetzt. Mobil auf dem Smartphone, was oftmals das einizige technische Kommunikationsmedium ist. Was anderes besitzt man nicht mehr ...

Diese Entwicklung kann man bedauern. Es geht etwas verloren. Das bedauere ich. Um mich geht es aber nicht ... Und natürlich gilt, was Ulrich (UK46) in Beitrag 386 schrieb: Im Internet ist man kontrollierbar. Das muß man nicht gut finden.

Alle Argumente für DAB, die hier vorgetragen werden, halte ich für Scheinargumente. So gibt es z.B. keine "fehlende Bandbreite im Mobilfunk für Internetradio" wie es 96k schreibt. Woher weißt Du das? Die Mobilfunknetze werden ständig ausgebaut, werden immer leistungsfähiger. Hier verorten Wirtschaft und Politik die Investionen in die Zukunft. ... Ich merke von dieser "fehlenden Bandbreite" nichts. Es ist müßig an dieser Stelle zu belegen, was junge Menschen heute im mobilen Internet alles machen. ...

Ich nutze Radio und TV, also klassischen Rundfunk, nur noch via Internet. Stationär und mobil. So fuhr ich Freitag um 14:00 Uhr von Cuxhaven nach Köln. 430 km. Viel Verkehr. Wochenende. Dabei hörte ich wieder einmal Radio via Internet. 4 Stunden ununterbrochen. Keine Störung. Natürlich RBB. Fehlende Bandbreite? ... und überhaupt: Welche Bandbreite wird denn für "Internetradio" bei 128 kbit/s benötigt? Das ist doch lächerlich. Jeden Tag lade ich mir auf mein smartphone diverse Tageszeitungen herunter. Eine Wochentagsausgabe der FAZ z.B. hat ein Volumen von ca. 15 - 30 MB, eine Wochenendausgabe liegt bei über 80 MB. Wie lange höre ich dafür Radio via mobilem Internet?
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

This post has been edited 1 times, last edit by "Olllafff" (May 23rd 2016, 11:12pm)


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402

Tuesday, May 24th 2016, 12:49am

Komisch. Jetzt habe ich es endlich am Wochenende mal geschafft, das TechniSoundPad mit einem DVB-T-USB-Stick und einer kleinen Software vom IRT zum DAB+-Empfänger aufzurüsten. Hab nicht einmal WLAN und die App von DVB-T-Stick benötigt und das Ding funzt... und das Schlimme, das Ding begeistert mich auch noch. Und ich kanns mir nicht erklären, weil besonders viel bietet die IRT-App auf dieser Android-Plattform nicht.



Viele Grüße
Sebastian
Ob analog oder digital, es rauscht überall. ~:-9~

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403

Tuesday, May 24th 2016, 12:40pm

Alle Aktivitäten werden ins Internet verlagert! Nichts wird diese Entwicklung aufhalten. Das gilt auch für den Rundfunk. Das haben im Gegensatz zu einigen, die hier schreiben, auch die Rundfunkanstalten schon lange verstanden.

Das sind klassische Totschlagargumente wie "das weiß doch jeder ..." usw.



Die Jugend weiß das schon lange. Wer hört schon noch Radio? Wer schaut noch klassisches Fernsehen? Radio hört man nicht mehr. TV wird durch YouTube ersetzt. Mobil auf dem Smartphone, was oftmals das einizige technische Kommunikationsmedium ist. Was anderes besitzt man nicht mehr ...

Hast Du zu diesen Aussagen eine Quelle? Weder sieht es bei jungen Leuten in meinem beruflichen und privaten Umfeld wie von Dir beschrieben aus, noch finde ich im Internet irgendwelche Informationen, die Deine Aussagen bestätigen. Auch die Jugend schaut noch TV und hört Radio. YouTube ist einfach ein zusätzlicher Dienst, der genutzt wird.
Hier wird suggeriert, die Jugend entscheidet sich für das Internet und damit gegen alles andere. Die Welt ist aber nicht so schwarz/weiß, wie Du sie hier darstellst.

http://de.statista.com/themen/101/medien/

http://de.statista.com/statistik/daten/s…-altersgruppen/



Alle Argumente für DAB, die hier vorgetragen werden, halte ich für Scheinargumente. So gibt es z.B. keine "fehlende Bandbreite im Mobilfunk für Internetradio" wie es 96k schreibt. Woher weißt Du das? Die Mobilfunknetze werden ständig ausgebaut, werden immer leistungsfähiger.

Wenn wir z.B. mal das Rhein-Main-Gebiet und die Strecke entlang der A5 nach Kassel betrachten, so wird dieser Bereich durch 5 Senderstandorte mit DAB+ versorgt. Mobilfunknetze benötigen aber möglichst kleine Funkzellen, da sonst nur wenige die Dienste gleichzeitig nutzen können.
Kleine Zellen bedeuten aber hohe Kosten. Irgendwie dreht sich die Diskussion im Kreis, am 7.9.2011 waren wir schon einmal genau an diesem Punkt:

### Diskussion 2011 ###

Quoted

Olllafff postete
Hallo 96k,

Deine vorsichtige Einschätzung ist ja nicht fehl am Platze, aber mich überrascht es immer wieder, was in den letzten 20 Jahren möglich wurde. Natürlich sind allen Entwicklungen auch Grenzen gesetzt ...
Hallo Olaf,

DSL ist so ein Beispiel, da wundere ich mich heute noch.
Ein bidirektionales universelles Funknetz (z.B. für mobiles Internet) braucht viel mehr Bandbreite als DAB+, die auf den niedrigen Freqeunzbereichen nicht vorhanden ist.
Mit dem ehemaligen VHF-Band 3 kann man mit viel weniger Sendeanlagen eine viel bessere Flächendeckung erreichen als dies mit Mobilfunk (UMTS und LTE) möglich wäre.
Durch Gleichwellennetze wäre sogar eine bessere Versorgung als beim analogen UKW-Rundfunk möglich.
Nach Abschaltung des analogen UKW-Rundfunks (z.B. 2020) könnte man diesen Bereich auch noch für DAB+ verwenden.


Quoted

Olllafff postete

Quoted

Olllafff postete
Ein Empfangsgerät was keinen eigenen Sender benötigt ist dabei immer im Vorteil.
Aber leider auch etwas altmodisch, da ja jeder zum Sender werden soll. :-)
Wenn das DAB-Radio nicht nach 4 Stunden ans Laderegrät muß wie mein PDA bin ich sehr gern "altmodisch". ;-)


Gruß

96k


Quoted

96k postete
Mit dem ehemaligen VHF-Band 3 kann man mit viel weniger Sendeanlagen eine viel bessere Flächendeckung erreichen als dies mit Mobilfunk (UMTS und LTE) möglich wäre.
Vodafone hatte 2009 ca. 13000 UMTS Basisstationen im Betrieb, bei den anderen Anbietern sind es ähnliche Zahlen.
Für eine flächendeckende DAB+ Versorgung Deutschlands werden ca. 100 Sender benötigt.

Gruß Ulrich


### /Diskussion 2011 ###



Ich nutze Radio und TV, also klassischen Rundfunk, nur noch via Internet. Stationär und mobil. So fuhr ich Freitag um 14:00 Uhr von Cuxhaven nach Köln. 430 km. Viel Verkehr. Wochenende. Dabei hörte ich wieder einmal Radio via Internet. 4 Stunden ununterbrochen. Keine Störung. Natürlich RBB. Fehlende Bandbreite? ... und überhaupt: Welche Bandbreite wird denn für "Internetradio" bei 128 kbit/s benötigt? Das ist doch lächerlich. Jeden Tag lade ich mir auf mein smartphone diverse Tageszeitungen herunter. Eine Wochentagsausgabe der FAZ z.B. hat ein Volumen von ca. 15 - 30 MB, eine Wochenendausgabe liegt bei über 80 MB. Wie lange höre ich dafür Radio via mobilem Internet?

Schön, daß Du nur noch das Internet nutzt. Ich kennen niemanden, wirklich niemanden, der in seinem Leben solche "digitalen" Entscheidungen trifft. Auch kenne ich außer Dir niemanden mit einem solchen Nutzungsverhalten, weil schon die maximalen Datenvolumen in bezahlbaren Mobilfunktarifen das nicht hergeben.
Allein eine Stunde Internetradio schlägt mit fast 60 MB zu Buche. Das wären bei mir bei 8 Bürostunden schon fast ca. 480 MB am Tag und damit über 10 GB im Monat. Hinzu kommt, daß das Smartphone dann dauernd ans Ladegerät müsste und die unnötige Belastung mit elektromagnetischen Feldern für einen protokollbedingten Rückkanal, den ich aber bei Radio gar nicht brauche.
Manchmal ist es besser, für ein gewünschtes Ergebnis ein spezielles Werkzeug zu verwenden, als mit einem Taschenmesser einen Durchbruch an einer Betonwand zu versuchen.


Grüße

96k

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404

Tuesday, May 24th 2016, 12:41pm

Komisch. Jetzt habe ich es endlich am Wochenende mal geschafft, das TechniSoundPad mit einem DVB-T-USB-Stick und einer kleinen Software vom IRT zum DAB+-Empfänger aufzurüsten. Hab nicht einmal WLAN und die App von DVB-T-Stick benötigt und das Ding funzt... und das Schlimme, das Ding begeistert mich auch noch. Und ich kanns mir nicht erklären, weil besonders viel bietet die IRT-App auf dieser Android-Plattform nicht.

Und schon wieder ein neuer Nutzer von DAB+. Wenn das so weitergeht, dann hat DAB+ vielleicht doch noch eine Zukunft. ;-)


Grüße

96k

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405

Tuesday, May 24th 2016, 2:17pm

Wer hört schon noch Radio? Wer schaut noch klassisches Fernsehen?
Ich z. Beispiel, und dies jeden Tag. DAB+ spielt allerdings für mich dabei keine Rolle, weil ich TV und Rundfunk über DVB-C empfange, die von unserer W.B.-Genossenschaft vertraglich mit einem lokalen Netzanbieter angeboten wird. Die Qualität des digitalen Empfangs ist für mich ausreichend - mindestens so gut wie UKW, eher besser. Auch über die HD-Qualität der ÖR - TV-Sender kann ich nun wirklich nicht klagen.

Heribert

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406

Tuesday, May 24th 2016, 8:52pm

Allein eine Stunde Internetradio schlägt mit fast 60 MB zu Buche. Das wären bei mir bei 8 Bürostunden schon fast ca. 480 MB am Tag und damit über 10 GB im Monat.


Das Argument ist im Moment sicher nicht von der Hand zu weisen, wird aber vermutlich immer mehr an Gewicht verlieren. Je mehr an Audio und Video über das Netz gestreamt wird, um so verfügbarer und billiger wird Leitungskapazität werden. Und so vehement, wie mir mein (inzwischen ehemaliger) Telefon- und Internet-Anbieter sein IP-TV-Paket auf's Auge drücken wollte. bin ich mir sicher, daß der Bedarf da in den nächsten Jahren noch immens wachsen wird.

407

Wednesday, May 25th 2016, 1:12pm

Und irgendwann frueher oder spaeter passiert es, das Internetradio ist stumm geworden, UKW und DAB+ spielen noch !
Nur warum ist es so ?
Ich putze hier nur...

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408

Wednesday, May 25th 2016, 9:41pm

Um dem Meinungsspektrum einen weiteren Tupfer hinzuzufügen, berichte ich mal aus meiner Hörpraxis:

Ich höre zu Hause viel Radio, eigentlich rund um die Uhr, selbst nachts als beruhigenden Geräuschteppich.
Hauptsächlich Musik, morgens und am frühen Abend die aktuellen Nachrichten/Informationssendungen auf NDR Info und DLF.
Vornehmlich über Analog-UKW und Digital-Radio aus der Steckdose von Vodafone/KD.
Bis vor einigen Monaten noch habe ich in der Radio-Beilage der Hörzu alle Jazz-, Rock- und Ethno-Musik-Sendungen der auf diesem Wege hörbaren Programme rot markiert und dann jeweils das vermeintlich Beste ausgewählt.
Einen DVB-T-Stick habe ich auch, um bei Bedarf mal mit dem PC fernsehen zu können. Das beschränkt sich aber im Wesentlichen auf eine wöchentliche Gesundheitsendung im NDR3.
Mit dem Stick kann man auch DAB+ empfangen. Hab ich natürlich aus Neugier ausprobiert. Dort gibt es aber gar keine anderen seriösen Programme als die, die ich ohnehin schon in ausreichender Qualität empfangen kann. Die dort zusätzlich vorhandenen Musikprogramme sind für mich von unerträglicher inhaltlicher (Nicht-)Qualität. Das Interesse an DAB(+) ist deshalb völlig erloschen.
Die Hörgewohnheiten haben sich in den letzten Monaten etwas geändert, seit auf Radio Bremen und beim DLF nach dem Ausscheiden zweier Mitarbeiter in den Ruhestand die Blues-Sendungen (meine Lieblingsmusik neben Blues-Rock) eingestellt wurden. Ich höre jetzt diese Musik viele Stunden am Tag über zwei Internet-"Radio"-Kanäle, ohne Werbung, fast ohne Gequatsche.
Nebeneffekt ist, daß ich jetzt viele der vorher markierten und verfolgten Jazz(etc)-Sendungen auf den klassischen Kanälen aus Bequemlichkeit "sausen lasse". (So hat sich das der Programm-Direktor des DLF sicher nicht vorgestellt, der bezüglich der Einstellung der Sendung gesagt haben soll, Blues sei eine vorher überbewertet gewesene Musikrichtung).
Mit den 60 MB pro Stunde oder 720 MB pro 12-Stunden-Tag oder 22 GB in 30 Tagen hab ich gar kein Problem. Das ist alles noch im billigsten Internet&Phone 10 Basis-Tarif (knapp 20 €/Monat) von KD enthalten. Fast genausoviel hab ich vorher bei der Telekom nur für das klassische Festnetz-Telefon bezahlt. Es gibt ja sogar einige Internet-Musik-Kanäle, die mit 256kbit/s streamen. Selbst mit dem doppelten Datenvolumen hätte ich wohl keine zusätzlichen Kosten.
Insofern betrachte ich die Musik-Angebote der "Internet-Radios" als willkommene Bereicherung des Medienspektrums. Sie erlauben mir, mich von der Programm-Willkür der etablierten Programme zu lösen und zu hören, was mir gefällt.

MfG Kai

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409

Thursday, May 26th 2016, 1:37am

... auch wenn 96k etwas anderes behauptet, hat die Aussage bzgl. DAB weiterhin Bestand: Es hat keine Zukunft! Das Internet hingegen schon. Alle Vorteile des Internet wurden schon vor sechs Jahren aufgezählt und vielfältig dargestellt - auch in diesem thread. Es steht zu lesen, nicht zuletzt in den Zeitungsartikeln, die hier in den letzten Wochen verlinkt wurden. DAB bringt keinen Mehrwert. Es ist klassicher Rundfunk, eine Einbahnstraße. Perspektivlos. Von gestern.

Woher ich das alles weiß? Ich bin einfach ein aufmerksamer Zeitgenosse, der Augen und Ohren nicht verschließt und über einen "freien", durchaus kritischen und der Reflekton befähigten Verstand verfügt. Unabhängig von meinen eigenen Vorlieben. Da bin ich vollkommen unemotional. Ich arbeite in der "Medienbranche", bin mit ihrer Entwicklung und Perspektivplanung zumindest am Rande befaßt. Mein Freundeskreis besteht aus "Medienschaffenden" (Redakteure, Regisseure, Ingenieure). Ich kenne die politischen, wirtschaftlichen und wissenschaftlichen Diskussionen. Eine Freundin leitet eines der sogenannten Medieninnovationszentren. Darüber hinaus bin ich als Dozent/Referent/Trainer weltweit unterwegs und arbeite hier vor allem mit jungen Menschen. Diese haben ein smartphone. Immer und überall. Das ist ihr Werkzeug ... Der "Deutsche" zeigt sich erstaunt über "Flüchtlinge", die teuere smartphones besitzen, aber so wird in diesen Ländern kommuniziert. So erhalten sie ihre Informationen ... Was soll ich sagen? Ich mache meine Erahrungen. Diese finden sich in meinen hiesigen Beiträgen wieder. Mal mehr, mal weniger gut erklärt. Es bedarf an dieser Stelle keiner weiteren Belege. Meine Erfahrungen sind natürlich nicht in Stein gemeißelt. Und das sollte in einem Forum wie diesem genügen.

Mindestens zwei Diskussionsteilnehmer haben ihre Erfahrungen mit mobilem Rundfunk via Internet dargelegt. Positiv. Dabei wurde immer wieder angemerkt, dass es Probleme geben kann. Gibt es diese bei DAB oder UKW nicht auch?

Eine nicht nur von 96k behauptete fehlende Bandbreite ist tatsächlich ein "Todschlagargument". Wo macht sich diese wie und wo bemerkbar? Ich bemerke davon nichts. Es mag manchmal Engpässe geben. Sie betreffen mich nicht. Weder in Deutschland noch im Ausland. Der Ausbau dieser Netze, mobil und stationär, hat weltweit oberste Priorität - nicht, um darüber Radio zu hören, sondern weil dieses Netz ein unverselles Netzwerk ist. Es ist der Garant, das Wirtschaft wächst und Fortschritt möglich ist. Das ist allgemeiner Konsens. So tönt es auf allen Kommunikationskanälen. ... Das Abrufen von Internetradio verursacht dabei den geringsten Traffic.

Nur ein weiteres Beispiel zur Leistungsfähigkeit der Internet. Live-Schalten der Korrespondenten für TV-Anstalten werden zunehmend z.B. mit LiveU via mobilem Internet gemacht. Die teuere Anmietung von Satelliten-Übertragungsstrecken mit entsprechender Technik ist nicht mehr nötig. Mittlerweile können diese Schalten sogar mittels einer App auf einem smartphone geleistet werden. Weltweit. Die Übertragung von Bild- und Tonbeiträgen erfolgt natürlich ebenfalls via Internet. Im In- und Ausland.

Mein Vertrag bei der Telekom gewährleistet mir ein mobiles Datenvolumen von 6 GB. Dafür bezahle ich inkl. Endgerät (iPhone 6S) ca. 50€. Bei Bedarf jederzeit um weitere GBs erweiterbar. Ein Zeitungsabo der FAZ kostete mich in der Druckversion ca. 60 Euro im Monat. Für die digitale Ausgabe bezahle ich 40€. Da ich mehrere Abos von weiteren Zeitungen beziehe, reduzieren sich meine Kosten bereits an dieser Stelle ganz erheblich. Da ich ständig unterwegs bin, halte ich Kontakt zu meinen Freundeskreis (vor allem zur Freundin) via facetime oder skype. Hier werden gewaltige Datenmengen erzeugt und abgerufen ...

Meine 6 GB verbrauche ich nie, denn zuhause, im Büro, im Hotel etc. habe ich natürlich einen stationären Internet-Zugang (überall gibt es WLAN) mit einem unbegrenzten Volumen. Mein IP-TV verbraucht ein riesige Datenmenge. ... Mobiles Internet beziehe ich nur, wenn ich unterwegs bin. Im Auto. Im Zug. Im Ausland kaufe ich via Prepaid ein Gigabyte um ein vielfaches günstiger, als in Deutschland. Ich bin viel im Ausland. Meine gesamte Kommunikation wird da mobil getätigt, u.a. auch das hören von "Rundfunk". ... Es gibt keine fehlende Bandbreite! Dabei kann sie durchaus an einigen Stellen nicht immer ausreichend sein ... Wen interessieren die Kosten? Warum bringt 96k dieses Argument? Es ist keines, weil es keine Kosten sind. Es ist eine Investition in die Zukunft ...

Ach ja, mein smartphone hat nach vier Stunden Radiohörens via Internet lediglich 40% seiner Batteriekapazität verbraucht. Außerdem wäre es bei Bedarf jederzeit mit der Bordelekrtik meines Autos wieder aufladbar.

Die Diskussion im Forum dreht sich tatsächlich im Kreis, aber nicht in dem Sinne, wie es 96k meint. Seine Argumentation ist rückwärtsgewand und nicht zielführend. Er kennt niemanden, der so rigoros "digitale Entscheidungen" trifft. Da frage ich mich, in was für einer Welt er lebt. Mit meinem "old-hifi" bin ich die Ausnahme. Selbst in meiner Altersgruppe ...
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

This post has been edited 2 times, last edit by "Olllafff" (May 26th 2016, 1:58am)


410

Thursday, May 26th 2016, 9:33am

Bei mir brauche ich nur wenige km abseits der Autobahnen zu fahren, und habe in der Anzeige "kein Netz". Überhaupt ist bei mir hier in Österreich im Wienerwald größtenteils nur 2G (GSM, Edge) verfügbar. Da kann ich mir Internetz-Radio irgendwohin stecken. Aber UKW und DAB+ funktionieren auch in diesen Gebieten.
Bin oft Mountainbiken und da bemerke ich dass ich meist im "mobilfunklosen" Gebiet unterwegs bin. Nur in der Nähe von Siedlungen habe ich wieder Empfang.
Für das Musikhören im Auto ist Internetzradio, abseits der Autobahnen, völlig ungeeignet.
Hab hier stationär einen 4G-Zugang mit ~110Mbps down und ~45Mbps up, der aber nur mit großem Aufwand wie 2 großen externen log-per-Yagi-Dachantennen realisiert wurde.
Am Handy oder Tablet habe ich indoor als auch outdoor nur max 2G-Empfang mit "2 Stricherln" = -105dbm Signalstärke.
Wie soll da mobiles Radio-Streamen funktionieren?
Bei den nächsten Wahlen wähle ich die NSA, denn die sind die einzigen die sich um mich kümmern.

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411

Thursday, May 26th 2016, 10:39am

... die Täler der Ahnungslosen. Ja, sie gibt es. Nicht nur beim mobilen Internet. Auch bei DAB. Waren bzw. sind auch meine Erfahrungen in Schottland. DAB ist hier nur bedingt einsatzfähig, so das man meist UKW hört. Mit den typischen Störungen, aber immerhin unterbrechungsfrei. Allerdings war mobiles Internet hier eher möglich. Bei dieser Technik gibt es wesentlich mehr Ambitionen, die Menschheit mit ihr zu "beglücken". Hier geht es um Kommunikation in all ihren Formen. Und um Geld. Man denke nur an die Bestrebungen von google, facebook etc., selbst die entlegensten Landstriche der Welt mit mobilem Internet zu versorgen. Der Ausbau der Netze ist nicht perfekt. Da gibt es noch viel zu tun. Gerade in der Fläche. Nun bin ich eher im Norden Deutschlands unterwegs. In der Fläche ist mobiles Internet kein wirklich großes Problem. Selbst mit 2G ist der Empfang von Internetradio möglich.

Apropo: Es ist ja auch nicht so, daß ich in Permanenz mobil Radio höre. Wenn ich unterwegs bin, freue ich mich darüber, Teil einer realen Welt zu sein und diese auch zu hören. Ich bin also nicht immer "empfangsbereit". Außerdem interessieren mich im ausschließlich gehörten öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der natürlich auch im Internet stattfindet, nur spezielle Sendungen, die ich nicht verpassen möchte. Egal, wo ich bin. In einer globalisierten Welt ist das Internet die einzige Möglichkeit für mich, mit meiner "Heimat" Kontakt zu halten. Zu meiner Heimat gehören die Radiosendungen des RBB und des WDR. Schön, daß diese überall von mir empfangen werden können. Auch wenn es des öfteren Einschränkungen gibt. In diesem nicht nur von mir so empfundenen Kontext spielt DAB keinerlei Rolle.
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut

412

Thursday, May 26th 2016, 12:15pm

Der springende Punkt ist doch, wenn ich meine Mobilfunk/Festnetzrechnung nicht bezahle (oder bezahlen kann) bin ich von der Information abgeschnitten.
Missbrauchsmöglichkeiten kommen dann ja auch noch hinzu.
Das ist nicht im Sinne des Rundfunks, der in meinen Augen in den Grundzügen auch passiv und linear bleiben sollte.
Das gilt natürlich nicht für jeden Sender, z.B. Beispiel für den Deutschlandfunk mit seiner speziellen Funktion.
Interaktive Zusatzangebote kann es zudem ja trotzdem geben.

DAB+ hat auch in meinen Augen keine Zukunft, das liegt aber an Fehlern die in der Vergangenheit gemacht wurden.

Gruß Ulrich

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413

Friday, May 27th 2016, 4:30pm


Eine nicht nur von 96k behauptete fehlende Bandbreite ist tatsächlich ein "Todschlagargument". Wo macht sich diese wie und wo bemerkbar? Ich bemerke davon nichts. Es mag manchmal Engpässe geben. Sie betreffen mich nicht.

Die fehlende Bandbreite macht sich in den "Engpässen" bemerkbar, die es im Mobilfunknetz immer wieder gibt. Ein Mitglied dieses Forums war z.B. auf dem Japan-Tag in Düsseldorf. Selbst das Abrufen von E-Mails war nicht möglich aufgrund fehlender Bandbreite für alle Nutzer, die das Fest besucht hatten und Daten austauschen wollten.



Nur ein weiteres Beispiel zur Leistungsfähigkeit der Internet. Live-Schalten der Korrespondenten für TV-Anstalten werden zunehmend z.B. mit LiveU via mobilem Internet gemacht. Die teuere Anmietung von Satelliten-Übertragungsstrecken mit entsprechender Technik ist nicht mehr nötig. Mittlerweile können diese Schalten sogar mittels einer App auf einem smartphone geleistet werden. Weltweit. Die Übertragung von Bild- und Tonbeiträgen erfolgt natürlich ebenfalls via Internet. Im In- und Ausland.

Es ging doch gar nicht um die Leistungsfähigkeit des Internets, sondern um die fehlende Bandbreite bei den Mobilfunkzugängen.



Meine 6 GB verbrauche ich nie, denn zuhause, im Büro, im Hotel etc. habe ich natürlich einen stationären Internet-Zugang (überall gibt es WLAN) mit einem unbegrenzten Volumen.

Es ist schön für Dich, daß Du im Büro einen stationären Internetzugang hast, den Du auch privat unbegrenzt nutzen darfst. Viele dürfen am Arbeitsplatz den Internetzugang gar nicht privat nutzen oder nur eingeschränkt nutzen.
Bei uns in der Firma ist z.B. privates Audio-/Video-Streaming untersagt und Dienste wie Spotify gesperrt. Warum?
Wir haben ca. 1000 Mitarbeiter im Innendienst. Wenn jetzt nur jeder zweite Mitarbeiter für Internetradio 500 MB am Tag zusätzlich verbraucht, wären das ca. 250 GB am Tag zusätzlicher Traffic. In der Woche wären das ca. 1,2 TB, im Monat dann über 5 TB "zusätzlich" zu dem betrieblichen Datenvolumen, für das unser ISP Geld haben möchte.
Natürlich können die 500 Mitarbeiter aus dem o.g. Beispiel jetzt versuchen, diese 250 GB am Tag für ihr Internetradio aus dem Mobilfunknetz zu holen. Jedoch sind die dort nicht allein, da in anderen Firmengebäuden hier in der Straße auch viele Mitarbeiter sitzen.

All diese Probleme gibt es bei DAB+ nicht. Wenn es darum geht ein Rundfunkprogramm zu verteilen, ist klassischer Rundfunk weder rückständig noch überflüssig.



ein Vertrag bei der Telekom gewährleistet mir ein mobiles Datenvolumen von 6 GB. Dafür bezahle ich inkl. Endgerät (iPhone 6S) ca. 50€. Bei Bedarf jederzeit um weitere GBs erweiterbar. Ein Zeitungsabo der FAZ kostete mich in der Druckversion ca. 60 Euro im Monat. Für die digitale Ausgabe bezahle ich 40€. Da ich mehrere Abos von weiteren Zeitungen beziehe, reduzieren sich meine Kosten bereits an dieser Stelle ganz erheblich.

Ich, ich, ich ...

Schau mal über Deinen Tellerrand hinaus und denke mal an die Menschen, die keine 6GB Datenvolumen in ihren Mobilfunktarifen haben. Z.B. weil sie keine 6 GB brauchen (außer Du befiehlst ihnen in Zukunft die Nutzung von Internetradio per Mobilfunk), oder weil sie sich das schlicht und einfach nicht leisten können. Die haben auch kein Geld für mehrere Zeitungsabos und damit auch keine Refinanzierung über gesparte Abo-Kosten, die haben ganz andere Probleme.

Ich verstehe einfach nicht, wie man so massiv gegen DAB+ wettern kann, nur weil man es selber nicht braucht.
DAB+ und das Internet können friedlich nebenher existieren.



Ich nutze Radio und TV, also klassischen Rundfunk, nur noch via Internet.

Schön, daß Du nur noch das Internet nutzt. Ich kennen niemanden, wirklich niemanden, der in seinem Leben solche "digitalen" Entscheidungen trifft.


Die Diskussion im Forum dreht sich tatsächlich im Kreis, aber nicht in dem Sinne, wie es 96k meint. Seine Argumentation ist rückwärtsgewand und nicht zielführend. Er kennt niemanden, der so rigoros "digitale Entscheidungen" trifft. Da frage ich mich, in was für einer Welt er lebt. Mit meinem "old-hifi" bin ich die Ausnahme. Selbst in meiner Altersgruppe ...

Nicht nur, daß Du Dich durch die Ansprache in der dritten Person jetzt völlig zum Affen machst. Du hast offentsichtlich auch Probleme, Texte im Kontext zu erfassen und zu verstehen. Meine Aussage, "Ich kennen niemanden, wirklich niemanden, der in seinem Leben solche "digitalen" Entscheidungen trifft", bezieht sich auf Deine "digitale" entweder/oder Einstellung zum hier diskutierten Thema.
Aus diesem Grund war das Wort "digitalen" auch in Anführungszeichen gesetzt und nicht die Wörter "digitale Entscheidungen", wie Du es oben falsch verstanden und zitiert hast.


Grüße

96k

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Friday, May 27th 2016, 5:20pm

Ein Mitglied dieses Forums war z.B. auf dem Japan-Tag in Düsseldorf. Selbst das Abrufen von E-Mails war nicht möglich aufgrund fehlender Bandbreite für alle Nutzer, die das Fest besucht hatten und Daten austauschen wollten..


Der Japan-Tag ist aber in Sachen Menschendichte ein eher seltener Extremfall.


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Friday, May 27th 2016, 5:28pm

Bitte löschen.

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Friday, May 27th 2016, 5:48pm

Bitte löschen.

Warum? Ich fand Deinen Beitrag mit dem Foto gut.


Grüße

96k

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417

Friday, May 27th 2016, 6:03pm

Warum? Ich fand Deinen Beitrag mit dem Foto gut.

Ich habe keine Möglichkeit gefunden, verlinkte Bilder zu skalieren. Runter- und hochladen mit Vorschau war mir zu viel Arbeit.

Vor allem aber: Über diesem Thread schwebt ein Damoklesschwert. Hier hat mal jemand ein Foto einer Flasche DAB Pilsener veröffentlicht. Zeitzeugen erinnern sich noch an das Erdbeben ...

Schon wieder zu viel geschrieben. Gruß, Anselm

418

Friday, May 27th 2016, 9:22pm

Prost :P

Bis jetzt hat nur einer mein Beitrag 388 verstanden worauf ich hinaus wollte, Glueckwunsch....
Ich putze hier nur...

419

Saturday, May 28th 2016, 8:31am

Ohne mobiler "flacher Ratte" wird Internetzradio ein Nischenprodukt für Home-User bleiben.
Bei den nächsten Wahlen wähle ich die NSA, denn die sind die einzigen die sich um mich kümmern.

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420

Saturday, May 28th 2016, 12:57pm

Hallo Ulrich (uk64 in Beitrag 412)

Quoted

Der springende Punkt ist doch, wenn ich meine Mobilfunk/Festnetzrechnung nicht bezahle (oder bezahlen kann) bin ich von der Information abgeschnitten.

Dein Einwand mag berechtigt sein, aber: Wer sagt, daß Rundfunk umsonst sein muß! Wir leben in einer kapitalisierten Welt. Alles hat seinen Preis. Die im Grundgesetz garantierte Pressefreiheit bedeutet nicht, diese als Bürger umsonst zu bekommen. Wer nicht bezahlen kann, der ist nicht dabei und somit auch von der Information abgeschnitten. Man wird bedürftig und ein Fall für das Sozialamt …

Zeitungen, Zeitschriften etc. genießen den Schutz des Grundgesetzes. Mehr oder weniger können sie veröffentlichen, was sie wollen. Aber: Ihre Publikationen werden verkauft. Jeder Bürger bezahlt für die von anderen erstellte veröffentlichte Meinung, indem er das Produkt der Verlage erwirbt. Wenn es umsonst sein sollte, bezahlt ein anderer die Rechunung, z. B. die werbende Industrie.

Das ist im Rundfunk nicht anders. Man bezahlt für den Empfang, durch Rundfunkgebühr, mit dem Erdulden von Werbung, oder manchmal auch beidem. Selbst die Privaten erheben mittlerweile eine „Gebühr“ für ihr HD-Programm. Darüber hinaus entstanden und entstehen weitere Kosten für den Empfang, für die Infrastruktur. Die Kosten für die Gemeinschaftsantennen und deren Wartung werden als laufende Kosten auf die Miete umgelegt, gleiches gilt für den Anschluss an eine Kabelanlage. Die Geräte für den Empfang kauft der Empfänger. Ein gewaltiger Markt.

Quoted

Das ist nicht im Sinne des Rundfunks, der in meinen Augen in den Grundzügen auch passiv und linear bleiben sollte.

Nun entsteht ein weiterer Distributionsweg. Das Internet. Natürlich kann man darüber auch passiven, linearen Rundfunk verbreiten. Internetradio ist ja in weiten Teilen passiv. Alles wird möglich. Dieser neue Vertriebsweg wird irgendwann die alten ersetzen. Das ist tatsächlich ein Fakt. Nennen wir es Fortschritt. Die Kutsche wurde ja schließlich auch durch das Automobil ersetzt. Pferde- und Kutschenfreunde waren entsetzt. Es hat nicht geholfen.

Übrigens: Unsere aktuelle Rundfunkgesetzgebung basiert auf einer Mangelverwaltung. Es gab nicht genügend Rundfunkfrequenzen, um einen privaten Betrieb zur Produktion von Radio und TV zu ermöglichen, und damit eine Vielfalt von Meinungen zu publizieren. Ein grundsätzlicher Unterschied zum Print-Bereich, wo theoretisch jeder eine Zeitung publizieren kann (sofern er das Geld hat). Deshalb kam es zum aktuellen Modell, dessen Basis der binnenpluralistisch organisierte öffentlich-rechtliche Rundfunk bildet.

Heute hat sich diese Situation dramatisch verändert. Es begann mit der Freigabe von neuen Frequenzen für den Privatfunk Mitte der 80er Jahre. Heute gibt es das Internet. Je nach Betrachtungsweise kann man nun sagen, es bedarf keines öffentlich-rechtlichen Rundfunks mehr. Das Internet bietet eine Außenpluralität und damit eine Vielfalt von Programmangeboten und Meinungen, die den öffentlich-rechtlichen Rundfunk obsolet erscheinen läßt. Das wissen auch die Sender, die nun ihre Existenzberechtigung nachweisen müssen. Das Internet hat in ihren Bestrebungen nun größte Priorität.

Könnte es nun nicht aber auch nicht sein, daß DAB lediglich eine Fortschreibung des Mangels ist und damit ein weiterer Grund für die Existenz öffentlich-rechtlicher Angebote, also ganz im Sinne seiner Anbieter? Ein verzweifeltes letztes Aufbäumen ... und ein böser Gedanke von mir, den ich nicht wirklich ernst meine. Aber heute glauben ja alle irgendwie an irgendwelchen Verschwörungen :)

... und auch das noch: Warum beläßt man es nicht einfach bei UKW? Eine etablierte und bewährte Technik. Natürlich mit Schwächen. Es gibt Unmengen von Geräten. Die Distribution ist gesichert. Keine Neuinvestionen müssen getätigt werden. Der neue Weg wird dann ohne weoterem Zwischenschritt auf ein teueres DAB den alten ersetzen. Wir werden sehen. Letzendlich spekulieren wir hier alle.
Olaf, der eher passiv seit Jahren hier mitliest und sich an den fachlichen Beiträgen über Tonbandgeräte erfreut