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Montag, 27. August 2012, 00:24

Eine Frage aus reiner Neugier: Gibt es eigentlich noch echte HiFi-Plattenspieler (in Abgrenzung zu den DJ-Geräten) mit Direktantrieb zu kaufen?

Daß Direkt- und Riemenantrieb beide Vor- und Nachteile haben, wurde ja schon in alle Richtungen diskutiert. Dennoch war's ja vor 25 Jahren so, daß der Riemenantrieb bei den meisten großen Marken (nicht nur bei den Japanern, sondern z.B. auch bei Dual) eher den Einstiegsmodellen vorbehalten war, während die besseren Geräte alle auf Direktantrieb setzten. Die eisernen Verfechter des Riemenantriebs, wie z.B. Thorens, waren deutlich in der Unterzahl.

Inzwischen baut Dual nur noch "Belt Drive", und selbst die wenigen noch hergestellten hochwertigen Japan-Dreher wie der Denon DP-300F sind riemengetrieben.

Sucht man dagegen mit Google nach "Direct Drive Turntable", erhält man als Ergebnisse (neben historischen Modellen) die bekannten Club-Geräte von Reloop, Numark, Stanton und Co.. :-|

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2

Montag, 27. August 2012, 08:43

Zitat

timo postete
..Gibt es eigentlich noch echte HiFi-Plattenspieler (in Abgrenzung zu den DJ-Geräten) mit Direktantrieb zu kaufen?
Meines Wissens nach nicht. Das ist für mich eigentl. auch logisch:
hochwertige Mechanik (Tellerlager, Tonarmlager, Teller mit hoher Masse,...)
sind von kleinen Herstellern nun mal einfacher herzustellen als
hochwertige Regel-Elektronik (und die passenden Motoren dazu). Und da
Plattendreher mittlerweile einen sehr kleinen Marktanteil (bezogen auf den
Neugeräteverkauf) haben, laufen die Dreher wohl eher in kleinen Serien.

Zitat

...Dennoch war's ja vor 25 Jahren so, daß der Riemenantrieb bei den meisten großen Marken (nicht nur bei den Japanern, sondern z.B. auch bei Dual) eher den Einstiegsmodellen vorbehalten war, während die besseren Geräte alle auf Direktantrieb setzten. Die eisernen Verfechter des Riemenantriebs, wie z.B. Thorens, waren deutlich in der Unterzahl.
Ja, das mag auf die grossen Hersteller zugetroffen haben aber viele kleinere
Hersteller (siehe oben) haben immer schon - und dies auf höchstem Niveau -
ausschliesslich Riementriebler gebaut (Roksan, Linn, Rega, Clearaudio
und meines Wissens nach auch Transrotor, Garrard {zumindest mehrheitlich
mit Riemen...}, Lenco usw usw).
Der Direkttriebler scheint also auch ein Stück "Modeerscheinung" gewesen
zu sein.

Gruß
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3

Montag, 27. August 2012, 19:56

Zwar nicht ganz Thema, da kein Direkttriebler...

Hochwertige Plattenspieler gibt es auch von dieser Firma:
http://www.musichallaudio.com/products.php?l=3&c=2
Die arbeiten mit Phonar zusammen, guter Hersteller von Lautsprecherboxen.

Andreas, DL2JAS
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4

Montag, 27. August 2012, 21:23

Hallo Andreas,

ist das Zufall oder nur Ähnlichkeit, dass mich diese Dreher (und
vor allem ihre Tonarme) an die Produkte von Project erinnern?
(Auch wenn die Frage hier nicht hingehört... ...Sorry, Timo)

Gruß

Peter
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5

Montag, 27. August 2012, 21:45

Zitat

PeZett postete
Der Direkttriebler scheint also auch ein Stück "Modeerscheinung" gewesen
zu sein.
Das klingt etwas abwertend. Für mich (rein subjektiv - also bitte keine entrüsteten Belehrungen über die Vorteile des Riemenantriebs! ;-)) ist der elektronisch gesteuerte Direktantrieb das klar überlege Antriebskonzept. Ich mag's, wenn ein Plattenteller sofort kräftig hochdreht und nicht (wie mein einstiger TD-318) fast stehenbleibt, wenn man mal eine Antistatikbürste auf die Platte ansetzt.

Das mit den Herstellungs- und Entwicklungskosten leuchtet grundsätzlich ein. Nur: Warum lohnt sich das bei diesen (mehrheitlich direktgetriebenen) DJ-Laufwerken, deren Preise schon bei knapp 100 € anfangen? Sind die Stückzahlen da wirklich so viel größer als bei HiFi-Plattenspielern? Oder ist das Sparpotential an anderer Stelle so groß, daß sowas möglich ist?

Zitat

dl2jas postete
Zwar nicht ganz Thema, da kein Direkttriebler...
Na ja, brauchbare riemengetriebene Plattenspieler sind generell keine Mangelware. :-)

Mit einigem Erstaunen hab' ich übrigens letztens den hier zur Kenntnis genommen.

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6

Montag, 27. August 2012, 22:23

Peter, weiß ich nicht.

Viele Firmen, die Plattenspieler halbwegs in Stückzahlen produzieren, wird es nicht mehr geben. Die Dreher werden nicht selbst von music hall produziert, sondern bei einer Firma in Tschechien eingekauft. Wer da noch kauft oder nach eigenen Wünschen fertigen lässt, weiß ich nicht.

Andreas, DL2JAS
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7

Dienstag, 28. August 2012, 08:41

Zitat

timo postete

Zitat

PeZett postete
Der Direkttriebler scheint also auch ein Stück "Modeerscheinung" gewesen
zu sein.
Das klingt etwas abwertend. ...
So abwertend meinte ich das aber nicht (deshalb ja auch "ein Stück...").
Klar gab es auch sehr viele gute Laufwerke mit Direktantrieb aber mal
ehrlich: es gab unter den Direkttrieblern auch einige entsetzliche Gurken.

Zitat

Das mit den Herstellungs- und Entwicklungskosten leuchtet grundsätzlich ein. Nur: Warum lohnt sich das bei diesen (mehrheitlich direktgetriebenen) DJ-Laufwerken, deren Preise schon bei ...knapp 100 €[/url] anfangen? Sind die Stückzahlen da wirklich so viel größer als bei HiFi-Plattenspielern? Oder ist das Sparpotential an anderer Stelle so groß, daß sowas möglich ist?
Meiner Auffassung nach kommt es beim Disco-LW nicht auf eine so
hochpräzise Drehzahlkonstanz an. Auch was Trittschalldämpfung und
andere "Rumpel"-Einflüsse angeht, ist das DJ-LW etwas weniger anspruchs-
voll. Schliesslich ist gegen das "Gebollere" in einer Disco kein dämpfendes
Kraut gewachsen - das LW muss also ohnehin auf besondere Art und Weise
aufgestellt werden. Da würden auch teure Subchassis u.ä. Konstruktionen
nicht helfen. Und dann darf man die Schwingungsarmut des Gehäuses
gleich mit vernachlässigen - die preiswerten DJ-Dreher haben allenfalls
eine Staubschutzhülle... ...mehr ist das nicht.
Darüberhinaus werden typische Disco-TA-Systeme mit 3-4 p und mehr in
die Rille gedrückt - bei so etwas nimmt die Sensibilität der Nadel wohl
ab (bzw. ist auf Grund der geringen Compliance gar nicht erst vorhanden).
Lust-but-not-least kann man Automatik-Funktionen weglassen, der DJ
setzt den Arm ohnhin manuell auf.


Zitat

dl2jas postete
...nicht selbst von music hall produziert, sondern bei einer Firma in Tschechien eingekauft...
Die project-Dreher stammen meines Wissens auch aus Tschechien.
An der Verwandtschaft könnte also etwas dran sein.

Gruß

Peter
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8

Dienstag, 28. August 2012, 09:17

Der einzige, der (wieder) DDs baut, ist meines Wissens Brinkmann. Oasis heißt das gute Stück. Preislich aber etwas über HiFi angesiedelt. ;)

Edit: Ich weiß allerdings nicht, ob der 2012 nicht auch schon wieder "out of print" ist.
Das Drumherum:
Liebe(r) ...
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9

Dienstag, 28. August 2012, 09:22

Danke f.d. Hinweis...

jepp... ...9000,- soll das gute Stück kosten.
Aber aus selbem Hause gibt es auch den direktgetriebenen
Bardo für "nur" 5000,-.

...es geht doch...:D
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10

Dienstag, 28. August 2012, 09:24

Zu Pro-ject:

1. Ist z.Zt. der weltgrößte Hersteller von Plattenspielern, wie es heißt.
2. MusicHall lässt sich da in der Tat bedienen.
3. EAT ist die "angeheiratete" Highendausführung.
4. Viele Hersteller ordern bei Pro-ject Tonarme und/oder weitere Teile.
Das Drumherum:
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11

Dienstag, 28. August 2012, 18:59

Hallo Leute,

Zitat

outis postete
Der einzige, der (wieder) DDs baut, ist meines Wissens Brinkmann. Oasis heißt das gute Stück. Preislich aber etwas über HiFi angesiedelt. ;) .....
Einspruch, Euer Ehren.

Denon baut auch wieder, wenn auch in "ähnlichen Sphären":
http://www.denon100.com/#/gm/products/turntable

Technics hat den SL-1200 / SL-1210 ja vor einiger Zeit eingestellt. Jenen würde ich, wie auch Dual 701 / 721, als "unterste sinnvolle klasse" für einen DD erachten.

Prinzipiell erachte ich gute (!) DD-Laufwerke als, sagen wir mal "schwer zu schlagendes" Prinzip; jedoch ist der der diesbzgl. erforderliche Aufwand (Motor-, Lager-, Regelungsqualität) immens und für ein rational befriedigendes Ergebnis ind der Regel zu teuer, besonders bei Produktionsmaßstäben Anno 2012.

Vgl. beispielsweise den Preis eines Thorens TD 126 mit einem TD 524 (quasi gleicher Arm, letzterer ist DD, beide mit gutem Leumund) ;-)

Eine schöne Seite zum Schmökern gibt es hier:
http://www.oocities.org/de/bc1a69/museum_ger.html

Schöne Grüße
Frank

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Dienstag, 28. August 2012, 19:26

Zitat

kesselsweier postete
Denon baut auch wieder, wenn auch in "ähnlichen Sphären":
http://www.denon100.com/#/gm/products/turntable
Der ist ja hübsch. Aber mit rund 2.500 € UVP nicht mehr so ganz bürgerliche HiFi-Klasse. :-(

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13

Dienstag, 28. August 2012, 19:33

Der ist zwar ganz hübsch. Aber den habe ich ausgeblendet. ;) Ich habe mal einen Bericht gelesen, wonach die Motorkonstruktion ein gewisses Gefährdungspotential für Einstreuungen in das Revier des Tonabnehmers mit sich bringt. Soll sich zwar nicht bemerkbar beim Hörtest gemacht haben, aber ick trau dem Braten nich. Was nicht da ist, ist in dem Fall einfach besser.
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LG, Jochen

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Dienstag, 28. August 2012, 20:08

Auja, dieser Thread ist gut! Das ist genau dass was ich suche. Einen guten soliden Direktdreher ohne USB-Ausgang, ohne Entzerrer-VV, als Erstz für meine alten (verschrammten) Universum-(Hauben). Bitte nicht abschweifen und bitte mit Links zu den Anbietern. Bis vor Kurzem gab es die noch beim blaugelben C oder grünblauen R im Katalog um die 200-250 Euro von Lenco. Heute leider nicht mehr. Danke Timo!
VG
Michael

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Dienstag, 28. August 2012, 21:08

Zitat

GXNet postete
Bis vor Kurzem gab es die noch beim blaugelben C oder grünblauen R im Katalog um die 200-250 Euro von Lenco. Heute leider nicht mehr.
Diese Lencos kriegt man noch (wenn nicht bei Conrad, dann anderswo für etwa den gleichen Preis), aber letztendlich sind das ja auch nur DJ-Laufwerke, die mit den traditionellen Drehern dieser Marke (die seit einiger Zeit zur niederländischen SuperTech-Gruppe gehört) nichts mehr gemein haben dürften.

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16

Dienstag, 28. August 2012, 22:13

Genau. Diese "Lencos" haben mit Lenco genauso viel zu tun wie der "Original-Lenco" Nassabspieler von Wittner. Sic transit gloria mundi...
Das Drumherum:
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Dienstag, 28. August 2012, 22:17

Ok, dann halt DJ-Dreher, was auch immer der Unterschied außer dem Preis ist/war. Meine Universums (Irgendwann schaue ich noch nach den genauen Modell-Nrn. und füge sie hier ein*) waren damals sicher auch nicht mehr aber meinem damaligen Geldbeutel gerecht und funktionierten gut und dankbar. Hätte natürlich heute nichts gegen mehr Qualität einzuwenden und könnte heute auch ein paar Euro drauflegen.

Also zur Einstimmung in diesem Thread bitte mal ein paar Beispiele (Bilder) von besseren Driektantriebsplattenspieler von damals. Quasi als Orientierung für den Leser was es mal schönes gab. Dann das Direct-Drive-Beuteschema von heute zu zivilen Preisen, sagen wir passend zum Geldbeutel und "50+ Gehöhr". Quasi als Anschaffungsorientierung und aktuelle Übersicht...

Add:
*Als Beispiel ein Bild aus dem Cyber Space bzw das was ich mir damals leisten konnte und eigentlich ganz zufrieden damt war (Universum F2091):
http://bilder.hifi-forum.de/medium/405575/universum-f2091_160424.jpg
Mein Erster davon funktioniert noch aber es ist wohl mittelfristig mal Zeit für einen (besseren) Nachfolger.

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18

Dienstag, 28. August 2012, 22:48

Zwar keine Bilder, aber einen wirklich ernstgemeinten Tipp (auch wenn der nicht gehört werden will): Wenn DD zu zivilen Preisen, dann schau dich im Dualboard um. Die Duals (701, 731, 714, 704, 721) sind preisgünstiger als die alten Kenwoods & Co. Im Vergleich zu heutigen DDs der DJ-Art haben die einen ordentlichen Tonarm, der für HiFi-Zwecke konzipiert ist und nicht als Scratch-Prügel. Wenn darauf Wert gelegt wird, dann kauf beim Händler, dann ist 1 Jahr Garantie drin.

BTW: In der aktuellen LP sind mal wieder Dreher das Thema, darunter auch DJ-DDs. Einer blieb mir in Erinnerung: Dessen Hersteller sollte mal bei Fehrenbacher-Dual anrufen und sich erkundigen, wie man ein Tonarmlager einstellt...

Im Dualboard gibt's aber auch einen Thread, ich meine zu einem Stanton: Das Laufwerk wurde für gut befunden, mit dem Arm war auch irgendwas nicht so toll, ich weiß nicht mehr, was genau.
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19

Mittwoch, 29. August 2012, 11:56

Zitat

PeZett postete
Meiner Auffassung nach kommt es beim Disco-LW nicht auf eine so
hochpräzise Drehzahlkonstanz an.
Wenn ein "Disco-LW" nicht eine hochpräzise Drehzahlkonstanz hätte, wäre er absolut unbrauchbar! Manche Übergänge daueren mehrere Minuten, ein Auseinanderlaufen wegen Gleichlaufschwankungen ist absolut zu vermeiden.

Ein Plattenspieler, der sich bestens bewährt hat, ist der Technics SL 1210. Ursprünglich war er vor rund 30 Jahren als ganz "normaler" HiFi-Plattenspieler gedacht - es war Zufall, dass sich herausstellte, dass ausgerechnet dieses Modell aufgrund seiner hohen Robustheit, Langlebigkeit und weiteren Qualitätsmerkmalen, auf die ich hier nicht alle im Einzelnen eingehen kann, im Diskothekenbetrieb sehr gute Dienste leistet.

Selbst Nachbauten wie z.B. von der Firma "Gemini" (dahinter verbirgt sich eigentlich Philips) sind für den Heimgebrauch völlig ausreichend. Als Gebrauchtware manchmal schon für unter 50 Euro zu haben und in Verbindung mit einem guten TA-System hat man eigentlich alles, was man braucht. Als Entzerrer/Verstärker verwende ich natürlich ein Mischpult, die Möglichkeiten zur Klangveränderung sind hier viel komfortabler, als es durch einen TA-System-Wechsel möglich wäre (sofern überhaupt möglich, denn was nicht in der Schallplattenrille eingeprägt ist, kann auch nicht hörbar gemacht werden).

=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*
Eigenwerbung
Wenn jemand Hörbeispiele benötigt, bitte immer Samstags von 19:03 Uhr bis 20:00 Uhr "Fresh FM" einschalten. Mehr Infos unter: www.manueldisco.de
=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*=*

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20

Mittwoch, 29. August 2012, 12:32

Zitat

Manuel postete
... Wenn ein "Disco-LW" nicht eine hochpräzise Drehzahlkonstanz hätte, wäre er absolut unbrauchbar! Manche Übergänge daueren mehrere Minuten, ein Auseinanderlaufen wegen Gleichlaufschwankungen ist absolut zu vermeiden.
...
Mir schweben da eher langsame Drifts von der Sollgeschwindigkeit vor.
Aber wenn Du meinst, bei U-Musik sei von einem Disco-Besucher eine
sehr langsame Drift von 0,5% vom Soll hörbar... ...bitteschön, soll
mir recht sein.

Und nur um noch mal klar zu machen, um was es mir ging:

Für einen Stanton ST150 sind 0,1% (bewertet) angegeben.
So etwas verstehe ich unter einer "weniger präzisen Drehzahlkonstanz".
Bei dem Einsteigermodell aus gleichem Hause wird dieser Wert übrigens
gar nicht erst im Users-Manual erwähnt (!!!).

Dass ein SL1210 dies viel besser kann, ist unbestritten - es muß aber
wohl nicht unbedingt sein, sonst würde ein ST150 im Lagerregal verrotten.

Zum Vergl. :
Thorens TD318 - 0,04% nach DIN 45507 (bewertet)
Technics SL1310 - 0,03% (bewertet) (bzw. 0,042% nach DIN45507)

2xedit:

Zitat

...Selbst Nachbauten wie z.B. von der Firma "Gemini" (dahinter verbirgt sich eigentlich Philips) sind für den Heimgebrauch völlig ausreichend
...
Das wäre dann ein XL500 - aber der ist auch schon länger Geschichte und
mit den heutigen Gemini-"Dosen" nicht mehr zu vergleichen.

Zitat

...verwende ich natürlich ein Mischpult, die Möglichkeiten zur Klangveränderung sind hier viel komfortabler, als es durch einen TA-System-Wechsel möglich wäre (sofern überhaupt möglich, denn was nicht in der Schallplattenrille eingeprägt ist, kann auch nicht hörbar gemacht werden).
Aber nicht jedes TA-System holt das raus, was in der Rille drin ist ;).





bye
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21

Mittwoch, 29. August 2012, 12:54

Wenn der DJ einen Übergang macht, hört man zwei Platten gleichzeitig. Beide Plattenspieler müssen also absolut in der gleichen Geschwindigkeit laufen. Sobald eine Abweichung auftritt, kann sich im ungünstigen Fall sofort deutlich hörbar das Klangbild ändern. Durch Phasenverschiebung ergeben sich teilweise Auslöschungen, insbesondere dort, wo die Bassdrum sich befindet.

Gerade bei den enormen Lautstärken machen sich Schwächen beim Plattenspieler wirklich mehr als deutlich bemerkbar. :D Ich will mich in der Öffentlichkeit nicht blamieren. Beide Plattenspieler MÜSSEN diesbezüglich einwandfrei funktionieren.
(Man kann zwar heutzutage mit Laptop "auflegen" und Gleichlaufschwankungen völlig vermeiden, aber das ist jetzt hier nicht Thema. :D )

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22

Mittwoch, 29. August 2012, 12:58

...die Frage ist doch nur, ob dafür z.B. 0,05% oder 0,5% Genauigkeit
ausreichend sind.

Gruß
Time flies like an arrow. Fruit flies like a banana. (...soll Groucho Marx gesagt haben, aber so ganz sicher ist das nicht...)

23

Mittwoch, 29. August 2012, 13:03

Das ist gehupft wie gesprungen.

24

Mittwoch, 29. August 2012, 14:43

Zitat

Manuel postete
Manche Übergänge daueren mehrere Minuten, ein Auseinanderlaufen wegen Gleichlaufschwankungen ist absolut zu vermeiden.

Zitat

Manuel postete
Beide Plattenspieler müssen also absolut in der gleichen Geschwindigkeit laufen.
Absolut ist hier wohl eher relativ.

Rechnen wir mal mit 100 Hz.
Da entspricht die Dauer einer Schwingung genau einem Prozent einer Sekunde.
Das rechnen wir mal auf eine Minute hoch.
Das sind dann
1% geteilt durch 60 = 0,01667%
Das bedeutet das bei einem Drift von 0,01667% bei 100 Hz die Phase um eine Schwingung
(360 Grad) verschoben wurde.

Frei laufende Systeme laufen immer auseinander.
Das gilt, wenn auch in anderer Größenordnung, auch für digitale Systeme. Erst eine Synchronisation, zum Beispiel über einen gemeinsamen Takt, sorgt für Gleichlauf.

Gruß Ulrich

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25

Mittwoch, 29. August 2012, 15:26

Zitat

Manuel postete
Wenn der DJ einen Übergang macht, hört man zwei Platten gleichzeitig. Beide Plattenspieler müssen also absolut in der gleichen Geschwindigkeit laufen.
Aber genau in diese Geschwindigkeitsregelung wird doch durch den DJ
meistenteils massiv durch Verwendung des Pitch-Stellers eingegriffen,
bekanntermassen um die Beats des auslaufenden Stückes an das des
nächsten Songs taktmässig anzupassen.
Und genau deshalb kommt es ja m.E. auch nicht auf das letzte 1/4-%-Genauigkeit drauf an.

Aber Du schreibst auf meine Frage nach 0,05% oder 0,5%
Genauigkeit ja selbst:

Zitat

...
Das ist gehupft wie gesprungen.
...
Und dann tun es demnach auch Dreher mit 0,5% Drehzahl-Toleranz.
(Oder wir reden/schreiben aneinander vorbei... ...was ich mittlerweile
stark vermute).

Gruß
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26

Mittwoch, 29. August 2012, 15:41

Zitat

PeZett postete

Zitat

Manuel postete
Wenn der DJ einen Übergang macht, hört man zwei Platten gleichzeitig. Beide Plattenspieler müssen also absolut in der gleichen Geschwindigkeit laufen.
Aber genau in diese Geschwindigkeitsregelung wird doch durch den DJ
meistenteils massiv durch Verwendung des Pitch-Stellers eingegriffen,
bekanntermassen um die Beats des auslaufenden Stückes an das des
nächsten Songs taktmässig anzupassen.
Die Geschwindigkeit des nächsten Musikstücks muß mit der Taktgeschwindigkeit des auslaufenden Stückes überein stimmen und für die Dauer, wo beide Musikstücke gleichzeitig zu hören sind, darf weder Plattenspieler 1 noch Plattenspieler 2 seine eingestellte Geschwindigkeit stark verändern. Hier ist absoluter Gleichlauf wichtig. Denn es hört sich schlimm an, wenn man hier nicht sauber arbeitet und die Auslöschungen der Bassdrum deutlich hörbar für das Publikum wird. :D Vor allem, wenn wegen den Gleichlaufschwankungen die Phasenverschiebung nicht konstant bleibt, sondern sich stetig ändert. Es klingt zwar nicht wie ein "Phaser"-Effekt, aber trotzdem ziemlich unglücklich und ist eigentlich ein typischer DJ-Anfänger-Fehler, gerne in Kombination mit zu ungenau eingestellter Umdrehungszahl.

Mit der Zeit kriegt man schon raus, dass man die Bassdrums beider Stücke nicht so übereinander legt, dass sie sich gegenseitig auslöschen. Aber - wie gesagt - sollte der Plattenspieler schlechte Gleichlaufeigenschaften besitzen, ist es schwieriger, dies zu vermeiden. Außer, man hält die Überblendungszeiten gering. Das liegt in der jeweiligen künstlerischen Freiheit des DJs.

Es gibt DJs, die lassen mehrere Minuten (!) zwei oder mehrere (!) Stücke parallel laufen. Immer unter der Voraussetzung, dass die Gleichlaufschwankungen der Plattenspieler so gering wie nur irgend möglich sind. Ansonsten kann man das natürlich vergessen. :D

Zitat

PeZett postete
Aber Du schreibst auf meine Frage nach 0,05% oder 0,5%
Genauigkeit ja selbst:

Zitat

...
Das ist gehupft wie gesprungen.
...
Und dann tun es demnach auch Dreher mit 0,5% Drehzahl-Toleranz.
Mein Plattenspieler besitzt laut Bedienungsanleitung "Tonhöhenschwankungen 0,01% WRMS. Dieser Nennwert bezieht sich nur auf die Plattenspielermontage und auf den Plattenteller, ausschließlich Auswirkungen der Platten, Tonabnehmer oder Tonarme."

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27

Mittwoch, 29. August 2012, 16:07

Zitat

Manuel postete
...und für die Dauer, wo beide Musikstücke gleichzeitig zu hören sind, darf weder Plattenspieler 1 noch Plattenspieler 2 seine eingestellte Geschwindigkeit stark verändern. Hier ist absoluter Gleichlauf wichtig. Denn es hört sich schlimm an, wenn man hier nicht sauber arbeitet ...
Aber ja doch... ...alles unbestritten. Aber wieviel ist bitte eine "starke
Abweichung"? 0,5%? 0,2%? Was ist hörbar und was nicht mehr?

Es ging doch in Timos Frage um die Klärung, was in einem neuzeitlichen
DD-Dreher für den Discoeinsatz für Sparpotenziale drin stecken, die solche
niedrigen Verkaufspreise ermöglichen. Und eine mögliche Erklärung ist
der Verzicht auf ein hochpräzises Laufwerk, wie es ein SL1210 sicher
noch gehabt hat. Weniger Präzision scheint doch wohl in der heutigen
Praxis durchaus noch vertretbar zu sein, ohne die Besucher zu vergraulen,
oder?
Wenn das indes Deinen Qualitätsansprüchen nicht genügen würde, ist das
absolut i.O.... ...aber noch mal: was (in % ausgedrückt) kann der
Disco-Hörer noch wahrnehmen und was nicht?

:sad:...ach ich geb's auf.

Gruß

Peter

@Timo,

sorry - ist vielleicht alles ein wenig vom Thema abgewichen.
...Drift nennt man das wohl... ;)
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28

Mittwoch, 29. August 2012, 16:13

Zitat

PeZett postete
Es ging doch in Timos Frage um die Klärung, was in einem neuzeitlichen
DD-Dreher für den Discoeinsatz für Sparpotenziale drin stecken, die solche
niedrigen Verkaufspreise ermöglichen.
Dann muß er konkrete Beispiele dieser Produkte liefern, denn pauschalisieren bringt nichts. Gespart kann werden an Verarbeitung, an Lagern, am Tonarm, theoretisch überall. Ist ja jetzt kein Geheimnis. Kann man leicht recherchieren, warum sollen wir das alles nun aufdröseln? :D Sehe ich nicht ein.

Zitat

PeZett postete...aber noch mal: was (in % ausgedrückt) kann der Disco-Hörer noch wahrnehmen und was nicht?
Frag ihn halt mal. Glaubst Du, irgendein DJ auf dieser Welt rechnet nun ganz genau mehrere Stellen hinter dem Komma aus, bei welchen Tracks (wichtig wegen den Frequenzen) und ab welcher prozentualer Abweichung es welchem Disco-Hörer noch auffällt? :D Dann müßte man wohl auch noch die Promille-Anzahl im Blut des Disco-Besuchers mit einbeziehen, oder? :D

Zitat

PeZett postete:sad:...ach ich geb's auf.
Besser ist das. :D

Zitat

PeZett postete
Weniger Präzision scheint doch wohl in der heutigen
Praxis durchaus noch vertretbar zu sein, ohne die Besucher zu vergraulen,
oder?
Die "heutige Praxis" sieht viel zu oft leider folgendermaßen aus: MP3 und Laptop!

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29

Mittwoch, 29. August 2012, 16:14

Zitat

PeZett postete
@Timo,
sorry - ist vielleicht alles ein wenig vom Thema abgewichen.
...Drift nennt man das wohl... ;)
Macht doch nichts. Ich lese interessiert mit. :-)

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Mittwoch, 29. August 2012, 16:22

MP3 und Laptop? In der Disco hörst' doch eh nix mehr... ;)
Das Drumherum:
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LG, Jochen