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Freitag, 4. Januar 2019, 10:57

Revox A78 Verstärker

Hallo,
mir ist ein Revox A78 Verstärker "zugelaufen".

Bei einem ersten Test passierte beim Drücken der Power-Taste gar nichts. OK, Sicherung geprüft, war kaputt.
Hab dann mal eine neue eingesetzt aber wie zu erwarten war, hatte es natürlich einen Grund, dass die alte kaputt war. Mit der neuen Sicherung ging die Power-Lampe für ca. 1 Sekunde an, dann war die Sicherung durch...

Im Inneren ist mir nichts Auffälliges begegnet. Scheint alles noch im Original-Zustand zu sein. Natürlich jede Menge Frako-Elkos, die einem schon durch die A77 sehr bekannt vorkommen und die wohl ersetzt werden sollten.

Das Service-Handbuch sagt für diesen Fall, dass wahrscheinlich ein Defekt der Endstufen vorliegt und man mit einem Regeltrenntrafo bestimmte Werte messen soll, aber so einen besitze ich nicht.
Die Trimmer scheinen noch Kontakt zu haben. Hatte an anderer Stelle gelesen, dass kaputte Trimmer für weitere Schäden sorgen können...

Wäre es möglich, dass irgendwelche Elkos das Durchbrennen der Sicherung verursachen? Ergibt es Sinn, diese erst mal zu tauschen oder sollte man an anderer Stelle suchen? Angenommen, ich tausche die Elkos, setze eine neue Sicherung ein und die brennt auch wieder durch: Könnten dadurch die neuen Elkos beschädigt werden?

Was wäre hier eine sinnvolle Vorgehensweise?

Gruß
Robert
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Freitag, 4. Januar 2019, 12:46

Hallo Robert,

in dem Gerät werden die Vorverstärker und die beiden Endstufen separat mit Strom versorgt.
Vor dem Gleichrichter für die Vorverstärker liegt noch eine Feinsicherung.
Da würde ich bei beiden Endstufen erstmal eine Zuleitung zum jeweiligen Gleichrichter öffnen, und die sekundärsetige Feinsicherung rausnehmen.
Die primärseitige Feinsicherung würde ich durch eine Glühlampe ersetzen (zB 40 ... 60 W) , natürlich alles schön fest montiert und isoliert, so daß keine Gefahr durch berührbare Netzspannung entsteht.
Danach kannst du sekundärseitig nacheinander alle 3 Verbraucher mal versuchsweise wieder anklemmen.
Bei dem mit Kurzschluß bzw. exzessivem Stromfluß wird dann die Glühbirne aufleuchten und schlimmeres verhindern.
Dann kann man nach dem gleichen System weitersuchen, wo genau der oder die defekten Teile sind.

MfG Kai

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Freitag, 4. Januar 2019, 21:28

Hallo,
mir ist ein Revox A78 Verstärker "zugelaufen".

Bei einem ersten Test passierte beim Drücken der Power-Taste gar nichts. OK, Sicherung geprüft, war kaputt.
Hab dann mal eine neue eingesetzt aber wie zu erwarten war, hatte es natürlich einen Grund, dass die alte kaputt war. Mit der neuen Sicherung ging die Power-Lampe für ca. 1 Sekunde an, dann war die Sicherung durch...

Im Inneren ist mir nichts Auffälliges begegnet. Scheint alles noch im Original-Zustand zu sein. Natürlich jede Menge Frako-Elkos, die einem schon durch die A77 sehr bekannt vorkommen und die wohl ersetzt werden sollten.

Das Service-Handbuch sagt für diesen Fall, dass wahrscheinlich ein Defekt der Endstufen vorliegt und man mit einem Regeltrenntrafo bestimmte Werte messen soll, aber so einen besitze ich nicht.
Die Trimmer scheinen noch Kontakt zu haben. Hatte an anderer Stelle gelesen, dass kaputte Trimmer für weitere Schäden sorgen können...

Wäre es möglich, dass irgendwelche Elkos das Durchbrennen der Sicherung verursachen? Ergibt es Sinn, diese erst mal zu tauschen oder sollte man an anderer Stelle suchen? Angenommen, ich tausche die Elkos, setze eine neue Sicherung ein und die brennt auch wieder durch: Könnten dadurch die neuen Elkos beschädigt werden?

Was wäre hier eine sinnvolle Vorgehensweise?

Gruß
Robert

Prüfe erstmal das Netzteil. Erfahrungsgemäß ist da wie bei fast alle alten Revoxgeräte der Hund begraben.
Und eine Revoxtypische Elkokur würde deinem Gerät auch gut tun.
Gruß
siggi

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4

Samstag, 5. Januar 2019, 16:36

Hallo

und erstmal Danke für die Antworten.

Alles, was im Gerät nicht auf den gesteckten Platinen sitzt, ist ja doch recht schwer zugänglich. Vor allem für die Netzteilplatine muss man wohl alles auseinanderbauen. Ich denke, bevor ich mich da ran mache, besorge ich erst mal die passenden Elkos, damit ich die dann auch gleich tauschen kann...

Noch eine Frage:
Könnte ich Testweise einfach die beiden Endstufenplatinen herausnehmen und prüfen, ob dann immer noch beim Einschalten die Sicherung kaputt geht? Dann hätte ich den Fehler ja eventuell schon auf die beiden Platinen eingeschränkt. Oder kann irgendwas im Gerät Schaden nehmen, wenn man es ohne Endstufen einschaltet?

Gruß
Robert
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5

Samstag, 5. Januar 2019, 16:57

Bei den meisten Geräten kommt man gut an die Trafo-Anschlüsse ran und kann dort ablöten.

Bei entnommenen Endstufen geht nur das kaputt, was nicht für den Einsatz in dem Gerät geeignet ist.

MfG Kai

6

Samstag, 5. Januar 2019, 17:21

Man könnte ja auch einfach mal ein bisschen messen, aber das ist wahrscheinlich irgendwie verpönt :)

Gruß Ulrich

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7

Samstag, 5. Januar 2019, 19:05

Ja messen wäre das Erste was ich machen würde. :whistling:

Gruß
siggi

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8

Sonntag, 6. Januar 2019, 01:39

Wer misst, misst sowieso nur Mist :whistling:

Wenn du die beiden Endstufenplatinen herausnimmst, kann kein Schaden am Gerät entstehen.

MfG, Tobias
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Donnerstag, 10. Januar 2019, 20:59

Hallo.

Na ja, messen ist aber auch nicht so einfach, wenn sich das Gerät gar nicht erst einschalten lässt...

Die Elkos und Trimmer habe ich inzwischen entsprechend der Ersatzteilliste im Service-Handbuch besorgt. Die Elkos auf den beiden Klangregelstufen habe ich auch bereits ausgetauscht.

Die Tental-Elkos auf der Eingangsstufe verwirren mich gerade allerdings:

Es handelt sich um die Version 1.078.110-12


Damit es nicht zu übersichtlich wird, hat die Platine pro Kanal Tentals mit den Werten 47µF, 4,7µF und 0,47µF

(Der andere Kanal ist noch mal extra im Plan aufgeführt, hat aber die selben Werte. C107 hat hier im Plan 50µF, in der Teileliste aber 47µF,)

Die 4 grünen Tentals in der Mitte sehen so aus:


Die beiden linken haben also jeweils 47µF. Wenn ich aber nicht ganz schief gucke, hat der obere der beiden rechten 0,47µF und der untere 47µF. Sollten die nicht beide den selben Wert haben, also wahrscheinlich beide 0,47µF?

Die übrigen beiden Tentals machen es dann für mich als Laien noch schwieriger, weil es dort nur Farben gibt:


OK, soweit ich das ergooglen konnte steht gelb für 4 und lila für 7. Schwarz für x1? Theoretisch müsste der Tental ja 4,7µF haben?

Ich hoffe, mir kann da jemand weiterhelfen, auch wenn meine Vorgehensweise bei dem Gerät vielleicht nicht sehr wissenschaftlich ist...

Gruß
Robert
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Donnerstag, 10. Januar 2019, 23:23

auch wenn meine Vorgehensweise bei dem Gerät vielleicht nicht sehr wissenschaftlich ist...

Das ist in der Tat mehr blinder Aktionismus als strukturierte Fehlersuche. Wenn du jetzt bei deiner Bauteilwechselei einen Fehler machst, suchst du dich später verrückt. Du hast nach den Endstufenmodulen gefragt und Antworten bekommen. Jetzt machst du an einer anderen Stelle weiter und schreibst nichts mehr zu den Endstufen. ?( Wenn du bei google "tantal elko farbcode" eingibst, findest du jede Menge Informationen dazu.

MfG, Tobias
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Freitag, 11. Januar 2019, 00:44

Nicht nur da. Es steht auch auf der letzten Seite des Service-Manuals.

Die Vorgehensweise erinnert mich auch an den Scherz über den Autofahrer, der nachts unter der Straßenlaterne den weiter weg im Dunkeln verlorenen Autoschlüssel sucht, weil es unter der Laterne ja heller ist.
Wenn man sich mit den Bauteilen nicht gut auskennt und sie nicht dem Schaltplan zuordnen kann, sollte man die Finger von "prophylaktischem" Austausch lassen. Die Wahrscheinlichkeit, daß dabei weitere Fehler eingebaut, werden ist einfach zu groß. Davon kann man hier in diversen Threads lesen.

MfG Kai

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Freitag, 11. Januar 2019, 17:49

auch wenn meine Vorgehensweise bei dem Gerät vielleicht nicht sehr wissenschaftlich ist...

Das ist in der Tat mehr blinder Aktionismus als strukturierte Fehlersuche. Wenn du jetzt bei deiner Bauteilwechselei einen Fehler machst, suchst du dich später verrückt. Du hast nach den Endstufenmodulen gefragt und Antworten bekommen. Jetzt machst du an einer anderen Stelle weiter und schreibst nichts mehr zu den Endstufen. ?( Wenn du bei google "tantal elko farbcode" eingibst, findest du jede Menge Informationen dazu.

MfG, Tobias

Ich hatte nach dem Hinweis von siggi das Netzteil prüfen wollen und dafür das Gerät so weit auseinander gebaut, dass ich das Einschalten ohne Endstufen erstmal nicht testen konnte. Und als dann die Platinen so vor mir lagen, dachte ich, die paar Elkos könnte ich ja auch schon mal tauschen, war dann verwirrt, warum auf der Platine der eine Kanal einen anderen Wert eingebaut hatte, als der andere, habe die übrigen geprüft und war dann auf den Tental mit den Farben gestoßen. So einer war mir vorher noch nicht begegnet. Natürlich habe ich nach den Farbcodes gegoogelt, war mir aber nicht sicher, ob ich das richtig gedeutet habe...


Nicht nur da. Es steht auch auf der letzten Seite des Service-Manuals.
MfG Kai

Die Tabelle im Service-Manual hatte ich gesehen. Was ich aber überlesen hatte, war, dass der weiße Punkt nicht nur den + markiert sondern auch gleichzeitig den Multiplikator...


Na ja, auf jeden Fall ist das Gerät wieder zusammengebaut. Auf der Netzteilplatine habe ich die beiden Elkos und den Trimmer getauscht sowie bereits einige Elkos auf den Steckplatinen.

Test mit Ausbau der Endstufen:
- Wenn beide drinnen sind, brennt die Sicherung durch.
- Wenn nur die rechte eingebaut ist - egal welche von den beiden Platinen - brennt die Sicherung durch.
- Wenn nur die linke eingebaut ist - egal welche von den beiden Platinen - bleibt die Sicherung heile und das Gerät an!

Eingeschaltet (bei eingebauter linker Endstufe) konnte ich dann auch über den neuen Trimmer am Netzteil die Spannung auf 24V einstellen.

An welcher Stelle sollte man nun am besten die Fehlersuche fortsetzen? Können die Leistungstransistoren in der Rückwand schuld sein? Oder die Ladeelkos?

Gruß
Robert
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Freitag, 11. Januar 2019, 18:17

Nach der Schaltung sind die Lade-Elkos auch drin, wenn die Endstufen-Platinen rausgezogen sind.
Da dann die Sicherung heil bleibt, gibt es an den Elkos erstmal nix zu meckern.

Die Leistungstransistoren der Endstufen sind laut Schaltplan über Steckverbinder angeschlossen.
Demnach ist es einfach möglich, die separat per Multimeter auf Kurzschluß bzw normales "Dioden"-Verhalten zwischen den drei Anschlüssen zu testen.
Das sind vorerst die Hauptverdächtigen.

MfG Kai

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Dienstag, 15. Januar 2019, 23:35

Hallo.

OK, ich hatte dann die beiden Leistungstransistoren mit einem Multimeter getestet und die erwiesen sich als defekt.

Also Ersatz besorgt und heute eingebaut. Der Verstärker läuft nun mit beiden Endstufen ohne das die Sicherung durchbrennt!
Ich hab dann mal Lautsprecher und CD-Player angeschlossen und man hört was. Allerdings fängt der rechte Kanal an im Bassbereich zu verzerren, wenn man die Lautstärke erhöht. Bei niedrigerer Lautstärke (ich sag mal "Zimmerlautstärke" oder leicht drunter) klingt es recht gut, manchmal aber auch etwas unsauber. Ansonsten wärmt sich der Verstärker auch bei längerem Betrieb kaum auf. Ich denke das ist ein gutes Zeichen...

Das Service-Handbuch schlägt für den Fall "Verstärker arbeitet schlecht" vor, zahlreiche Bauteile auf den Endstufen zu prüfen. Wenn ich allerdings die rechte und linke Endstufen-Platine vertausche, bleiben die Verzerrungen rechts, weshalb ich die als Fehlerquelle ausschließen würde.

Wo sollte man jetzt nach dem Fehler suchen? Können die neuen Leistungstransistoren nicht in Ordnung sein? Ich hatte gelesen, dass von dem Typ (2N3055) teils Fälschungen im Umlauf sind. Hatte daher extra bei einem Händler gekauft, der Fotos zeigt und der Aufdruck bei den Fälschungen (siehe z. B. hier: https://www.kenfoe.net/revox-a78-mkii/) sieht auch schlechter aus als bei denen, die ich gekauft habe:


3 von 5 neu gekauften Transistoren sowie die beiden, die ich ausgebaut habe.

Oder haben die Lade-Elkos doch nicht mehr die volle Leistung? Kann man das ohne professionelles Equipment überprüfen?


Danke und Gruß
Robert
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Mittwoch, 16. Januar 2019, 00:25

Die Lautstärke-Potentiometer liegen vor den 1.078.106 Platinen.
Falls man die auch zwischen links und rechts tauschen kann, könntest du damit mal testen, ob das Problem mit denen die Seite wechselt.

Wenn jemand 2N3055 fälscht, ist das vermutlich aufwendiger, als 1 € Münzen zu fälschen, bringt aber sicher nicht mehr ein.
Im vorigen Jahrhundert, als die Preise etwa bei 3,5 DM lagen, hab ich mal Ersatzteil-Preislisten von Braun gesehen. Da wurde etwa das zehnfache verlangt.
Waren natürlich standesgemäß "handselektierte" Teile :D

MfG Kai

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Mittwoch, 16. Januar 2019, 11:55

Wenn die neuen Endstufentransistoren sehr unterschiedliche Verstärkung haben, kann das den Fehler verursachen. Für Endstufen hat man früher immer "Paare" benutzt, die nach Verstärkung "gepaart" waren. Mess mal die Spannungen an den Emitterwiderständen R 514 und R 515 bei angeschlossenem Lautsprecher aber ohne Signal. Laut Schaltplan sollen da 20mV anstehen. Je mehr die beiden Spannungen voneinander abweichen, desto mehr weichen die Stromverstärkungen der Transistoren ab. Die Schaltung der Endstufe halte ich für sehr mutig. Es besteht keinerlei Schutz gegen Gleichspannung am Ausgang, kein Lautsprecher Schutzrelais. Einstellmöglichkeiten für DC-Offset und Ruhestrom gibt es auch nicht.

MfG, Tobias
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Mittwoch, 16. Januar 2019, 14:30

Einstellmöglichkeiten für DC-Offset und Ruhestrom gibt es auch nicht.
Das sehe ich anders:
Mit den Potis R519 kann man den Offset einstellen,
mit den Potis R520 den Ruhestrom.

Eine Schmelzsicherung zwischen Verstärker-Ausgang und Lautsprecher-Anschluß könnte allerlei Ärger ersparen.

MfG Kai

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Mittwoch, 16. Januar 2019, 15:07

Tatsächlich komplett übersehen, Kai hat natürlich Recht. Wird wohl mal Zeit für eine anständige Brille bei mir. :whistling:

MfG, Tobias
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Mittwoch, 16. Januar 2019, 17:46

Es besteht keinerlei Schutz gegen Gleichspannung am Ausgang, kein Lautsprecher Schutzrelais.


Da (dem Lautsprecher) kann doch gar nicht so viel passieren, der A78 hat doch "nur" eine kapazitive Masse.

Gruß Ulrich

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Mittwoch, 16. Januar 2019, 20:08

der A78 hat doch "nur" eine kapazitive Masse.

Wie ist das denn gemeint ? Heisst das, es kann nur eine Wechselspannung über die Siebelkos zurückfliessen, aber keine Gleichspannung ?

MfG, Tobias
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Mittwoch, 16. Januar 2019, 20:30

Ulrich hat recht.
Die Masse besteht nur aus einem Anschluß, der mit je 3.3 kOhm // 5 milliFarad mit den beiden Betriebsspannungen verbunden ist.

MfG Kai

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Donnerstag, 17. Januar 2019, 10:23

Hallo zusammen.

Die Lautstärke-Potentiometer liegen vor den 1.078.106 Platinen.
Falls man die auch zwischen links und rechts tauschen kann, könntest du damit mal testen, ob das Problem mit denen die Seite wechselt.
MfG Kai

Soweit ich das sehe wäre hier die einzige Möglichkeit, die Kabel anders anzulöten. Daher habe ich erst mal die Spannungen gemessen:

Mess mal die Spannungen an den Emitterwiderständen R 514 und R 515 bei angeschlossenem Lautsprecher aber ohne Signal. Laut Schaltplan sollen da 20mV anstehen. Je mehr die beiden Spannungen voneinander abweichen, desto mehr weichen die Stromverstärkungen der Transistoren ab.
MfG, Tobias


Mit den Potis R519 kann man den Offset einstellen,
mit den Potis R520 den Ruhestrom.

R519 hatte ich am Dienstag auch eingestellt, bei R520 hatte ich aber wohl Blödsinn gemessen...

R514 und R515 ließen sich dann gestern für den linken Kanal mit R520 in etwa auf 20mV einstellen. Beim rechten Kanal ließ sich R514 aber nicht in die Nähe von 20mV bringen und an R515 lag gar keine Spannung an. Ich hatte dann noch mal die Endstufen getauscht, aber das gleiche: Links ließ sich einstellen, rechts nicht. Da ich ja eh mehr als 2 Ersatz-Transistoren gekauft hatte, habe ich dann den ganz rechts noch mal ausgetauscht - mit Erfolg! Nun lag an R515 auch rechts eine Spannung an und mit der Einstellung von R520 liegt die Spannung jetzt an allen 4 Punkten (R514 und R515, linker und rechter Kanal) zwischen 18 und 22 mV. R519 habe ich dann auch noch mal kontrolliert. Exakt auf 0V bekomme ich den nicht, aber innerhalb der im Handbuch angegebenen +/- 50mV...

Dann gespannt wieder den Verstärker getestet: Es klang schon deutlich besser! Ganz sauber aber immer noch nicht. Auch hatte ich den Eindruck, dass sich der Tuner und der Tape-Eingang klanglich unterschieden, obwohl beide Eingänge laut Datenblatt identische Werte haben (Tape Monitor und natürlich Phono haben andere Werte). Nach vielfachem Umstecken der Kabel, hin und her drehen aller Knöpfe und raus ziehen und neu einstecken der beiden Klangregelplatinen waren dann tatsächlich plötzlich alle Verzerrungen weg! :) Hab dann mal mit großen Lautsprechern probegehört und auch bei basslastiger Musik in hoher Lautstärke habe ich keine Verzerrungen gehört. Schon erstaunlich was da aus dem Verstärker mit gerade mal 2x40 Watt rauskommt.

Ich werde mich jetzt wohl als nächstes um das Reinigen der Schalter und Knöpfe kümmern und die Elkos hinter der Frontblende austauschen.

Auf jeden Fall schon mal vielen Dank für alle Antworten und Tipps hier im Thread!


Gruß
Robert
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