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Montag, 7. Juni 2010, 21:39

Moin, moin,

heute darf ich Euch etwas vorstellen, was schon seit ein paar Tagen meine Laufwege blockiert. Ein Tapedeck aus München.

Ich hoffe auf Eure konstruktive Kritik. Wer mehr zum Thema Uher wissen will, der schaue auch in das Uher-Buch der Herren Flader / Remmers (s. Quellen), in dem der CG360 leider nur wenig Platz einnimmt..

Mein erster Uher CG 360 erreichte mich einstmals recht knopflos und in Folge einer Auktion, die ich damals für gewonnen hielt. „Gewonnen“ hatte ich, bei Lichte betrachtet, eigentlich nichts, zumal der Uher defekt, zudem, wie angedeutet, nicht ganz komplett war, und ich halt etwas dafür bezahlt hatte. Nicht ganz wenig, wie ich mit inzwischen etwas mehr Erfahrung weiß.
Die Suche nach Kassettengeräten in viel zu leicht erreichbaren Auktionsplattformen einzuschränken, hatte ich meine Jagd auf europäische und auf 3-Kopf-Decks beschränkt. (Wie die beiden Artikel über Nakamichi belegen.) Davon sollte es nicht so viele geben. Der konsequenten Logik der Askese folgend, machte ich mich also bis in die letzte Quellen-“Ecke“ auf die Suche nach Geräten, die diese Anforderungen erfüllen könnten. Eine Liste entstand. Und nicht erst nach dem Aufschrauben meines ersten Uher traf mich die Erkenntnis, daß man von den Veröffentlichungen im Internet eigentlich gar nichts glauben darf. Eben, der Uher ist kein 3-Kopf Deck.



Ist man auf der Jagd, und erspäht gleich zwei Beutestücke gleichzeitig, dann kann man sich entweder auf eines beschränken und das andere ziehen lassen, gleichsam riskieren, beide zu verlieren. Oder man stellt genügend Fallen für alle auf.
Ich hatte also zwei Uher ersteigert. Natürlich beide mit nicht-drei-Köpfen und beide gleichsam umfangreich knopflos.

Der Sammler erkennt den wahren Trottel, wenn der von mühsam Erjagtem das Seltenere weg gibt. Da helfen auch keine abgerungenen Erklärungen. Mein zweiter Uher verfügte nämlich über eine eingebaute Endstufe. Kassettengeräte mit Endstufe sind kein „Deck“. Also verlor er seinen einzigen Knopf und verschwand wieder in der virtuellen Realität, aus der er entsprungen war.
Weniger unbeknopft, aber immer noch nicht vollständig, präsentierte sich weiterhin meine Erstlingsbeute. Und so machte ich mich also auf die Suche nach Ersatzteilen und wurde tatsächlich bei einem Hamburger Händler fündig. Doch hatte Uher ja verschiedene Knopfformen verbaut, der Händler aber nur eine am Lager, so daß ich weitersuchen mußte. Immerhin: Ein Knopf mehr, als vorher.

Eine weitere Auktion brachte ein paar Euro nach München und ein netter Münchner Ostsee-Urlauber einen Ersatzteilträger nach Hamburg.
Nun hatte ich also ausreichend Knöpfe und sozusagen wieder etwas „Uher“ obendrauf. Oder zwei unvollständige Uher.

Mit den Jahren bekommt man etwas Erfahrung, sucht nur noch „wichtige“ Dinge gezielt, kauft Anderes bestenfalls, wenn es einem zu angemessenen Preisen über den Weg läuft. Ein profilaktisches Ein-Euro-Gebot brachte mir den dritten Uher ins Haus.
Kaum war der da, fand ich bei einem 2nd-Hand-Laden ein als „Verstärker“ bezeichnetes schwarzes Etwas. Der Händler schwärmte, auf meine ungläubige Nachfrage, von dem tollen Klang des Verstärkers. Die Herausforderung nahm ich an, überzeugte ihn, das Fehlen der Lautsprecherbuchse am Heck beweise, der „Verstärker“ sei kaputt, und müsse daher billiger werden. Wurde er dann auch. Der vierte Uher war angekommen.
Übrigens: Nichts gegen den armen Händler: „ersatzteilblitz.de“ führt den Uher auch als Verstärker! Man müsste als „Blitz“ halt wissen, daß „CG“ „Cassetten Gerät“ bedeutet und Uher ein „Verstärker Gerät“ VG abkürzt. Interessierte mögen raten, was in der Münchner Nomenklatur wohl SG, LG und EG bedeuten mag.

Nun sollte also genug Material da sein, den einen oder anderen kompletten Uher zu generieren. Doch befürchte ich, werde ich am Ende neben den dann vollständigen Recordern nicht nur „etwas Uher“ überbehalten, sondern zudem das Problem, dieses „Etwas“ komplettieren zu müssen. Darin unterscheidet sich für mich Uher von Akai.


Das „Kleine Schwarze“ für jeden Abend.
In tiefem Schwarz sieht er mich an. Etwas unausgewogen ist seine Gestaltung, die linke Hälfte seiner Front wirkt schwerer, als die rechte Seite, auf der sich wenig abzuspielen scheint. Seine Abmessungen sind eher ungewöhnlich, zumindest aus heutiger Sicht eher schmal.



Auf den ersten Blick mag der Uher dem Publikum wie ein Außerirdischer vorgekommen sein. Man beachte, Tapedecks waren damals Toplader, steckten mehrheitlich in Holzzargen und wirkten vielfach etwas grobschlächtig. Sofort identifizierbar wurden sie als Cassettengeräte durch ihr Kassettenfach mit mehr oder minder großem Fenster, das den Blick auf ihre Zweckbestimmung frei gab.
Der Uher hingegen besaß weder eine Klappe, noch, in seiner ersten Version, etwas was man als „Fenster“ hätte bezeichnen dürfen, das hätte erklären können, wozu der schwarze Reglerverschlag dienen sollte. So beschränkte sich der erste Eindruck auf die Vielzahl von Reglern, vornehmlich auf der linken Geräteseite, und die beiden großen Aussteuerungsinstrumente, die jedoch für die Mehrheit der Recorder-Besitzer, in Form und Ausmaß, ebenfalls nicht eben vertraut gewirkt haben dürften.



Es fällt schwer, den Uher zeitlich einzuordnen. Schwarz mit Kunststoff-Front, das scheint in die zweite Hälfte der Siebziger zu passen. Schieberegeler waren schon vorher verbreitet. Doch fehlt jegliches Zierelement, jeglicher chromfarbener Streifen, was nicht eben auf die Siebziger, erst recht nicht auf die frühen Siebziger hinzudeuten scheint. Tipptasten mit Leuchtidikator, auch das ist nicht eben Zeichen der frühen Siebziger. Zumindest nicht in der Menge, wie hier verbaut.
Die Professionalität seines Auftritts rückt das Ambiente des Uher vielmehr in Richtung Dekadenwechsel. Oder?
Der Uher CG360 soll, so vintagecassette.com, im Jahre 1975 debütiert haben. Da irrt Wouter Heijke. Im Sommer 1974 stand das Gerät bereits auf dem Festival du Son in Paris, Ende 1974 debütierte das "highpriced piece of tape perfection" (The Grammophone 12/74) in London. Erstmals präsentiert worden war der Uher jedoch bereits im Vorjahr, wie die FUNKSCHAU in ihrem Funkausstellungsbericht: Magnetton in der Ausgabe 21 vom 12.10.73 berichtete. Damals noch mit schwarzer Front, jedoch mit weißem Korpus und weißen Knöpfen.



DER SPIEGEL berichtete in einer Meldung in der Ausgabe 35 vom 26.08.74 über „... ein schwarz-elegantes Design ohne Kitsch und Schnörkel, wie aus den besten Tagen von Braun“.
Mit dem Rückzug eines Gros der deutschen Unterhaltungsindustrie aus dem HiFi-Segment, Anfang der Siebziger Jahre, hatte sich auch das Design der Heimgeräte verändert.
War die Gestaltung in der Aufbruchs-Phase von High Fidelity in Deutschland eher offensiv gewesen: eckige, silber strahlende Frontplatten, eingerahmt in eine Holzzarge, das Ganze in auffälligen Größenverhältnissen, so brachten die Siebziger mit der Beschränkung auf Kompaktanlagen und Receiver, die oft nicht einmal das Attribut „HiFi“ zur Schau gestellt hatten, auch einen neuen, dezenten Gestaltungstyp. „Softline“-Design war in. Mit den Herstellern von Schrankwänden hatte man sich in den späten Sechzigern auf Rastermaße für TV-Geräte geeinigt, die nun auch oftmals die Breite von Phono-Geräten vorgaben, dafür wurden die Geräte flacher, erhielten abgerundete Ecken und Kanten.
Von einem Luxusartikel wurde die Musikanlage zum Massenartikel, der auch in Größe und Gestaltung in jedes Wohnzimmer passen sollte.

Vor allem für jene „Tonjäger“ und „HiFi-Fans“, die sich aktiv mit Musik und ihrer Speicherung beschäftigten, begann die Industrie eine Abwandlung dieses Softline-Design einzuführen, das vorgab, sich an der Gestaltung von Studiogeräten zu orientieren.
,,,Höherwertiges erscheint im Profi-Styling (...), und die beherrschende Modefarbe der Designer ist Schwarz....“ berichtete DER SPIEGEL in der Ausgabe 37 vom 8.09.1975 von der Berliner Funkausstellung.
Eine Idee, die Uher bereits 1971 mit ersten schwarzen Frontplatten an Tonbandgeräten eingeführt hatte, stellte nun auch BASF, Grundig oder Graetz für Bandmaschinen, Steuergeräte und Kassettendecks vor. Zweifellos nicht, weil es darum ging, den Kunden mit professionellem Equipment zu versorgen, vielmehr als Reaktion auf eine Absatzflaute, die das zitierte Hamburger Nachrichtenmagazin auch zu dem Titel ihres Berichtes, „Resignation in Schwarz“, motiviert hatte.

DER SPIEGEL berichtet weiter, „Kassettengeräte und Radiorecorder“ seien „die Renner der Saison“. Vor allem mobile Kassettengeräte und Kombinationen fanden sich in den Katalogen der Fernsehgerätehersteller.
Im HiFi-Sektor war die Situation hingegen zwiespältig. Die Recorder-Branche litt unter Kinderkrankheiten und unter dem Joch oftmals schlechtem Bandmaterials. Die HIFI-STEROPHONIE fasste in ihrem HiFi-Jahrbuch 1975 die Erfahrungen von drei Jahren Recordertests zusammen: „Anfang 1973 begannen wir mit Messungen an Cassetten-Recordern, obwohl die Übertragungsdaten auch zu jenem Zeitpunkt noch als HiFi-untauglich angesehen wurden. (…). Mittlerweile gibt es zumindest einige wenige bessere Geräte, (…). ...gegenüber einfachen HiFi-Plattenspielern kann sich ein Cassetten-Recorder noch nicht behaupten, das Klangbild ist deutlich schlechter, dies insbesondere, da viele Hersteller von Musicassetten zu minderwertiges Bandmaterial verwenden. Weiterhin sind die Musicassettengehäuse oft von mangelhafter Qualität.
Auch ein Jahr später konnte erst ein Recorder die DIN-Norm in wirklich allen Punkten mehr als erfüllen, das Telefunken Magnetophon C3300; dies gelang jedoch nicht den TriTracer von Nakamichi, deren Topmodell 1000 für fast viertausend Mark Neupreis beinahe den Gegenwert eines Kleinwagens repräsentierte (Fiat 500 R, 1972-75, 4.390 Mark).

Doch auch ein Einstandspreis von jenseits von 1.600 Mark für ein Tapedeck war in der ersten Hälfte der Siebziger Jahre kein Sonderangebot. Ein VW Käfer 1302 kostete zu dieser Zeit in der Standardausführung 5.745 Mark (wiki). Der Uher repräsentierte also 1974 in seiner Grundausführung fast einen Drittel Käfer, zwei Jahre später immerhin noch 20% eines Golf I-Grundmodells (7.995 Mark). Wer gab so viel Geld für einen Kassettenrecorder aus, zumal eine Revox A77 kaum noch 2000 Mark kostete?

So war nicht nur Etsuro Nakamichis Versuch, das beste Kassettenlaufwerk der Welt zu bauen, keineswegs in deutschen Wohnzimmer überrepräsentiert.



Als der Uher CG 360 im Prospekt „Audio-Zukunft Heute“, dem Uher-Gesamtprogramm 1973/74, debütierte, standen in den Wohnzimmern meist schmale Toplader im Kunststoff-Gehäuse oder als Teil einer Kompaktanlage, oder etwas breitere Toplader mit Metallgehäuse und Holzzarge.
Noch 1972 hatte neben Uhers mobilem Compact Report Stereo 124 nur ein einziger europäischer Hersteller ein Kassettengerät im HiFi-Jahrbuch Nr. 6 präsentiert. Diesem Tandberg TCD-300 stand Harman-Kardon, National (Matsushita), Otari, Pioneer, Sansui, Sony, Teac, Toshiba und JVC (Victor/Matsushita) gegenüber. Hersteller wie Philips, Körting, SEL oder Grundig hatten es wohl nicht für angebracht gehalten, ihre Geräte in einem HiFi-Jahrbuch zu präsentieren. Selbst im Neckermann-Katalog von 1971 konnte neben Körtings „HiFi-Tuner“ und „HiFi-Stereo-Verstärker nur ein „Stereo-Kassetten-Tonband-Deck“ mit einem Frequenzbereich von 50-10.000 Herz betrachtet werden.

Solch ein Körting von Neckermann war mein erstes nicht mobiles Kassettengerät, erreichte mich gebraucht, zusammen mit einem Körting Tuner und einem japanischen Neckermann Quadro-Verstärker, im Winter 1975/76 und ergänzte einen Bruns-Plattenspieler (RFT Ziphonia 523), der einen Winter zuvor ebenfalls dem Neckermann-Katalog entsprungen war.
Meine Erinnerung an die Kassettentechnik jener Tage hat viel mit „Leiern“ und „Bandsalat“ zu tun. Eine BASF-Cutterbox gehörte zur Grundausstattung, um die, gemessen am Taschengeld-Niveau, teuren Kassetten so lange wie möglich am Leben zu erhalten.

Wenn ich mich heute an den Körting erinnere, wenn ich heute auch zu dem Grundig CN-1000 hinüber schaue, der meinen Körting 1978 abgelöst hatte, dann scheint mir der Uher, mit dem ich momentan immer wieder spiele, wie ein kleines Wunder. Der funktioniert nämlich.
Ohne Kraftaufwand lassen sich die Tipptasten bedienen. Nur ein sanftes „Klick“ ertönt, und nur ein grünes Lämpchen über der eben berührten Taste signalisiert, daß etwas passiert. Kein erhöhtes Laufgeräusch stört bei Aufnahme oder Wiedergabe die Arbeit mit dem Uher. Und selbst das Ruhegeräusch des immerhin sicher fünfunddreißig Jahre alten Tonwellenmotors wirkt kaum störend und ist leiser, als das Betriebsgeräusch all jener Recorder, die ich sonst so staple. Soll heißen, ob ASC AS 3000, Revox B710 oder Nakamichi 682 ZX, der Uher bewegt sich leiser!
Aber nicht nur das Laufgeräusch, auch die Funktionsstabilität des Münchners ist beeindruckend. Hatte ich den Grundig Ende der Siebziger Jahre zwar heiß geliebt, muß ich doch konstatieren, daß mein „Montags-Gerät“ nicht immer das tat, was es sollte. In drei Jahren intensivstem Betrieb brach zweimal der Tonkopfträger ab – zugegebenermaßen das zweite mal nur, weil unsachgemäß verarbeitetes Pattex nicht der beste Kleber der Welt für mechanisch belasteten Kunststoff ist – und weigerte sich der Recorder mehrfach täglich und lautstark, auf „Pause“-Anforderung mit einem Anhalten zu reagieren. Die Grundig-Rauschunterdrückung erinnere ich eher als Instrument, einem Musikstück die Höhen vorzuenthalten (http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic.php?threadid=7736). Anders beim Uher: Man drückt, er tut.
Und vermittelt bei dem, was er tut, den Eindruck solider Stabilität. Kein Vergleich mit den doch fühlbaren Toleranzen und dem notwendigen Kraftaufwand im Tastenspiel bei all den Recordern, die ich aus den Siebziger Jahren kannte und inzwischen kennengelernt habe. Und vermittelt bei dem was er tut, den Eindruck großer Souveränität und Zurückhaltung. Kein Vergleich mit den teils nahezu gewalttätigen Lautäußerungen so mancher Laufwerkssteuerung bei all den Recordern, die ich aus den Siebziger Jahren kannte und inzwischen kennengelernt habe.

Das durchschnittliche Bruttoarbeitsentgelt aller Rentenversicherten betrug gemäßt der Erhebung des Statistischen Bundesamtes im Jahre 1974 20.381 Mark, was monatlich etwa 1.698 Mark brutto bedeutet, wobei zu beachten ist, daß hier Urlaubs- und Weihnachtsgeld mit auf das Monatssalär verteilt, eingerechnet sind.
Je Haushalt – und der bestand statistisch gesehen oft aus mehreren „Verdienern“ und fast zwei Kindern – hatten 1974 20% der Bevölkerung zwischen 500 und 1.000 Mark, 21,6% zwischen 1.000 und 1.500 Mark, 17,9% zwischen 1.500 und 2.000 Mark, 20,1% zwischen 2.000 und 3.000, 9% zwischen 3.000 und 4.000, 5,2% zwischen 4.000 und 5.000, sowie 6,2% der Haushalte mehr als 5.000 Mark an monatlichem Nettoeinkommen zur Verfügung. Der Durchschnittshaushalt mit 1.500 bis 2.000 Mark Nettoeinkommen gab von seinem Einkommen im Schnitt 19,6% für Nahrungsmittel, 7,6% für Genußmittel, 9,5% für Bekleidung, 11% für Wohnungsmiete, 5% für Energie, 10,6% für die übrige Haushaltsführung, 8,9% für Verkehr und Nachrichten, 9% für Körper- und Gesundheitspflege, Bildung und Kultur, 12,5% für die Rücklagenbildung und noch 6,3%, also durchschnittlich 110 Mark im Monat, für die persönliche Ausstattung aus. (Quelle: Beiträge zur Strukturforschung, Heft 49 aus 1978 des Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung, S. 71ff)
Mal eben in den Laden gehen und einen Uher kaufen? Von 110 Mark monatlich - lassen wir dem HiFi-Fan noch zehn Mark für den Rest der Familie - hätte er siebzehn Monate lang für einen Uher sparen dürfen. Wie vielen Durchschnittsverbrauchen war er das wohl wert gewesen? Wie viele Ehepartner hätten das wohl mitgemacht?
Ich jedenfalls hatte einen Körting bekommen, dessen Vorläufer im Katalog von 1971 für 299 Mark beworben worden war.
Als ich, Anfang der Achtziger Jahre, endlich den anvisierten Grundig CF 5500 hätte kaufen können, da lief die 100mm-Serie bei Grundig gerade aus (http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic.php?threadid=10699). So ist das, wenn man auf HiFi sparen muß.

Macht man den Uher auf – hätte man das im Laden getan, wäre der Verkäufer wahrscheinlich ausgeflippt, so daß das Argument der „Verarbeitung“ nur selten zur Überzeugung von Frau und Kindern für einen Uher-Turbo-Sparplan hätte herhalten können – dann bemerkt man, nicht gleich, aber nach ausführlicher Betrachtung, daß da drinnen schon so einiges anders ist, als bei anderen Recordern.
Plastik sucht man beispielsweise vergeblich. Hier und da würde die Lebensabschnittsgefährtin auf der Suche nach einem „Stein in der Suppe“ - nein, kein „Salz“, weil, dann hätte sie den Uher ja ablecken müssen - erfreut aufschreien und mit ausgestrecktem Zeigefinder auf das eine oder andere Bauteil zeigen: „Plaste!!!“, doch hätte der HiFi-Fan sogleich kontern können: „Das ist doch nur eine Verkleidung“
Tatsächlich unterscheidet sich beispielsweise der Antrieb des Uher von anderen Recordern dadurch, daß kein Zahnrad und auch kein Kunststoff-Dämpfer sichtbar wird. Die gesamte Mechanik von Kassettenfach und Antrieb ist komplett aus Metall gefertigt. Kein Relais knallt den Kopfträger hin und her. Kein Reibrad schleift an einem Kunststoffkorpus eines Wickeldorns. Statt dessen verfügt der Münchner über ein 3-Motoren Laufwerk: Ein Hysterese-Synchronmotor, für den Antrieb der Tonwelle, und zwei Motore mit eisenlosem Läufer, für geringes Trägheitsmoment, für den Direkt-Antrieb der Wickeldorne.
Blech und Aluminium gibt es reichlich im Innern des Uher. Wandstärken von einem Millimeter sind üblich. Der ganze Recorder ist in jedem Aspekt seiner Konstruktion modular aufgebaut und logisch und einfach zu zerlegen. Elektrische Funktionselemente sind auf selbstständigen, steckbaren Platinen zusammengefaßt, Kabel natürlich ebenfalls mit Steckern verbunden. Uhers Service-Freundlichkeit geht so weit, daß einzelne Funktionselemente der Mechanik mit unterschiedlichen Schrauben befestigt sind, so daß man schon an der Größe und Art des Schraubenkopfes erkennt, was man lösen sollte und was man nicht anfassen braucht, um ein Bauteil auszubauen.
Wo andere Recorder seiner Zeit mit einem Motor und einem Relais auskamen, hat der Uher von beidem jeweils drei. Und intelligente Lösungen dazu: So wird der Tonkopfschlitten über ein Getriebe, das seine Kraft durch das Einschieben der Kassette in den Recorder erhält, also von Hand, in seine Betriebsposition angefahren. Da man die Kassette wohl eher nicht mit einem Hammer in das Gerät klopfen wird, vollzieht sich auch die Bewegung des Kopfträgerschlittens eher sanft.

Doch ob die Qualitäten der Konstruktion und Verarbeitung den Sohn, der gerne ein Fahrrad gehabt hätte, oder die Tochter, die schon immer Reitstunden hatte haben wollen, überzeugt hätten, mit dem Quengeln aufzuhören, weil nun auf einen Uher gespart werden müsse, darf bezweifelt werden.



Ein außergewöhnliches Detail des Uher ist sein Kassettenschacht. Die Industrie, die sich mit Geräten für die Philips-Kassette beschäftigt hatte, schien mehrheitlich überein gekommen zu sein, Kassetten müssten liegend verarbeitet werden. Die meisten Recorder waren daher Toplader, nur wenige davon, Teac oder Körting beispielsweise, später Braun, hatten zumindest die Bedienelemente auf die Vorderseite verlegt. Einige wenige Hersteller bauten später Frontlader mit einem Kassettenschacht und liegendem Laufwerk. Uher war hier Vorreiter. Jedoch begnügten sich die Münchner nicht einfach damit, den Kassetteneinlegehelfer zu verdonnern, das Band in einen tiefen Schlund zu stecken und mit der Hand im Maul des Recorders die Kassette fest herunter zu drücken.



Bei dem Uher ist rechts oben auf der Frontplatte ein schmaler Schlitz gelegen, in den die Kassette, A-Seite nach oben, Bandführung nach links, zur Geräte-Innenseite, hinein gesteckt werden sollte. Man soll sie vollständig, bis zum Anschlag, in den Schacht hinein stecken, wobei sie das letzte Drittel des Weges, gezogen von dem Uher, scheinbar selbstständig zurücklegt.
Als nächstes wird der unter dem Schacht gelegene Knopf nach unten gedrückt, der eine Mechanik betätigt, die die Kassette nach unten, auf die Wickeldorne des waagerecht liegenden Laufwerks bewegt und den Kopfträgerschlitten in die Betriebsposition fährt: Nahezu einmalig in der Recorderwelt. Selbst die Beltek M1130 und Beltek M1150 von 1974 konnte den spaßigen Lademechanismus nicht aufweisen, knallten stattdessen die Kassette selbstständig in die Betriebsposition, nachdem sie sein Besitzer mit viel Kraft gegen zwei massive Stangen in den Schacht hinein gedrückt hatte.

Die HiFi-STEREOPHONIE wußte am Uher zu kritteln, „schiebt man versehentlich noch eine zweite Cassette in das Gerät, muß diese nach Demontage des Gerätedeckels aus dem Innern herausgefischt werden.“ Ist das nicht ein hohes Lob, wenn Karl Breh so verzweifelt nach Kritikpunkten suchen musste?
Doch, ob die Einzigartigkeit des Uher die Familie motiviert hätte, auf den neuen Farbfernseher zu verzichten? Und das vielleicht vor der Fußball Weltmeisterschaft von 1974?!

Im Ergebnis dürfte der Uher eher selten in den Wohnzimmern zu sehen gewesen sein, zudem sich Uher schon zu Beginn der Bauzeit des Gerätes in schwerem Fahrwasser befand.
Was wäre wohl an Entwicklung am CG 360 möglich gewesen, hätte Uher keine wirtschaftlichen Probleme gehabt und der neue Eigentümer andere Schwerpunkte gesetzt?


Drehknopflos in beide Richtungen.
Bei der Recherche zum Eumig Metropolitan CCD (http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic.php?threadid=10766) las ich, an jenem Recorder sei als Besonderheit zu bemerken, er verzichte nahezu vollständig auf die sonst so verbreiteten Drehpotis und -schalter. Lediglich die Lautstärke des Kopfhörerausgangs wird am Wiener mit Hilfe eines Drehpotis den Wünschen des Kopfhörerbesitzers angeglichen.



Bei dem Uher CG 360 drehten sich bereits vier Jahre vor dem Eumig nur noch die Motoren. Lediglich am Heck der jüngeren Generationen verstecken sich verschämt zwei hellgraue Drehpotis, die den Ausgangspegel justieren lassen. Das tut man einmal, dann vergißt man sie (so wie ich, bevor ich den Absatz angefangen hatte).
Auf der Frontplatte dominieren Schiebepotentiometer, Schiebeschalter und Druckknöpfe sowie Tipptasten. Sie ermöglichen, weil an der Front, den Uher, als einen der wenigen Recorder seiner Zeit, als Regalgerät zu betreiben.

Lediglich ein kleines, ab der Generation CG 361 ein etwas größeres, beleuchtetes Fenster an der Oberseite des Uher erlaubt so etwas wie den Blick auf den Bandvorrat.



Als Highend-Recorder des dritten Drittels der Siebziger Jahre ist der Eumig mit einer Vielzahl an Justagemöglichkeiten ausgestattet.
Im zweiten Drittel hatte sich die Kassette noch nicht als Medium hochqualifizierter Musik-Aufzeichnung durchgesetzt. So bewarb der amerikanische Tabak-Konzern Benson & Hedges im Rahmens eines Preisausschreibens den CG 360 auch lediglich als „Cassette Player“, also als Wiedergabegerät, und verloste als Teil einer hochwertigen HiFi-Anlage als „Tape Recorder“, also als Aufnahmegerät, gleich noch eine Uher SG 560“ dazu.
Die Kassettentechnik wurde vielfach vor allem wegen der einfachen Bedienbarkeit angenommen, und Zeichen von Besonderheit war weniger ein ausufernder Frequenzgang oder die 3-Kopf-Auslegung als ein, vor allem in den USA beliebtes, Komfort-Ausstattungsdetail: Autoreverse.



Bei Autoreverse handelt es sich um eine Funktion, die dafür sorgt, daß der Bandlauf an einer vorgesehenen Bandstelle umgekehrt wird. Dies zu ermöglichen verfügt der Uher über zwei gegenläufig drehende Capstan-Wellen.
Konnten Reverse-Punkte in späteren Generationen auch durch eine Memory-Funktion an beliebiger Stelle gesetzt werden, so schalteten in den Siebzigern Tonbandgeräte am Bandende in die umgekehrte Betriebsrichtung um. Indikatoren für die Umschaltung können Schaltfolien, Lichtschranken oder Sensoren für den Stillstand des Bandes sein. Der Uher reagiert auf den Zwangsstop durch Bandende.
Der CG360 und seine Nachfolger kennen drei Betriebsarten: Abspielen in eine manuell gewählte Bandrichtung. Abspielen der gesamten Kassette von einem Startpunkt an, daß heißt einmaliges Umschalten der Laufrichtung und Abspielen bis zum Bandende der zweiten Seite. Abspielen beider Seiten in wiederholter Folge bis zur manuellen Unterbrechung, oder bis dem Uher der Himmel auf den Kopf fällt (ersatzweise der Strom ausgeht, das Band reißt, der Kopf durchgescheuert ist, die Elkos kurzschließen... etc.).
Für die Vorwahl der Betriebsart wurde dem Uher ein Schalter mit drei Positionen, links neben dem Kassettenschacht, spendiert.
Zusätzlich lassen sich beide möglichen Laufrichtungen durch getrennte Wiedergabe-Tasten direkt anwählen.

Autoreverse gibt es theoretisch bei Wiedergabe und bei Aufnahme. Beim Umspulen macht sie hingegen wenig Sinn.
Der Uher kann Autoreverse bei Wiedergabe. Um die zweite Seite zu bespielen, muß man die Kassette umdrehen.
Nakamichi hatte in den Achtziger Jahren einmal einen automatischen Umdreh-Mechanismus für Kassetten präsentiert. Für ihren Mut, selbst die blödsinnigsten Ideen zu realisieren, muß man die Japaner lieben. Ich bin sicher, deutsche Manager hatten auch getrennte Tonköpfe für Aufnahme und Wiedergabe in Kassettengeräten als blöde Idee abgetan, bevor die TriTracer von Nakamichi auf den Markt kamen.
Hat man einen solchen Kassetten-Umdreh-Knecht nicht zur Verfügung, dann stellt man fest, beim Rückwärts-Laufen klingt alles „rückwärts“, die Rückspur hingegen bleibt ungehört. Deswegen halten sich die meisten Kassettendecks Menschen fürs Umdrehen der Kassette.

Auf einer Compact Cassette sind, nebeneinander liegend, vier Spuren definiert. Gemäß dem Stereo-Standard werden davon zwei gleichzeitig abgetastet, weswegen ein typischer Tonkopf zwei getrennte Magnetsysteme eingebaut hat, deren Breite jeweils knapp ein Viertel der Breite des Bandes ausmacht.
Egal, in welche Richtung man die Wickel dreht, ein Tonkopf tastet immer die gleichen Spuren ab. Die beiden Rückspuren erreicht man nach dem Standard, indem die Kassette umgedreht wird, und die Rückspuren physikalisch damit den Raum einnehmen, den vorher die Spuren der Vorderseite inne hatten. Also doch Mensch oder ein anderer Umdreh-Knecht?
Kann man die Kassette nicht umdrehen, müsste man den Tonkopf in der Höhe verschieben. Aus guten Gründen, die Lage von Band und Tonkopf zueinander ist hinsichtlich der zu erreichenden Ergebnisse recht kritisch, so daß sich eine vorsätzliche und sich immer wiederholende Veränderung der Lage des Tonkopfes eigentlich verbietet, sind die Tonköpfe in der Regel fest montiert. Ausnahmen bestätigen die Regel. Der Uher ist keine Ausnahme, so daß auch hier wieder der Mensch dem Recorder dienen, das Gerät aufschrauben und die Tonköpfe umbiegen müsste. Umständlich.
Bei Uher hatte man sich dafür entschieden, einen speziell (selbst?-) entwickelten Tonkopf mit vier parallel übereinander angeordneten Magnetsystemen im CG 360 einzusetzen. Diese wirken jeweils im Wiedergabebetrieb zur Abtastung, im Aufnahmebetrieb als Sprechsysteme. In einer Laufrichtung sind zwei davon aktiv, in der anderen Laufrichtung die beiden anderen.



Als Teil von Philips Standard für die Compact Cassette ist ein extra Löschkopf vorgesehen, der sinnvollerweise, in Laufrichtung des Bandes, vor dem Aufnahmekopf angebracht sein sollte. Andersherum ginge das physikalisch zweifellos auch, würde aber wahrscheinlich zu Ergebnissen führen, die in Anbetracht des Niveaus mancher Aufnahme zwar sinnvoll sein könnten, sicherlich meist jedoch nicht erwünscht sind.
Besteht also das Risiko, in einem Recorder könne das Band in mehr als nur in einer Richtung am Aufnahmekopf vorbei ziehen, dann sollte in jeder der denkbaren Richtungen ein Löschkopf vor dem Aufnahmekopf eingebaut sein. Oder es sollte vermieden werden zu versuchen, in der Richtung, in der der Löschkopf hinter dem Aufnahmekopf gelegen ist, aufzunehmen. Diese zweite Konstruktionsidee hat Uher bevorzugt.
Zweifellos ging es den Konstrukteuren des Uher weniger darum, den zweiten Löschkopf einzusparen. Tatsächlich besitzt der Uher an beiden Stellen, die für die Platzierung eines Löschkopfes geeignet sind, jeweils eine keramische Bandführung, die gemeinsam dafür sorgen sollen, daß das Band an beiden Seiten des Kombikopfes in gleicher Höhe geführt wird. „Eine der Bandführungen ist gleichzeitig als Löschkopf ausgeführt“ (HiFi-Stereophonie). Das hätte man der zweiten Bandführung auch antun können. Das man das jedoch nicht getan hat, mag an der schon erwähnten Problematik des Lageverhältnisses zwischen Kopf und Band liegen.

Im Idealzustand ist die Lage von Band und Kopf optimal aufeinander abgestimmt. Das bedeutet, die beiden aktiven Systeme des Kopfes laufen exakt mittig in ihren Spuren, der Kopfspiegel ist in der Ebene des Bandes exakt parallel ausgerichtet, damit beide Spuren zeitgleich abgetastet werden, und der Kopfspalt steht exakt senkrecht zur Ebene des Bandes
Kombikopfsysteme, wie die des Uher, haben üblicherweise den Vorteil, das ihre Justage nach den genannten Kriterien einfacher zu optimieren ist, als die getrennter Aufnahme- und Wiedergabeköpfe.
Nun sorgen aber Toleranzen in der Bandführung, insbesondere der innerhalb des Kassettengehäuses, ebenso wie physikalische Eigenschaften des Bandes dafür, daß die Einstellung immer nur im Rahmen eines Näherungswertes optimal erreichbar ist. Um so breiter der Teil des Kopfspiegels, umso höher also die Zahl der Spuren, für die es gilt, gleichzeitig eine optimale Kalibrierung zu erreichen, desto höher die Toleranz, unter der die Einstellung überhaupt möglich ist.
Zwar ergibt es sich bei der Kombikopfauslegung, das eine Kalibrierung eines Stereo-Systems für Aufnahme und Wiedergabe immer gleich ist, jedoch sorgt ein Fehler bei der Justage des Kopfsystems dafür, daß seine Konsequenzen im Ergebnis verdoppelt werden, wenn das Band mit gleichem Fehler erst aufgenommen und die fehlerhafte Aufnahme dann abgetastet wird. Als Konsequenz wird versucht zu erreichen, für nur ein Spurenpaar eine wirklich optimale Kalibrierung zu erreichen, und in dieser Lage Aufnahme und Wiedergabe zuzulassen, dabei für das andere Spurenpaar eine höhere Toleranz zu akzeptieren und deshalb in Rückrichtung auf die Aufnahme zu verzichten.
Wer optimale Wiedergabe-Ergebnisse erzielen will, der hält sich auch als Reverse-Recorder einen Menschen zum Kassetten-Umdrehen. Das empfahl, wenn auch nicht so direkt, auch die HiFi-STEREOPHONIE, die im Test des Uher CG 360 bemerkte: „Der Wiedergabefrequenzgang kann bei richtig justierten Köpfen ausgezeichnet sein, das gilt aber nur für eine (!) Bandlaufrichtung.


Fingerkontakt.
Bedient wird der Uher mit Hilfe einer Reihe elektronischer Tipptasten unterhalb des Kassettenschachts.
Als der Uher auf den Markt kam, war es üblich, Befehle an das Laufwerk mit Hilfe einer Mechanik zu übermitteln: Eine mit Kraftaufwand zu bedienende Taste verschob über ein Schubstangen-Getriebe Riemen, Andruckrollen und Tonkopfträger, und löste auf diese Weise die gewünschte Funktion aus. Folge dieses Konzeptes war nicht nur ein notwendiger Platzbedarf, das Gestänge unterzubringen, ein relevanter Montagebedarf, bei Herstellung oder Reparatur, sondern auch eine Beschränkung der Funktionalität, sowie oftmals ein etwas „wabbeliges“ Gefühl beim Bedienen der Tastatur, wenn die Mechanik nicht in der Präzision ausgeführt war, wie es zweifellos möglich gewesen wäre.
Der Uher besitzt einerseits eine ausgefeilte und souverän wirkende Mechanik, andererseits eine moderne Elektronik, die anno 1973 als revolutionär gegolten haben dürfte – Uher selber bewarb den CG360 als „das erste HiFi-Cassettengerät … mit Computer-Steuerung“ -, und hatte alles in einer modernen Form verpackt, die die Bedienung des Laufwerks wirklich angenehm wirken läßt.

Die Tipptasten liegen in einer Reihe, haben alle die gleiche Größe und einen kurzen Hubweg; Hubweg und Druckpunkt sind deutlich definiert. Im Prinzip muß man die Tasten nur kurz berühren, damit sie einen Befehl übermitteln. Der wird unmittelbar mit Hilfe eines grünen Lämpchens über der benutzten Taste zurück gemeldet. Die Funktion im Innern des Uher wird dann elektronisch oder mit Hilfe eines von drei Relais initiiert.
Da der als Tonwellenmotor eingesetzte Hysterese-Synchronmotor bei gedrückter Netztaste, eingelegter und in Betriebsposition gefahrener Kassette, immer läuft und der Tonkopfschlitten durch das Einlegen der Kassette automatisch in Betriebsposition angefahren ist, erfolgt der Start des Vortriebs bei Aufnahme oder Wiedergabe-Anforderung sehr schnell. Die Elektronik muß lediglich einem Relais den Befehl zum Anfahren der für die gewählte Laufrichtung geeigneten Andruckrolle übermitteln, wodurch gleichzeitig mit Hilfe einer Schubstange der Wickelkern der Abwickelseite mechanisch ausgekuppelt wird. Bei „Stop“ und „Pause“ wird das Relais gelöst und die Andruckrolle wird durch Federspannung in ihre Ruheposition zurückgetrieben. Nur für das Umspulen, laut FONO FORUM geht das übrigens in rekordverdächtiger Geschwindigkeit, sorgt ein weiteres Relais dafür, daß auch der Tonkopfschlitten aus der Betriebsposition heraus in seine Ruheposition gefahren wird. Bei „Stop“ fährt er selbstständig wieder an.
Eine sogenannte Intermix-Funktion kennt die TTL-Steuerung des Uher nicht, die Tasten sind gegeneinander verriegelt. Vor dem Wechsel der Laufwerksfunktion will „Stop“ oder „Pause“ gedrückt werden. Wer aus dem Umspulen heraus „Pause“ anfordert, der sieht nicht nur die Signalisierung für „Pause“ leuchten, sondern gleichzeitig die für „Stop“. Soll anschließend eine Laufwerksfunktion initiiert, muß zuerst die „Pause“-Stellung durch erneutes Drücken der „Pause“-Taste entriegelt werden.

Die elektronische Befehlsübermittlung war auch 1973 nicht neu. Neu war für den Betrachter vor allem die Formgebung der Tastatur. Von Spulen-Bandmaschinen kannte man bis dato eher archaisch geformte, großvolumige Tasten und ein laut hörbares Relais-Knallen, das jede Signalisierung einer Funktion per Lämpchen überflüssig machte, war der Bedienbüttel nicht schon gänzlich taub. Des Uhers Dienstleister brauchte die Lämpchen um sicher zu sein, daß sich wirklich etwas tat.



Die Besonderheit der Steuerung des CG 360 liegt nicht nur in der leichtgängigen und schnellen Bedienung, in den direkt wählbaren Laufrichtungen, sondern zudem in der Möglichkeit, alle Laufwerksfunktionen mit Hilfe einer Kabelfernbedienung fernzusteuern. Dabei wird die gewählte Funktion nicht nur am Recorder signalisiert, sondern auch am Fernbedienungshandstück mit Hilfe roter Lämpchen angezeigt.
Zumindest die sogenannte Schnellstop-Einrichtung, neudeutsch „Pause“, kann über ein entsprechend ausgerüstetes Mikrofon ausgelöst werden.
Eine Buchse „Access“ am Heck erlaubt zudem den Anschluß von Geräten, „die bei der Aufnahme und Wiedergabe von Steuerimpulsen Verwendung finden“ (BDA). Gemeint waren Schmalfilm- und automatische Diaprojektoren, beziehungsweise ihre Stuergeräte. An Kontakt 1 der sechs Pins liegt eine Versorgungsspannung von 9,5 Volt an. Über die Kontakte 6 und 3 (Masse) ist ein elektrisches System des „vierstöckigen Tonkopfes“ herausgeführt. Die Kontakte 4 und 2 (Masse) lösen aus Aufnahme und Wiedergabe (beide Richtungen) den Fernstop aus.



Nicht nur tippen, sondern tatsächlich drücken, muß der Uher-Bediener, möchte er das Gerät einschalten, die Dolby-Rauschunterdrückung aktivieren oder die Eingangsempfindlichkeit umschalten.
Diese Schalter liegen auf einer Ebene mit denen der Laufwerksbedienung, rasten satt und sind deutlich von den Tipptasten abgesetzt. Die Betriebsposition aller drei Tasten wird zudem mit Hilfe eines grünen Lämpchens angezeigt.
Einziges Manko in der Bedienung des Uher ist für mich die Tatsache, das lediglich der Netzschalter unmittelbar rechts neben dem Tastenblock für die Laufwerksbedienung, unmittelbar neben der Aufnahmetaste, gelegen ist. Hier ist eine ärgerliche Fehlbedienung nicht ausgeschlossen. Die HiFi-STEREOPHONIE kritisierte in ihrem Test, „die große Anzahl der Tasten“ sei „weder strukturell noch optisch unterteilt … und zudem die Beschriftung durch die Hand abgedeckt...“, was dazu führe, daß man „sich recht leicht“ vertippt. Zudem seien die Tasten bei langen Fingernägeln ungünstig zu bedienen.
Mit dem Nachfolger, CG 361, wird mit einer der Tasten, anstatt der Rauschunterdrückung, die Umschaltung der ansonsten automatisch erkannten Bandsorte auf das neue Ferrochrom-Bandmaterial eingeleitet. Bei dem CG 362 läßt sich hier der Multiplex-Filter zu- oder abschalten.



Als Rauschunterdrückung ist in den Uher CG 360 das Dolby B-System eingebaut. Aus heutiger Sicht ein kaum nachvollziehbarer Fortschritt an dem Gerät, war die erstmals verwendete, platzsparende IC-Version von Dolby B. Vorher mußte die Schaltung noch transparent, mit Hilfe einer ganzen Anzahl von Bauelementen ausgeführt werden, was natürlich auch Raum einnahm und die Signalwege verlängerte. Die IC-Version verbesserte daher auch das Ergebnis der Rauschunterdrückung.
Im CG 361 wird die Aktivierung der Rauschunterdrückung von einer Drucktaste auf einen waagerecht liegenden Kippschalter unter das Aussteuerungsinstrument verlegt. Zudem verfügt der Nachfolger über eine DNL-Schaltung, die einzeln oder parallel zu Dolby aktiviert werden kann.

Der Dynamic Noise Limiter war ein von Philips entwickelter selbstregelnder Höhenfilter, bei dem die hohen Frequenzen eines Signals, in Abhängigkeit von der Signalstärke, bedämpft werden. Umso leiser das Signal, desto stärker der Grad der Dämpfung.
Da DNL das Signal nicht codiert, kann es bei Aufnahme und Wiedergabe und in Kombination mit anderen Systemen zum Einsatz kommen. Allerdings beschneidet DNL, im Gegensatz zum Dolby-System, prinzipiell das Nutzsignal, so daß sein Einsatz bei der Aufnahme nicht wirklich empfehlenswert ist.

Das 19kHz-Filter für den UkW-Pilotton ist auch bei reinem Verstärkerbetrieb eingeschaltet, Frequenzen oberhalb 16kHz werden daher in allen Betriebsfällen steil abgesenkt; der Abfall von etwa 1 dB zwischen 10 und 16 kHz tritt bei Cassettenwiedergabe über den eingebauten Verstärker nur einmal auf, da das Filter Hinterband nicht eingeschaltet ist.“ (Fono Forum)
Erst das letzte Modell, der CG362, verfügt über eine Taste für das optionale Zu- oder Abschalten des Filters. Wohl ein Zugeständnis an das nun verbesserte Bandmaterial: Auch Compact Cassetten waren inzwischen in der Lage Frequenzbereiche oberhalb von 16kHz aufzuzeichnen.



Verstärkung.
In der November-Ausgabe von 1973 bezeichnete die FONO FORUM, in ihrem HiFi-Report: Musik aus allen Ecken von der Funkausstellung, den Uher CG 360 nicht zufällig als „Cassetten-Compactanlage“: „Mit den eingebauten Endstufen (2x 10 Watt sinus) und Klangregelnetzwerk ist auch der reine HiFi-Verstärker-Betrieb möglich.“ Da der Uher den Tonwellenmotor abschaltet, wenn keine Kassette eingezogen ist, stört der Antrieb den Verstärkerbetrieb nicht, lediglich der HF-Oszillator streut ein und erzeugt am elkolosen Lautsprecherausgang, abhängig von der Aussteuerung des Verstärkers, einen Pegel von maximal 65/18 mV (l/r). Andersherum stört eine aktive Endstufe das Laufwerk anscheinend nicht, zumindest stellte die FONO FORUM in ihrem Test fest, die Bandgeschwindigkeit sei „nicht von der Aussteuerung der Endstufe unabhängig.“ Als Verstärker für den Uher eingesetzt, wirkt der Recorder allerdings elektrisch auf die Leistung des W319, dessen Fremdspannungsabstand (Rauschen) sich bei eingeschaltetem Dolby B um zwei Dezibel verschlechtere. Eine ganz neue Interpretation der Idee der „Rauschunterdrückung“: Man verlagert das Rauschen vom Band in den Verstärker!
Insgesamt erfülle die Endstufe nach Meinung der HiFi-STEREOPHONIE „die DIN-HiFi-Norm aber noch voll.“, klänge an guten Boxen im Vegleich zu anderen Geräten aber merklich rauher. Ein Problem seien zudem die Rauschabstände. In Kombination mit einem Paar Canton LE 250 und einem Umformer sei der Uher nach Meinung von Michael Wolff eine ideale, wenn auch teure Kombination für den Wohnwagen oder das Auto.



Natürlich war die Endstufe nur dann eingebaut, wenn der Käufer sie bestellte, oder der Händler den CG360 „zufällig“ nicht anders im Regal stehen hatte. Der Preisunterschied lag bei etwa 200 Mark. Die Platine W319 konnte auch bei einem ohne Endstufe ausgelieferten Gerät recht einfach nachgerüstet werden. In die Nachfolgemodelle passt sie hingegen nicht hinein.
Um die Platine einzusetzen, sind zwei Rändelschrauben am Heck des Uher zu lösen und eine Metallplatte abzunehmen. Der Verstärker besteht aus einer einzelnen Platine, die mit einem durchscheinenden Kunststoff-Deckel versehen ist. An einer Seite befindet sich eine Steckerleiste, die in eine entsprechende Buchse auf der Hauptplatine des Recorders gesteckt wird, auf der gegenüberliegenden Seite ist die Platine an einem Kühlkörper befestigt, der mit Hilfe der beiden vorher abgedrehten Schrauben an der Rückwand des CG 360 befestigt wird.
Hat der Stecker Kontakt mit der Buchse auf der Hauptplatine, sind die vier Flachbahnregler für Lautstärke, Balance, Höhen- und Tiefenregelung in Funktion und wirken auf die beiden Lautsprecherbuchsen nach DIN-Norm, die unter dem Kühlkörper des Verstärkers von außen erreichbar sind.
Wird in die Würfelbuchse (2x 1,1W an 8 Ohm) an der Front ein Kopfhörer eingesteckt, bleiben etwaig angeschlossene Boxen abgeschaltet und die Regler wirken weiterhin nur auf den Kopfhörer. Verfügt der Erdungsmantel des Kopfhörer-Steckers allerdings über eine Aussparung, die beim Einstecken zur Geräte-Außenseite zeigt, bleiben die angeschlossenen Boxen aktiv. Parallel zur Kopfhörerbuchse am Gerät kann der Anschluß auch über das Fernbedienungskabel zum Fernbedienungshandstück F113 geleitet werden, an dem sich ebenfalls eine Kopfhörerbuchse und ein dem Lautstärkeregler im Recorder nachgeordneter Dämpfungsregler befindet. Der Ausgang sei, so die FONO FORUM, „ungewöhnlich aufwendig und leistungsstark“, erreiche mit „Hörern beliebiger Impedanz eine ausreichende Abhörlautstärke unverzerrt“.

Wie die FONO FORUM im Messebericht angedeutet hatte, besteht die Möglichkeit, am Uher angeschlossene Zuspielgeräte über den Verstärker abzuspielen.
In die Lautstärkeregelung ist zudem eine „physiologische Lautstärkekorrektur“ eingebaut die sich nicht abschalten läßt und für eine lautstärkeabhängige Bassanhebung sorgt. Dieses Konzept resultiert aus der Tatsache, daß unser Gehör zuerst auf höhere Frequenzen reagiert. Selbst bei gleichem Schalldruckpegel nimmt das Gehör verschiedene Frequenzbereiche unterschiedlich wahr. (http://www.sengpielaudio.com/Gehoerricht…rkeregelung.pdf) Daher ist es notwendig, bei leisen Abhörlautstärken, die Verstärkerleistung in höherem Maße an die tiefen Frequenzen abzugeben, wobei bei steigender Abhörlautstärke die Bassanhebung reduziert werden muß.
Die gehörrichtige Lautstärkekorrektur und Klangregelung seien jeweils gut ausgelegt. Die FONO FORUM beschreibt die Kurve für die physiologische Lautstärkekorrektur mit Folgenden Werten: 0 dB bei Reglerstellung „8“ (maximum), -10 dB bei Reglerstellung „5,8“, -20 dB bei „4,5“, -30 dB bei „3,2“ und -40 dB bei Reglerstellung „2,3“. Durch ein Zurücknehmen der Klangregler lasse sich bei jeder Stellung des Lautstärkereglers eine Linearisierung des Frequenzganges ermöglichen, „im Baßbereich jedoch nur oberhalb „5,5“ und zwischen „3,5“ und „2,5“.



Der Anschluß von Lautsprechern erfolgt mit Hilfe von DIN-Buchen, das Verstärkermodul ist durch eine elektronische Strombegrenzung und einen Übertemperaturschalter gesichert.


Selbstverewigung.
Hat Jener, welcher einem Uher Asyl gewährt, die meiste Zeit die Aufgabe, dem Gerät zu Diensten zu sein, zum Beispiel eine Kassette einzulegen oder zu wenden, die Tasten für Wiedergabe oder Umspulen zu drücken, so gewährt ihm das Gerät einzig mit seiner Aufnahmefunktion die Möglichkeit, den Uher CG 360 zum Werkzeug seiner Kreativität und somit Selbstverewigung zu instrumentalisieren. Zumindest in dem Maße, in dem er dazu fähig ist.

Der Uher Spitzen-Kassettengerät bietet mehr als einen Eingang, von denen sich ein Signal in Richtung Kassettenband einspielen läßt. Die den beiden logisch vorhandenen Eingängen zugeordneten Pegelregler ermöglichen es, zwei Programmquellen stufenlos zu mischen, damit eigene Kommentare, Ansagen oder Gesangseinlagen zur Musik einzuspielen, oder zum Beispiel weiche Übergänge zwischen zwei Musikstücken herzustellen.



Tatsächlich besitzt der CG 360 am Heck zwei DIN-Buchsen, deren Bepfeilung darauf hindeutet, die eine wäre ein klassischer „Radio“-Anschluß, der sowohl als ein-, so wie auch als Ausgang beschaltet ist, die andere hingegen ein reiner Eingang. An seiner Front verfügt der Uher zudem über drei DIN-Buchsen. Neben dem Kopfhörerausgang sind dies Eingänge für Mikrofon (unten) und Überspielen (mitte). Die Ausgänge sind kurzschlußfest.
Die Buchse „Überspielen“ dient dem gelegentlichen Anschluß eines transportablen Hochpegelgeräts, zum Beispiel eines mobilen Recorders. Wird ein Stecker in diese Buchse eingesteckt, werden „Tonquellen, die an der Buchse Radio angeschlossen sind … automatisch abgeschaltet.“ (BDA). Im Test wurde eine hohe Empfindlichkeit, aber ein „mit 10kOhm viel zu niedriger Eingangswiderstand“, sowie ein zu geringer Rauschabstand kritisiert, dessen Werte zudem nicht mit den Werksangaben und auch nicht mit denen im Schaltplan übereinstimmten. Auf Rückfrage hätte Uher die gemessenen Werte bestätigt und gerechtfertigt, mit ihnen seien „Überspielungen zwischen Tonbandgeräten von Uher und anderen inländischen Herstellern möglich“.
Die 8polige Mikrofonbuchse ist für niederohmige (200 bis 500 Ohm) Stereo-Mikrofone vorgesehen. Über den zentralen Pin 0 wird eine Versorgungsspannung von 6,8V für Kondensator-Mikrofone abgeleitet. Über die Pins 4 und 7 (Masse) können Mikrofone mit einer entsprechenden Taste die Schnellstop- (Pause-) Funktion des Recorders auslösen, die so lange aktiviert bleibt, wie der Schalter gedrückt ist. Auch die Mikrofonbuchse schaltet den Eingang an der Radio-Buchse am Heck ab. Im Test wurden „außergewöhnlich hohe Übersteuerungsgrenzen ermittelt“ (Fono Forum), und mittlere Werte für die Rauschfreiheit. Eine „einwandfreie Kanalbalance würde bei maximal 200mV/90mV Eingangsspannung für Vollaussteuerung erreicht." Jedoch reiche der Regelbereich für die Kanalbalance nicht immer für befriedigende Aufnmahme-Ergebenisse mit Mikrofonen aus, so daß das Magazin den Einsatz eines externen Mischpultes empfahl.
Die Radiobuchse dient dem dauerhaften Anschluß des Recorders an einen Verstärker oder an ein Steuergerät mit Normanschlußbuchse nach DIN. Uher weist ausdrücklich darauf hin, daß mit Hilfe eines Adapters auch hier Geräte mit Cinch-Buchsen angeschlossen werden können. Die Buchse dient sowohl als Ein-, wie auch als Ausgang. Der Eingang ist mit den an der Front befindlichen Buchsen parallel geschaltet, wird jedoch abgeschaltet, sobald einer der vorderen Eingänge durch einen Stecker belegt wird. Der Eingangswiederstand ist mit 22kOhm recht hoch. „Zur Vermeidung von Verlusten im Bereich hoher Frequenzen bei der Aufnahme und Wiedergabe, darf das Kabel … nur bedingt, bei Geräten die über einen sehr niederohmigen Ausgang verfügen, … verlängert werden“ (BDA). Im Test der FONO FORUM wurde der Radio-Eingang als „sehr rauscharm“ gelobt. Bislang hatten nur Spulen-Tonbandgeräte von Revox und Tandberg bessere Werte erzielt.
Die Phono-Buchse an der Rückseite repräsentiert den zweiten Hochpegel-Eingang und ist für Plattenspieler mit Kristallsystem oder eingebautem Phono-Vorverstärker, für Bandgeräte, Mischpult oder auch für den Anschluß eines CD-Players geeignet. Besonders hochwertige Tuner mit extra Aufnahme-Ausgang können hier natürlich ebenfalls angeschlossen werden, solange darauf geachtet wird, daß keine Brummschleife und kein Rückkopplungseffekt entsteht, wenn der Tuner gleichzeitig über den Verstärker mit dem Uher verbunden ist. Der Anschluß würde „seperat verstärkt und sei „daher sehr rauscharm. Übersteuerungsfestigkeit und Eingangsimpedanz sind problemlos.“ Jedoch würde die Empfindlichkeit nicht für alle Anwendungen ausreichen, was auf eine Optimierung für Geräte mit Ausgängen nach der amerikanischen RCA-Norm hindeutet.
Am Uher CG 361 findet sich auf der Front die gleiche Bestückung, wie bei seinem Vorgänger wieder. Am Heck sind jedoch neben den DIN- auch Cinch-Buchsen vorhanden. Ein Paar dieser Buchsen bildet den Standard-Ausgang (max. 900mV) ab und ist parallel zu der kombinierten DIN-Buchse geschaltet; für beide Anschlüsse zusammen wirken zwei Ausgangspegel-Regler, einer für jeden Kanal. Ein weiteres Buchsenpaar bildet den sogenannten „Zusatzausgang / Aux. Output“ von maximal 3,5 Volt. Das dritte Buchsenpaar schließlich, bildet den „Eingang 2“ ab, der ebenfalls als DIN-Buchse vorliegt.



Beide Eingänge werden durch je einen Pegelregler an der Front des Uher CG 360 repräsentiert, mit dessen Hilfe das Quellsignal ausgesteuert werden kann. Im Test der FONO FORUM mußte leider der Gleichlauf der Regler kritisiert werden: „bei beiden Testgeräten war der Aufnahmepegel durchweg rechtslastig.“. Zudem ergab sich, daß die Abschaltdämpfung zu gering war, sich die Regler nicht in der Lage zeigten, laut anliegende Signale komplett auszublenden. Während für den Phono-Eingang selbst bei voll aufgezogenem Regler keine zusätzlichen Störgeräusche hörbar wurden, musste in Betriebsart Dolby und bei gedrückter Empfindlichkeitstaste, für den Eingang Überspielen und Radio ab Reglerstellung „5,5“, sowie für den Eingang Mikrofon ab Reglerstellung „3,5“ ein erhöhter Rauschpegel zur Kenntnis genommen werden.
Das Summensignal läßt sich mit Hilfe des Reglers „Aufn. Korrektur“ zwischen der linken und der rechten Spur des Bandes verteilen. Pan Pot (Panorama-Poti) nennt man das neudeutsch. „Aufnahme-Balance“ zumindest dann, wenn es gilt, eine fehlerhafte Überbetonung eines Kanals des Quellsignals auszugleichen.
Am CG 361 fehlt der Korrektur-Regler, dafür hat Uher ihm für jeden Eingang gleich ein Paar Flachbahnregler für die kanalgetrennte Aussteuerung spendiert. Ein ausgesprochener Vorteil, wenn zwei Signale unterschiedlicher Quellen in unterschiedlichem Umfang hinsichtlich der Kanalbalance korrigiert werden müssen.

Reicht das am Eingang 1 (Radio / Mikro / Überspielen) anliegende Quellsignal nicht für eine Vollaussteuerung aus, „so kann durch Drücken“ der Taste „Empfindlichkeit“ „eine zu geringe Ausgangsspannung der angeschlossenen Tonquelle zusätzlich verstärkt werden.“ (BDA). Ist die Verstärkung aktiv, wird dies mit Hilfe eines grünen Lämpchens an der Front angezeigt. Auf den zweiten Eingang wirkt der Verstärker nicht.
Die FONO FORUM beschreibt die Wirkung als „eine Spreizung des Regelbereichs … ohne Änderung der Eingangsimpedanzen“, die „eine feine Regelung innerhalb eines weiten Eingangsspannungsbereichs ermöglicht“.



Die Aussteuerung einer Aufnahme erfolgt Vorband mit Hilfe eines „vertikal angeordneten Doppelprofil-Instrument“, das einem Spitzenwert-Gleichrichter nachgeschaltet ist, und zumindest äußerlich ein hervorstechendes Charakteristikum des Uher repräsentiert, ihn quasi unverwechselbar macht. Denn im Gegensatz zu Recordern japanischer Herstellung, die hochkant stehende Instrumente verbaut hatten, von ITT oder Universum gab es beispielsweise solch ein Design, handelt es sich bei der Aussteuerungsanzeige des Uher nicht um ein Instrument mit einem klassischen Zeiger, der um einen Drehpunkt herum bewegt wird, sondern um eine Lösung mit waagerecht liegenden, im Ganzen hoch und runter springenden Zeigern.
Die Instrumente zeigen nahezu echte Spitzenwerte an“ (Fono Forum). Ihre Höhenanhebung beginnt bei 10 kHz bei +9 dB und reicht bis + 18 dB bei 16 kHz. Ihre Baßanhebung beginnt bei 40 Hz mit +9 dB, reicht über +12 dB bei 15 Hz bis +10 dB bei 5 Hz. Sie habe zur Folge, daß die Anzeige bei bassreichem Quellmaterial von den Tiefen dominiert werde, zum Beispiel bei Schallplatten mit Höhenschlag bereits Vollaussteuerung angezeigt werden, bevor das eigentliche Signal beginne. Zwischen den möglichen Bandmaterialien macht die Instrumentenentzerrung keinen Unterschied. „Die Höhenanhebung durch Dolby bei niedrigen Pegeln geht zusätzlich in die Anzeige ein“ (Fono Forum).
Die Ablesbarkeit des Instruments ist hervorragend. Insbesondere die Vergleichbarkeit der beiden Kanäle ist für ein analoges Aussteuerungsinstrument einmalig. Michael Wolff hält sie für die „bisher besten Aussteuerungsinstrumente bei Cassettenrecordern“. Die HiFi-STEREOPHONIE kritisierte allerdings die hohe Rücklaufzeit, die das Ausblenden nach Anzeige erschweren würde. Auch die FONO FORUM bestätigt: „Der Rücklauf ist stark bedämpft“. Zudem soll es im Hochtonbereich träger ansprechen, was die HiFi-STEREOPHONIE aus dem hohen Aussteuerungspegel für einen 2-kHz-Rechteckburst ableitete. „Deshalb wird bei Vollaussteuerung auch nur eine obere Eckfrequenz (-3 dB) von 5 kHz erreicht.

Wer aufnehmen will, der entscheide sich zunächst für eine geeignete Kassette. Chromdioxid- und Eisenoxidkassetten erkennen die Uher selbstständig, solange die Kassettengehäuse die entsprechenden Aussparungen aufweisen. Der CG 361 kennt zudem ein Programm für Ferrochrom-Kassetten, das mit Hilfe einer Drucktaste aktiviert werden kann.
Wer moderne Kassetten verwenden will, der sollte sie dem Uher nicht ohne vorherige Einmessung antun.

Die eigentliche Aufnahmevorbereitung erfolgt nach dem Druck, zuerst auf die „Pause“- und dann auf die „Aufnahme“-Taste. Ist „Aufnahme“ gedrückt, zeigt das Aussteuerungsinstrument den Vorband-Pegel an, nach dem die Aufnahme eingepegelt werden kann. Weder der CG 360 noch der CG 361 zeigt den Pegel einer Aufnahme bei Wiedergabe am Instrument an, so daß die Kontrolle der Aufnahme bezüglich der korrekten Aussteuerung ausschließlich per Gehör oder mit Hilfe eines extern angeschlossenen Gerätes mit abgeglichenen Aussteuerungsinstrumenten möglich ist. Beispielsweise ein Telefunken CN 750 könnte sich als nützlich erweisen (http://forum2.magnetofon.de/f2/showtopic.php?threadid=4058).
Die Aussteuerung erfolgt, wie üblich, bis zu einem Pegel von maximal 0 dB, wobei moderne Kassetten üblicherweise höher ausgesteuert werden können sollten, als zeitgenössische Exemplare.
Der Vortrieb wird durch gleichzeitiges Drücken der Tasten „Aufnahme“ und der Taste mit nach rechts gerichtetem Pfeil vorbereitet und mit Entriegeln der Pausenstellung durch Drücken der Taste „Pause“ begonnen. Natürlich kann eine Aufnahme auch ohne den Umweg über „Pause“ gestartet werden. Ein Schaltknacksen zum Aufnahmestart aus Stop oder Pause ist ausreichend leise, beim stoppen zu laut. Wird anstatt auf Stop zu drücken, einfach der Kassettenlift betätigt, wird kein Knacken aufgezeichnet. Der Start in Wiedergabe und Aufnahme erfolgt übrigens erfreulich jaulfrei.
Eine Aufnahme erfolgt dann, wenn – der heile Recorder – dies mit einer grünen Leuchtanzeige über der Pfeiltaste und gleichzeitig mit einer roten Leuchtanzeige über der Aufnahmetaste signalisiert. Glimmt ein Lämpchen nicht, dann nimmt der Recorder nicht auf, oder das Lämpchen ist kaputt.
Da die Uher nur in einer Richtung aufnehmen können, führt das gleichzeitige Drücken auf „Aufnahme“- und nach links gerichteter Pfeiltaste zu keinem produktiven Ergebnis.
Das Bandzählwerk läuft übrigens nur in Laufwerksfunktionen mit nach rechts gerichteter Pfeiltaste initiiertem Vortrieb mit. Wiedergabe in Rückrichtung interessiert das Zählwerk nicht. Das soll, so die Anleitung, dazu dienen, dem Uher-Bediener auf die aktuelle Laufrichtung hinzuweisen und daran zu erinnern, daß er, an die Wiedergabe anschließend, in dieser Richtung nicht aufnehmen kann.


Versionitis
Die Typen des Uher, die sich der Welt durch die abweichenden Einser-Zähler ihrer Bezeichnung unterscheidbar präsentieren, sind bekannt: CG 360, CG 361 und CG 362.



Das Basismodell der Reihe war das Tapedeck CG360, für das es die Option der Nachrüstung einer Platine W319 mit zwei Endstufen, mit einer Sinusleistung von jeweils 10 Watt (2x 15 Watt Musikleistung), gab. Dementsprechend zeigt der 360 einen Summen-Regler für die Lautstärke, einen Balance-Regler und je einen für Höhen und Tiefen auf seiner Front. Alle vier Regler wirken auch auf den Kopfhörer-Verstärker.

Die Modelle 361 und 362 bieten die Verstärker-Option nicht mehr. Bis 1977 soll der CG360 verfügbar gewesen sein, wurde in Deutschland zumindest noch im Uher HiFi-Programm von 1977 gezeigt, ist jedoch in der bei Wegavision hinterlegten Ausgabe für 1978/79 nicht mehr aufgeführt. Das Buch „Die Geschichte der Uher-Werke München nennt im Tabellenteil die Bauzeit von 1973 bis 1975 für das 360



Zum Teil parallel zum 360 scheint es den CG 361 gegeben zu haben, der zum Beispiel im HiFi Jahrbuch Nr.9 von 1978 vorgestellt wurde und im Uher-Prospket „HiFi-Totale“ vom März 1978 zu finden ist (Dank an Michael-Otto). Mit ihm wird der Uher Ferrochrom-tauglich und hat zudem die zusätzliche DNL-Rauschunterdrückung eingebaut. Anstatt der Regler für die Klangregelung und der Aufnahme-Korrektur sind beiden Eingängen nun ein Paar Kanal-Regler für die korrekte Aussteuerung zugeordnet. Gemäß eines internen Papiers des Uher-Entwicklungsleiters Rainer Liebrecht vom 16.05.1977 war zu diesem Zeitpunkt bereits die Entscheidung gefallen, „das CG 361 endgültig sterben zu lassen“. Im Uher-Buch ist das Gerät ausschließlich auf 1976 datiert.



Technische Änderungen an der Version CG 362 sind mir noch nicht bekannt. Von außen sichtbar ist, die automatische Bandsortenerkennung ist einem dreistufigen Schiebeschalter gewichen. Dem ist die Balance-Einstellung für den Kopfhörer-Ausgang zum Opfer gefallen. Dort, wo bislang der Drucktaster für die FeCr-Umschaltung gelegen war, läßt sich nun der MPX-Filter abschalten. Dessen Funktion wird durch eine grüne Lampe signalisiert, wofür der DNL-Indikator verschwunden ist.
Mein Gerät ist aus England importiert; ob die engisch-sprachige Beschriftung und die Tatsache, das mein CG362 über ein fest installiertes Netzkabel, anstatt über die bekannte Kaltgeräte-Buchse verfügt, damit in Zusammenhang steht, oder nun Standard war, ist mir noch nicht bekannt. Klärt mich auf!
Gemäß einer Referenzliste der Boston Audio Society sei er noch im Mai 1978 im Test der kanadischen AUDIO SCENE vorgestellt worden. Vintagecassette.com datiert ihn allerdings auf 1976, TAC und das Uher-Buch nennen 1977.

Innerhalb der Modellreihe CG 360 nennt die Sekundär-Literatur einige Modellpflege-Maßnahmen, die Uher als Reaktion auf Kritik der Test-Redaktionen angekündigt hatte oder die ich aus den Berichten herauslesen zu dürfen hoffe.
So bemerkte Michael Wolff im Rahmen eines Kassetten-Tests für die März-Ausgabe der FONO FORUM im Jahre 1976, im Duchgang mit Philips-Kassetten mit der neuen ffs-Kassettenmechnik hätten sich gleich mehrere Kassetten festgelaufen. „Genauere Untersuchungen mit den Firmen Philips und Uher förderten als Ursache für das Festlaufen eine konstruktive Eigenart im Hubmechanismus der Wickeldorne des CG 360 zutage, die im Zusammenspiel mit dem zwangsläufig größer als üblichen Bewegungsspielraum der Wickelkerne im ffs-Gehäuse zu Fehlern führen kann.“ Uher versprach, Änderungen „umgehend“ in die Serie einfließen zu lassen.
Schon im Test der HiFi-STEREOPHONIE wurde darauf hingewiesen, „der ungünstige Fremdspannungsabstand würde bei neueren Geräten verbessert
In Test der FONO FORUM war wiederum aufgefallen, der „Überspiel“-Anschluß weiche in seinen Werten von den Werksangaben ab, besäße eine sehr niedrige Eingangsimpedanz und einen zu geringen Rauschabstand. Das Magazin veröffentlichte eine Auskunft Uhers auf eine diesbezügliche Rückfrage, „die Konzeption des Eingangs soll jedoch derzeit überarbeitet werden.
Die FONO FORUM thematisiert in ihren Test des CG 360 von 1975 zudem mehrfach die Baßentzerrung von „1590 µs“ und kritisiert, die sei „zwar DIN-gerecht, aber sehr umstritten“. „Üblich“ seien 3180µs. Das HiFi-JAHRBUCH Nr. 8 von 1976 nennt als Baßentzerrung „3180µs“ für den CG 360.

Ob das im Test der HiFi-STEREOPHONIE beobachtete Phänomen, in Folge von Störimpulsen würde die TTL-Electronic selbstständig die Laufwerksfunktionen wechseln, behoben wurde, vermag ich nicht zu sagen. Tatsache ist jedoch, daß sich die Konstruktion und Abschirmung von Teilen der Elektronik in der Serie CG 361 geändert zu haben scheint.

Fortsezung folgt...
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

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Montag, 7. Juni 2010, 21:40

Testopherus.
Der Uher-Cassetten-Recorder CG 360 ist insgesamt in die nur kleine Gruppe der wirklich guten Recorder einzuordnen.“ fasste die HiFi-STEREOPHONIE ihren Testbericht zusammen.
Er erreichte im Vergleich aller zweiundzwanzig seit Anfang 1973 im Magazin getesteten Kassettengeräte, absolut gesehen, den vierten Platz, nach Tandberg TCD-310, BASF 8200 und Dual C901. „Der getriebene hohe Aufwand fände seinen Niederschlag weniger „in Komfort oder in Klangqualität als im besonderen Design des Gerätes.
Die FONO FORUM bescheinigte dem Uher, „am Klangbild der Aufnahmen gibt es kaum etwas auszusetzen.

Alle klanglich besser bewerteten Recorder waren deutlich günstiger zu haben gewesen, als der Uher. So ermittelte die STIFTUNG WARENTEST für ihren Vergleichstest für den in der Summe als „gut“ bewerteten Uher einen Straßenpreis von 1.650 Mark, während in der Ausgabe 2/75 der ebenfalls mit „gut“ bewertete Dual C901 für im Schnitt nur 998 Mark zu haben gewesen war.
Allerdings läßt sich aus den Gesamtergebnissen schon ablesen, der Mehrpreis hatte in ein „mehr“ investiert werden können. Neben einem „befriedigend“ für die Bedienung erreichte der Uher jeweils ein „gut“ für die mechanischen und elektroakustischen Eigenschften, sowie ein „sehr gut“ für die Ausstattung. Beispielsweise der Dual wurde hinsichtlich Ausstattung und der elektroakustischen Eigenschaften jeweils eine Kategorie niedriger bewertet.

So kam der Uher zu Referenz-Ehren. Die FONO FORUM setzte ihn in Ihren Kassetten-Tests (Typ II in 1975, Typ I in 1976) neben Telefunken MC3000 und Nakamichi 1000 ein. Michael Wolff stellte fest, es würden „die Ergebnisse auf allen drei Recordern innerhalb sehr kleiner Toleranzen überein … stimmen
Aus heutiger Sicht lustig scheint mir die Erfahrung, die der Tester mit der Eignung der Geräte gemacht hatte. So stellte die FONO FORUM schon im Test der Chromdioxid-Kassetten fest, der Nakamichi 1000 eigne sich nur bedingt, da er nur über eine Bandführung am Löschkopf verfüge, darüberhinaus der Dual Capstan-Antrieb für die gleichmäßige Bandspannung und besten Band-Kopf-Kontakt am Aufnahme- und Wiedergabekopf sorgen solle. Die FONO FORUM fand im Kassettentest, im Gegensatz zu dem ursprünglichen Test des Nakamichi, heraus, der reagiere durch seine Konstruktion sehr empfindlich auf Verarbeitungsfehler an den in das Kassettengehäuse integrierten Bandführungen und Umlenkrollen. Und solche Verarbeitungsmängel wären „sehr häufig zu beobachten“, was dazu führte, daß sich bei dem Nakamichi Pegelverluste ergaben, die bei dem Telefunken und dem Uher „kaum oder garnicht in Erscheinung traten
Im weiteren Testverlauf stellte die FONO FORUM fest, insbesondere bei Scotch-Kassetten leide der Telefunken unter Pegelschwankungen, die durch eine in dem Andruckfilz begründete unregelmäßige Bandführung hervorgerufen würde; der Andruck sei zu hoch. Bei Nakamichi und Uher träte das Problem nur in geringerem Maße auf.

Der Hörtest des Uher in der HIFI-STEREOPHONIE war ebenfalls „sehr positiv“ verlaufen, wurde lediglich durch eine schlechte Tonkopfjustage ab Werk beeinträchtigt. „Der Wiedergabefrequenzgang kann bei richtig justierten Köpfen ausgezeichnet sein, das gilt aber nur für eine Bandlaufrichtung. (…) Die Baßwiedergabe war besonders gut (…) für Cassettengeräte einmalig“. In dieser Disziplin schlug der Uher alle Kontrahenten. Allerdings störte ein zu hoher „Brumm“. Den bestätigte auch die FONO FORUM, die bemerkte, der nähme auch bei zurückgedrehtem Lautstärkeregler beim Abhören über Kopfhörer nicht ab.
Zum Thema Autoreverse wußte die FONO FORUM zu berichten, „bei Reverse-Wiedergabe wurden gehörmäßig geringfügige bis deutliche Höhenverluste festgestellt.“ Die Messtechnische Untersuchung hatte allerdings ergeben, der Grund für diese Verschlechterung lag weniger am Gerät, als in den mechanischen Eigenschaften der Kassetten begründet.

Für „das bisher aufwendigste Cassettengerät inländischer Produktion“ kam die FONO FORUM zu ähnlichen Ergebnissen: „Hinsichtlich Bedienungskomfort, Klangeindruck und fast allen technischen Eigenschaften konnten die geprüften Exemplare überzeugen
Die Kanaltrennung, die Aussteuerbarkeit im Baßbereich und, im geringeren Maße, auch in den Höhen, sollte aber verbessert werden, schrieb Michael Wolff dem Uher ins Stammbuch.
Die Eigenschaften des Laufwerks können insgesamt als gut bis sehr gut bezeichnet werden“. Der vom Hersteller angegebene Gleichlaufwert sei löblich untertrieben. „Die über Band gemessenen Frequenzgänge sind ausgezeichnet (auch mit guten Fe-Cassetten), der Baß ist nahezu völlig resonanzfrei – eine Seltenheit.“ Das bestätigte auch die HiFi-STEREOPHONIE: „es sind kein Baßabfall und keine Tonkopfspiegelresonanzen vorhanden.“.
Die Wiedergabefrequenzgänge hätten eine Höhenanhebung gezeigt, die bei einem der drei Testgeräte quasi auf eine Entzerrung von 120µs hinausgelaufen sei und von dem Tester als „nicht unvorteilhaft bezeichnet wurde (Fono Forum).
Der Baßbereich würde gemäß DIN mit 1590µs entzerrt. Dies sei normgerecht, aber umstritten, weil der Grund für die „auffallend schlechte Aussteuerbarkeit und Dynamik im Baßbereich.
Mit 0,5 dB über Bezugspegel sei die „bei definiertem Klirrgrad (3%) erzielte Bandmagnetisierung“ groß, was ein echtes Qualitätskriterium bei CrO²-Bändern darstelle. In diesem Aspekt hatte von den im Magazin bis dato getesteten Recordern nur Nakamichis Elac CD 400 bessere Werte erzielt. „Entsprechend gut sind die erreichbaren Geräuschabstände.
Die ab Werk hohe Vormagnetisierung würde für eine hohe Aussteuerbarkeit der Mitten sorgen, jedoch auch dafür, daß hinsichtlich jener der hohen Frequenzen Kompromisse geschlossen werden müssten. Beim CG 360 hätte das zur Folge, daß „dessen Höhenaussteuerbarkeit mit CrO² um etwa 2 dB kleiner als üblich“ sei.

Die Übersprechdämpfung zu der Gegenspur bezeichnete Michael Wolff als „ausreichend, im Baßbereich sind sie deutlich besser als beim vergleichbaren Dual C 901.“ Ungenügend zeigte sich die Stereo-Übersprechdämpfung („z.B. bei Wiedergabe von extremen Stereoprammen über Kopfhörer“) von knapp 20 dB.

Die optionale Endstufe überzeugte nicht wirklich, konnte im Test jedoch noch als HiFi-tauglich klassifiziert werden. Die gehörrichtige Frequenzgangkorrektur bezeichnete Karl Breh als „recht gut dimensioniert“, würde jedoch für die Wiedergabe mit einem HiFi-Kopfhörer (am MBK 600) zu spät linearisiert.


Unendliche Zahlenfolgen.
In ihrem Gesamtprogramm 1973/74 weist die Uher unter anderem auf die unterschiedliche Standardisierung von Meßwerten für einheimische und oftmals für importierte Geräte hin.
Eine kurze Tabelle macht die Unterschiede in der Wertung nach DIN und NAB deutlich:
Frequenzgang mit Cr-Kassetten (nach DIN / nach NAB): 25-14.000 Hz / 20-16.000 Hz
Geräuschspannungsabstand mit Cr-Kassetten (nach DIN / nach NAB): > 49 dB / > 57,5 dB
Tonhöhenschwankungen (nach DIN / nach NAB): < 0,2 % / < 0,14 %
Vor allem die Kritik ausländischer Hersteller an der DIN dürfte dazu geführt haben, daß die in der Norm ursprünglich definierten Mindestanforderungen aufgeweicht wurden. Nicht zufällig findet man im HiFi-Jahrbuch Nr. 8 von 1976 Angaben nach alter und neuer Norm.
(siehe auch: http://www.theimann.com/Analog/Misc_Tech/Mess_TB/index.html)


Technische Daten: (HiFi Jahrbuch Nr.7 und 8)
Bandzählwerk: 3stellig, mit Nullstelltaste und beleuchtetem Sichtfenster
Antriebsart: 3 Motorenlaufwerk, 1 Hysterese-Synchron-Motor zum Antrieb der gegenläufigen Schwungmassen, 2 eisenlose Gleichstrommotoren zum Aufwickeln und schnellen Umspulen
Kopfbestückung: 1 Löschkopf, 1 neuentwickelter Stereo-Tonkopf mit 4 Magnetsystemen
Eingänge: Mikrofon: <= 0,2 mV 100 mV/3,3 kOhm, Radio <= 2mV 600 mV/22 kOhm, Phono<= 300 mV 6V/1MOhm, Überspiel: <= 300mV 6V/10kOhm
Verstärkerausstattung: 26 Transistoren, 22 ICs, 37 Dioden
Rauschunterdrückung: Dolby B
Aussteuerungsanzeige: hochwertiges Drehspul-Doppelinstrument
Gesamtfrequenzgang (nach DIN 45500 Mai '71): 20-15.000 Hz (CrO²) bzw. 20-12.500 Hz (Fe)
Kubischer Klirrgrad (bei 333 Hz und Vollaussteuerung): <= 3%
Übersprechdämpfung (bei 1kHz im Stereobetrieb): >= 25 dB
Übersprechdämpfung (bei 1kHz im gegensinnigen Stereobetrieb): 60 dB
Ruhegeräuschspannungsabstand (Dynamik, bezogen auf Vollaussteuerung k3= 3% bei 333 Hz): 56 dB (CrO² mit Dolby), 53 dB (Fe mit Dolby)
Gleichlaufschwankungen (DIN 45507): <= +/- 0,2 %
maximale Abweichung der mittleren Geschwindigkeit: + 1,5%
Löschdämpfung (DIN 45510): >= 65 dB (CrO²), >= 70 dB (Fe)
Vormagnetisierungs- und Löschfrequenz: 100 kHz
Dämpfung einer Spur durch Löschung einer anderen: < 1dB

Zusätzliche/abweichende Angaben der Ausgabe Nr. 8
Bandentzerrung: 120/3180 (Fe) und 70/3180 (CrO²)
Eingänge: Mikrofon: 0,2mV / 3,3 kOhm, Radio: 2mV / 12,2 kOhm, Phono: 300 mV / 1000 kOhm, Überspiel-Eingang: 600 mV / 1200 kOhm
Ausgänge: DIN: 740 mV / 1,5 kOhm, Kopfhörer: 0,75 mV / 8 Ohm
Aussteuerungsanzeige: Spitzenwertanzeige mit dB-Skala
Fremdspannungsabstand (bezogen auf Vollaussteuerung): >= 49 dB, nach alter DIN >= 45 dB
Ruhegeräuschspannungsabstand (bezogen auf Vollaussteuerung): 65 dB, nach alter DIN >= 58 dB
Höhenaussteuerbarkeit: -10 dB


Abmessungen (BHT): 400 x 104 x 295 mm
Gewicht: 7 kg (ohne Endstufe)
Besonderheiten: Regalgerät, alle Funktionen von der Frontseite bedienbar. Abschaltbare integrierte Dolby-Schaltung. 7 Berührungstasten steuern über ein digitales Regel- und Überwachungssystem alle durch farbige Leuchtpunkte angezeigten Laufwerksfunktionen. 3-Motoren-Laufwerk. Programmschalter für drei vorwählbare Abspielarten, Auto-Reverse-Betrieb. Automatische AS-Tastvorrichtung für CrO2- und Fe-Cassetten mit Kontrollämpchen. Einsteckbare 2x 10 Watt Sinusleistung Endstufe. Aufnahme-Korrekturregler. Getrennte Anzeige durch Drehspul-Doppelinstrument. Fernbedienung aller Funktionen. Hohe Umspulgeschwindigkeit. Mischpult für getrennte Radio- und Phono-Eingänge. Getrennte Regler für Höhen und Tiefen.
Unverbindlicher, ungefährer Ladenpreis: 1600 Mark (HiFi-Jahrbuch Nr. 8), 1500 Mark (Fono Forum) + 200 Mark für Endstufenmodul W319 (Fono Forum), 1750 DM ohne Endstufe, mit Endstufe 1965 (HiFi-Stereophonie)

Meßwerte: (lt. Fono Forum für Testgerät 1 und 2)


Meßwerte: (lt. HiFi-Stereophonie)


Technische Daten CG 361: (lt. HiFi-Jahrbuch Nr. 9)
Bandzählwerk: 3-stellig mit beleuchtetem Sichtfenster
Abschaltautomaik bei Cassetten-Klemmern: ja, nach circa 1 Sekunde
Antriebsart: 3 Motoren-Laufwerk
Kopfbestückung: 1 Löschkopf, 1 Stereotonkopf mit 4 Magnetsystemen
Rauschunterdrückung: Dolby B, DNL (kombinierbar)
Bandsortenumschaltung: Automatische Umschaltung von Fe und Cr, Handumschaltung von Fe nach FeCr
Eingänge: Mikrofon: 0,2 mV / 3,3 kOhm, Radio: 2 mV / 22 kOhm, Reserve: 230 mV / 1000 kOhm
Ausgänge: DIN: 0 bis 0,755 V < 16 Ohm, Line: 0 bis 3,5 V / 0,0035 kOhm, Kopfhörer: 3,5 V / 33 Ohm
Aussteuerungsanzeige: Spitzenwert mit Tiefen- und Höhenwertung
Gesamtfrequenzgang: Fe: 30-14.000 Hz,CrO² 30 bis 15.000 Hz
Höhenaussteuerbarkeit: Fe: -13 dB, Cr: -9 dB
Übersprechdämpfung (bei 1kHz im Stereobetrieb): > 40 dB
Übersprechdämpfung (bei 1kHz im Gegensinnigen Stereobetrieb): > 60 dB
Ruhegeräuschspannungsabstand (bezogen auf Vollaussteuerung): Cr: 64 dB, FeCr: 68 dB (mit Dolby)
Gleichlaufschwankungen: +/- 0,16%
Maximale Abweichung der mittleren Geschwindigkeit: +/- 1,5%
Löschdämpfung: Cr: 70 dB
Vormagnetisierungs- und Löschfrequenz: ca. 100 kHz

Abmessungen: 400 x 104 x 295 mm
Gewicht: ca. 7 kg
ungefährer, unverbindlicher Ladenpreis: 529 Mark
Besonderheiten: Dolby NR-Schaltung in IC-Technik, zusätzlich DNL-Schaltung (auch mit Dolby zusammenschaltbar). 7 Berührungstasten steuern über ein digitales Steuer- und Überwachungssystem alle, durch Leuchtpunkte angezeigten Laufwerksfunktionen (alle Funktionen fernsteuerbar). 3-Motoren-Laufwerk: 1 Capstanmotor, 2 Motoren für Direktantrieb der Wickel und höchsten Umspulgeschwindigkeit. Auto-Reverse-Betrieb bei Wiedergabe, mit Programmwahlschalter für 3 vorwählbare Abspielarten. Mischpultbetrieb für Radio/Mikro- und Hochpegeleingänge. Aufzeichungsmöglichkeit für Impulse zur Schmalfilm- und Dia-Steuerung.

Bekannte Seriennummern:
CG 360 - 02502 (mit VS), 02129, 02258 (Fonoforum-Testgerät), 06037
CG 361 - 001199, 001936
CG 362 - 1662 02031

Zerlegifix komplettibus.
Mehrheitlich sind Cassette Decks auf einer, umso jünger, desto dünnwandigeren, Weißblech- oder Kunststoff-Wanne aufgebaut. Mit Hilfe von Winkeln ist eine Frontplatte davor geschraubt, ein Deckel wird von oben darüber gestülpt. Das Laufwerk ist an der Frontplatte befestigt, eine große Platine in der Wanne.



Der Uher ist ein klein wenig anders konzipiert: Nicht nur, daß die in diesem Recorders eingesetzten Materialstärken sämtlicher Bleche einer Bandmaschine Ehre gemacht hätten. Der Uher ist auch aus zwei vollkommen unabhhängigen Bauelementen zu einem gemeinsamen Skelett zusammengefügt. Linker Hand, hinter den Reglern und Schaltern, liegt der signalführende Teil, rechts, quasi beginnend mit dem Bandlängenzählwerk, hintereinander gelegen das Laufwerk, die Laufwerkssteuerung und das Netzteil.
Beide Bauteile sind durch eine Querwand voneinander abgeschirmt, zudem ist auch das Netzteil nochmal durch einen Metallkäfig von der Platine für die Laufwerkssteuerung getrennt. Ab dem Modell 361 gibt es noch weitere, massive Abschirmbleche innerhalb des Recorders.
Im Großen und Ganzen ist der Uher modular aufgebaut. Das Gros der Funktionen im signalführenden Teil ist auf steckbaren Tochterplatinen realisiert. Auch das optionale Verstärkerteil W319 des CG360 ist steckbar realisiert.
Doch auch das gesamte Gehäuse ist modular konzipiert.

Zwei Halbschalen, jede auf jeder Geräteseite mit zwei Schrauben verankert, verschließen den Recorder. Ab dem Modell 361 ist die untere Wann mit zwei zusätzlichen Schrauben von unten fixiert.
Nimmt man die Schalen ab, tritt ein sauber aufgeräumtes Inneres zu Tage, dessen Skelett in dieser Weise ziemlich einmalig in der Recorderwelt konzipiert sein dürfte. Ja, es gibt eine eigene Welt für Recorder!



Um diesen Aufbau näher betrachten und demontieren zu können, muß zunächst die Frontplatte abgenommen werden. Dafür werden die Schieberegler abgezogen und eine von der rechten Seite in den Hebel des Kassettenliftes eingelassene Madenschraube entfernt, so daß auch der Hebelknopf abgenommen werden kann.
Dann müssen, oben und unten, jeweils drei, gleichmäßig über die Breite des Recorders verteilt eingedrehte Schrauben, die von innen nach außen in die Frontschale des Uher geschraubt sind, herausgenommen werden, und die Schale läßt sich dann nach vorn abziehen.
Als nächstes sollte man dann auch die rechtsseitige Schiene entnehmen, in die die Muttern für die Verschraubungen der beiden Gehäuseschalen befestigt werden. Hierzu wird eine durch die Rückwand gedrehte Schraube entnommen und das Blech aus einer Nut in der Front herausgezogen.



Vor der weiteren Demontage sollten die steckbaren Tochterplatinen des signalführenden Teils des Uher demontiert werden. Dies vermeidet Bruch und ermöglicht den Zugang zu Gehäuseschrauben.
Zur Fixierung der Platinen nach oben, sicher auch als Abschirmung, ist hier über den Platinen ein profiliertes Blech eingesetzt, das zur Vorderseite des Recorders in eingesteckt, durch die Rückwand mit einer Schraube befestigt ist. Sämtliche Tocherterplatinen durchstoßen dieses Blech durch schmale Schlitze, so daß sie von ihm unbeweglich festgehalten werden und ihnen selbst harte Stöße nichts anhaben können.
Mit der Entnahme der Platinen beginnt man am besten an der Außenwand und arbeitet sich in Richtung Laufwerk vor. Wieder einsetzen tut man die Platinen in umgekehrter Reihenfolge. Was nicht bedeuten soll, daß man sie vertauschen sollte, sondern daß man innen anfängt und sich vom Laufwerk zur Außenwand vorarbeitet.

Abgebildet sind die Vorderseiten der Platinen von CG 360 (links) und CG 361 (rechts) mit jeweils gleicher Aufgabe.













Die Platinen sind von unterschiedlicher Breite und haben recht eindeutige Anschlußbuchsen, so daß man sie eigentlich kaum verwechseln kann; trotzdem macht es Sinn, sie zu markieren, damit der spätere Wieder-Einbau leichter fällt. Die Platinen sind zwischen den Typen 360 und 361 nicht austauschbar.



Der 361 besitzt zudem eine weitere Tochterplatine, die mit dem Mainboard mit einem anderen Stecksystem verbunden ist. Diese kann man wohl nur dann unfallfrei entnehmen, wenn man von der Unterseite des Uher die beiden Teile einer Plastik-Halterung zusammendrückt, die die Steckverbindung fixiert.


(Hier der CG 361)

Eine weitere offensichtliche Änderung besteht in einer zusätzlichen kleinen Platine, die auf zwei der zum Laufwerksteil gelegenen Tochterplatinen gesteckt und in einer Aussparung der Querwand fixiert ist. Hier ist vor allem der Wieder-Einbau fummelig. Wer diese Platinen-Kombination zuletzt einzustecken versucht, der versteht spätestens jetzt meinen Hinweis für die sinnvolle Reihenfolge der Montage.


(Hier CG 360)

Sind alle Platinen draußen – ja, mit der Wieder-Montage beginnt man nicht notwendig unmittelbar nach dem Ausbau der Platinen – werden zwei Schrauben sichtbar, die von innen durch die Querwand in Richtung des Laufwerksteils eingedreht sind. Löst man diese, und löst man zudem zwei Schrauben, die von außen durch die Rückwand des Uher in diese Querwand geschraubt sind – es liegen vier Stück davon nahezu übereinander, für diesen Montageabschnitt werden die inneren Schrauben entfernt – und entfernt man die in die Hauptplatine gesteckten Kabelverbinder – Achtung: Bei den an der Rückwand geführten zweipoligen Kabel unbedingt die Polung notieren! - dann läßt sich der Recorder in zwei selbstständig tragende Elemente auseinandernehmen.



Bei dem signalführenden Teil ist die Basis ein Rahmen aus profilierten Blechen mit rechteckiger Grundform, in den die Hauptplatine eingespannt ist, der andere Teil basiert auf einem waagerecht liegenden, profilierten Blech, auf das Laufwerk, Laufwerkssteuerung und Netzteil aufgeschraubt sind.
Dieser Blechköper besteht aus zwei Teilen die sich ebenfalls auseinandernehmen lassen, so daß letztlich Laufwerk und Netzteil über eigene Trägerkörper verfügen.



Die Demontage der Einheit für Laufwerk und Netzteil geht ebenfalls recht einfach von der Hand. Dabei ist das Abschirmblech über dem Netzteil von zwei Schrauben gehalten, die die Grundplatte von unten durchstoßen, und muß die schwarze Rückwand, durch die ein Anschlußstück der Platine geführt ist, von hinten abgeschraubt werden.



Das Platinenpaar, die größere längs der Grundplatte, die andere fast mittig im Rechten Winkel auf die Größere aufgesetzt, sind durch insgesamt sechs Schrauben gehalten: Zwei von unten, zwei durch die größere Platine und zwei in einen Gehäusebefestigungswinkel, der die größere Platine durchstößt und abgenommen werden will, damit die Platine bewegt werden kann. Zudem durchstößt die querliegende Platine die Trägerplatte und ist mit einer hakenförmig ausgeformten Nase dort verankert.



Bei der Demontage ist darauf zu achten, daß die beiden isolierenden Unterleger, die zwischen der großen Platine und ihrem Trägerwinkel sitzen, nicht verloren gehen und später unbedingt wieder eingebaut werden. Die Schraubenköpfe kommen hingegen direkt auf dem Platinenmaterial zu liegen.



Die elektrischen Anschlüsse sind allesamt gesteckt ausgeführt, so daß auch dieses Bauteil, ohne Lötarbeit, komplett demontiert werden kann.



Der Laufwerksblock.
Der Block ist eigentlich kein Block, sondern in der Basis eine Aluminiumplatte mit abgekanteten Seiten. Es ergeben sich Abmessungen von, von vorn gesehen, 130 x 160mm (BxT) bei einer Materialstärke von einem Millimeter.
Mit der Trägerplatte des Netzteils ist die Laufwerks-Trägerplatte rechtsseitig mit einer Kreuzschlitzschraube und linksseitig mit Hilfe zweier Kreuzschlitzschrauben durch die längsstehende Platine verschraubt. An ihrer rückwärtigen Schmalseite liegt sie auf einem Stehblech der Trägerplatte des Netzteils auf.



Ein Tonmotor und zwei massearme weil eisenlose Wickelmotore (9904 120 10903 W01 442) sind unter die Platte gehängt, deren Achsen das Metall durchstoßen. An der Oberseite sind der Pulley des Tonwellenmotors und die beiden direkt getriebenen Wickeldorne sichtbar, außerdem, zentral eine Lagerpfanne für eine der Schwungmassen und vor dem vorderen Bandwickel das Zählwerk, das mit jenem vorderen Wickel durch einen 1mm-Vierkantriemen von ca. 80mm Rundlänge verbunden ist.
Ein großes Relais ist in Längsrichtung an der hinteren Kante befestigt, dessen Hubstange an der rechten Seite der Trägerplatte nach vorne ragt und in einen auf der Platte verankerten Schieber mündet.



Dieser Schieber läuft flächig auf der Grundplatte und sollte sicherlich regelmäßig gefettet werden. Überhaupt ist die Platte bei den mir bekannten Geräten von einem leichten Ölfilm bedeckt, der im Laufe der Jahre doch einigen Schmutz angezogen hat, welcher meiner Ansicht nach vom Konstrukteur des Laufwerks nicht als Funktionsbedingung eingeplant war.
Rechts auf der Kante der Trägerplatte sind außerdem zwei Pakete Kontaktbleche untergebracht, die, wenn man das Laufwerk schon einmal in der Hand hat, darauf geprüft werden sollten, daß sie nicht verbogen sind und damit Dauerkontakt herstellen. Wäre nicht der Sinn dieser Schaltlippen, die erst bei eingeführter und abgesenkter Kassette schließen sollen, und zum Beispiel für das Starten des Tonwellenmotors unabdingbar sind.



Eine zweite Ebene des Blocks besteht aus einer weiteren, kleineren Platte, die auf vier Bolzen ruht, die die Trägerplatte durchstoßen und von unten mit Sechskantmuttern (Größe 5) verschraubt sein sollen. Unterlegscheiben oder Siegellack habe ich hier nicht gesehen.
Auch diese Platte wird von Achsen durchstoßen, an denen unter der Platte die beiden Schwungmassen hängen. Für die vordere der beiden Schwungmassen ist an der Unterseite der Platte ein Winkel befestigt, in dem eine Lagerpfanne eingebettet ist. Die hintere Schwungmasse ist nur lose eingesteckt und findet nach dem Zusammenbau in der in die Grundplatte eingesetzten Lagerpfanne halt.
Um die Vordere der beiden Schwungmassen ist ein 4mm-Flachriemen von etwa 294mm Rundlänge geschlungen, der beidseitig eines Stehbleches, links an der hinteren Schwungmasse vorbei geführt und wiederum um den aus der Grundplatte wachsenden Pulley des Tonmotors geschlungen wird. Die eigenwillige Führung des Riemens sorgt dafür, daß später die beiden Schwungmassen gegenläufig drehen, damit die Capstanachsen gegenläufig drehen können. Schließlich ist der Uher ein Autoreverse-Gerät!
Auf der Oberseite der Trägerplatte der zweiten Ebene ist, links von der Mitte, der Tonkopfschlitten befestigt, der von einem auf diese Platte mittig quer liegenden Schieber bewegt werden kann. Links neben dem Tonkopfschlitten liegen hintereinander zwei weitere Relais, die über einen Klappwinkel mit jeweils einer Schubstange verbunden sind. Kopfträger und Relais sind durch eine dicke, gewinkelte Aluleiste gegeneinander abgeschirmt.
Die vor den Relais angebrachten Klappwinkel bewegen gleichzeitig einen Federstangen-Mechanismus, der die dem jeweiligen Relais zugeordnete Andruckrolle in Betriebsposition schiebt.
Die Schubstangen der beiden Relais führen an den einander gegenüberliegenden Schmalseiten dieser Trägerplatte entlang und kreuzen einander an der rechten Seite der Platte, enden jeweils an einem Blechwinkel, welche über die Platte hinaus in Richtung zu ihrer Mitte hin ragen und durch die Schubstangen in eine nickende Bewegung versetzt werden können.
Sinn dieser Aktion ist die Tatsache, das die Nickbleche über je einem Loch in der Platte, das die Wickeldorne durchstoßen, in eine halbkreisförmige, im Ergebnis zangenartige Aussparung enden, die eben die Wickeldorne umfaßt. Zieht das vordere Relais an, greift der hintere „Zangen“-Kopf an den dort gelegenen Wickeldorn und kuppelt ihn aus. Zieht das hintere Relais an, greift der vordere „Zangen“-Kopf an den dort gelegenen Wickeldorn und kuppelt den aus. Auf diese Weise wird sichergestellt, daß der abwickelnde Dorn garantiert nicht angetrieben ist.
Zwischen den beiden Löchern für die Wickeldorne ist auf der Platte ein kleines Lämpchen untergebracht, das für die „Kassettenfachbeleuchtung“ sorgt.
Um die mittlere Ebene des Laufwerksblocks auf der Trägerplatte zu befestigen, muß zunächst der Kolben des Relais der Grundplatte herausgezogen, dann die Platte so aufgesetzt werden, daß die vier Füßchen die Grundplatte durchstoßen, damit sie mit Hilfe der genannten Muttern festgeschraubt werden können. Hat man den Kolben nicht vorher ausgezogen, läßt sich die Platte zwar montieren, sind die vorgesehenen Funktionen hinterher aber nicht gegeben.



Die dritte Ebene des Laufwerksblocks besteht aus dem Kassettenlift. Dieser ist linksseitig an einem aufrecht stehendem Winkelblech aufgehängt, das von rechts und mit Hilfe zweier Kreuzschlitzschrauben an der Grundplatte befestigt wird. Zusätzlich sorgen zwei Nasen an dem Winkelblech, die in dafür vorgesehene Löcher in der abgekanteten rechten Seite der Trägerplatte eingreifen, dafür, daß sich das Winkelblech nicht verdrehen kann.
Der Mechanismus funktioniert in zwei Ebenen und ist durch sich aufeinander verschiebenden Bleche ausgeführt, die, wie jeder Blechschieber, hin und wieder ein wenig Schmierung vertragen können, vorher aber von dem sich im Schmierfilm festgesetzten Dreck befreit werden sollten.
Die Kassette wird waagerecht, mit offenem Bandlauf nach links, längs in den Lift eingeschoben und bis zur Rastung hineingedrückt. Der Lifthebel senkt sich selbstständig in die waagerechte Mittelpositiion. Wird er jetzt nach unten gedrückt, senkt sich der Lift und die Kassette wird in die beiden Haltedorne, die beiden Capstanachsen und die beiden Wickeldorne eingeführt. Gleichzeitig wird der Tonkopfträger, ohne Relais- oder Motorunterstützung, also rein durch Fingerkraft, sanft aber bestimmt, an die Kassette zu seiner Betriebsposition angefahren.
Wird der Hebel von Hand wieder nach oben gedrückt, fährt der Tonkopfschlitten zunächst wieder in die Ruheposition, wird die Kassette wieder nach oben gehoben und dann durch einen Federmechanismus ausgeworfen.
Um die Hebemechanik erfolgreich auf die Grundplate aufsetzen zu können, muß erstens der Lift nach oben gefahren und zweitens der Kolben des Relais auf der Grundplatte eingefahren sein. War er das nicht, kann der Lift später nicht in Betriebsposition abgesenkt werden. Beim Aufsetzen des Lifts auf die Grundplatte ist darauf zu achten, daß ein aus der Platte wachsender Zentrierstift eine Öse an der Unterseite des Kassettenkorbes durchstößt. Der Lift ist mit einem Scharnier zu seinem Haltesteg beweglich gelagert, was den Einbau in die Führung erheblich erleichtert.

Um den Laufwerksblock, der ja eigentlich gar kein Block ist, zu komplettieren, ist noch etwas Zierrat von Nöten. Eine Längswand aus Kunststoff wird, wie eine Brücke, mittig über die Tonkopfe gesetzt und mit der Trägerplatte der zweiten Ebene von oben verschraubt. Sie dient vor allem dem Schutz der Tonköpfe. Mit den beiden Schrauben, die diese Wand halten, werden gleichzeitig je ein kleines Federblech befestigt, die die Schubstangen der zweiten Ebene führen helfen.
An der vorderen oberen Ecke dieser Längswand läßt sich die dünne, linksseitige Blechhalterung der Kassettenfachklappe befestigen, die rechtsseitig in eine Öse eines dünnen Metalldrahtes gesteckt wird, der an der vorderen, oberen Ecke des Blechwinkels befestigt ist, der das Hebewerk hält.

Auf den ersten Blick erinnert der Mechanismus des Uher sicherlich dem eines Autorecorders. Allerdings dürfte er etwas komplexer sein, als die der meisten mobilen Geräte.
Für mich als Laien fast schon verwunderlich, daß dieser Teil der Mechanik der Uher bisher bei jedem Gerät, das mir unter gekommen ist, klaglos funktioniert hatte. Und das, obwohl doch einige Bauteile, so zum Beispiel der Auswurf für die Kassette, im Auge des unerfahrenen Betrachters eher als von dürftiger Materialstärke wirken.
Klasse, Uher!


Praktische Erwägung.
Die Ergonomie des Recorders ist von hoher Qualität. Selbst die FONO FORUM bestätigt, „der große Aufwand bei der Laufwerksteuerung hat sich durchaus gelohnt. Die durch leichtgängige Tipptasten auslösbaren Funktionen sind sicher gegeneinander verriegelt, der Cassettenlauf ist sehr gut abgesichert, Fehlbedienungen sind unmöglich, Start und Stop erfolgen völlig jaulfrei. Der Mechanismus zum Einlegen und Auswerfen der Cassette ist praktisch und problemlos.

Der Uher ermöglicht es seinem Bediener, bespielte Cassetten mit hohem Komfort abzuspielen, sowie eigene Produktionen, mit Hilfe des eingebauten Mischpults sogar aus unterschiedlichen Quellen, zu erstellen.
Zweifellos ist der Uher für den ambitionierten Tonamateur gedacht, der ihn neben oder als Nachfolger einer Bandmaschiene benutzt, sein eigenes Musikprogramm zusammenzustellen.

Wem aus heutiger Sicht technische Eigenarten des CG 360 verwundern, der sollte nicht vergessen, die ursprünglich gewählte Bass-Entzerrung entsprach dem Standard. Die nicht abschaltbare MPX-Filterung war in Anbetracht der Übertragungsbandbreite von zeitgenössischem Cassettenmaterial, die üblicherweise bei 12500 Hz endete, angemessen, verhinderte sie doch, daß man das Einlegen des Filters bei Radioaufnahmen vergaß.
Sogenannte Sandwich-Köpfe waren noch nicht erfunden, getrennte Köpfe im Standard der Compact Cassette nicht vorgesehen. Die Nakamichi-Lösung für diese Frage basierte auf einem Dual-Capstan-Antrieb, der sich kaum sinnvoll mit einer Autoreverse-Funktion hätte kombinieren lassen.
Der Uher macht deutlich, die Kassette war nicht als Instrument zum Erreichen bester Qualität, sondern höchsten Komfort gedacht. Wer Qualität wollte, der sollte eine Spulen-Bandmaschine kaufen. Tatsächlich dürften die Zielgruppen unterschiedliche gewesen sein. Insofern ist es nachvollziehbar, wenn ein Cassette Recorder von Uher nicht mit qualitätsverbessernden, doch eher komplizierten Ausstattungsdetails, wie Einmessvorrichtungen, ausgestattet wurde, die das Unternehmen, wie alle anderen seiner Zielgruppe auch, nicht einmal bei den Bandmaschinen eingebaut hatten.
Ist der Uher somit aus heutiger Sicht denn alltagstauglich?



Es ist zweifellos ein Problem ein fünfunddreißig Jahre altes Gerät nach heutigen Kriterien einem „Hörtest“ zu unterziehen.
Unfair? Im Kontext der Entwicklung der Achtziger Jahre vielleicht, aber gegenüber heutigen Standards sicher nicht mehr. Thomas Steinfeld schrieb am 18.05.2007 für die Süddeutsche in seinem Artikel „Hülle des Wohlklangs“ „In weit größerem Maße, als man annehmen möchte, ist in den vergangenen Jahren der Abstand zwischen dem originalen Klang der Stimmen und Instrumente und dem Klang, der von Musikanlagen hervorgebracht wird, gewachsen.“ Sei die „Verfremdung des ursprünglichen Klangs durch die Speicherung in früheren Zeiten Resultat Technischer Probleme gewesen, so sei sie heute in Kauf genommen und für den Verbraucher alternativlos, weil sie schon bei der Produktion des Quallmaterials beginne.
Man „beraubt die Vorlage in der Regel ganzer Frequenzbereiche. Es lässt die Bässe oft hohl und plump erscheinen, der Diskant hat dann den Reiz von raschelndem Papier, der gesamte Klang ist aufdringlich und oberflächlich. Doch kaum einer scheint diese Verluste zu bemerken - im Gegenteil: Es gibt Werke der populären Musik, die schon auf CD so klingen, als hätte jemand sie privat auf einen iPod kopiert. (…) Und die Differenz wird nicht mehr bemerkt, weil auch die Musik, die aus dem Radio kommt, nicht mehr anders klingt - ja, nicht einmal der Vergleich mit der klassischen Musik im Rundfunk bringt hier einen erkennbaren Unterschied hervor, weil auch diese oft längst mit Kompressoren bearbeitet und in ihrer Dynamik reduziert wird.
Sind also seine Technischen Beschränkungen angesichts des möglichen Quellmaterials für einen Uher CG 360 überhaupt noch von Belang?

Wer industriell vorbespielte Kassetten auf einem Uher abspielen will, der wird feststellen, daß deren Qualität nicht ausreichen wird, den Uher klanglich in Bedrängnis zu bringen. Zumal auch das Kassettenmaterial ja kein neues mehr, also auch schon gebraucht sein dürfte.
Radioübertragungen enden, damals wie heute, innerhalb eines Frequenzbereichs, den der Uher beherrscht. Die beschriebenen Manipulationen der Sender an dem Quellmaterial, für die Optimierung des Klanges zum Zwecke der Wiedergabe im Auto oder über Ohrstöpsel, ist eminenter, als es Beschränkungen fünfunddreißig Jahre alter Technik sein könnten.

Wer den Uher an aktuellem Kassettenmaterial für die Speicherung von Schallplatten ausprobieren will, der stößt an Grenzen. Hier trifft die Aussage der HiFi-STEREOPHONIE, die Kassettentechnik sei noch nicht in der Lage gewesen die Qualität einer Schallplatte nachzubilden, zu. Trotz aller Verbesserungen in der Serie.
Wer allerdings seine Schallplatten nicht neu kauft und auch keine Plattenwaschmaschine besitzt, wer weniger in HiFi-Lautstärke hört und seine Boxen nicht optimal aufgestellt hat, den werden eventuelle Eisnchränkungen des Uher gegenüber „moderneren“ Recordern nicht unbedingt stören. Der freut sich vielleicht eher, ein ganz besonderes Kassettengerät sein Eigen nennen zu dürfen, das, wenn auch wenig prominent, doch zu den ganz wenigen Recordern europäischer Produktion gehörte, die nicht nur als Interpretation längst vorhandenem verstanden werden dürfen.


Wieso, weshalb, warum?
Im Jahre 1949 hatte Wolfgang Freiherr von Hornstein die Geschäftsführung einer Uher mit 65 Mann Belegschaft übernommen. Stellte man sich noch 1957 auf eine Jahresproduktion von 10.000 Tonbandgeräten ein, so wurden daraus bald 80.000 Stück verschiedener Modelle. „1960 wurden zehn Millionen und 1965 schon 38 Millionen Mark umgesetzt.“ (Die Zeit). DER SPIEGEL berichtete von 48 Millionen Mark Umsatz im Jahre 1966.
Uher hatte weltweit Erfolg, vor allem die 1961 eingeführte Report trug zum sprunghaften Wachstum der Firma bei: Eine Uher Report umkreiste mit der „Gemini“-Kapsel die Welt. „1500 Report laufen in britischen, kanadischen und US-Rundfunkstudios. Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach, das amerikanische Bundeskriminalamt FBI, Filmheld James Bond und der SPIEGEL benutzen den Report. Als Präsident Kennedy Westdeutschland besuchte, führte sein Gefolge zehn Geräte mit.“ (Der Spiegel, 13.3.67).
Bis 1967 hatte Uher etwa 135.000 Report verkauft und beschäftigte in sechs Betrieben etwa eintausend Menschen. Freiherr von Hornstein und der junge Graf Hans Veit von Toerring-Jettenbach entschieden, auf hemmungsloses Wachstum zu setzen. „Von 1968 bis 1970 (…) wurde der Umsatz, der seit 1966 bei rund 50 Millionen Mark stagniert hatte, auf 102 Millionen Mark verdoppelt. Die Jahresproduktion kletterte auf 180 000 Geräte, die Belegschaft wuchs auf über 1500 Personen“ (Die Zeit vom 23.06.72).

Das Uher CG 360 dürfte in der Phase ungehemmten Wachstums konzipiert worden sein. Als es dann auf dem Markt war, sah die Situation Uhers anders aus. Die Organisation der Uher KG war kaum in der Lage, die anfallenden Verwaltungsaufgaben zu erfüllen und gleichzeitig wurde die Gewinnspanne immer kleiner, die Konkurrenz aus Billiglohnländern immer größer..
Anfang der Siebziger Jahre begann man bei Uher nach einem Investor zu suchen. Die Familie von Toerring-Jettenbach hatte insgesamt etwa 15 Millionen Mark in Uher investiert, war aber nicht bereit, ihre finanzielle Substanz anzugreifen, schien dagegen interessiert, Uher abzugeben. Weitere 15 Millionen Mark würde das Unternehmen benötigen, so von Hornbach, um bis 1980 auf einer soliden, finanziellen Basis stehen zu können. Insgesamt müsste ein Investor, so DIE ZEIT, zwischen 35 und 40 Millionen Mark für Uher ausgeben.
Während das bayrische Wirtschaftsministerium über Staatshilfen nachdachte, verhandelte von Hornstein mit japanischen, sogar russischen Investoren.

Doch es kam anders. Schon im Herbst 1972 mußte von Hornstein Uher „wegen Unregelmäßigkeiten“, so von Toerring-Jettenbach, wegen „Rechenfehler“, so von Hornstein, verlassen. Graf Hans Veit zu Toerring-Jettenbach übernahm selber die Geschäftsführung und holte sich das frühere Vorstandsmitglied von BMW und Audi/NSU/Auto Union Friedrich W. Pollmann als neuen Manager ins Haus. „Daran sehen Sie, daß an einen Verkauf im Augenblick nicht zu denken ist." zitiert DIE ZEIT (Wirtschaftswoche, 5. Januar 1973) den neuen Chef des Hauses.
"Der Vertrag zwischen Uher und den Hornstein gehörenden Süddeutschen Mechanischen Werkstätten" bleibt " bestehen. Bei diesem Unternehmen, das die gesamte Entwicklung für Uher durchführt, liegen auch wesentliche Patentrechte für Uher-Geräte." (Funkschau 22/72)

Bereits am 31.10.1974 wurde Uher „in akuter finanzieller Notlage“ verkauft. Der Diktiergeräte-Fabrikant (Assmann), Bundespost-Lieferant und Inhaber eines Handelsbetriebs für Spezialwerkzeuge, Rüdiger Hoessrich aus Oberursel, hatte Uher über eine schweizer Tochterfirma erworben und versprach, 10 Millionen Mark für Investitionen bereit zu stellen.
Nur dreizehn Tage später wollte er jedoch von dem Vertrag zurücktreten, kündigte seine Geschäftsführer-Position und zog bereits gezahlte 1,5 Millionen Mark wieder ab. Daraufhin kündigten die Banken „dem „herrenlosen" Unternehmen die Kreditlinien, sperrten die Konten und verfügten die Offenlegung und Abtretung der Kundenforderungen.“ (Die Zeit, 29.11.74)
Bayerns Wirtschaftsminister Anton Jaumann berief daraufhin Freiherr von Hornstein als Notgeschäftsführer und führte die Verhandlungen mit Rüdiger Hoessrich, auf den er sich, nach Absagen von unter anderem auch Grundig und Siemens, als „Lösung“ für Uher festgelegt hatte, um nicht mehr als die bereits angekündigten Entlassungen von 500 Beschäftigten zu riskieren.
Im Ergebnis der Verhandlungen erhöhten die Banken ihre Kreditlinie und stellte der bayrische Staat eine Bürgschaft bereit. „Statt der ursprünglichen 18 Millionen Mark steht ihm nun ein Finanzierungsrahmen von 30 Millionen Mark zur Verfügung." fasste Jaumann die Ergebnisse der Verhandlungen im November 1974 zusammen.

Lustig in dem Zusammenhang die Berufung des ehemaligen Geschäftsführers Wolfgang von Hornstein durch Jaumann.
Von Hornstein hatte nämlich nach seiner Entlassung bei Uher in den Stallungen seines Gutes in Münsing am Starnberger See begonnen, mit 30 Mitarbeitern Tonköpfe zu fertigen, und die vor allem an Uher zu verkaufen. Nach der Übernahme Uhers durch Rüdiger Hoessrich endete diese Geschäftsbeziehung und es bleiben nur wenig zukunftsträchtige Lieferaufträge von Firmen aus der Tonfilmprojektor-Branche (Agfa, Noris).
Umso genauer schien von Hornstein seinen ehemaligen Arbeitgeber zu beobachten, soll regelmäßig von Mitarbeitern und Betriebsrats-Mitgliedern informiert worden sein, die der neuen Geschäftsleitung mit Zweifeln begegneten. Schließlich hatte der neue Eigentümer schon bei der Unterzeichnung des neuen Kaufvertrages verkündet, „das Programm … stärker in Richtung Kassettengeräte ausbauen“ zu wollen, anstatt weiter auf die bislang erfolgreichen Bandgeräte zu setzen (Die Zeit). Eine Chance für den CG 360?

Als neuen Schwerpunkt hatte Hoessrich zudem ein mobiles Datenerfassungssystem ausgerufen, an dem „ein Dutzend Leute in einer besonderen Entwicklungs-Abteilung“ bis 1977 1,5 Millionen Mark verforschen sollten.
Das Problem des Datalog 2000 genannten Recorders war der Riemenantrieb seiner Basis Uher CR 210, der schon bei Temperaturen unterhalb von 10°C keinen zuverlässigen Gleichlauf mehr geboten haben soll. Damit war er jedoch für die geplanten, anspruchsvollen Anwendungen, etwa die Aufnahme von Lagerbeständen oder Meßdaten für Energieversorgungsunternehmen, oder den Einsatz als Fahrtenschreiber in LKWs, ungeeignet. Gleichzeitig sperrte sich das Uher-Management gegen die Entwicklung eines komplett neuen Laufwerks, denn es war geplant gewesen, durch die gemeinsame Fabrikation von HiFi- und Datalog-Recorder erheblich Kosten einzusparen.

Anfang Mai 1977 gelang es von Hornstein, eine Reihe von bei Uher für die Entwicklung von Datalog eingesetzten Ingenieure und Techniker zu motivieren „auf jeden Fall mal bei ihm vorbeizuschauen“.
Den Mechanik-Konstrukteur Frieske und den Elektronik-Fachmann Wolfgang Kanis aus der Datalog-Gruppe nahm er „formlos“ unter Vertrag, wobei Zahlungen nur per Barscheck und als „Kredit“ an die neuen Mitarbeiter flossen, und erhielt von ihnen als Gegenleistung, trotz Strafermittlungsverfahren wegen Industriespionage, ein „Datenlaufwerk mit Direktantrieb, das nicht mehr die Fehler der Uher-Konstruktion aufweist und daher auch nicht als Nachbau verfolgt werden “ konnte, entwickelt.
Uher gab den Zweig Datentechnik auf.

Kiritiserit man den Uher CG 360, ihm fehle eine Trennung des Tonkopfsystems in Aufnahme- und Wiedergabekopf, ihm fehle eine von außen zugängliche BIAS- und Pegel-Kalibrierung und auch die Möglichkeit, zumindest den Wiedergabepegel am Aussteuerungsinstrument zu kontrollieren, dann ignoriert man die außerordentlich schwierigen Rahmenbedingungen, in den der Hersteller des Recorder während der Produktionszeit steckte. Nicht nur selbstgemachte Probleme, sondern auch ein stetig steigendes Lohnniveau bei ebenso stetig steigendem Konkurrenzdruck einer japanischen Wirtschaft, die den Angriff auf die westlichen Märkte generalstabsmäßig geplant und durchgeführt hatte, verhinderten große Investitionen in die Weiterentwicklung des Recorders.
Wer über diese Kritikpunkte etwas genauer nachdenkt, dem fällt auch bald auf, zumindest der CG360 stammt aus einer Entwicklung der frühen Siebziger Jahre, als nur Nakamichis Tri Tracer überhaupt über getrennte Tonkopfsysteme verfügten, und das zu diesem Zeitpunkt in eher unzulänglicher Ausformung.

Wer also die 360 im Kontext der Technischen Möglichkeiten ihrer Zeit und der Entwicklungen der Firma Uher betrachtet und außer Acht läßt, welcher Wunsch nicht erfüllbar war, der findet in dem „Kleinen Schwarzen“ einen überaus interessanten, hochwertigen und wertigen Recorder vor.

Die Produktion des CG 360 lief 1977 ebenfalls aus.
Ab 1978 zeigte Uher dann plötzlich ein komplettes HiFi-Programm. Die Funkschau schrieb dazu in Ihrer Vorstellung vom 21.10.1977: „Immer mehr entwickelt sich Uher auch zur Vertriebsfirma für nicht in Deutschland hergestellte Geräte. …" Es heißt, Hitachi sei der erste Premium-Partner von Uher gewesen. Firmen wie Sanyo, ALPS und Denon kamen dazu.



Im Prospekt von 1978 finden sich auch so etwas wie die Nachfolger der CG360. Neben den konventionell gestalteten CG310 und CG340 waren die Modelle 330 und 350 wieder mit einem Cassettenschacht im Stile der klassischen Uher ausgerüstet, besaß der CG350 sogar das Sichtfenster auf dem oberen Deckel. Damit erschöpfen sich jedoch die Gemeinsamkeiten der japanischen Auftragsarbeiten für die Münchner.


Foto, Film und Uher.
Die Münchner Uher & Co. war ursprünglich von dem ungarischen Konstrukteur Edmund Uher (1892-1989) gegründet worden. Sein erster Kommanditist war die Augsburger MAN. Ziel des Unternehmens war die Entwicklung und Herstellung von Photosatz-Maschinen nach dem Uhertype-Verfahren.

Edmund Uher hatte schon als Heranwachsender eine erste Erfindung gemacht: einen Doppelvergaser, mit dessen Hilfe Luftschiff-Motoren nicht nur ihren ausgewiesenen Treibstoff, sondern auch das Wasserstoffgemisch verbrennen können sollten, mit dem Luftschiffe, vor der Einführung von Helium, in die Lage versetzt worden waren, zu schweben.
Ein Anwalt hatte seinem Vater jedoch abgeraten, den Patentantrag zu finanzieren. Nur wenige Monate später erhielt Renault ein Patent für ein ähnliches Verfahren.

Edmund Uhers Vater war nicht nur Besitzers des wohl modernsten und schönsten Fotostudios, sondern betrieb auch das sechst-größte Fotolabor in Budapest.
Bei einem Aufenthalt in Berlin hatte Uher Senior die deutsche Filmindustrie studiert und beschäftigte sich nach seiner Rückkehr nicht nur mit der Verarbeitung von Filmen ungarischer Kinoproduzenten, sondern stellte auch die ungarischen Untertitel für ausländischer Filme her.
Heute würde man das Uher Filmgyár laboratóriumára wohl „Kopierwerk“ nennen. Lajta Andor berichtet in dem ersten Teil eines Artikels „A magyar filmlaboratóriumok története“ über die Geschichte des ungarischen Films, daß Uher bis zu fünftausend Meter Film am Tag verarbeiten konnte. In zwei Stunden konnten bis zu fünf Kopien einer Filmspule hergestellt, am Tag bis zu 3.500 Meter Film perforiert werden. Im Jahre 1916 soll es Uher zwischen dem 1. Juno und 15. September gelungen sein, einen Auftrag über 200.000 Meter zu erfüllen.

Kein Zufall also, daß sich Edmond Uher als nächstes der Filmindustrie zuwandte. Nicht als Schauspieler, sondern als Konstrukteur, zum Beispiel für ein neues, automatisiertes Entwicklungsverfahren.
Seine in Berlin, Zentrum der europäischen Filmindustrie, gegründeten Corex-Werke stellten in den Zwanziger Jahren Filmdosen für die Negativentwicklung her. Obwohl der Erfolg ausblieb gab Uher nicht auf.

Um etwa 1925 hatte Uher begonnen, ein Photosatz-System zu entwickeln, das er Uhertype nannte. Wurden Drucksachen bislang mit Hilfe von massiven Matritzen gedruckt, Textseiten, nach Gutenberg, mit Hilfe von Blei-Lettern in einem Setzkasten gestaltet, entwickelte Uher ein kombiniertes „Lichtsatzverfahren“.
Schon um 1926 war der Wiener Regierungsrat Prof. Karl Albert im Auftrage einer amerikanischen Firma als Gutachter zu Uher gereist, um "das Wesen der Budapester Erfindung einer Lichtsetzmaschine" zu ergründen. Zu diesem Zeitpunkt fiel es ihm "... trotz aller viele Stunden währender Erklärungen schwer, realen Wert vom Phantasieschwung zu unterscheiden", so daß er zu dem Ergebnis kam, "Erfindungsgedanken und Aufbau unbedingt genial. Urteil erst möglich, wenn erstes Modell komplett arbeitet."

Später würdigte er in der Fachzeitschrift "Deutscher Drucker" (Dezember 1930) das Uhertype-Verfahrens und resümierte, "rückblickend darf wohl gesagt werden, daß wir es hier mit einer Konstruktion zu haben, die in geistvollster Weise alles berücksichtigte, was die Praxis als ihre Aufgabe stellte. (...) ... mit Hilfe der Uhertypemaschine kann es tatsächlich möglich werden, daß der Photosatz seinen Einzug in die Praxis halten wird und damit der Technik der Photomechanik eine umwälzende Neuerung bringt und ihr neue Wege weist."

Bereits am 22.12.1928 schloss Uher einen Kooperationsvertrag mit der M.A.N., nach dem in Augsburg erste Prototypen der Lichtsatzmaschinen nach Uhers Zeichnungen hergestellt werden sollten. Gemeinsam mit der M.A.N. gründete er zunächst im März 1929 im schweizer Kanton Glarus die Uhertype AG, die die Rechte an dem Verfahren halten sollte. Dreizehn internationale Patente wurden daraufhin zwischen 1930 und 1939 für Edmund Uher, jr., und Lajos Wenczler für die Uhertype AG registriert (z.B. United States Patent 1771905 und 1776527 von 1930, 1812276 von 1931, 1858910 von 1932, 1901013 von 1933, 1981401 und 1975439 von 1934, 1988367 und 1986693 von 1935, 2036000 und 2030038 von 1936, 2098928 von 1937, sowie 2158039 von 1939, www.freepatentsonline.com) und Jan Tschichold, Lehrer und bekannter Grafiker, sollte zwischen 1933 und 36 eine Familie von zwölf Schriftfonds für die Uhertype-Maschinen entwickeln
Im Jahre 1934 gründete Uher in München die Uher & Co. Zusammen mit der Abteilung Druckmaschinenbau der M.A.N. sollte das Fotosatz-System entwickelt und dann von Uhers Süddeutschen Mechanischen Werkstätten (SMW) in Starnberg die Prototypen und die späteren Seriengeräte gefertigt werden.

Und tatsächlich wurde Uhertyp realisiert. Das Penrose Annual, eine Londoner Fachzeitschrift des Druckgewerbes, veröffentlichte 1935 eine mit dem Uhertype-Verfahren gestaltete Seite, und Waterlow & Sons in Dunstable brachte 1936 ein mit Uhertype gesetztes Buch mit dem Titel „Typesetting Methods: Old and New“ auf den Markt.
Trotzdem blieb es zunächst bei Prototypen aus München, deren Weiterentwicklung 1939 eingestellt wurde. Die „Freiheit bei der Gestaltung“, die das Verfahren versprach, dürfte bei den Herrschern in Berlin auf wenig Interesse gestoßen sein. Der aufziehende Krieg und die Drohungen eines Kleinen Mannes an die Welt, dürften die Geschäfte der Münchner Firma in England ebenfalls nicht befördert haben.
Der letzte bekannte Prototyp wurde im Dezember 1942 nach Gotha geliefert, wo er bis 1970 im Verlag Perthes für die Herstellung von Kartenbeschriftungen im Einsatz war. Heute (Stand 2000) steht diese sogenannte Handlichtsetzmaschine im Kartografischen Museum im Schloss Friedenstein in Gotha.


Mit neuen Parntern, zum Beispiel BMW oder Messerschmidt, wandte sich die Uher & Co. der Luftfahrt-Industrie zu, sicherlich in Anbetracht der politischen Lage eine glänzende Wahl. Er erfand beispielsweise eine Propeller-Verstellung, und konnte bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs erfolgreich expandieren. Neben den Betrieben in München und Starnberg besaß Edmund Uher seit 1939 ein Werk in Wien und kaufte auch die Ungarischen Flugzeugamaturenwerke in Budapest zu. Im Jahre 1944 erreichte der Konzern Uher mit bis zu 6.000 Beschäftigten seinen wirtschaftlichen Höhepunkt.


Wer im Verdacht gestanden hatte, an kriegswichtiger Produktion beteiligt gewesen zu sein, der hatte nach 1945 zunächst kaum die Möglichkeit, unter alliierter Kontrolle im Flugzeugbau tätig zu bleiben. Tatsächlich genehmigte das Military Government nicht einmal den Antrag Uhers, „seine Präzisionsgeräte wenigstens beim Eisenbahn-Bau profitlich einsetzen zu dürfen“ (Der Spiegel Nr. 47 vom 17.11.80)

Der ungarische Betrieb war mit der Besetzung durch die Rote Armee verloren gegangen und die Einführung der D-Mark sorgte dafür, daß von den verbliebenen Standorten die Arbeit zunächst in München wieder aufgenommen werden konnte. Uher entwickelte Kupplungssysteme, plante ein Automatikgetriebe. Einspritzpumpen und Zündkerzen sollten Uher eine Zukunft sichern. Der bayrische Großgrund- und Brauereibesitzer Carl Theodor zu Toerring-Jettenbach lieh „Mondi“ gegen die Abtretung einiger seiner Maschinen Geld, damit der seine Pläne realisieren konnte.

Bereits 1949 hatte der Gläubiger Zu Toerring-Jettenbach Edmund Uher in einer Weise zur Rückzahlung seiner Verbindlichkeiten unter Druck setzen können, daß dieser die SMW an Uhers 31-jährigen Schwager und Geschäftsführer der SMW, Wolfgang Freiherr von Hornstein, verkaufte. Ebenfalls im Jahre 1949 wurde Von Hornstein auf Druck von Zu Toerring-Jettenbach Geschäftsführer der Uher & Co., und bekam von dem Investor den Auftrag die Firma zu liquidieren.

Entgegen der Anweisung des Investors wickelte Von Hornstein die Uher & Co. nicht ab, sondern beschaffte für den 65-Mann-Betrieb Aufträge zur Lohnfertigung verschiedenster Produkte, die er auch unter Einsatz der Kapazitäten seiner SMW ausführte.

Zudem hatte Uher einen Motorroller Hobby und den Gyro-Starter entwickelt, die die Hoffnung auf eine erfolgreiche Vermarktung weckten. Gegen weitere Abtretung von Maschinen und Rechten zeigte sich Zu Toerring-Jettenbach bereit, Uher weiter zu unterstützen und baute seine Kredite und Bürgschaften in den folgenden Jahren auf über 1,2 Mio. D-Mark aus.

Die wirtschaftlichen Probleme der Uher & Co. rissen nicht ab und schließlich wurde das Unternehmen in eine neue Struktur eingebracht, die die Vermarktung von Motorroller und Gyro-Starter sicherstellen und die Ansprüche der Beteiligten ordnen sollte.
Mit Gesellschafterverträgen vom 18. Dezember 1952 und vom 16. Januar 1953 entstand die Uher-Werke München GmbH, die schließlich am 4. Februar 1953 handelsgerichtlich eingetragen wurde und zum 1.05.1953 den Betrieb begann. Das Eigenkapital betrug 600.000 D-Mark und die Herren Wolfgang Freiherr von Hornstein und Rechtsanwalt Dr. Hans Ziegler wurden zu den Geschäftsführern bestellt.

In den Augen des Grafen Zu Toerring-Jettenbach war die Hauptaufgabe der GmbH die Rettung seiner Investitionen. Die Gewinne der Uher GmbH, soweit sie dem Anteilseigner Uher & Co. zustanden, sollten daher auch zur Tilgung der Verbindlichkeiten von Edmund Uher bei Zu Toerring-Jettenbach eingesetzt werden.
Daher wurden die 600.000 Mark Eigenkapital der GmbH nicht in liquiden Mitteln zur Verfügung gestellt: Die Uher & Co. brachte eine Einlage von 359.000 Mark in Form von Halbfertigprodukten, Rohstoffen und Maschinen ein, Graf zu Toerring-Jettenbach zahlte lediglich 150.000 Mark in bar und stellte eine Forderung gegen die Uher & Co. über 90.000 Mark als weitere Beteiligung ein. Mit weiteren 1.000 Mark wurde die dritte Ehefrau Edmund Uhers, Fiametta Uher, Anteilseignerin.

Die von Zu Toerring-Jettenbach zur Verfügung gestellten Barmittel flossen sofort wieder ab, um die Liquiditätsprobleme der Uher&Co. zu beheben. Zudem bestand die Einlage der Uher&Co. aus Maschienen und Produktionsmitteln, die, wie in einer Aktennotiz der Geschäftsleitung der GmbH vom 29.01.1954 bemerkt wurde (Uher-Buch, S.12ff), ohne vernünftigen Zusammenhang mit den wirklichen Werten überbewertet worden waren und zum Teil bereits abgetreten gewesen sein sollen, so daß die Gefahr bestand, daß im Falle der Abwicklung der GmbH die Werte nicht zur Verfügung stünden. Die wirtschaftliche Situation der GmbH war im Januar 1954 so, daß "...immer noch nicht feststeht, ob die Uher-Werke GmbH als Betrieb gehalten werden können oder nicht."
Die Uher&Co. war in den Augen von Zu Toerring-Jettenbach ihre Einlage in die GmbH zum Teil schuldig geblieben, erhielt zudem weitere Unterstützung. Schon am 8.4.53 hatte Uher Geschäftsanteile in Höhe von 75.000 DM an Zu Toerring-Jettenbach abtreten müssen. Als dann auch die Produktion für die Automobil-Zulieferung weiterhin nicht in Gange kam, war Edmund Uher gezwungen die Uher & Co., Gesellschaft für Apparatebau, 1954 zu liquidieren.

Im Alter von 62 Jahren verließ Edmund Uher 1954 München und konzentrierte sich auf sein Wiener Unternehmen, das er noch bis 1970 führen sollte.

Kurz vor seinem Rückzug aus München deutete sich eine einschneidende Veränderungen an. DIE ZEIT berichtete in der Ausgabe vom 23.06.1972, wie noch 1953 ein Erfinder bei Uher vorgesprochen hätte, dort Tonbandgeräte fertigen lassen wollte: „Davon verstehen wir nichts.“ hätte Wolfgang von Hornstein das Anliegen des ehemaligen Telefunken-Ingenieurs Alfons Kürzeder zunächst abgelehnt, dann aber den Lohnauftrag doch angenommen.
Ständige „Pannen“ mit dieser Konstruktion sollen dazu geführt haben, daß von Hornstein die Entwickler seiner SMW beauftragt hätte, ein eigenes Tonbandgerät zu konstruieren. „Zwischen SMW und Uher wurde ein langfristiger Entwicklungs- und Know-how-Vertrag geschlossen (...). So hat die SMW nicht nur das erste Erfolgsgerät - das Tonbandgerät „Uher 95" - sondern auch alle folgenden Geräte für Uher entwickelt.“ (Die Zeit).
Folge dieser engen Verbindung zwischen der Uher und der SMW soll später der Aufstieg von Freiherr von Hornstein zum Kommanditisten bei Uher gewesen sein.

Am 2.12.1957 wurde unter Übernahme (Umwandlung ohne Abwicklung) der bestehenden Uher-Werke München GmbH die Uher-Werke München KG gegründet. Carl Theodor Graf zu Toerring-Jettenbach wurde als persönlich haftender Gesellschafter, und sein Sohn, Hans Veit Kaspar Nikolaus Erbgraf zu Toerring-Jettenbach, als Kommanditist registriert.

Ausgerechnet zeitgleich mit dem Abgang des Firmengründes, Edmund Uher, begann die große Zeit der Uher-München in der BRD. Sie gründete auf dem Erfolg der Tonbandgeräte und war maßgeblich durch die Person des Geschäftsführers Wolfgang Freiherr von Hornstein beeinflußt.
Der Abgang von Freiherr von Hornstein im Herbst 1972 markiert den Beginn des Abstiegs der Uher Werke München GmbH & Co.
(Prospekt 1975), an dem auch die Übernahme durch Assmann letztlich nichts ändern konnte. Der Markt für Tonbandgeräte wurde immer kleiner und immer mehr von ausländischen Herstellern beherrscht. Den Schritt, eigene HiFi-Geräte oder gar Fernsehgeräte zu bauen, ging Uher nicht.

Am 15.10.1980 meldet die Süddeutsche Zeitung, Uher wolle nicht mehr mit den Japanern konkurrieren. Damit begründete Rüdiger Hoessrich, daß „die Produktion gestrafft und auf kleinere Stückzahlen umgestellt werden“ müsste. Aus diesem Grunde würde die Produktion in München eingestellt und „nach Buchbach im Landkreis Mühldorf“ verlagert.
Tonbandgeräte der Marke Uher sollten im Werk der Firma Assmann noch bis in die späteren Achtziger Jahre zusammengebaut werden. Ein Prospekt von 1984 nennt als Firmensitz einer Uher Werke München GmbH, HRB 62075, noch immer D-8000 München 60, ohne Straße, als "Produktion: D-8251 Buchbach Landkreis Mühldorf/Obb." und für "Vertrieb und Service: Industriestr. 5, D-6380 Bad Homburg" mit zusätzlicher Postfach-Adresse, sowie Telefon und Telex.

Schon 1980 wird unter dem Dach der Hamburger Intermarket-Gruppe eine Vertriebsgesellschaft aufgebaut, die asiatische Geräte einer Marke Uher, die mit dem einstigen Hersteller von Tonbandgeräten nichts mehr zu tun hatte, verkaufte.
Aus dem ursprünglichen Auftrag, HiFi-Anlagen von OEM-Herstellern zu beschaffen und unter der Marke Uher zu vertreiben, entstand ein Logo „Transonic Intermarket / Uher Vertriebsgesellschaft“, später "Uher Vertriebsgesellschaft mbH & Co. KG", unter dem bald auch Geräte anderer Marken, zum Beispiel "Magnum", in den Handel kamen.

Intermarket scheint dann jedoch selber vom Markt verschwunden. Während sich ein Unternehmen dieses Namens in Hong Kong heute auf die Vergangenheit von Intermarket bezieht und deren Marke Transonic verwendet, landet die Marke Uher nur wenige Kilometer nördlich vom Wandalenweg entfernt, beim Otto-Versand, der von nun an nicht nur HiFi-Geräte des Namens „Uher“ verkauft, sondern auch allerlei anderes Zeugs, zum Beispiel Mitte der Neunziger Jahre PCs der ASI als „Uher“.
Zwischenzeitlich war auch Harman Deutschland Lizenznehmer des Namens Uher, verkaufte einige Mittelklasse-, aber auch auf Topgeräten aus asiatischer, und selten auch deutscher Produktion unter dem altehrwürdigen Namen. Highlight der Harman-Uhers waren sicherlich die großen Fairplay-Boxen und die einheimischen Röhrenverstärker, die auch als Thorens auf den Markt kamen.
Assmann führt die Marke Uher bis heute. „Unter dem Label „Atis-Uher“ firmiert heute ein Unternehmen, das sich auf professionelle Telekommunikationslösungen spezialisiert hat und in der IT-Branche zuhause ist.“ (STEREO-Sonderheft „30 Jahre HiFi-Geschichte“, 2004 ).
Heute firmiert eine UHER Informatik GmbH für den Vertrieb von "Lösungen für die Bürokommunikation" (http://www.uher.com)
sowie in Bad Homburg eine Uher Elektronik GmbH für die "Herstellung von Geräten der Unterhaltungselektronik" und eine Uher GmbH für die "Vermietung, Verpachtung von eigenen oder geleasten Gewerbegrundstücken und Nichtwohngebäuden" (Creditreform).


Das Wiener Werk schien von den Ereignissen in der BRD unbehelligt gebleiben zu sein, war im Familienbesitz verblieben. Edmund Uher übernahm hier die tätige Geschäftsführung, nachdem er sich 1954 aus München zurückgezogen hatte. Im Jahre 1970 soll sein Sohn Alfons die Unternehmensführung übernommen haben.

Auch im besetzten Wien war die Produktion von Flugzeugteilen nach dem Krieg nicht weiter möglich gewesen. So baute Uher hier beispielsweise Modelleisenbahnen (lt. A. Flader). Schon 1964 wird eine Uher GmbH & Co. KG, Wien, in der Elektrotechnischen Zeitschrift (Ausgabe B, Band 16) der VDE als Hersteller von Meßsystemen erwähnt. Beispielsweise wurde hier ein Regler für die Ladung von Autobatterien nach einer bestimmten Kennlinie und Auswertung des Spannungsbogens (Delta-E-Verfahren) entwickelt. Im Jahre 1969 ging die Gesellschaft mit einem Nettovermögen von 44 Mio. österreichischen Schilling in eine AG auf.

In einem Papier der Universität Graz zur Entwicklung der Elin heißt es im Abschnitt zu den "zwei Vertragsabschlüssen mit der Firma Siemens" unter anderem: "Im Jahre 1969 erwarb sie die volle aktienrechtliche Kontrolle über die Uher AG" (http://hfi.uni-graz.at/hfi/students/kapf…p12/12recht.htm). Nachdem verschiedene Siemens-Tochtergesellschaften im September 1970 zur Siemens Aktiengesellschaft, Wien, zusammengeschlossen worden waren, wurde die Uher Aktiengesellschaft für Zähler und elektrische Geräte weiterhin als Tochtergesellschaft der Wiener Siemens geführt.

Am 10.7.1998 wurde die Uher AG in Siemens Metering AG Österreich für Zähler und elektronische Systeme umbenannt (http://www.firmenabc.at/landisgyr-gmbh_ZWC). Als letzte österreichische Uher wurde schließlich der am 3.10.1973 eingerichtete "Unterstützungsfonds für die Dienstnehmer der UHER Aktiengesellschaft für Zähler und elektronische Geräte" (http://www.wien.gv.at/recht/gemeinderech…fonds/uher.html) am 16.12.2003 aufgelöst.


Eine weitere Gesellschaft war Edmund Uher in der Schweiz verblieben, wo er schon früher, zusammen mit der MAN, die Patente für das Uhertype-Verfahren verwaltet hatte.

In Zug war die Uher Patent AG registriert, die die "Entwicklung, Erwerb, Verwaltung und Verwertung von Patenten, Lizenzen und Herstellungsverfahren auf dem Gebiet des Maschinen- und Gerätebaus sowie der Elektro- und Feinmechanik" zum Zwecke hatte. Die Uher Patent AG hielt unter anderem seit dem Mai 1971 mehrere Patente für Vorrichtungen zur Befestigung und Bewegung von Schiffsankern des Einreichers Edmund Uher (DE Patent 1955986 / United States Patent 3744760 und 3704680). Diese beiden Patente wurden bis in die Mitte der Siebziger Jahre in Patentämtern verschiedener Staaten veröffentlicht.


Quellen.
Kurzvorstellung, Markt-Übersicht und Technische Daten:
CG 360 – Fono Forum 11/73, The Grammophone 7/74, HiFi-Report 74, HiFi-JB 7 (910), HiFi-Report 75, HiFi-JB 8 (644), DM-JB77, Der Spiegel Nr.35 vom 26.08.74, http://www.radiomuseum.org/r/uher_auto_r…hi_fi_cass.html
CG 361 - HiFiJB 9-8-129

Testberichte
CG360 - FonoForum 1/75 (und HiFi-Report 75), HiFi Stereophonie 6/75 (und TJB75), High Fidelity Magazin USA 1/76, Stiftung Warentest 2/75 (Test-Jahrbuch 1976)
CG362 - Audio Scene Canada 5/78
Fono Forum Kassetten-Tests 9/75 und 3/76, sowie 5/75 (Musikkassette contra Schallplatte)

Anleitung CG360 http://wegavision.pytalhost.com/uherCG360/

Die Geschichte der UHER-Werke München - Andreas Flader und Peter Remmers, Funk Verlag Bernhard Hein e.K., ISBN 978-3-939197-19-5
Funkschau 2.11.1972, 21.10.1977
Der Spiegel 29.11.1974, 17.11.1980
Die Zeit vom 23.06.1972
Wirtschaftswoche vom 5.01.1973
STEREO-Sonderheft „30 Jahre HiFi-Geschichte“, 2004
Süddeutsche Zeitung vom 15.10.1980
http://de.wikipedia.org/wiki/Uher
http://de.wikipedia.org/wiki/Edmund_Uher
http://www.arbeitskreis-druckgeschichte.…609975e0d98f13/ "Der Fotosatz - Von der Uhertype bis zum Mac"
http://www.journal-fuer-druckgeschichte.…oads/199904.pdf "Der Fotosatz, Schriftsatz und Typographie von der Uhertype bis zum Mac" von Dr. R. Münch
http://www.uher-erinnerungen.de/index.html von Anselm Rapp
http://www.filmintezet.hu/magyar/filmint…ir/25/lajta.htm "A magyar filmlaboratóriumok története" von Lajta Andor
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Matthias M« (28. März 2014, 17:03)


3

Dienstag, 8. Juni 2010, 10:27

Hallo,

ein Meisterstück, nein ,eigentlich zwei Meisterstücke. Das Gerät zum einen und der fabelhafte Bericht zum anderen.

Herzlichen Dank!

Gruß
Peter S.

4

Montag, 14. Juni 2010, 18:45

Auch von mir einen Dank samt Lob
für eine halbe Stunde verbracht mit einem schön zu lesenden, gut gemachten Bericht der einen förmlich an Zeit und Ort einer nicht mehr zurückkommenden Hoch-Zeit versetzt.

Außerdem wurde ein regelrechter Schnuppen auf so ein Gerät geweckt, ich hab zwar schon ein sehr nettes UHER-Cassetten-Deck, aber schon aus der TEAK/TASCAM-Produktion.

5

Samstag, 14. Mai 2011, 11:24

Hallo,

nach fast einem Jahr Wartezeit (den Appetit hatte mir Matthias mit seinem köstlichen Bericht gemacht, weswegen ich ihn an anderer Stelle als Appetitmacher geziehen habe) brachte ein götterbotenähnlicher Mann ein Paket.
Darin ein gut erhaltenes CG 360! Endlich kann ich es selbst ausprobieren.
Den super Fotos von Matthias wage ich kaum weitere hinzuzufügen, nur (edit) drei vielleicht:









Die ingenieurtechnischen Meisterleistungen stecken im Detail. Beispielsweise ist es möglich (wie ich entzückt feststellen konnte), nur mit einer Pinzette bewaffnet den Riemen zu tauschen! Man braucht nichts zu demontieren.

Nach einigen kleinen Wartungsarbeiten läuft obiges Gerät anstandslos.
Der dicke Brummer CG 350 wird seinen Cassettenrecorderchefsessel
bei mir jetzt leider räumen müssen. Feiner Kasten, das CG 360.

Gruß
Peter S.

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6

Samstag, 14. Mai 2011, 15:38

Hallo Peter,

das freut mich, das ich Dich verführen konnte ;)

Schön, das er funktioniert!

Ich jedenfalls bin immer noch begeistert von dem Uher. Falls mir mal ein CG362 in die Hände fallen sollte, werde ich die Vorstellung noch etwas ergänzen.

Schöne Bilder hast Du gemacht. Dein Objektiv scheint besser als meins.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

7

Samstag, 14. Mai 2011, 22:05

Fuehret mich nicht in versuchung, solch ein schmackhaften kasten :-)
Ich putze hier nur...

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8

Mittwoch, 26. Oktober 2011, 21:29

Moin, moin,

wen es interessiert: Mir ist etwas "in die Hände gefallen" und daher konnte ich meine Vorstellung um das Modell CG362 ergänzen.

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

9

Samstag, 3. Dezember 2011, 14:22

Hallo Matthias,

konnte oder könnte ich die Vorstellung ergänzen?
Gibt es die Ergänzung schon?

Ein oder zwei Innenfotos vom CG 362 wären für mich interessant, muss kein Riesenbericht sein (obwohl immer Extraklasse).

Gruß
Peter S.

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10

Samstag, 3. Dezember 2011, 14:36

Zitat

PSMS postete
Hallo Matthias,

konnte oder könnte ich die Vorstellung ergänzen?
Gibt es die Ergänzung schon?

Ein oder zwei Innenfotos vom CG 362 wären für mich interessant, muss kein Riesenbericht sein (obwohl immer Extraklasse).

Gruß
Peter S.
Hallo Peter,

Bilder von außen habe ich schon eingestellt, Innenfotos kommen irgendwann; suchst Du was Spezielles?

Erstmal muß ich mir aber Niels oder Michael greifen, denn momentan bin ich an die Längenbegrenzung der Postings hier im Forum gestoßen.
Mal kucken, ob man da was tun kann oder ob sich ein drittes Posting vor die ersten Antworten einfügen läßt.

Das wird aber sicher erst in den nächsten Wochen, denn momentan mache ich etwas anderes fertig... ;)

Tschüß, Matthias
Stapelbüttel von einem ganzen Haufen Quatsch

11

Samstag, 3. Dezember 2011, 16:55

Hallo,

hat Zeit, ich suchte auch nichts Spezielles, kam nur darauf, weil ich gerade mit
meinem CG 360 beschäftigt war

http://youtu.be/X4CahfUE1yo


Gruß
Peter S.

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12

Donnerstag, 26. Juli 2018, 00:31

Hallo Matthias!
Toller und aufschlußreicher Bericht!
Ich bin auch gerade an meiner CG 360 am Überholen und möchte sie zum Laufen bringen. Habe sie vor langer Zeit von meinem Vater geerbt. Stand lange Zeit nicht beachtet und vernachlässigt, aber trocken in einem Schrank.
Nun streikt der Motor. Muß mich nun durchbeißen. Gott sei Dank, habe ich alle Service-Unterlagen. Wird noch viel Arbeit auf mich zukommen.

Gruß
Dietmar

13

Donnerstag, 26. Juli 2018, 19:49

Hallo Dietmar,
durch Deine Antwort habe ich den super Bericht erst entdeckt,ist ja von 2010.Vielen Dank.Sicher einer der längsten,auber auch der besten Geräte und Herstellervorstellungen hier im Forum.Grüße,Ralf

14

Donnerstag, 26. Juli 2018, 20:10

Oh, ich kann nur weitere Vorstellungen von Matthias empfehlen. Da sind allerdings auch umfänglichere darunter. Eventuell etwas für den lauen Sommerabend, mit Tablet und Bier auf der Terasse oder dem Balkon?

niels
Ich halte die analoge Aufzeichnung einer qualitativ gut erzeugten digitalen Aufzeichnung für unterlegen.
Aber jene macht mir mehr Freude.

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15

Dienstag, 28. August 2018, 07:27

Ich hole den Thread mal hoch. Würde gerne mal eine Einschätzung hören.
Könnte aktuel ein CG360 bekommen. Nach durchlesen war ich aber der Meinung ich sollte doch noch auf ein CG361 warten? Was meint ihr? CG361 hat halt DNL an Bord. Das CG 360 den weiteren Frequenzgang (20 anstatt 30Hz bis 15 kHz? Würde mich mal eure Meinung zum Best Buy aus der Serie interessieren.

Gut, hier hab ich auch noch etwas gefunden.

Uher CG 360, CG 361, CG 362: Unterschiede und aufgegebenes Potenzial

Ich glaube ich warte doch noch auf ein 361/362..

VG Martin

16

Dienstag, 18. September 2018, 16:04

Interessanter Bericht!
Es gibt in Wien-Landstraße einen Innenausstatter Georg Uher, ich frage mich ob es sich hierbei um einen Verwandten handelt - ansonsten ist mir der Name nie begegnet.
http://www.wohnen-erleben.com/

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17

Donnerstag, 20. September 2018, 06:36

Und in Neugraben-Fischbek bei HH gibt's einen UHER Obst- und Gemüseladen.
Gruß
Stefan